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Gehört der Islam zu den Fundamenten europäischer Kultur? Begriffsverwirrungen eines Historikers

20. Juni 2016

Wissenschaft schützt vor Torheit nicht, insbesondere dann, wenn historische Ereignisse mit undifferenzierter Begrifflichkeit erfasst werden. Am 12.5.2016 sagte der Berliner Mittelalterhistoriker Michael Borgolte zu Focus-online:

„Der Islam gehört zu den Fundamenten europäischer und deutscher Kultur. … Muslimische Gelehrte im Mittelalter (haben) ganz wesentlich dazu beigetragen, das Wissen über griechische Philosophie  und Naturwissenschaften zu erhalten und ins lateinische Europa zu übertragen. Ob in Bagdad oder im muslimischen Spanien: Islamische Gelehrte haben die Texte der griechischen Philosophen und Denker in die Volkssprache übertragen und von dort wurden sie ins Lateinische übersetzt. Ohne den Islam keine Scholastik, keine Universitäten und keine Wissenschaft in unserer heutigen Form.“ 1

Hier wird der Islam mit Teilen der arabischen Kultur des Mittelalters verwechselt. Beide haben ganz verschiedene Ursprünge und waren sogar starke Gegensätze: Der Islam hat seinen Ursprung im Koran Mohameds, die parallel dazu verlaufende arabische Wissenschaft geht auf die in der persischen Akademie von Gundischapur gepflegte griechische Philosophie und Naturwissenschaft zurück; sie gründet also nicht im Islam. Dass die Gelehrten dieser Wissenschaftsströmung – unausweichlich – zugleich Muslime waren, macht ihre Wissenschaft nicht islamisch.

Parallele polare Strömungen

Als der römische Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert im Rahmen seiner allgemeinen Entrechtung aller Nichtchristen und Ketzer auch die platonische Akademie von Athen schloss und allen lehrenden Philosophen das Gehalt entzog, wanderten diese letzten Träger des griechischen Geistes nach Gundischapur im Westen Persiens, wo sie vom Perserkönig Chosrau I. in seine berühmte Akademie aufgenommen wurden. Die dort gelehrte spirituelle zarathustrische und indische Weisheit, erhielt so eine bedeutende Ergänzung durch die vorchristliche griechische Weisheit und nachchristliche neuplatonische Gnosis. Die Schriften Platos, alchemistische, astronomische und medizinische Werke und die naturbeschreibenden Schriften des Aristoteles wurden, wie zuvor schon z. T. in Edessa ins Syrische, nun ins Persische und auch ins Arabische übersetzt. Die Weisheit der Akademie von Gundischapur war auf eine weite Verbreitung angelegt. Es entwickelte sich z. B. eine erstaunliche medizinische Wissenschaft mit modern anmutenden Krankenhäusern, deren Heilkünste große Berühmtheit erlangten.2  Parallel dazu entstand in Medina in Arabien der aggressive Islam.

„Beispiellos wuchtig bricht die islamitische Bewegung aus. In Sturmeseile braust sie (binnen 90 Jahren) von Arabien durch Syrien, Palästina, Kleinasien, Ägypten, Nordafrika. Wie ein ungeheuer großer Halbmond, dessen Spitzen Konstantinopel und Frankreich berühren, klammert sich der Islam um Europa herum; in dieser Gestalt, die sein heiliges Symbolum ist, auch sein Wesen offenbarend: Schlackenbruchstück zu sein der althebräischen Religion.“ 3

Diese fanatisch-rauschhafte Unterwerfungsreligion unter einen fernen allmächtigen Willen, der in den widerspruchsvollen, unsystematischen Offenbarungen eines ungelehrten Kameltreibers universelle Geltung beanspruchte, war der reine Gegenpol zu den kühlen, besonnenen Vernunft-Wissenschaften der Akademie von Gundischapur, die erst im Anfange ihrer Ausbreitung standen. Indem der Islam in den heißblütigen Seelen der semitisch-arabischen Welt zündete und sich stürmisch ausbreitete, zogen die Wissenschaften der persischen Akademie zwar allmählich nach, fanden aber die meisten Seelen von ihrem religiösen Antipoden besetzt vor.

Ausbreitung des Wissens und islamischer Widerstand

Zwischen 635 und 641 eroberten die Araber Damaskus, Jerusalem, Alexandria und Gundischapur. Doch der Usurpator des Kalifenstuhls, der Begründer der Omaijaden-Dynastie Muavia (656-680), der die Residenz nach Damaskus verlegte, öffnete in religiös laxer Weise der hellenistischen Wissenschaftsströmung Gundischapurs bis zu einem gewissen Grade die Tür. Und sein Enkel Chalid ben Jezid ben Muavia ließ in großem Stil hellenistisch gnostische Wissenschaftswerke aus dem Griechischen, Syrischen und Persischen ins Arabische übersetzen. Fast das ganze Werk des Aristoteles, die vorsokratische und spätgriechische Philosophie, der Neuplatonismus, ein Teil des Platon, Pythagoras, Hippokrates und Ptolemäus befanden sich in den Händen arabischer Gelehrter, bevor im Abendland etwas davon bekannt war.

