Sonntagsgeschichte: Warum es nicht zum Krieg kam

Nach einem chinesischen Märchen

Kriege werden nicht von den Völkern, sondern von den Staaten und den diese beherrschenden Machtpsychopathen geführt, welche die verruchte Gewalt haben, die Völker auf die Schlachtfelder zu treiben. Die Menschen selbst treffen sich in der Regel auf der Ebene der menschlichen Begegnung, der Menschlichkeit. Der Krieg spielt sich dagegen auf der Ebene der Menschenvernichtung, des Antimenschlichen ab. Die Menschlichkeit hat kaum die Möglichkeit, in die Räder des Unmenschlichen einzugreifen und sie zum Stehen zu bringen. Es sei denn, maßgebliche Menschen der Kriegsmaschine werden von der Menschlichkeit ergriffen, wie es in China einmal vorgekommen sein soll. (hl)

chinesischer drache

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Zwei benachbarte Staaten lagen jahrelang miteinander im Streit, ohne dass eine Einigung in Aussicht stand. Schließlich schien der Krieg unvermeidlich, und ihre Armeen rückten gegen die gemeinsame Grenze vor, um  dem anderen mit Waffengewalt den eigenen Willen aufzuzwingen.

Beide feindlichen Feldherren schickten Späher aus, um zu erkunden, wo man am leichtesten in das Nachbarland einfallen könne. Und die Kundschafter beider Seiten kehrten zurück und berichteten übereinstimmend mit fast den gleichen Worten ihren jeweiligen Vorgesetzten, es gäbe nur eine Stelle der Grenze, die geeignet sei, um in das Land des Feindes einzubrechen.

„Dort aber“, sagten sie, wohnt ein kleiner braver Bauer in einem kleinen Haus mit seiner anmutigen Frau und ihrem kleinen Kind. Sie haben einander lieb, und es heißt, sie seien die glücklichsten Menschen auf der Welt. Wenn wir nun über das kleine Grundstück in das Feindesland einmarschieren, dann würden wir das Glück zerstören. – Also können wir keinen Krieg führen.“

Das sahen die Feldherren denn auch wohl oder übel ein, und der Krieg unterblieb, wie jeder Mensch begreifen wird.*

chinesisches märchen

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* Aus: Kurze Geschichten zum Nacherzählen, Stuttgart 1972, sprachlich bearbeitet.

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29 Kommentare zu „Sonntagsgeschichte: Warum es nicht zum Krieg kam“

    1. @ Bert Brecht

      „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.
      Dann kommt der Krieg zu Euch!
      Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

      So kenne ich jenes Zitat von Bertold Brecht!
      Es wurde in der Vergangenheit häufig von Links benutzt, um eine friedliche Intention zu suggerieren.
      Mittlerweile wissen wir mehr!?

      1. Die Linken wissen schon, was sie tun. Es liegt an uns, wir sind spät drann mit der Aufklärung.

        1. Wenn die Linken wissen, was sie tun, dann wissen sie auch, daß sie mutwillige Massenmörder sind. Und sie wissen dann auch, was sie nach dem Tod erwartet. Gut zu wissen, dass sie es wissen.

      2. Hallo Skeptiker
        Ich weiss. Und ich weiss, dass Du recht hast, weil es zuviele gibt, die nichts verstehen und sich aufopfern zugunsten einer Ideologie.

      3. Vor 15 Jahren wurde die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland auch am Hindukusch verteidigt, wie der damalige Verteidigungminister Struck meinte. Heute kämpft der Hindukusch in Deutschland.

  1. Nette kurze Fabel die nachdenklich machen sollte. Denn der Kern der Botschaft dieses Artikels ist die Feststellung, dass nicht Völker oder Staaten Kriege gegen andere Völker oder Staaten führen, sondern kleine Cliquen, die die Völker mittels für sie geschriebene Gesetze in Zwang nehmen, um sie für ihre Interessen zu verheizen. Das ist das ungelöste Problem der Menschheitsgeschichte seit der Arbeitsteilung.

    Ungelöstes Problem bedeutet aber nicht, dass es keine Lösungen, z.B. die Dezentralisierung von Macht, gibt. Der Weg dorthin wird nur von den Eliten, denen man psychopathische Züge attestieren muss, versperrt. Jesus von Nazareth hinterließ im Thomas Evangelium :

    „Die Pharisäer und Schriftgelehrten haben die Schlüssel der Erkenntnis empfangen und haben sie versteckt. Selbst sind sie nicht hineingegangen, aber sie ließen auch nicht hineingehen, die hineingehen wollten. ……..“ (Logien 39). Das gilt nicht nur für mystische Zusammenhänge, sondern auch und vor allem für ganz banale reale Lebenssituationen.

