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Das Rätsel der Auferstehung

16. April 2017

Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist das zentrale Ereignis des Christentums. Darüber wird vielfach oberflächlich hinweggegangen. Der Apostel Paulus formuliert radikal: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist all unsere Predigt und euer ganzer Glaube sinnlos.“ 1 Das Wesentliche des Christentums ist daher nicht die Lehre, sondern diese Tat des Mensch gewordenen Gottes, die er als Voraussetzung zur Erlösung aller Menschen aus dem Verstrickt-Sein in das materielle Dasein und den Tod vollbracht hat. Wer die Auferstehung Jesu nicht begreifen und anerkennen kann, verfehlt das Eigentliche des Christentums; und was er sonst noch davon glaubt, ist nach Paulus „hohl und nichts wert“. Diese Tatsache ernst genommen, trennt auch unter den heutigen Theologen viel Spreu vom Weizen.

Auferstehung bedeutet die Auferstehung mit und im lebendigen physischen Leibe, der zuvor gestorben war – etwas nach aller bisherigen menschlichen Erfahrung Unmögliches. Die Jünger konnten es daher auch nicht fassen, als er auf einmal in ihre Mitte trat. Sie hielten ihn für einen Geist, ohne den physischen Leib. Jesus musste sie nachdrücklich darauf aufmerksam machen:

„Betastet mich und seht mich an: Eine Geistererscheinung hat kein Fleisch und kein Gebein, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Füße.  Als sie es vor lauter Überraschung und Erstaunen noch nicht fassen konnten, sprach er: Habt ihr etwas zu essen hier? Und sie gaben ihm ein Stück Fisch und eine Scheibe Honig. Und er nahm und aß vor ihren Augen.“ 2

Der Evangelist Johannes schildert ergänzend, dass auch Thomas, der nicht dabei gewesen war und an der Wahrheit zweifelte, ein nächstes Mal von Jesus überzeugt wurde:

„Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sprach: Friede sei mit euch! Und dann sprach er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und bleib nicht starr in deinem Herzen, fühle vielmehr im Herzen meine Kraft! Da sprach Thomas zu ihm: Du bist der Herr meiner Seele, du bist der Gott, dem ich diene. Und Jesus sprach zu ihm: Weil du mich geschaut hast, hast du meine Kraft in dir gefunden? Selig sind, die meine Kraft im Herzen finden, auch wenn ihr Auge mich nicht sieht.“ 3

Also Christus macht selbst geltend, im lebendigen physischen Leibe vor ihnen zu stehen. Doch das Mysteriöse ist, dass er allgemein den Menschen nicht physisch wahrnehmbar war, sondern nur dem weiteren Kreis der Jünger sichtbar wurde und auf die gleiche geheimnisvolle Weise wieder verschwand, wie er zuvor – bei verschlossenen Türen – gekommen war. Ein lebendiger physischer Leib, der unsichtbar durch verschlossene Türen kommt, sichtbar wird, materielle Speise isst und wieder verschwindet – das ist das für viele Menschen schwer oder nicht Verständliche, das der Verstand nicht anerkennt, weil er es mit den Gesetzen der Naturwissenschaft nicht in Einklang bringen kann.

Hier gilt kein Ausweichen. Von der Lösung dieses Rätsels hängt der ganze geltend gemachte Sinn des Christentums ab. Zunächst drängt sich die Frage auf, ob wir überhaupt das, was wir gemeinhin physischer Leib nennen, tief genug verstehen und mit unserem gewohnten Verständnis nicht zu sehr an der materiellen Oberfläche kleben.

Der physische Leib

Unser gewöhnliches Bild vom physischen Leib begnügt sich mit der Vorstellung, dass er eben vollständig aus physischen, d.h. mineralischen Stoffen bestehe. Nach dem Tode eines Menschen können wir verfolgen, wie sein physischer Leib den Elementen der Erde übergeben wird und seine Stoffe in die Auflösung übergehen. Aber wir haben es nicht nur mit zerfallenden Stoffen zu tun,

sondern zugleich mit einem allmählichen Zerstören der menschlichen Form des Leibes. Diese gehört ganz wesentlich zum physischen Menschenleib dazu. Die physischen Stoffe sind aus der Natur entnommen und kehren in diese zurück. Sie könnten von sich aus jedoch niemals eine menschliche Form annehmen. Darauf hat Anfang des vorigen Jahrhunderts Rudolf Steiner mit logischer Stringenz hingewiesen. Wer von einer zufälligen allmählichen Zusammenfügung des materiellen Stoffes zur Form des Menschen spricht, redet von einer nicht nachweisbaren Behauptung, einem Aberglauben.

Es ist und muss während des Lebens eine geistige Formgestalt vorhanden sein, welche die physischen Stoffe und Kräfte verarbeitet und in sich aufnimmt. So wie der plastische Künstler keine Statue zustande bringen kann, „wenn er Marmor oder irgendetwas anderes nimmt und wüst darauf losschlägt, dass einzelne Stücke abspringen, sondern wie der plastische Künstler den Gedanken haben muss, den er dem Stoffe einprägt, so ist auch für den Menschenleib der Gedanke vorhanden.“4

Aber anders als beim Künstler, der den Gedanken der Form in seiner Seele trägt, handelt es sich um einen realen, sozusagen substanziellen göttlichen Gedanken in der Außenwelt, ein formendes Kraftgewebe, in das die physischen Stoffe gebracht werden. Genauer: Sie werden in die Form eines gedanklich vorgeprägten differenzierten Organzusammenhanges hinein verdichtet, der von einem Lebenskräftegewebe durchdrungen und zum Leben und ständigen Stoff-Wechsel aufgerufen wird.

Die sinnlich natürlich nicht wahrnehmbare Formgestalt „gehört zum physischen Leibe dazu, es ist der übrige Teil des physischen Leibes, ist wichtiger als die äußeren Stoffe; denn die äußeren Stoffe sind im Grunde genommen nichts anderes als etwas, was hineingeladen wird in das Netz der menschlichen Form, wie man Äpfel auf einen Wagen lädt.“ 5 Der physische Leib ist im Grunde „ein Kraftleib, der ganz durchsichtig ist. Was das physische Auge sieht, sind die physischen Stoffe, die der Mensch isst, die er aufnimmt, und die dieses Unsichtbare ausfüllen. Schaut das physische Auge einen physischen Leib an, so sieht es in Wahrheit das Mineralische, das den physischen Leib ausfüllt, gar nicht den physischen Leib.“ 6

Der Auferstehungsleib

Der durchsichtige Kraftleib war wohl die Gestalt des physischen Leibes, wie ihn der Paradieses-Mensch trug. Die Vertreibung aus dem Paradies auf die Erde bedeutete, dass sich die reine Form immer mehr mit physischer Materie auffüllte, die Erde betrat und den sinnlich geöffneten Augen physisch sichtbar wurde. Doch damit war auch eine allmählich immer mehr zunehmende Zerstörung der ursprünglich reinen Formgestalt verbunden, an deren Ende der Tod steht. Durch ihn wurde der Mensch erlösungsbedürftig. Die Erlösung konnte nur darin bestehen, dass Christus den Tod dadurch überwand, dass er die reine Formgestalt des physischen Leibes des Menschen der Zerstörung durch den physischen Stoff entzog und in Reinheit wiederherstellte.

Damit werden die oben zitierten Evangelium-Szenen verständlich. Christus erschien den Jüngern in der durchsichtigen, von Lebenskräften durchzogenen reinen Formgestalt des physischen Leibes, die von allen irdischen Stoffen befreit war. „Nur durch die Kraft des Beisammenseins mit dem Christus“ konnten ihn die Jünger übersinnlich in diesem Formleibe sehen, erklärt Rudolf Steiner aus seiner eigenen geistigen Forschung dieses Phänomen, „denn er erschien im Geistleib, in dem Leibe, von dem Paulus sagt, dass er sich wie ein Samenkorn vermehrt und übergeht in alle Menschen.“ 7

Und in dem durch die Wunden an diesen Stellen besonders zusammengezogenen Lebenskräfte-Gewebe, „da waren zur Sichtbarkeit gebracht diese Wundmale, waren besonders dichte Stellen, so dass auch der Thomas fühlen konnte, dass eine Realität da ist.“ Auch habe durch die Macht des Christus eine Auflösung der genossenen irdischen Speisen unmittelbar durch die Lebenskräfte, ohne Mitwirkung stofflicher Organe erfolgen können.8

Die Auferstehung Christi im physischen Leibe ist die Auferstehung der wiederhergestellten geistig-physischen Formgestalt, die das Eigentliche des physischen Leibes ausmacht. Sie benötigt der Mensch, um an ihrem Spiegel immer mehr sein helles Ich- und Welt-Bewusstsein zu entwickeln. In der durch den Sündenfall den zerstörerischen Todeskräften anheimgefallenen Form wäre dies immer weniger möglich gewesen. Darauf gründet sich der Osterjubel, den auch Goethe in seinem „Faust“ den Chor der Engel ausrufen lässt. Christ ist erstanden / Aus der Verwesung Schoß. / Reißet von Banden / Freudig euch los!“

Daran kann jeder Mensch – wie könnte es anders sein – in dem Maße teilhaben, in dem er sich durch die Verbindung mit Christus immer mehr würdig macht, ein Abbild dieses Auferstehungsleibes des neuen Adams „anzuziehen“, wie es der Apostel Paulus formuliert.

Der Auferstandene heute

Das Erscheinen des Auferstandenen vor Menschen, wie es das Neue Testament schildert, ist kein einmaliges historisches Ereignis. Christus selbst hat vielfach seine „Wiederkunft“ vorausgesagt, die in den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, den Apostel-Briefen und in der Apokalypse des Johannes von den verschiedensten Seiten beschrieben wird. Das kann auch gar nicht anders sein. Denn Christus hat nicht für wenige, sondern für alle Menschen den Tod besiegt. War es damals Gnade für die Christus nahestehenden Zeitgenossen, ihn in der Auferstehungsleiblichkeit wahrzunehmen, so muss es in der Zukunft Ergebnis der durch die Weiterentwicklung auftretenden Erkenntnis-Fähigkeiten von immer mehr Menschen werden.

Seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat eine wachsende Zahl von Menschen individuelle Begegnungen mit dem auferstandenen Christus bekundet. Man kann ihre Echtheit bezweifeln. Aber viele sind von eindrucksvoller Intensität und haben tief in das Schicksal dieser Menschen eingegriffen. Die Dunkelziffer solcher Erfahrungen wird weitaus höher sein, da oft aus Angst, verspottet zu werden, wenig Neigung besteht, anderen davon zu erzählen. Besonders häufig waren solche Erlebnisse während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, also in schweren Krisenzeiten, in Situationen der Not, Verzweiflung, Einsamkeit und Ausweglosigkeit. Von den Erlebnisberichten, die Hans-Werner Schroeder gesammelt hat9, seien hier einige wiedergegeben.

Im Gefangenenkeller

Der dänische Schriftsteller Hans Heltoft schrieb 1946 in der Chronik der Kopenhagener Zeitung „Morgenbladet“ über sein Erlebnis in einem deutschen Gestapogefängnis.

In einem modrigen Keller sind 500 Gefangene aller Nationalitäten mit Mattenflechten beschäftigt. Ein Aufseher tritt ein und prügelt einen Russen aus einem nichtigen Anlass zu Tode, schlägt immer weiter auf den leblosen, blutigen Klumpen ein. „Jeden Schlag spürten wir Gefangenen an unserem eigenen Körper… ´Es ist genug`, rief ein polnischer Gefangener außer sich. ´Es ist genug´, wiederholten wir alle mit dumpfer Stimme… In demselben Augenblick trat Jesus in den Keller. Ich gehöre der Kirche nicht an und hatte Jesus nie zuvor gesehen. Und doch kannte ich ihn und merkte auch, dass auch die anderen ihn erkannten… Sein ganzer Eindruck ging einfach über unsere gewohnte Begriffswelt hinaus. Das einzige, was mir heute klar ist, ist das, dass dieser Jesus ein Etwas war, das ich nicht beschreiben kann, und doch zugleich ein gewöhnlicher Mensch. Und trotzdem ich außerhalb der Kirche stehe, muss ich sagen: ´Es war das Allergrößte, das wir je erlebt hatten und je erleben können.`

Und nun geschah gleichzeitig mit dem Eintreten Jesu folgendes: Der modrige Kellerraum wurde ganz verwandelt … über den Keller legte sich ein Farbton von Hellrot und Blau, und dazu breitete sich eine Sphäre aus, die einem das Gefühl des Friedens gab… Der Raum bis zur Decke schien mir so groß zu sein, dass man eine ganze Scheune hätte hineinbauen können … Jesus sah uns nicht an … er betrachtete nur den zerschlagenen Menschen zu seinen Füßen. Sein Gesicht strahlte eine Liebe aus, die nicht mit Worten ausgedrückt werden kann… Er beugte sich über den Russen und küsste ihm sanft die blutige, angeschwollene Wange.

Der Mann, den wir für tot gehalten hatten, öffnete das eine Auge. Das andere war vom Blute zugeklebt. Als er Jesus erblickte, leuchtete sein misshandeltes Gesicht in kindlicher Freude auf. Mit großer Mühe streckte er die eine Hand Jesus entgegen. Jesus nahm sie in seine beiden Hände, indem er sich ein wenig vorbeugte. Es war so unbeschreiblich schön, dass wir anderen unwillkürlich mit einem stillen Lächeln dastanden – auch der Aufseher.

Da sank der Russe zusammen, und der unsagbare schöne Ausdruck, der über der ganzen schimpfierten Gestalt gelegen hatte, verschwand. Jesus legte sanft die Hand des Russen an den Körper zurück und ging aus dem Keller. – Sofort war alles wieder wie zuvor.“ 10 

In einer Berliner Stadtbahn

Heinrich Vogel schrieb im Leitartikel der Berliner Tageszeitung „Neue Zeit“ vom 19.11.1947 einen Bericht, den er im Bewusstsein der Ungeheuerlichkeit seines Unternehmens mit den Worten begleitete: „Ich wollte … nur eine kurze Geschichte erzählen, deren Wirklichkeit der Leser am Schluss so leicht bezweifeln kann, dass ich sie vorsichtshalber nur eine Legende nenne.“

In einer Berliner Stadtbahn sitzen drei Männer und eine Frau beisammen. Vogel sitzt als Fünfter etwas abseits in der Ecke. Die Rede ist von der deutschen Schuld. Der erste Herr versichert, er habe sich immer nur um sein Geschäft gekümmert; er habe von nichts gewusst; er sei immer völlig unpolitisch gewesen. Die Frau ergeht sich in einer Sturzflut unflätiger Schimpfworte: ob es denn jetzt viel besser sei? … Wenn es einen Gott im Himmel gäbe, könnte er sowas nicht zulassen … Man solle sich an die Anstifter halten … Der zweite Herr meint: Unsere einzige Schuld ist, dass wir nicht Selbstmord gemacht haben, dass wir zu den Überlebenden gehören. Nun überschrien sich auch die beiden ersten Sprecher zustimmend: „Ja, ja, das ist die Wahrheit, so ist es!“

„Und da geschah mitten in die Stille hinein, die diesem einmütigen Ausbruch folgte, etwas überaus Seltsames, so ungeheuerlich und unbegreiflich, dass ich es fast nicht zu erzählen wage, weil es mir doch niemand glauben wird. Wenn ich berichte, was ich nun hörte, ja, und sehen musste, dann wird man sagen: Du dichtest und phantasierst, und obendrein so, dass man die Absicht merkt und verstimmt wird! Das darf mich aber nicht hindern, getreulich zu berichten, dass der Vierte (der dritte Herr), eine unscheinbare ärmliche Erscheinung, um die meine stille Frage die ganze Zeit über wie um ein Geheimnis kreiste, den Mund öffnete und auf eine unbeschreibliche, unwidersprechbare Weise nur fragte: ´Ist denn keiner schuld? – So muss ja Gott schuld sein` – und dann, nach einem Schweigen, fügte er hinzu: ´Ich bin schuld!`

In demselben Augenblick sah ich seine Hände und erkannte mit unbeschreiblicher Bestürzung, dass sie durchbohrt waren und die im Bahnhofslicht sichtbar werdenden dunklen Nägelmale blutrot leuchteten. Er stieg aus. Jener hagere ´Überlebende` aus der Ecke und ich folgten. Der Mensch, der die Schuld auf sich genommen hatte, war unseren Blicken plötzlich entrückt. Ich musste den Weggenossen anreden und sagte zu ihm nur: ´Haben Sie ihn auch erkannt?` Er antwortete: ´Ja, er ist der einzige Unschuldige.`“ 11

Im russischen Kohlenschacht

1951 in Workuta im nördlichsten Anthrazit-Revier der Sowjetunion, etwa 100 km südlich des Eismeeres und etwa 120 km westlich der Nordausläufer des Urals, im Schacht Nr. 1, genannt „Kapitalnaja“. Der Berichtende, Wolfgang Strauss, war dort als politischer Häftling.

„Ostergottesdienst unter Tage, in einem Kohlenschacht von Workuta am russischen Eismeer …, hinter dem Stacheldraht des Gulag. Ein Querschlag zwischen zwei Flözen war unsere Kirche. Wie kleine gelbe Punkte brannten die Grubenlichter an den Kumpelhelmen vor einer Ikone, die ein litauischer Häftling gemalt hatte. Düster und kalt war es in diesem Gebetssaal in gut 8 Meter Tiefe. Es roch nach Moder, Methangas, nassen Klamotten, Urin, ausgemergelt schweißtriefenden Häftlingsleibern, nach verwesenden Streckenbalken.

Doch es war Osternacht, und in mir war es hell. Um mich standen Kameraden und Genossen einer Leidensarmee, fast lauter Bauernköpfe. Plötzlich kam von hinten ein Mann und stellte sich neben mich. Ich wandte mich nicht um zu ihm, und doch hatte ich das Gefühl: Dieser Mann ist Christus, der Auferstandene. Schrecken und Neugier bemächtigten sich meiner, Seele und Körper überflutende Freude. Ich blickte auf meinen Nachbarn. Er hatte ein Gesicht wie alle anderen, die Augen ein wenig nach oben gerichtet, aufmerksam und still, aufmunternd lächelnd. Auch mich streifte sein Lächeln. Die Lippen geschlossen, aber nicht zusammengepresst. Die Hände gefaltet. Und gekleidet war er wie alle anderen Grubenarbeiter.

Wie kann denn der Christus sein, überlegte ich. Ein so ganz und gar einfacher Mensch? Unmöglich. Ich wandte mich ab. Aber kaum hatte ich seinem strahlenden Hungergesicht die Seite zugekehrt, als mich sofort wieder das Gefühl überkam, Christus und kein anderer stände neben mir. Abermals gab ich dem inneren Zwange nach, ihn anzusehen, und erneut erblickte ich sein Gesicht, das allen Gefangenen ähnelte, dieselben traurigen Züge. Züge eines Bekannten und doch Unbekannten. Als ich mich nach einem Vaterunser in 100 Sprachen erneut umwandte, war er verschwunden, der fremde stumme Kumpel. Ich suchte ihn noch lange, draußen in den Baracken, in der Kantine, im Umkleideraum, unter den Duschen, beim Zählappell und vor dem Lagertor. Doch ich habe ihn nie wiedergesehen. Er war verschwunden.

