Profitmaximierung durch geplanten Verschleiß

Jeder aufmerksame Konsument hat es schon bei Druckern, Waschmaschinen, Handys oder Trockenrasierern z. B. erlebt: Nicht selten werden Geräte kurz nach Ablauf der Garantiezeit defekt. Eine Reparatur lohnt sich oft nicht oder ist gar nicht erst möglich. Nicht wenige, vor allem große Hersteller sorgen absichtlich dafür, dass die Lebenszeit ihrer Produkte begrenzt ist, damit wir Kunden schneller neue Geräte kaufen müssen und ihr Profit zusätzlich gesteigert wird. Es handelt sich inzwischen um ein Massenphänomen, durch das enorme Ressourcen unnötig verbraucht und sinnlose Müllberge produziert werden – auf Kosten der Verbraucher.

Christian Kreiß, Professor für Finanzierung und Wirtschaftspolitik an der Fachhochschule Aalen, hat sich diesem Phänomen der „geplanten Obsoleszenz“, wie es im Fachjargon auch genannt wird1, gründlich gewidmet und seine Forschungsergebnisse in einem Buch zusammengetragen.2 Darin macht er gleich zu Anfang darauf aufmerksam, dass eine Form des geplanten Verschleißes auch darin besteht, voll funktionsfähige Produkte durch ständig neue Modelle psychologisch altern zu lassen, um den Kunden zum vorzeitigen Kauf eines neuen Produktes zu bewegen. Oft werden beide Strategien im Zusammenwirken verfolgt.

Früher Anfang in der US-Automobilindustrie

Bewusst geplanter vorzeitiger Verschleiß ist in der Wirtschaft seit etwa 100 Jahren zu beobachten und hat in den USA seinen Ausgangspunkt genommen. Besonders eindrucksvoll und folgenreich zog er Anfang der 1920er Jahre in die US-Automobilindustrie ein.

„Henry Ford war ein unerschütterlicher Anhänger von Qualität und langer Haltbarkeit, ein überzeugter Techniker, für den die ´Integrität des Produkts` immer an erster Stelle kam. Alle Gedanken an Gewinn waren für ihn nebensächlich. Er wehrte sich vehement gegen alle Arten von Verkürzung der Lebenszeit oder vorzeitiger ´Veralterung` seiner Autos: ´Wir möchten gern eine Maschine bauen, die ewig dauert. … Wir wollen, dass der Kunde, der eins unserer Produkte ersteht, niemals ein zweites anzuschaffen braucht.`“ 3 Damit war Ford lange außerordentlich erfolgreich. Sei Model T wurde 1921 über 15 Millionen Mal gebaut und hatte, als bereits über 55 Prozent aller US-Haushalte ein Auto hatten, einen Marktanteil von 61 Prozent.

Doch der Spitzenmanager von Fords Hauptkonkurrenten General Motors; Alfred Sloan, hatte am Massachusetts Institut of Technologie, Cambridge, Boston, entgegengesetzte Werte erlernt: „Neue Modelle, neue Technologien sollten im Wettbewerbsprozess, der darwinistisch gedacht war, vorhandene Produkte zum Veralten bringen, um einen Wettbewerbsvorteil und hohe Gewinne zu erzielen. So setzte GM bewusst auf Designe und schnelle Modezyklen – jedes Automodell wurde jedes Jahr geändert und leicht modernisiert. … Dabei wurde die Haltbarkeit der Automobile bewusst verkürzt.“ 4

Die darwinistische Marketingstrategie von GM erwies sich bald als extrem erfolgreich. Fords Marktanteil sank in wenigen Jahren von vorher über 60 Prozent auf 30 Prozent. 1927 musste Ford die Produktion des ´Model T` endgültig einstellen. Fahrzeugdesign und Marketing waren zum entscheidenden Verkaufsfaktor geworden.

„Dieses historische Beispiel zeigt beeindruckend, wie die Strategie, auf haltbare, qualitativ hochwertige, langlebige Produkte zu setzen, bei geschicktem Marketing und starkem Wettbewerb bestraft wird und wie die Einführung von weniger haltbaren, qualitativ minderwertigen Produkten, die durch schickes Design und viel Werbung vertrieben werden, die Wettbewerbsfähigkeit stärken kann.“

Das PHOEBUS-Glühbirnenkartell

In der Glühlampenindustrie kam es schon am 24.12.1924 (!) in Genf zu einer regelrechten Kartellabsprache zwischen den damaligen großen internationalen Herstellern (General Electric, Philips, Osram, Compagnie des Lampes usw.), die bis in die Gegenwart gewaltige Auswirkungen hat. Alle Firmen verpflichteten sich, die Lebensdauer der Glühbirnen von den etwa möglichen 2.500 Stunden Brenndauer auf 1.000 Stunden zu verringern. Auch die Preise legte man auf ein relativ hohes Niveau fest. Über Konventionalstrafen, die nach der Höhe der Brenndauer-Überschreitung gestaffelt waren, setzte man die Reduzierung durch. Der ökonomische Grund wurde von Philips in einem Schreiben vom 7.3.1928 selbst genannt:

