Gegen Hass und irren Selbsthass – Von der Notwendigkeit deutscher Kultur

„Alle Nationen hassen den Deutschen
wie die Bösen
den Guten. Wenn es ihnen
aber wirklich einmal gelingt, ihn zu
zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen,
in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus
dem Grabe kratzen möchten.“
Friedrich Hebbel, schon 1860

Wir befinden uns in einem gewaltigen Kulturkampf. Die bestimmenden Kräfte in UNO und EU betreiben die Massenmigration, um „die Homogenität der Völker zu zerstören“, so Peter Sutherland, UN-Sondergesandter für Migration. Und Frans Timmermans, 1. Vizepräsident der EU-Kommission, fordert „sicherzustellen, dass nirgends mehr homogene Gesellschaften bestehen bleiben.“ Dies bedeutet letztlich die Auflösung der Völker Europas und das Verschwinden ihrer spezifischen Kulturen. Doch nicht nur eine internationale Clique, sondern auch unsere Herrschenden selbst sind tatkräftig gewillt, diese Pläne am deutschen Volk mit seiner hohen geistigen Kultur zu vollstrecken.

Die meisten der politisch-medialen „Eliten“ in Deutschland sehen keine erhaltenswerte deutsche Kultur, da aus ihr angeblich der Nationalsozialismus mit seiner Individualitäts-feindlichen, kollektivistisch-faschistischen Blut- und Rassen-Ideologie hervorgegangen sei. Dabei war diese gerade die diabolische Gegenkraft der eigentlichen deutschen Kultur, die in der Zeit der deutschen Klassik, Romantik und der idealistischen Philosophie einen Höhepunkt des Strebens nach der freien Individualität, des offenen Weltbürgertums und der Humanität erreicht hatte. Davon fiel die ganze folgende Entwicklung in Deutschland immer mehr ab, bis gleichsam aus den Abgründen eines geistigen Vakuums der Nationalsozialismus aufstieg.

Von der Höhe des deutschen Geistes um die Wende des 19. Jahrhunderts sind diese heutigen politischen und medialen „Eliten“ in ihrer materialistischen Beschränktheit ebenso weit entfernt wie die Nationalsozialisten. Und sie lassen Millionen Menschen in das Land einströmen, die in ihrem überwiegendes Verhaftetsein in alten blutsgebundenen Kollektiven und einer totalitär-faschistischen politischen Religion eine absolute Gegenkraft gegen die Entwicklung der freien, selbstbestimmten Individualität darstellen, auf der noch die freiheitliche Gesellschaftsordnung des Grundgesetzes beruht. Und ihre Integration, sowohl quantitativ wie qualitativ kaum möglich, ist im Grunde auch nicht beabsichtigt.2

Es geht um Sein oder Nichtsein. Entweder stemmen sich die Deutschen dem inszenierten Chaos noch entgegen; oder sie ergeben sich mit ihrem für die Menschheitskultur unersetzlichen und noch längst nicht voll entfalteten kulturellen Beitrag in den allmählichen Untergang.

Das Ich

„Ich bin! Mein Ich enthält ein Sein, das allem Denken und Vorstellen vorhergeht. Es ist, indem es gedacht wird, und es wird gedacht, weil es ist; deswegen, weil es nur insofern ist und nur insofern gedacht wird, als es sich selbst denkt. Es ist also, weil es nur selbst sich denkt, und es denkt sich nur selbst, weil es ist. Es bringt sich durch sein Denken selbst – aus absoluter Kausalität – hervor.
Ich bin, weil Ich bin! Das ergreift jeden plötzlich. Sagt ihm: das Ich ist, weil es ist, er wird es nicht so schnell fassen; deswegen, weil das Ich nur insofern durch sich selbst, nur insofern unbedingt ist, als es zugleich unbedingbar ist, d.h. niemals zum Ding, zum Objekt werden kann.“ 3

Mit diesen Worten, die man langsam und wiederholt lesen und empfindend mitdenken muss, erfasste der junge Schelling in tastendem, sich vergewisserndem Denken sein Ich als ein von seinem Leibe und aller äußeren Welt unabhängiges, rein geistiges, in sich selbst gegründetes Wesen. Es liegt tiefer, als das gewöhnliche, an die Sinne gebundene Denken und Vorstellen reicht, in dem bloß ein Schatten des wahren Ich lebt. Dieses kann nur im reinen Denken erreicht werden, das sich nicht auf anderes, sondern auf sich selbst richtet und das so, sich umwendend, gleichsam flussaufwärts zur Quelle blickt, aus der es selber fließt. Das wahre Ich ist die Quelle, die das Denken hervorbringt und wiederum durch das Denken selbst hervorgebracht d.h. ins Bewusstsein gehoben wird. Das Ich erfasst sich gleichsam in einem sich selbst tragender Prozess. In der Autonomie des selbst denkenden Bewusstseins erlebt es sich als ein freies geistiges Wesen, das zwar der Anregungen, aber nicht der bevormundenden Erkenntnis anderer bedarf. In seiner geistigen Freiheit und Würde darf es niemals zum Objekt des Willens anderer gemacht werden. Das sich selbst bestimmende Ich allein ist Grund und Ziel einer freien Gesellschaftsordnung.

Wer das für ein müßiges Gedankenspiel hält, hat sich in den inneren Prozess noch nicht erlebend hineinbegeben. Tut er es aber, empfindet er den ungeheuren Abstand zum niederen Ich unseres Alltagsbewusstseins, das in vielerlei Zwängen und Abhängigkeiten gebunden ist. Auf diesen Unterschied hat auch Friedrich Schiller in seinen „Ästhetischen Briefen“ hingewiesen:
„Jeder individuelle Mensch, kann man sagen, trägt, der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechslungen übereinzustimmen die große Aufgabe seines Daseins ist“.

Er verwies dabei auf seinen Freund, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, der ebenfalls das empirische, also das gewöhnlich erfahrbare Ich, von einem reinen, idealen Ich unterscheidet. Dieses ist für ihn das „erste Prinzip aller Bewegung, alles Lebens, aller Tat und Begebenheit“, das dem intelligenten, bewussten Ich logisch vorangeht. Beide stimmen selten überein, sie aber zur vollkommenen Übereinstimmung zu bringen, sei die ständige Aufgabe und Bestimmung des Menschen. Doch dazu reiche der bloße Wille nicht aus. Wir müssten uns allein und gemeinsam in einem ständigen Prozess des Lernens und der Selbsterziehung die Fähigkeiten dafür erwerben, um die Widerstände und Hindernisse der Sinneswelt zu überwinden. Und diesen ganzen Prozess des Erwerbs vielfältiger Fähigkeiten mache letztlich das aus, was wir „Kultur“ nennen.4

Es geht im Grunde immer um die Auseinandersetzung zwischen dem in seinen Eigenheiten beharrenden niederen Ego und dem höheren Ich, das eine Änderung, ein partielles Absterben des Niederen verlangt, auf dass es immer mehr mit ihm, dem höheren, übereinstimme. Goethe fasste dies schließlich in die Worte zusammen: „Und solang du dies nicht hast / Dieses Stirb und Werde, /Bist du nur ein trüber Gast / Auf der dunklen Erde.“ Und Friedrich Rückert sah das höhere Ich als etwas an, das wie ein Zukunftsbild vor jedem schwebt, dessen Realisierung er entgegenstrebt und dichtete: „Vor jedem steht ein Bild des, was er werden soll: / Solang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll. / Was er geworden ist, genüget nie dem Mann; / O wohl ihm, wenn er stets nur werden will und kann.“

Auch meinte Fichte in Bezug auf den Deutschen, der für das Streben nach dem höheren Ich besonders veranlagt sei, dass dieser sich insofern immer in einem Werde-Prozess befinde. Deutscher sei man nicht, sondern werde man.

