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Die Geldschöpfung der Banken – Lizenz zum legalen Betrug?

20. Juni 2014

„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und
Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so
hätten wir eine Revolution vor morgen früh.“
(Henry Ford zugeschrieben)

Weitaus die meisten Menschen gehen davon aus, dass die Banken nur das Geld weiterverleihen, das bei ihnen angelegt, ihnen also als Darlehen anvertraut ist. In Wahrheit dürfen die Banken ein Vielfaches davon als Kredit ausgeben, obwohl sie so viel Geld gar nicht haben. Sie besitzen das einzigartige Privileg, selbst Geld aus dem Nichts zu schöpfen und gegen Zinsen auszuleihen. Mit jedem Kredit durch eine Bank entsteht neues Geld: Buch- oder Giralgeld, das als Buchungsvorgang auf dem Girokonto erscheint und das Geldvolumen vermehrt. Was bedeutet das, und wie ist das zu verstehen?

Das Entstehen des Papiergeldes

Ursprünglich bestand die Goldwährung. Eine Münze aus purem Gold hatte einen realen Eigenwert, der mit einer Ware, der man denselben Wert zuschrieb, getauscht wurde. Doch die Kaufleute gingen wegen der Gefahr, auf den langen Handelswegen ausgeraubt zu werden, immer mehr dazu über, das Goldgeld nicht mitzuführen, sondern sicherheitshalber bei Banken zu deponieren. Im London des 17. Jahrhunderts hatten diese Funktion vor allem die Goldschmiede. Von ihnen erhielten sie eine entsprechende Quittung, eine „Banknote“, auf der die hinterlegte Summe bestätigt wurde und mit deren Vorlage sie jederzeit ihr Gold wieder einlösen konnten. Diese Sicherheit, die mit der Banknote verbunden war, führte dazu, dass sie allmählich selber anstelle des Goldes als Zahlungsmittel akzeptiert wurde. Der Empfänger brauchte die Banknote gar nicht mehr gegen das Gold bei der Bank einzulösen, sondern gab sie ebenfalls als Zahlungsmittel weiter. Und so erhielt die Banknote mehr und mehr dasselbe Vertrauen, dieselbe Kaufkraft wie das Gold, dessen Hinterlegung sie eigentlich nur quittierte. Man konnte sie ja jederzeit gegen das Gold eintauschen. So war das Papiergeld entstanden, das aber noch voll durch Gold gedeckt war. (Vgl. Bernd Senf: Der Nebel um das Geld, Kiel 2007, S. 46)

Nun stellte sich im Laufe der Gewöhnung an die zunächst voll gedeckten Banknoten heraus, dass beispielsweise nur noch jeder Vierte zur Bank ging und die Banknoten in Gold einlöste. Die Bank brauchte also nach der Erfahrung nur ein Viertel des Goldvorrates für die Herausgabe gegen Banknoten bereitzuhalten, die anderen drei Viertel konnte sie als Kredit an andere gegen Zins ausleihen und so zusätzlich Geld verdienen. Ja, man kam auf die Idee, anstelle des Goldes die vierfache Menge an Banknoten oder mehr als Kredite zu vergeben, im Vertrauen darauf, dass nur jede vierte Banknote zur Einlösung vorgelegt würde.

Was liegt hier vor? An die Stelle des Goldgeldes, das einen Eigenwert hatte, trat das Papiergeld, das zunächst als Surrogat auf das Goldgeld nur hinwies und von ihm gedeckt war. Dann wurde das Papiergeld, mit dem das Versprechen der Deckung und jederzeitigen Einlösbarkeit verbunden war, vervierfacht und als Kredit ausgegeben. Drei Viertel davon waren aber nicht mehr von Goldgeld gedeckt, sie täuschten eine solche Deckung nur vor. Sie waren ein „Nichts“ und wurden als Scheingeld oder gefälschtes Geld ausgeliehen, für das zudem noch Zins und Zinseszins erhoben wurden. Die Kreditnehmer mussten aber das gefälschte Geld, dem kein Wert entsprach, sowie Zins und Zinseszins durch Geld „zurückzahlen“, das durch ihre Leistung erarbeitet worden war. Die Sache flog indessen nur auf, wenn alle Besitzer der Banknoten gleichzeitig zur Bank eilten, um das damit versprochene Goldgeld einzulösen: Dann gingen drei Viertel leer aus. Sie waren einem gewaltigen Betrug zum Opfer gefallen.

Die Parallele im modernen Geldsystem

Dieses Prinzip der Kreditschöpfung aus dem Nichts hat das heutige Geldsystem noch perfektioniert. Heute gibt es keine Golddeckung des Geldes mehr. Sein Volumen ist auf die Menge der Waren und Dienstleistungen des Währungsraumes und auf die Preisstabilität bezogen. Es basiert auf dem Vertrauen der Menschen, und für seine Stabilität haben die Notenbanken zu sorgen. Es besteht nur zum geringsten Teil aus Bargeld, der größte Teil ist Buch- oder Giralgeld (ca. 10:90). Das Giralgeld wird von den Notenbanken und den Geschäftsbanken aus dem Nichts geschöpft. Dies beschreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem Bericht „Geld und Geldpolitik“ wie folgt:

Geld entsteht durch „Geldschöpfung“. Sowohl staatliche Zentralbanken als auch private Geschäftsbanken können Geld schaffen. Im Eurosystem entsteht Geld vor allem durch die Vergabe von Krediten, ferner dadurch, dass Zentralbanken oder Geschäftsbanken Vermögenswerte ankaufen, beispielsweise Gold, fremde Währungen, Immobilien oder Wertpapiere. Wenn die Zentralbank einer Geschäftsbank einen Kredit gewährt und den Betrag auf dem Konto der Bank bei der Zentralbank gutschreibt, entsteht „Zentralbankgeld“. Die Geschäftsbanken benötigen es zur Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht, zur Befriedigung der Bargeldnachfrage und für den Zahlungsverkehr.