    Er verwies auch auf den Fehler des wichtigsten Werkzeugs dieser Psychopathen hin: “ Wenn ihr Geld habt, leiht nicht auf Zinsen, sondern gebt dem, von dem ihr sie (die Zinsen) nicht zurückbekommt. Dieser Urzins mit der Kumulationsmöglichkeit von stehendem Kapital zu leistungslosem Mehrwert ist das eigentliche Problem, dass wenige Konzerne zu einem weltumspannenden Netz verholfen hat und die Pharisäer (Politiker) zu willfährigen Bütteln, die auch einen Krieg mittels propagandistischen Parolen für die Völker nie ausschließen. Denn am Krieg verdienen die Beteiligten und Finanziers am meisten. Hier schließt sich der Kreis zum chinesischen Märchen. Es ist ein Märchen, weil In der Realität der Bauer mit seiner Familie längst für eine der beiden Seiten sein Leben gelassen hätte.

    1. Lieber hubi
      Der grosse Denkfehler vieler Menschen liegt darin, dass sie nicht erkennen, dass die bibl. Ursünde (die Urschuld nach Paul C. Martin), welche durch Adam und Eva und den Apfel verkörpert werden, die Grundlage der heutigen Misere sind:
      Die Menschen haben sich von Gott (und der Natur) entfernt, indem sie nicht mehr wie die Tiere leben. Sie haben das Geld deshalb erfinden müssen (Arbeitsteilung funktioniert nur mit Geld und damit Schuldverhältnissen), sobald sie sich von Stammesgesellschaften entfernt hatten. Deshalb ist schon bei Abraham (1. Mose) und vom Begräbnis seiner Frau Sara von Geld die Rede.
      Geld beruht immer auf einer Schuld – nicht erst in der heutigen Zeit (auch Goldgeld funktioniert nicht ohne Schulden) – und daher bedeutet jeglicher Besitz von Geld (also Schulden) eine Kürzung der Rückzahlungsfähigkeit von Schuldnern, die dieses Geld nicht besitzen können. Kann man allerdings Geld nicht besitzen, sind wir wiederum in der Stammesgesellschaft angelangt mitsamt dem Untergang eines Grossteils der Menschheit, da die heutige Bevölkerungsdichte genau solches nicht zulässt. Kurzum: Zurück zu den Keulen!
      Anderseits hat genau diese Schuld (Geld) die Entwicklung der Menschheit ermöglicht (Segen oder Fluch?).
      Daher stimme ich mit Ludwig (in Ideologie schluckt Idealismus) überein:
      „Nur die reine Erfassung des Gewordenen kann Wissenschaft sein, nicht aber die Ideen seiner Veränderung; sie sind moralische Ideen oder Ideale zukünftigen freien praktischen, sozusagen sozial-künstlerischen Handelns des Menschen. Zur „wissenschaftlichen“ Theorie verklärt, werden sie zu handlungsleitenden Dogmen, die dem zwanghaften Herrschaftsanspruch der religiösen Dogmen der Kirchen nicht nachstehen.“

  2. @ Abraham : “ Die Menschen haben sich von Gott (und der Natur) entfernt, indem sie nicht mehr wie die Tiere leben“

    Welcher Gott ist gemeint, der angeblich keinen Unterschied zwischen Mensch und Vieh setzte ?
    Ich habe noch kein Tier erlebt, das vermochte, ein Opferfeuer zu entfachen und zu sprechen: Ich bin.
    Der Christengott kann nicht gemeint sein, denn Christus sprach laut Johannes 8. 58: “ Ehe Abraham war: Ich bin.“

    Das chinesische Märchen spiegelt auch unsere Zeit wieder. Zumindest bis zu dem Punkt, an welchem es um die Bauern geht, wegen denen der Krieg nicht geführt wurde.
    Wieso und warum kommt mir da der September in den Sinn ?