Individualismus

Dieser „Ich-Charakter“ des deutschen Volkes veranlagt die ihm angehörigen Individualitäten dazu, sich im Gründen auf das eigene Ich einen ausgeprägten Individualismus auszubilden. Dieser ist natürlich nicht von vorneherein allen Deutschen eigen, sondern nur denjenigen, die sich im Laufe ihres Lebens zu ganz auf sich selbst gestellten, innerlich unabhängigen Individualitäten emporgearbeitet haben. Solche hat es gerade in der Blütezeit der deutschen Kultur in außerordentlich großer Zahl gegeben.

Goethe beschrieb in einem Gespräch mit seinem Sekretär Eckermann (6. April 1829) für die damalige Zeit die „Idee der persönlichen Freiheit (als) das allein Wirksame. Die Reformation kam aus dieser Quelle, wie die Burschenverschwörung auf der Wartburg, Gescheites und Dummes. Auch das Buntscheckige unserer Literatur, die Sucht unserer Poeten nach Originalität, und dass jeder glaubt, eine neue Bahn machen zu müssen, sowie die Absonderung und Verisolierung unserer Gelehrten, wo jeder für sich steht und von seinem Punkte aus sein Wesen treibt, alles kommt daher. Franzosen und Engländer dagegen halten weit mehr zusammen und richten sich nacheinander. … Die Deutschen aber gehen jeder seinem Kopfe nach, jeder sucht sich selber genug zu tun; er fragt nicht nach dem andern, denn in jedem lebt … die Idee der persönlichen Freiheit, woraus denn, wie gesagt, viel Treffliches hervorgeht, aber auch viel Absurdes.“ 5

Der deutsche Individualismus kann also einerseits in gesellschaftliche Vereinsamung, Eigenbrödelei, Querköpfigkeit ausarten. Andererseits lebt er sich in seiner edleren Form „vornehmlich auf der geistigen Ebene in der Ausbildung eines individuellen Stils des geistigen Schaffens, vor allem aber in der unablässigen inneren Wandlung der Individualität.“ 6

Ein besonderes modernes Beispiel einer solchen Individualität sehe ich dem gebürtigen Ägypter Hamed Abdel-Samad, der sich in einer bewunderungswürdigen Weise aus dem „Würgegriff“ des blutsgebundenen und religiösen Kollektivs, das ihn zunächst prägte, befreit und sich in Deutschland zur inneren Unabhängigkeit seines Ich durchgekämpft hat.
„Ich habe gelernt, mich von allen Bindungen zu lösen, die mein Weltbild oder meine Meinung hätten beeinflussen können. Ich muss niemandem gefallen. Ich werde dafür von vielen geliebt und von vielen gehasst. Heute lebe ich unter beständigem Polizeischutz. (Wegen seiner Islamkritik wird er von Moslems mit dem Tode bedroht.) Doch weder Applaus noch Drohungen beeinflussen meine Gedanken. … Ich stehe zu meiner Meinung, egal zu welchem Preis. Ich repräsentiere bestenfalls nur mich selbst. … Ich will nur von meinem Recht Gebrauch machen, frei zu denken und frei zu sprechen, egal wo und egal wann. …
Ich habe eine elastische Identität entwickelt, die an geographische Vorstellungen nicht gebunden ist. … Ich selbst definiere meine Identität in erster Linie über die simple Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, der mit der Mehrheit der Erdbewohner die gleichen universellen Werte teilt. Und dennoch bin ich anders, weil ich mich nicht vereinnahmen lasse. … Ich höre nicht auf mit der Suche nach mir selbst. Ich höre nicht auf, mich immer wieder neu zu definieren und infrage zu stellen. Ich brauche keine Gruppe oder Gemeinschaft, die mir bestätigt, dass ich recht habe. Ich brauche nur Luft zum Atmen, etwas zum Essen und Meinungsfreiheit. All das hat mir Deutschland als freies Land zugestanden.“ 7

Kosmopolitismus

Die letzten Sätze dieser wunderbaren Aussagen bringen zum Ausdruck, dass ein in sich selbst, in seinem eigenen Selbst gegründeter Mensch zugleich ein Weltbürger ist, der sich mit der ganzen Menschheit verbunden fühlt. Denn das Ich ist allgemein menschlich, welchem Volk und welcher Rasse es auch angehört. Wenn der Deutsche – und Hamed Abdel-Samad ist ein hervorragender Deutscher, deutscher als mancher gebürtige Deutsche  – sich zur Unabhängigkeit des Ich erhebt, wie es ihm das deutsche Volk ermöglicht hat, liegt darin das Paradox, dass er damit zugleich über das Volk als Volk hinauswächst und sich als Mensch schlechthin, d. h. als Weltbürger erlebt.
Wer sich also als Deutscher treu im Sinne des eigenen Volkscharakters verhält, kann kein Nationalist sein. So sagte Goethe: „Überhaupt ist es mit dem Nationalhass ein eigenes Ding. – Auf den untersten Stufen der Kultur werden Sie ihn immer am stärksten und am heftigsten finden. Es gibt aber eine Stufe, wo er ganz verschwindet und wo man gewissermaßen über den Nationen steht, und man ein Glück oder ein Wehe seines Nachbarvolkes empfindet, als wäre es dem eigenen begegnet.“ 8
Johann Gottlieb Fichte zählte in seinen „Reden an die deutsche Nation“ jeden Menschen, der nach dem Ich, nach Freiheit und ständiger Fortbildung des Geistes durch Freiheit strebt, gleichgültig wo er geboren und welche Sprache er spreche, zum deutschen Volk.

Dieser Kosmopolitismus bildete bereits, wie Hans Erhard Lauer detailliert darstellt, eines der wesentlichsten und charakteristischsten Kennzeichen aller großen Vertreter der deutschen Kultur, die in dessen größter Blütezeit gelebt und gewirkt haben.9
Johann Gottfried Herder veröffentlichte in seinen „Stimmen der Völker in Liedern“ die erste Sammlung und Übersetzung von Volksliedern verschiedenster Nationen. Und er entwarf in seinen „Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit“ die erste umfassende Darstellung der Menschheitsgeschichte in deutscher Sprache, in der er mit großem Einfühlungsvermögen die spezifischen Beiträge der verschiedenen Völker schildert, die sie zur allgemeinen Menschheitskultur und damit zur Verwirklichung des großen Ideals der Menschlichkeit, der Humanität, geleistet haben.

Goethe ließ sich in seiner Jugend als Dichter von der französischen und englischen Literatur, insbesondere von Shakespeare anregen, durchdrang sich in der Mitte seines Lebens mit der Kunst Italiens und des antiken Griechenlands und ließ in seinem Alter im „West-Östlichen Diwan“ noch die Geisteswelt des Orients aufleben. „Er war es auch, der als erster den Gedanken einer „Weltliteratur“ fasste, innerhalb welcher er sich Deutschland als den geeignetsten „Marktplatz“ dachte, auf dem die poetischen Erzeugnisse aller Völker zum Austausch gelangen könnten.“ (Lauer) Ganz im Sinne dieser Idee lag es, dass die Romantiker eine breite Übersetzertätigkeit entfalteten, durch die Deutschland im 19. Jahrhundert unter allen Ländern die reichste Übersetzungsliteratur hervorgebracht hat. Dichterische Schätze aus allen Zeiten und Völkern wurden so der deutschen Sprache einverleibt.