Die Geschäftsbanken können auch selbst Geld schaffen, das sogenannte Giralgeld. Der Geldschöpfungsprozess durch die Geschäftsbanken lässt sich durch die damit verbundenen Buchungen erklären: Wenn eine Geschäftsbank einem Kunden einen Kredit gewährt, dann bucht sie in ihrer Bilanz auf der Aktivseite eine Kreditforderung gegenüber dem Kunden ein – beispielsweise 100.000 Euro. Gleichzeitig schreibt die Bank dem Kunden auf dessen Girokonto, das auf der Passivseite der Bankbilanz geführt wird, 100.000 Euro gut. Diese Gutschrift erhöht die Einlagen des Kunden auf seinem Girokonto – es entsteht Giralgeld, das die Geldmenge erhöht. (Zitiert nach Oliver Janich: Das Kapitalismus-Komplott, München 2011, S. 83, 84)

Die Banken müssen nur genügend Bargeld für die Kunden vorrätig haben, die ihr Geld abheben wollen. Zur Zeit wird von der EZB eine Mindestreserve von 1% der Bank-Einlagen vorgeschrieben, was bedeutet, dass eine Bank für 100 Euro Spareinlagen 10.000 Euro Kredit vergeben kann. Nehmen wir an, der Kunde lässt sich diesen Betrag in bar auszahlen und kauft dafür ein Motorrad. Der Händler zahlt das Geld auf sein Girokonto bei der Bank ein. Deren Einlagen erhöhen sich dadurch entsprechend, so dass sie weitere 1 Millionen Euro Kredit gewähren kann. Die Ausdehnung der Geldmenge ist unbegrenzt möglich. (Vgl. den sehr empfehlenswerten Bestseller von Matthias Weik & Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte, Bastei-Lübbe TB, S. 30. In diesem Buch werden die Auswirkungen des Geld- und Bankensystems in den heutigen Finanzkrisen ausführlich aufgezeigt.)

Die Lenker des Geldsystems sind sich durchaus bewusst, dass diese Geldschöpfung der Banken eine Fortsetzung derjenigen der Goldschmiede des 17. Jahrhunderts ist. In einer Broschüre „Modern Money Mechanics“ der Federal Reserve Bank of Chicago heißt es auf Seite drei:

Es begann mit den Goldschmieden. Jeder fand schnell heraus, dass es viel einfacher war, die Verwahrungsquittungen direkt als Zahlungsmittel zu benutzen. Dann entdeckten die Banker, dass sie Geld verleihen konnten, einfach indem sie das Versprechen abgaben zu zahlen oder Banknoten (Goldqittungen) an die Kreditnehmer ausgaben. Auf diese Weise begannen Banken, Geld zu schöpfen. Mehr Noten konnten ausgegeben werden, als es Gold oder Münzen gab, denn nur ein Bruchteil der Noten wurde zu jedem Zeitpunkt tatsächlich für Zahlungen präsentiert. Kontokorrentkonten sind das moderne Gegenstück zu den Banknoten. Es war ein kleiner Schritt vom Drucken der Noten hin dazu, einen Bucheintrag zu machen. (Zitiert nach Oliver Janich a.a.O. S. 85, 86)

O. Janich merkt an: „Die Federal Reserve gibt zu, dass sie die betrügerischen Machenschaften der Goldschmiede kopiert hat! Sie feiert das Betrugssystem als bedeutende Errungenschaft modernen Bankwesens. Ein kleiner Schritt für die Fed, aber ein großer Schritt für die Menschheit!“ Worin besteht der Betrug?

Das Problem des geschöpften Buchgeldes der Geschäftsbanken

Das Buchgeld entsteht also durch einen Buchungsvorgang, indem auf dem Girokonto des Kunden ein vereinbarter Kredit in der entsprechenden Währung als Sichteinlage gutgeschrieben wird. Es wird etwas plötzlich als Geld ausgegeben, das als reales Geld bei der Bank vorher nicht vorhanden war. Es handelt sich daher auch nicht um ein Darlehen, das dem Begriffe nach einen Eigenbesitz voraussetzt, der nun zeitlich befristet ausgeliehen wird. Es wird eine „Art Kreditvergabe“ geschaffen, die dem ursprünglichen Wortsinne nach (lat. credere = glauben) tatsächlich nur auf dem Glauben, der Annahme beruht, dass es sich um Geld handele. Die Banken verschleiern das dadurch, dass sie den „Kredit“ einmal als Forderung an den Kreditnehmer buchen und dann als Verbindlichkeit bei eben dem Kreditnehmer. Der Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann aus Wien brachte das mit folgenden Worten auf den Punkt:

Das Geld hat vorher noch gar nicht existiert. Es ist ein Buchungssatz: Forderung an Verbindlichkeit. Und beide Male an denselben Menschen, den Kreditnehmer. Und das ist – ich bin ja Rechnungswesen-Professor – ziemlich pervers. Denn die Bank hat eine Forderung, die sie verzinsen lässt, und sie gesteht bilanzrechtlich gleichzeitig ein, dass sie noch nicht geliefert hat. Denn Verbindlichkeit heißt: Ich bin das, was ich eigentlich liefern wollte, nach wie vor schuldig. Und eine Forderung mit einer eigenen Schuld zu begründen, ist zumindest nicht sehr schlüssig. (Am 27.10.2011 „Bei Beckmann“ NDR, http://www.youtube.com/watch?v=Tp8BQgr1Tc4)