Von einem kommerziellen Standpunkt aus betrachtet ist es von größter Wichtigkeit, die Brenndauer von 1.000 Stunden so wenig wie möglich zu überschreiten, da jede Überschreitung von nur 10 Stunden einen Verlust an Weltkontingent von plus/minus ein Prozent bedeutet oder etwa vier Millionen Stück. Technisch ist es möglich, eine durchschnittliche Lebensdauer von 1.000 Stunden bis auf wenige Prozent exakt zu erreichen, wenn man bei der Herstellung sorgfältig ist.“ 5

Das bedeutet, wie Christian Kreiß vorrechnet, dass ab Ende der 1920er Jahre etwa jährlich 400 bis 600 Millionen Glühbirnen zusätzlich und damit unnötig produziert wurden. „Aufgrund des weltweiten Wachstums dürfte die Zahl der unnötig produzierten Glühbirnen in den Jahrzehnten danach (bis heute) ein Vielfaches von 400 bis 600 Millionen Stück pro Jahr betragen haben.“ 6
Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass die Brenndauer vielfach auf weit unter 1.000 Stunden reduziert wurde. So betrug laut dem Phoebus-Kartellspezialisten Krajewski die Brenndauer 1998 durchschnittlich nur 750 Stunden.6

Noch heute wird auf den Verpackungen der neuen Glühlampenversion von den großen Herstellern als Referenzwert der Vergleich mit einer 1.000-stündigen Brenndauer einer früheren konventionellen Glühbirne gebraucht. „Die 1.000-Stunden-Vorgabe des Kartells von 1924 hat bis heute Realitäten geschaffen.“ 6

Angesichts der ans Tageslicht gekommenen internen Akten werden inzwischen die Absprachen nicht mehr geleugnet, aber damit gerechtfertigt, es habe sich um einen sinnvollen Kompromiss zwischen Lebensdauer, Helligkeit und Stromverbrauch gehandelt, der durchaus auch zugunsten der Verbraucher gewesen sei (vgl. Wikipedia). Christian Kreiß hält das zu Recht für unglaubwürdig. Denn wozu erfolgten schon bei geringen Überschreitungen Strafzahlungen? Wenn das Argument stimmte, hätte man ja Glühlampen mit unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten können.

Weitere Beispiele

Jeder kennt die Leiden der Frauen mit den Nylonstrümpfen und Strumpfhosen, bei denen nicht selten plötzlich Laufmaschen entstehen, die noch relativ neue Strümpfe unbrauchbar machen. Bereits in den 1940er-Jahren verkürzte der Konzern DuPont die Haltbarkeit der von ihm erfundenen Nylon-Damenstrümpfe. Man reduzierte die Menge der chemischen Zusatzstoffe, die z. B. das Nylon gegen das UV-Licht der Sonne stabilisieren, so dass die Fäden wesentlich leichter reißen. Diese geplante Qualitätsverschlechterung wurde geringfügig begonnen und nur langsam und allmählich gesteigert, damit sie mit Rücksicht auf den Unternehmensruf möglichst lange verdeckt und damit unter der Wahrnehmungsschwelle der Käufer blieb.7

Was so bei DuPont begann, ist heute nicht nur in der Textil-, sondern auch in der Schuhbranche offenbar bei einer Vielzahl von Produkten Standard geworden. So wird bei Hosen oder Pullovern anstatt langfaseriger oft kurfaserige Baumwolle verwendet, wodurch sie schneller durchscheuern und früher altern. Schuhsohlen werden nicht selten aus minderwertigem Kunststoff hergestellt, der sich schneller abreibt. Hinzu kommt, dass in vielen Fällen die Sohlen so eingearbeitet sind – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – dass eine Neubesohlung nicht möglich ist. Davor ist man auch bei teuren Markenschuhen nicht unbedingt geschützt.

Eine häufige Methode bei Handys und insbesondere Elektrorasierern ist, dass Akkus mit begrenzter Lebensdauer eingebaut werden, aber nicht ausgetauscht werden können, weil sie fest verklebt sind oder das Gehäuse sich wegen Verklebung oder Spezialschrauben nicht öffnen lässt. Damit bestimmt die kurze Lebensdauer des Akkus die des sonst noch intakten Gerätes. Apple hatte es deswegen 2003 in den USA mit einer Sammelklage geschädigter Käufer des „iPods“ zu tun und verpflichtete sich in einer außergerichtlichen Einigung zu einem kostenfreien Austauschservice – ein implizites Eingeständnis von geplantem Verschleiß.

Doch Apple wendet laut der IT-Zeitschrift „CHIP“ in den neueren Produkten andere Methoden an, um die Kunden möglichst schnell, das heißt unökonomisch früh, zum Neukauf zu zwingen. „Neue Software wird schlecht kompatibel gestaltet, damit die Geräte von der Softwareseite her künstlich vorzeitig veralten. … Der Produzent ist aufgrund seiner überlegenen Produktkenntnis dem Verbraucher immer überlegen.“ 8

Eine weitere Spielart, Reparaturen zu erschweren, besteht darin, sie unverhältnismäßig zu verteuern. So schrieb die Stiftung Warentest im September 2013: „Ab 762 Euro ist die Bosch Waschmaschine „WAS28440“ im Internet erhältlich. Geht nach der Gewährleistung der Motor kaputt, bietet Bosch den Austausch zum Festpreis von 299 Euro an. Fallen mehrere Bauteile aus, können die Reparaturkosten den Gerätepreis übersteigen. Da erscheint vielen Verbrauchern ein Neukauf sinnvoller.“ 9