Seit jener Grubennacht weiß ich, dass der Glaube weltliche Gestalt annimmt. Am Ostertag begegnet uns Christus, nicht nur in anderen Menschen. Der Gekreuzigte und Auferstandene wandelt unter uns. Ich kann es bezeugen.“ 12

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1   Erster Korinther-Brief Kapitel 15, Vers 14
2   Lukas-Evangelium Kap. 24, Vers 36-44
3   Johannes-Evangelium Kap. 20, Vers 26-29
4   Rudolf Steiner: Von Jesus zu Christus,
Gesamtausgabe (GA) Nr. 131, Dornach 1974, S. 150
5   a.a.O. S. 151
6   a.a.O. S. 152
7   a.a.O. S. 187
8   Rudolf Steiner im Vortrag vom 9.1.1912 in GA-Nr. 130,
Dornach 1977, S. 223 f.
9   Hans-Werner Schroeder: Von der Wiederkunft Christi heute, Stuttg. 1991
10   a.a.O. S. 224 f.
11   a.a.O. S. 289 f.
12   a.a.O. S. 234 f.

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75 Kommentare
  1. Zombienation permalink

    Materie ist kondensierter Geist. Der Geist ist somit der primäre Aggregatzustand der geordnet und lokal erscheinenden Materie. Im Bose-Einsteinkondensat wird dieser, der Alltagslogik widersprechenden Aggregatzustand sichtbar. Die Quelle dieses Geistes ist das, was wir Gott nennen. Jesus war einer, das das erkannt hat und nutzen konnte: „Selig sind, die meine Kraft im Herzen finden, auch wenn ihr Auge mich nicht sieht.“ und „Das Reich Gottes ist inwendig in Euch und überall um Dich herum; Nicht in Gebäuden (= Kirchen) aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, Hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden.“

  2. Loki permalink

    Danke für diesen Text zum Rätsel der Auferstehung.

    Eine Anmerkung dazu:
    Jesu Grab war nach der Auferstehung leer!
    Das bedeutet, wenn man tiefer in der Fassade stochert, dass Jesus Christus seinen fleischlichen Körper in seinen Geistleib überführte, diesen Fleischesleib also verwandelte/ins Himmelreich mitnahm.

    Genaueres steht im 15. Kapitel des 1.Korintherbriefes, z.B.
    1.Kor.15,44: Es wird gesät ein natürlicher Leib, und es wird auferstehen ein geistlicher Leib.
    oder 1.Kor.15,51:
    Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.

    Gelobt sei Jesus Christus, der Wegbereiter.

    • Michaela Wolff permalink

      @ Loki: “ Jesu Grab war nach der Auferstehung leer!“

      Ich glaube, dass im Felsengrab ein Prozess stattfand, wodurch der materielle Leib von dem physischen Kraftleib ausgesondert wurde, und dass der materielle fleischliche Körper beim Erdbeben ins Innere der Erde gelangte. Beim Erdbeben wurde der Boden des Felsengrabes eine Weile geöffnet. Es klaffte ein Spalt im Boden, der sich wieder schloss. Der materielle Körper fiel hinein. Der Spalt schloss sich wieder. Der Stein rollte fort, und der Wind legte die Tücher zusammen.
      Der Auferstandene wurde nicht sofort durch Maria von Magdala erkannt. Sie meinte zuerst, es sei der Gärtner. Sie hatte den materiellen fleischlichen Jesus kurz zuvor noch leibhaftig gesehen.
      Den hätte sie sofort wiedererkannt. Der physische nicht mehr materielle lebendige Körper bzw. diese lebendige Urform der Menschenform wurde durch die Auferstehung gerettet.
      Das widerspricht weder der Auffassung, dass Jesus Christus seinen fleischlichen Leib in seinen Geistleib überführte, noch widerspricht es den sog. Naturgesetzen.
      Gelobt sei Jesus Christus für die Freiheit, in der wir sind.

      • Loki permalink

        @Michaela:
        „Erdbeben… klaffte ein Spalt, … Körper fiel hinein…“
        Ein banaler Einwand: Das Erdbeben war doch viel früher, noch während der Kreuzigung?
        Und ich kenne keine Hinweise auf Beben nach der Beisetzung Christi?

        „Der Auferstandene wurde nicht sofort… erkannt… Sie hatte den materiellen fleischlichen Jesus kurz zuvor noch leibhaftig gesehen“
        Maria von Magdalena hatte Stunden zuvor den geschundenen und gefolterten Körper des Gekreuzigten gesehen, was nun aber vor ihr stand, war der auferstandene (-> verwandelte) und fürderhin unsterbliche Leib Jesu Christi.

        Deinen Ansatz, dass sich bei dem Beben ein Spalt im Boden auftat, habe ich schon einmal gehört: Ein Archäologe behauptet, unter Golgatha eine Höhle gefunden zu haben, in welche durch so einen Spalt das von Christus vergossene Blut geflossen sei. Dieses Blut sei untersucht worden und es sei außergewöhnlich.

        Diese Geschichte halte ich nun nicht für absolut wahr, aber für vorstellbar.
        Dass aber Christi Leib in so einen Spalt gefallen sein könnte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Da glaube ich vielmehr den zahlreichen Beschreibungen in der Bibel (-> Kor.)

        Ich sah auch einmal eine sehr gute Doku zum Leichentuch Christi, in der ein Fachmann für Photografie die These aufstellte, dass die Abbildungen auf dem Leichentuch ungefähr folgendermaßen entstanden seien: Der Leichnam Jesu wurde balsamiert, in Tücher gelegt und beigesetzt. Während Jesu fleischlicher -toter- Körper in der Kammer lag, ging Jesus Christus in das Totenreich und besiegte den Tod. Damit erreichte Er die Auferstehung und in diesem Moment wurde der Leichnam auf’s Neue mit Leben durchflutet und dieses Aufleuchten des Geistigen im fleischlichen Körper ließ die Umrisse des Gekreuzigten wie einen Negativ-Abdruck im Leichentuch zurück (und evtl. spielten auch photosensible Kräuter zur Einbalsamierung eine Rolle…). Ein m.E. sehr plausibler Ansatz und für mich ein Indiz mehr dafür, dass Jesus Christus keinen Körper auf dieser Erde zurückließ. Und warum auch hätte sein materiell- fleischlicher Körper auf Erden zurückbleiben sollen? Diese „fleischliche“ Materie, aus der Christi körperlicher Leib bestand, wurde doch durch Christi Leben geheiligt und verwandelt und dem Tod in der Materie entrissen?

        Und außerdem: Selbst die Brujos vom Yaqui-Weg des Wissens (-> Carlos Castaneda) stehlen sich am großen Adler vorbei und hinterlassen keinen Leichnam auf Erden, dann soll Jesus Christus, der Wegbereiter, seinen ver-herr*licht-en -und damit der Mater-ie wieder entwundenen(!)- Körper hiergelassen haben?

        Ich bin ein altes Schaf und mir reicht mein einfacher Glaube (der sich im Übrigen in der Bibel immer wieder bestätigt findet), weil sobald irgend etwas zu kompliziert oder geheimnisumwittert wird, wird’s mir zu kompliziert oder geheimnisumwittert 😉

        Ich danke Dir sehr für Deine Antwort, so hatte ich ein bißchen Gelegenheit für wirklich österliche Gedanken.

        Gelobt sei Jesus Christus und Friede allen Menschen, die eines guten Willens sind.

  3. Michaela Wolff permalink

    „Die Dunkelziffer solcher Erfahrungen wird weitaus höher sein, da oft aus Angst, verspottet zu werden, wenig Neigung besteht, anderen davon zu erzählen.“

    Das glaube auch ich. Und es ist ja mit solchen Erfahrungen meist oder immer eine besondere Situation – Gefangenenkeller, entsetzliches Leid – und so weiter verbunden, samt irgendwie ausnahmsweisem höherem, wacherem Zustand des Bewusstseins, der durch das Leid forciert wird.
    Die Naturwissenschaft steht erst ganz am Anfang. Meine, dass der Begriff: „physisch“ nicht mit dem Begriff „materiell“ übereinstimmt. Der Begriff „Netz“ stammt auch nicht mit dem Begriff“Fische“ überein. Trotzdem sind beide Begriffe miteinander verbunden.
    Es gibt ja Kraftformen, die unsere äusseren Augen nicht unmittelbar sehen, z.B. die eines Magneten. Erst mittelbar – durch das Streuen von Eisenfeilspänen-wird die Kraftform oder werden deren Linien sichtbar.
    Glaube, das Leben Selbst gibt diverse Kraftformen her. Senfsaat gibt eine ganz bestimmt geformte Pflanze her, die andere Form als z.B. die Lilie und die Rose hat.

    • Hallo Michaela,

      is‘ ja wie im Nimmerland hier, lauter wunderbare Gedanken 🙂

      „Es gibt ja Kraftformen, die unsere äusseren Augen nicht unmittelbar sehen, z.B. die eines Magneten.“
      Nicht nur die eines Magneten, denn die ganze Mutter Erde ist ein riesiger Magnet und wir sind ständig von Magnetfeldern umgeben.

      „Erst mittelbar – durch das Streuen von Eisenfeilspänen-wird die Kraftform oder werden deren Linien sichtbar“
      Ja, genauso, wie inzwischen am Verhalten von Insekten und Zugvögeln und Walen und Delphinen sichtbar ist, dass mit den kleinen und großen Magnetfeldlinien der Erde irgendetwas Grund-legendes nicht mehr stimmt.

      Aber nicht nur, dass der Mensch Magnetit im Gehirn hat, er also zumindest ein Sensorium für Magnetfelder besitzt (auch wenn man noch ned weiß, wofür…), der Mensch produziert auch ständig selber Magnetfelder, denn überall, wo Strom fließt, entsteht ein Magnetfeld. Und es ist doch bekannt, dass man Gehirnströme und Herzströme mittels EEG und EKG messen kann?

      Vielleicht sind wir sogar deswegen „wie die Götter“, weil wir -ständig- SELBER in der Hand haben, in was für einem unmittelbaren Magnetfeld wir uns befinden, denn wir generieren dieses mit unseren Gedanken – aber weit mehr noch durch unsere Herz(ens)-Tätigkeit (…die Herzströme sind höher als die Hirnströme) selbst.

      Deswegen wahrscheinlich auch das „Vergib‘ uns unsere Schuld…“ (bei Neil Douglas Klotz „Löse die Fäden, die unser Herz binden…“), weil alles, was das Herz bedrückt diese Herzensenergie unter-drückt und damit „automatisch“ be-drückende Umstände entstehen -> „Karma“.

      In den Magnetfeldern des Universums und dem der Erde findest Du Gottes (unsichtbaren) Willen,
      und in Deiner eigenen „Außenlebenssphäre“ generierst Du mittels Deiner Gedanken und Gefühle Dein eigenes Magnetfeld, „Deinen eigenen Willen“ (….und das zumeist ohne -bewußte- Absicht!)

      Sich auf Christi Wort verlassen, heißt für mich auch, sich darauf zu verlassen, dass Nächstenliebe und generelles Wohl-wollen die einzigen Wege aus diesem irdischen Human-Desaster sind.

      Und immer wieder mal staune ich dann, wie intelligent und weitgehend selbst-organisierend einfach unser Schöpfer seine Schöpfung am Laufen hält: Er lässt jeden Menschen mittels seiner eigenen Herz- und Hirnströme sein eigenes Magnetfeld -und damit seine eigene Aussenlebenssphäre- erschaffen.

      Man kann diesen Zusammenhang übrigens direktemang spüren (…die meisten zumindest, bzw. alle, die wirk-lich wollen): Wenn man sich in eine ehrliche Stimmung der „Vergebung“, des Vertrauens in Christus und des generellen Wohlwollens begibt, werden unmittelbar alle Zellen des Körpers reagieren, weil das – selber generierte – Magnetfeld in der „Außenlebenssphäre“ stärker wird und die Zellen auflädt.

      Von wegen, „die Wege des Herrn sind unergründlich“, weil eigentlich ist vieles ganz einfach und der Herr wollte niemals unergründlich sein, im Gegenteil: Er will immer tiefer verstanden werden.

      Gott zum Gruße.

  4. dildoldi permalink

    Man kann das alles glauben, muss man aber nicht. Und ob es Jesus Christus jemals gab, mag man glauben – das wars aber auch schon. Oder hat er sich seither schon mal irgendwo NACHWEISLICH blicken lassen ? Oder hat er irgendwo mal irgendwie in das Handeln der Menschen eingegriffen, das grundsätzlich konträr zu seinen Lehren war, da fällt mir auf Anhieb der Sklavenhandel, die Kreuzzüge, der Holocaust, ein ? Weil Gottes Wege so unergründlich sind ( wer sagte das eigentlich ?), oder weil er ( und auch Jesus ) schlicht und einfach genauso existent waren/sind wie Vishnu und Thor ?
    Diese sogenannte Auferstehung wurde erst Jahrhunderte später verbindlich schriftlich fixiert, und zwar aus politischen Gründen. ( kanonische Evangelien, Konzil von Nicäa, Machtkonsolidierung Konstantins ). Welche Relevanz das haben soll, hat sich mir noch nie erschlossen, obwohl ich von klein auf von meinen gläubigen Eltern kreuz und quer durch alle Kirchen und Nessen geschleift wurde. Was ich dabei lernte war, dass Worte und Taten gerade bei explizit christlichen Menschen meist weit auseinanderklaffen. Sich an Worte zu klammern, deren Entstehung grundsätzlich nicht verifizierbar ist, mag ja für manchen eine gewisse Bedeutung haben, aber eben nur für Wenige. Und ein Handeln nach den zweifellos hehren christlichen Prinzipien ist ja wohl weit und breit nicht erkennbar. Daher kann ich nur sagen : ist doch völlig wurscht, ob da einer auferstand ! Trotzdem, frohe Ostern allerseits !

    MfG

    • heimatlos permalink

      Dildoldi,

      „Man kann das alles glauben, muss man aber nicht.“

      Richtig! und nur so kann es eine freie Tat werden, zu der man auch nicht durch irgendwelchen zwingenden Naturgesetzen geötigt wird, sie anzuerkennen.

      Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, nämlich jene es selbst zu erfahren.

      „Und ob es Jesus Christus jemals gab, mag man glauben – das wars aber auch schon. Oder hat er sich seither schon mal irgendwo NACHWEISLICH blicken lassen ?“

      Wie müsste für Sie ein “ Nachweis“ denn aussehen?

      Wenn jetzt jemand käme und behaupten würde, er hätte im 20. Jhrt etwas erlebt, das dem vergleichbar ist was Paulus vor Damaskus erlebte, würden Sie das als “ Nachweis“ gelten lassen?

      Aus der Sicht des heutigen Gegenwartsbewusstseins heraus würde sich da sicher der Einwand geltend machen, es müsste sich dabei um persönliche Einbildung und Wunschdenken handeln.

      Was aber wenn dieser nach seinen Erlebnissen mit der Lehre Rudolf Steiners bekannt geworden und in einem Jahrzehnte dauernden Studium in dieser nachträglich alles das beschrieben und unendlich vertieft gefunden hätte, was er selbst als Damaskus-Erlebnis hatte?

      • dildoldi permalink

        Ein Nachweis für mich ( und da bin ich sicher, nicht nur für mich ) wäre z.B. ein Mensch ( Person, Erscheinung, was auch immer ), der auf dem Petersplatz, vor dem weissen Haus, dem Kreml oder dem Platz des himmlischen Friedens in Peking, oder wo auch immer, auftritt, und mit einem Schnipser seiner Hand ( ist für ein allmächtiges Wesen ja wohl kein Problem, oder ist Gott nicht allmächtig ? ) den Weltfrieden herbeiführt, z.B. durch das Verschwindenlassen aller Waffen, den Hunger abschafft oder den Zwang d.h. die Notwendigkeit zu jedweder Art von Erwerbstätigkeit, um seine Existenz erhalten zu können, beseitigt.
        Was Paulus angeblich vor Damaskus erlebt haben will/soll, ist nicht nachprüfbar oder sonstwie verifizierbar, wie denn auch ? Ich kann das GLAUBEN, oder aber nicht. Und dadurch, dass ich an etwas oder jemanden glaube, heisst das noch lange nicht, dass es für jeden so sein muss. Ihre im letzten Absatz gestellte Frage verstehe ich nicht. Was soll dann sein ? Für die jeweilige Person mag das alles durchaus positiv und befreiend sein, warum auch nicht, das wars aber auch schon, für andere ist das doch völlig irrelevant.
        Wenn Sie den Glauben an einen Gott haben, dann sei Ihnen das gegönnt, wer wäre ich denn, das bei Ihnen in Abrede zu stellen. Nur kann ich nicht glauben, sondern will wissen, und das ist grundsätzlich nur durch persönliche Erfahrung möglich, zumindestens für mich persönlich. Was andere irgendwann irgendwo aufgeschrieben haben, hat für mich nur dann Bedeutung, wenn das Beschriebene von mir nachvollziehbar ist, und dazu gehören ganz bestimmt nicht die spirituellen Erlebnisse Anderer.

        MfG

  5. Uwe Zöller permalink

    Ich glaube, es geht um Liebe.

    • @Kruxdie

      Die Theorie vom Grab in Indien ist alt und m.E. mehrfach widerlegt.

      Wie denkst Du z.B. dazu:
      Jesus wurde brutal ausgepeitscht, weil Pontius Pilatus meinte, er könnte Jesus damit vor der Kreuzigung verschonen und er bekam eine Dornenkrone aufgesetzt. Dann wurde er (nach dreimaligem Sturz auf den Steinboden) mit Nägeln ans Kreuz geschlagen und Stunden später wurde ihm mit einer Lanze in die Seite gebohrt, aus der Lymphe und ein wenig Blut floss.

      Meinst Du, dass man das im medizinischen Sinne als ein Poly-Trauma bezeichnen könnte? Und hast Du eine Vorstellung davon, wie lange heutzutage ein zuvor gesunder Mensch nach so einer Tortur braucht, um nur ansatzweise wieder stehen, geschweige denn gehen zu können?

      Und wer meint, dass ein normaler Mensch nach Auspeitschen, Kreuzigung und Lanzenstich nach 3 oder meinetwegen 7 Tagen auch nur ansatzweise gehen kann, hat von Medizin und Wundbrand und Wundfieber keine Ahnung.

      In dem von Dir verlinkten Bericht wird auch auf die Lymphe- und Blutflecken auf dem Grabtuch eingegangen und es wird gefolgert, „dass der Körper noch geblutet haben muss, Jesus also nicht tot sein konnte“. Ein ziemlich unschlüssiges Argument, da ja nirgends eine „permanente Blutung“ im Sinne von grossen Flecken zu sehen ist. Es gibt hervorragende Doku’s zum Grabtuch (wenn Du keine von Ard&Zdf&Konsorten nimmst), die kann ich nur empfehlen.

      Und m.E. das Hauptgegenargument gegen alle „Auferstehungs-Antithesen“:
      Wo waren denn seine Jünger während der Kreuzigung?
      Nur Johannes war dabei, alle anderen versteckten sich und sogar Petrus, „der Fels“ hat seinen Herrn und Meister verraten.

      Wenn ihnen Jesus Christus aber nicht NACH der Kreuzigung -in seinem verwandelten Körper- erschienen wäre (also nicht geschunden und im Wundfieber liegend, sondern als Sieger über den materiellen Leib!), wäre wohl keiner der Apostel bereit gewesen, für seinen Glauben an Jesus Christus den Märtyrertod zu sterben. So aber: Nachdem sie den Auferstandenen leibhaftig gesehen hatten, waren sie ALLE bereit, für ihren Glauben an Jesus Christus als Märtyrer zu sterben und der Glaube der frühen Christen war so stark, dass noch Jahrhunderte später Christengemeinden lieber den Märtyrertod starben, als ihrem Glauben abzuschwören.