Die Buchung der Bank hebt sich de facto auf. Es ist ein Zirkel in sich. Diese – international übliche – Buchungspraxis der Banken stelle, wie Hörmann in einem privaten Gutachten von 2013 ausführt, nicht nur einen offensichtlichen Widerspruch zur rechtlichen Definition des Kredits dar, sondern verstoße auch, wie bereits Prof. Michael Schemmann festgestellt habe, gegen die internationalen Rechnungslegungsvorschriften: „Banken haben keine schon existierenden Geldreserven in Form gesetzlicher Zahlungsmittel, die sie verleihen könnten, ausgenommen vielleicht minimale Beträge, die nur einen Bruchteil ihrer Kredit-Portfolios darstellen. Oder anders gesagt: Banken schaffen Sichteinlagen aus dem Nichts, und diese Sichteinlagen bleiben deshalb auch ein „Nichts“. Diese Unsitte konnte sich einbürgern, weil öffentlich beeidigte Wirtschaftsprüfer die oben beschriebene Praxis absegnen, indem sie die Jahresabschlüsse der Banken testieren. Dadurch entstehen übermäßige Kreditexpansion, „moral hazard“-Probleme, Vermögensblasen, Liquiditäts-Stress auf den Finanzmärkten, Bank-runs und gegebenenfalls globale Finanzkrisen.“ (Aus Franz Hörmann: Argumente gegen die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Schadens von Banken bei Kreditausfällen …,  http://gerschneider.files.wordpress.com/2013/10/gutachten_giralgeldschoepfung-hocc88rmann.pdf)

Die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken ist also ein reiner Schreibvorgang auf den Konten der Bank, die dazu über keinerlei Zahlungsmittel verfügen. Ebenso stellen die Rückzahlung (Tilgung) oder ein Kreditausfall bloße Schreibvorgänge dar, wodurch das aus dem Nichts geschöpfte „Geld“ wieder im Nichts verschwindet. Dass Geld von Sparern verliehen werde, ist ein Irrglaube, der „von den Banken aufrechterhalten wird, um ihre Vorteilsnahme infolge der Giralgeldschöpfung zu verschleiern.“ (Horst Seiffert zitiert nach Hörmann a.a.O.) Da es sich bei dem Giral“geld“ um eine reine Information und kein materielles Tauschmittel mehr handelt, erfüllt es von den drei allgemein anerkannten Funktionen des Geldes: Tausch, Wertmaßstab und Wertaufbewahrung auch nur eine einzige. Zum Tausch wäre ein eindeutiges Identifikationsmerkmal erforderlich, wie es Geldscheine oder auch elektronisches Geld wie der Bitcoin mit der Seriennummer haben. Nur Gegenstände mit eindeutiger Identität eignen sich aus rein logischen Gründen als Tauschmittel. Auch zur Wertaufbewahrung taugt es nicht, da es nur in einer unsicheren Buchungs-Forderung besteht. Lediglich kann ihm die Funktion des Wertmaßstabes (Rechenmittelfunktion) zugestanden werden. „Die Vergabe eines Hypothekarkredits in Höhe von € 100.000,- müsste dann jedoch wirtschaftlich so interpretiert werden, dass die Bank den Wert des Grundstücks auf € 100.000,- schätzt und dann diesen Wert (den Wert des Grundstücks des Kreditnehmers) auf ihre Konten schreibt. Wieso dieser Bewertungsvorgang dann rechtlich einer Leihe gesetzlicher Zahlungsmittel gleichgestellt sein sollte, ist nicht erklärbar.“ (Hörmann a.a.O., S. 5)

Gewinne und Verluste der Geschäftsbanken

Bei der vorstehend von Horst Seiffert zitierten Feststellung der „Vorteilsnahme infolge Giralgeldschöpfung“ handelt es sich im Grunde um Betrug. Einem bloßen Buchungssatz der Banken ohne eigenen Wert stehen regelmäßig wirtschaftliche Werte des Kreditnehmers gegenüber, die dieser als Sicherheiten bereitstellen bzw. an die Bank verpfänden muss. Es ist ein System der Enteignung.

Hinzu kommt der ungeheure Gewinn der Banken an Zins und Zinseszins, den genauer zu betrachten Franz Hörmann aufmerksam macht (a.a.O, S, 6). Gewährt die Bank einen „Kredit“ von 100.000 €, braucht sie nur eine Mindestreserve von 1% an eigenem echten Geld vorzuhalten, also 1.000 €. Erhebt sie von dem aus dem Nichts geschöpften Kredit von 100.000 € einen Zins von nur 5%, ergibt das in einem Jahr einen Gewinn (ohne Zinseszins) von 5.000 €. Das ist das Fünffache des eingesetzten eigenen Geldes. Die Bank macht also einen Gewinn von 500%. Bei einem eingeräumten Kredit aus der Überziehung des Girokontos sind das derzeit mit 9,75% Zins stattliche 975% Gewinn. Ein Kredit aus der darüber hinausgehenden geduldeten Überziehung erbringt mit 13,75% Zins einen schier unglaublichen Gewinn von 1.375 %. Hier von Wucher zu reden, wäre eine Verharmlosung des tatsächlichen Tatbestandes. (Zum Problem Zinseszins: hier)