Häufig werden Ersatzteile auch dadurch bewusst verteuert, dass einzelne defekte Teile nur zusammen mit ganzen Bauteilgruppen gekauft werden können. So kann man bei manchen Waschmaschinen einen defekten Türgriff (ca. 8 €) nicht separat ersetzen, sondern muss die ganze Tür (ca. 110 €) neu kaufen. Bei Autos werden häufig Leuchtsysteme montiert, bei denen nicht mehr einzelne Glühbirnen gewechselt, sondern nur die gesamte Leuchtkomponente ausgetauscht werden kann, zu erheblich höheren Kosten.

Viele Drucker haben Zähler eingebaut oder sind so konstruiert, dass sie nach einer vorgegebenen  Zahl von beispielsweise 15.000 Druckvorgängen ihre Arbeit einstellen, obwohl sie noch problemlos bis zu 30.000 Mal oder mehr drucken könnten. Solche Drucker sind offenbar derart häufig, dass Christian Kreiß sie als regelrechte Klassiker des geplanten Verschleißes bezeichnet. „Interessant ist angesichts der Flut der nachgewiesenen Fälle, dass sich bis jetzt aus Marketing- und Imagegründen nicht einmal eine zumindest dem Anschein nach geänderte Produktstrategie der Hersteller abzeichnet. Das ist ein Hinweis darauf, wie fest verankert diese Absatzpraktiken sind und wie sicher sich die Hersteller dabei im Sattel fühlen.“ 10

Darüber hinaus gibt es zahllose Beschwerden über Toaster, Küchenmaschinen, Fernseher, Fotoapparate, DVD-Rekorder, elektrische Zahnbürsten und Bügeleisen beispielsweise, dass sie kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist kaputtgehen. Die Liste könnte noch beliebig verlängert werden.

Begünstigende Umstände

Starker ökonomischer Anreiz zu geplantem Verschleiß entsteht bei den Herstellern in den heute zumeist gesättigten bzw. sehr wettbewerbsintensiven Märkten, in denen es daher leicht zu Überkapazitäten kommt. „Solange die Nachfrage munter wächst und die Produktion kaum Schritt halten kann, ist die gewollte Verkürzung der Haltbarkeit zur Renditeerhöhung aus ökonomischer Sicht nicht nötig.“ 11 Doch wenn, wie bei den meisten etablierten Produkten, kaum neue Käufer hinzukommen können, ist Wachstum nur dadurch möglich, dass die bisherige Haltbarkeit verkürzt und der Verbraucher so früher zum Neukauf gezwungen wird. In der US-Automobilindustrie z.B. war bereits in den 1950er-Jahren der Markt gesättigt, und es bestanden hohe Überkapazitäten. Das trieb die Hersteller in dem hoch wettbewerbsintensiven US-Automarkt „geradezu zu einem Wettlauf um immer kürzer haltende Fahrzeuge und insbesondere Fahrzeugteile. So wurden etwa Karosserien, Reifen Auspuff usw. bewusst immer weniger haltbar konstruiert.“ 12 In Europa dagegen herrschte in der gleichen Zeit Nachkriegsaufschwung. Die Nachfrage nach Autos wuchs sprunghaft, die Autobauer kamen nicht nach, so dass Wartefristen bis zu 18 Monaten bestanden. Zur Haltbarkeitsverkürzung bestand kein Anlass.

Um den geplanten Verschleiß möglichst unbemerkt durchführen zu können und das Abwandern der Kunden zu vermeiden, verbreiten die Hersteller einen Schleier der Intransparenz. Natürlich werden über die Dauer der Haltbarkeit keine Angaben gemacht. Im Grunde bräuchte aber der Verbraucher eine Gesamtkostenberechnung, die sich über die gesamte zu erwartende Nutzungsdauer erstreckt. Er bräuchte Angaben über die Haltbarkeitsdauer, Reparierbarkeit, das Vorhandensein von Ersatzteilen, und er muss die Folgekosten wie die der Wartung, der Reparatur und die der Ersatzteile kennen. Praktisch alle wichtigen Informationen über die Zeit nach dem Kauf der Produkte liegen dem Kunden in der Regel zum Zeitpunkt des Kaufs nicht vor. Und ein Abwandern zur Konkurrenz hilft nicht, weil ihn dort die gleiche Intransparenz erwartet.

Andererseits werden die Verbraucher mit einer verwirrenden Fülle von nichtssagenden Informationen überschüttet. Sie gehen insbesondere von der Werbung aus, deren Ziel in der Regel nicht wirkliche Information über nutzerrelevante Fakten, sondern Desinformation ist. Sie soll den Verbraucher nicht von der Qualität des Produktes überzeugen, sondern ihn mit allen möglichen unterschwellig erzeugten Emotionen zum Kauf verführen und überwältigen.