    1. @ Michael
      Für mich ist Gott der in Allem innewohnende Geist, denn das Bewusstsein erschafft die Materie (siehe Doppelspaltexperiment), und nicht derjenige irgendeiner Religion. Zeit spielt dabei keinerlei Rolle (siehe Quantum-eraser-delayed-choice Experiment).
      Also: Womit begründen Sie Ihr Wort „angeblich“, wenn Sie mir nicht irgendwas in den Mund legen wollen?
      Feuer entstand weit nach Adam und Eva, also nach der Erbsünde, denn Adam und Eva hatten kein Feuer nötig – und somit nach der „Abspaltung“ des Menschen von Ihrem „Vieh“ (ich habe von Tieren gesprochen, unter Vieh versteht man im Allgemeingebrauch nur die Nutz-Tiere), während ich die Evolutionstheorie nach Darwin ohnehin bezweifle (was mein obgenanntes Wort „Abspaltung“ ohnehin in Frage stellt), aber das ist auf einem anderen Blatt geschrieben.
      Alles andere in Ihrem zweiten Absatz geht an meiner Argumentation vorbei, weshalb sich eine Stellungnahme erübrigt.

      1. @ Abraham

        Sie dürfen das Wort „angeblich“ von mir aus streichen, wegdenken, weil mir ganz fern liegt, Ihnen oder jemand anderem irgendetwas in den Mund legen zu wollen.
        Ihre Aussage, dass der Geist die Materie erschafft, möchte ich bejahen und dick unterstreichen.
        Der Geist ist ja nicht exklusiv zugehörig den Religionen, sondern der Geisteswissenschaft, nicht wahr ?
        Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Nach der Wahrheit im Leben zu suchen, braucht den Weg der Forschung, und Forschung braucht Freiheit.

        1. Für mich ist Geist = Bewusstsein, also ein Synonym, wobei das Wort Geist allenfalls weiter ausgelegt werden kann und daher auch noch andere Komponenten hineininterpretiert werden können. Geist entspringt also weder Religionen noch Geisteswissenschaften, im Gegenteil: diese sind Ausfluss desselben.
          Ob Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, sei damit dahingestellt. Forschung braucht Freiheit und hat offen für neue Erkenntnisse zu sein.
          Die Geschichte lehrt, dass die Religionen eigentlich gegen die Freiheit sind, denn sie drohen immer mit Fegefeuer, Hölle, Verdammnis, Ungnade usw.. Also alles andere als Freiheit. Religionen sind Machtinstrumente. Macht widerspricht wiederum dem Glauben, der frei sein muss. Glaube lässt sich auch nicht wirklich beherrschen, sondern allenfalls unterdrücken, verteufeln usw..

  3. Gedanken verändern. Eine nette Geschichte. Der Geist des Friedens ist in beinahe jedem von uns und über das Grün auch um uns. Der Geist des Krieges beseelt die, die Veränderungen wollen. Die rote Farbe und der fünfzackige Stern werden gern dafür gebraucht.
    Der Krieg hatte in der Geschichte keine geistige Vater oder Mutter -Energie
    Leider läßt man die Menschen immer im Unklaren, wozu etwas wirklich notwendig ist. Auch in dieser Geschichte.
    Bismark drückte das etwas spaßig aus: „„Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden,
    desto besser schlafen sie!“ Er hatte ein trinatares Wappen, 3faches Kleeblatt und drei Eichenblätter (Stammwappen), ein überpolares Wappen.

    1. @ Abraham
      „Geist entspringt also weder Religionen noch Geisteswissenschaften, im Gegenteil: diese sind Ausfluss desselben.“

      Das ist wahr. Es ist auch nicht meine Behauptung, dass es anders sei. Ich hatte nur Zugehörigkeit erwähnt.
      Das will nicht behaupten, dass Geist eine „Erfindung“ der Geisteswissenschaft sei !
      Ein Reh ist auch keine „Erfindung“ der Naturwissenschaft !

      1. „Der Geist ist ja nicht exklusiv zugehörig den Religionen, sondern der Geisteswissenschaft, nicht wahr ?“
        Ich nehme die Leute halt gerne beim Wort. Sonst redet man aneinander vorbei. Zugehörig sein = gehört dazu. Folglich sehen Sie es (spiegel-)verkehrt: Geisteswissenschaft (und Religion) gehört zum Geist und nicht umgekehrt. Der Geist, das Bewusstsein ist der Ursprung, der die Geisteswissenschaften erst ermöglicht. Ein Stein kann keine Geisteswissenschaft betreiben, nehme ich wenigstens an. Geisteswissenschaft kann den Geist auch nicht erschaffen, denn diese setzt wiederum den Geist voraus. Folglich ist Geist immer an erster Stelle, Quelle, Ursprung und die Geisteswissenschaft gehört (vielleicht) dazu, sofern man seinen Geist anstrengt und Wissenschaft betreibt. Insbesondere zu Religionen benötigt es nicht allzu viel Geist, sondern hauptsächlich Glauben, welcher gar eine Negation des Geistes, des Bewusstseins sein kann. Dann braucht man sogar nicht mehr allzu viel davon…

        1. @ Abraham: „Folglich sehen Sie es (spiegel-) verkehrt“

          Oder Sie fassen spiegelverkehrt auf, was ich schrieb. Geist ist nichts Materielles und ist deswegen nicht äusserlich – sinnlich wahrnehmbar, wie z.B. ein Stein, ein Haus und ein Baum äusserlich – sinnlich wahrnehmbar sind.