Hat die Bank einen Verlust, wenn ein Kredit nicht zurückgezahlt wird? Da „der gesamte Kreditbetrag als Giralgeld vor der Kreditvergabe überhaupt noch nicht existierte (er wird ja als Buchgeld erst bei der Kreditvergabe erzeugt), kann eine Bank aus wirtschaftlicher Sicht bei Kreditausfall auch niemals einen Verlust erleiden.“ (Hörmann a.a.O., S. 7) Daher sind für die Banken nicht die Tilgungen der Kredite das Wesentliche, sondern die Zinseinnahmen. „Ziel der Banken ist es immer, Kunden möglichst lange in der Zinszahlungspflicht zu halten.“ (Weik/Friedrich: Der größte Raubzug, S. 28, 29)

Fazit

Die durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken weltweit praktizierte elektronische Geldschöpfung führt zur Vortäuschung von Zahlungsmitteln (Tauschgeld), die (mangels Identitätsmerkmal wie z.B. Seriennummern und fehlender gesetzlicher Grundlage) tatsächlich nicht vorhanden sind. „Dies stellt einen Missbrauch der internationalen Rechnungslegungsvorschriften dar. … Geld im Sinne gesetzlicher Zahlungsmittel (Geldscheine, Münzen oder Einlagen von Sparern) werden in diesem Zusammenhang überhaupt nicht als Kredite verwendet.“ Daher „handelt es sich bei der buchmäßigen Geldschöpfung der Geschäftsbanken auch nicht um Kredite im rechtlichen Sinne, da ein Kredit die „Verleihe eigener Mittel“ repräsentiert, diese „eigenen Mittel“ bei der Bank hingegen überhaupt nicht vorhanden sind, sondern bloß durch eine Falschbuchung vorgetäuscht werden.“ Folglich kann der Bank bei Kreditausfall auch kein wirtschaftlicher Schaden entstehen. (Vgl. Hörmann a.a.O. S. 10)

Aus all diesen Gründen muss die Geldschöpfung den Privatbanken entzogen werden. Dann sind Banken wieder auf das reduziert, was ihre eigentlich Aufgabe ist: Vermittler zwischen Sparern und Kreditnehmern zu sein. Dies wird auch von vielen fachlich kompetenten geldkritischen Bewegungen gefordert, wie z.B. die Monetative e.V. in Berlin und die Vollgeld-Initiative in der Schweiz. Wer das Recht auf Geldschöpfung ausschließlich haben soll, ob eine staatliche Notenbank oder ein Organ eines selbstverwalteten Wirtschaftslebens, muss indessen von einem umfassenderen gesellschaftspolitischen Gesichtspunkt aus beantwortet werden.  (hl)

 

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26 Kommentare
  1. Banken vergeben Kredite nur gegen entsprechende Sicherheiten. Die Mindestreserve ist heutzutage gar nicht mehr von Belang, restriktiv wirken sich die Eigenkapitalvorschriften aus (obwohl auch die lächerlich gering sind). Dass die Deckung nur eine vertrauensbildende Maßnahme darstellt (die man fürs Funktionieren eigentlich nicht braucht), hat jeder mit der problemlosen Abkopplung vom Gold, bzw. immer mehr vom Zentralbankgeld feststellen können. Dazu weiter unten noch mehr.

    Woher kommt denn eigentlich das Prinzip der „Schöpfung aus dem Nichts“? Haben Sie schon einmal irgendwo anschreiben lassen? In der Kneipe z.B., das Geld zuhause liegen gelassen: „Hey, Wirt, ich bin gerade nicht flüssig, aber bezahle das später, okay?“ Der Wirt wird kurz überlegen, ob Sie kreditwürdig sind und je nachdem, Ihnen Ihr Bier hinstellen oder Sie abblitzen lassen. Sie haben im ersten Fall die Ware „für Nichts“ (als ein Versprechen) erhalten. Wenn der Wirt Sie nicht so gut kennt, wird er eine Quittung / Schuldschein verlangen. Das selbe Prinzip wie bei einem Wechsel (https://de.wikipedia.org/wiki/Wechsel_(Urkunde) )
    Auf diesem Schuldschein steht jetzt ein Betrag und dass Sie diesen dem Eigentümer dieses Stück Papiers schulden. Kann der Wirt das Ding zum Begleichen seiner Schulden weiter reichen? Klar, sofern der Gegenüber akzeptiert. Sie sehen, worauf das hinausläuft?

    Die Betrugsgeschichte ist ein Märchen, das gern erzählt wird. Genau wie die Entstehung des Geldes „aus Gold“. Das Prinzip mit den sog. Wechseln hat es schon weit vor irgendwelchen Münzwährungen gegeben. Und Menschen haben sich schon immer Versprechen gegeben.

    Zinsen kassiert die Bank v.a. als Risikoprämie. Es ist reichlich seltsam zu glauben, sie steckte alle Kreditzinsen in ihre eigene Tasche. Auch eine Bank hat Ausgaben, z.B. die Gehälter ihrer Angestellten (über die man sich insbes. bei den Investmenthäusern vortrefflich streiten kann) und die Guthabenzinsen. Ein Teil fließt als Rücklagen ins Eigenkapital.
    Man kommt aber nicht umhin festzustellen, dass Zinsen umverteilt werden. Hieraus ein Fehlen bzw. einen Fehler im Geldsystems abzuleiten ist genauso wie bei Unternehmensgewinnen einen Fehler im Kapitalismus auszumachen, denn die fehlen ja auch irgendwo anders. Hier gibt es eine Erklärung aufgeschlüsselt über Buchhaltungskonten: https://sites.google.com/site/geldsysteminfo/kritik-an-der-kritik/fehlender-zins

    Franz Hörmann hat in seinem letzten Interview bei KenFM seine Zinskritik wiederholt. Zu dem Beispiel von mir befragt, schweigt sich der Buchhaltungsspezialist leider bislang aus.