Ausmaß und Auswirkungen

Christian Kreiß hat in einer etwas groben Berechnung versucht, die durch den geplanten Verschleiß für die Verbraucher entstehenden zusätzlichen Kosten zu ermitteln. Dazu hat er nach der Erfahrung eine Produktgruppe mit 50-prozentiger und eine andere mit 25-prozentiger Lebensdauerverkürzung gebildet und deren zusätzliche Ausgaben für die Verbraucher zu den gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte in Beziehung gesetzt. Danach müssen die Verbraucher für diese Produkte ca. 106,5 Milliarden Euro im Jahr unnötig mehr ausgeben. Bezogen auf die 1.442 Milliarden Euro Gesamtausgaben für den Konsum aller privaten Haushalte pro Jahr entspricht dies gut 7 Prozent Kaufkraftentzug. „Bezogen auf die etwa 80 Millionen Einwohner in Deutschland entspricht dies 1.325 Euro pro Kopf und Jahr, vom Säugling bis zum Greis. Also jedem Einwohner werden pro Monat derzeit über 110 Euro durch geplanten Verschleiß entzogen.“ 13

Auf der anderen Seite bedeutet die künstliche Verkürzung der Produktlebensdauer, dass für das Güterangebot mehr gearbeitet werden muss. Würde die geplante Obsoleszenz abgestellt, müsste in Deutschland 7 Prozent weniger gearbeitet werden. 7 Prozent weniger als die derzeitige durchschnittliche Arbeitszeit der Vollbeschäftigten von 1.650 Stunden jährlich würde bedeuten, dass die Wochenarbeitszeit von etwa 38 auf gut 35 Wochenstunden gesenkt werden könnte; oder jeder Vollbeschäftigte könnte 14 Arbeitstage zusätzlichen bezahlten Urlaub nehmen.

Alternativ könnten 106 Milliarden Euro Kaufkraft jährlich in den Händen der deutschen Kunden freigesetzt werden, das entspricht 110 Euro zusätzliches Einkommen pro Einwohner (!) im Monat. „Zum Vergleich: 106 Milliarden jährlich sind mehr als die gesamten Ausgaben der Haushalte für Energie, die 98 Milliarden betragen oder gut drei Viertel der 130 Milliarden Euro für Nahrungsmittel und beinahe doppelt so viel wie die gesamten Ausgaben für Kraftstoffe (56 Milliarden).“ 14

Geplanter Verschleiß schadet auch durch unnötig verbrauchte Ressourcen und steigende Müllberge der Umwelt. Es werden etwa 9,6 Millionen Tonnen zusätzlichen Müll verursacht, was 120 Kilo pro Kopf und Jahr entspricht. Nach Berechnungen von Christian Kreiß arbeiteten 2011 von insgesamt 70 Abfallverbrennungsanlagen etwa fünf allein für geplanten Verschleiß.

Davon abgesehen hat volkswirtschaftlich „geplante Obsoleszenz eine ähnliche Wirkung wie Löcher graben und wieder zuschaufeln. Sie fördert kurzfristig die Konjunktur, ist ein Strohfeuer, trägt aber nicht zu realem Wirtschaftswachstum bei. Sie ist eine ökonomisch völlig unsinnige Beschäftigungstherapie, die Arbeitskraft, Fleiß, Intelligenz und Ressourcen nutzlos verschwendet und die gesamtwirtschaftliche Produktivität künstlich reduziert. …
Nimmt unnötige Arbeit zu, so sinkt die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Das hat gravierende realwirtschaftliche Konsequenzen. Menschen die unnötige Arbeit verrichten, müssen essen, sich kleiden, wohnen usw. Das heißt, je mehr Menschen unnötig arbeiten, desto mehr müssen die übrigen Menschen arbeiten. Diejenigen Menschen, die sinnvolle Arbeit verrichten, müssen diejenigen Menschen, die unnötig arbeiten, mitversorgen. Nimmt unnötige Arbeit zu, verteuern sich also die lebensnotwendigen Dinge.“ 15

Die Ursachen

Hauptursache für den geplanten Verschleiß ist das im kapitalistischen Wirtschaftssystem fest verankerte Ziel, möglichst hohe Profite zu machen. Diese zentrale Gewinnorientierung ist besonders stark in den Großkonzernen ausgeprägt. Gerade börsennotierte Aktiengesellschaften unterliegen enorm hohen Renditeerwartungen der Eigentümer und der hinter diesen stehenden Kapitalmärkten. Die Unternehmensführungen sind ständig unter Druck, über mehr oder weniger lautere Maßnahmen nachzudenken, die den Gewinn erhöhen.

Die Internationalisierung der Kapitalmärkte hat seit den 1990er Jahren den Siegeszug des aus den USA stammenden Shareholder-Value-Konzepts gebracht, wonach die Unternehmensleitung im Interesse der Anteilseigner, der Aktionäre, zu handeln und die Steigerung des langfristigen Unternehmenswertes durch Gewinnmaximierung und Erhöhung der Eigenkapitalrendite zu verfolgen hat. Dieser immer mehr gestiegene Druck auf die Unternehmensleitung, die Rendite ständig zu erhöhen, hat die Verbreitung von geplantem Verschleiß stark begünstigt. „Daher wurden praktisch alle in der jüngeren Geschichte aufgedeckten prominenten Fälle von vorsätzlich geplantem Verschleiß von Großkonzernen begangen.“ 16