Als der Kalif Al Mansur von der Abbasiden-Dynastie (754-775), der Gründer der neuen Residenz Bagdad, im Jahr 765 schwer erkrankte und seine Ärzte keinen Rat mehr wussten, holte man den Direktor der medizinischen Akademie und des Krankenhauses von Gundischapur, den syrischen Arzt ben Batischua, und al Mansur war schnell geheilt. Dies öffnete der persisch-hellenistischen Wissenschaftsströmung vollends die Tore in die arabische Kulturwelt.4

Die Übersetzung ins Arabische brachte allerdings eine gewisse Verfälschung mit sich. Indem man die griechische Gedankenkunst in die arabische Sprache presste, wurde sie in den entscheidenden Denkformen gewandelt. Das abstrakt-logische, nach außen gerichtete Verstandesdenken der Araber konnte das Spirituelle der griechischen und gnostischen Schriften kaum erfassen. So entwickelte sich eine ganz auf das Materiell-Physische gerichtete Naturwissenschaft, die sich fast ausschließlich auf das mathematisch Erfassbare und die Erfahrung der Sinne beschränkte.

Nach der Gründung von Bagdad kam der Islam an den Mauern von Byzanz und dem Schwert Karl Martells in Südfrankreich zum Stillstand. Und es spielten sich im Inneren des Arabertums mehr geistige Kämpfe zwischen den beiden Strömungen ab: der religiösen Gesetzes-Offenbarung Mohameds, die sich in eng-orthodoxe Strömungen und offenere Sekten aufgliederte, und der Wissenschafts-Strömung. „Die rechtgläubigen Moslems verachteten das Studium der heidnischen Wissenschaften als ein todwürdiges Verbrechen wider den Koran.“ 5 Doch der Kalif Al Mansur, ihr geistliches Oberhaupt und Stellvertreter des Gesandten Allahs, der ungeheuer beeindruckt von seiner eigenen Heilung war, liebte und förderte die heidnischen Weisheiten und Wissenschaften. Binnen weniger Jahrzehnte wurde Bagdad gleichsam geistige Welthauptstadt, die weithin ausstrahlte. Zahlreiche wissenschaftliche Bildungsstätten sprossten auf. Die von Al Mansur gegründete Akademie von Bagdad zählte bis zu 6.000 Schüler und Lehrer.

Einen beispiellosen Gipfelpunkt erreichte diese kulturelle Entwicklung  der arabischen Kultur unter den Kalifen Harun al Raschid (786-809) und Al Mamun (813-833), die Großes für die Wissenschaften und Künste, für Zivilisation und Wohlstand leisteten. Kalenderberechnungen, Ausmessungen der Erde nach Meridianen, Berechnungen der Mondphasen erfolgten, botanische Gärten wurden angelegt, Optik, Chemie, Anatomie, Chirurgie gelehrt, das Prinzip der Camera obskura entdeckt, die Physik des menschlichen Auges genau beobachtet, eine erste Uhr gebaut und der Blutkreislauf des Menschen beschrieben.

„Alle diese Herrscher ließen Schulen, Hochschulen, Bibliotheken, Krankenhäuser, Laboratorien, astronomische Observatorien errichten. Scharen von Gelehrten sandten sie auf Staatskosten in ferne Länder bis nach China und Schleswig-Holstein, um geographische, astronomische, botanische und naturwissenschaftliche Studien zu machen. Vor allem aber ließen sie alle irgend erreichbaren griechischen, persischen, indischen, ägyptischen Wissenschaftswerke unter großen Opfern aufkaufen oder gelegentlich von Friedensschlüssen von den Byzantinern ausliefern. Weitaus die meisten philosophischen und wissenschaftlichen Werke der Griechen und Hellenisten wurden jetzt ins Arabische übersetzt, wobei die mit Astrologie und Alchemie verbundene Medizin bevorzugt wurde.“ 7

Al Mamun schränkte den Islam gewissermaßen ein, indem er in einem 832 erlassenen Edikt den nach orthodoxer Auffassung göttlichen und ewigen Koran gar für zeitlich geschaffen, also für bloßes Menschenwerk erklärte. „Ein späteres Dekret verfügte, dass niemand als Zeuge oder Richter fungieren dürfe, der sich nicht öffentlich zu diesem Dogma bekannt habe.“ Für etliche Jahrzehnte wurde dadurch die Orthodoxie zurückgedrängt und die Vernunft über den Koran gestellt.

Doch die Reaktion folgte bald. Al-Murawakkil, der 847 den Thron bestieg, machte alle liberalen Dekrete rückgängig. Die Ewigkeit des Korans wurde wieder gesetzlich eingeführt, die Sekte der Schiiten geächtet und jeder Ausdruck andersartiger Ansichten in Literatur und Philosophie verboten. Jahrzehnte später nahm die Reaktion mildere Formen an, und immerhin nahmen einige strenggläubige islamische Theologen „tapfer den Fehdehandschuh der Logik auf und schickten sich an, die Wahrheit des überlieferten Glaubens mit Hilfe der Vernunft zu beweisen.“ Sie wurden die Scholastiker des Islam, welche die gleiche Versöhnung des religiösen Dogmas mit den griechischen Wissenschaften unternahmen wie Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert bei der christlichen Religion. Doch vielen Strenggläubigen gefiel nicht, dass der überlieferte Glaube dem Verstand unterworfen wurde und hielten sich an den Wahlspruch „Glaube, ohne nach dem Wie zu fragen.“ In Bagdad verlor das „Ferment der Philosophie“ (Durant) seine Wirksamkeit und trat nur noch an kleineren Höfen in Erscheinung.