      Sie glaubten und vertrauten dem Ausspruch Jesu, dass Sein Reich nicht von dieser Welt sei
      (und starben dafür, wie heute wieder in Syrien und in vielen Teilen Afrika’s)

      …eine Beschäftigung mit dem Frühchristentum kann ich übrigens empfehlen, die ist ziemlich spannend, wohingegen ich diesen Artikel in der zeitenschrift eher mager finde…

  6. Hans Reuter permalink

    Wir haben eine etwa 150 jährige parapsychologische Forschung. Wenn man sich dort einmal anschaut was es an Phänomenen schon alles gegeben hat, gutbezeugte und beglaubigte Vorkommnisse, von Leuten welche über den Zweifel der Täuschung erhaben waren, manche sogar selbst zunächst die grössten Skeptiker. Es hat schon immer in der Geschichte der Menschheit Mitteilungen aus jenen Welten gegeben welche unserer normalen und recht beschränkten Sinneswahrnehmung im Normalfall verborgen bleibt. Und eines kann ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit jenen Welten auf die Frage antworten, welche Religion die richtige ist. Keine. Es ist ausschliesslich Jesus, welcher uns die Dinge mitteilt wie sind wirklich sind. In Bezug auf den materiellen Körper drückte dies ein Jenseitiger einmal sehr einfach aus als er sagte „Sind wir doppelt“. Dieser oft als Astralkörper, Fluidalkörper oder siderische Leib bezeichnete Doppel ist schon jetzt in uns und kann sich bei besonderen Umständen vom materiellen Körper lösen. Würden die Menschen als das was schon erfahren und dokumentiert wurde zur Kenntnis nehmen, hätte man nicht den Eindruck man muss immer wieder von vorne anfangen.

  7. Thilo Hahn permalink

    Thomas, der der Zwilling genannt wird (Joh. 20, 24) kann nicht glauben, was ihm die anderen erzählen. Erst wenn er in die Wunde fassen könnte, dann, ja dann könnte er glauben, dass Jesus auferstanden ist.

    Thomas ist wie ein Archetypus des Menschen, der ein Zwilling, eine Doppelnatur, ist. Damit ist Thomas der Repräsentant dessen, was wohl – WIR – als die meisten Menschen sind. Wir würden ja gerne glauben, aber die Tat des Christus, die Tat der Auferstehung ist einfach zu viel für uns. Die Überwindung des Todes mag ja irgendwie als Metapher zu verstehen sein- aber tatsächlich leiblich auferstehen? Das ist der Punkt, mit dem das gesamte Christentum steht und fällt! Eine Bergpredigt, ja, schön und gut, die Speisung der 5.000, das Wandeln über das Wasser- das alles ist nicht so leicht anzunehmen, aber es ist noch kein tatsächliches Christentum. Das tatsächliche Christentum ist die Lehre von der Auferstehung! Nicht als Parabel, nicht als bildhafte Geschichte – sondern als Tatsache!

    Dabei steht es jedem, der sich mit der Begegnung des Christus mit dem Thomas befasst, offen wie er sich die Wunde vorstellt. Ist sie frisch verschorft? Bricht sie durch das Hineinfassen des Thomas gar wieder auf? Ist sie eitrig? Thomas jedenfalls greift hinein. Er ergreift, begreift- und ist ergriffen.

    Der Christus-Jesus hatte schon zu Lebzeiten eine sehr besondere Lehrmethode. Die Auferweckung des Lazarus – die ja wie eine Vorstufe zur Auferstehung ist (!), – zeigt dies besonders eindrücklich. Jesus Christus ruft in das Grab hinein, Lazarus solle hervorkommen; er lockt ihn geradezu heraus. Das ist eine Provokation im ganz engen Wortsinne. Das lateinische Wort Provokation wird mit ‚hervor locken‘ übersetzt! Der Jesus Christus ist der große Provokateur! Und die Anwendung seiner Methode hat nur ein Ziel: aus der engen Begrenztheit des Vorhandenen hinüber zu gelangen zu einer Weite; insbesondere einer Weite der Begriffe. Aber keiner kalten, leeren, toten Begriffe, sondern – wie in einem Denkparadiese – wirklichkeitsgetreuer, lebendiger, satter, weiter und großer Begriffe!

    Viel zu eng und kleingläubig sind die Begriffe des Thomas.
    In die Weite, die Überwindung gelangt er, nachdem er erfahren, erfasst, begriffen hat.
    Er erfährt- und ist geheilt! Von seiner engen Begrenztheit! Thomas, der Zwilling macht eine erschütternde Erfahrung, als Christus ihm seine Wunde zeigt. Er erfährt seine (andere) Natur und ist fortan ein anderer – einer der sich selbst überwunden hat! Einer, der sich selbst gemäß des alten Mysterienwortes selbst erkannt hat. (Oh du Mensch, erkenne dich selbst)

    Wie ein neuer Thomas steht er nun vor uns und kann sagen, dass sein Herr und sein Gott vor ihm steht! Aus der eigenen Begrenztheit bricht – wie bei einem Heureka-Erlebnis – dieser Satz hervor! Und genau das ist das Ziel der Methode des Christus als Lehrmeister: Dieses Heureka-Erlebnis, bei dem der Betroffene sich selbst überwindet! Weil er sich ad hoc, im Augenblicke des Geschehens als Zwillingsnatur begreift! In diesem besonderen Moment steht auch in uns der zuvor Gefangene auf, er durchbricht die Ketten, die wir ihm angelegt haben, weil wir uns ja auch als Zwillings-Doppelnatur begreifen können- wenn wir es wollen!

  8. Uwe Zöller permalink

    Nun hat sich der Mensch freudig von den Banden dieser schrecklichen Gebundenheit an die niedere Natur, losgerissen , hat Erfindung an Erfindung gehäuft und kann nun in seiner abgehobenen überphysischern Physis, freudig diese Erde mit all ihrem Leben zu seinem Zwecken ausbeuten und zerstören. Gelobt sei Jesus Christus.

  9. Hans Reuter permalink

    Kruxdie. Mag ja eine nette Geschichte sein die Sie hier empfehlen , ich halte sie aber für falsch. Als Jesus seinen Jüngern nach seinem Tod erscheint, geschieht dies in einem vorübergehend rematerialisiertem Körper. Diese Phänomene der Materialisation sind in der Parapsychologie bekannt. Hierbei kann es sich um Teil- oder Vollmaterialisationen handeln welche eine solche Dichtigkeit erlangen können, dass sie von einem physischen Körper nicht zu unterscheiden sind. Dafür das es sich bei Jesus um eine Rematerialisation handelte spricht auch der Umstand,, dass man ihn zunächst nicht erkennt und er anfänglich noch nicht berührt werden will aber auch, dass er seinen Jüngern in einem Raum erscheint und keine Türen öffnen muss und diesen ebenso wieder verlässt. Diese Phänomene sind bekannt und wurden oft beschrieben und bezeugt, wenn auch nicht in dieser Stärke wie bei Jesus. Es ist das Hereinragen kosmisch-transzendenter Gesetze in die Welt unserer rein materiellen Gesetze.

  10. Thilo Hahn permalink

    Nach dem freudigen Losreißen von den Banden der niederen Natur kommt der Mensch, dessen ‚großer Bruder‘ nun erwacht ist, sicher nicht darauf, die Wesen der Natur (mit denen er sich jetzt erst recht verbunden weiß!) auszubeuten. Dies ist eine typische Vorstellung unserer niederen und auch zynischen Natur, die darin gipfelt, dafür Jesus Christus zu loben.

    Die Evangelien sind Bücher der Einweihung und daher auch in der Sprache der Mysterien gehalten; es stehen darin also nicht so sehr ‚Geschichten‘. Thomas nur als einen Menschen zu verstehen, dessen (vermeintlich) wahrhaft leiblicher Zwillingsbruder auch zum Kreise des Christus gehörte, wäre eine unzulässig enge Annahme; die Mysterienbücher legen uns mit der Beilegung Zwilling zum Namen Thomas eine eindeutige Spur vor, auf der wir dem Rätsel (Mysterium) näher kommen können – wenn wir es wollen.

    • Uwe Zöller permalink

      Dank dieser Visionen habe ich verstanden: Jesus geht es nicht um eine globale Erlösung, er erlöst individuell. Er bietet Türen an, den Raum zu verlassen. Für jeden eine eigene. Jeder ist mit seiner ganzen Persönlichkeit gemeint und muss selber anklopfen.

  11. Michaela Wolff permalink

    Die Evangelien sind Bücher der Einweihung.

    In der alten vorchristlichen Zeit war Einweihung in die geheimen Dinge dem Volke vorenthalten.
    Das Volk blieb betreffs dieser Einweihung aussen vor.
    Christus Jesus wurde dafür zum Tode verurteilt, weil er diese geheimen Dinge (Erweckung des Lazarus) öffentlich (!) im Beisein des Volkes (!) vollzog.

    Wenn wir dasjenige, was der historische Jesus Christus laut Evangelien äusserlich durchlebte, geistig – seelisch – mehr innerlich – mitempfinden, miterleben , dann ermöglicht das uns, in einen höheren Bdewusstseinszustand zu kommen. Allerdings müssen wir dafür auch geistig – seelisch einen Zustand mystischen Todes durchleben, müssen sozusagen mit dem Christus mitgehen bis DURCH eine Art Nahtoderfahrung HINDURCH, müssen dann wieder in den materiellen Körper hineinkommen.
    Herr Ludwig wies ja hin auf einen amerikanischen GI, der zunächst für tot erklärt wurde, der aber dann ins Leben zurückkehrte, und dieser Soldat beschrieb seine Nahtoderfahrung als Christus-Erfahrung.

    Die Evangelien sind wirklich Bücher der Einweihung, und wenn wir bedenken, dass früher solche Dinge vor dem Volk geheimgehalten wurden, dämmert uns auf, warum nicht „nur“ Jesus gekreuzigt wurde, sondern warum die ersten Christen verfolgt wurden und seitens der Machthaber gegen das Aufkommen der Evangelien als VEROEFFENTLICHUNGEN der geheimen Dinge der Einweihungen so intensiv gekämpft wurde.
    Und dieser Kampf zwischen solchen, welche veröffentlichen wollen und anderen, welche die geheimen Dinge exklusiv nur für sich selbst – also gruppenegoistischen Okkultismus – wollen, tobt ja hinter der Fassade der modernen „Zivilisation“ weiter.

    @ Loki: „Castaneda“: Diese in den Büchern des Castaneda beschriebenen Brujos wollen ja ganz wegführen vom Mysterium von Golgatha. Mir scheint, dass hinter diesen Büchern eine Gruppierung okkult ist, die einerseits vom indianischen Schamanismus dazulernte, wie man ohne Meditationsübungen mühelos durch Verzehr natürlicher Dinge in ein Schauen usw. kommen kann, die andererseits wiederum zurück in vorchristliche Sozialstrukturen zurückführen will und das Christliche da nur als „Hindernis“ sieht, das es auszublenden gilt.

  12. enrico permalink

    @didoldi schrob:
    ””Und ein Handeln nach den zweifellos hehren christlichen Prinzipien ist ja wohl weit und breit nicht erkennbar. Daher kann ich nur sagen : ist doch völlig wurscht, ob da einer auferstand !”””

    Die einzig vernünftige Aussage!

    Ob es diese ominöse Resurrektion nun gegeben hat oder nicht, ist vollkommen irrelevant!
    Und wenn damit das “Christentum” sein Fundament verlieren sollte: Na Und? Steht es doch eh schon lange nicht mehr auf diesem Fundament.

    Mehr als zweitausend Jahre Heuchelei und Lüge ist genug. Es reicht. Hehre Prinzipien sind ja nicht deshalb hehr, nur weil sie “christlich” sind, sondern weil sie eben hehr sind. Und gewiss nicht alle “christlichen” Ideale sind wirklich hehr und edel. Ganz sicher nicht. Schlagen wir also die Bibel, egal ob neues oder altes Testament, für immer zu, schicken diese wirre, Gewalt-verherrlichende Kaffeesatzliteratur zurück in den Nahen Osten und fangen etwas ganz Neues an. Etwas Neues, das am Ende älter als alles bisher Überlieferte ist.

    LG, enrico

    • Michaela Wolff permalink

      „Heuchelei“ Die wahre Heuchelei besteht darin, einerseits zu bezeugen, dass man weder Ahnung noch Wissen in puncto Christentum als mystische Tatsache selber hat und trotzdem man an die geistige Grundlage des Osterfestes nichtmal glauben kann, dann andererseits „frohe Ostern“ zu äussern. Warum dann nicht konsequenterweise: „frohes Frühlingsfest“ ?
      Da Sie in solchem Zusammenhang „Lüge“ erwähnen, interessiert mich sehr, was Sie denn genau da als „Lüge“ glauben, zu erkennen ?
      Bitte frei raus mit der Sprache ! Und bitte keine Angst, denn – davon gehe ich aus – wir sind ja nun NICHT die Inquisition, die Sie verfolgt und am Ende rösten will.

    • @enrico
      „Und gewiss nicht alle “christlichen” Ideale sind wirklich hehr und edel“

      Könntest Du mir bitte sagen, welche christlichen Ideale NICHT „hehr und edel“ sind?
      Und ich meine „christlich“, also die direkten Ratschläge von Jesus Christus, wie er sie in der Bergpredigt und im Gebet „Vater unser“ gegeben hat.

      Wenn Du wirklich fair bist, hat alles, was NACH Christus an Regeln aufgestellt wurde, rein gar nichts mit „christlich“ zu tun, das wäre dann „paulinisch“ und später „päpstlich“ und „katholisch“.

      Es gibt hier einen Blog-Eintrag zu „Nationalismus und Patriotismus“ und wie willkürlich mit diesen Begriffen umgegangen wird.

      Dieses Problem ist bei „christlich und katholisch“ noch um einiges schlimmer, weil viele Menschen, die mit „Glaube und Religion“ überhaupt nichts am Hut haben, dann die Verbrechen der katholischen Kirche dem Christentum anlasten.

      Es gibt seit 1700 Jahren kein „Christentum“ mehr, die Vandalen, die sich im 4.Jhdt. n.Chr. in der Po-Ebene abschlachten ließen (-> für ihren arianisch-christlichen Glauben) waren m.E. die letzten Vertreter des nach Christus entstandenen Früh-ChristenTUMes.

      Seitdem hat die „römische Kirche“ die Botschaft Christi nur dazu missbraucht, ihren eigenen Machtbereich um die ganze Erde auszudehnen und ein „Christentum“ gibt es auf der ganzen Erde (noch) nicht, es gibt nur vereinzelte Seelen und vielleicht Kleinst-Gemeinden, die sich bemühen, dem Wort Christi zu folgen.

      Die ganze Geschichte um Jesus wurde also korrumpiert, aber der göttliche Kern der Botschaft konnte (noch) nicht daraus vertilgt werden.

      Wenn Du fair bist, dann lies bitte die Worte Jesu, das sind die Bergpredigt und das Vater unser und dann kopiere raus, welche dieser Ideale von Jesus Christus NICHT „hehr und edel“ sind.

      • enrico permalink

        @Loki
        ”””Wenn Du wirklich fair bist, hat alles, was NACH Christus an Regeln aufgestellt wurde, rein gar nichts mit „christlich“ zu tun, das wäre dann „paulinisch“ und später „päpstlich“ und „katholisch“.”””

        Klar, das ist wie beim Islam: Islam hat überhaupt nichts mit Islam zu tun…

        Liebe Gutchristen, so einfach könnt Ihr es Euch leider nicht machen. Natürlich sind alle Christen für alles verantwortlich, was im Namen des Christentums geschieht! Sich dieser Verantwortung zu entziehen ist weder hehr noch edel. Feigheit ist kein christliches Ideal, eher das Gegenteil. Oder?

        Liebe Gutchristen, Ihr seid also auch für dasjenige verantwortlich, was die Katholische oder Protestantische Kirche (zu euren Lebzeiten) anstellt.

        Natürlich, hier steckt schon ein gewaltiges Dilemma drin: Auf der einen Seite ist Geschehen-lassen, also Feigheit ein Verrat an den genannten Idealen und auf der anderen Seite erzeugt kämpfende Gegenwehr ebenfalls schnell eine Verletzung dieser Prinzipien. Und genau da sehe ich den entscheidenden Mangel an der Glaubenslehre “Christentum”: Sie ist auf Dauer nicht in der Lage gesund (gut und hehr) zu bleiben. Das (Ur-)Christentum hat kein eigenes Immunsystem. Der friedliche Ponyhof wird so bald zu einer fürchterlichen Mördergrube. Wobei die zersetzende Krankheit gleichzeitig von innen und von aussen kommt. Christentum nach den ursprünglichen Regeln ist extrem instabil, weil die Regeln, die von Jesus selbst aufgestellt wurden, leider nicht wirklich ausreichen. Regeln, so hehr sie auch sein mögen, verlieren ihre Erhabenheit und Tauglichkeit, wenn sie im Aggregat nicht ausreichen. Durch diesen Mangel war es ja erst möglich, dass solche unheilvollen Gebilde wie die Katholische Kirche entstehen konnten.

        Wie können also die (ur-)christlichen Prinzipien – durch sich alleine* – nach innen und nach aussen verteidigt werden, ohne dass dabei diese Prinzipien selbst verletzt werden? Geht das überhaupt ohne zusätzliche aposteori-Regeln? Wie gesagt, ich denke nicht.

        * ohne ein bereits bestehendes geschütztes und vollstreckbares Rechtswesen, das wegen der notwendigen Gewaltanwendung den urchristlichen Idealen ja widersprechen würde.

        Im Artikel ging es allerdings weniger um christliche (ethische) Regeln und mehr um die Erscheinungen zwischen dem körperlichen Leben, wo der Geist wie ein Wasserwirbel steht und die Stoffe fliessen sowie dem nicht-körperlichen Leben, wo die Stoffe stehen und der Geist fliesst. Das ist alles hochspannend. Nur braucht man zur freien Beobachtung und Entdeckung dessen keine Bibel keinen historischen Jesus und auch keinen Christus des Glaubens. Sie hindern nur. Mir geht es um freie, undogmatische Erkenntnisfindung.

        Zugegeben, meine voreingenommen und oft zynischen Einstellungen gegenüber dem Christentum kommen nicht zuletzt von den schlechten Erfahrungen, die ich als Kind in einem kirchlichen Internat gemacht habe.

        LG, enrico

  13. Thilo Hahn permalink

    Das wahre Christentum (das nicht identisch mit der Institution Kirche ist!) steht auch heute fest auf dem Fundament des lebendigen, auferstandenen Cristos. Von Heuchelei mag im Zusammenhang mit der Institution Kirche sprechen, wer das für notwenig erachtet und sofern das nicht sein gesamtes Streben ausmacht, sonst ist dem lebendigen Cristos auf dem Weg eher nicht zu begegnen. Warum sollte ich das also tun? Ich bin nicht der Hüter meines Bruders, der im Dienste der Institution Kirche steht, und noch viel weniger bin ich sein Richter; es geht im Christentum um die Erfahrung des Auferstandenen, und die ist stets eine Erfahrung des Individuums und als solche nie Vorrecht oder im Besitz einer Institution; vermeindlicher Heuchelei nachzugehen lenkt nur ab von der Erfüllung individueller Aufgaben, die sich aus meinem persönlichen und konkreten, lebendigen Verhältnis zum Auferstandenen ergeben.

  14. enrico permalink

    @Michaela Wolff
    Das Wort “Ostern” hat nichts mit der “Auferstehung” Christi zu tun. Es stammt vom proto-germanischen Wort “Austron” = aus dem Osten scheinend, ist aber auch der Name einer Göttin für Fruchtbarkeit und Frühling, die am Tage nach der Frühlings-Equinox gefeiert wurde.