Deshalb warnt Christian Kreiß vor Pauschalierungen und weist darauf hin, dass „es auch heute noch immer eine Fülle von inhabergeführten, mittelständischen, wenig gewinnorientierten Unternehmen (gibt), die nach wie vor tadellose, lang haltende Produkte herstellen. Von daher wäre es unfair, alle Produzenten pauschal geplanter Obsoleszenz zu verdächtigen.“ 17 Das ist sicher richtig. Man darf aber nicht übersehen, dass dieses Verhalten der vom Eigentümer selbst geführten Unternehmen von ihrer Persönlichkeit und ihrer menschlichen Nähe zu den Kunden abhängt. Das kapitalistische System gibt auch ihnen die Möglichkeit dazu, und es sind sicher nicht alle in jeder Lage gegen die Versuchungen immun.

Zu Recht sieht Christian Kreiß auch die unbegrenzte Eigentumsanhäufung und den Zinseszins als die eingebauten Schwachstellen der Wirtschaftsordnung, die über die Exponentialfunktion zu ständigem Wirtschaftswachstum zwingen und dadurch die Unternehmen zu geplantem Verschleiß drängen, „weil die (in den Händen relativ weniger) überreichlich zur Verfügung stehenden`vagabundierenden` Geld- bzw. Kapitalmittel investiert werden müssen. Da andererseits wegen der zunehmenden Ungleichverteilung die Masseneinkommen und damit die Massennachfrage nicht Schritt hielten …, herrscht ständig eine Tendenz zu Überkapazitäten.
Diese … führen dazu, dass renditemaximierende Großunternehmen nach immer neuen Absatzwegen suchen müssen, um die verkaufte Menge zu erhöhen, um die Gewinne aufrecht zu erhalten oder zu steigern. Geplanter Verschleiß ist eine probate Möglichkeit.“ 18  

Doch man muss ja noch tiefer gehend fragen, woraus denn die unbegrenzte Eigentumsanhäufung hervorgeht: aus dem mit dem heutigen privaten Eigentumsrecht verbundenen alleinigen Rechtsanspruch des Unternehmen-Eigentümers auf den Gewinn in seine private Tasche. Ein Wirtschaftsunternehmen dient aber nicht dem privaten Konsum, sondern der Bedürfnisbefriedigung vieler Menschen, den im Betrieb selbst Tätigen und den Verbrauchern. Die Leistungen des Unternehmens können auch nur durch das Zusammenwirken vieler Menschen, ja der ganzen Gesellschaft, insbesondere des Bildungs- und Ausbildungssystems zustande kommen. Der Gewinn ist daher auch nicht allein das Verdienst eines einzelnen Unternehmensleiters, erst recht nicht der im Unternehmen überhaupt nicht tätigen Aktionäre.

Seine Ableitung in private Taschen ist ungerechtfertigtes leistungsloses Einkommen, de facto Okkupation, Raub, und dessen gesetzliche Legitimierung setzt in Wahrheit kein Recht, sondern Unrecht im Schleier eines die soziale Wirklichkeit nicht fassenden allgemeinen Eigentumsbegriffs, der vom Gesetzgeber in Bezug auf ein Wirtschaftsunternehmen sozial gebunden differenziert werden müsste.19 Der über ein angemessenes Einkommen des tätigen Eigentümers hinausgehender Anspruch auf den Gewinn ist sozial nicht zu rechtfertigen.

Damit entfällt die selbstsüchtige Motivation auf den privaten Profit und seine unaufhörliche Maximierung, und an seine Stelle kann das ursprüngliche Ziel alles Wirtschaftens treten, die Befriedigung der realen Bedürfnisse der Menschen. In der kapitalistischen Wirtschaftsordnung haben sich die Produktionsentscheidungen verselbständigt und von den Grundbedürfnissen der Menschen losgelöst. „Die Wirtschaft selbst – das heißt Geld- oder Profitinteresse – entscheidet darüber, was die Menschen kaufen und wollen sollen, und drückt diese Meinung mit großem Ressourceneinsatz und Heeren von Marketing- und Vertriebsmitarbeitern in den Markt.“ 20

Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Änderung.
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1    Von lateinisch obsolescere: sich abnutzen, alt werden, an Wert verlieren,
aus der Mode kommen
2    Christian Kreiß: Geplanter Verschleiß, Berlin 2014
3    Christian Kreiß a.a.O., S. 16
4    a.a.O., S. 17
5    Zitiert nach Kreiß a.a.O., S. 37, 38
6    Christian Kreiß a.a.O., S. 38
7    a.a.O., S. 40
8    a.a.O., S. 41, 42
9    Zitiert nach Christian Kreiß a.a.O., S. 47
10  Christian Kreiß a.a.O. S. 42
11  a.a.O., S. 21
12  a.a.O., S. 21, 22
13  a.a.O., S. 115, 116
14  a.a.O., S. 116
15  a.a.O., S. 121, 122
16  a.a.O., S. 24
17  a.a.O., S. 25
18  a.a.O., S. 132
19  Vgl. dazu: Die ungebändigte Macht des Kapitals
20  Christian Kreiß a.a.O., S. 93

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13 Kommentare zu „Profitmaximierung durch geplanten Verschleiß“

  1. >“Hauptursache für den geplanten Verschleiß ist das im kapitalistischen Wirtschaftssystem fest verankerte Ziel, möglichst hohe Profite zu machen“

    Hauptursache ist das Finanzsystem, bzw. resultiert dieses wiederum aus dem Misstrauen und der Abdunklung der menschlichen Seele / Bewußtsein (Egomanie: Mangelbewußtsein, Ängste, Kontrollwahn).