Der junge romantische Dichter Novalis (Friedrich von Hardenberg) bezeichnete das Wesen deutscher Kultur präzise als „Kosmopolitismus, gemischt mit kräftigster Individualität“.
Dieses Wesen zeigte sich in besonders eindrucksvoller, glänzendster Weise im Schaffen Friedrich Schillers, von dem Novalis, der ihm als Student zu Füßen saß, in einem Brief schrieb, dass er „den begierdelosen Wesen, die wir Geister nennen, den Wunsch abnötigen könnte, Sterbliche zu werden“ und „dessen sittliche Größe und Schönheit allein eine Welt, deren Bewohner er wäre, vom verdienten Untergange retten könnte.“  10  In einer Reihe von Dramen hat Schiller aus tiefer geistig-künstlerischer Inspiration in dichterischen Gestalten und Geschehnissen die charakteristischen Wesenszüge von sieben europäischen Völkern in meisterhafter Weise dargestellt: Die Braut von Messina (Italien), Don Carlos (Spanien), Die Jungfrau von Orleans (Frankreich), Wilhelm Tell (Schweiz), Maria Stuart (Großbritannien), Wallenstein (Deutschland) und, unvollendet, Demetrius (Russland). „Eine damit vergleichbare Leistung hat keine andere der europäischen Nationalliteraturen aufzuweisen.“ (Lauer)

Humanität

Wenn der Mensch über die rassenmäßige Prägung seines Leibes und die volksmäßige Bildung seiner Seele hinaus sich im Ich als ein geistiges Wesen, als Mensch an sich, erlebt, wird er nach Menschlichkeit streben, die alle Menschen-Iche miteinander verbindet. So war ein weiteres Hauptmerkmal jener klassischen Epoche der deutschen Kultur, dass all ihre Bestrebungen und Schöpfungen von diesem Ideal durchdrungen waren, das Herder zuerst in dem aus dem Lateinischen entnommenen Wort „Humanität“ zusammenfasste.

Gotthold Ephraim Lessing schuf zur selben Zeit in seinem reifsten Drama „Nathan der Weise“, das in der Zeit des dritten Kreuzzuges spielt, in dem Juden Nathan eine Gestalt, in der höchste Menschlichkeit verkörpert war. Das Wichtige für ihn war nicht, in welche Religion die Menschen hineingeboren sind, sondern was von dieser Religion in ihnen als reine Menschlichkeit lebt und sich in ihren Handlungen offenbart und realisiert.
In einem Höhepunkt des Dramas gibt sich eines Tages ein christlicher Klosterbruder Nathan gegenüber als der Reiter zu erkennen, der ihm achtzehn Jahre zuvor ein durch die Kriegswirren verwaistes, wenige Wochen altes Christenmädchen in seine Obhut gab. Nathan hatte es wie seine eigene Tochter aufgezogen und selbstlos in christlichem Glauben unterrichten lassen.
„Der frommen Einfalt“ des Klosterbruders vertraut er nun an, in welcher Lebenssituation er sich damals befand. Erst wenige Tage zuvor hatten die Christen in einem Pogrom unter anderen auch seine „Frau mit sieben hoffnungsvollen Söhnen“ umgebracht. „Als ihr kamt, hatt´ ich drei Tag´ und Nächt´ in Asch´ und Staub vor Gott gelegen und geweint. – Geweint? Beiher mit Gott auch wohl gerechtet, gezürnt, getobt, mich und die Welt verwünscht, der Christenheit den unversöhnlichsten Hass geschworen. – Doch nun kam die Vernunft allmählich wieder, sie sprach mit sanfter Stimm´: Und doch ist Gott! Doch war auch Gottes Ratschluss das! Wohlan! Komm übe, was du längst begriffen hast, was sicherlich zu üben schwerer nicht als zu begreifen ist, wenn du nur willst. Steh auf! – Ich stand und rief zu Gott: Ich will! Willst du nur, dass ich will! – Indem stiegt ihr vom Pferd und überreichtet mir das Kind. (…) Ich nahm das Kind, trug´s auf mein Lager, küsst´ es, warf mich auf die Knie und schluchzte: Gott! Auf sieben doch nun schon eines wieder!“ – Tief ergriffen ruft der Klosterbruder aus: „Nathan! Nathan! Ihr seid ein Christ! – Bei Gott, Ihr seid ein Christ! Ein bessrer Christ war nie!“ Und Nathan antwortet ihm: „Wohl uns, denn was mich Euch zum Christen macht, das macht Euch mir zum Juden!“ –

Wenige Jahre später versuchte Goethe in der ungeheuer tiefen Dichtung „Die Geheimnisse“ darzustellen, wie sich in einer Art verborgener Gralsburg zwölf Vertreter der Hauptreligionen der Erde zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben und in einem sie alle überragenden dreizehnten Weisen ihre führende Mittelpunktsgestalt sehen, welcher Goethe, an Herder anknüpfend, den Namen „Humanus“ gab. Diese sprachlich in wunderbaren Versen verfasste Dichtung ist leider Fragment geblieben.

Wiederum einige Jahre später vollendete Goethe, nach einer Vorlage des Griechen Euripides, sein Drama „Iphigenie auf Tauris“. In der Priesterin Iphigenie stellt er einen Menschen dar, der sich „in letzter innerer Auseinandersetzung mit dem wilden Titanismus ihres Geschlechtes, der alten Feindschaft zwischen (einer bestimmten Art von) Göttern und Menschen … „ganz zu der neuen Religion entsühnender Liebe und wahrer Menschlichkeit“ durchringt und zu wahrer Seelengröße aufsteigt. „Mit der Ausdeutung der Rolle der Iphigenie als der zur Lüge unfähigen, reinen Priesterin dokumentierte Goethe besonders eindrucksvolle sein Humanitätsideal.“ 11

Fast zur selben Zeit entstand Mozarts „Zauberflöte“, in der die Musik der Klassik zu einem ihrer edelsten und erhabensten Beiträge zur künstlerischen Verkörperung des Humanitäts-Ideals aufstieg. Natürlich kann die Ausdrucksform der Musik hier nicht vermittelt werden. Aber einen gesanglichen Höhepunkt bildet die Arie des Oberpriesters Sarastro: „In diesen heil`gen Hallen / Kennt man die Rache nicht, / Und ist ein Mensch gefallen, / Führt Liebe ihn zur Pflicht. … In diesen heil`gen Mauern, / Wo Mensch den Menschen liebt, / Kann kein Verräter lauern, / Weil man dem Feind vergibt. / Wen solche Lehren nicht erfreun, / Verdienet nicht, ein Mensch zu sein.“
Und Beethoven lässt den Schlusschor seiner Neunten Symphonie den Höhepunkt erreichen in den Worten aus Schillers Ode an die Freude: „Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuss der ganzen Welt!“

Auch Schillers gesamtem Werk liegt das umfassende Bild des edlen Menschentums zugrunde, wie oben an seinen Dramen z. B. bereits aufgezeigt wurde. Er brachte die besondere Veranlagung der Deutschen zu dem rein Menschlichen, das der Bildung einer geschlossenen Nation bis dahin auch immer im Wege stand, in dem treffenden Distichon zum Ausdruck:
Zur Nation euch zu bilden, ihr hofft es, Deutsche, vergebens,
Bildet, ihr könnt es, dafür reiner zu Menschen euch aus!“

Eine allgemeine Menschenbildung in der Erziehung zu inaugurieren, war das Bestreben nahezu aller bedeutenden Repräsentanten der Klassik. Lessing und Herder, Goethe und Schiller, Fichte und Schelling z. B. haben gewichtige Beiträge zu diesem Thema geliefert. Wilhelm von Humboldt gelang es in Preußen, die Ausbildung aller Anlagen und Kräfte des Kindes zu möglichst umfassender Menschenbildung zum Leitbild der Schulpädagogik zu machen. Pestalozzi wirkte in der Schweiz in gleichem Sinne. Dies hat bis zur Gegenwart in den Schulen nachgewirkt.

