Der geraubte Gewinn als Grundlage des Reichtums und der globalen kapitalistischen Herrschaft

„Dividende et impera!“
Volker Pispers

Das hier schon in mehreren Artikeln behandelte Problem, dass im kapitalistischen Wirtschaftssystem der Gewinn allein den Eigentümern des Unternehmenskapitals in die privaten Taschen fließt, soll noch einmal zentral thematisiert werden, da dieser Gewinn die Grundlage des Reichtums und der Macht der in Wahrheit Herrschenden bildet. Dies wird, wie ich meine, von zu wenigen in seiner Bedeutung durchschaut. Das Eigentum am Unternehmenskapital – sei es das des Unternehmers selbst oder in Aktiengesellschaften das der Aktionäre  – setzt sich in kaum hinterfragter Selbstverständlichkeit geradewegs in das Gewinnkapital fort. Diese einsackende Gewohnheit entspringt dem aus dem römischen Recht stammenden Privateigentum, das generell eine unbegrenzte Verfügungsmacht über die Sache und deren materielle Erträge verleiht.

Das private Eigentum ist mit Recht im Grundgesetz besonders geschützt, da das ausschließliche Verfügungsrecht über die Güter des privaten Gebrauchs der persönlichen Existenzsicherung und Freiheit dient. Doch ein Wirtschaftsunternehmen ist kein Gegenstand des privaten Gebrauchs, sondern hat eine  gesellschaftlich-soziale Funktion, mit der viele andere Menschen verbunden und betroffen sind. Das Eigentumsrecht daran müsste daher auf diese Funktion beschränkt sein und dürfte nicht das Recht auf den Gewinn für die private Tasche weniger umfassen. In eine solche einschränkende Richtung urteilte 1979 auch das Bundesverfassungsgericht:
„Soweit es um die Funktion des Eigentums als Element der Sicherung der persönlichen Freiheit des Einzelnen geht, genießt dieses einen besonderen Schutz. … Dagegen ist die Befugnis des Gesetzgebers zu Inhalts- und Schrankenbestimmungen umso weiter, je mehr das Eigentumsobjekt in einem sozialen Bezug und einer sozialen Funktion steht.“ 1
Bis heute ist daraus aber eine entsprechende gesetzliche Modifikation des Eigentumsrechts nicht erfolgt.

Der Gewinn ist, wie jedermann einsehen kann, ja auch nicht das alleinige Verdienst des Unternehmers, erst recht nicht von im Unternehmen überhaupt nicht tätigen Aktienbesitzern. Der Gewinn kann nur mit allen Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet werden. Es ist daher im tiefsten Sinne entwürdigend, wenn die Mitarbeiter betriebswirtschaftlich als niedrig zu haltender Kostenfaktor behandelt, also vielfach wie Sklaven mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden. Sie haben im Grunde genauso wie der Unternehmer Anspruch auf ein angemessenes Einkommen aus dem Ertrag des Betriebes, der nur durch ihre volle Mitarbeit erwirtschaftet werden kann.2

Alle verdanken aber den Gewinn den Fähigkeiten, die sie in den allgemeinbildenden Schulen, den Berufs-, Fach- und Hochschulen, also im Bildungssystem erworben haben. Auch die Anlagen, Maschinen usw. des Produktionskapitals, die der Ersparnis, Unterstützung und Erleichterung der menschlichen Arbeit dienen und zur Höhe des Gewinnes beitragen, stammen aus der schöpferischen Intelligenz ihrer Konstrukteure und Hersteller, welche selbst wiederum durch das Bildungssystem gegangen sind. Der Reingewinn steht daher gesamtgesellschaftlich gesehen dem Bildungswesen zu, das selbst keine materiellen Werte erzeugt, sondern vom Wirtschaftsleben finanziell getragen werden muss. Die Wirtschaft lebt von dem, was ihr an ständigen Entwicklungs- und Innovationskräften aus dem Kultur- oder Geistesleben zufließt. Umgekehrt müssen dem Geistesleben aus der Wirtschaft selbstlos die materiellen Mittel zufließen, die seine Arbeit überhaupt erst möglich machen.

Ungerechtfertigter Reichtum

Die Abzweigung des Gewinnes in die privaten Taschen der Eigentümer ist in Wirklichkeit die Aneignung von immensen permanent fließenden leistungslosen Einkommen, die ihnen nicht zustehen. Es handelt sich de facto um Raub, der im Schleier des Rechts vollzogen wird, das längst zum schreienden Unrecht geworden ist. Dies ist hier bereits in mehreren Artikeln behandelt worden.3

Die Auswirkungen sind nicht auf die sozialen Ungerechtigkeiten in den Betrieben und das darbende Bildungswesen beschränkt, das dadurch in Abhängigkeit vom Staat und seinen Steuern für die Interessen der Herrschenden instrumentalisiert werden kann. Und der ständige Zufluss an Geld, das nicht selbst erarbeitet ist, ermöglicht nicht nur ein Leben in ungeheurem Luxus auf den Schultern der Armen; die Masse des Geldes kann dafür ja gar nicht verbraucht werden. Der geraubte Reichtum wird „angelegt“, wie es so harmlos heißt, damit er sich durch weitere leistungslose Einkommen noch weiter wundersam vermehrt: auf Bankkonten durch Zins- und Zinseszinsen4, in Immobilien durch Spekulationsgewinne und Bodenrenten (Mieten)5 und vor allem durch den Aufkauf von weiteren Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen.

Auf diese Weise besitzt heute 1 Prozent der Weltbevölkerung 50,8 Prozent des weltweiten Vermögens – und damit mehr als die restlichen 99 Prozent zusammen. In Deutschland haben 36 Milliardäre so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Das reichste Prozent besitzt rund ein Drittel des gesamten Vermögens. Während die reichsten 10 Prozent gemeinsam über fast zwei Drittel (65 Prozent) des Gesamtvermögens verfügen, zählen die ärmeren 50 Prozent dagegen zusammen nur knapp 2,4 Prozent des gesamten Vermögens als ihr eigen.6Durch Arbeit wird kaum jemand reich in Deutschland. Nur in seltenen Fällen sind Löhne so hoch, dass sich Arbeitnehmer damit ein nennenswertes Vermögen aufbauen können.“ 7 Das heißt ja, auf redliche Weise kann man zu großem Reichtum nicht kommen.

Aufkauf weiterer Unternehmen

Das Instrument, auf leichte und schnelle Weise weitere Unternehmen oder Teile davon – auch gegen den Willen des Unternehmens selbst – zu übernehmen, ist die Aktie, die einen Anteil am Kapital, also am Eigentum des Unternehmens und damit auch am Gewinn verbrieft, und als verselbständigtes Wertpapier gehandelt werden kann. (Ich übernehme hier wesentliche Teile eines früheren Artikels.8) Als Ware ist der Preis der Aktie nicht an den ursprünglichen Nennwert (Einzahlungswert) gebunden, sondern kann je nach Kurs an der Börse, der sich nach Angebot und Nachfrage richtet, zu einem höheren oder niedrigeren Preis gekauft oder verkauft werden. Damit lassen sich je nach Wert und Menge ungeheure Spekulationsgewinne erzielen.

Für die Klasse der Superreichen ist jedoch vor allem die Möglichkeit wichtig, durch den Kauf einer entsprechenden Anzahl von Aktien eine das Unternehmen beherrschende Mehrheit zu erhalten. Wer über 50 % der Aktien eines Unternehmens besitzt, hat die Mehrheit in der Hauptversammlung und damit den entscheidenden Einfluss auf die Wahl von Aufsichtsrat und Vorstand. Er hat die Macht über das Unternehmen und seine produktive Tätigkeit. Schon bei einem Anteil von über 25% hat man eine „Sperrminorität“, mit der Beschlüsse der Hauptversammlung, die eine 75-prozentige Mehrheit erfordern, verhindert werden können. Die beherrschende Stellung einer Aktienmehrheit ist oft  Ausgangspunkt für weitere Übernahmen von strategisch wichtig angesehenen Unternehmen, so dass sich insbesondere große Unternehmen, Versicherungen, Banken und vor allem Vermögensverwaltungsgesellschaften auf diese Weise regelrechte finanzielle Imperien aufbauen.