Allmählich starben Philosophie und Wissenschaften im Osten aus. Und es setzte im 9. Jahrhundert eine politische Entmachtung der Kalifen ein. Der Titel beschränkte sich nur noch auf die Würde des geistlichen Oberhauptes aller Gläubigen. Seit dem 8. Jahrhundert waren Turkvölker eingesickert, die, dem griechischen Denken fremd, bestrebt waren, den islamischen Glauben, den sie angenommen hatten, mit dem Schwert zu retten. Sie bildeten Palastgarden an allen islamischen Höfen, und ihre Führer wurden Statthalter und übten die politische Macht aus. Die staatliche Leitung ging ab 936 auf einen türkischen Oberemir über.

Aufstieg der Wissenschaften im Westen

Doch indem die Wissenschaftsströmung im Osten versiegte, stieg sie im Westen immer mehr auf und drang über Nordafrika und Spanien nach Frankreich, Deutschland bis nach England vor, um allmählich die Grundlage der modernen materialistischen Naturwissenschaft zu bilden. In Spanien gipfelte die Gesamtheit der arabischen Wissenschaft in der gewaltigsten Gestalt aller arabischen Philosophen, in Ibn Roschd, genannt Averroes (1126-1198), und seinem Schüler Musa ben Meimun (Maimonides ca. 1135-1204), die sich im wesentlichen auf den genialen Avicenna (980-1037) stützten. Die islamischen Herrscher in Spanien ließen die Philosophen weitgehend gewähren, die ihnen ihre Rechtgläubigkeit beteuerten. Averroes wurde die einflussreichste Gestalt der arabischen Philosophie.

Er fasste in einem Kompendium die gesamte arabische Heilswissenschaft zusammen, verfasste zu jedem Hauptwerk des Aristoteles nach einer Zusammenfassung einen je eingehenden Kommentar, schrieb eigene Werke über Logik, Physik, Psychologie Theologie, Recht, Astronomie und Grammatik. Seine Enzyklopädie der medizinischen Wissenschaft stand bei den christlichen Universitäten, ins Lateinische übertragen, lange in Gebrauch. Zu seiner Zeit wurde überhaupt die gesamte arabische Wissenschaftsliteratur ins Lateinische übersetzt und nach West- und Mitteleuropa getragen.

Doch die strenggläubigen Muslime hielten nicht ständig still. 1150 befahl der Kalif Mustandschid in Bagdad, alle philosophischen Werke des Avicenna zu verbrennen. 1194 ließ der Emir von Sevilla alle Werke des Averroes mit Ausnahme einiger naturwissenschaftlicher Schriften verbrennen, untersagte seinen Untertanen das Studium der Philosophie und hieß sie, alle philosophischen Werke, denen sie je begegnen sollten, ins Feuer zu werfen.

„Diese Anweisungen wurden von dem Volke eifrig befolgt, da es sich gegen Angriffe auf einen Glauben, der ihm die liebste Tröstung in einem geplagten Leben war, heftig empörte. Etwa zu dieser Zeit wurde Ibn Habib hingerichtet, weil er sich mit Philosophie befasste. Nach 1200 wich der Islam allem spekulativen Denken aus. Mit sinkender politischer Macht suchte das Muselmanentum immer mehr die Hilfe von Theologen und Anwälten der Strenggläubigkeit. Diese Hilfe wurde gewährt, aber auf Kosten des unabhängigen Denkens.“ 9

Scholastik

Auch auf die Scholastik hat nicht der Islam, sondern die arabische Auslegung des Aristoteles einen starken Einfluss ausgeübt. Die wissenschaftlichen Lehren des Averroes darüber wurden ja gerade von Vertretern des Islam in Spanien verfolgt und verboten. Averroes selbst starb 1195 verarmt in Marokko. Seine Schriften aber waren längst nach Italien und Frankreich gelangt, wo sie an den Universitäten gelehrt wurden. In Paris gehörten sie bereits in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts zum festen Bestandteil des Lehrangebotes.

Dort fanden sie Albertus Magnus und dann sein Schüler Thomas von Aquin, die beiden größten Gestalten der christlichen Scholastik, bereits vor, als sie dort ihre Lehrtätigkeit aufnahmen. Als Angehörige des Dominikaner-Ordens waren sie schon vorher mit den seelenbeschreibenden, logischen und metaphysischen Schriften des großen Griechen vertraut, die nicht den Weg der naturbeschreibenden über die arabische Übersetzung gemacht hatten, sondern schon bald nach dem Tode des Aristoteles (322 v. Chr.) durch seinen Schüler Theophrastus nach Rom gebracht und in den Besitz der Dominikaner gelangt waren.10  So hatten die Dominikaner eine wache Sensibilität für die arabischen Abweichungen vom ursprünglichen Geist des Aristoteles.

Averroes lehrte, dass der intelligente Geist des Menschen Teil einer einheitlichen, universellen Intelligenz sei, in die alle Menschen eingetaucht seien. Wenn sie sterben, ziehe sich der Leib aus diesem allgemeinen Verstande zurück und der intelligente Geist des Menschen löse sich wieder in der allgemeinen Geistigkeit der universellen Vernunft auf. Eine Unsterblichkeit des Menschen im Sinne eines individuellen Weiterdauerns nach dem Tode gebe es nicht. Was dauere, sei nur die Allseele, die Allgeistigkeit, die universelle Intelligenz, also das, was allen Menschen gemeinsam ist. Das Gefühl vom kosmischen Ursprung der Ideen ging aber in dem ganz auf die Sinneswelt gerichteten Intellektualismus des arabischen Denkens immer mehr verloren. Auch viele europäische Denker übernahmen die Auffassung, was der Mensch von den Dingen in seinem Denken erfasse, seien nur Abstraktionen, die Ideen seien nur Formeln, Namen (nomen), mit denen er die Dinge ordne und zusammenfasse (Nominalismus), die aber selbst keine Realität außerhalb des Menschen hätten.