    Einfaches Beispiel:
    Sie befinden sich in einem Bereich einer Fußgängerzone, genannt Pizzastraße: die Straße in der sich die Pizzabäcker versammelt haben (wie früher bzw. im fernen Osten noch anzutreffen: Bäckerstraße, Schmiedgasse usw.).

    Sie sehen nun, daß an einer Pizzeria enormer Andrang ist (Schlange vor der Tür).

    Fall 1 – kapitalistisches System – Wo steht die Schlange?
    die Schlange steht an der Pizzeria, die am billigsten ist und bei gleich billigen die bessere Qualität hat (Vorrang Billig! geringe Qualität -> Profitmaximierung).

    Fall 2 – Wirtschaftssystem ohne Geld – Wo steht die Schlange?:
    die Schlange steht dort, wo es die beste Pizza gibt (es geht ausschließlich um das Beste, was Menschen tun können!).

    Das Wesen des Geldes führt unausweichlich in allen Bereichen des Lebens zu Fall 1.
    Beschleunigend vor allem, wenn auch noch ein Zinseszinseffekt vorhanden.

    >“Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Änderung“

    Wer soll das tun, wo ist der Ansatz im Handeln?

    – strategischer Konsum (kaufe Öko-Produkte !)
    – Steuerboykott (seihe Plan B: http://www.wissensmanufaktur.net/steuerboykott)
    – Subsidiarität leben: Gemeinschaften und Gemeinden selbst aufbauen
    https://www.brandeins.de/wissen/sachsen-machen/nebelschuetz-heimat-mit-zukunft/
    https://www.schlaglichter.at/asterix-in-britannien
    https://www.gemeinwohl-bioladen.de
    http://koenigreichdeutschland.org/de/gemeindewechsel.html
    (Subsidiarität und Souveränität)
    http://www.damanhur.org/de
    http://www.dottenfelderhof.de
    http://www.schloss-tempelhof.de
    http://www.modelhof.ch/avalon

    Beispiel neues Unternehmertum:
    neues Autokonzept über Crowdfunding (die Gemeinschaft baut!) und jeder kann es reparieren:
    https://sonomotors.com/de/sion.html/#st-sono-repair

    Handlungsansatz Grundgesetz:
    In dem das Volk sich selbst eine neue Ordnung gibt (siehe GG 146, GG 20)

    Und konkrete Umsetzung z.B. in der Verfassung des KRD (seit 2012 mit konkreten Umsetzungen, Staatsangehörige/zugehörige > 1000 und von BaFin Bankenkartell unrechtmäßig bekämpft):
    Auszug:
    Art.19 Abs.4 Gesundheit:
    Produkte, die die Gesundheit beeinträchtigen oder zu beeinträchtigen geeignet sind, können mit
    Steuern belegt werden.
    Art. 25 Abs.4
    Alle technologischen Verfahren und Handlungsweisen, die den Bestand, das Leben, die
    körperliche Unversehrtheit oder die Gesundheit der Erde, der Menschheit, der Tiere oder der
    Pflanzenwelt gefährden können, sind nur in Ausnahmefällen, nur mit Genehmigung und unter
    direkter Aufsicht des deutschen Staates gestattet und können mit Steuern belegt werden.
    Art. 79 Abs.1
    Die Zahlung von direkten Steuern ist in der Regel freiwillig. Ausnahmen werden durch Gesetze
    des Königreiches Deutschland bestimmt. Ausnahmen sind auf natürliche und juristische Personen
    und andere Rechtssubjekte oder Körperschaften beschränkt, die das Leben, die körperliche
    Unversehrtheit, die Gesundheit von Personen oder die Umwelt als natürliche Lebensgrundlage
    gefährden, belasten oder andere in irgendeiner Weise in ihren Rechten verletzen. Die Grundsätze
    der Vergemeinschaftung werden von dieser Vorschrift nicht berührt.

    Art. 78 Gesetzliche Währung, Finanzhoheit, Zins, Kreditgewährung, Währungsemissionskriterien:
    (1) Die Regelung des Münz-, Banknoten- und öffentlichen Finanzwesens ist ausschließliche Sache
    des Staates.
    (5) Zins und Zinseszins sind verboten…
    (8) Dem Staat ist die Kreditaufnahme verboten. Verboten sind auch Umgehungsgeschäfte, die wie
    eine Verschuldung wirken …

    = Grundlage für echte Staats-Souveränität als ein vom Volk sich selbst gesetzter Organisations-/Strukturrahmen im Sinne des Gemeinwohls, der Volksgesundheit und der Sicherung eines Raumes für die Individualentwicklung des Menschen.