Anfällig für Übernahmen auch gegen den eigenen Willen, „feindliche Übernahmen“, sind Aktiengesellschaften, die in wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Ihr Aktienkurs sinkt deswegen oder wird durch negative Gerüchte zum Sinken gebracht, so dass Aktionäre mit über dem Kurswert liegenden Angeboten zum Verkauf verleitet werden können. Auch bei Unternehmen, die die weltweit herrschende „Shareholder-Value-Doktrin“ (Handeln der Unternehmensleitung im Gewinninteresse der Aktionäre) nicht restlos befolgen und deren Gewinne dadurch nicht hoch genug sind, sinkt der Kurs, „und damit droht eine „feindliche Übernahme“ des Unternehmens. Fonds, die solche Spiele radikal betreiben, finanzieren Übernahmen mit Krediten großer Finanzinstitute, vornehmlich in der City of London. Die Rückzahlung der Kredite wird dem eroberten Unternehmen aufgebürdet. Wenn es den Wert des Unternehmens erhöht, muss die Unternehmensleitung Personal entlassen. Naomi Klein beschreibt diese Machenschaften und ihre Hintergründe auf 763 Seiten detailliert und faktenreich: „Die Schock-Strategie – Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus“.9

Doch auch erfolgreiche Unternehmen sind vor „feindlichen Übernahmen“ nicht sicher, wenn darauf spezialisierte „Heuschrecken“ herausfinden, dass diese an der Börse unterbewertet sind, ihre Aktien also eigentlich einen höheren Kurswert haben müssten, weil sie über nicht genügend berücksichtigte wertvolle Aktiva wie Beteiligungen an anderen Unternehmen, gute Tochterunternehmen, Patente, Grundstücke usw. verfügen. Die günstigen Aktien werden mehrheitlich zusammengekauft und das Unternehmen dann zerschlagen, indem die wertvollen Teile einzeln mit hohen Gewinnen weiterverkauft und die Mitarbeiter gegebenenfalls mitverkauft oder entsorgt werden.

Wir sehen, für welche Möglichkeiten das aus dem unrechten Privateigentum am Unternehmens-Kapital hervorgehende Instrument der Aktie geeignet ist und auch ständig weltweit genutzt wird, um Kapital und wirtschaftliche Macht zu vergrößern.

Finanzmarkt

Der spekulative Aktienhandel ist, neben dem spekulativen Devisenhandel und dem Handel mit „kreativen Finanzprodukten“ aller Art (z.B. Derivaten), wesentlicher Bestandteil eines eigenen riesigen Finanzmarktes, der abgehoben von der realen Wirtschaft ein Eigenleben führt. Indem an der Börse Wertpapiere lediglich den Besitzer wechseln, fließt das Geld nur vom Käufer zum Verkäufer des Papiers. Die reale Sphäre der Wirtschaft, des Produktions-Einkommens-Kreislaufs, bleibt davon zunächst völlig unberührt. Das heißt, das Geld bleibt beliebig lange Zeit abgekoppelt vom Kreislauf der Realwirtschaft und wird nicht in seiner realen Tauschmittelfunktion verwendet, sondern als Spekulationsmittel missbraucht.10 Es fehlt in der Realwirtschaft, wo es durch die Geldschöpfung der Banken via Kredit ersetzt und das Geldvolumen dadurch insgesamt vermehrt wird.

Der weltweite Finanzmarkt umfasste 2014 insgesamt die Summe von 294 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Das globale Bruttoinlandsprodukt betrug rund 76 Billionen. Der Aktienmarkt machte vom Volumen des Finanzmarktes rund 69 Billionen Dollar, das sind rund 23,5 Prozent aus. Der Rest bestand aus festverzinslichen Wertpapieren aller Art, davon Staatsanleihen 58 Billionen Dollar (19,7%), Anleihen der Finanzinstitute 60 Billionen Dollar, Unternehmensanleihen rund 31 Billionen Dollar (10,5%).11

Hier findet also eine gewaltige Aufblähung des gesamten Geldvolumens statt, dem keine realen Werte mehr gegenüberstehen. In Finanzkrisen fallen die riesigen Blasen zwar oft wieder in sich zusammen, reißen aber leicht die reale Wirtschaft und vor allem das Währungssystem mit sich. Das Geld verliert hier seine eigentliche Bedeutung als selbstloses Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen und wird selbst zur Ware, die aus egoistischer Gier endlos vermehrt werden soll, weil sie Macht über andere Menschen verleiht, die man damit für sich arbeiten lassen kann.

Also auch der Finanzmarkt ist in dieser Dimension nur durch das unberechtigte Abzweigen des Gewinns in die eigene Tasche der Eigentümer möglich, wovon auch die Aktie ihre Attraktivität bezieht.

Vermögensverwaltungsgesellschaften

Wer große Vermögensmassen anhäuft, kann es sich leisten, die besten Steuerberater, Juristen und Finanzfachleute einzustellen, die sie optimal verwalten und vermehren. Oder sie übergeben sie zumeist einer professionellen Vermögensverwaltungsgesellschaft, die ihre anvertrauten Vermögen in Spekulationen und Unternehmensbeteiligungen einsetzt, damit selbst zu einem noch größeren Finanzglobalplayer aufsteigt und dabei als „Schattenbank“ kaum einer Aufsicht unterliegt. Die größte Vermögensverwaltungs-Gesellschaft der Welt und einer der mächtigsten  internationalen Finanzakteure ist BlackRock, die wir beispielhaft betrachten wollen. Ihr Slogan lautet: „Wir helfen allen, die ihr Geld vermehren möchten.“

„Laut Fachleuten basiert BlackRocks Erfolg auf dem … Datenanalysesystem Aladdin.  … Das aus 5000 Großrechnern auf vier unbekannte Standorte verteilte IT-System führt 200 Millionen Kalkulationen pro Woche durch. Ein weiterer Teil von Aladdin sind 2000 IT-Spezialisten, Programmierer und Datenanalysten, die Unternehmens- und Wirtschaftsdaten auswerten. Das System Aladdin ist in der Lage sekündlich auszurechnen, welchen Wert die Aktien, Bonds, Devisen oder Kreditpapiere haben, die in milliardenschweren Anlageportfolios liegen. Gleichzeitig durchleuchtet Aladdin, wie sich dieser Wert verändern dürfte, wenn sich das Umfeld verändert – die Konjunktur etwa oder die Umsatzzahlen, wenn Währungskurse purzeln oder der Ölpreis klettert. Mittels Aladdin bewertet BlackRock die einzelnen Geldanlagen. Außer den konzerninternen Finanzprodukten von BlackRock in Höhe von 5,12 Billionen US-Dollar wird mit Aladdin auch die Entwicklung von etwa 30 000 Investmentportfolios im Wert von etwa 15 Billionen Euro überwacht. Dieser Vermögenswert entspricht etwa 7 bis 10 % aller Vermögenswerte weltweit.“ (Wikipedia)

Darüber hinaus ist BlackRock „Großaktionär bei tausenden Unternehmungen weltweit. BlackRock war oder ist größter Einzelaktionär bei den Finanzunternehmen JP Morgan Chase, Bank of America und Citibank, bei Apple, McDonald’s und Nestlé (Stand August 2015) sowie bei den Energiekonzernen Exxo Mobil und Shell.“ (Stand Dezember 2013, Wikipedia) Der „SchwarzeFels“ ist auch Miteigentümer des weltweit größten Vermittlungskonzerns von Leiharbeitern, Adecco und ebenso bei den zwei wichtigsten Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s. „Als einzige ausländische Anlagefirma hält BlackRock an allen 30 DAX-Unternehmen umfangreiche Beteiligungen und ist bei einem Drittel aller DAX-Unternehmen größter Einzelaktionär.“ (Wikipedia)

Man sieht nur die Haifischflosse

In den Mainstream-Medien wird die Finanzmacht von BlackRock meist heruntergespielt und darauf hingewiesen, dass die Beteiligung des Finanzriesen an den 30 DAX-Konzernen nur im einstelligen Bereich liege. „Dies stimmt aber nur dann, so fand Sebastian Kunze von TheIntelligence heraus, wenn man ausschließlich die Firma “BlackRock Inc.” betrachtet. Bei Einbeziehung größerer Teile des BlackRock-Netzwerks, wie etwa BlackRock Holdco 2 Inc., BlackRock Financial Management Inc., BlackRock Advisors Holdings Inc., BlackRock International Holdings Inc., BlackRock Jersey International Holdings L.P., BlackRock Group Limited, wird das wahre Ausmaß der Kontrolle deutlich.“ 12 So besitze BlackRock bei 6 DAX-Firmen die Sperrminorität von über 25 %: bei Allianz – 32,76 % (06.05.2010), E.ON – 32,06 % (17.05.2010), Bayer – 29,94 % (12.05.2010), Deutsche Bank – 27,45 % (18.05.2010), Daimler – 27,42 % (18.08.2011), BASF – 25,30 % (09.12.2009). Auch bei Siemens und SAP liege der Anteil mit 15,65  bzw. 11,84 % noch im zweistelligen Bereich.