    Es lohnt sich meist auch ein paar andere, eventuell sogar entgegen gesetzte Meinungen anzuhören und sich dann eine Meinung zu bilden. Meist haben die Kritiker auch ein Stückweit recht, dümmer wird man davon nicht 😉

    • Bernd Engelking permalink

      Die Bank streicht den Schuldzins ein, sagen wir als Risikoprämie. Doch wo ist denn das Risiko? Die Bank hat doch das Geld, welches sie verleiht, vorher gar nicht besessen. Ist es nicht auch als Gewinn zu bezeichnen, wenn man den Kredit trotzdem an die Bank zurückzahlt?
      Wir bezahlen Geld an die Bank, welches sie behauptet besessen zu haben.

      • Es gibt zwei Arten von Geldern, da wir ein hierarchisches Geldsystem haben. Giral- oder Buchgeld der Geschäftsbanken und Zentralbankgeld.

        Das Geld, was wir auf das Schuldenkonto zur Tilgung einzahlen, verschwindet in dem Augenblick wieder „ins Nichts“ – aus dem es gekommen ist.
        Der Wechsel-Inhaber wird bei Einlösung der Forderung das Stück Papier zerreißen, weg ist es.

        Das Risiko der Bank besteht darin, dass das neu geschaffene Giralgeld entweder abgehoben oder zu einer anderen Bank überwiesen wird. Dann muss sie in der Tat Zentralbankgeld transferieren. Und über das hat allein die Zentralbank die Oberaufsicht.
        Hier wird die Problemstellung sehr gut erklärt: http://norberthaering.de/haering/ueber_das_geld/Geld_aus_dem_Nichts_-_Privileg_mit_Hindernissen.pdf

      • Nur damit man mich nicht falsch versteht, das Geldschöpfungsprivileg ist ein erkleckliches Geschäft. http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Banken_Und_Andere_Finanzielle_Institute/Banken/GuV_Statistik/guv_tab8.pdf?__blob=publicationFile
        Die 3. Spalte „Zinsüberschuss“ deutet auf ungebrochen hohen „Gewinn“ trotz Krisenjahren und aktueller Niedrigzinsphase hin. Dafür musste lediglich die Bilanzsumme weiter aufgeblasen werden…
        Ich korrigiere: es handelt sich um ein vom Staat gedecktes oder zumindest toleriertes Monopol, dessen Abschöpfung von Gewinnen (gemeint ist die Höhe) so von der Gesellschaft nicht weiter toleriert wird.

      • Philosoph permalink

        @Bernd Engelking
        „Die Bank hat doch das Geld, welches sie verleiht, vorher gar nicht besessen.“
        Die Bank kann nicht einfach Geld aus dem Nichts schöpfen. Wenn der Kunde das Geld abhebt oder überweist, muss sie es haben. Natürlich nicht in der Kasse, aber auf dem Zentralbankkonto „Girokonten inländischer Banken“. Im übrigen hat sie die Aktiven, die das Geld, welches ja eine Schuld der Bank ist, decken.
        Wer glaubt, die Bank könne einfach einen Kredit vergeben, der nicht durch genug Sicherheit gedeckt ist, sollte die folgenden Überlegungen machen. Banken platzen genau dann, wenn die Sicherheiten an Wert verlieren. Im Aufschwung steigen die Werte, im Abschwung weiss man nie, wieviel sie nachher noch Wert haben. Wenn der Wertverlust die Höhe der Hälfte des Aktienkapitals übersteigt, winkt der Bankrott!
        Man muss und kann das Ganze auch einmal umkehren: All diejenigen, die ein Guthaben bei der Bank haben, leihen der Bank Geld, ihr Spargeld. So leiht auch der Hausverkäufer das Geld, das er aus der Hypothek des Käufers erhält, der Bank. Und was wäre, wenn der Hausverkäufer seine Hypothek nicht abbezahlt, sondern das Geld angespart hätte? Dann läge es auf der Bank. Und er wäre Kreditgeber der Bank mit diesem Geld, mit seinem Sparguthaben, währenddem auf der anderen Seite, der Aktivseite der Bilanz, die Hypothek weiterhin stünde. Was unterscheidet das denn davon, dass er seine Hypothek abbezahlt hatte und nun Geld braucht und eine Hypothek aufnimmt? Auf der Aktivseite steht nun die Hypothek wieder und auf der Passivseite sein Sparkonto, genau so wie es auch gewesen wäre, hätte er die Hypothek nie abbezahlt!
        Wer da noch immer behauptet, die Bank schöpfe „Geld aus dem Nichts“, muss obige offensichtliche Argumentation verneinen! Der Empfänger des Geldes bei der Kreditaufnahme (z.B. mittels Hypothek) ist also offensichtlich Kreditgeber der Bank!
        Gäbe es die Möglichkeit der „Verflüssigung“ von langfristig investiertem Kapital nicht, müssten viele Leute ihr Haus im Alter verkaufen, weil sie Bargeld benötigen, aber keinen Kredit bekämen! Das zeigt: Geldschöpfung aus dem Nichts ist Schlagwortdrescherei und Irreführung; Geldschöpfung ist Mobilisierung des (ins Haus im Laufe des Lebens) investierten Kapitals!