Seit einigen Jahren ist dieses Ideal von den Herrschenden der EU und Deutschlands aus den Lehrplänen der staatlichen Schulen radikal ausgemerzt worden. Der Mensch soll nicht mehr im Sinne der christlichen Humanitätsideale zur autonomen, sich selbst bestimmenden Individualität gebildet, sondern zu immer neuer Anpassung an die Anforderungen der Wirtschaft abgerichtet werden. Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit gelten seitdem als Schlüsselkompetenzen.12
Texte aus der Zeit der Hochblüte deutscher Kultur sind inzwischen aus den Schulbüchern der staatlichen Schulen auch weitgehend verschwunden.

Selbsterkenntnis

Das menschliche Ich kann nicht erfasst werden, ohne dass es sich dabei seiner selbst bewusst wird. Das Bewusstsein des Ich ist zugleich Ich-oder Selbst-Bewusstsein. Da die deutsche Volkskultur in ihrem Charakter durch das Ich-Element bestimmt ist, kommt es auch in ihrer Entwicklung von einer bestimmten Stufe an dazu, dass sie sich in ihren Repräsentanten ihrer selbst bewusst wird, sich in ihrem Wesen selbst erkennt. So ist in der Goethezeit die Frage nach dem Wesen des deutschen Volkes und den Aufgaben seiner Kultur als Beitrag zur Menschheitskultur immer wieder gestellt worden.
Das kommt in dem oben zitierten Distichon und anderen Aussprüchen Schillers, sowie in vielen Äußerungen Goethes, Fichtes und Schellings z. B. zum Ausdruck.

Allein aus einer solchen Selbsterkenntnis kann das deutsche Volk Richtlinien und Ziele für ein Handeln in die Zukunft hinein gewinnen, das seinem Wesen gemäß ist. Wo sie nicht vorhanden ist, wird sein Verhalten in Kultur, Politik und Wirtschaft im Grunde völlig halt- und richtungslos sein und anderen Mächten folgen.

Fazit

Individualismus, Kosmopolitismus und Humanität sind wesentliche Elemente und Ideale deutscher Kultur. Das Streben nach freier Individualität, nach kultureller Weltoffenheit und mitfühlender Menschlichkeit sind tief in ihr begründet. Diejenigen in Politik und Gesellschaft, die unter Berufung auf Freiheit für jeden Menschen, auf ein weltoffenes Deutschland und auf Menschlichkeit riesige Menschenmassen aus archaischen, kollektivistischen Kulturen ins Land lassen, zehren selbst noch irgendwie von dem, was sie – böswillig oder in grenzenloser Naivität – im Begriffe sind, in den Untergang zu führen. Sie sitzen auf dem Ast, den abzusägen sie begonnen haben.

Dabei missbrauchen die Lenker der Ereignisse diese Ideale gezielt zur Manipulation der Menschen und diese durchschauen in ihrer gedanklichen Beschränktheit nicht die Zusammenhänge. Menschlichkeit ohne Verstand, Liebe ohne Weisheit wirken zerstörerisch, so wie die „Affenliebe“ einer Mutter, die ihrem Kind nicht wehtun will und ihm alles durchgehen lässt, vielfach den Grund für eine spätere Haltlosigkeit und Neigung zu Kriminalität legt.

Die naiv gefühlte Menschlichkeit entpuppt sich so als Sentimentalität, die nicht in der Wirklichkeit verankert ist, eine Menschlichkeit die in der Realität Menschenverachtung bedeutet, „weil sie die Herkunftsländer um Entwicklungschancen bringt und in den Zielländern der Migration die Sozialsysteme, die öffentliche Ordnung und den inneren Frieden zerstört, eine eisenharte Konkurrenz zu unseren eigenen sozial Schwachen erzeugt, zu einem massivem Anstieg der Gewalttaten führt, die wirtschaftliche Entwicklung hemmt und mit der Zeit den sozio-ökonomischen Niedergang bedeutet – was letztlich auch heißt, dass wir niemandem mehr helfen können werden, weder bei uns noch im Ausland.“ 13

Es gehört schon ungeheuer viel bornierte Sentimentalität dazu, Schillers Worte „Seid umschlungen, Millionen“ in die platte physische Grenzenlosigkeit herabzuziehen, in der das eigene Volk in der Umarmung der Millionen sukzessive erdrückt wird.

Noch gibt es in der gegenwärtigen Demokratie-Simulation die Möglichkeit, die herrschende Clique in die Wüste zu jagen. Doch das Wesentliche ist, dass genügend Deutsche zu den Quellen ihrer Kultur pilgern und sich zur Unabhängigkeit und Wachsamkeit ihres Ich erheben, aus dessen freien Taten allein eine Rettung erfolgen kann.
————————————————————-
1    Siehe: UNO und EU und USA-Kreise planen
2    Siehe: Die große Täuschung mit der Integration
3    Friedrich Wilhelm Schelling: Vom Ich als Prinzip der Philosophie § 3
4    Vgl. ausführlicher: Die deutsche Obrigkeitshörigkeit und ihr Ursprung
5    Zitiert nach H.E. Lauer: Die Volksseelen Europas, Stuttgart 1965, S. 257-258
6    H.E. Lauer a.a.O., S. 162
7    Hamed Abdel-Samad: Integration, München 2018, S. 58, 59
8    Goethe zu Eckermann am 14.3.1830
9    Vgl. Anm. 6, S. 166 f.
10  Novalis: Werke und Briefe, Winkler-Verlag München, S. 531
11  Reclams Schauspielführer, Stuttgart 1986, S. 235, 236
12  Vgl. Der marktradikale Griff
13  achgut.com 4.7.2018

Siehe auch die Artikel:
Volk oder Bevölkerung – Von den Quellen der deutschen Kultur
Deutscher Geist und deutsche Seele – verkannt, verdrängt, verleumdet
Die Deutschen und die Obrigkeit – Heinrich Heines ach so aktuelle Kritik

 

 

 

 

 

Advertisements

39 Kommentare zu „Gegen Hass und irren Selbsthass – Von der Notwendigkeit deutscher Kultur“

  1. . . .
    DAS was die NSDAP unter Führung von Adolf Hitler damals gegen die DEUTSCHE KULTUR anzettelte – ist nichts anderes als DAS, was „the war on terror“ von Kriegs-Verbrecher George W. Bush seit dem 11. September 2001, mit seinen NATO-Vasallen – gegen das WELT-KULTUR-ERBE anrichtet . . .
    .
    Zwei Junkies auf Abwegen . . .