Dagegen wandten sich mit aller Schärfe insbesondere die Dominikaner, an vorderster Front Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Sie machten geltend, dass die Intelligenz natürlich universell, in allen Menschen einheitlich sei, jeder Mensch sich aber als eine Individualität erlebe und erkenne, die sich durch innere Aktivität mit der universellen Intelligenz verbinde, dadurch in seiner Individualität wachse und nach dem Tode weiterlebe. Die Ideen – damals Universalien genannt – seien nicht bloß Namen, sondern real in der Welt gegründet. Thomas unterschied:
1. Vor der Schöpfung der Dinge bestehen die Universalien in der göttlichen Vernunft
(universalia ante res).
2. Dann strömen sie aus und verdichten sich zu den je verschiedenen Einzeldingen, in
in denen sie wirken (universalia in rebus).
3. Von dort erfasst sie der Mensch in seiner Vernunft, in der sie rein anschaubar werden    (universalia post res).

Für Thomas von Aquin waren die Ideen also nicht Namen und subjektive Ordnungsstrukturen, sondern geistige Realitäten, die in den Dingen verborgen liegen. Sie seien es, welche die Welt konstituieren, und deren verborgenen Wirkungen wir denkend auf die Spur kommen können. Die arabisierte Lehre des Aristoteles wurde von den christlichen Scholastikern als Entstellung mit allen Kräften bekämpft.

Diese gegensätzlichen Strömungen: auf der einen Seite der Mensch als vorübergehender Ausdruck einer universellen Intelligenz und auf der anderen Seite als dauernde Individualität, die sich mit der universellen Intelligenz aktiv verbindet, sowie die polaren Auffassungen vom Ideen-Realismus einerseits und dem Nominalismus der Ideen andererseits sind bis heute wirksam und durchziehen, bewusst oder unbewusst, als Folgewirkungen die Auseinandersetzungen des wissenschaftlichen Denkens wie auch das persönliche Vorstellen vieler Menschen.

Fazit

Es ist also nicht der Islam, der zu den Fundamenten europäischer und deutscher Kultur, der Scholastik und der Wissenschaften in unserer heutigen Form gehört, sondern die arabisierte Form griechischer Philosophie und Naturwissenschaft. Die auf die Koran-Offenbarungen Mohameds aufbauende dogmatische Gesetzesreligion des Islam war und ist im Grunde wissenschaftlich steril. Sie erkennt prinzipiell die menschliche Vernunft und daraus entstehende Wissenschaften als unabhängige Wissensquelle neben den göttlichen Offenbarungen überhaupt nicht an. Die Ausbreitung dieser frühen ins Arabische transformierten Wissenschaften griechischen Ursprungs fand gegen den Widerstand der gesetzestreuen Vertreter des Islam und nur in dem Maße statt, in dem islamische Kalifen ihr aus persönlichen Gründen Raum gaben. Und der Islam hat dieser arabischen Wissenschaftskultur in den islamischen Ländern nach 1200 schließlich auch ein Ende bereitet, bis heute.

Genauer betrachtet, hat die arabische Interpretation der griechischen Weisheit auch ein stark einseitiges Element in die Fundamente der europäischen Kultur hineingebracht, indem sie die Naturwissenschaft bis heute materialistisch verengte, die Wissenschaft zum großen Teil in ein nominalistisches Fahrwasser trieb und an die Wurzel der Individualität die nagende Vorstellung legte, dass sich der menschliche Geist nach dem Tode wieder auflöse.
—————————————
1   Focus-online 12.5.2016
2   Vgl. Sigismund von Gleich: Entwicklungslinien im Hinblick
auf den Impuls von Gondi-Schapur, Stuttgart 1966, S. 21 ff.
3    a. a. O., S. 24
4    a. a. O., S. 25 ff.
5    a. a. O., S. 28
6   Durant Kulturgeschichte der Menschheit, Köln 1985, Bd. 5, S. 506
7   Sigismund von Gleich a. a. O., S. 29
8   Durant a. a. O., S. 508
9   Durant a. a. O., S. 597
10   Berthold Wulff in Jan Pohl (Hrsg.): Die Welt des Islam, 1989, S. 60

20 Kommentare
  1. hubi Stendahl permalink

    „Offenbarungen “

    Vielen Dank für diesen richtigstellenden und fundamentierten Artikel. Mir scheint der Hinweis wichtig, dass alle „Offenbarungs-Religionen“ letztlich unter den gleichen Krankheitssymptomen leiden. Denn erst die „Offenbarungen“ machen die 3 monotheistischen Religionen mit ihren Absolutheits -/ und Ewigkeitsansprüchen so eminent gefährlich. Ungeachtet der Tatsache, dass die Schriften des Islam einen besonders hohen Eroberungscharakter zeigen. Ausgenommen hiervon die Gnosis der Frühchristen, deren Fundamente weit vor die Zeit Jesus zurückreichen und aufgrund des philosophischen Charakters mit den o.e. Religionen nicht vergleichbar ist. Sie braucht keinen
    „Erlöser“ wie der Katholizismus, das Judentum und der Islam. Auch Jesus hat sich der Gnosis zugewandt und ihm neue Impulse verliehen, die bis heute Gültigkeit besitzen. Er hätte sich nie als „Erlöser“ feiern lassen, zu dem, der die Gnosis mordende Katholizismus, ihn gemacht hat. Heute würde er wohl eher als Reformer des Judentums bezeichnet werden, würde man endlich beginnen, die Geschichte um Moses, den Beginn des Privatkapitalismus, unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten, um die Thora richtig zu deuten.