    Es ist auch eine Feier des Sieges des Lichts über den Schatten oder des Guten über das Böse.

    “Frohe Ostern” hat man sich also schon vor dem Christentum gewünscht. Ähnlich ist das auch mit “Frohe Weihnachten” – die geweihte Nacht, ebenfalls ein (indo-)germanisches Fest. Das zur Kirche, zur Machtinstanz gewordene “Christentum” hat das dann missbräuchlich in ein “christliches” Fest umgewandelt.

    Das “Christentum” ist in vieler Hinsicht nichts anderes als ein Machtsystem, das durch raffinierte Täuschung vorgibt, eine Glaubenslehre der Liebe und der Selbstlosigkeit zu sein. Das sehe ich z.B. als Lüge an.

    Im letzten Artikel, wo es um die Uranmunition ging, habe ich mich gefragt, warum die zwei Haupt-Kirchen in Deutschland zu diesen verbrecherischen Kriegen sich so verdächtig zurückhalten und nichts dagegen unternehmen. Sie sind Staatskirchen, deren führendes Personal per Beamtenrecht entlohnt werden. Deshalb wohl. Sie unterstützen mit ihrem Opportunismus absichtlich diese grausamen Morde. Das ist vielleicht weniger eine Lüge aber ganz sicher Verlogenheit.

    Tja, und warum meldet sich da dieser liebe “Herr” Jesu nicht? Andere Termine?

    LG, enrico

    • Michaela Wolff permalink

      „…warum meldet sich da dieser „Herr“ Jesu nicht ? Andere Termine ?“

      Will das mal ganz gemäss selbst Durchlebtem beantworten: Mir kam er erstmalig ins eigene Bewusstsein, als ich mit 17 Lenzen zuerst Nahtod durchlebte und anschliessend für einige Stunden in einem ausnahmsweisen Bewusstseinszustand war. Er hat Richter-Amt an jener Schwelle, die Sie offenbar noch nicht kennen.
      Und da ich selber nicht ohne Sünde bzw. ohne Fehler bin, betrachte ich nicht als meine Aufgabe, die Amtskirchen mit Steinen zu bewerfen.
      Immerhin tradieren sie die Evangelien, und das erachte ich persönlich als etwas Notwendiges.
      Thema: vorchristliches Oster – und Weihnachtsfest: Betreiben wir keine Wortklaubereien.

      Wer zurück will in altnordische Kulte, der sollte offen sagen, dass ihm ein „Blutfest“ zur Wintersonnenwende lieber wäre. Man köpfte neun Menschen, vergrub die neun Köpfe im Erdreich und hängte die neun Leiber in einen Baum.
      Später „entschärfte“ man das Ritual, in dem man neun Tiere auf diese Weise opferte.
      Wer den „Blut-Adler“ der Taube vorzieht, mag ja in die vorchristliche Zeiten sich zurück sehnen.

      Bin ganz derselben Meinung wie Herr Thilo Hahn und sein Hinweis auf den Isenheimer Altar und auf das durch unverarbeitetes (!) Mutterkorn entstandene Antoniusfeuer gibt Wasser auf die Mühlen derer, die behaupten, man habe im Mittelalter chemische Kenntnisse längst wieder verloren gehabt, die in noch früherer Zeit intern der alten Mysterienschulen gepflegt wurden.

    • Peter Heek permalink

      Enrico, alle Menschen befinden sich auf einem Kreuzweg, genauso wie sie Luft einatmen müssen, wenn sie auf der Erde leben müssen. Mehr oder weniger wird jedem, der in Blogs wie diesem, die Dornenkrone tiefer auf den Kopf gedrückt angesichts der Zustände in der Welt und in den Menschen, die man hier und dort ins Auge faßt.
      Nicht nur Personen auch Institutionen mögen sich einem Fluchtweg von diesem Kreuzweg eröffnet haben! Intellektualismus, Fundamentalismus sehe ich als Fluchtwege vom Kreuzweg (der Weg, um immer mehr Mensch werden zu können).
      “ warum meldet sich da dieser liebe “Herr” Jesu nicht? “ – der Freiheit wegen!
      Trotzdem wirkt die Zeit und das Nacheinander der Inkarnationen. Die Inkarnationen sind idealtypisch dafür da, um immer mehr ein Mensch zu werden, sie bieten aber auch die Möglichkeit immer mehr als Mensch zu entwerden!
      Das gehört zum Wesen der Freiheit, deshalb die unabdingbare Notwendigkeit nach einem Erdenleben „Ur-laub“ zu machen, um neu belaubt, in der Nachfolge des „Evolutionswesens von Menschheit und Erde“ ein Mehr an individualisierter Auferstehungskraft in den eigenen Kreuzweg und damit in das Menschheitsmenschentum einzubringen.
      Das ertägt man als jetziger anfänglicher Anwärter, einstmals ein Mensch zu sein, nur, wenn man durch Denken und Übung, Ewiges in sein Zeitliches werden lassen kann. Ganz wirklich – nach und nach, aber immerdar.
      Möge Er auch durch uns in die Welt erstrahlen, in die Welt oftmals perfider Bengel-Innen.

  15. Hans Reuter permalink

    Zöller. Dass das paulinische oder Pauli zugeschriebene Erlösungskonstrukt, also einer generellen Sündenvergebung zum Nulltarif für Jedermann so nicht stimmen kann, wird an zwei Punkten deutlich. Erstens spricht Jesus selbst mit keinem Wort über eine solche Generalabsolution, und zweitens fordert er seine Jünger energisch dazu auf, ihm nachzufolgen und es ihm gleich zu tun. Dies hätte er sich doch sparen können, wenn er gewusst hätte, dass durch seinen Tod alle erlöst worden wären. Luther nimmt dieses Konstrukt sogar zum Anlass, zum fleissigen Sündigen aufzurufen und macht damit das genaue Gegenteil von dem, was Jesus beabsichtigte. Die Erlösung Jesu besteht in der Offenbarung des wahren Gottes, welcher eben nicht jene Wesenheit des alten Testamentes ist.

  16. Thilo Hahn permalink

    “ Und warum meldet sich der Herr Jesus nicht? Andere Termine? “

    Zwischen Jesus und Cristos zu unterscheiden, ist wesentliche Voraussetzung für das Gelingen einer sachgerechten Betrachtung; das zynische Diskreditieren des Jesus trägt aber hierzu keinesfalls bei.

    Manchmal entstammt die Frage des „Wo warst du, guter Jesus“ der Verzweiflung angesichts der Übermacht der Feinde, wie auf dem Isenheimer Altar bei der Versuchung des heiligen Antonius dargestellt und dort auch beantwortet.

    Hier, in einem solchen Blog, könnte es doch vermehrt darum gehen, wie er zu finden ist – das erschiene mir fruchtbarer.

  17. Michaela Wolff permalink

    @ enrico: “ Liebe Gutchristen, ihr seid also auch für dasjenige verantwortlich, was die Katholische oder Protestantische Kirche (zu euren Lebzeiten) anstellt.“

    Lieber Enrico, bin zwar kein Gutchrist sondern ein mit Fehlern behafteter Mensch, aber verantwortlich ist jedes Individuum für das, was es selbst tut oder unterlässt. Wenn jemand z.B. einem Kaninchenzüchter-Verein beitritt und irgendwann ein anderer aus demselben Verein im Nachbargarten einen Apfel klaut, ist einzig der Dieb dafür verantwortlich, nicht jedoch alle Vereinskameraden.
    In der vorchristlichen Zeit wurden ganze Völker als „gut“ oder „böse“ betrachtet. Als „gut“ bzw. als über allen anderen Völkern stehendes Volk wurden die Juden betrachtet, und als „böse“ eben diejenigen Völker, die dem Kulturimpuls des alten Judentumes widerstanden.
    Erst durch das zunächst ja esoterische Christentum kam es zu einer Befreiung von dem, was die Juden als „Erbsünde“ ansahen. Seitdem ist „Kollektivschuld“ kein zeitgemässer Begriff mehr.

  18. Thilo Hahn permalink

    Der Isenheimer Altar und mit ihm die ‚ Versuchung des heiligen Antonius‘ birgt die Möglichkeit auf etwas hinzusehen, wofür ein ‚Verständnis-Umweg‘ über die “ Geheime Figuren der Rosenkreutzer aus dem 16 ten und 17 ten Jahrhundert “ notwendig ist. (Unter diesem Stichwort via Googlebilder zu finden.)

    Wenn wir diese Bilder ansehen, sehen Sie mglw. zunächst nur verschiedene Formen in verschiedenen Farben. Bei weiterer Beschäftigung ist zu erkennen, dass diese Formen z.B. die Schwefelsäure darstellen. Diese bezeichnen wir heute mit einer Summenformel als H2SO4, oder mit einer Strukturformel, die den S in den Mittelpunkt stellt, kreuzförmig umgeben von vier in der Wertigkeit verschiedenen O.(Außen lagern noch die beiden H an.)

    Das alte Bild und seine Symbole und das neue Bild sind weder identisch noch ohne weiteres in einen sich wechselseitig und erschließenden Sinnzusammenhang zu bringen.
    Dass das ‚ alte Bild‘ keine Wissenschaft oder ähnliches sei, bzw Argumente dieser Qualitätsstufe bleiben einmal außen vor- jedenfalls stehen wir vor einem Rätsel.

    Ebenso verhält es sich, wenn wir Heutigen vor dem Isenheimer Altar stehen; wir sehen allerlei rätselhafte und sonderbare tierähnliche Wesen, die uns vielleicht an Bilder des Hieronymus Bosch erinnern. Das es sich um Wesen einer astralen, unterastralen oder gar einer Äther-Welt handeln soll, erweist dem heutigen Verständnis auch keinen nutzbringenden Dienst. Jedenfalls haben diese bösen Wesen den heiligen Antonius zu Boden geworfen und sind offensichtlich dabei, ihn endgültig zu überwinden. Damit korrespondiert die Frage, die unten am rechten Bildrand in gotischen Lettern in Lateinisch angeschlagen ist: „Ubi eras Ihesu bone ubi eras quare non affuisti ut sanares vulnera mea“ – (Wo warst du, guter Jesus, wo warst du? Warum bist du nicht dagewesen, um meine Wunden zu heilen?)
    Vom Isenheimer Altar führt aber über Albert Hofmann ein Weg in unsere mittelbare Gegenwart hin zu einer Entdeckung, die Hofmann weltberühmt machte und am 18. April 1943 stattfand, als Albert Hofmann eigentlich auf der Suche nach einem Kreislaufmittel war. In einer Frühstückspause bei einem Honigbrot und einem Glas Milch fiel ihm die Lysergsäure wieder ein, die er 1938 als Wirkstoff des Pilzes “Claviceps purpurea” identifiziert und in verschiedenen Verbindungen hergestellt hatte. Der vor allem auf Getreide schmarotzende Pilz wird “Mutterkorn” genannt und wurde schon seit dem Altertum als blutstillendes, die Gebärmutter kontrahierendes Naturmittel in der Geburtshilfe eingesetzt. Albert Hofmann und seine Kollegen hatten aus seinen Wirkstoffen das bis heute in allen Kreißsälen verwendete Standardpräparat “Methergin” gewonnen. Sieben Jahre später, fasste Hofmann in einer “merkwürdigen Vorahnung” den Entschluss, eine dieser Verbindungen, das Lsyergsäure-Diäthylamid, noch einmal herzustellen. Während der Arbeit spürte er mit einem Mal ein merkwürdiges Unwohlsein und notierte in einem Protokoll:

    „…Ich musste mitten am Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch eine äußert rege Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen – das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell – wirkten dagegen ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach zwei Stunden verflüchtigte sich der Zustand.” („LSD, Mein Sorgenkind“ von A.Hofmann, als pdf im Internetz zu finden.)

    Eindrucksvolle Schilderungen sind dem Buch zu entnehmen und plötzlich ist der Abstand zum Isenheimer Altar sehr überwindbar geworden- sind dort Realbilder aus einem Krankheitszustand zu sehen, den Hofmann synthetisch reproduzierte?

    Heilmittel wirken ggf. als Informationen für den Anwender, denn z.B. homöopathische Mittel funktionieren nach dem Ähnlichkeitsprinzip ‚Gleiches heilt Gleiches‘. Zum Beispiel verursacht Zwiebel rinnende Augen und Nase. Wenn das Krankheitsbild darin besteht, dass Augen und Nase rinnen, kann das homöopathische Mittel Allium cepa Besserung bringen, ein Mittel, das als Gift wirkt, wirkt demnach, stark genug verdünnt, als Gegengift. Eine häufig auftretende Kritik: Wenn ein Mittel so stark verdünnt ist, ist nichts mehr drin. Der Homöopath aber ist der Meinung:“Die Information bleibt trotzdem.“

    Die Information, die der Isenheimer Altar für den Kranken (den wir unten links im Vordergrund als eine Art „Universalkranken“ mit dick aufgeschwollenem Leib erkennen) bereithält, wirkt nicht stark verdünnt, sondern viel mehr über ihre ungeheure bebilderte, bedrückende Wucht.

    Was aber hat es dann mit der Frage nach dem guten Jesus auf sich? Einer Frage, die heute im Zusammenhang mit Katastrophen auch immer wieder gerne gestellt wird. Die Beziehung zu Gott ist am gefährdetsten in dem Moment, wo das Schicksal mich herausfordert; sicher hadert kaum ein Lotto-spielender Mensch im Moment des Hauptgewinnes mit Gott. Wenn mir aber Gott helfen soll, dann brauche ich eine Verbindung zu ihm- lasse ich Vorwürfe gen Gott hageln, ist das sicher keine tragende Verbindung zu ihm- und für die Qualität der Verbindung zu Gott ist der individuelle Mensch zuständig und verantwortlich! Auch, wenn uns diese Last scheinbar zu erdrücken scheint, sie garantiert die Freiheit!

  19. Hans Reuter permalink

    Thilo Hahn. Wenn Sie sich einmal das Wort Schicksal anschauen, ist darin „schicken“ enthalten. Wenn man über die Gesetzeswelt Gottes und das Schicksal reflektiert, kann es sehr nützlich sein, dem Gedanken zu folgen, dass der Mensch keine diesseitige Neuschöpfung darstellt, sondern schon vor seiner Geburt existierte und damit gewisse Belastungen mit in sein irdisches Dasein bringt, was ihm in aller Regel nicht bewusst ist. Auch Origines war von der Prädestination des Menschen überzeugt und bekam dafür von der Romkirche die Bannflüche hinterher geworfen.

  20. Thilo Hahn permalink

    Hans Reuter.
    Zu Schicksal finde ich Dr. Rudolf Steiner sehr Richtung weisend, wenn auch der Duktus anders gehalten ist als im gebräuchlichen Schicksalverständnis:

    ES RUHEN IN DER ZUKUNFT SCHOSS

    Für meine Seele
    Die guten und die schlechten Lose.

    Was mir Gutes täglich erfließt,
    Will ich bemerken;
    An ihm zeigt sich mir,
    Was Götter aus mir gemacht.

    Was mir Schlimmes zuweilen erfließt,
    Will ich ertragen;
    An ihm zeigt sich mir,
    Was ich selber aus mir machen kann.

    Ich danke meinem guten Geschick,
    Wie ich jetzt lebe.
    Ich danke meiner Stärke im schlimmen Geschick
    Die Kraft, die ins Leben mich aufwärts führen kann.

    Wer glaubt, das gutes Geschick allein fördert,
    Schlimmes allein niederbeugt,
    Der sieht nicht das Jahr, sondern allein den Tag.

    • Ein schönes Gedicht über die „Geschicke“ hat Rudolf Steiner da geschrieben.

      Heute wird ja das Wort „Geschick“ eher im Sinne von „Talent“ gebraucht, zu Rudolf Steiner’s Zeiten war das scheinbar auch noch ein Sammelbegriff für „gutes“ und „schlechtes“ Schicksal.

      Die Anführungsstriche bei „gutem“und „schlechtem“ Schicksal sind wichtig, weil es eigentlich kein schlechtes Geschick gibt (wie ja R. Steiner auch hervorhebt: Zählt man die Jahre, war auch das vermeintlich schlechte Geschick stärkend und deshalb wohl Not-wendig).

      Die Silbe -sal kommt noch aus keltischen Zeiten und hat weitreichende Bedeutungen, wie sie auch noch in den Worten Salz, Sol (= Sonne), (Salz-) Sole, Hall (Bad Reichenhall!), Heil und Schall mitschwingen.

      (@Michaela: Du hast doch ein Faible für die Lautverschiebungen innerhalb der Sprache, fällt Dir noch mehr dazu ein?)

      Es geht bei dieser Silbe -sal genau um dieses Unsichtbare, um die hohen Schwingungen/Frequenzen/Töne, aus denen die ganze Materie besteht und in welche „die ganze Materie eigentlich nur hineingekippt wurde“ (um mal salopp zusammenzufassen, was @Zombienation weiter oben wohl mit „kondensierter Geist“ meinte und was u.a. @Weiner im DGF zu Falkenauge’s Thema beizutragen wusste -> lesenswert)

      Das Wort „Schicksal“ meint also eigentlich „geschicktes Heil“, während das -sal in „Trübsal und Drangsal“ eher „gedämpfte/bedrängte Schwingung“ bedeutet.

      Und ein „Scheusal“ scheut wohl das Licht (el Sol), bzw. die hohe Schwingung.

      Deutsche Sprach‘ – sehr schöne Sprach‘, ein Labsal.

      • Michaela Wolff permalink

        Loki „..fällt Dir noch mehr dazu ein ?)“ Ja, schon, einen ham`wir noch, und der passt auch mit dem Begriff: Loki zusammen. Habe mal gelesen, dass es am Ende der Eiszeit (vor ca. 10-12000 Jahren) eine Völkerwanderung gab, die ausging von einer Landmasse westlich von Irland, wo heute Meer ist, gen Osten nach Tibet und Indien. Die Menschen, welche vom Westen aus gen Osten zogen, sollen ihre Götter, ihre Kultur mitgenommen haben.
        Eine Gottheit hiess ursprünglich Wotan.
        Es wird behauptet, dass dieser Name Wotan im Laufe langer Zeiten zu Bodhan mutierte.
        Bodhan wiederum wurde zu Buddha.
        So gesehen ist der Name Buddha einer, der wie ein Echo aus ferner Vergangenheit uns erinnert an den Pantheon der nordischen und westlichen Gottheiten, zu denen auch Loki gezählt wird. Loki – der Gott der Vulkane und der Wölfe, ein Formwandler, der sich sogar in eine Mutter und auch mal in einen Lachs verwandelte – halt dem Donnergott Thor, als disesem der Riese Thrym den Hammer geraubt hatte. („Des Hammers Heimholung“)
        Loki = Lucifer, Gott der Weisheit, ohne den wir kein Verständnis für das Mysterium von Golgatha bzw. keine solche „Gnosis“ -laut Steiner – hätten erlangen können.
        Womit wir wieder beim Thema sind.
        Kannst Du Dich in einen Lachs verwandeln, Loki ?

  21. Hans Reuter permalink

    Thilo Hahn. Aus Ihrem Text geht die Prädestination des Menschen nicht hervor. Meines Wissens ist es die Ansicht Steiners, dass sich Gott, erst in dieser materiellen Welt mit dem Menschen manifestiert. Diese Ansicht halte ich für falsch. Das Geistige ist immer das Primäre. Wie sagte es Einstein so treffend, Gott würfelt nicht. Und wenn ich von einer Allgerechtigkeit Gottes ausgehe, ist der Mensch selbst der Gestalter seines irdischen und in logischer Fortführung auch seines transzendentalen Schicksals.