    1. beide, Schnauzbart A.H. ,und heute die EU Komission sind beides Vasallen papal Roms! !nicht die Fastnachtsgestalten mit Frauenkleider und Putten,sondern die wahren Strukturen dahinter;Trump,Putin, ebensogesteuerte Vasallen; Europa muss sich entscheiden;will es in Zukunft Verhältnisse wie in Südafrika heute?

  2. „Doch das Wesentliche ist, dass genügend Deutsche zu den Quellen ihrer Kultur pilgern und sich zur Unabhängigkeit und Wachsamkeit ihres Ich erheben, aus dessen freien Taten allein eine Rettung erfolgen kann.“

    Ein Wunsch, der m.E. kaum in Erfüllung gehen wird. Mit der Industrialisierung ist der Mensch dazu angeleitet worden sein Denken auf die Polarität des materiellen Daseins zu beschränken. Freies Denken setzt aber voraus, diese Polarität, das Gegeneinander im Geist verlassen zu können, will man sein wahres – Ich – wieder reaktivieren.

    Was über 2 Jahrhunderte schleichend beerdigt wurde, kann nicht innerhalb der notwendigen Zeitspanne von wenigen Jahren reanimiert werden. Insofern schöpft der Artikel aus Hoffnung bzw. Optimismus. Realisten würden wohl sagen, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

    Ein gutes Beispiel für diesen Niedergang stellt der Fernseh-Philosoph Richard David Precht dar, der so etwas wie der André Rieu der heutigen Philosophen-Szene darstellt. Würde sich André Rieu mit Beethoven vergleichen? Kaum. Zumindest beherrscht der Pop-Musiker Rieu aber sein Handwerk. Der Artikel lebt also vom Optimismus und vielleicht ist das ja auch gut so, damit dem Realisten die Visionen nicht ausgehen. Wenngleich ich eher Oswald Spengler folge, der einst in seinem Werk „Der Untergang des Abendlandes“, Kulturen nach einer Blütezeit zwangsläufig untergehen sieht.

    1. @hubi stendahl
      Ich denke nicht daran, dass in der derzeitigen Situation alle Deutschen, auch nicht die große Mehrheit, zum freien Denken und zum Erfassen ihres Ich kommen, da dies ja mit einer erhöhten Ich-Aktivität verbunden ist, die eben immer nur einzelne leisten. Auch in der Goethezeit waren es nur verhältnismäßig wenige, aber stark wirksame Individualitäten.

      Doch es kommt darauf an, dass es eine genügend große Zahl ist, die in ihrem Lebensumkreis und publizistisch eine wahrnehmbare Wirkung entfalten, welche ausstrahlt und so das geistige Klima verändert.
      Diese Hoffnung habe ich noch.

      Dass Kulturen wie alles Leben eine aufsteigende Entwicklung haben, ihren Höhepunkt erreichen und dann allmählich wieder absterben, ist ein allgemeines Gesetz. Die deutsche Kultur hat aber, wie – mit Verlaub – Rudolf Steiner bemerkte, ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Wenn ihr vorher der Untergang bereitet wird, habe das nicht abzuschätzende negative Folgen für die ganze Menschheitsentwicklung.

      1. „Wenn ihr vorher der Untergang bereitet wird, habe das nicht abzuschätzende negative Folgen für die ganze Menschheitsentwicklung.“ So denke ich auch. Und das kann heftig werden für die Welt. Nicht das am deutschen Wesen die Welt genesen soll. Aber ohne das deutsche Wesen, wird sie garantiert nicht genesen. Die Welt sollte aus sich selber heraus genesen.

    2. Hubi Stendahl,
      “ Freies Denken setzt aber voraus, diese Polarität, das Gegeneinander im Geist verlassen zu können, …“
      oder – die sich bedingenden Gegensätze und auch die Polaritäten wieder miteinander wirken lassen, d.h., sie aus der Trennung zu heben und ihrem Spiel überlassen, das nicht von uns aus entstehen mag, sondern aus den Kräften und dem Streben des Ganzen.
      Macht es dieses verständlicher? – Yin und Yang – Das Yin ist das ‚Regulativ‘ des Yang und umgekehrt. Sie sind keine sich blockierenden Gegensätze, sondern sie bedingen sich und übernehmen das Spiel, so wie es förderlich ist. Männlich und Weiblich, in Harmonie miteinander können sie passend übernehmen, so wie es für Erweiterung und Stärkung förderlich ist.
      Oder wenn man die Elemente ansieht, Elektrizität soll einem anderen zugeordnet sein als Magnetismus, und auch hier gibt es Pole. Sie sind kein negatives „Gegeneinander“, das man verlassen soll, sie wirken einfach.
      Buddha: Die Wahrheit des Getrenntseins ist groß, doch die Wahrheit des Verbundenseins ist größer.

      Dank für den tollen Artikel!

    3. . . .
      ZITAT @ hubi Stendahl:
      .
      „Was über 2 Jahrhunderte schleichend beerdigt wurde, kann nicht innerhalb der notwendigen Zeitspanne von wenigen Jahren reanimiert werden.“
      .
      EINSPRUCH Euer Ehren!
      .
      Sie müssen nur bei den RICHTIGEN „Reanimateuren“ klingeln . . .
      .
      (Die sind manchmal schwer zu finden – weil die FALSCHEN ja wie immer FALSCHE Spuren gelegt haben!)

  3. Wenn alle nach dem Motto des Ägypters Hamed Abdel-Samad handeln, „Ich brauche nur Luft zum Atmen, etwas zum Essen und Meinungsfreiheit. All das hat mir Deutschland als freies Land zugestanden.“, bekommen wir unter einer anderen Losung südamerikanische Verhältnisse. Soll er doch in seiner Gegend die Ordnung schaffen helfen, die er sich wünscht statt sich hier ins fertige Nest zu setzen, wie übrigens auch die Wirtschaftsflüchtlinge aller Art.

    1. @KW
      Sie müssen die Worte Hamed Abdel-Samads in dem Zusammenhang sehen, in dem er sie geäußert hat. Er schrieb vorher: „Ich habe eine elastische Identität entwickelt, die an geographische Vorstellungen nicht gebunden ist. … Ich selbst definiere meine Identität in erster Linie über die simple Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, der mit der Mehrheit der Erdbewohner die gleichen universellen Werte teilt. … Ich höre nicht auf mit der Suche nach mir selbst. Ich höre nicht auf, mich immer wieder neu zu definieren und infrage zu stellen. Ich brauche keine Gruppe oder Gemeinschaft, die mir bestätigt, dass ich recht habe. Ich brauche nur Luft zum Atmen, etwas zum Essen und Meinungsfreiheit. All das hat mir Deutschland als freies Land zugestanden.“

      Was er betont, ist seine innere Unabhängigkeit, sein in sich selbst gegründetes Ich, das sich aus allen familiären, religiösen und nationalen Prägungen, Bestimmungen und Abhängigkeiten herausgewunden hat und aus eigener Erkenntnis und Freiheit handelt. Das hat er in der geistigen Atmosphäre des deutschen Volkes und der elativen Freiheit hier erreichen können. Jeder, der diesen Weg geht, ist – wie schon Fichte sagte – ein Deutscher.