Aber große Finanzakteure sind wiederum an BlackRock beteiligt, so beispielsweise die Rothschilds, Queen Elisabeth II., die US-Politiker Al Gore und Maurice Strong sowie die Milliardäre Warren Buffet und George Soros. Größte Anteilseigner sind aber PNC Financial Service mit 21,7 % und Barclay mit 19,7 %.13Die Shadow-Banker sind heute die oberste Finanzliga. BlackRock & Konsorten sind nicht nur die bestimmenden Eigentümer der Realwirtschaft, sondern auch der Banken, auch der bisher mächtigsten unter ihnen, der Investmentbanken. … BlackRock & Konsorten gehören wiederum Investmentbanken und anderen Hedgefonds. Die mächtigsten Finanzakteure sind untereinander vernetzt, auf planetarischem Niveau und zugleich zur Spitze hin anonymisiert.“ 14

In der Dokumentation „Geld regiert die Welt“ wird das noch etwas konkreter beschrieben:
„Es geht um einen kleinen Kern von Finanzakteuren, die alle miteinander vernetzt sind. Diese Elite besteht aus nur 147 Unternehmen. Die kontrollieren fast die Hälfte der globalen Wirtschaft. Ein Geflecht von gegenseitigen Beteiligungen, und das Netz wird immer weiter gesponnen. Tatsächlich sind die riesigen Investments- und Vermögensfonds im Besitz der bekannten Großbanken Goldman-Sachs und Co.  Andererseits haben Blackrock und andere wiederum die wichtigsten Anteile an eben diesen Banken. Ganz oben also ein Geflecht von gegenseitiger Beteiligung.“ 15

Verbindung mit der politischen Macht

Die durch den okkupierten Gewinn erreichte Macht in der Wirtschaft greift, wie wir wissen, in die politisch-staatliche Macht über. Werner Rügemer beschreibt dies am Beispiel BlackRock so:
„Blackrock ist einer der wichtigsten Berater der US-Zentralbank Federal Reserve und des US-Finanzministers und seines friedenspreistragenden Präsidenten. Blackrock & seinesgleichen agieren in dieser vielfältigen Zangenbewegung frei, ganz frei. Frei pressen sie die Beschäftigten von Konzernen aus. Frei enteignen sie Staaten und Volkswirtschaften. Frei beraten und erpressen und korrumpieren sie Regierungen. Sie, die gegenwärtig mächtigsten Einzigen, kämpfen in dieser Freiheit gleichzeitig um die Herrschaft unter- und übereinander. Ihre Notgemeinschaft gebiert Unsicherheit für das Leben aller.“ 16

Miteinander verflochtene, global wirkende Finanzakteure, deren Netz sich über den ganzen Planeten spannt, steuern zunehmend die Politik der Nationen  und bestimmen letztlich maßgeblich das Berufs- und Alltagsleben der Menschen. Die Finanz- und Konzernmacht bildet gemeinsam mit den ihr dienstbaren Funktionsbereichen der Politik und der Informations- und Bewusstseinsindustrie das alles entscheidende Machtgeflecht, das die Interessen der Superreichen, der Geldelite, bedient.17

Der ehemalige US-Staatssekretär David Rothkopf sieht die Mitglieder der reichen Superklasse über Vorstandsvorsitze, exklusive Clubs, Unternehmervereinigungen usw. miteinander verbunden. Diese stellen „diktaturähnliche Führungsschnittstellen“  dar. „Führungsriegen sind über alle wichtigen Zentren der Macht hinweg miteinander verbunden: die Geschäfts- und Finanzwelt, die Politik, der militärisch-industrielle Komplex, die Künste und die Welt der Ideen.“  Rothkopf macht dies exemplarisch an Stephen Schwarzman, dem Vorsitzenden der Blackstone Group (US.-Investmentgesellschaft) deutlich, aus der BlackRock hervorgegangen ist. „Schwarzman ist Absolvent der Yale University, wo er wie George W. Bush und dessen Vater Mitglied der Geheimgesellschaft Skull & Bones war (ist! H.L.).18 … Bevor er gemeinsam mit dem ehemaligen Handelsminister Pete Peterson Blackstone gründete, arbeitete er für die Investmentbank Lehman Brothers. … Er ist derzeit Mitglied des Business Council, des British American Business International Advisory Bord, des Weltwirtschaftsforums, des Rats für Auswärtige Beziehungen (Council on Foreign Relations) und des Committee to Encourage Corporate Philanthropy.“ 19

H.J. Krysmanski fasst dieses Herrschaftssystem wie folgt zusammen: „Ein überschaubarer Kreis von wenigen tausend Personen besetzt in immer neuen Kombinationen die Vorstände der bedeutenden Großkonzerne, Banken, Versicherungen, Investmentfirmen, staatlichen Institutionen, Elite-Universitäten, kulturellen Institutionen, Stiftungen usw. Im Zentrum dieses hochgradig vernetzten Systems wirken Policy Discussion Groups (z. B. Council on Foreign Relations, Business Roundtable, Committee on Economic Development, The Brookings Institution, American Enterprise Institut usw.), in denen die wichtigsten staatlichen, parlamentarischen und gesetzgeberischen Aktivitäten verabschiedet werden.“ 20

Krysmanski bringt diese Herrschaftsstrukturen in ein Ringmodell. Im zentralen Ring sitzen die Superreichen. Deren Geldmacht ermöglicht die Verfügungsgewalt über den zweiten Ring der Konzern-, Finanz- und Militäreliten, die die Umverteilung des Reichtums von unten nach oben bewirken und zusammen mit den Superreichen „den magischen Zirkel der oberen Zehntausend“ bilden. Im dritten Ring wirken die politischen Eliten, die für ein Minimum an scheinbarer Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen haben, aber die Interessen der Geld-, Finanz- und Konzerneliten umsetzen. Den vierten Ring macht ein Heer von Experten, Beratern, Wissenschaftlern, Journalisten und Medienschaffenden aus, die bestimmte Bewusstseinsdispositionen und Meinungen produzieren, die die wahren Machtverhältnisse verschleiern und legitimieren helfen.

Diese Herrschaft der Reichen (Plutokratie), das sei erneut ins Bewusstsein gerückt, ist nur möglich aufgrund des unmodifizierten Privateigentums am Unternehmenskapital und dem daraus geraubten Gewinn, sowie weiteren leistungslosen Einkommen in Form von Bodenrenten aus unbegrenztem Eigentum an Grund- und Boden und dem exponentiell wachsenden Zinseszins. Und die Rechtsform der Aktie ermöglicht den spielend leichten Erwerb von Unternehmensanteilen weltweit und so erst das Spannen eines globalen Herrschaftsnetzes.

Wer diese leistungslosen Einkommen nicht antasten will, will bewusst oder unbewusst die Ausbeutung und Verarmung der Massen und die weltweiten kapitalistischen Herrschaftsstrukturen bestehen lassen. Und er unterstützt die ständig mit Hilfe der unbegrenzten Gewinngier der Rüstungs- und Erdöl/Erdgas-Industrie initiierten Kriege des Westens.21
————————————–
1    Zitiert aus dem grundlegenden Artikel: Die kalte Macht des Kapitals …
2    Näher: Kapitalmacht und Lohnsklaverei
3    Am ausführlichsten in: Die Okkupation des Gewinns
4    Ausbeutung durch das Zinssystem
5    Eigentum an Grund und Boden
6    oxfam.de 16.1.2017
7    spiegel.de 19.9.2017
8    Vgl. Die zerstörerische Wirkung des Aktienrechts
9    Wolfgang Berger auf http://www.wissensmanufaktur.net/arbeitskrieg
10  Vgl. berndsenf.de
11  finanzen100.de
12  Gerd R. Rueger in: Jasminrevolution
13  Geld-Magazin 1/13
14  Werner Rügemer: „Deutschland AG aufgekauft“, zitiert nach “Gegenwart“ 4/2013, S. 33
15   https://www.youtube.com/watch?v=VnOF6XnxE2M
16  Werner Rügemer: Kapitalfreiheit: Die Diktatur der Einzigen
17  Vgl. Gerd Weidenhausen in „Gegenwart“ 4/13, S. 34
18  Über die Bedeutung des Ordens: Wie die Geheimgesellschaft …
19  David Rothkopf: Die Super-Klasse, zitiert nach „Gegenwart“ 4/13, S. 37
20  H. J. Krysmanski: Hirten und Wölfe, Münster 2009, S. 158, zitiert n. „Gegenwart 4/13, S. 35
21  Vgl. Die verruchten Methoden

 

 

 

 

 

Advertisements

35 Kommentare zu „Der geraubte Gewinn als Grundlage des Reichtums und der globalen kapitalistischen Herrschaft“

    1. „Wie ändern wir das?“

      Lasciate ogni speranza, der Glaube an „Aktien“, an die „juristische Person“, an privates Produktionsmittel-Eigentum, an den Staat, etc. sitzt unendlich tiiiiiiief in den Menschen. (Wie auch der noch-selbstverständlichere Glaube an den biologischen Einzelmenschen und seinen „Werten“ ..) Alle Macht lebt davon, dass ein passender „Glaube“ die Masse beseelt.

      Es wird Jahrhunderte brauchen, bis die Macht d i e s e s jetzigen (klassenübergreifenden) Paradigmas erodiert werden kann. Jahrhunderte der Manipulation durch das „Ringmodell“ (s.o. H.L.)
      Es gibt vorderhand nur das Vorausdenken eines späteren differenzierten Eigentumsbegriffs, vor dem Hintergrund einer (geistes)wissenschaftlichen Sicht auf den Menschen.