    Diametral hierzu steht die Entstehung des Islam. Der nur deshalb eine solch schnelle Verbreitung finden konnte, weil er das Dunkle im Menschen vorzüglich bediente. Genial für einen Kameltreiber ist dabei die Idee, die Eroberungswünsche mit 2 bereits vorhandenen Religionen zu einer dritten zu verschmelzen, um mit schnellerer Akzeptanz seine Eroberungs – Ziele zu erreichen.

    Zusammenfassend kann man in aller Kürze sagen:

    Das monotheistische Judentum entstand aufgrund des Gangs in den Privatkapitalismus und den damit verbundenen ungelösten Problemen zyklischer Zusammenbrüche (wie heute noch). Der Katholizismus und der Islam entstanden aufgrund des Ausdehnungsanspruchs der Macht des römischen Reichs bzw. eines einzelnen geisteskranken Kameltreibers.

    2008 durfte auch der Mainstream noch die Wahrheit schreiben:

    http://www.welt.de/kultur/history/article1679339/Mohammed-Vom-Kaufmann-zum-Propheten.html

    • rzz permalink

      Mainstream hat noch nie die Wahrheit geschrieben, selbstverständlich auch damals nicht. Das ist nur eine andere Version des Märchens, die lediglich ein anderes Publikum bedienen soll.

      Damals waren Geheimdienste und Intriganten genauso aktiv wie heute, durch diese Linse muss man das Ganze betrachten. Vatikan hat das durchaus gefallen, dass da Konkurrenz für die Orthodoxe Kirche entsteht. Natürlich hat man auch entsprechend „nachgeholfen“, das war damals nicht anders. Auch Konstantinopel wurde dank Hilfe von ungarischen Kanonenbauern weich geklopft, welche im Auftrag Roms dort waren.

      Außerdem war Kaaba als Religionszentrum schon vorhanden. Unter den Hauptgottheiten dort war auch eine Göttin Allat, die Halbmond und Stern als ihr Zeichen hatte. Im Prinzip die lokale Version von Ishtar/Isis… Zufälle gibt’s.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Lat

      Es geht halt nichts über eine gute Vorlage 😉 Dreimal kneten, mit lokal passender Ideologie würzen und zack, schon hat man eine neue Bewegung am Start. So sind wahrscheinlich die meisten mal entstanden.

    • rzz permalink

      Nachtrag: Gnostizismus ist älter als der Christentum und hat damit nichts zu tun. Viel mehr ist es aus der Sicht der Christen Häresie, weil es die Grundlagen des Glaubens verdreht. Jesus war ganz klar kein Gnostiker und verneint den Gnostizismus explizit.

      Gnostiker sind grundsätzlich Luziferaner (Gnosis ist ja die selbst erreichte „Erleuchtung“, das „gottgleich-werden“ – eine Sünde im Christentum), bei denen ist die Schlange im Garten Eden der wahre Gott und der christliche Gott ist der „Demiurge“, die Seele ist bereits göttlich und in der „gefallenen“, falschen Welt des Demiurgen gefangen usw.

      Gnostiker erwarten keine Erlösung aus einem simplen Grund – das geht gar nicht. Deren Erlösung ist die vollständige Zerstörung der materiellen Welt zur Befreiung der „göttlichen“ Seele aus der Gefangenschaft.

      In der ursprünglichen (Orthodoxen) Kirche gibt es zwar eine Art „Heiligwerden“ (Theosis), das ist aber explizit keine Gnosis.

      Kapitalismus gab es schon lange vor Torah (bzw. Tanach, Torah ist nur ca. ein Drittel davon), schon in Sumer und Babylon wurden Zinsschulden alle 7 Jahre verziehen. Bei den Juden war das auch bereits im babylonischen Talmud geregelt und hatte nichts mit Religion zu tun, das war ein rein weltliches Gesetzbuch:
      http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Judaism/FullTalmud.pdf

      • hubi Stendahl permalink

        @FZZ

        Zitat: „Kapitalismus gab es schon lange vor Torah (bzw. Tanach, Torah ist nur ca. ein Drittel davon), schon in Sumer und Babylon wurden Zinsschulden alle 7 Jahre verziehen. Bei den Juden war das auch bereits im babylonischen Talmud geregelt und hatte nichts mit Religion zu tun, das war ein rein weltliches Gesetzbuch:“

        Das ist zwar korrekt. Jedoch hat erst Moses ( falls er tatsächlich so hieß ) mit seinen Gesetzen ein halbwegs lauffähiges kapitalistisches System auf die Beine gestellt und als Zwangsreligion installiert, was vorher, trotz Löschung von Schulden im 7-Jahres – Rhythmus in Babylon nicht der Fall war. Hier wurde eine Mischung aus ägyptischem Urkommunismus und Kapitalismus betrieben.

        Beiden ist inhärent, dass sie für die zyklischen Zusammenbrüche letztlich keine Lösung fanden und auf Götter zurückgreifen mussten, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.
        Heute sind wir mehr denn je verblendet und haben den Archetyp „Gott“ oder „JHWE“ oder „Allah“ ins kollektiv Unbewusste übernommen, so wie wir kollektive Erinnerungen speichern, die die jeweilige Kultur nach dem Vielheitsprinzip ausarbeitet. Siehe Kunst, Gebäudetechnik u.s.w..