      Wegen seiner aus innerer Unabhängigkeit über den Islam gefällten Urteile (er ist Sohn eines Imams) wird er hier von Moslems mit dem Tode bedroht und muss rund um die Uhr von der Polizei beschützt werden. Da können Sie doch nicht sagen, dass er nach Ägypten zurück soll. Das wäre ja sein sicherer Tod.
      Er hat sich hier auch nicht ins fertige Nest gesetzt, sondern kam vor Jahrzehnten als regulärer Student nach Deutschland und verdient seinen Lebensunterhalt selbst.

      1. Ich sprach nicht von Ägypten, sondern von einem seiner Geburtsstätte ähnlichen Umgebung. Für mich wird er nie ein Deutscher, auch kein geistig verwandter. Das kann sich über eine weit entfernte Brieffreundschaft mit ihm ändern, wenn er in seiner Gegend tätig wird, ähnlich der Geistesfreundschaft zwischen Voltaire,Katharina II, Friedrich II u.a..
        Es fällt heutzutage natürlich Tat schwer, die geistig Behinderten, die sich Deutsche nennen und sich Frauentausch ansehen und mitmachen, als solche anzuerkennen, aber sie sind es, unsere bekloppt gemachten kranken Brüder und Schwestern, Schäden dieses psychologisch geführten Krieges gegen uns, sie sind für mich Kriegs-Opfer. An uns liegt es, daß sie wieder genesen. Auch was Sie, lieber Herr Ludwig, propagieren, ist Kosmopolitismus=Globalismus. Es ist egal, ob einer seinem Geist, Ich oder dem Geld in fremde Gebiete/Völker nachjagt.

      2. @KW
        „Für mich wird er nie ein Deutscher, auch kein geistig verwandter.“
        „Auch was Sie, lieber Herr Ludwig, propagieren, ist Kosmopolitismus=Globalismus. Es ist egal, ob einer seinem Geist, Ich oder dem Geld in fremde Gebiete/Völker nachjagt. “

        Sie haben die Sache leider nicht verstanden.
        Ein europäisches Volk ist keine physische Bluts- oder Abstammungsgemeinschaft. Es ist eine seelische Kultur- und Sprachgemeinschaft, in die man natürlich in erster Linie durch die Geburt hineinwächst. Aber immer hat in der Geschichte eine Integration bzw. Assimilation von Menschen anderer Völker in die jeweilige kulturelle Seelengemeinschaft stattgefunden.

        Kosmopolitismus ist eine kulturelle Errungenschaft, in der man sich, ohne die eigene Kultur aufzugeben, zur Anerkennung und Förderung des für die allgemeine Menschheitskultur Wichtigen und Bedeutsamen anderer Kulturen erhebt.
        Globalismus ist eine politisch-wirtschaftliche Eroberungsstrategie des westlichen kapitalistischen Imperialismus.
        Das gilt es auseinanderzuhalten.

      3. Danke für diese Klarstellung. Dass es sich so verhält, wie sie sagen, wurde mir u.a. durch ihre früheren Artikel bewusst, und es ist völlig einleuchtend.

    2. ZITAT @ KW:
      „Soll er doch in seiner Gegend die Ordnung schaffen helfen, die er sich wünscht statt sich hier ins fertige Nest zu setzen, wie übrigens auch die Wirtschaftsflüchtlinge aller Art.“
      Ich wurde von meinen deutschen Eltern mitten in Deutschland – also “ …hier ins fertige Nest…“ gesetzt – es war entsetzlich, und so wurde ich als Deutscher zum Flüchtling . . .
      .
      Südfranzösische Verhältnisse gaben mir die „Luft zum Atmen, etwas zum Essen und Meinungsfreiheit.“
      In Deutschland war ich immer kurz vor dem Ersticken . . .
      .
      Sie machen es sich zu leicht – wenn sie für ALLE Deutschen sprechen – nicht ALLE Deutschen können sich im HEUTIGEN Deutschland frei entfalten, wenn ich zum Beispiel an meine hochbegabten Neffen denke . . .

  4. Doch das Wesentliche ist, dass genügend Deutsche zu den Quellen ihrer Kultur pilgern

    Bei diesem Satz frage ich mich ernsthaft, was denn mit den Quellen Ihrer Kultur gemeint sein könnte….. Rock-, Pop-, Hippie-, Rocker-, 68er Kultur oder ähnliches unsw… Denn diese sind doch die Kulturen der 90%. Das was da als deutsche Kultur ausgegeben wird, ist ja allenfalls noch ein Überbleibsel der Kultur des Bildungsbürgertum und der Aristokratie….

    Und ausserdem haben wir ja schon eine echt neue globale Kultur: Smartphone & CO. Diese macht weltweit fast alle gleich… Denn wo genau kann man in der digitalen neuen Welt kulturelle Unterschiede feststellen.? Sind nicht weltweit alle , oder fast alle mit gebeugtem Kopf damit beschäftigt, etwas zu drücken oder weg zu wischen.?

    Smartphone & CO. sind meiner Meinung nach eine wesentlich gössere Gefahr, als ein paar Millionen Vertriebene…., welche zu Ihrem grössten Teil auch noch fast den gleichen Tagesablauf haben wie die meissten Einheimischen… drücken – wegwischen – kopieren – liken etz.

    Individualismus, Kosmopolitismus und Humanität sind wesentliche Elemente und Ideale deutscher Kultur. Das Streben nach freier Individualität, nach kultureller Weltoffenheit und mitfühlender Menschlichkeit sind tief in ihr begründet.

    So was, kann ich eigentlich in keinem Staat, der westlichen (Un) Wertegemeinschaft mehr erkennen. Eher das Gegenteil ist der Fall..

    1. @dragaonordestino
      “ … frage ich mich ernsthaft, was denn mit den Quellen Ihrer Kultur gemeint sein könnte…..“
      Das, was im Artikel beschrieben worden ist.

      „So was (Individualismus, Kosmopolitismus und Humanität) kann ich eigentlich in keinem Staat, der westlichen (Un) Wertegemeinschaft mehr erkennen. Eher das Gegenteil ist der Fall..“

      Deswegen wird es wenigstens in Deutschland Zeit, sich darauf wieder zu besinnen, wenn etwas gegen den drohenden Untergang getan werden soll.

  5. Vielen Dank für diesen Beitrag. Es ist wie ein Ruf in der Wüste. Beim Lesen wurde mir bewusst, wie weit ich selber schon entfernt bin von jenen Quellen, aus denen ich einst gezehrt habe. Sie haben Recht: als Germanist und Deutsch-Lehrer am Gymnasium habe ich erlebt, wie nach und nach die Klassiker aus dem Unterricht verbannt wurden, die ich als Schüler noch mit Freude gelesen habe. Das ewige Argument dabei ist: die Jugendlichen verstehen ja die Sprache gar nicht mehr. Das höre ich selbst von Waldorflehrern.

    1. Lieber Kollege, die Ausrede ist faul, daß die Schüler nicht verstehen. Auch unsere Generation sprach und schrieb nicht wie Goethe und Schiller, wir mußten aber da durch, und beim Lesen gewöhnt man sich an deren Ausdruck. Wir eigneten uns auch die alte Druckschrift an, ich habe Schillerbände als Schülerin vererbt bekommen von 1870, in denen ich gelesen habe, freiwillig, ohne Dutt und Brille, im Gegenteil, sozusagen von Schiller zur Disco. Es weht heute der faule Wind des geistigen Abstiegs der 68er, personifiziert in Claudia Roth und Herrn Hofreither. Wir sind was, weil wir uns die Welt zurechtgemacht haben. Schaut man in die geistige Elite dieses Landes, kann es einen gruseln, auch optisch.
      Wir brauchen einen neuen Lehrplan mit Nebenfächern, wie Gesundheitskunde, heimische Flora und Fauna und „alte Schrift“, denn wenn wir die nicht wenigstens lesen können, sind wir auf Gehirnwäscheliteratur angewiesen. Niemand kann alte Briefe lesen, weil er Sütterlin nicht kennt. Wir haben uns selbst von der Vergangenheit abschneiden lassen. Wir hätten gegenhalten können.
      Trotzdem ist es nicht zu spät. Nur unsere Generation kann noch etwas ändern, denn wir kennen noch die heile Welt.