      1. Der Herr der Ringe hat das alles schon genial durchdacht. Wir sind im Zwinger der Ringe. Ludwig hat uns klar gemacht wie unsere Versklavungs – Station ausschaut. Verharre ich exklusiv auf dem Standpunkt des Gewöhnlichen Bewusstseins, also dem Gegenstandsbewusstsein, welches mechanisch-monokausal abgerichtet ist, dann ist dieser RING fast schon logische Folge. Jetzt hat Ludwig auf Basis seines Gewöhnlichen Vorstellungsbewusstseins diesen Ring seziert und kommt zu bestimmten nachvollziehbaren Schlussfolgerungen.

        Einen Basis Aspekt hat er aber ausgelassen: Dass dieser Ring nur so funktioniert, weil das ganze Establishment der Politk und Universität es für selbstverständlich hält, dass man Arbeit als eine Ware behandeln darf. Hier könnte eine Philosophie DES Arbeiters anheben, also eine Frage a la Heidegger uns beunruhigen? Wer bewegt den physischen Körper? Wer sorgt für die Bewegungsmöglichkeit des menschlichen Körpers?

        Wir landen dann unerwarteterweise nicht im Physisch-Irdischen selber. Und diese Philosophie der Bewegung können wir alle selbst in dem Käfig des Herrn der Ringe ausführen und teilen. Diese Freiheit haben wir NOCH!

        ALSO: Worauf warten wir noch???

      2. Der Ring ist das ideale Wirtschaftssystem für die quasi verewigt- evolutionsfortsetzungslose Bewusstseinsform des gewöhnlichen Bewusstseins , auch Ich – Bewusstsein genannt. Dieses Bewusstsein ruft eigentlich nach MEHR! Wer gibt ihm dieses MEHR? WAS wenn dieses personifizierte Menschheitsmehr bereits vorhanden ist? Selbst wenn dieses künftige Ziel der Weltentwicklung AKTUELL REAL personifiziert vorhanden wäre, könnte es den Menschen nicht mitgeteilt werden… Ergreifend schön sagt Weizsäcker:
        „Denn selbst wenn heute einer käme, der die Antwort auf alle ungelösten Fragen wüßte, so würden wir ihn nicht verstehen, wenn wir uns die Fragen, die er beantwortet, nicht schon aus eigener Not gestellt hätten. Wo eine Not nicht einmal empfunden wird, da kommt keine Hilfe“ ( Zum Weltbild der Physik , 4. Auflage Stuttgart 1949 Seite 12)

        Die wirkliche Gefahr des Ludwigschen Rings liegt darin, dass er sich die Macht über die Erziehung ( Universitäten) einverleibt hat und eine der wichtigsten Elemente der Naturwissenschaft außer Kraft gesetzt hat , das Element der Falsifizierbarkeit, das Grundlagenelement der Naturwissenschaften. ( Das Abschaffungs – Instrument dafür ist unter anderem die School of Economics in London als Bestandteil der Fabien Society, Chef Vorstellungsdarwinist = Karl Popper )

        Es ist doch völlig egal, ob Geld – Gewinne geraubt wurden/werden, solange jeder dieses ( sein verfügbares) Geld so einsetzt, ohne das Bewusstsein dafür, dass er selber durch Bezahlung einer Ware mit Geld eine Diktatur über seinen Mit- Menschen ausführt/ausübt , jeder: von Herrn Rothschild über die Rentnerin bis zum Hartz IV Bezieher.

        Das Weglaufen vor unangenehmen Wahrheiten bringt nichts!!!!!

      3. Shalom Herr Helgoland,

        Ein bemerkenswerter Aspekt, den Sie da einschieben…. Es geht um die Spaltung Gott / Mensch. Der Mensch denkt im Rahmen einer Kombination von sinnes -erfahrungs-gemäßen – erinnerungsfähigen Vorstellungen . Es ist aber immer noch der Gott, der handelt und bewegt, als ist es Gott, der arbeitet und der Mensch erfährt sich als ein Ich, weil Gott arbeitet. Täte Gott selber nicht arbeiten, der Mensch erführe nichts von sich. Das will heissen, der Mensch stellt sich irgendwas vor, durchdringt diese Vorstellung mit Gefühlen, aber er erfährt von der Durchführung als Handlung, Willensakt erst nachher wieder, wenn etwas ausgeführt ist. Diese Realität der Zeitspanne des Ausführens selbst, kann der Mensch vorstellungsmässig nicht durchdringen. Da ist er von seinem Gott ausgeschlossen…!

        Die Ökonomie lebt aber von der Produktion und Ausführung von menschlichen Vorstellungen, verschläft aber den eigentlichen HANDLER, spielt dafür den HÄNDLER! Wenn der Händler den HANDLER nicht durchschaut, hat er ein Problem, auch wenn er es nicht wahrhaben will. Der HANDLER ist bei jedem Menschen derselbe, beute ich meinen Mitmenschen aus, beute ich denselben HANDLER aus. Das funktioniert nur noch eine begrenzte Zeit, bis sich der HANDLER zu Wort meldet oder sonst eine Reaktion zeitigt.

        Der HANDLER ist aber kein Seelsorger für normalbürgerliche Wunschvorstellungen, sondern er selber, nur er selber. Er verschenkt sich und wir müssen dieses Selbst-Verschenken des HANDLERS auch in den ökonomischen Prozessen erkennen,vergegenwärtigen. Nur dieser HANDLER kann sagen : „ich handele , also bin ich“

    2. Wir hängen alle am Geld wie der Säugling an der Milch der Mutterbrust. Damit hat man uns wieder auf das Niveau von Säuglingen gebracht….und es stört niemanden wirklich…. Ludwig zeigt uns die staats-ökonomische Zwangsjacke auf, in der wir uns befinden, jeder begegnet dem anderen in einem Zwangsjacken Netzwerk… da kommt man nicht so schnell raus, aber die erste Bedingung daraus zu kommen ist erreicht, die gegenseitige Zwangsjackenwahrnehmung… Im dem Denken dieser , ja aller, Wahrnehmung verwirklicht sich der Freiheitsimpuls der Erkenntnis. Verhaftet in der Zwangsjacke können wir uns gegenseitig den Schmerz zurufen, den Wunsch daraus zu kommen mitteilen, ja wir können uns noch mehr mitteilen…. Die Zwangsjacke wird sterben , aber wir können uns erheben aus deren Tod und uns dann erst einmal so richtig seelisch gegenseitig entern…. Im Irdisch-Physischen gibt es kein Paradies. Das Soziale kommt nicht aus dem Physisch- Irdischen, sondern aus dem Sozial-Seelischen des Übersinnlichen, welches sich dann auch im Physisch -Irdischen brüderlich behaupten kann. Die eigentliche Zwangsjacke ist, dass wir total physifiziert werden, keinen Sprung in ein Übersinnlich-Seelisches vollziehen können und dürfen. Wie ändern wir das? Wir haben nur eine Chance , Goethes Metamorphosenlehre individuell zu trainieren. Wir müssen Goethes Weg zu den URKRÄFTEN- URFORMEN , erst einmal zur URPFLANZE gehen.Das befreit uns von den notwendigen Zwangs-Wirkkräften des rein mechanisch-irdisch -materiellen. Die Urpflanze hat eine eigene Licht- Existenz ausserhalb der irdisch-physisch-materiellen Erscheinungsbedingungen. Wir Menschenseelen können Beide Richtungen miterleben, wenn wir wollen. Wir können uns zu Gelegenheitszentren von Welt-Erleben machen.

      Der Metamorphosen -Goethe geht leider derzeit noch nicht über die Universitäten, somit auch nicht das eigentliche Universitäts Prinzip des „Stirb und Werde“.

      1. @ Zaev Nahalaim: “ Das Soziale kommt nicht aus dem Physisch – Irdischen,..“

        Ja, Sie treffen genau den Nerv dieser Dinge ! Diese “ staats-ökonomische Zwangsjacke“ , die Herr Ludwig beschreibt, muss Mensch erstmal als solche wahrnehmen, bemerken. Aber dann kommt es darauf an, ob man rauskommen will oder Angst vor der Freiheit hat. Manche Leute haben Angst vor Freiheit, weil sie Selbstverantwortung mit sich bringt.
        Diese reden sich dann ein, die Zwangsjacke sei flauschig und modern und würde ihnen besonders gut stehen.
        Andere erkennen das Zwingende und wollen es nicht hinnehmen, und meist sind es diese, die den von Ihnen erwähnten „Sprung in ein Uebersinnlich-Seelisches “ riskieren, wagen.
        Sie durchleben dann das goetheanische Stirb und Werde. Den Nerv dieser Dinge treffen Sie, indem Sie dieses „Stirb und Werde“ als „das eigentliche Universitäts Prinzip“benennen. Heutzutage werden die Universitäten noch staatlich verwaltet, also verwaltet von solchen, von denen der staats – ökonomische Zwang ausgeht.

