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Wahlplakate von Unbekannten durch völlig inhaltsleere Spaß-Poster ersetzt

12. September 2013

Die bevorstehende Bundestagswahl zwingt hier zum Hinweis auf eine aktuelle Meldung, die ein bezeichnendes Licht auf die politische Kultur unseres Landes wirft. Es handelt sich um einen der seltenen Fälle, wo die Wahrheit gar nicht mehr hinter einer Fassade verborgen wird, sondern offen und unverblümt hervortritt. Die „Postillon24-Spezial-Nachrichten zur Bundestagswahl“ berichteten vor kurzem:

„Der Wahlendspurt wird von einem demokratiefeindlichen Akt ungeheuren Ausmaßes überschattet. In einer großangelegten Nacht- und Nebelaktion haben unbekannte Täter aussagekräftige Wahlplakate abgehängt und durch offensichtlich nicht ernst gemeinte Eigenkreationen ohne erkennbaren Sinn ersetzt. Betroffen von den hinterhältigen Tauschaktionen waren Plakate aller größeren Parteien in zahlreichen deutschen Städten.“

Dabei wurden als Beispiele einige der untergeschobenen Plakate gezeigt: ein CDU-Poster mit dem Slogan unter dem Bild von Angela Merkel: „Deutschland ist stark. Und soll es bleiben.“, ein solches der SPD mit Peer Steinbrück und dem Appell: „Sie haben es in der Hand!“ und eines der FDP mit der Aufforderung an die Wähler: „Schluss mit Schulden!“.

„Wir sind hier natürlich noch alle geschockt“, sagte der FDP-Politiker Karl Frenzen in einem Interview dem „Postillon“, „jeder, der diesen Blödsinn sieht, muss uns doch für eine weichgespülte Partei ohne Rückgrat halten. Wir haben uns viel Mühe gegeben, klare politische Vorstellungen und Ziele visuell anspruchsvoll auf Plakaten zu präsentieren, und da hängt da überall dieser sinnfreie Müll rum mit Begriffen, die nichts aussagen!“

„Der Postillon“ zeigt dann ein weiteres riesiges Poster, auf dem groß „Wir“ steht und darunter „Für ein Alter ohne Armut“ und beschreibt:

„Auf dieser Fälschung eines SPD-Plakates steht lediglich der Begriff „Wir“, gefolgt von Dingen, die die SPD den Wählern selbst eingebrockt hat und nun angeblich bekämpfen will. Wie jemand Unmengen von Zeit und Geld investieren kann, um so etwas im ganzen Land zu verbreiten, ist absolut unverständlich. Wenn es das Ziel dieser Rowdies war, auch noch die letzten Wähler in die Politikverdrossenheit zu treiben, dann haben sie das geschafft. Herzlichen Glückwunsch!“

„Der Postillon“ führt uns auf seine hintersinnige Weise noch die verzweifelte Suche nach einer Wahrheit hinter der Fassade vor, womit er indirekt auf die offen vor unseren Augen liegende Wahrheit aufmerksam macht, an die man sich schon seit Jahren gewöhnt hat. Daher meldet „Der Postillon“ natürlich nicht mehr, dass die Plakate, die für den gesunden Menschenverstand – wenn er denn gesund ist – doch eigentlich nur gefälscht sein könnten, von den Parteien bis heute  hängen gelassen werden.

Es gibt für das äußere Geschehen keine Erklärung hinter der Fassade. Die Wahrheit einer niveau- und geistlosen Parteienclique, die sich mit den primitiven Mitteln einer Waschmittelwerbung nicht an das denkende Urteil des mündigen Bürgers, sondern zum Stimmenfang wie Rattenfänger der Vergangenheit an die gefühlsduselige Gedankenlosigkeit wendet, liegt erbarmungslos offen zu Tage.

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