        2. So, lieber Michael
          Du schriebst: „Der Geist ist ja nicht exklusiv zugehörig den Religionen, sondern der Geisteswissenschaft, nicht wahr ?“
          Kurz gefasst also: „der Geist ist exklusiv zugehörig der Geisteswissenschaft“, denn „nicht exklusiv zugehörig zu den Religionen, sondern der Geisteswissenschaft“ heisst ja nichts anderes, als „exklusiv zugehörig der Geisteswissenschaft“. Oder irre ich mich da in der Analyse?
          Könntest Du mir also in gutem Deutsch erklären, was Du in Deutsch sagen wolltest, wenn Du mir nun unterstellst, dass ich etwas anderes behauptete als das, was Du sagst: „Geist ist nichts Materielles und ist deswegen nicht äusserlich – sinnlich wahrnehmbar, wie z.B. ein Stein, ein Haus und ein Baum äusserlich – sinnlich wahrnehmbar sind.“?
          Könnte es vielleicht sein, dass Du partout mir Worte in den Mund zu legen versuchst, um exakt diese, Deine dann zu widerlegen, um dann aus dieser Diskussion als geistig Überlegener, als Sieger hervorzugehen, obwohl Deine Argumentation sowas ähnliches ist, wie dass sie mir, gelinde gesagt, die Haare zu Berge stehen lassen muss? Klatsch Dir mal eine schöne runde 2 an den Rücken und schweige!

      2. @ Michael
        Klar, und daher betreiben Steine Geisteswissenschaften, denn die Steine haben den Geist, um diese zu betreiben. Und daher gehört der Geist des Steines der Geisteswissenschaft an. Herr, lass es bitte Geist regnen und bitte nicht zu knapp, Amen + danke.

        1. @ Abraham

          “ in gutem Deutsch erklären“

          Mein Deutsch ist für Dich leider nicht gut genug. Communication breakdown.
          Der eine versteht, der andere Bahnhof. +++

        2. Es ist immer wieder erquickend zu beobachten, wie sich hochfinanzbezahlte, halbgebackene Uni-Absolventen aus einer Affäre ziehen, wenn ihr Standpunkt hoffnungslos wird.

  4. Krieg – ein unausweichliches Schicksal?

    Mehr als 3,6 Milliarden Tote – das ist, laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation, die Gesamtzahl der Opfer aller Kriege, die seit dem Jahre 3570 v. Chr. bis heute stattgefunden haben. Diese Zahl entspricht etwas mehr als der Hälfte der gegenwärtigen Weltbevölkerung. Es handelt sich dabei jedoch nur um eine Schätzung, denn über die Opferzahlen in weit zurückliegende Zeiten weiß man nichts Genaues. Sicher ist demgegenüber, daß seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als hundert Kriege ausgebrochen sind. 21 Millionen Menschen starben, pro Minute gibt es im Durchschnitt ein Kriegsopfer.

    Sind Kriege also ein unausweichliches Schicksal für die Menschheit? Wie kommt es dazu, daß Menschen immer wieder ihre Selbstkontrolle verlieren, die Würde anderer untergraben und deren Leben zerstören? …

    Weiterlesen: http://www.christophervasey.ch/allemand/artikel/krieg.html

  5. Jenseits der schönen Bilder gilt die Kriegsökonomie: Beuteaussicht > Risikobewertung ==> Kriegsgrund.
    Da wir in Westeuropa kaum Aussicht auf Beute haben, und auch keine brauchen, wollen wir keinen Krieg. Andere befinden sich allerdings in ganz anderer Lage.