  22. Thilo Hahn permalink

    Hans Reuter. Zu dieser Frage äußerst sich Dr. Rudolf Steiner bereits 1909 in „Die Geheimwissenschaft im Umriss“, GA 13, 1996, S. 140, „(…) Es entwickelt sich dieses Stoffliche aus dem Geistigen heraus. Vorher ist nur Geistiges vorhanden. Man nimmt durch diese geistige Beobachtung das Geistige wahr und sieht, wie in weiterem Verfolg sich dieses Geistige zu dem Stofflichen teilweise gleichsam verdichtet.(…) Man hat sich aber nicht vorzustellen, daß jemals alles (kursiv bei Steiner; T.H.) Geistige sich in Stoffliches umwandelt, sondern man hat in dem letzteren immer nur umgewandelte Teile des ursprünglichen Geistigen vor sich. Dabei bleibt das Geistige auch während der stofflichen Entwicklungsperiode das eigentlich leitende Prinzip.“

    „Es ruhen in der Zukunft Schoss “ eignet in so feiner Weise, um der Enge, in der der Begriff Prädestination (häufig) gebraucht wird, die abhanden gekommene, notwendige Weite wieder einzuwehen.

  23. Armin Pieroth permalink

    Die Sache hat einen riesigen Haken: „es floß Blut und Wasser hervor“. Tote bluten nicht, denn sie haben keinen Blutdruck mehr. Das weiß jeder Rettungssanitäter, aber anscheinend kein Theologe. Was als Beweis für Jesu Tod angeführt wird, ist genau das Gegenteil. Zu dem besagten Zeitpunkt war er eben nicht tot.

    • @Armin Pieroth:
      Die Sache mit dem riesigen Haken gebe ich gerne zurück, denn mir ist schon klar, dass Tote nicht mehr bluten (ich habe sowohl die Ausbildung zum Sanitäter, als auch zum HP…); und das ist auch der Grund, warum ich oben schrieb‘, dass „keine großen Blutflecken“ -die auf eine permanente Blutung hinweisen würden- auf dem Leichentuch zu sehen sind.

      Allerdings bezog sich das mit dem „Blut und Wasser“ auf den Lanzenstich in Jesu Seite und wenn Du die Untersuchungen zum Leichentuch kennst, ist Dir vielleicht auch bekannt, dass die Todesursache bei einer Kreuzigung durch langsames Ersticken erfolgt. Es ist nun müßig, darüber zu spekulieren, ob bereits die Lunge voll Ödemen (= Wasser) war, oder ob
      sich die Lymphe durch das Auspeitschen eher im umliegenden Gewebe (Rippen-/Lungenfell) angesammelt hatte, aber es erscheint logischer, dass der Lanzenstich tiefer als 2-3 cm ging und damit die Lunge perforierte, wodurch die Lymphe herausfloß. Das passiert auch bei einem Toten, ohne Blutdruck, alleine durch die Schwerkraft. Ein Lebender würde bei so einem Stich Blut verlieren, kein Wasser, was eigentlich einleuchten sollte?

      Und zum Leichentuch habe ich es oben schon geschrieben: Es sind da keine längerdauernden Blutungen (im Sinne von „großen Flecken“) zu sehen.

      Ein Versuch aus der Sani-Ausbildung: Maschinenöl hat eine ähnliche Konsistenz wie Blut; schütte mal 100ml Öl (oder auch Blut, wenn Du welches über hast) auf ein Tuch und sieh‘ Dir an, wie groß der Fleck werden wird. Wir haben diesen Versuch gemacht, um den angehenden Sanitätern die Angst vor Blutlachen zu nehmen, weil ein halber Liter Blut nach sehr sehr viel Blutverlust aussieht, aber einem Menschen nicht soo viel ausmacht.

      Die Flecken auf dem Leintuch sind dagegen winzig und weisen nicht auf einen polytraumisierten -lebenden- Körper hin, der noch stunden- oder tagelang geblutet hätte.

      • Nachtrag: Hier hat ein Mediziner beschrieben, wie Geißelung und Kreuzigung zum Tode führen: http://www.soulsaver.de/glaube/kreuzigung/

        Ich bin (mit meinem Sani-, Hp- und „Theologen“-Wissen) mit dem Bericht weitgehend einer Meinung, nur dachte ich bisher, der Lanzenstich wäre in die rechte Brustseite erfolgt; die These mit dem Pericard-Erguss als Todesursache (führt zum plötzlichen Herztod) ist mir deswegen neu, was aber keinen großen Unterschied macht, denn beide dieser Möglichkeiten zählen in einem Kreuzigungsszenario zu den „normalen“ (= „erwünschten“) Todesursachen.

        Dieser Bericht auf soulsaver.de sei allen „Kreuzestod- und Auferstehungs-Skeptikern“ sehr empfohlen.

  24. heimatlos permalink

    Dildoldi,

    „Ein Nachweis für mich ( und da bin ich sicher, nicht nur für mich ) wäre z.B. ein Mensch ( Person, Erscheinung, was auch immer ), der auf dem Petersplatz.. usw. “

    Das stimmt wohl, dass Sie nicht der einzige sind, dem ein solcher “ Nachweis“ berechtigt erscheint.

    Geht man dem auf den Grund jedoch, dann würde der Gott am Ende als “ Diktator'“ erscheinen, der den Menschen das “ gute “ aufzwingen würde.

    „Was Paulus angeblich vor Damaskus erlebt haben will/soll, ist nicht nachprüfbar oder sonstwie verifizierbar“

    Das Gegenteil dieser Behauptung ist aber in dem letzten Absatz meines vorigen post enthalten, mit der – zugegeben- etwas rethorischen Frage, die sie nicht verstehen.

    Denn wenn jemand mehr als 50 Jahre später etwas erlebt, was ein anderer 50 Jahre zuvor beschrieben hat… so ist das für mich schon ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sehr wohl verifizierbar ist.

    Ich belasse es bewusst bei diesen kurzen, komprimierten Hinweisen, weil die Kommentar-Funktion dieses Blogs nicht der Ort ist, so etwas näher auszuführen, was sicher mehr als ein Buch füllen könnte.

    • dildoldi permalink

      „Wie Gott erscheinen würde…“, ich bitte Sie, was ist das denn ? Bestenfalls Ihre persönliche Meinung ! Und wodurch, oder besser, womit, sind Sie meiner Aussage auf den Grund gegangen ? Wieso erscheint Gott als „Diktator“ ( was diktiert er denn ?) wenn er nach schlappen 2000 Jahren sich blicken lässt und das tut, weswegen er konkretes Handeln und Rituale der an ihn Glaubenden mittels seiner Mediatoren ( Klerus ) immer wieder verlangt hat, und was ja wohl unbestreitbar etwas „Gutes“ für alle Menschen ist ? Was Sie zur Verifizierbarkeit des Pauluserlebnis vor Damaskus sagen, ist doch genau der Knackpunkt der ganzen Sache, den Sie und viele Andere hier offenbar grundsätzlich nicht verstehen können/wollen. Sie erwarten allen Ernstes, dass man irgendwelche „Schriften“, deren Herkunft sowohl bibliographisch als auch historisch fragwürdig sind, vorbehaltlos Glauben schenkt, nur weil Sie und Andere das für sich persönlich als ultimative Wahrheit erkannt haben. Weil vor 2000 Jahren irgendwer irgendetwas behauptet hat, das wohl dadurch „wahr“ sein soll, dass 50 Jahre später jemand anders das Selbe erlebt haben will. Was für Sie ein deutlicher Hinweis ist, weil Sie es glauben ( wollen ),ist für mich nicht mehr als eine Behauptung, deren Wahrheitsgehalt auch Sie nicht verifizieren können. Oder können Sie es ? Und hier tritt wiederum das Hauptproblem zutage : Glaube versus Plausibilität. Es sei Ihnen selbstverständlich unbenommen, ersteres zu präferieren, meinerseits wird es immer letzteres sein.

      MfG

  25. Michaela Wolff permalink

    @ heimatlos: Thema:Damaskus- Erlebnisse
    Ich glaube, bei Ihnen davon ausgehen zu dürfen, dass Sie Ihr „Damaskus“ bereits erlebten und dadurch eine für Sie selbst zweifelsfreie Erkenntnis erlangten.
    Ob mein Glaube da an einer Wahrheit haftet, wissen Sie besser. Es muss kein Ruhmesblatt sein, WARUM jemand aus irgendeiner persönlich erlebten Heimatlosigkeit heraus sich auf eine Suche nach spiritueller Ur-Heimat begibt.
    Und es kann jemand eine Erkenntnis erlangt haben, die zweifelsfrei ist. Nur ein Bild:: Jemand ist Zeuge eines Diebstahls geworden und hat die zweifelsfreie Erkenntnis erlangt, dass Herr A. der Dieb ist. Das anderen zu beweisen, ist allerdings an mehr noch gebunden als an die eigene Erkenntnis, die ausser Zweifel für den Zeugen steht.

  26. heimatlos permalink

    M. Wolff,

    Es ist hier, wie oben schon geschrieben, nicht der Ort, näher auf diese Thematik einzugehen.

    Doch soviel sollte schon noch sein dürfen, insofern es den „Nachweis“ betrifft, da meine Erlebnisse zu einem Zeitpunkt stattfanden, an dem ich die Beschreibungen Steiners dazu überhaupt noch gar nicht kannte, der solche plausibel als jene beschrieb, durch welche es in den nächsten 2500 Jahren möglich sein wird , eine reale Christus-Begegnung haben zu dürfen.

    Durch das nachträgliche bekannt werden mit diesen Mittielungen wird nämlich der mögliche Einwand entschärft, sich selbst die Mitteilungen darüber so „zurecht gelegt zu haben, dass sie eben „passen“.

    Und ja, ich hatte durch diese Erlebnisse die unmittelbare Gewissheit und Sicherheit der Warhheit dessen, was ich erlebte. Allerdings auch grosse Zweifel darüber, ob es je gelingen könnte, es anderen so mitteilen zu können, wie es in Wirklichkeit ist.

    Was mir da noch fehlte, so empfand ich es damals, war sozusagen der Gedankeninhalt des Erlebten, das weit außerhalb von dem liegt, was man so in unserer Zeit und Kulturkreis lernt, als Wahrheit zu begreifen.
    Man muss dazu seine ganze Weltsicht gewissermassen ändern. Wie sehr das der Fall ist, kann man an dem Umfang der Anthroposophie ermessen, die für viele heute noch als Ausgeburt eines fantastischen Geistes angesehen wird.

    Nun, heute- 36 Jahre später- habe ich mir wohl einen grossen Teil dieses genannten Gedankeninhaltes erarbeitet. Zumindest was das Verständnis des Christus-Ereignisses betrifft.

    Aber die Möglichkeit, es anderen so mitzuteilen, wie es ist, ist dadurch nicht wirklich näher gerückt.
    Potentiell wohl schon, aber die Erfahrung zeigt, wie dazu ja immer mindenstens zwei nötig sind.
    Es muss nicht nur jemand da sein, der solche als eigene Erfahrungen nachvollziehbar beschreiben kann, sondern auch jemand, der sich die Grundlagen dazu erarbeitet hat, es verständnisvoll entgegen nehmen zu können.

    Und soviel man sich heute von dem ernsthaften Studium der Anthroposophie fernhält, genausoviel hält man sich von der Möglichkeit fern, das zu verstehen, was der ganzen Erdenentwicklung erst ihren Sinn gibt.

    • Michaela Wolff permalink

      @ heimatlos Besonders Ihren letzten Satz würde ich am liebsten hervorheben, unterstreichen.
      Will nur mal ein Stichwort geben: GA 118, „fantastisch und krank“
      Und man kann jemand von ganzem Herzen lieben, der sich all dem selber verschliesst.
      Da dann zu „missionieren“ wäre gegen dessen Willen und wäre fruchtlos.

  27. @Michaela
    Das Schicksal hat zugeschlagen und hat meine erste Antwort an Dich in den Weiten des www verschwinden lassen. Deswegen nun mein zweiter Versuch und um nicht komplett am Thema vorbei zu schreiben und gleichzeitig auf den von Dir verwendeten Begriff „Völkerwanderung“ einzugehen, werde ich einen Bogen schlagen und damit wohl ein ziemlich großes (und bisher sehr gut verschlossenes) Faß aufmachen.

    @software-engineer hat im DGF den Beitrag „Kreuzigung und Auferstehung der Menschen des deutschen Volkes“ geschrieben (http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=432886).

    Nun ist es ja augenfällig, dass wir momentan unserer guten deutschen Geschichte und überhaupt unserer Wurzeln beraubt werden (sollen). Die Frage ist jedoch, ob wir unsere wirklichen Wurzeln jemals gekannt haben?

    Woher kommen denn die Deutschen? Von den Germanen, Teutonen und Kelten?
    Und die wiederum kommen vom Bronze- und Steinzeitmenschen zur Zeit der Neandertaler??

    Weiter gefehlt geht kaum noch!

    Die Geschichte ist ganz einfach und bei Jesaja bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar:

    Nach dem Auszug aus Ägypten, in den 40 Jahren in der Wüste, haderte ein großer Teil des auserwählten Volkes mit Jahwe, nicht nur einmal. Und kurz vor der Invasion ins Land Israel war Jahwe auf 10 der 12 Stämme Israel’s so richtig sauer und er wollte sie vertilgen. Durch die Fürsprache des Hauses Juda sah Jahwe davon ab und meinte: „Dann sollen sie halt hier in der Wüste verhungern!“ Das wiederum wollten die 10 Stämme nicht und sie zogen auf eigene Faust Richtung Gelobtes Land, wo sie -ohne die Hilfe Jahwe’s- den dort lebenden Riesen erbarmungslos ausgeliefert waren und von diesen „in alle Richtungen versprengt wurden“!

    Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass der überlebende Rest dieser 10 Stämme nach Europa floh und dass aus ihnen „wie aus dem Nichts“ die keltische Kultur entstand.

    Hinweise dafür:
    Zum Beispiel die keltische „Schrift“, die Runen
    Die 10 verlorenen Stämme Israel’s hatten natürlich keine Kenntnis der hebräischen Schrift, da diese nur dem Haus Juda und dem Haus Levi bekannt war, also den Pharisäern und Schriftgelehrten, die nun in Israel lebten. Aber sie kannten die Alltagsschrift in Ägypten (babylonisch-phönizisch) und diese Schrift ähnelt im Aufbau den Runen sehr stark. (-> Wikipedia „Runen“, dort v.a. die „Punische These“).

    Ein weiteres Indiz ist ihre Aufteilung in 12 Stämme, eine Erinnerung an die 12 Stämme Israel’s.

    Dass die Kelten -ohne ihre Schriftgelehrten und Pharisäer- vom „Ein-Gott-Glauben an Jahwe“ eher enttäuscht waren, braucht wohl nicht verwundern und daher kam wieder eine Art „Naturreligion“ bei den Kelten auf und die Gefangenschaft in Ägypten und ihre Niederlage in der Wüste (geschweige denn Mose und Abraham) gerieten schnell in Vergessenheit, da es ja keinerlei Aufzeichnungen gab und das Leben in der damaligen Barbarei wahrscheinlich ein ständiger Überlebenskampf war, wo für’s Geschichten-erzählen erstmal keine Zeit war.

    Auf YouTube gibt es mehrere Videos zu diesem Thema, hier ist der erste Teil einer Serie, die mit „Krieg gegen Weiße“ betitelt ist: https://m.youtube.com/watch?v=MrpKUyNwoSI
    (Das sind mehrere Stunden Bibelexegese, die man mal durchdenken sollte.)

    Wenn @software-engineer im DGF die Frage stellt, wann die Deutschen wieder auferstehen, frage ich mal, ob die Frage nach unserer wahren Herkunft und die Antwort „Wir sind die Nachkommen der 10 verlorenen Stämme Israel’s“ gesellschaftsfähig werden könnte?

    @Michaela
    Noch kurz zu Deiner Frage, „ob ich mich in einen Lachs verwandeln kann“:
    Nein, das kann ich nicht, aber ich kann das Fleisch von Lachsen in MEIN Fleisch verwandeln, wenn ich sie esse.
    Und zur Figur „Loki“: Der war m.E. kein Gott, denn es gibt nur Einen, Loki war allenfalls ein Sohn eines Nephilim und eines Menschen, also ein „Titan der Vorzeit“, der in biblischen Zeiten sein Unwesen trieb und dem später dann bestimmte Entsprechungen angedichtet wurden.
    (Wenn Du genauer wissen willst, warum ich den Namen „Loki“ verwende, das habe ich mal einer lieben Seele im Weltenwende-Forum erklärt: http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=19882

    • Michaela Wolff permalink

      @ Loki:“…, denn es gibt nur Einen,..“

      Bist Du Dir da auch sicher ? Lies mal Johannes-Evangelium 10, 34. Jesus Christus sprach zu den Juden: „Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz(Psalm 82,6):“Ich habe gesagt: Ihr seid Götter.“?“
      Also Plural bitte beachten.

      • @Michaela

        > …denn es gibt nur Einen
        >> Bist Du Dir da auch sicher ?
        >> Lies mal Johannes-Evangelium 10, 34.

        Der Zusammenhang und zu wem Jesus in Joh.10,34 spricht, ist Dir klar?
        Wenn „ja“ verstehe ich Deine Frage nicht, denn das war eine Herausforderung für die Schriftgelehrten, weil ein Nicht-Schriftgelehrter diesen Text eigentlich nicht kennen durfte und Jesus damit seinen Titel „Sohn Gottes“ rechtfertigte. Jesus meinte das nicht wörtlich, aber er schlug die Leviten damit auf ihrem eigenen Feld. Lies selber bei Johannes, was deswegen dann geschah.

        Zur Übersetzung von Psalm 82,6 verweise ich mal auf die Originalquelle:
        http://bibeltext.com/interlinear/psalms/82-6.htm
        Kannst Du mit strong’s concordance umgehen? Hier alles zu „elohim“:
        http://bibeltext.com/hebrew/430.htm
        Ich hoffe, nun ist klar, was das „elohim“ in Psalm 82,6 bedeutet?

        > Also Plural bitte beachten.

        Michaela, ich glaube an ein höchstes Wesen, welches selber KEIN Geschöpf ist und welches alle Schöpfung aus Sich geschöpft hat. Wie sollte es davon mehrere geben können??

        Wenn sich irgendwelche Nephilim und Titanen und Kaiser und Könige als „Gott“ oder „Götter“ titulieren, dann ist es nicht meine Sache, das zu verurteilen, aber es ist meine Sache, ob ich diese Geschöpfe als Götter ansehe und damit das Gebot meines Schöpfer’s, keine anderen Götter anzuerkennen, verletze.

        Für mich ist und bleibt es also EIN Schöpfer-Gott, mehr noch, für mich ist das Gott-VATER, also ein Schöpfer, der seine Geschöpfe liebt und der mit seinen Gedanken die Materie „in Form bringt“, genau so, wie das winzige Spermium eines Mannes dieselbe Aufgabe bei der Zeugung hat: In-Form-ation in die Eizelle der Mutter zu bringen und in diesem Ei sind dann alle Atome und Moleküle, welche diese Quantenwelle des Spermiums braucht, um die vorher wahllos („chaotisch“) verstreute Materie im Dotter zu DNA und Aminosäuren und letztendlich zu einem Menschen zusammenzubauen.
        Deswegen heißt es ja MATERie, da versteckt sich das Wort Mutter nicht mal.

        Also: Wieviele Schöpfer mag es wohl geben und wieviele davon sind selber Geschöpfe?
        Und was kommt wohl als Ergebnis raus, wenn man alle Geschöpfe von allen Schöpfern subtrahiert?