    3. Vielen Dank Thomas C. !!!
      Denn das ist die wirklich entscheidende Frage: Wie ändern wir das?
      Diese Frage zielt auf den WILLEN des Menschen – wir können uns noch so tolle Gedanken und Erkenntnisse bescheren, ohne Tat wird sich nichts ändern.
      Wer WILL, der kann sofort etwas ändern:
      – Strategischer Konsum
      – Steuerboykott
      – Nicht mehr wählen gehen
      – Google, Facebook, Microsoft, Clouddienste verabschieden
      – in einer Gemeinschaft mitwirken, die die Grundlage einer neuen, volksbestimmten Organisationsform (Staates) schon jetzt entwickelt und lebt …
      – in seiner Gemeinde/Stadtbezirk Initiativen, Hilfen, Kontakte ergreifen …

  1. Vergessen wurde, darauf hinzweisen, dass sich dieses System durch eine eigenen Geheimdienst GCHQ abgesichert, der wiederum den CIA steuert und damit das Pentagon. Dies alles ist 1913 mit der Gründung der FED initiert worden, die einer kleinen Gruppe von britischen Privatbankern gehört. Bevor man daran irgend etwas ändert, muss man diese System Struktur erkennen, erkennen wollen. Dazu gehört dann auch zu erkennen, dass unsere Politiker, die wir wählen, innerhalb dieses Systems eine ihnen zugeschriebene Rolle spielen müssen. Man kann also als Wähler an dem System eigentlich nichts ändern.

    Eine Änderung bestünde in einer 0% Wahlbeteiligung

    Dieses System aber so beschrieben zu erhalten durch Herrn Ludwig ist bereits eine Erkenntnis-Gnade.

    Danke Herr Ludwig

    Wolfgang Schumacher

    1. „Eine Änderung bestünde in einer 0% Wahlbeteiligung“

      Wie wird dabei die Wahlbeteiligung der Profiteure des Systems verhindert? In einem Wahlsystem ohne Quorum macht man deren Stimmen nur noch mächtiger, wenn man auf die eigene Stimme verzichtet. Hast du eine Lösung wie sich die Profiteure des Systems von den Wahlen zuverlässig fernhalten lassen oder besteht dein Plan nur daraus, sich selbst ins Knie zu schießen?
      らんま

      1. Das war natürlich eine sarkastische Ironie!! 0% Wahlbeteiligung beinhaltet, wenn man es dann ernst nehmen kann, dass eine Wahl im herkömmlichen Sinne gar nicht mehr notwendig ist, weil sich ein Bewusstsein darlebt, welches so sozial-individuell offen ist, dass eine liebend- lebendige Transparenz sich zwischenmenschlich ausleben kann. Das zöge dann eine Art philosophischer Anthropologie nach sich, die voll im Christentum qua CHRISTUS wurzelt. „Was Du dem geringsten meiner Brüder antust, tust du mir an“ Das ist dann nicht herkömmlich bürgerlich moralisch gemeint, sondern bis ins Physisch-Physiologische sich auswirkend. Es geht um die Realisierung eines DENKENS, dessen Gegenstand der CHRISTUS selbst ist und dieses Denken vollzieht sich im handelnden Umgang mit der Konkretheit des CHRISTUS ICH im anderen, im Mitmenschen. Wenn ich dann einen anderen versklave, versklave ich mich selber als der Versklaver.

        Ihre zurecht genannten Konsequenzen einer 0% Wahlbeteiligung bei dem aktuellen Bewusstseinszustand würden dann wegfallen, weil des ja nur noch um die Menschheit im Menschen geht und nichtmehr um Gruppenegoismen, Gruppeninteressen im Menschen….

      2. @Ranma

        Ich denke auch, dass 0% illusionär sind. Aber in Wirklichkeit ist das nicht so wichtig. Von Bedeutung ist, meiner Meinung nach, ob und auf welche Alternativen zum bestehenden System sich viele Menschen einigen. Bisher sehe ich nur sehr, sehr wenige, die erkannt haben, dass die bestehenden Probleme systemischer Natur sind und deshalb eine relativ klare Vorstellung darüber haben, an welchen Stellschrauben man drehen muss, um nachhaltige Änderungen und Entwicklung der Gesellschaft zu ermöglichen und zu tatsächlich erreichen.

        Ich lese und höre ein immer lauter werdendes »Dagegen« und »Vorwärts in die Vergangenheit«. Das wird nicht reichen. Ich sehe, dass sich die Mehrheit immer noch auf, die vom System eingeführten, Spielregeln (»Wahlen«) stützt und beruft und deren Sinn, dank systemischer Erziehung, Bildung und Medien, nicht erkennt.
        Dabei wird sogar ein Weg zu (Regel)Änderungen auf dem Silbertablett des Grundgesetzes serviert – das Mehrheitsprinzip. Kaum jemand, auch von den Lautesten, denkt ernsthaft darüber nach. (Anmerkung: Ich bin kein Fan von der Herrschaft der Mehrheit. Mehrheit bedeutet nicht automatisch »richtig« und »wahr«. Aber im Moment hat man nichts anderes in den Händen, wenn Veränderungen möglichst friedlich verlaufen sollen.) Und wer auf eine Revolutionen (revolvere – (sich) im Kreis drehen) oder Aufstände hofft, hat Geschichte nicht verstanden. Die haben in den letzten Jahrtausenden nichts grundlegend evolutioniert.

        Warum wird in den letzten Jahren so intensiv auf die Wahlbeteiligung geschaut? Weil man daran ablesen kann, ob die Menschen noch etwas aushalten und bereit sind, weiter als Zuschauer im Theater zu sitzen oder ob sie sich auf den Weg machen, selbst die Geschichten zu schreiben und die Regie übernehmen wollen.

      3. „Ich lese und höre ein immer lauter werdendes »Dagegen« und »Vorwärts in die Vergangenheit«.“

        So geht es mir auch! Da gibt es die Forderungen nach Rückkehr zum Nationalismus, nach Rückbau des Sozialstaates, nach Rückbau des Zinses und Rückkehr in eine Tauschwirtschaft (bei der es sich sogar um eine nur eingebildete Vergangenheit handelt) oder nach Rückbau der Eigentumsrechte. Sogar im Fall des Erfolges mit solchen Forderungen ergäbe sich die Konsequenz, daß wir die gesamte Entwicklung zum gegenwärtigen Zustand hin dann nochmal durchlaufen müßten. Diese Forderungen sind deshalb die häufigsten und lautesten, weil die Untertanen absichtlich dumm und ungebildet gehalten werden. Deshalb ist jeder Lösungsansatz, der auf die Beteiligung vieler Menschen (das muß nichtmal die Mehrheit sein) setzt, von Anfang an zum scheitern verurteilt.

        Vor über zehn Jahren wurde bereits davor gewarnt, daß die Infrastruktur 2020 zusammenbrechen wird, wenn es keine massiven Investitionen in die Infrastruktur gibt. Die Politik hat darauf nur mit noch weiteren Kürzungen der Mittel für die Infrastruktur reagiert. Darum betrachte ich uns als ab jetzt im Endspurt befindlich. Wer noch zwei Jahre lang durchhalten kann, braucht nichts weiter zu tun, um den Zusammenbruch mitzuerleben.
        らんま

  2. Zu Ihren Worten „Es (das Geld) fehlt in der Realwirtschaft, wo es durch die Geldschöpfung der Banken via Kredit ersetzt und das Geldvolumen dadurch insgesamt vermehrt wird.“ möchte ich Ihnen einen Hinweis geben.
    – Wird mit eigenem Einkommen gespart, so sollte, damit die Unternehmen ihre Kosten zurückerhalten (Arbeitnehmerentgelt), ein Schuldner einspringen und statt dem Sparer konsumieren/investieren.
    – Damit Gewinn (BIP) überhaupt erst entstehen kann, werden Schuldner benötigt. Ohne diese, bis auf aufgelöste Gewinne/Spareinlagen, würden keine zusätzlichen Gelder über den Konsum/Investitionen an die Unternehmen fließen.
    Durch den Ausverkauf eigener Betriebe geraten die Staaten immer mehr in den Schuldensog, da sie zu einem für einen intakten Wirtschaftskreislauf sorgen indem sie den größten Teil der erhaltenen Steuern wieder über Konsum und Investitionen zu den Unternehmen zurückfließen lassen , doch keine eigen generierte Gewinne (Auflösung) in den Wirtschaftskreislauf zur Entstehung von Unternehmensgewinn geben können.
    Der deutsche Staat hätte es in der Hand über steuerliche Veränderungen die Verhandlungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu stärken, für höhere Einkommen und so für die Menschen mehr Teilhabe am wirtschaftlichen Leben zu sorgen.

    Vorschlag für Deutschland und an an diesem teilnehmende Staaten:

    – Ersetzt wird die derzeitige Besteuerung der Arbeitnehmer und Unternehmen, einschließlich der Umsatzsteuer durch eine prozentual einheitliche Steuer auf das Arbeitnehmerentgelt, den Abschreibungen und jeglichen Gewinn.
    – Ab einer bestimmten einheitlichen Konstellation zum BIP werden die auslaufenden Staatsverbindlichkeiten von der EZB aufgekauft, zinslos gestellt und durch eine Sondersteuer auf jeglichen Gewinn getilgt.
    – ausgehende Zahlungen in und Verbindlichkeitsaufbau gegenüber nicht an obigen Vorschlägen teilnehmenden Staaten, sowie Aufkauf von Vermögen durch diese, werden mit einer Sondersteuer belegt.
    – Unternehmen, welche im Fall eines Konkurses/Unterstützung vom Staat gerettet werden müssen, verbleiben in staatlicher Hand und dürfen Gewinne generieren.