    1. Um dies alles zu bewerkstelligen, muss die Masse der Menschen in ihrem Denken und Verhalten total umgepolt werden, denn es herrscht auch beim kleinen Mann“ Geiz ist gail“ und der Konsumrausch ist so fest verankert, dass Dinge auf Pump gekauft werden, die man nicht unbedingt braucht, um denen zu imponierenn die einen nicht mögen. Es ist schon Jahre her, da hat eine Kundin von mir, auf ihr Qutfit angesprochen, gesagt: was man anhat, das sieht man, was man gegessen hat, das sieht man nicht. Und das ist bestimmt kein Einzelfall. Würde die Masse all diese Angebote der Industrie ignorieren und auf den nötigen Bedarf angleichen, dann würden auch diese darauf reagieren müssen, aber wie lautet der alte Spruch: mit den Dummen treibt man die Welt um. Und was wären all diese Sport- und Filmstars, wenn ihnen das dumme Puplikum nicht nachlaufen würde. Ich schäzte, sie wären nichts, überhaupt nichts, da sie keiner kennen würde.

    2. Jürgen Elsen,
      Verfassunggebende-Versammlung macht es aktuell für alle besser und ist kein Geschäftsmodell wie die o.g. Beispiele
      ddb-radio 19.00, ddb-wordpress und im YT-Sendearchiev ist alles erklärt

      1. wer mag kann ja bei mehreren Initiativen dabei sein!
        Ich persönlich favorisiere solche, die möglichst ganzheitlich wirken – sich also auch die Hände mit Erde schmutzig machen – jenseits von Tastatur und Schreiberei.
        Nur weil oben genannte Initiativen auch im Wirtschaftlichen Transformation praktizieren im Sinne von mehr Qualität (als Gegensatz zur geplanten Obsolezenz), würde ich diese aber deshalb nicht auf „Geschäftsmodelle“ reduzieren – das empfinde ich eher als abwertend und greift zu kurz, insbesondere, wenn man sich einmal mit den Menschen selbst befaßt.

  2. Alles Quatsch. Gabriel hat doch gesagt „Sozial ist, was Arbeit schafft.“ Nehmt das endlich mal zur Kenntnis, ihr Kuffnucken.

    1. @ B.-R.Martens: „Sozial ist, was Arbeit schafft“

      Dann nehmen wir mal diesen Gabriel beim Wort: Was schafft denn Arbeit herbei ? Man könnte z.B. Steine sammeln und überall die Fensterscheiben einschmeissen, weil das dem Glaser Arbeit schafft.
      Oder wir erfinden die Geschirr-Verschmutzungs – Maschine, die das saubere Geschirr garantiert wieder schmutzig macht. Das schafft uns wieder Arbeit ohne Ende !
      Und gaaanz wichtig: Den Bagger verbieten, weil das sofort Massen von Menschen Arbeit schafft, die wieder mit dem Spaten die Baugruben ausheben könnten.
      Für Aerzte würde es sehr viel Arbeit schaffen, wenn wir allen Leuten ins Bein schiessen !
      Wahlweise in den Arm. Ja ? Was hätten die dann für Aaaaabeit ! Und wir wissen doch alle:
      Ohne Aaaaaabeit ist Mensch aasozial. Wie schrecklich, dass die Waschmaschine erfunden wurde !
      Dieses antisoziale Ungeheuer NIMMT uns die ARBEIT ja AB !
      Herr Gabriel bitte mitlesen und mit-meditieren !

      1. Und nicht zu vergessen: Krieg, es muss nur Krieg geben, der schafft viel Arbeit: Waffen und Munition, Panzer, Flugzeuge,Uniformen und Ausrüstungen usw. usw. Und nach dem Krieg erst: alles wieder aufbauen, das gibt Arbeit und Brot. Es lebe die SPD.

      2. Da Herr Gabriel sich offenbar nicht meldet, versuche ich mal , ihm gerecht zu werden. Er würde natürlich sofort darauf hinweisen, dass er wörtlich gesagt hat: „Sozial ist nicht, was Arbeit schafft, sondern sozial ist, was Arbeit schafft, von der man leben kann.“ Bumms! Ist das von mir verkürzte Zitat demnach sinnentstellend?

        Was Ihre Interpretation (Michaela Wolff) betrifft, sicher nicht. Es muss nur sichergestellt sein, dass die Steineschmeisser und Geschirrverschmutzer so anständig bezahlt werden, dass sie nach sozialdemoktischen Vorstellungen davon leben können. Wie ein System funktioniert, bei dem die Leute arbeiten, ohne davon leben zu können, müsste allerdings Herr Gabriel selbst beantworten. Das haben selbst die Mönche im Kloster nicht geschafft.

        Die Interpretation von hwludwig, es müsse nur Krieg geben, ist gegenüber Herrn Gabriels vollständigem Zitat zu weitgehend, weil als Kriegsfolge natürlich viele dahinscheiden.

        Bei näherer Betrachtung geht dieser von CDU und SPD auch gemeinsam vertretene Gedanke mit einem kleinen Unterschied auf Hugenberg zurück, der in einer Rundfunkansprache 1932 ausführte: „Derjenige ist wirklich und wahrhaft sozial, der Arbeit schafft.“. A. H. hat ihm das dann anschließend vorgemacht. Von daher unterscheiden sich die nationalen, internationalen und „Herz-Jesu“ Sozialisten nicht allzu sehr.