  6. Massenmigration ? Massen Straftaten !!! Migration ist nur und ausschl. auf legalem Wege möglich. Alles dazu im Ausländer GB.Nicht Einer dieser“““Flüchtlinge,Asylanten““ ….. wie auch immer, erfüllt die Voraussetzungen dafür. Illegaler Grenzübertritt / Einreise , gar ohne Papiere oder gefälschte Identitäten ist eine Straftat !!! Dafür sind zum Beispiel deutsche Taxifahrer oder Privatleute welche ihre Braut auf diesem Wege holten schon in der JVA gelandet. Mittlerweile scheinen jedoch alle Gesetze, inkl Grundgesetz außer Kraft gesetzt.Neuerdings werden Terroristen , wie IS und CO nicht nur Widerstandskämpfer, Aufständische oder Rebellen genannt. Nein. Sogar zu Aktivisten befördert ! Wie bei Phönix gesehen. Da richteten sich die Aktivitäten dieser Guten ( das sind Aktivisten )Menschen ausnahmsweise natürlich nicht gegen die USA.
    Rettet unser Deutschland so lange es nicht zu spät ist.Ist schon 5 nach Zwölf !Gerade in der russischen Föderation werden ALLE Werte, welche Deutschland ausmachten sehr hoch geschätzt, sind Vorbild.Man macht D nicht nur an der Zeit von 41 bis 45 fest.Auch ist die Sicht auf die Hauptschuldigen des 2 .WK , die Gleichen, welche auch die Teilung Deutschlands herbeiführten und nun das ehem. D völlig vernichten wollen, inzwischen eine Andere. Der größte Sohn der Stadt Kaliningrad / Königsberg ist Emanuel Kant. Die Uni trägt stolz seinen Namen und es wurde ein neues Denkmal für diesen großen Deutschen errichtet.
    Ein Satz, welchen ich sehr oft hörte. Die Hitler kommen und gehen , aber das Deutsche Volk wird für immer bleiben ! Da haben sie die Rechnung leider ohne diese „Regierung“ gemacht… Hier werden nicht nur Unis umbenannt, ( Enst Moritz Arndt muss ja auch ein ganz schlimmer gewesen sein ? ) sondern alles Deutsche restlos ausgemerzt. Einschl. der Sprache. Neuerdings ist sogar Helmut Schmidt ein „ganz Böser“weil er bei der Wehrmacht war … ! Ja sind die den echt total irre ? Das wäre noch relativ harmlos. Verbrecherisch kommt eher hin ! Waren deren Vorfahren alle im aktiven Widerstand oder KZ ? Und die Millionen nicht nur überzeugter sondern fanatischer Anhänger des Führers nur eine Hand voll Statisten ? Doku-Filme ( die Meisten in der Bund (kommt noch hin. Nur welcher ?) R ??? D ????????????????????? „Leider nicht verfügbar“…..und Zeitzeugen sagen Anderes aus.Schlimmer geht es nicht mehr. Ich habe tagtäglich mehr von dem, welches ich nie im Leben glaubte zu bekommen : HASS !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    1. . . .
      HASS ist LIEBE – umgepolt,
      früher wurd‘ der Arsch versohlt . . .
      .
      HASS ist Ausweg – wenn im Loch,
      draußen scheint die Sonne doch!
      .
      Lange Weile kommt als nächstes,
      bis in sicheren Hafen trägt es . . .
      .
      Schlimmer sind die ohne HASS,
      die sind sogar im Sommer blass!
      .
      Graben Gruben für die Andern,
      sollen stolpern wenn sie wandern!
      .
      Feige grinsen die Gesichter,
      löschen HEIMLICH alle Lichter!
      .
      GETARNTER HASS ist MEGA-Falle,
      und DIE zu öffnen – rettet ALLE!
      .
      Wer immer lächelt – niemals HASST,
      DER ist GETARNT – ein Teufels-Gast!
      .
      Und die Moral von der Geschicht:
      Glaube Deinem Priester nicht!

  7. Sehr geehrter Herr Ludwig,

    ich danke ihnen sehr für ihre Artikel. Stelle inzwischen fest, dass sie durch ihre Veröffentlichungen bei Geolitico einige Kommentatoren hier auf ihrer Seite haben.

    Leider hat der „altermann-blog“ seine Pforten geschlossen. Da konnte ich sie auch öfter lesen.
    Empfehle hier auch die Hefte von Herrn Keuler „Pelaguis Seminar“.
    Gesellschaftliche und pädagogische Gegenwartsphänomene im Lichte der Anthroposphie Rudolf Steiners.

    Kennen sie bestimmt.

    Liebe Grüße
    palina

  8. Herr Ludwig, Sie schreiben:
    „Ein europäisches Volk ist keine physische Bluts- oder Abstammungsgemeinschaft. Es ist eine seelische Kultur- und Sprachgemeinschaft, in die man natürlich in erster Linie durch die Geburt hineinwächst. Aber immer hat in der Geschichte eine Integration bzw. Assimilation von Menschen anderer Völker in die jeweilige kulturelle Seelengemeinschaft stattgefunden.“

    Was aus der Seelengemeinschaft in Südafrika geworden ist, zeigt die aktuelle Enteignung der Weißen. Man sollte also doch eher in seiner Blutsgemeinschaft bleiben, weil es sonst unangenehme Folgen geben kann. Das mußten schon die Deutschen in Wolhynien und Bessarabien erkennen. Man sieht, es gibt keine Seelengemeinschaft, sehr wohl aber eine Volksgemeinschaft, was durch die 12 Jahre auszusprechen verpöhnt ist. Aber was ist daran so schwer zu verstehen?

    „Kosmopolitismus ist eine kulturelle Errungenschaft, in der man sich, ohne die eigene Kultur aufzugeben, zur Anerkennung und Förderung des für die allgemeine Menschheitskultur …“

    Kosmopoliten sind für mich dem Geld, von mir aus auch dem Ich oder der Seele, aber meist dem Geld nachjagende Feiglinge, bei sich Ordnung zu schaffen.
    Ich verstehe Sie schon, Sie wollen die „guten“ Einwanderer, dann haben wir bald wie Australien, halb China hier. Soll das schön sein? Chinesen bauen sich Weingüter, und trotzdem sind sie keine Deutschen.

    1. @KW
      Die Bevölkerung von Südafrika ist kein europäisches Volk. Sie setzt sich aus den Buren, (Nachfahren niederländischer, deutscher sowie französischer Einwanderer), britischer Kolonisten, Asiaten, sowie zu ca. 79 % aus Schwarzen verschiedenster Stämme zusammen. Sie bilden keine Seelengemeinschaft mit einer gemeinsamen Kultur, weil sie zu unterschiedlich sind.