  2. Banken sind zentrale Herzstücke des kapitalistischen Wirtschaftssystems!
    Würden sie verschwinden,bräche der gesamte Kapitalismus wie ein Kartenhaus in sich zusammen; man denke an die Merkel´schen Äußerungen zum drohenden Zusammenbruch `Hypo Real Estate´ Diese Schlüsselrolle des System setzt sich n a t ü r l i c h auch auf der Ebene der Geldgenerierung fort, das eine “ Schöpfung durch die Null “ ist. Salopp gesagt: Hätten Sie auch nur einen Euro und eine Banklizenz, wären sie schlagartig mit formidablen Reichtümern ausgestattet. Die Banklizenz ist die Lizenz zur Anwendung des Nullmultiplikators. Eine 0 macht sie noch nicht reich, derer 100.000 machen sie aber schon zum Millionär. Ihr Problem ist nur, dass es sich um einen Club handelt, den sie äußerlich in seinen Regeln als Basel III auftretend kennen, nur ist der Zugang zu diesem Club äußerst konservativ geregelt – um es positiv zu formulieren. Nähme sie aber, weil sie Systemkonformität schwörten, der Club auf, stünde ihrem Milliardärsgebahren schon fast nichts mehr im Weg, denn mit dem durch die Aufsicht vergebenen Recht zum Einsatz der Null ist nach oben alles denk-und machbar. Wohl dem also, den der Club in den Kreis der Nullinge erhebt, er ist danach ein Geldgenerator und unterscheidet sich von den allermeisten Anderen durch Wachstumsraten (Einsatz der Nullen nach einer Zahl), von denen real Wirtschaftenden nur träumen können. Die wiederum träumen auch weiterhin den Traum der Bank als einem Ort, an dem bereits vorhandenes Kapital auf Nachfrage nach demselben trifft. Hier tut aufwachen bittere Not, da sich, wie die aktuellen Zahlen eindrücklich beweisen, die Schlinge um den Hals des Schlafenden immer enger zieht!

  3. Silvio permalink

    Hier noch sehr passend zum Thema. Zentralbanken manipulieren Aktienmärkte weltweit, obwohl sie rechtlich nicht dazu legitimiert worden sind…
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/22/wahnsinn-und-verzweiflung-zentralbanken-kaufen-in-grossem-stil-aktien/
    http://blog.markusgaertner.com/2014/06/18/jetzt-ist-es-amtlich-notenbanken-haben-wie-entfesselt-aktien-gekauft/
    http://omfif.createsend1.com/t/ViewEmail/j/AD679A12EEB1FB26
    http://www.zerohedge.com/news/2014-06-15/cluster-central-banks-have-secretly-invested-29-trillion-market

    „Der Bericht – der gestern Abend im Rathaus von London präsentiert wurde – trägt auf dem Deckel die Logos der DZ Bank und der Quantum Global Group. Er fußt auf der ersten umfassenden Analyse von 29,1 Billionen Dollar Wertpapier-Investments durch 400 öffentliche Institutionen in 162 Ländern. Diese haben addiert ein Anlagevermögen von 40% der Weltproduktion angehäuft. Die Notenbanken sind mit 13,2 Billionen Dollar, also 45,36%, mit im Boot.“

  4. Vielen Dank für den kritischen Kommentar zum Thema Geldschöpfung über Kredite. Auch die Erörterung, dass es sich dabei eigentlich nicht um Kredite oder Darlehen handelt finde ich sehr gut gelungen. Man sollte diesen Machenschaften definitiv kritische gegenüberstehen, allerdings kann man als Bürger ja wenig unternehmen. Im Endeffekt sind ja viele sogar auf Kredite angewiesen.

  5. Hat dies auf losloesung rebloggt und kommentierte:
    Das System Geld hatte sich gegenüber Mensch und Natur zunehmend entfremdet gehabt. Der Mensch als schöpferisches Wesen kann diesen Zustand ändern, sofern er sich dessen und auch seiner Schöpferkraft bewußt wird. Der Vorschlag einer generellen und unbürokratischen Umstellung auf ein den Gemeinsinn und die finanzielle Selbstbestimmung förderndes leistungs- und ressourcengedecktes Geld sowohl regional als auch global hatte bereits viele Anhänger gefunden gehabt.

    Es tut einfach gut, wenn sich der Nebel über uns lichtet und göttliches Licht unseren Geist erhellt. Wir hatten erkannt gehabt, daß wir alle bisher >unbewusst sprechendunbewusst handelnd< zu den schlimmen Umständen in dieser Welt beigetragen GEHABT hatten.

    Wir hatten erkannt gehabt, daß jede Alternative ohne die Einforderung von Natur- und Geburtsrecht, ohne Auflösung des Strohmanns fremder Interessen und des erdichteten Personenstandes, ohne eigene volle Rechtsfähigkeit sowie ohne Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse zum lebensfeindlichen Staat, zum fremden NAMEN und zum falschen Geld eben keine Alternative darstellen wird können. Bis zur Weisheit ist es eben noch ein gutes Stück Weg, aber mit Gelassenheit und Seelenruhe sowie Einsicht und Mitgefühl wird es gelingen wollen.