    Brigitte

    1. „Geldsysteme“ im Vergleich

      So sollte es sein

      Erst das Volk arbeiten lassen, dann das Geld für das Volk schöpfen (Geld-System)

      So ist es leider

      Erst das Volk verschulden, dann das Volk gegen den Zinses-Zins-Effekt für die „Geld-Elite“ arbeiten lassen (Schuldgeld-System)

      Eckehard zu Werner : „Komm ´rüber zu die Freimaurers, die geben heute einen aus!“
      https://aufgewachter.wordpress.com/2015/05/03/eckehard-zu-werner-komm-ruber-zu-die-freimaurers-die-geben-heute-einen-aus/

  3. Jetzt auch grafisch endlich bewiesen! Der Verlust des Einen ist der Gewinn des Anderen UND der Gewinn des Einen ist der Verlust des Anderen

    Laßt das alte System los und stellt die Bücher in die Bibliothek in das Regal für gescheiterte Wirtschaftswissenschaften. Vielleicht werden die Bücher in der Hausbibliothek der Enterprise im 24. Jahrhundert der Ausleih-Renner als Nachtlektüre auf welchem Irrweg die Menschen im 21. Jahrhundert waren.

    Der Verlust des Einen ist der Gewinn des Anderen UND der Gewinn des Einen ist der Verlust des Anderen
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/12/14/das-gutmenschen-syndrom/

  4. „Durch Arbeit wird kaum jemand reich in Deutschland. Nur in seltenen Fällen sind Löhne so hoch, dass sich Arbeitnehmer damit ein nennenswertes Vermögen aufbauen können“

    das ist doch auch alles wieder nix weiter als ne nebelkerze.
    darum geht es doch gar nicht, die höhe des lohns.
    ich werde es nie begreifen, wie strunzdämlich und/oder von angst gelitet man sein muss, um nötigenderweise anschaffen zu gehen und sich dann per 2.&3. besteuerung zwischen 60-75% klauen zu lassen!
    nie im leben würde ich mich so dermaßen verarschen und über den tisch ziehen lassen, dann lieber den sozialdampfer kapern und h4/sozi beziehen und nebenher schwarz was dazu verdienen und auf brot&spiele quatsch verzichten.
    ich schlaf lieber aus als das neue iphone x zu haben 😉

    beim aufgewachten gibt es dies bzgl doch auch immer gute tips und ideen.
    lieben gruss übrigens, kann man bei dir ja leider nicht mehr hinterlassen 8wieso eigentlich?)!

  5. Lieber Herr Ludwig,

    Ein neuer gewichtiger Beitrag von Ihrer Hand. Vielen Dank aus dem sonnigen Californien!

    Ihr

    Torodd Lien

  6. Fazit: Die Mächtigen haben sich bereits die Instrumente geschaffen, mittels derer sie an der Macht bleiben. Die Ohnmächtigen träumen bereits davon diese Instrumente zu verändern, weil die Mächtigen als dermaßen überlegen angesehen werden, daß man sie sich schon lange nicht mehr direkt vorknöpfen kann. Die Mächtigen haben aber auch schon lange verstanden, daß ihre Instrumente der Machterhaltung angegriffen werden könnten, deshalb wurden die so konstruiert, daß sie sich gegenseitig schützen. Die Ohnmächtigen können darum auch die Instrumente der Machterhaltung (Aktien, Eigentumsrecht usw. usf.) nicht verändern. Damit ist garantiert, daß die Mächtigen mächtig und die Ohnmächtigen ohnmächtig bleiben.
    らんま

    1. Diese Garantien können sich nur auf eines beziehen, nämlich dass sich die Natur des Menschen nicht geändert hat und dass man diese Natur gemäß Teile und Herrsche manipuliert und kontrolliert.
      Was Sie aber ausser acht lassen, sind Bedingungen, die auch die sogenannten Mächtigen und Eliten nicht beeinflussen können oder in ihrem Größenwahn nicht erkennen wollen. An diesem Punkt sind auch schon die Atlanter gescheitert. In einer Rede von van Rompuy, dem ehemaligen EU-Ratspräsident, weist dieser darauf hin, dass man die Arbeit der Atlanter fortführen möchte. Die Rede ist von 2012 und kann man im Internet nachlesen, was ich auch getan habe.
      Ich führe keine Merkmale auf, sondern verweise nur darauf dass alle einem Zyklus unterliegen. Gehen Sie auf den Link wo man einiges über den (genialen) Zyklenanalytiker Martin Armstrong erfährt:
      https://www.amanita.at/interessantes/artikel/der-pei-zyklus-von-martin-armstrong
      Unsere Zivilisation ist nicht in der Lage den göttlichen Auftrag zu erfüllen. Und genau deshalb wird unsere Zivilisation ausgelöscht bzw. wir befinden uns in diesem Prozess. Es gibt keine Lösungen, da alles mit allem verbunden ist. Der Crash und Burn ist unausweichlich und hat nichts oder nur sehr wenig mit einem Aktiencrash gemein. Denken Sie lieber in Richtung Mad Max Event, dass man leider nicht ausschliessen kann und sollte. Die einzige Chance besteht darin, dass im Crash und Burn die Menschheit zur Besinnung kommt und das Ruder noch rumreisst. Anderenfalls gehen wir Richtung Dark Age und dieses Szenario schätze ich viel höher ein.
      Die ökonomischen Probleme liessen sich ganz einfach lösen. Die Schulden werden gestrichen und die Staaten bringen ihr eigenes schuldfreies Geld heraus. Da das aber nicht im Sinne der Mächtigen ist, bewegen wir uns in Richtung Dark Age.
      Wer sich für die kommenden sexuellen Themen interessiert, die unser Leben verändern werden der möge bitte auf folgenden Link gehen: https://www.amanita.at/docs/open/newsletter-d.pdf
      Ab Seite 4 unten!

      1. Den neuen Newsletter hatte ich noch garnicht gesehen. Seit der nur noch unregelmäßig erscheint bekomme ich das nur noch spät oder garnicht mit. Also werde ich mich erstmal damit befassen.

        Bei Mad Max gab es ein bestimmtes Event? So weit ich mich erinnere, fängt Mad Max erst lange nach einer Apokalypse an.

        Wir scheitern wie die Atlanter, das sehe ich auch. Trotzdem fängt der Zusammenbruch im Finanzsystem an. Schon weil das den größten Teil der Wirtschaft ausmacht, die Politik völlig in der Hand hat und alles andere überschattet. Bis alles Übrige untergeht kann es noch dauern. Schon weil sich alles Übrige erstmal erholen kann, wenn das Finanzsystem untergeht.
        らんま

  7. @Ranma

    »Deshalb ist jeder Lösungsansatz, der auf die Beteiligung vieler Menschen (das muß nichtmal die Mehrheit sein) setzt, von Anfang an zum scheitern verurteilt.«

    Es kommt sicher auf den Lösungsansatz und die damit verbundene Idee an, ob sich viele Menschen dahinter versammeln. Es wäre sogar nicht einmal wünschenwert, wenn sich alle in allen Punkten einig wären.
    Man sollte seine Mitmenschen nicht über- oder unterschätzen und in so eine Art kognitiver Dissonanz verfallen.
    Ich bin da nicht so fatalistisch eingestellt. Alles braucht seine Zeit. Alles zu seiner Zeit.

    1. Ja, alles geschieht zu seiner Zeit. Darum ist es unsinnig, Menschen von etwas überzeugen zu wollen.
      らんま

      1. Ich weiß nicht, was sinnig oder unsinnig ist, wenn es um Entwicklungen der Gesellschaft geht. »Trial and error« gehören vermutlich zwingend zum Leben. Ich will darüber nicht urteilen. Trotzdem denke ich ebenfalls, dass es niemanden ums Überzeugen gehen sollte. Wichtig scheint mir Erkenntnis. Deshalb braucht alles seine Zeit.
        Im Übrigen gab es schon vor 200 Jahren Menschen, die ihren Verstand so nutzten, dass sie sogar mit modernen Problemen fertig werden konnten/könnten.

  8. Ich stelle einen wichtigen Artikel von Armstrong ein, der unser wirtschaftliches Dilemma beschreibt, selbstverständlich übersetzt. Die Kernaussage meiner Meinung nach stelle ich voran:

    Das Modell prognostiziert NICHT eine „Rezession“ in den alten Begriffen, sondern einen wirtschaftlichen Niedergang. Deshalb steigen die Steuern immer weiter, denn sie brauchen Geld, um die Macht zu behalten. Dies schafft DEFLATION und nicht die HYPERINFLATION, die so viele fälschlicherweise glauben, dass es der einzige Weg ist, wie Reiche, Nationen und Stadtstaaten in den Staub der Geschichte zerfallen.