      Sie können ja „für sich“ ihre eigne Definition von Kosmopolitismus haben, aber mit der Wirklichkeit stimmt ihr Verständnis nicht überein. Mit der „Jagd nach dem Ich“ haben Sie das niedere Ego, den Egoismus, im Auge. Im deutschen Idealismus ging es, wie geschildert, um das Streben nach dem höheren Ich. Diese „Jagd“ steht jedem gut an, weil damit das Ego allmählich gebändigt und überwunden wird.

      Ich will keine „guten“ Einwanderer, sondern – in Maßen – gutwillige Menschen, die sich – ob mit oder ohne Weingut – wirklich und vollständig in die deutsche Kultur integrieren. Es gibt außer dem von mir genannten Beispiel noch weitere, die zeigen, dass dies möglich ist.

      1. Wenn Sie Deutschland mit allen möglichen „gutwilligen“ Menschen füllen wollen, sind Sie dem Kalergi-Plan sehr nahe. In Südafrika geht es den Machthabern nur um die Enteignung der Weißen, aktuelle JF S. 8, die müßten in den 200 Jahren Afrika-Aufenthalt eigentlich eine Gemeinschaft gebildet haben. Sie haben dort den Orania Staat organisiert. Trotzdem haben sie keine rechte Kultur entwickeln können, Mischgesellschaften haben keine. Nach Westeuropa, wo ihre Wurzeln waren, wollen sie nun nicht zurück, jetzt wandern sie nach Rußland aus-echte Kosmopoliten eben. Auch in Swerdlowsk, ihrem Zielort, werden sie Fremde bleiben. Und die Rußlanddeutschen sind nach 200 Jahren fast alle wieder hier, sind trotz guten Willens keine Russen geworden. Jedes Volk ist anders, übrigens kann man per DNS seine Wurzeln ermitteln, ist natürlich nicht gewünscht. Was in der Archäologie gang und gäbe ist, ist bei uns Lebenden nicht möglich? Die göttliche Ordnung der verschiedenen Völker soll mit Gewalt zerstört werden, ob im Hau Ruck wie Merkel und Westeuropa die letzten 70 Jahre oder langsam wie in Australien, Kanada oder Südamerika. Sie haben keine Kultur, selbst ihre Sprachen haben sie verloren. Kanada: Bär/Lachs und Holz. USA Spaßparks und jede Menge Kitsch, Australien Kuala und Känguru? Südamerika der Umzug in Brasilien mit Halbnackten? Ist das alles Kultur? Es kann nicht funktionieren.

      2. @KW
        „Wenn Sie Deutschland mit allen möglichen „gutwilligen“ Menschen füllen wollen, …“
        Liebe Frau KW,
        wo habe ich denn das geschrieben? Lesen Sie doch bitte mal Artikel und Kommentar genauer, bevor Sie schreiben. Mir scheint, Sie haben so geschlossene Vorstellungen, dass Sie gar nicht recht aufnehmen können, was man meint.
        Meine Argumente sind jetzt erschöpfend dargestellt, alles weitere führt nur zu Wiederholungen. In einem weiteren, wahrscheinlich übernächsten Artikel will ich das Thema Abstammungs- oder Seelengemeinschaft gesondert und den Unterschied ausführlicher behandeln.

  9. Da sind wir komplett einer Meinung. Der Mensch denkt durch die Sprache. Das widersinnige der links-gruen-bunten Vermischer ist, dass sie eine deutsche Willkommenskultur verlangen und Attribute, die nur eine kulturell geeinte Gemeinschaft hervorbringen kann. Zerstort man die kulturellen Institutionen, kann es auch keinen Gemeinsinn mehr geben. Der Gipfel der Irrationalitaet.

  10. Das bringt es auf den Punkt ! Sehr bemerkenswert für mich persönlich , dass gerade die Menschen in der russischen Föderation keinen Hass oder Groll gegen die Deutschen haben. Nein ; Sie sehen Alles,was einst Deutschland ausmachte als großes Vorbild !Ein Satz welche ich sehr oft hörte : Die Hitler kommen und Gehen. Aber das Deutsche Volk wird für ewig bleiben ! Da haben sie leider die Rechnung ohne diese „Regierung“ gemacht…. !

  11. Leider stimmt da bei den Schlussfolgerungen fast gar nichts. Mozarts Zauberflöte ist eine Abrechnung der besonderen Art mit den Humanitätsduselidealen der Bruderschaften. Die tiefe Inhumanität, die später in der Französischen Revolution kulminiert, legt Mozart ganz offen dar. „Wem solche Weisen nicht gefallen, verdienet nicht ein Mensch zu sein“. Das ist der bei den Gutmenschen von der Französichen Revolution angefangen, über die Blutorgien der Kommunisten bis zum gegenwärtigen Treiben der sogenannten Antifaschisten geltende Glaubenshauptsatz, den Mozart mit musikalischen und Schikaneder mit dichterischen Mitteln präzise auf den Punkt gebracht haben. Sehr schön nachzulesen in einem Essay von Attila Czampay. Mozarts ungeheures Genie besteht auch darin die Verwirrungen seiner Zeit zeitgleich und mit all ihren Konsequenzen für die Zukunft zu Ende gedacht zu haben. Mozarts Vermächtnis ist mitnichten ein allgemeines Humanitätsideal, vielmehr sein Ave Verum: „Sei gegrüßet wahrer Leib……
    Schiller hat sich in späteren Jahren von seinem Jugendwerk, der „Ode an die Freude“ abgewendet. Es hat dem reifen Manne nicht mehr entsprochen. Goethe hat Schiller einmal Christustendenz vorgeworfen. Über den Mordfall Schiller – er wusste wohl auch zu gut Bescheid – schieb Armin Risi in Form einer Entschlüsselung von Goethes Ballade: „Die Kraniche des Ibykus“. Sehr lesenswert!
    Die deutsche Sendung in dieser Welt besteht nicht in der Vermittlung eines allgemeinen Humanitätsideales, sondern wohl eher in dem was Hegel in seiner Ästhetik dem Erscheinen des Germanischen Reiches zugeschrieben hat, nämlich in dem zum Bewusstsein bringen des Gedankens und der Wirklichkeit der Einheit von Gott und Mensch! Dies ist eine christliche Mission und damit hat der Deutsche Idealismus versucht der Aufklärung und der Moderne eine ganz andere Wendung zu geben.
    Die Entfaltung der freien und selbst bestimmten Subjektivität hat genau darin ihren Ursprung und ihren Zweck.

    1. @Johann Scheiber
      Mit Ihrer Änderung und Interpretation des Satzes „Wen solche Lehren nicht erfreun, verdienet nicht, ein Mensch zu sein“ folge ich Ihnen nicht.

      Darauf, dass Schiller sich von seiner Ode an die Freude später abgewendet haben soll (Beleg?), kommt es in diesem Zusammenhang aber nicht an.

      Der Artikel versucht darzustellen, dass sich die Ideale Individualismus, Kosmopolitismus und Humanität aus dem Erheben in das allgemein menschliche höhere Ich ergeben. Dieses Erheben ist natürlich nur durch die starke Entfaltung eines reinen Denkens möglich, das in den Ideen und Begriffen den in den Dingen wirkenden und schaffenden göttlichen Geist erlebt. Dieser zentrale Aspekt ist in früheren Artikeln dargestellt worden, z.B.: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/10/07/volk-oder-bevoelkerung-von-den-quellen-der-deutschen-kultur/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s