    • Auch das bestehende Geld ist grundsätzlich durch Leistung gedeckt. Wer falsch analysiert, kommt auch zu einem falschen Schluss. Das Problem ist ja nicht, dass das Geld nicht durch Leistung gedeckt wäre, sondern, dass das Sparen usw. eine Rückzahlung des Schuldgeldes verunmöglicht, weshalb der Staat dann einspringen muss. Und das tiefere Problem ist, dass der Staat sich vorfinanzieren muss, um überhaupt Eigentum gewährleisten zu können. Ohne Staat gibt es kein Eigentum. Diese ganze Problematik kann mit Ouroboros verglichen werden: Die Schlange beisst sich in den Schwanz. Dazu Dr. Paul C. Martin: „Heerscharen von Philosophen, Historikern, Soziologen und Ökonomen haben sich mit dem Phänomen des „Aufstiegs und Niedergangs“ beschäftigt, ohne auf den Kern des Problems zu stoßen, nämlich seine prinzipielle Unlösbarkeit.“.
      Warengeld kann dieses Problem zwar mildern, aber nicht ganz lösen. Also braucht man auch nicht erst ein leistungsgedecktes Geld zu erfinden, denn es gibt es eigentlich bereits. Darum mein Rat: Analysieren!

      • Ich hatte da auf den Unterschied des Schöpfungsaktes zwischen schuldenbasierendem und leistungsgedecktem Geld hinweisen wollen. Ein Analyst, der mit dem Herzen hatte sehen können, war leichter in der Lage gewesen auch mit den Augen anderer sehen zu können. Und die Sache mit dem Staat war ja auch nur Aberglaube gewesen. 🙂

        „Menschen, die die neue Gesellschaft aufbauen wollen, sollten ihr Dasein in einen Zustand bringen, in dem auf keinen Fall Geld zwischen ihnen in Umlauf sein sollte.“ (WISSARION)

  6. Wie Sir Arthur Charles Clarke in „Profile der Zukunft“ vorhersagte (kein ernstzunehmender Wissenschaftler hat es je gewagt, an seinen prophetischen Worten zu zweifeln), wird die Zeit kommen, „wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten (Politik und Wirtschaft) uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten.“ Mit der Korrektur unserer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform – und damit der Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus – wird diese Zeit anbrechen. Um sie hinauszuzögern und weiterhin mit Kinderkram beschäftigt zu bleiben, konstruieren studierte „Wirtschaftsexperten“ idiotische (ein Idiot ist jemand, der öffentliche und private Interessen nicht voneinander trennen kann) Gedankenexperimente bezüglich einer angeblichen „Geldschöpfung der Geschäftsbanken“, damit der wirkliche Fehler im „Geld, wie es (noch) ist“ (Zinsgeld) für alle, die sich von diesem Unsinn ablenken lassen, unverständlich bleibt, und damit das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ (Freigeld) gar nicht erst angedacht wird. Die von der Masse gewählten „Spitzenpolitiker“ lassen sich wiederum nur zu gern von diesem Unsinn zusätzlich verwirren, denn auch sie wollen sich weiterhin mit „theologischen Debatten des Mittelalters“ beschäftigen.

    Die Gedankenexperimente dieser „Experten“ beruhen auf der gedankenlosen Verwechslung von Geld (Zentralbankgeld = Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) und Ansprüchen auf Geld mit unterschiedlicher Fristigkeit („Geldmengen“ M1, M2, M3…), was ebenso unsinnig ist wie etwa die Addition der Büchermenge in einer Bücherei mit der Summe der Buchausleihungen. Wer heute „moderne Volkswirtschaftslehre“ studiert, muss diesen Unsinn unreflektiert übernehmen, oder er darf seine Klausuren nicht bestehen.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

  7. … wers etwas pragmatischer betrachten möchte : volksbanken sind dem mitglied verpflichtet …

    https://www.volksbank-buehl.de/aus-liebe-zur-region/prinzip.html

  8. Im Text fehlen eindeutig die Zentralbank und die Clearingstelle, wo Verbindlichkeiten der Privatbanken verbucht werden und diese wiederrum den Leitzins zahlen müssen.

    Die im Text beschriebene Kreditvergabe an Privatkunden oder Unternehmen ist im Grunde nicht die wirkliche Schweinerei. Die Banken verleihen sich untereinander Riesensummen, da kann man sich ausrechnen inwieweit diese mit einer Mindestsicherung von x% die Gesamtsumme hebeln können. Und diese Summe, wie bereits erwähnt, verleihen sie nicht, sondern legen diese in Fonds oder ähnlichen an.
    Sie geben das Kapital und ein anderer, meist in London oder den USA, bekommt dann das Stimmrecht. Mit dem Stimmrecht kontrollieren diese dann den Kapitalgeber…