  3. danke für diesen überaus sehr interessanten und wichtigen Artikel.
    Ich hatte vor längerer Zeit ein Interview bei Ken Jebsen von ihm gehört. Verlinke ich weiter unten.

    Vor 5 Jahren bekam ich ein Angebot einer neuen Waschmaschine von einem Bekannten. Lehnte ich ab, trotzdem meine schon 30 Jahre alt war. Und sie läuft heute noch. Mein Mixer hat vor 3 Jahren nach 40 Jahren ausgedient.
    Meine Tochter hat mir einen Stabmixer letztes Jahr geschenkt, der ist im Sommer kaputt gegangen.
    Dann hatte sie mir einen Wasserkocher geschenkt, der hielt genau 13 Monate.
    Das sind alles Beispiele, die verdeutlichen, dass die Technik früher besser war.

    Es gab auch viele „Errungenschaften“ die total unnötig waren. Dazu gehört der Eierkocher, Die Kaffeemaschine und ganz unnötig, diese Kapselkaffeemaschine. 1 Pfund Kaffee in Kapseln kostet ca. 60 Euro.

    Wenn es ums Wachstum und Profit geht sind der Phantasie und dem Verbrechen keine Grenzen gesetzt.

    Bin vor 2 Jahren in eine SOLAWI eingetreten, um mich wenigstens ein bißchen von diesem System zu verabschieden. Gemüsekiste jede Woche ohne die MwSt. zu zahlen. Und es macht sehr viel Freude, da wir auch mitarbeiten können. Einfach nur herrlich.

    KenFM im Gespräch mit: Dr. Christian Kreiß („Geplanter Verschleiß“)
    https://kenfm.de/christian-kreiss/

    1. @ palina: „…Technik früher besser war“

      Ist auch meine Erfahrung. Bei einem Hauskauf vor Jahren fanden wir noch einen Staubsauger aus den 1970 er Jahren. Der saugt noch heute so stark, dass er die Teppiche mit anhebt. Man bekommt zwar nicht mehr die Beutel für dieses Gerät zu kaufen, aber wir haben einen Stoffbeutel mit Reissverschluss drin. Wir kauften dann trotzdem einen neuen Staubsauger, aber der ging nach wenigen Monaten schon wieder kaputt. Der saugte auch weniger stark.
      Einfach unter aller Sau, wie heute produziert wird. Und dann wird im TV gezeigt, wo der Elektroschrott aus Europa landet: In Afrika. Dort verschandeln diese Müllberge die wunderschöne Natur. Es ist ein Verbrechen, wie Sie das ja auch bezeichnen.
      Hinter diesem Verbrechen ist eine Denkweise die Triebfeder, die gar nicht zwischen „Arbeit“ und „Gelderwerb“ mehr unterscheidet.
      Und es ist die Politik, die die Schulen verwaltet und diese miese Denkweise befördert.
      Würde das so weitergehen, wie würde diese Erde in 200 Jahren aussehen ? Müllkippe im Kosmos ?
      Menschen müssten ohne Nasen zur Welt kommen, weil die den Gestank sonst nicht aushalten könnten.

  4. Das ist sicherlich alles richtig. Aber andererseits: möchte ich heute einen Ford T fahren oder doch lieber meinen Hyundai i30?

    1. Ja(Das ist sicherlich alles richtig), aber = NEIN.
      In meiner geldwertlosen Welt existieren schon lang keine Autos mehr: hier gibt es für Langstrecken Hochgeschwindigkeitszüge, die nicht mehr anhalten müssen [ http://www.businessinsider.de/neues-chinesisches-konzeptvideo-der-zug-der-nicht-anhaelt-2016-10 ] , Mittelstrecken werden durch ein überirdisches Kabinensystem überbrückt, dessen Aufhängung gleichzeitig die Gleichstromversorgung sicherstellt und im Nahverkehr gibt es nur mehr Wasserstoff [mikrobielle Brennstoffzellen] betriebene autonom fahrende Kleinbusse bzw. Lieferservices.
      Auch das römische Kanalsystem ist abgeschafft (man kackt nicht mehr in sein eigenes Trinkwasser)
      [http://www.biolet.com ], stattdessen gibt es zwar noch Kanäle, das sind jedoch Transportröhren, die gleichzeitig Telekommunkationsleitungen und andere elektrische Leitungen beherbergen – und oben mit einem Fahrradweg abgedeckt sein können.
      Naturliebhaber und Individualisten wohnen in einem Einbaumhaus [ http://einbaumhaus.at/de/content/das-einbaumhaus ] oder man wohnt in relativ (energie)autonomen Gemeinschaften mit maximal dreistöckigen Strohhäusern [http://fasba.de/] – wegen Gemeinde- und Mehrzwecknutzräumen max 20m² Flächenverbrauch pro Person.
      Ich könnte hier noch vieles aufzählen – alles keine Phantasie – jedoch in einer Welt des Profits uninteressant …
      Ohne Profitinteresse wären wir heute in unserer Welt Jahrhunderte in der Entwicklung – besonders auch technologisch – weiter. Und zwar im Sinne von Menschen-, Gemeinschaft- und Natur/Umweltqualität … (siehe „Pizzastraße“)
      Also, ich hänge das Auto gerne an den Nagel …

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