        Und eigentlich wäre mir eine Diskussion über unsere gemeinsamen Wurzeln lieber gewesen als eine unnötige und christlich-streng genommen sündhafte Diskussion darüber, dass es mehrere Götter gäbe.

  28. Synchronizität?

    Ich schaue gerade ein YouTube-Video zum Thema „Vimanas“ (bei solchen Themen bin ich immer sehr skeptisch, deswegen wollte ich wissen, was der Video-Ersteller dazu sagen kann).

    In diesem Video wird u.a. auf wissenschaftliche Erkenntnisse verwiesen, die aufzeigen, dass die DNA nicht aus Molekülen aufgebaut ist, sondern ursprünglich eine „Quantenwelle“ ist, ich zitiere:

    We are surrounded by pulsating waves of invisible genetic information, whose waves create microscopic gravitational forces that pull in atoms and molecules from their surrounding environment to construct DNA.

    Übersetzung: Wir sind von pulsierenden Wellen unsichtbarer genetischer Informationen umgeben, und diese Wellen erzeugen mikroskopische Gravitationskräfte, welche Atome und Moleküle aus der Umgebung in sich hineinziehen, um die DNA zu konstruieren.

    Quelle: http://energyfanatics.com/2017/01/26/scientific-experiments-show-dna-begins-quantum-wave-not-molecule/

    Also auch die moderne Wissenschaft bestätigt, dass der Geist (die unsichtbaren „genetischen“ Wellen) die Materie formt, bzw. der Geist diese Materie sogar in sich hineinzieht.

    Q.e.d.

    • Michaela Wolff permalink

      @ Loki Es ist der lebendige göttliche Geist Selbst, der aus Sich heraus das Materielle hervorbringt. Auch der lebendige Erdenmensch sondert von sich selber tote materielle Dinge ab.
      Wenn Du dir die Nägel schneidest, sonderst Du etwas ab, was zuvor zum lebendigen Organismus gehörte. Nun ist es ein totes materielles Ding, das dem Zerfall unterworfen ist.
      Seitens der Materialisten besteht die Auffassung, das Leben sei ein „Zufallsprodukt der Materie“.
      Der Mensch – so denkt der Materialist – stamme vom Tier ab, das Tier von der Pflanze und diese vom Einzeller o.ä., dieser vom leblosen materiell-chemischen Stoff, also vom Mineralreich, das leblos ist.

      Nun nimm einen Diamanten. Er ist entstanden aus Kohle urzeitlich verbrannter Wälder. Lebendige Bäume waren da, ohne deren Lebenskraft also niemals ein ja lebloser Diamant hätte entstehen können. Genauso beim Bernstein. Sein Ursprung liegt im Lebendigen. Und das Leben Selbst ist Geist und ist für äussere Augen unsichtbar, wie auch für äussere Augen das Kraftfeld eines Magneten unsichtbar ist. Man kann das Wachsum einer Pflanze beobachten und messen, aber die Kraft, welche dieses Wachstum verursacht, ist selber zunächst unsichtbar.
      Nur in ausnahmsweisen Bewusstseinszuständen ist diese ätherische Kraft geistig schau-bar.

      Es geht meiner Meinung nach darum, das Bewusstsein durch Meditation und durch das Herstellen eines leeren Wachbewusstseins so zu erweitern, dass die geistige Welt, die viel realer ist, als die materielle Sinneswelt real ist, wieder erlebbar wird. Das so Erlebte widerspricht nirgends dem, was an zweifelsfreien Erkenntnissen die Naturwissenschaft erlangt. Es ergänzt diese nur.

  29. heimatlos permalink

    Dildoldi,

    „Sie erwarten allen Ernstes, dass man irgendwelche „Schriften“, deren Herkunft sowohl bibliographisch als auch historisch fragwürdig sind, vorbehaltlos Glauben schenkt, nur weil Sie und Andere das für sich persönlich als ultimative Wahrheit erkannt haben.“

    wissen Sie eigentlich worüber Sie da gerade schreiben?

    Wenn für Sie anthroposophische Schriften „bibliografisch und historisch fragwürdig“ sind, so sagt das allenfalls etwas über Sie selbst aus. Zumindest, dass sie diese Schriften ihrem Inhalt nach überhaupt nicht kennen.

    Was ich erwarte ist keinesfalls blinder Glaube, sondern eher das Gegenteil davon, nämlich gründliches prüfen.

    als einsteig kann ich ihnen “ Die Philosophie der Freiheit“ Steiners empfehlen. Da brauchen sie nämlich keine andere Voraussetzungen, als ihr eigenes, vorurteilsfreie Denken.

  30. heimatlos permalink

    Dildoldi,

    „„Wie Gott erscheinen würde…“, ich bitte Sie, was ist das denn ? “

    Ein mit dem Herzen erlebter Gedanke. Das haben sie nämlich so an sich, die Gedanken,
    dass wenn sie weniger vom Gehirn als vom Herzen ausgehen lebendig und bildhaft werden

    „Bestenfalls Ihre persönliche Meinung ! “

    “ Bestenfalls“, immerhin.. es ist eine persönliche Erfahrung, von der Sie bis hierhin eigentlich, wenn Sie ehrlich sind, nichts konkretes wissen können.

    „Und wodurch, oder besser, womit, sind Sie meiner Aussage auf den Grund gegangen ?“

    Sie sind wahrlich nicht der Erste, der diese Gedanken denkt. Man muss sie aber in aller Gänze durchleben und mit den geistigen Augen des Herzens schauen.

    „Wieso erscheint Gott als „Diktator“ (was diktiert er denn?) wenn er nach schlappen 2000 Jahren sich blicken lässt und das tut, weswegen er konkretes Handeln und Rituale der an ihn Glaubenden mittels seiner Mediatoren ( Klerus ) immer wieder verlangt hat, und was ja wohl unbestreitbar etwas „Gutes“ für alle Menschen ist.“

    Hier machen Sie sich auch ein Bild von dem Gott und den Erwartungen die Sie an diesem richten.

    Und was ist das für ein Bild?
    Da steht der Gott ausserhalb seiner Schöpfung und dirigiert diese wie ein Regent, der entscheidet wann – was – wie in seinem Reich zu erfolgen hat.

    Der Vatergott ist aber IN seiner Schöpfung drin. Es ist seine Substanz, von der alles Physische ausgeht, was uns umgibt und was wir selber an uns tragen.
    Und diese Vaterschöpfung ist auf Freiheit angelegt, als Grundlage für eine Form der Liebe die als Ergebnis einer freien Gabe hervorgeht.

    • dildoldi permalink

      “ Bestenfalls“, immerhin.. es ist eine persönliche Erfahrung, von der Sie bis hierhin eigentlich, wenn Sie ehrlich sind, nichts konkretes wissen können.“

      Natürlich nicht, wie denn auch, es ist Ihre Erfahrung !

      „Hier machen Sie sich auch ein Bild von dem Gott und den Erwartungen die Sie an diesem richten.“

      Allerdings, denn das ist ja wohl das, was die institutionalisierten Religionen als Bild Gottes verbindlich vorgeben, damit der dieses Bild vermittelnde Klerus ein parasitäres Dasein, losgelöst von jedweder Art von Erwerbstätigkeit, nach wie vor führen kann.

      „Und was ist das für ein Bild?
      Da steht der Gott ausserhalb seiner Schöpfung und dirigiert diese wie ein Regent, der entscheidet wann – was – wie in seinem Reich zu erfolgen hat.
      Der Vatergott ist aber IN seiner Schöpfung drin. Es ist seine Substanz, von der alles Physische ausgeht, was uns umgibt und was wir selber an uns tragen.
      Und diese Vaterschöpfung ist auf Freiheit angelegt, als Grundlage für eine Form der Liebe die als Ergebnis einer freien Gabe hervorgeht.“

      Wenn das so ist wie Sie sagen, welchen Sinn haben dann Religionen ? Wenn Gott prinzipiell in uns ist, wozu braucht man dann Rituale und Gebete ? Wozu eine „Auferstehung“ ?
      Das mag alles so sein, wie Sie behaupten, aber Sie werden das NIE irgendwie verifizieren können, warum ? Weil es Ihr individueller Glaube ist, den Sie mit vielen ( oder wenigen, egal ) Menschen teilen, der vielleicht Ihr persönliches Bedürfnis nach einer Erklärung für das Hier und Jetzt und Ihre Existenz darin zu befriedigen vermag, das war es aber auch schon. Vielleicht haben Sie auch durch spirituelle Erlebnisse eine Bestätigung dieses Ihres persönlichen Glaubens erlebt, schön für Sie, das meine ich keinesfalls sarkastisch. Ich vermag darin aber keinerlei wie auch immer geartete Relevanz zu sehen, ob ich das weiss oder nicht weiss hat definitiv keinerlei Bedeutung für mein Leben in dieser Welt.

      MfG

  31. Es ist doch offensichtlich aus dem Evangelium, dass der Auferstehungsleib eben kein physischer Leib ist ,sondern ein Lichtkörper, den man zwar berühren konnte, aber der dennoch – anders als der Stoffkörper – einfach so „erscheinen“ konnte, also ein Scheinleib, nämlich vom Schein des Lichts. Wer es fassen kann, der fasse es!

  32. Michaela Wolff permalink

    @ dildoldi: „Bild Gottes“ Erst wenn Sie all Ihre Bilder und Vorstellungen inklusive der Selbstbilder und Gottesvorstellungen komplett ausblenden und so ins leere Wachbewusstsein gehen, kann es zu einer inspirierten Erkenntnis kommen.
    Solange wir nur von Bildern geistig ausgehen, schauen wir noch nicht die Bildekräfte bzw. „den Maler“.

  33. Werner N. permalink

    Für die Herkunft des Turiner Grabtuches gibt es aufgrund der Radiocarbon–Methode drei verschiedene „wissenschaftliche“ Datierungen: Die meisten Untersuchungen ordnen es einem mittelalterlichen Stoffgewebe zu. Ein Teil datiert es auf eine vormittelalterliche Zeit. Selbst katholische „Wissenschaftsinstitute“ kommen mit einigen Zusatzvermutungen auf das 1. Jahrhundert n. Chr. (Kath. Magazin, 25.02.2014). Also nicht auf das Jahr 33 n. Chr. Dieses wird mit fragwürdigen „Mittelwert“–Berechnungen konstruiert.

    Merkwürdig auch, dass sich n.m.K. kein einziger Theologe oder „Wissenschaftler“ die Frage stellt, ob Jesus nicht nur bewusstlos war oder ein „Nahtod–Erlebnis“ hatte, das Tage dauern kann und bei den voraufgegangen Strapazen kein Wunder wäre. Die Behauptung, dass „der Sohn Gottes“ von den Toten auferstanden sei, soll nur das „sola Jesus“ bekräftigen und dem christlichen Imperialismus der Kirche dienen, d.h. dem Alleinanspruch auf den „all-einen Gott“. Für die christliche Religion als solche und den sog. Glauben ist die physische Wiederauferstehung des Wanderpredigers nicht nötig – so sie überhaupt stattfand.

    • @Werner N.
      Ich werde nun sogar darum bitten, die Kirche im Dorf zu lassen:
      Bitte -Ihr alle dort draußen- lasst die Kirche endlich im Dorf.

      > Die Behauptung, dass „der Sohn Gottes“ von den Toten auferstanden sei,
      > soll nur das „sola Jesus“ bekräftigen und dem christlichen Imperialismus
      > der Kirche dienen, d.h. dem Alleinanspruch auf den „all-einen Gott“

      Ich kann hier nur für mich sprechen: Vor über 10 Jahren bin ich aus der röm.-kath. Kirche ausgetreten, und zwar nicht, weil ich NICHT an Gott glaube, sondern WEIL ich an Gott-Vater und Seinen „Sohn“ Jesus Christus glaube. Für mich ist die Kirche die „Hure Babylon“ der Offenbarung und weiter oben haben auch andere Kommentatoren wiederholt darauf hingewiesen, dass Kirche und Glaube und Christentum nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben (müssen). Ich will aber hier nicht dauernd über die Kirche schwadronieren müssen, weil die mit der Bibel und der unmittelbaren Zeit nach Jesus und mit dem Urchristentum nichts zu tun hat.

      > Für die Herkunft des Turiner Grabtuches gibt es aufgrund der Radiocarbon–Methode
      > drei verschiedene „wissenschaftliche“ Datierungen:

      Hast Du obige Kommentare eigentlich auch gelesen oder nur den Artikel?
      Und kennst Du aktuellere Dokumentationen zum Grabtuch?

      Es ist schon seit Jahren bekannt, dass das Leichentuch im Mittelalter bei einem Brand angesengt und von Nonnen repariert wurde. Bei dem ersten Stofffetzen, der zur Radiokarbon-Untersuchung verwendet wurde, hat man dann festgestellt, dass er aus einer der Reparaturstellen und nicht vom eigentlichen Grabtuch genommen wurde. Vielleicht steckte sogar Absicht der Kirche dahinter, weil seitdem alle neuen Anfragen für eine Gewebeprobe abgelehnt werden?

      > Merkwürdig auch, dass sich n.m.K. kein einziger Theologe oder „Wissenschaftler“
      > die Frage stellt, ob Jesus nicht nur bewusstlos war oder ein „Nahtod–Erlebnis“ hatte,
      > das Tage dauern kann und bei den voraufgegangen Strapazen kein Wunder wäre.

      Darf ich fragen, ob Du aus einem „wissenschaftlichen“ oder medizinischen Umfeld kommst?

      Weil diese Frage, von der Du Dich wunderst, ob sie denn noch kein Theologe oder Wissenschaftler gestellt hätte, selbstverständlich gestellt wurde und zwar immer als allererstes und erst die klare Antwort: „Nein, es ist absolut völlig ausgeschlossen, dass ohne sofortige moderne medizinische Betreuung (als da sind: Wiederbelebung, Antibiotika, Säubern/Nähen aller Wunden, Blut- und NaCl-Infusionen und künstliche Ernährung+evtl. notwendige Amputationen…) diese Form der Geißelung+Dornenkrone+wiederholte Stürze+Kreuzigung+Lanzenstich überlebt werden kann.
      Kennst Du Begriffe wie „Blutverlust, Wundbrand, Wundfieber, Entzündung, Nekrose, Blutvergiftung“?)

      Und wie oben in den Kommentaren schon bemerkt wurde: Ein bewusstloser Mensch blutet weiter, am Grabtuch sind aber keinerlei Hinweise auf permanente Blutungen.

      Erst die klare Einsicht, dass man so etwas eben NICHT überleben kann und selbst falls man trotzdem irgendwie überleben hätte können, man unter gar keinen Umständen die nächsten Wochen auf eigenen Füßen stehen, geschweige denn normal gehen, essen oder sprechen könnte, hat ja erst zu den eingehenderen Untersuchungen geführt. Und zu diesen eingehenderen Untersuchungen gibt es auf YouTube jede Menge Video-Dokumentationen, weswegen ich mich frage, was wohl das „n.m.K.“ in Deiner obigen Frage bedeutet? Auf welchem Weg hast Du denn versucht, darüber Kenntnis zu erlangen?

      > Für die christliche Religion als solche und den sog. Glauben ist die physische
      > Wiederauferstehung des Wanderpredigers nicht nötig – so sie überhaupt stattfand.

      Wenn sie NICHT stattgefunden hätte… verrate mir bitte, warum dann die Apostel (die sich während und nach der Kreuzigung alle versteckten, weil sie Angst vor dem gleichen Schicksal hatten) sich dann plötzlich anders entschlossen und bereit waren, für ihren Herrn -und für ihren Glauben an Ihn- den Märtyrertod zu sterben?

      Das ging Jahrhunderte lang so, dass die Urchristen als Märtyrer starben, oft sogar mit Freude, wie es auch in römischen Berichten steht, bis dann die Kirche (Satan) die Herrschaft übernahm und „im Namen Christi“ die babylonisch-heidnischen Gebräuche wieder eingeführt wurden.

      Also: Warum sind die Apostel und die Urchristen bereitwillig den Märtyrertod gestorben, denn das macht keinen Sinn, wenn dieser Jesus am Kreuz gestorben ist oder wenn dieser Jesus das Ganze mit viel Glück – aber schwerstverletzt und im Endeffekt als Verlierer – überlebt hätte?

      • Werner N. permalink

        @ Loki
        Natürlich ist es schwer, bei einem Vorgang, der vor 2000 Jahren stattfand und es keine authentischen Berichte darüber gibt (nur Abschriften oder Hörensagen), zu zweifelsfreien Schlüssen zu kommen. In dem Dutzend der Bibel–Versionen täuschen die Evangelien immer noch vor, dass sie von Jesu Jüngern geschrieben wurden. Soweit mir bekannt, korrigierten bislang nur englische Bibeln mit: Evangelium „according to“ Johannes, Lukas usw. Nur die „Schlachter–Bibel“ bezeichnet sie neuerdings als Evangelien „gemäß“ Johannes, Lukas usw. Nimmt man noch die als „häretisch“ ausgeschiedenen Frühschriften (Petrus–, Judas–Evangelium, gnostische Schriften, ebenfalls aus dem 1. Jhdt. n. Chr.), die z.T. andere Darstellungen aufweisen, sind zweifelsfreie Antworten kaum mehr möglich. Vielleicht gebe es diese, würde der Vatikan die Erforschung von Schriften in den Geheimräumen der Vatikanbibliothek zulassen. (S. Youtube). Wahrscheinlich kann man dann aber auch das „Buch der Bücher“ beiseite legen.

        Was die Wiederauferstehung des christlichen „Zweitgottes“ anbetrifft, so benötigt keine der anderen Weltreligionen eine solche „Story“, um ihre Religions- und Gottesvorstellung zu rechtfertigen. Meine Kenntnisse um die Nahtod-Vorgänge stammen von Dr. Moody, Kübler–Ross u.A. Das Argument, dass eine sofortige medizinische Behandlung bei solch einem Zustand notwendig sei, greift nicht. Jesus wurde einen halben Tag lang mit schweren Wunden durch Jerusalems staubige Straßen getrieben und hing dann noch stundenlang am Kreuz – ohne medizinische Behandlung. Warum heilte er sich nicht selbst, zog den Tod vor? Er hatte doch übernatürliche Kräfte und den Beistand von „1000 Engeln“?

        Abgesehen davon erklärt das alles nicht, warum er 40 Tage nach der Auferstehung von den Toten dann doch mit 33 Jahren „die Fliege machte“, in einer Wolke „körperlich“!! gen Himmel zu seinem „liebenden Vater“, der die Leiden offenbar ungerührt zuließ, entschwebte. Die Kirche hat seit 2000 Jahren keine plausiblen Antworten darauf.

        Sicher gaben überzeugte Märtyrer ihr Leben für das Christentum und dessen Gottesvorstellung. Das beweist jedoch noch nicht die Richtigkeit oder gar Alleingültigkeit der Lehre. Auch hohe Druckauflagen der Bibel sind kein Beweis. Moslems, die sich einen Sprengstoffgürtel um den Bauch binden, opfern das Leben für ihren Gott `Allah`, den Koran und die Scharia.

        Liebe Loki, ich verließ ebenfalls die Kirche vor vielen Jahren, in diesem Fall die protestantische. Der Atheismus überzeugte mich auch nicht. Stattdessen sah ich mich bei anderen Religionen um und ließ sie mir von Meistern erklären. Meine Verzweiflung über die Unklarheiten und Widersprüche in der Bibel wurde beseitigt. Erst danach verstand ich auch die „Frohe Botschaft“ besser, konnte die Spreu vom Weizen trennen. Schließlich war ja nicht alles falsch, aber dieselben Weisheiten hatten andere Religionsgründer schon 500–2000 Jahre früher (Buddhismus, Bhagavadgita, Veden u.A.). Ich kann diese Methode der „Patchwork“–Religion nur empfehlen. Sie wird im Zuge der Globalisierung zunehmen. Zum `Turiner Grabtuch` gibt es in Google zahlreiche Aufsätze mit Thesen und Gegen–Thesen. Das Thema lässt sich nicht in wenigen Zeilen erschöpfend behandeln. Anbei noch ein Link dazu.
        http:/www.katholisches.info/2014/02/ Drei-neue-Datierungsmethoden.