    • Es geht doch nie um die Notenbankgeldmenge und ob diese gehebelt ist. Jede Firma gibt ihren Kunden 30 Tage Kredit, selbst wenn sie das entsprechende Geld nicht flüssig hat. Der Laden um die Ecke kauft beim Grosshändler seine Waren ein, verkauft sie und zahlt dann innert 30 Tagen mit diesem eingenommenen Geld den Kredit des Grosshändlers zurück.
      Jede Firma muss sich vorfinanzieren. Dr. Martin nennt das Kontraktschuld. Das heisst: weder die Zentralbank noch die Geschäftsbanken haben nennenswertes Eigenkapital. Jede Firma arbeitet mit Fremdkapital und hebelt damit die Eigenkapitalrendite (und natürlich schlimmenfalls auch den Verlust) – sogenannter Leverage-Effekt. Die Banken nehmen Kredit auf beim einen Kunden und finanzieren damit den Kredit an einen anderen (oder gleichen) Kunden, aber die Banken haben auch genug Geld in der Kasse um die Kredite auszuzahlen (siehe Bankbilanz aller Schweizer Banken per 31.12.13: http://tinyurl.com/n4wvcv5). Fast jeder Kredit ist durch ein Aktivum gedeckt, welches sich verkaufen und so zu Geld machen lässt.
      Der einzige (aber natürlich gewichtige) Vorteil, den die Banken geniessen, ist, dass das Geld üblicherweise im Bankensystem verbleibt. Beim Normalsterblichen ist das Geld weg, d.h., er kann darüber nicht mehr verfügen, wenn er es verleiht oder etwas kauft. Bei den Banken sieht das anders aus (ausser bei Bargeldbezügen). Wenn also die Banken in einen Fonds investieren (wie Sie ja schreiben), so zahlen sie das Geld auch tatsächlich ein (ob mit Notenbankgeld oder Giralgeld spielt noch nicht einmal eine Rolle). Dieses landet dann aber indirekt wieder in der/einer Bank. Deshalb sind die Banken auch grundsätzlich immer flüssig, ausser wenn sie die Aktiven zu hoch eingeschätzt haben.
      Da wir ja oben gesehen haben, dass sich auch die Banken vorfinanzieren müssen, brauchen sie immer die Spargelder (wie jede Firma Kredit benötigt). Wenn diese massenhaft bezogen werden, geht die Bank in die Binsen (wie der Handwerker um die Ecke, wenn ihm die Bank die Kreditlinie streicht). Sie kann dann nur noch ihre Aktiven verscherbeln oder verpfänden und daraus die von den Kunden gewährten Kredite (Kundenguthaben) bedienen. Wenn das Geld aus allen Banken abgezogen wird (Bankrun in allen Banken), bricht das ganze System zusammen, weil die Banken die Aktiven nicht mehr schnell genug veräussern können resp. die Preise und somit die Bankaktiven durch die Liquidierung crashen.
      Das Problem ist an und für sich also nicht die Hebelung, sondern die Macht. Hebeln können Sie Ihr Investment nämlich ebenfalls (siehe z.B. Devisenmarkt usw.). Nur haben Sie natürlich nicht dieselben Möglichkeiten wie die Banken.

      • Ich gehe immer davon aus, das tatsächlich Geld fließt. Auch wenn die Spareinlage vom Kunden bei der Zentralbank als Sicherung hinterlegt werden. Und diese dann über die Mindestsicherung gehebelt wird.
        Beim hebeln ist das größte Problem, sagen wir Beispielsweise der Hebel ist 100, wenn mit einer Anlage ein Verlust mit 2% erzielt wird, dieser mit 100 multipliziert wird. Also ein Verlust von 200% der Ausgangseinlage entsteht.

        So werden quasi auch Spareinlagen meist gehebelt. Und mir schwebt quasi ein recht grausames Szenario vor. Sagen wir ein Arbeiter von der Firma Zuk AG legt sein hart erarbeitetes Geld in Festgeld bei einer Bank an. Diese hebelt den Betrag seiner Spareinlage und gibt der eigenen Briefkastenfirma Bank Consult in Delaware ein Kredit über die 100fache Spareinlage.
        Diese legt das Geld in einem Fond an. Dieser Fond kauft sich dick bei der Firma Zuk AG ein und setzt in der Hauptversammlung dicke Strellenstreichungen durch und der Arbeiter wird arbeitslos.

      • Die Spareinlage ist ein Passivum, also eine Schuld der Bank und kann daher nicht als Sicherung bei der Zentralbank hinterlegt werden. Nur Aktiven können hinterlegt werden – und auch nur repofähige. Sie sehen also, Ihre Befürchtung der Hebelung einer Spareinlage ist damit unbegründet.
        Der Hebel liegt im Verhältnis Fremdkapital zu Eigenkapital. Der Hebel kann also nicht 100 sein: Das Fremdkapital liegt üblicherweise bei ca. 10 : 1 (wie bei vielen grösseren Firmen überhaupt – bei kleineren liegt er eher bei 5 : 1, also 80 % Fremd- zu 20 % Eigenkapital). Der Geldschöpfungsmultiplikator wurde hier http://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/ von Dr. Meyer widerlegt (siehe auch seine Kommentare weiter unten): „Erst wenn die Wirtschaft entsprechend Vermögenswerte geschaffen hat, kann die Notenbank resp. das Bankensystem dagegen eine „Quittung“ Geld emittieren.“ Am Anfang steht also grundsätzlich die Wertschöpfung und nicht das Geld – Ausnahme: die berühmten Staatsanleihen, welche allerdings normalerweise handelbar sind und somit einen Marktwert haben… (Dieses Problem wird in meinen Webseiten vertieft behandelt.)
        Ein Risiko kann natürlich generell entstehen, wenn eine Bank Aktiven zu hoch beleiht – also wenn z.B. Wertschriften Ihrer beispielhaft genannten Briefkastenfirma zu hoch beliehen sind.
        Diese Schattenbanken sind auch mir ein Dorn im Auge, wie auch Derivate und ausserbilanzielle Geschäfte generell ihre undurchschaubaren Risiken aufweisen. Aber darum ging es ja in der grundsätzlichen Diskussion auch nicht.

  9. Rainer permalink

    Zinsen sind Abgeltung für die Ausweitung/Verdünnung der Fiat-Geldmenge. Es bekommen aber nicht die geschädigten Bargeldbesitzer als Opfer das Geld sondern die Banken.

  10. Die Geldschöpfung der Banken – Lizenz zum legalen Betrug? | FASSADENKRATZER
    fitflop Chaussures http://www.epsilog.com/forum/fitflop.php/

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