        Sie auch Prof. Gustav Ruhland unter vergessene-buecher.de:
        und Jan Asmmann zum kulturellen Gedächtnis

        Im Gegensatz zu Ihnen, ist es den meisten Zeitgenossen durch Umerziehung aber zu lästig, sich in der Tiefe mit diesen Zusammenhängen zu beschäftigen, um endlich die „Erleuchtung“ zu bekommen, dass die „Götter“ nichts anderes als Archetypen sind, wie C.G. Jung sie beschrieb und auch die vermeintlich „Aufgeklärten“ im Unterbewusstsein beeinflussen.

        PS.: Wenn Sie sich mit den Nag Hammadi Schriften beschäftigen, werden Sie irgendwann feststellen, dass JESUS sehr wohl Gnostiker im Sinne des Wortes war, und die bereits existierende Gnosis lediglich weiterentwickelte. Es ging ihm stets um Kultur und nicht Natur. Dazu muss man aber von der Vorstellung runter, dass der Himmel irgendwo im Kosmos ist.
        Die Erkenntnis, dass wir Geld nicht mit Zinsen verbinden dürfen, hatte er nicht über ein VWL Studium erschlossen, ebensowenig wie das Wissen um quantenphysikalische Zusammenhänge, die er oft mit „Wer Ohren hat, der höre“ zur Aufmerksamkeitserhöhung unterstrich. Etwas, was eine besondere Schwäche der westlichen Gesellschaften darstellt.

      • KUNO permalink

        @ rzz

        Ihre Meinung zum Irrsinn des BGE halte ich für gut.
        Weniger gut ist Ihre Vermutung, Jesus sei kein Agnostiker gewesen.
        Doch das war er, denn er bezeichnete sich selbst als „Sohn Gottes“.
        Die christlichen Kirchen sehen heute in Jesus unseren Gott schlechthin.
        Und diese Selbsterhöhung ist auch der Grund für den Hass der Moslems auf die Christen.
        Denn diese verehren den Gotteslästerer Jesus. Hätte es vor zweitausend Jahren bereits Mohammedaner gegeben, wäre Jesus von diesen zwar nicht gekreuzigt, aber enthauptet worden.
        Zum Glück trat der Religionsstifter und Kriegsherr erst über 500 Jahre später auf den Plan.
        Und seitdem kommt keine Ruhe mehr in die Völker. Das ist ein ewiger Unruheherd, seit der Eroberung und Unterwerfung Spaniens durch diese militaristische Religion.
        Gut, nach der Befreiung Spanien durch christliche Freiwillige unter der Fahne des Papstes schlug die katholische Kirche geopolitisch zurück durch den Marsch auf Jerusalem.

      • rzz permalink

        Hallo Kuno,

        Von „Gnostiker“ war die Rede, nicht von „Agnostiker“.

        Agnostiker vertreten die Meinung, dass Gott nicht mit dem rationalen Verstand begreifbar ist.

        Das hat mit Gnostizismus nicht zu tun, Beschreibung siehe oben. Jesus war definitiv kein Gnostiker, da Gnostizismus ziemlich genau das Gegenteil vom Christentum ist und gegen alles geht, wovon Jesus in den Evangelien spricht.

        Ich rede außerdem durchgehend vom ursprünglichen Christentum, heute als Orthodox bekannt. Das Katholizismus etc. davon abgewichen sind, ist ja bekannt, spätestens seit die Stelle des Papstes als „Vertreter Gottes“ erfunden wurde. Im Westen wurde Christentum schon sehr früh politisch übernommen und instrumentalisiert, das sollte jedoch nicht die ganze Religion samt allen Lehren in Frage stellen.

      • rzz permalink

        @ Hubi: bitte lesen sie im Talmud, siehe Link oben – da gibt es ganze Kapitel zum Thema Zinsen, Schulden, was/wann darf man damit machen etc., samt Beispielen als Anleitung. So einfach wie sie es darstellen, war es sicher nicht. Auch damals hat man schon die gleichen Probleme gehabt und darüber philosophiert, nach Lösungen gesucht etc.

        Für die damalige Zeit wurde dann die Lösung erreicht – sowohl Christentum als auch Islam verbieten Wucher. Sogar im oben verlinkten Talmud wird Zins unter Juden verboten und bei andersgläubigen nur nach strikten Regeln erlaubt und gehandhabt.

        Wurde später von den Mächtigen dieser Welt alles abgeschafft, wie man sehen kann… sogar Vatikan betreibt heute eine Bank, die in der Form von der Bibel verboten wird.

      • rzz permalink

        @ hubi, eins noch – Nag Hammadi habe ich auch in meiner Bibliothek, jedoch ist das nur eine wirre, in sich kontroverse Zusammenstellung gnostischer und auch fremder Schriften, von einer recht extremen Sekte zusammengestellt. Der Stellenwert als historisches Dokument ist meines Erachtens gleich Null, es ist lediglich interessanter Lesestoff.

  2. KUNO permalink

    Das ist wirklich eine idiotische zeitgeistige Behauptung, dass der juden- und christenfeindliche
    Islam zur abendländischen Kultur gehöre.
    Sollen die christlichen Verteidiger Europas, die die Türken vor den Toren Wiens stoppten, umsonst gestorben sein?