  34. heimatlos permalink

    Dildoldi,

    „Wenn das so ist wie Sie sagen, welchen Sinn haben dann Religionen ? Wenn Gott prinzipiell in uns ist, wozu braucht man dann Rituale und Gebete ? Wozu eine „Auferstehung“ ?“

    Wegen dem Drama der Freiheit.
    Die Vaterschöpfung ist wohl der Grund auf dem wir stehen und der ist auf Freiheit veranlagt.
    Um diese zu verwirklichen aber, da müssen wir selbst aktiv werden und das ist der Weg der Sohnesschöpfung.
    Wir alle sind letztlich “ Gottes Sohn“, es liegt an unserer Freiheit es anzunehmen und aktiv zu reaisieren oder es lassen.
    Und damit es dazu überhaupt kommt, dazu war schon einiges nötig…

    • dildoldi permalink

      Welche „Freiheit“ meinen Sie ? Ist das eine Freiheit, die irgendwie unsere ( aller lebenden Menschen ) physische Existenz in dieser diesseitigen Welt materiell oder sozial / wirtschaftlich beeinflusst ? Oder letztendlich auf spiritueller Ebene verbleibt ?

      MfG

      • @didoldi

        > Ist das eine Freiheit, die irgendwie unsere ( aller lebenden Menschen )
        > physische Existenz in dieser.. Welt materiell oder sozial/wirtschaftlich beeinflusst?
        > Oder letztendlich auf spiritueller Ebene verbleibt ?

        Um diese Fragen zu beantworten, brauche ich meine ganze „Religiösität“ nicht, da reichen physikalische und quantenphysikalische Querverweise:

        Seit Heisenberg ist die Unschärferelation bekannt und wird seitdem nach allen sich findenden Möglichkeiten untersucht, obwohl die Erkenntnisse nur selten an die Allgemeinheit weitergegeben werden. Max Planck war schon ziemlich weit mit den Neutrinos und den Quantenfluktuationen und dem daraus folgenden Postulat: „Hinter dem Ganzen muss ein großes Geistwesen stecken.“

        Die moderne QuPh ist noch viel weiter: Fred Alan Wolff z.B. schrieb schon vor 20 Jahren ein Buch über „Körper, Geist und neue Physik“, worin auch beschrieben wird, wie die quantenphysikalischen Vorgänge bei Verdauung, Verstoffwechslung, Ana- und Metabolismus, Krebs und Meditation und Tod „funktionieren“ und da auch immer mehr klar wird, dass es „nichts Isoliertes gibt“, sondern alles miteinander verbunden ist, kann man die quantenphysikalischen Bewusstseinsvorgänge des einzelnen Menschen auch auf die Gesamtheit der Menschen hochrechnen und sagen: „Wenn Gebet und eine vergebende, milde Haltung nachweislich die Gesundheit positiv beeinflussen, wird auch die ganze Erde „besser“, wenn alle Menschen beten.“

        Die Crux ist: Aller Segen über die Erde und über den Menschen geht von den „gestaltenden geistigen Kräften dahinter“ aus. Das mit den gestaltenden unsichtbaren Kräften zeigen auch neue Untersuchungen (-> „Quantenwellen“ weiter oben in den Kommentaren)

        Und Max Planck sagte schon vor fast 50 Jahren, dass „hinter der Materie“ ein großes Geistwesen (er nannte es wirklich so) stecken müsse.

        Es sollte also schon wegen der quantenphysikalischen Erkenntnisse einleuchten, dass die Veränderung durch den Glauben nicht nur spirituell, sondern durch die „kosmischen Gestaltungskräfte“ sehr wohl auch stofflich-materielle Auswirkungen hätte, oder was meinst Du?

  35. heimatlos permalink

    Werner N.,

    „Die Behauptung, dass „der Sohn Gottes“ von den Toten auferstanden sei, soll nur das „sola Jesus“ bekräftigen und dem christlichen Imperialismus der Kirche dienen, d.h. dem Alleinanspruch auf den „all-einen Gott“. Für die christliche Religion als solche und den sog. Glauben ist die physische Wiederauferstehung des Wanderpredigers nicht nötig – so sie überhaupt stattfand.“

    Was die Kirche daraus gemacht hat, ist wohl EINE Sache, über die sich viel streiten lässt.
    Doch ist mit dem 20. Jahrhundert ein Entwicklungsmoment erreicht, von dem an diesbezüglich theologische, wie auch sonstige intellektuelle Spekulationen immer mehr ihren Sinn verlieren.

    Was aber immer mehr in den Vordergrund tritt, ist die eigene, unmittelbare Erfahrung, durch welche man sich selbst von der Tatsache des Todes und der Auferstehung überzeugen kann. Und zwar zunächst unabhängig von allen schriftlichen Überlieferungen.

    Die Art des Erlebens ist allerdings für jeden, der es nicht kennt, nur schwer vorstellbar. Und zwar in demselben Grade, wie es seit geraumer Zeit dem Gegenwartsbewusstsein schwer vorstellbar ist, ob es überhaupt ein Leben nach dem Tode gibt. Und wenn, welcher Art das Erleben sein kann, wenn alles das, von dem wir zunächst glauben müssen, dass es uns und unser Bewusstsein ausmacht, nicht mehr vorhanden ist.
    Denn diese Erlebnisse finden und fanden schon immer in jenen Dimensionen statt, in die wir nach dem Tode bewusst eintreten.
    Was sich seit dem Altertum lediglich verändert hat, das ist die ART des bewussten Eintretens in diese Dimensionen.
    Es ist inzwischen auch ausserhalb anthroposophischer Kreise bekannt, dass es früher Einweihungen und Mysterien-Tempel gegeben hat, in denen Techniken angewendet wurden, um eben bewusste Erfahrungen in den Dimensionen jensetis des Todes zu haben.
    Das zentrale „Werkzeug“ dieser Techniken war eine Erfahrung, die der Aspirant dadurch haben konnte, dass er von den Priestern künstlich in einen todesähnlichen Zustand versetzt wurde, aus dem er nach dreieinhalb Tagen wieder zurückgeholt wurde. In dieser Zeit lag sein physischer Körper
    wie tot in einem sargähnlichen Kasten. Man nannte das auch den “ Tempelschlaf“.
    Seine Seele und sein Geist jedoch machten in dieser Zeit eben Erfahrungen in diesen Dimensionen, an die der Aspirant sich auch erinnern konnte, nachdem er in seinen Raumleib wieder zurückgeholt wurde.
    Und so ist es auch heute noch. Nur braucht man heute nicht mehr wie im alten Ägypten, oder auch noch in Griechenland in diesen Todesähnlichen Zustand versetzt zu werden, um in jenen Dimensionen jenseits des Raumes bewusste Erfahrungen haben zu können.
    Damals wie heute, (heute allerdings unter veränderten Vorzeichen) kann man die Erfahrung machen, dass man aus einem Raumbewusstsein, das mit dem physischen Körper zusammenhängt, in ein Zeitbewusstsein hinein kommt. Da ist alles, was sich hier im Raum in der Zeit nacheinander ereignet hat, sozusagen auf einmal gegenwärtig da.
    Da machen wir die Erfahrung, dass wir ausser dem physischen Raumkörper zunächst noch einen anderen Körper an uns tragen, der in der Zeit lebt. Und weil dieser Zeitkörper auch der Träger der Lebensprozesse ist, deshalb sind auch die Erfahrungen durch diesen Zeitkörper nicht tot und abstrakt, sondern voller Leben. Da gibt es keine persönlichen Vorstellungen oder Meinungen mehr, über die sich streiten liesse, sondern nur unmittelbare Tatsachen.

    Man kann heute nun eine ähnliche Erfahrung machen, wie Paulus vor Damaskus, der durch die besonderen Umständen spontan in einen solchen hellserischen Zustand versetzt wurde. Also ausserhalb des Raumkörpers durch seinen Zeitkörper bewusst erleben konnte. Er sah unmittelbar die geistige Erdenaura und fand in dieser eine Veränderung vor. Also etwas war in dieser vorhanden- und ist es auch heute noch- was in der vorchristlichen Zeit da noch nicht zu finden war. Paulus wusste um die Mysterien; er wusste aus den Überlieferungen auch, dass wenn der erwartete Messias käme, diese Veränderung innerhalb der Erdenaura statt finden müsste. Was er davor nicht glauben konnte war, dass jener, den er samt seinen Anhängern verfolgt hatte, es gewesen sein konnte.

    Nun erlebte er unmittelbar durch seinen Zeitleib etwas, was nur dadurch hat eintreten können, dass ein kosmisch-göttliches Wesen, der Christus und Gottessohn, von ausserhalb der Erde in diese kam, irdischer Mensch wurde, Jesus, und durch Tod und Auferstehung hindurch ging. Denn der physische Körper des Christus-Trägers (Christophorus) Jesus, wurde ja von der Erde aufgenommen und hat innerhalb der geistigen Aura derselben jene von Paulus erwartete Veränderung bewirkt, von der er sich nun selbst unmittelbar überzeugen konnte.
    Und diese Veränderung kann heute noch in ihrem Ergebnis unmittelbar erlebt werden.
    Man findet innerhalb der Erdenaura jene Substanz unmittelbar vor, aus der letztlich auch der „Auferstehungsleib“ gebildet ist, von dem in diesem Artikel oben ja die Rede ist.
    Denn diese Substanz hat der Christus aus dem ausseridischen Kosmos durch sein Wesen in die Erdenwelt getragen. Dadurch auf der Erde einen neuen Mittelpunkt geschaffen, wie einen Keim, der von jedem Menschen auf der Erde aufgenommen werden kann, der in sich aus Freiheit eine Beziehung zu diesem Mittelpunkt herstellt. Dadurch wird für solche Menschen nicht nur das Geistige des eigenen physischen Körpers erneuert, sondern auch die Grundlage dazu gelegt, als Mensch wieder selbst ein kosmisches Wesen zu werden.

    • @heimatlos

      Ich verfolge Deine Beiträge nun schon länger und wusste bis jetzt nicht genau, wo ich bei all‘ Deinen Abstraktionen -wie ich es/sie bezeichne- einhaken könnte.

      Nun hast Du es mir etwas leichter gemacht, Du schreibst:
      > Denn der physische Körper des Christus-Trägers (Christophorus) Jesus,
      > wurde ja von der Erde aufgenommen

      Dazu ein paar ganz banale Fragen:
      Warum war das Grab leer, als die Frauen am dritten Tag dort waren?
      Und warum hat der Auferstandene -Deiner Meinung nach wohl ein reiner „Geist“- Leib „Wundmale“?
      Und wie sollte ein „kosmisch-göttliches Wesen“ eigentlich sterben können und wenn dieses Wesen „kosmisch-göttlich“ war (= unsterblich für menschliche Begriffe), warum und von was hätte es dann „auferstehen“ sollen?

      Du schreibst:
      > und hat innerhalb der geistigen Aura der [Erde] jene von Paulus erwartete Veränderung bewirkt

      Warum muss ein kosmisch-göttliches unsterbliches Wesen inkarnieren, um in der (geistigen) Aura der Erde eine Veränderung zu bewirken? Das ist m.E. alles eine sehr gewagte Form der Gehirnakrobatik.

      Ich muss dazusagen, dass ich einiges (aber lange nicht alles) von Rudolf Steiner kenne, aber es gibt vieles, was ich sehr viel genauer studierte und nach ca. 17 Jahren Studium ist dann „der Groschen gefallen“ und aus den Tausenden von Puzzleteilchen in meinem Kopf entstand das große Bild vor meinen Augen.

      Ich kenne Deine Schwierigkeit, das, was man begriffen hat, in Worte zu fassen, denn so ging es mir vor ca.15 Jahren auch noch. Vor allem muss ich aber dazusagen, dass es sehr verschiedene Begriffsebenen gibt, denn es ist ein großer Unterschied, ob man meint, etwas „im Kopf“ verstanden zu haben oder ob man etwas „zutiefst“ (= im „Bauch“, bzw. im Herz, bzw. MIT GANZEM GEMÜT) begriffen hat.

      Zu meinen Studien gehörten auch lange Zeit Übungen, die meine Intuition stärken sollten, zudem war es mir ein großes Anliegen, immer „frei von der Leber weg“ zu kommunizieren, weil ich als Jugendlicher sehr viel gelogen habe und das mit gut 20 Jahren dann abstellte, indem ich versuchte „schneller zu reden als ich denken kann“ (…man muss nämlich beim Lügen immer aufpassen und sich merken, was man zusammengelogen hat, deswegen muss man vor dem Sprechen immer erst nachdenken und das ist auf Dauer sehr anstrengend!)

      Kurz zu meinem persönlichen Erkenntnisprozeß:
      Mit 17 Jahren begann ich meine Studien in der Bibliothek meiner Eltern, die von Trivial-Esoterik über gute astrologische und medizinische Werke zur kompletten Anthroposophie – der Liebe meiner Mutter – ging und viele weitere Perlen enthielt. Mit 30 merkte ich dann, dass ich neben der Astrologie und den meisten anderen Orakelsystemen jede wichtige Religion (ausser natürlich dem Christentum, denn ich war ja römischer Katholik!) und jede für mich relevante Mythologie studiert hatte und auch Meditation und TaiChi und watweissichnochalles praktiziert hatte, aber immer noch nicht wirklich wusste, WO in diesen ganzen Informationen die Wahrheit liegt. Und weil es mir komisch vorkam, dass ich jede andere Religion besser kannte als meine eigene, begann ich das Christentum zu studieren und nach wenigen Monaten war dann der Groschen endlich gefallen und es ergab sich das große Bild: Nur mit der Inkarnation Gottes auf Erden ergeben die in alle mythologischen und historischen Himmelsrichtungen verstreuten Puzzleteile einen Sinn.

      Beispiel BRAHMAN, der indische Riesengott, der alle Schöpfung aus Sich hinausatmet, um sie dann wieder einzuatmen: Wann – in dieser ewig-langen Schöpfungsperiode – wird wohl die Pause zwischen dem Aus- und dem Einatmen gewesen sein?? Antwort: Als die ganze Schöpfung den Atem anhielt, als ihr Schöpfer – als Mensch gekreuzigt von den von Ihm erschaffenen Menschen – sogar noch in das Totenreich der Materie hinabstieg, um für diese Menschen wieder den Rückweg in die Himmel zu ermöglichen. Dieser Rückweg in die Himmel ist der Beginn des Wiedereinatmens, wenn also die Schöpfung in Form freier Geschöpfe dem -leibhaftigen- Weg Christi folgt und in die Himmel zurückkehrt, aus denen sie gefallen ist. (-> der verlorene Sohn)

      Und die Menschwerdung des einen Gottes hatte noch einen weiteren, pragmatischen Grund:
      Gott-Vater, als das Alles-Erschaffende UrLicht, wollte nicht mehr zwar der Lebensspender, aber ansonsten ein für Seine Kinder unerreichbarer Gott sein, Er wollte leibhaftig unter seinen Kindern wandeln und mit ihnen reden können und deswegen inkarnierte und starb Er, aber wiederauferstand aus eigenem Willen von den Toten und fuhr auf in die Himmel.

      Und dieser Jesus war nicht irgendein „kosmisch-göttliches Wesen“,
      Jesus Christus ist der Schöpfer Selber in personam!
      (-> vgl. Wortherkunft des Ausdruckes „Person“:
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Person)

      Vgl. Johannes-Evangelium, Kapitel 1:
      10 Es [das Ur-Licht] war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht;
      und die Welt kannte es nicht.
      11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
      12 Die ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden

      Konkret nachgefragt:
      Woran bitte machst Du fest, dass Sein -sprich geheiligter- Leib auf der Erde verblieben sei?
      Und warum sollte es für ein reines Geistwesen notwendig oder schwierig sein, „in die Himmel aufzufahren“? Das machen südamerikanische Brujos (Medizinmänner/Zauberer) schon lange, aber eben nur in ihre eigenen Himmel, also in die Ewigen Jagdgründe, aber eben nicht in die Himmel Gottes ZURÜCK! Was diese Brujos und Schamanen und sonstige Spriritisten machen, ist alles innerhalb des freien Willens, aber wenn man vom Fall-des-Menschen-aus -dem-Himmelreich ausgeht, dann sind diese Ausflüge in die Ewigen Jagdgründe nur seehr weite Umwege/Erfahrungen innerhalb der Materie/Reinkarnation auf dem Rückweg zu Gott.

      @heimatlos: Dein Ver-Stand (genau hinhören!) mit seinen Über-Legungen verunmöglicht Dir m.E. Deinen wirk-lichen (Herzens-)Stand-Punkt wahr-nehmen zu können. Sonst würdest Du merken, wie wackelig Deine höchstens rein verstandesmäßig verstandenen Standpunkte sind.

      Auszüge aus einem Gedicht von mir von vor 15 Jahren, damals spontan auf vegan.de geschrieben
      (im Zusammenhang mit Wissenschaft und Tierversuchen):

      Diese Worte sang zu mir mein Herz,
      es geht darin um meinen Schmerz:
      Die Dummheit machte sich hier breit!
      Ich seh’s, ich weiß es, laut der Blinde schreit.

      Macht zwischen These – Therapie Spagat,
      hat für alles „Wissenschaft“ parat!
      Er tötet grausam Tier und Baum,
      der Schmerz des Wesen’s juckt ihn kaum.
      …..
      Macht Eure Herzen auf und sehet,
      dass über „Wissenschaft“ was Größ’res stehet.
      Das Hirn des Menschen ist zu klein,
      er kriegt da nie All-Wissen rein.

      Im Herzen aber ist die größte Weisheit,
      sie schenkt sich dem, der nicht laut rumschreit.
      Wer stille lauschend auf sein Herz vertraut,
      der hat sein Leben nicht auf Sand gebaut.

      Ein Ausspruch eines Brujo’s:
      „Wann immer es Dir gelingt, Deinen inneren Dialog anzuhalten,
      wirst Du die Welt so sehen (können), wie sie wirklich ist.“

      Horch mal auf Dein Herz, was es zu den ganzen (i.m.A. wirren) Abstraktionen zu Jesus Christus meint.

      P.S.: Nachdem ich viele Wahrheiten kenne, weiß ich:
      Wahrheiten sind immer ganz einfach, alles über’s Einfache Hinausgehende ist Geschwafel.

    • Werner N. permalink

      @ heimatlos
      Obwohl mir trotz mehrmaligem Lesen manches nicht ganz klar wurde, scheint mir Ihr Kommentar einige Kernpunkte richtig anzusprechen. Es ist auch meine Meinung, dass insbesondere die westliche Welt nicht nur in der Religionsfrage vor einem buchstäblich notwendigen Paradigmenwechsel steht. Dieser wird die christliche Kirche noch stärker als bisher erschüttern.