    Und jetzt zum Artikel (Grafiken siehe Quelle):

    Der BIP-Rückgang nach 2015.75
    Blog/Armstrong Economics 101
    Geschrieben 17. Oktober 2017 von Martin Armstrong

    Der wirtschaftliche Niedergang, den wir momentan bis etwa 2036 durchlaufen, unterscheidet sich deutlich von dem vor 2015.75. Das Vertrauen verschob sich und 2015.75 war der Höhepunkt des Vertrauens in die Regierung. Das ist die wachsende Unzufriedenheit, die Trump, BREXIT und die wachsenden separatistischen Bewegungen rund um den Globus hervorgebracht hat. Die alte Art und Weise, die Wirtschaft zu führen, ist das, was rückläufig war, und selbst wenn die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts als steigend gemeldet wird, befinden sich die Wachstumsraten im Wesentlichen in einer Baisse.

    Ebenso ist die Arbeitslosigkeit in den USA zurückgegangen, während sie nach außen hin zunahm, aber selbst das ist irreführend. Die Qualität der Arbeitsplätze hat abgenommen, und ein Großteil des Anstiegs wird auf Teilzeitbeschäftigung zurückgeführt, während mehr als 60 % der Hochschulabsolventen keine Beschäftigung in dem Bereich finden können, in dem sie viel Geld bezahlt haben. Die Studentenkredite, die ihnen von den Clintons auferlegt werden setzen der Jugend solche Belastungen für wertlose Abschlüsse auf, die sie zwangsläufig mit ihren Eltern bis in die 30er Jahre hinein zu Hause leben müssen. Es waren die Aussteiger, die die wirklichen Innovatoren sind. Ernst & Young gehört zu den Top-Absolventen in Großbritannien und den USA. Sie haben angekündigt, dass die Firma die Klassifizierung der Abschlüsse aus ihren Zugangskriterien streichen wird, da es „keine Beweise“ dafür gibt, dass der Erfolg an der Universität mit der Leistung im späteren Leben korreliert. Die beste Ausbildung ist IMMER eine Lehre gewesen – nicht irgendein Universitätskurs, der von jemandem unterrichtet wurde, der nie praktiziert hat, was er lehrt.

    Das Wirtschaftswachstum ist verzerrt und nicht wirklich das, was die Regierungen berichten. Aber selbst wenn wir ihre Zahlen so verwenden, wie sie sind, können wir sehen, dass die Rezession 2007-2009 die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg war. Das oberste Diagramm sind die Fed-Daten, die Brutto-Dollars zeigen, also sieht es so aus, als würde die Wirtschaft steigen. Betrachten wir nun diese Daten auf der Basis einer jährlichen Wachstumsrate. Wir können die Spitzen und das Tal der BIP-Wachstumsraten viel deutlicher erkennen. Das dritte Diagramm ist die monatliche Wachstumsrate, sehr kurzfristig. Jetzt können Sie sehen, worüber die Zentralbanken so besorgt sind. Die Wachstumsrate nimmt stark ab. Seit 2015.75 haben es sogar die USA sehr schwer, 2% zu erreichen und zu erhalten und die USA sind DIE BESTEN IN DER WELT!!

    Da die USA die Kernwirtschaft der Welt sind, habe ich erklärt, dass sich der Niedergang von der Peripherie aus zuerst entfaltet und in den Kern übergeht. Die Schwierigkeiten in Europa und der Beginn der Flüchtlingskrise begannen mit 2015.75. Wir sehen die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme auch in China, nicht weniger in Japan. Die Schuldtitel der Schwellenländer sind explodiert und werden für die Zahlungsunfähigkeit reif sein. Trump wurde gewählt, weil die durchschnittliche Person sieht, dass sie an Boden verliert und nicht gewinnt. Die Jugend glaubt nicht mehr an den amerikanischen Traum.

    Das Modell prognostiziert NICHT eine „Rezession“ in den alten Begriffen, sondern einen wirtschaftlichen Niedergang. Deshalb steigen die Steuern immer weiter, denn sie brauchen Geld, um die Macht zu behalten. Dies schafft DEFLATION und nicht die HYPERINFLATION, die so viele fälschlicherweise glauben, dass es der einzige Weg ist, wie Reiche, Nationen und Stadtstaaten in den Staub der Geschichte zerfallen.

    Was die Arbeitslosigkeit anbelangt, so müssen wir auch hier den Teppich aufreißen. Sogar die Post stellt Teilzeitkräfte ein, damit sie keine Renten zahlen müssen. Es gab einen Anstieg der Teilzeitbeschäftigung, um den Vorteilen von Obamacare zu entkommen. Auch die Definition des Begriffs Beschäftigung wurde geändert. Sie sind nicht arbeitslos, es sei denn, Sie suchen einen Job.

    Dies alles ist Teil des wirtschaftlichen Niedergangs, der mit 2015.75 begann. Selbst die Armutsrate in Europa, der großen sozialistischen Wirtschaft, ist auf 16 % gestiegen und steigt weiter an. Das ist Teil der Unzufriedenheit. Die Jugendarbeitslosigkeitsrate in Europa ist einfach erstaunlich. Hohe Steuern auf die „Reichen“, die kleine Unternehmen gründen, die 70% der Bevölkerung beschäftigen, haben Europa verwüstet. Aber die Politiker sind so mit dem Marxismus verheiratet, dass sie nicht sehen können, was sie tun, ist das gleiche wirtschaftliche Aussterben, das in China und Russland stattgefunden hat, das den politischen Wandel erzwungen hat.

    Die USA halten im Moment alles auf, aber unsere Wachstumsraten sind zurückgegangen, und wir erwarten, dass die USA ab 2018 negativer werden.

    Quelle mit Grafiken: https://www.armstrongeconomics.com/armstrongeconomics101/the-gdp-decline-post-2015-75/

  9. “ Schon weil sich alles Übrige erstmal erholen kann, wenn das Finanzsystem untergeht.“
    Das sehe ich anders. Unser Wirtschaftssystem ist sensibel und äußerst verletzlich. Des Weiteren, wenn Einflüsse von außen, die wir nicht beeinflussen können (und auch wollen), auf uns einströmen wie z.B. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, sonstige Wetterkapriolen, Krankheits-und Seuchenzyklus indem wir uns laut Armstrong seit 2017 befinden und der immer schlimmer wird, Eletrosmog und intelligente Stromzähler deren Auswirkungen ab 2019 sichtbar werden indem die Krebsraten noch oben zeigen -insbesonders bei den Jüngeren, ist das Mad Max Event schneller da als es uns lieb ist. Ganz zu schweigen, wenn es wirklich kalt werden sollte sprich kleine Eiszeit. Und niemand weis wie schnell so was kommt. Wir wollen hoffen, dass es uns nicht ergeht wie den Mammuts, die beim Fressen von Gras plötzlich erforen sind. Das soll als Aufzählung genügen.
    Politisch betrachtet befinden wir uns auf einem guten Weg ins politische Chaos. Der Beipackzettel nützt leider nichts, denn die Natur kennt ihre Gesetze.

  10. Ich kann nicht verstehen, wie hier in verschiedenen Kommentaren zu wirtschaftlichen Dingen von Gott usw gefaselt wird. Ist das hier ein esoterisches Forum?
    Gibt es auch noch wirtschaftliche Logik in der Form: Die Schulden werden niemals zurück gezahlt ausser mit wertlosem Papier, alle Papierversprechen werden gebrochen.
    Konsequenz: Mit ein paar Goldstücken konnte man während der Hyperinflation ganze Villen in Berlin kaufen, u.a. Hugo Stinnes kaufte sich fast 7.000 Firmen zusammen und riet seinem Sohn, sich niemals mit Banken einzulassen. Dieser missachtete den Rat des Alten und heute gibt es Stinnes nicht mehr!
    Gold ist seit 5.000 Jahren das von allen Menschen bevorzugte Tausch/ Wertaufbewahrungsmittel. Gleichzeitig ist der (Ur)Zins auf unter Null zurück manipuliert worden!
    Eine Erhöhung des Zinses ist nicht mehr möglich, sonst platzt das System sofort und wir sind in der Hyperinflation mit den bekannten Folgen.
    Habe in der ungarischen Zentralbank in Budapest vor Jahren eine Ausstellung über die Inflationszeit besucht, die Menschen haben dort das wertlose Papiergeld als Heizmaterial benutzt!
    Fazit: Gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens, jeder ist seines Glückes Schmied, selbständig logisch Denken und Handeln kann nicht schaden.

    1. „Ist das hier ein esoterisches Forum?“

      Im wesentlichen ist das hier ein anthroposophisch ausgerichteter, esoterischer Blog. Die meisten Artikel über Wirtschaft hier setzen Wirtschaftstheorien in Bezug zu einem moralischem Anspruch. Weil für viele Menschen Moral theologisch begründet wird, deshalb ist es nur konsequent, wenn bei solchen Themen sehr schnell Gott ins Spiel gebracht wird. Falls du nur generell ein Wirtschaftsforum suchst, dann ist http://www.dasgelbeforum.net/forum.php zu empfehlen.