    • rzz permalink

      Sie werden das hoffentlich nicht für ein Versehen halten? Es gibt keine Zufälle in der Geopolitik. Die Herrscher-Kaste liebt totalitäre Ideologien, umso mehr wenn diese sich zu Religionen entwickeln. Kontrolle und Unterdrückung frei haus, machen die Schäfchen dann selbst.

      Zu Konstantinopel schrieb ich schon oben, ohne Hilfe aus dem Westen wäre die Stadt nicht gefallen.
      Weiter geht’s, Balkan war vor den Türken komplett Illyrisch/Slawisch. Das heutige Albanien wurde dann viel später künstlich aus Nordafrikanern und einem mongolischen Söldnerstamm aus klein-Asien „hergestellt“, damals hat Italien die ganze Truppe von Sizilien dorthin „verlegt“.
      Die „Bosnischen Moslems“ wurden von Habsburger-Monarchie als eigenes Volk erfunden, um das Jugoslawische Volk zu spalten.
      Das heutige Nordgriechenland (heißt ja witzigerweise immer noch Mazedonien) wurde unter britischer Regie durch eine halbe Mio. „Flüchtlinge“ aus heutiger Türkei vor/im ersten Weltkrieg neu besiedelt, nachdem die mazedonischen Slaven dort vertrieben oder massakriert wurden. Und es geht im heutigen Mazedonien weiter, welches demnächst auch gefährdet sein könnte, etc.

      Der Plan wird schon seit Jahrhunderten nach und nach umgesetzt, Südeuropa soll „dunkler“ und am besten muslimisch werden (und somit vollkommen beherrschbar, siehe Anmerkung zu Kontrolle oben). Islam ist ein Spielzeug des Empire, höchst wahrscheinlich auch von denen erfunden.

      So mein heutiger Informationsstand, bitte „nur“ als meine Meinung betrachten. Belege habe ich für vieles nicht, lediglich Indizien und Erzählungen.

      • rzz permalink

        Ein Zusatz noch: nicht, dass ich Bibel oder Tanach für „echter“ als Koran halte – soll nicht falsch rüber kommen. Beim Christentum sehe ich jedoch eine Ausnahme, im Sinne dass grundsätzlich Frieden und „liebe deinen Nächsten“ die Grundlage des Glaubens bilden.

        Hier zu betonen, ich rede nicht von der jeweiligen Institution Kirche oder der ganzen Bibel, sondern grundsätzlich von der Botschaft, die durch die Zitate von „Jesus“, echt oder nicht, in den Evangelien propagiert wird. Dort steht im Gegensatz zu den anderen zwei so was wie „liebe deinen Nächsten“, „bete für deine Feinde“, „…auch ein Heide wird in den Himmel kommen, wenn er handelt wie es dem Vater lieb ist“ etc. Es ist eine inklusive

        Was die Kirche und Adel (Beispiel die Medicis in Vatikan, die daraus am Ende ein Bordell gemacht haben) später daraus gemacht haben, war natürlich ein ganz anderes Thema. das betrifft leider fast alle Religionen weltweit, kaum eine ist den eigenen Grundsätzen treu geblieben. Heute sind an der Stelle die großen „Finanzmächte der Märkte“, wer auch immer dahinter im Schatten steckt. Wahrscheinlich die Nachkommen der Nachkommen der früheren „Macher“ (siehe z.B. Medicis oben), die nur die Erscheinnungsform angepasst haben, so sagt es zumindest meine Logik.

      • rzz permalink

        Noch ein Zusatz, um nicht missverstanden zu werden: die meisten Albaner stammen heute trotz der erwähnten Beimischung vom einheimischen illyrischen Volk, das Thema ist Nebensache. Das oben erwähnte Vorgehen betrifft die Gründung des heutigen Staates, als (evtl. koloniales?) Staatskonstrukt. Man könnte es mit Syrien heute vergleichen, das Ergebnis könnte ähnlich werden, wenn es für den Staat (also Assad-Regierung) schief laufen sollte.

        Ich erwähne immer wieder Balkan, weil das ein relativ zeitnahes und nachvollziehbares Ereignis war. Balkan hat man über einige Jahrhunderte von einem rein europäischen Volk in ein halb-orientalisches Verwandelt, alles gaaaaaanz langsam Stück für Stück abgeknabbert und gemischt, gemischt, gemischt. Damals musste man noch mit Gewalt vorgehen, heute geht das sogar meist mit bereitwilliger oder auch lethargischer Zustimmung.

  3. KUNO permalink

    @ rzz

    Pardon, da hatte ich die Agnostik, die mir bekannt ist, mit der Gnostik verwechselt, von der ich jetzt zum erstenmal erfahre.

  4. Über die Entstehung des Islam, sein Wesen im Vergleich mit dem Judentum und Christentum, seine geistige Rolle in der Vergangenheit und seinen Verfall in der Gegenwart berichtet aus geistiger Sicht der aktuelle Beitrag im Blog erzengelmichaelblog.wordpress.com.

  5. Cato permalink

    Karl Marx: Religion ist Opium fürs Volk!

    • rzz permalink

      Karl Marx war erstens ein Aristokrat (Nachkomme der Familie Philips, mit der adligen Jenny von Westphalen verheiratet) und zweitens ein bekannter Agent der Finanzoligarchie, der den drohenden echten Republikanismus unterwandern und zerstören sollte.

      Und jetzt erklären Sie mir bitte, worin genau sich Kommunismus (oder auch Faschismus) von einer Religion unterscheidet? Also bis auf die bewusst nicht vorhandene menschliche Moral, die von einer Religion mitgeliefert wird und von -ismen eben nicht.