      Eines der wichtigen künftigen Ziele wird sein, die rational kausal folgernde 1. „Erkenntnis“–Methode mit der religiösen 2. „Wissens“–Methode und deren singulären Einsichten zu verbinden. Es wurde richtig gesagt, dass hierbei die innere Erfahrung zählt. Dafür ist die Entwicklung von Emotionen / Empfindungen erforderlich, da „Gott“ (besser: der Hl. Geist) auf nichtrationaler Ebene zu uns spricht. Erwähnen sollte man bei diesem Thema den Begriff der „Transzendenz“, denn deren Raum / Zeit–Aspekt spielt nicht erst im Hinblick auf das Jenseits, sondern bereits im Diesseits eine Rolle. Dieser 2. Weg zum „Wissen“ benötigt ebenso eine lange und qualifizierte Schulung wie die 1. Methode. Nur so ist die notwendige höhere (holistische) Bewusstseinsstufe erreichbar. Bibel und Kirchen verhinder(te)n den pragmatischen Umgang damit geradezu. Aber schon bei Theologen und geistigen Führungskräften hapert es in dieser Sache und wie soll das mit Geistlichen bewerkstelligt werden, die nach Papst Franziskus an „geistigem Alzheimer“ leiden? Ob Jesus nach dem Kreuzestod wieder physisch für 40 Tage auferstand oder den Jüngern im „Geistleib“ erschien (wie der Artikel gem. R. Steiner behauptet), ist dafür ohne Belang.

      Was die Reinkarnation anbetrifft, so meine ich, dass sie der Schöpfer allen Menschen einräumte – nicht nur Jesus oder Christen damit privilegierte. Auch trug nicht er „die Substanz des Auferstehungsleibes“ (Energiekörper?) in den Menschen, sondern der „Schöpfer“. Ausnahmsweise sagt die Bibel hier richtig, dass wir alle „Kinder“ oder „Geschöpfe“ Gottes sind und zwar von Geburt (oder Wiedergeburt) an. Deshalb besteht eine untrennbare Verbindung mit ihm (besser: dem Hl. Geist), egal wie stark sie ausgeprägt ist oder ignoriert wird. Im Alten Testament sagte der namenlose „JHWH“– Gott richtig: „Ich gebe und ich nehme das Leben.“ Dieses in den Religionen kontroverse Thema lässt sich nicht in wenigen Sätzen behandeln. Bibel und christliche Kirche klammern es ohnehin aus oder verfälschen es.

  36. @Werner N.

    -> Was die Wiederauferstehung des christlichen „Zweitgottes“ anbetrifft,

    Ein „Zweigott“ ist Jesus Christus nicht, das Urchristentum verstand Jesus als Inkarnation des einen Gottes. Erst die Kirche machte dieses Brimborium um die Dreieinigkeit.

    Banaler Vergleich:
    Du selber bist eine Dreieinigkeit von Seele, Körper und Geist. Was davon bist nun Du?

    > so benötigt keine der anderen Weltreligionen eine solche „Story“,
    > um ihre Religions- und Gottesvorstellung zu rechtfertigen.

    Was sollte Gott denn rechtfertigen, wenn Er selber auf Erden inkarniert, seine Vorstellungen für ethisches Zusammenleben erklärt, sich kreuzigen lässt und wiederaufersteht und dann sagt:
    „Diese Zeugen (Apostel) werden euch von Mir berichten, glaubt ihnen oder glaubt nicht, denn es ist eure freie Entscheidung. Wer an mich glaubt und meine Gebote hält wird gerettet sein.“

    > Das Argument, dass eine sofortige medizinische Behandlung
    > bei solch einem Zustand notwendig sei, greift nicht.

    Warum nicht, bitte? Und was haben die Forschungen von Elisabeth Kübler-Ross damit zu tun?

    Nach Deiner Logik hätte Jesus ja schon VOR seiner Lehrtätigkeit eine Nahtoderfahrung haben müssen, um diese vielen Geheimnisse wissen zu können?
    Und… Nahtoderfahrungen RETTEN nur sehr selten vor dem Tod oder kennst Du andere konkrete Beispiele?

    > Jesus wurde einen halben Tag lang mit schweren Wunden
    > durch Jerusalems staubige Straßen getrieben und hing dann
    > noch stundenlang am Kreuz – ohne medizinische Behandlung.

    Ich verstehe diese Logik nicht.
    Sollte die Kreuzigung etwa die schweren vorherigen Wunden lindern?

    > Warum heilte er sich nicht selbst, zog den Tod vor?

    Jesus Christus zog den Tod nicht vor, lies mal nach, was Jesus am Vorabend der Kreuzigung im Garten Gethsemane sprach.

    > Er hatte doch übernatürliche Kräfte und den Beistand von „1000 Engeln“?

    Der Christus gab an diesem Abend im Garten Gethsemane – im vollen Wissen, was geschehen würde – seine Allmacht ab und wurde ein reiner, verletzlicher Mensch. Sonst hätten ihn die Häscher nicht töten können.

    > Abgesehen davon erklärt das alles nicht, warum er 40 Tage später,,,
    > ! in einer Wolke „körperlich“!! gen Himmel zu seinem „liebenden Vater“… entschwebte.
    > Die Kirche hat seit 2000 Jahren keine plausiblen Antworten darauf.

    1., Jesus Christus erklärte doch deutlich, dass Sein (!) Reich nicht von dieser Welt sei?
    2., Und Er (Gott-Vater) hatte Alles erledigt, was Er im Fleische zu erledigen hatte,
    – der Rest war die Sache der Apostel: Den Glauben an diese Dinge zu verbreiten.
    3., „körperlich“ entschwand Er nicht, denn Er „verwandelte Sein Fleisch in Seinen geistigen Körper“
    – vgl. die Beschreibungen in den Korintherbriefen.
    4., Das Thema „Kirche und Erklärungsnot“ führt zu weit und ich bin kein Freund der Kirche.

    Soviel einstweilen, eines noch: Ich bin Bayer, männlich und um die 50.

  37. heimatlos permalink

    Loki,

    „@heimatlos: Dein Ver-Stand (genau hinhören!) mit seinen Über-Legungen verunmöglicht Dir m.E. Deinen wirk-lichen (Herzens-)Stand-Punkt wahr-nehmen zu können. Sonst würdest Du merken, wie wackelig Deine höchstens rein verstandesmäßig verstandenen Standpunkte sind.“

    Versuchen Sie doch mal selbst mit dem Herzen ( Zeitleib) diese “ Standpunkte“ zu erleben und Ihre sich daraus ergebenden ( echten und somit willkommene) Fragen auf den Punkt zu bringen.

    Dann können wir weiter schauen 🙂

    • @heimatlos

      > Versuchen Sie doch mal selbst mit dem Herzen ( Zeitleib) diese “ Standpunkte“ zu erleben

      1., Bitte ich zuvorderst, meine Ungehaltenheit im meiner letzten Antwort an Dich zu entschuldigen, es ist diese Geheimniskrämerei um „verstandene Wahrheiten“, die man aber nicht erklären kann, die mich so ungehalten machte.
      2., Bitte ich, mir nachzusehen, dass ich beim „Du“ bleibe, weil dieses „Sie“ nur dieses Gefühl der (scheinbaren) Getrenntheit aller Wesen unterstreicht und ich mir aber denke, dass wir trotz Meinungsverschiedenheiten „Brüder im Geiste“ sind oder zumindest waren und wieder werden sollten.
      3., Hat das Herz nichts mit der Vergänglichkeit des Zeitleibes zu tun, aber das führt hier zu weit, weil ich soll ja die…

      > … sich daraus ergebenden Fragen auf den Punkt.. bringen.

      Du schreibst weiter oben:

      > Nun, heute- 36 Jahre später- habe ich mir wohl einen grossen Teil
      > dieses genannten Gedankeninhaltes erarbeitet.
      > Zumindest was das Verständnis des Christus-Ereignisses betrifft.

      Im nächsten Beitrag führst Du aus:

      > Denn der physische Körper des Christus-Trägers Jesus,
      > wurde ja von der Erde aufgenommen…

      Und genau dazu habe ich oben konkret nachgefragt, wie Du Dir das vorstellst, bzw. wo das geschrieben steht, dass „Jesu physischer Körper ja von der Erde aufgenommen worden sei“.

      P.S.: Diese Aussage von Dir irritiert mich auch noch immer:
      > Und soviel man sich heute von dem ernsthaften Studium der Anthroposophie fernhält,
      > genausoviel hält man sich von der Möglichkeit fern, das zu verstehen, was der ganzen
      > Erdenentwicklung erst ihren Sinn gibt.

      Weil, soll das heißen, dass keiner den Sinn der Erdentwicklung verstehen kann, wenn er nicht die Anthroposophie ausgiebigst (Jahrzehnte) studiert hat, aber „erklären“ kann man diesen Sinn – der ja nur durch jahrelange ureigenste Reflexion erkannt wurde – dann nur Jemandem, wenn dieser zuvor auch – am besten Jahrzehnte lang – die Schriften und Vorträge Steiner’s studiert hat?

      Da ist mir dann aber mein einfacher „Schafsglaube“, der anhand des Wunder’s der Inkarnation Gottes auf Erden den Sinn der Erdentwicklung in zumeist wirklich einfachen Worten auszudrücken in der Lage, um einiges lieber.

      P.P.S.: …und was den „Patchwork-Glauben“ betrifft, den Du mir empfiehlst: Den hatte ich (wie ich weiter oben schon beschrieben habe) die 20 Jahre, BEVOR bei mir wegen des Studium’s des Urchristentum’s der Groschen gefallen ist.

      • Nachtrag:

        @michaela’s Antwort habe ich nun entnommen, dass der „Zeitleib“ wohl nicht den vergänglichen Leib meint, sondern eher das, was ich als „Traumkörper“ oder Ätherleib“ bezeichne.

        Für diese „jenseitigen Phänomene“, für die die Bibel keine direkten Antworten liefert, verwende ich zumeist die Terminologie von Carlos Castaneda, weil der im Zuge seiner anthropologischen Feldforschungen eine m.E. verständlich-moderne und vor allem einfache Sprache gefunden hat.

        Was @heimatlos mit „Zeitleibreisen“ meint, sind bei C.Castaneda einfach Ausflüge ins „Nagual“ („Jemseits“) oder auch Verschiebungen des Montagepunktes, durch den alle Wahrnehmung geht, die „von außen“ in unser leuchtendes Ei (unseren Astralkörper) hineinströmt um dort „unsere Matrix aufzubauen“.

        Nachtrag II:
        Und die Empfehlung mit dem „Patchworkglauben“ kam nicht von @heimatlos, sondern von @werner…

  38. heimatlos permalink

    dildoldi,

    „Welche „Freiheit“ meinen Sie ? I“

    Ich meine in diesem Zusammenhang die grundsätzliche Freiheit, die wir erst dadurch gerniessen können, dass wir auf der Erde inkarnierte, individuelle Einzelmenschen werden.

    Sie fragten ja, weshalb Religion und Kulte notwenig wären, wenn das Göttliche sowieso in uns ist.

    Nun, wegen der Freiheit auf die hin wir Menschen veranlagt sind, musste es erstmal eine Abnabelung
    von dem Vater-Göttlichen geben,( Sündenfall) an dem wir sonst wie an unsichtbaren Fäden immer hängen würden. Re-ligio bedeutet auch: „wieder-verbinden “
    Das geschah u.a. damit der Mensch die Möglichkeit erhält, sich aus eigenen freien Stücken dazu entscheiden zu können, ob er sich dem Göttlichen wieder zuwendet oder es sein lässt.

    Das ist auch u.a. auch in dem Gleichnis des “ Verlorenen Sohnes “ enthalten.
    Wenn man das versteht, dann versteht man auch weshalb in allen grossen Religionen die Gottheit trinitarisch vorgestellt wird.

    Und das ist auch in dem Rosenkreuzerspruch enthalten, der eine Meditationsformel darstellt:

    in Deo nascimur
    in Christo morimur
    per Spiritum Sanctum reviviscimus

  39. Michaela Wolff permalink

    @ heimatlos: „…ART des bewussten Eintretens in diese Dimension“ und:“Tempelschlaf“

    In früheren Zeiten – z.B. im alten Aegypten – wurden intern der Mysterienschulen die Einzuweihenden in einen dreieinhalbtägigen todesähnlichen Tiefschlaf gebracht und daraus so erweckt, dass sie im Gedächtnis festhalten konnten, was sie im Jenseits durchlebt hatten.
    Die so Erweckten wurden als „Gottessöhne“ bezeichnet. Das äussere Zeichen dieses Ranges war die Uräusschlange auf dem Haupt. (Diese Eingeweihten wurden als „Schlangen“ auch benannt, auch noch unter Moses, der die kupferne Schlange in der Wüste erhöhte. Es bedeutete, dass die Eingeweihten über das Volk erhöht wurden.)

    Wenn wir die Erweckung des Lazarus mit der des Paulus vor Damaskus vergleichen, finden wir bei
    Lazarus diesen lange dauernden „Tempelschlaf“. Bei Paulus ist nicht direkt ein mystischer Tod beschrieben, aber DURCH das Erlebnis vor Damaskus ist der ganze Mensch NEU.
    Altes Selbst WAR Saulus und neue Ichheit IST Paulus. Bei Lazarus ähnlich, der wurde laut Steiner zum Verfasser des Johannes-Evangeliums. Mysterienname ist Johannes (. Saulus WAR schon Initiat der griechischen Mysterien gewesen, als er vor Damaskus ins Hellsehen kam.)

    Mich interessiert, auf welchem Wege bzw, durch Anwendung welcher Methode Sie in Ihr Erleben des Christus kamen. Würden auch Sie bekennen, dass ein „Vergessenheitstrunk“ dabei zur Wirkung kam ? So, dass Sie Ihr bisheriges Leben bis zurück zur Geburt „vergessen“ konnten, weil wer im von Ihnen so genannten „Zeitleib“ etwas bewusst erlebt, ja erlebt, wie die Zeit schon rückwärts läuft, was normalerweise nur bei realem Tod geistig erlebbar wird.Der Zeitleib ist nur geistig sichtbar als leuchtender Leib und ist für äussere Augen „nicht da“.
    Sie schrieben, Sie kannten damals Steiners Dinge und Methoden noch nicht, und ich glaube kaum an ein Hellsehen, das „einfach so“plötzlich da ist, ohne dass zuvor eine Dramatik an der Schwelle
    durchlebt wurde, wo der Christus Richteramt hat.

  40. heimatlos permalink

    M. Wolff,

    Lazarus, was sozusagen der letzte, der noch nach dem alten Einweihungsprinzip eingeweiht wurde. Paulus dagegen der erste, der nach der Verwandlung des Mysterienprinzips durch den Christus Jesus im Grunde dasselbe erfuhr, nur eben unter verwandelte Vorzeichen. Und das ist auch die Art, durch die es alle nachgeborenen bis heute und weiterer Zukunft erfahren können.

    Bei mir selbst wurde es durch eine karmische Krise ausgelöst. Und das ist auch ein Ergebnis des Verwandelten Mysterien-Prinzips. Denn das was die Techniken in den alten Tempeln bewirkten,
    das ist nach dem Tode und der Auferstehung des Christus auf das allgemeine Leben in der äusseren Welt übergegangen, in dem ja Karma wirkt.

    Man kann auch getrost davon ausgehen, dass das ganz normale Leben- auch ohne bewusste spirituelle vorbereitung- früher oder später durch das Karma dahin führen wird, selbst etwas ähnliches zu erfahren, wie Paulus vor Damaskus.

    Bei mir selbst hat weniger der „Vergessenheitstrunk“ gewirkt, sondern eher das Gegenteil davon.
    Es war als erstes kein ausblenden dessen, was sich zwischen meiner Geburt und dem Zeitpunkt damals ereignet hatte, sondern ein schwer zu ertragende, gesteigertes und lebendige Wahrnehmen dessen, welches Karma dieses mein Leben bis dahin hervorgebracht hatte. Also das was ich hätte ins Nachtodliche mitnehmen müssen, wenn ich tatsächlich auch gestorben wäre. Das nennt man in der christlichen Esoterik
    und Anthroposophie auch den „Hüter der Schwelle.“ bzw. den karmischen Doppelgänger.

    Nach etwa einem Jahr erlebte ich nochmal etwas ähnliches. Nur war das Schauen des Karma da weniger auf das eigene Leben gerichtet, sondern auf das der ganzen Menschheit.

    Damit war auch das Wahrnehmen der neuen Substanz verbunden, durch welche der Christus die Verwandlung der Erdenaura bewirkt hat.

    Mein eigenes, wie neugeborenes Ich war da mittendrin.

    Aus dieser Substanz ist nicht nur der Auferstehungsleib gebildet, sondern auch das was man
    “ wahres Ich“ nennen kann. Man kann es auch das Menschheits-Ich nennen oder auch schlicht:
    Christus.
    Dieses wahre Menschheits-Ich oder Christus meint der Paulus auch in seiner Formel: nicht ich, sondern der Christus in mir.

    Man darf bei Paulus übrigens nicht ausser acht lassen, dass er nach seiner Einweihung vor Damaskus noch über 30 Jahre in der Zurückgezogenheit lebte, bevor er mit seinem öffentlichen Wirken begann. Da gab es für ihn wohl einiges aus seinem alten Ich, was er noch umzuarbeiten hatte. Denn der karmische Doppelgänger verschwindet ja nicht so einfach, sondern muss aus dem neugeborenen heraus umgewandelt werden.
    Und was daraus hervorgeht, ist nichts geringeres als das individualisierte höhere Selbst.

    • Michaela Wolff permalink

      @ heimatlos: „Denn der karmische Doppelgänger verschwindet ja nicht so einfach, sondern muss aus dem neugeborenen heraus umgewandelt werden.“

      Er verschwindet nicht so einfach, weil er auch der Todesengel ist. Ihn umzuwandeln bedeutet, an der eigenen Seelenverfassung – z.B. an der Furcht und am Mut usw. – zu arbeiten, denn er spiegelt uns an der Schwelle genau das wieder, was in unserer Seele da ist. Solange noch Furcht drin ist, wird er zu einer Furcht-erregenden dämonischen Gestalt. Wenn wir jedoch Mut haben, verschwindet er zunächst und gibt den Weg in einen höheren Grad an Bewusstsein,Wachheit frei.

      Es gibt erst dann die Möglichkeit, dem grossen Hüter zu begegnen, der uns das IDEAL aufzeigt, wie wir werden können. Es mag sich völlig verrückt anhören, was ich dazu hier mitteile, aber dieser grosse Hüter lebt im Zusammenhang mit den Regionen der Wolken.
      Er ist das grosse göttliche ICH BIN. Und wenn Er in uns lebt, leben zwei Ichheiten in uns.
      Eine höhere und eine niedere. Die niedere hat sich an der höheren zu orientieren.
      Man könnte Bücher darüber schreiben, aber hier ist nicht der Ort dafür.

  41. Alle Kommentatoren werden gebeten, sich an das engere Thema des Artikels zu halten. Die Kommentarfunktion ist nicht als allgemeines Diskussionsforum gedacht.

  42. heimatlos permalink

    Lieber Herr Ludwig,

    herzlichen Dank für die Anregungen die Sie mit ihrem Artikel gegeben haben. Man könnte tatsächlich ein ganzes Forum dazu einrichten. Das Thema ist wohl ein sehr weites und höchst anspruchsvolles.
    Wenn ich mit meinen Einlassungen den von Ihnen gesetzten engeren Rahmen übergangen haben sollte, so werde ich das wohl auf mich nehmen müssen. Mir tut es leid, wenn Sie sich davon verletzt fühlen.
    Das Buch von Schroeder, aus dem Sie zitieren habe ich mir übrigens 92 gekauft. Ihn später persönlich in Stuttgart besucht und mit Ihm darüber gesprochen. Er war auch interessiert von meinen Erfahrungen zu hören und so hatten wir dann einige Sitzungen, um es in den wesentlichen Zügen zu schildern.
    Er war sichtlich bewegt, konnte alles auch mit dem Herzen verstehen und ernst nehmen. Dafür bin ich Ihm sehr dankbar.

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