      „Gibt es auch noch wirtschaftliche Logik in der Form: Die Schulden werden niemals zurück gezahlt ausser mit wertlosem Papier, alle Papierversprechen werden gebrochen.“

      Das weiß man auch hier, obwohl das hier kein Wirtschaftsforum ist.

      „Konsequenz: Mit ein paar Goldstücken konnte man während der Hyperinflation ganze Villen in Berlin kaufen, u.a. Hugo Stinnes kaufte sich fast 7.000 Firmen zusammen und riet seinem Sohn, sich niemals mit Banken einzulassen. Dieser missachtete den Rat des Alten und heute gibt es Stinnes nicht mehr!
      Gold ist seit 5.000 Jahren das von allen Menschen bevorzugte Tausch/ Wertaufbewahrungsmittel.“

      Auch heute noch ist es eine gute Idee, sich nicht mit Banken einzulassen. Auf einem anderem Blatt steht leider ob das heute überhaupt noch so möglich ist wie damals. Während der letzten Hyperinflation galt noch der Goldstandard. Damit war die Situation ganz anders als heute. Mit der Demonetarisierung stürzte der Goldpreis gewaltig ab. Das wird übrigens oft als ein geostrategisch wesentlicher Moment angesehen.
      らんま

      1. @Ranma
        „Im wesentlichen ist das hier ein anthroposophisch ausgerichteter, esoterischer Blog.“

        Nein, dies ist kein esoterischer Blog. Es wird hier keine Esoterik oder Anthroposophie vertreten oder propagiert. Das Anliegen des Blogs ist, Zeiterscheinungen und Problemen des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens auf den Grund zu gehen, Hintergründe aufzudecken und wenn möglich, Lösungsansätze aufzuzeigen.

        Dabei wird nicht verleugnet, dass der Blogbetreiber Anthroposoph ist und die Anthroposophie ihm auf diesem Wege eine methodische Hilfe bietet. Es werden auch zu konkreten Problemen Zitate Rudolf Steiners oder anderer Anthroposophen gebracht, wenn sie für jedermann voraussetzungslos nachvollziehbar sind. Es sind dann Aussagen, die sie als Zeitbeobachter gemacht haben, die sozusagen exoterischer Natur sind und keine anthroposophischen Vorkenntnisse erfordern. Das gilt es strikt zu unterscheiden von einem Ansinnen, Anthroposophie als solche darzustellen. Das ist hier nicht meine Intention.
        Natürlich können Leser so aufmerksam darauf werden, dass die Anthroposophie Wesentliches zur Lösung der Zeitfragen beizutragen hat.

  11. Ich nehme die berechtigte Frage des Lesers GEOSTRATEGE zum Anlass, an alle Kommentatoren zu appellieren, zu den Inhalten des vorstehenden Artikels zu schreiben und nicht fortgesetzt in Bereiche abzuschweifen, die konkret mit dem Thema nichts mehr zu tun haben.

    1. Danke für den Hinweis und bitte ändern Sie den falschen Begriff „Dividende“ in der Überschrift in das richtige „Divide“ !

      1. Das ist kein Schreibfehler, sondern ein bewusstes Sprachspiel von Volker Pispers. Die „Dividende“ als die Gewinnanteile der Eigentümer sind es, die den Abfluss des Gewinns in die privaten Taschen dokumentieren und so für die Anhäufung des ungeheuren Reichtums derjenigen sorgen, die auch politisch weltweit die Macht in den Händen haben. Dies ist ja Thema des Artikels, und insofern ist dieses abgewandelte lateinische Zitat, in dem das Wort „divide“= teile! durch das verwandte Wort „Dividende“= (Gewinn)-Anteil ersetzt wird, ein treffliches Motto .

  12. Das Böse
    hat sich immer schon die Kontrolle über jene Lebensbreiche gesichert, die alle Lebewesen notwendigerweise brauchen. Bodengrund als Eigentum deckt schon einmal einiges ab in dieser Richtung, Luftvolumina in Privatbesitz wären natürlich optimal – aber daran wird ja gearbeitet.

    Was tun?

    Das Böse lieben. Heisst: es im Innersten nachvollziehen können. Schwer ist das nicht, wenn man sich vor Augen hält, daß das ‚Urböse‘ nicht anders kann als – zu hassen, weil es sich auf ein zeitlich allzu enges Fenster begrenzt sieht (Leben mit Ablaufdatum), in welchem es glücklich werden soll. Es zählt nur das ‚Hier und Jetzt‘, in welchem das ‚Glück‘ unbedingt gefunden werden muß – und irgendwann ist’s vorbei mit dem ‚Hier und Jetzt‘ – so meint das ‚Urböse‘ – und ist zurecht empört über diese unlösbare Aufgabe, wo nicht einmal das Sterbedatum bekannt ist. Und da, wo man keinen Ausweg aus Unerträglichem findet, – – genau: der Zorn entflammt daran, entzündet natürlich gleich die Gier – denn – wer weiß – morgen ist’s womöglich schon – – –

    Man kann nicht über die ‚Welt‘ vernünftig reden, will man Religion dabei ausblenden. Alleine schon die Tatsache, dass vor allem und jedem ‚Wissen‘ der ‚Glaube‘ steht, sollte davor schützen. Aber leider hat das ‚Urböse‘ aus dem ‚Wissen ist Macht, daher ist Glaube die eigentliche Macht, weil kein Wissen ohne Glauben) nur die ersten drei Worte allgemein – weltweit – verbreitet …

    Was bleibt für den Einzelnen zu tun, nachdem er das Böse lieben (verstehen) lernte?

    Er prüft vielleicht, ob er gegebenenfalls ähnliche Probleme mit seinem Zeifenster hat wie das ‚Urböse‘. Kann er das definitiv für sich ausschließen, dann wird er sicher nicht missionarisch tätig werden wollen und dem ‚Urbösen‘ gut zureden wollen: ja ist schon gut, beruhige Dich, – ist’s eh nicht aus mit Dir, auch wenn Dein Herz irgendwann nicht mehr kann…., weil der vom ‚Urbösen‘ dann geforderte Beweis nicht in der ebenfalls (vom ‚Urbösen‘ wieder) streng geforderten Weise existiert – es also dem GLAUBEN jedes Einzelnen obliegt, wie eng oder weit er sein Zeitfenster sieht. Der Glaube aber, als Richtschnur des Willens ist unantastbar – er ist HEILIG.

    An diesem Punkt angelangt wird dem Einzelnen klar, wie viele seiner Mitmenschen mehr oder weniger Probleme mit ihrem Zeitfenster haben und so, völlig folgerichtig, dem ‚Urbösen‘ in irgendeiner Form dienen MÜSSEN.

    Der Einzelne wird sein Heil wohl – leider – Gott sei Dank – nur für sich selber anstreben und leben können – ganz seinem eigenen Glauben, der wirklich nur ihm gehört, hingegeben.

    (Dass er den Nebenmenschen nicht zu seinem Glauben zwingen kann und umgekehrt auch durch Folter nicht von seinem eigenen Glauben abgebracht werden kann, zeigt nur einen Aspekt dieser quellend-treibend-zielenden Urkraft)

    Aber natürlich ist es auch so: je mehr ‚glauben‘, je weniger Diener des ‚Urbösen‘ – und vielleicht erreicht in absehbarer Zeit die Zahl der Gläubigen jene Schwelle, an welcher begriffen werden kann, dass Bodengrund nicht eines Einzelnen Willkür überlassen werden kann, von Lufteigentum ganz zu schweigen.

  13. Ich komme hier nochmal genauer auf den Artikel und das dort beschriebene Problem des geraubten Gewinnes zurück! Nach meiner Auffassung ist die Zurverfügungstellung von Kapital zur Gründung einer Unternehmung vollkommen in Ordnung. Der Kapitalgeber muss damit rechnen, das sein Kapital verloren geht oder er über die Dividende eine Rendite erzielt. Mein Schwiegervater hat bei Siemens gearbeitet und bezog von dort verbilligte Belegschaftsaktien, war somit Anteilseigner an der Firma, für die er arbeitete. Er bekam Dividende und die Aktien stiegen im Wert. Nach seinem Tod wurden die Aktien vererbt, zuvor wurde die Erbschaftssteuer dafür bezahlt. Das ist doch alles vollkommen in Ordnung.
    Wer oder was will nun dieses Handeln verändern und mit welcher Begründung?
    Weil es evtl. Leute wie Elon Musk oder Jeff Bezos usw. gibt, die auf Abermilliarden von (fiktiven?) Dollars sitzen. Das ist doch eine Neiddebatte. Meines Erachtens sollte die wirtschaftliche Bildung verstärkt werden, frei nach Ludwig Erhard: Das Geld gehört in die Wirtschaft.
    Merke: Du kannst nur reich werden von dem, was Du nicht ausgibst! Also spare in der Zeit, dann hast was in der Not.

Kommentare sind geschlossen.