  6. Christophorus permalink

    @Hubi Stendahl et al.

    Wo hätte sich Jesus Christus „der Gnosis zugewandt“? Er hätte sich „nie als Erlöser feiern lassen“? Wie kommen Sie darauf, erst der Katholizismus habe Ihn dazu gemacht?

    Die Gnosis glaubt dem alten luziferischen Versprechen, „Ihr werdet sein wie Gott“, wir könnten uns gottgleich machen durch Erleuchtet-werden. Darauf basieren auch der Buddhismus und die heute recht exoterisch auftretende Esoterik inkl. der Freimaurerei. Religiöses Fundament ist die Götterwelt des Alten Orients, bes. Ägyptens.

    Die Thora und der Tanach bzw. das Alte Testament beschreibt den dauernden Kampf – militärisch-politisch wie geistig – des Gottes der Juden, dann auch der Christen, Jahwe, mit Seinem auserwählten Volk gegen den Einfluss der heidnischen Religion.

    Gott wurde von der Gnosis zum Demiurgen verniedlicht wie Jesus Christus später vom Islam zum „nur-Propheten“ Isa.
    Man kann Gott nicht ganz verleugnen und weist Ihm stattdessen ein Plätzchen am Katzentisch der eigenen Ideologie zu, der eigenen arroganten Klügelei, die auf heidnischen Wurzeln basiert, der Griechen hier, später Araber dort.

    Die Göttlichkeit Jesu Christi ist keine Erfindung des Katholizismus, sondern Bestandteil des AT in christlicher Sicht: Gottes Wort (= Jesus Christus) erschuf die Welt, „lasst UNS Menschen erschaffen nach unserem Ebenbild“, Gott Vater, Sohn (Messias) und Heiliger Geist treten im AT auf und werden in über 300 Prophezeiungen im NT bestätigt, bis in alle Einzelheiten, etwa dass die Mörder um die Kleider des Gekreuzigten würfelten usw.

    Lesen Sie das NT noch einmal, bes. die vier Evangelien, die alle im 1. Jahrhundert beendet wurden und glauben Sie späteren Interpretationen nur, wenn es dafür einen wichtigen Grund gibt. Denn zeitgenössische Berichte genießen prinzipiell einen Vorrang an Glaubwürdigkeit gegenüber dem, was sich weit später zusammengereimt wird; z.B. im Koran, der die christliche Trinität vollkommen irrig und ignorant darstellt: die Christen glaubten an Vater, Sohn und Maria!

    Nachdem die Thora und Bibel zuerst als Gottes Wort anerkannt wurde, ohne den wahren Namen Allahs, was nur „Gott“ heißt, jemals zu nennen, wofür die 99 Attributs-Namen KEINEN Ersatz liefern, um nicht enthüllen zu müssen, dass der oberste Gott der alten Kaaba damit gemeint war (Hubal) – stellt Allah die biblische Trinität so falsch dar, wie es nur einem allzumenschlichen funktionellen Analphabeten des 7. Jahrhunderts unterlaufen konnte, der ja aber auch sonst ganz viel durcheinanderwirft in seiner Abschrift des AT, einer schlechten Kopie i.A. des alten Nachmachers und Diabolos, der der Vater der Lüge ist und nur das eine Ziel hat, die Menschen von der Nachfolge Jesu Christi abzuhalten oder abzulenken, wie auch immer, durch Religionen oder Philosophien oder Esoterik.

    Jesus Christus sagt: Ich Bin der Weg und die Wahrheit und das Leben – und keiner kommt zum Vater außer durch Mich.

    Liebe philosophisch Interessierte, wenn Sie nicht nur darin suhlen wollen, die alten Fragen immer wieder neu zu stellen und „neue Begündungszusammenhänge“ herzustellen, ohne jemals in Wahrheit einen Schritt weiterzukommen, dann müssen Sie suchen, wo die absolute Wahrheit ist, nicht ihre wissenschaftsgläubige Relativkopie.

    Die Wahrheit werden wir absolut erst nach dem Tod erkennen, wenn das wahre Leben beginnt, bei Jesus Christus Selbst, Der das Alpha ist und das Omega, Der die Tür ist zu den Schafen, d.h. zum Himmelreich in Ewigkeit, amen.

    Er ist die Liebe zur Weisheit, aber bei Lebzeiten auf Erden müssen wir den Weg zu Ihm finden durch Glauben, um dereinst wissen zu dürfen. Die verbleibenden Zweifel zu überwinden, ist die Hürde dabei. Gott kennt unser Herz und zeigt uns den Weg, wenn wir denken UND beten.
    Letzteres zu lernen, das ist die Prüfung in dieser Welt: auf unseren Gehorsam, ob wir dem Wort glauben, ohne nur auf unser menschliches Wissen zu vertrauen, das arrogant ist wie die erste Sünde, sein zu wollen wie Gott Selbst, Der uns erschaffen hat in der Freiheit, Ihm zu glauben oder nicht, aber Der uns allezeit beisteht, wenn wir nur glauben wollen, vermöchten wir es zuerst auch nicht recht:

    Klopfet an, so wird euch aufgetan.

    Um das Wort besser zu verstehen und nicht glauben zu müssen, was oft so fälschlich dem Katholizismus in die Schuhe geschoben wird, der so manches verbrochen hat, hieran, an der Idee der Gottgleichheit des Sohnes, aber gerade keine „Schuld“ trägt, höre man den besten lebenden deutschsprachigen Bibelkenner, Roger Liebi, wie er uns in die Bibel einführt:

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