  6. Den (vielen) Kommentatoren, die, wie auch der Verfasser dieses Blogs, so gerne aus „der Schrift“ als vermeintlich göttlicher Offenbarung zitieren, möchte ich hiermit die Lektüre „Die Fälschung der Geschichte des Urchristentums“ von Wilhelm Kammeier, auf „archive.org.“ abrufbar, ans Herz legen.
    Mit seinem rasiermesserscharfen Verstand zeigt Kammeier auf, dass die (zahllosen) Widersprüche in den Evangelien nicht auf natürlichen Ursachen beruhen können, sondern künstlich konstruiert sein müssen. Auch was die Abfolge des „Entdeckens“ der Papyrus- und Pergamentkodizes anbelangt, beweist er mit derselben unerbittlichen Logik, dass diese Reihenfolge niemals dem Zufall geschuldet sein konnte, sondern dass präzises Kalkül dahinter gestanden haben muss. Zu guter Letzt weist er eindeutig nach, dass die Entstehung einer urchristlichen Gemeinde allein aus religions-psychologischen Gründen ein Ding der Unmöglichkeit in dem seinerzeitigen Umfeld war.

    Wer sich von Sütterlin-Schrift nicht abschrecken lässt, dem seien auch die beiden vorher geschriebenen Bücher Kammeiers empfohlen. Sowohl in „Die Fälschung der deutschen Geschichte“ als auch in „Die Wahrheit der Geschichte des Spätmittelalters“ beweist er mit seiner Methode der absoluten anstelle der relativen Kritik -deren Unzulänglichkeiten Kammeier immer wieder schonungslos aufdeckt, so dass man sich unwillkürlich immer wieder selbst fragt, ob all die Historiker, Diplomatiker, Philologen, Theologen etc. des Mainstreams, die (relative) Geschichtsforschung betrieben haben, einfach nur schwachsinnig, extremst gutgläubig oder vielleicht nicht doch eher durch und durch korrumpiert sind- dass die gesamte uns vermittelte Geschichtsschreibung bis in das 14. Jahrhundert hinein eine Ansammlung von Lügen, oftmals sogar mit Märchendarstellern, die nie existiert haben, darstellt.

    Natürlich haben die Erkenntnisse Kammeiers das gleiche Schicksal erlitten wie die vieler anderer ernsthaft nach Wahrheit strebender Wissenschaftler, das Meinungs- und Deutungshoheitskartell hat sie totgeschwiegen. Alexis Carrell, dem wir auch das prägnante Zitat „Die großen Verbrecher befinden sich nicht in den Gefängnissen, sondern zuoberst in der liberalen Gesellschaft“ verdanken, beschrieb es wie folgt:
    „Wenn eine Tatsache auftritt, welche die orthodoxe Praxis bedroht, dann treten die Machtgruppen in Aktion. Sie stürzen sich auf die arme bedauernswerte „Ketzerei“ und unterdrücken sie, falls nur irgend möglich. Wenn sie nicht unterdrückt werden kann, dann wird sie erklärt. Wenn sie nicht erklärt werden kann, dann wird sie verneint. Wenn sie nicht verneint werden kann, dann wird sie begraben.“
    Im Laufe der Jahrhunderte sind so nahezu unendlich viele Tatsachen begraben worden, dass es in unserem Zeitalter der Täuschungen, False-Flag-Aktionen und (Geschichts-) Lügen eine Aufgabe für Sisyphos wäre, in allen relevanten Bereichen Dichtung von Wahrheit zu unterscheiden.

    1. Gog von Magog
      Bitte nicht das Kind mit dem Bad ausschütten. Niemand hier hat behauptet, die Bibel sei ein wissenschaftliches Werk. Oder irre ich mich?

    2. @ Gog von Magog
      „Mit seinem rasiermesserscharfen Verstand zeigt Kammeier auf, dass die (zahllosen) Widersprüche in den Evangelien nicht auf natürlichen Ursachen beruhen können, sondern künstlich konstruiert sein müssen.“

      Nun ja, der „rasiermesserscharfe Verstand“ unterliegt auch leicht gewaltigen Täuschungen.
      Die vier Evangelien sind in der Tat bewusst von vier verschiedenen Gesichtspunkten geschrieben, weil jede Sache eben mindestens vier Seiten hat. Damit wird aber nichts „künstlich konstruiert“, sondern man gewinnt erst in der Gesamtschau aller vier Aspekte ein annäherndes Gesamtbild der Ereignisse um Jesus Christus. Die Widersprüche sind daher nur scheinbar, es sind sich ergänzende Tatsachen, so wie der Beobachter der Südseite eines Hauses Balkon und Terrasse beschreibt, während ein anderer, der die Nordseite ins Auge fasst, nur drei Fenster feststellen kann und ein dritter auf der Westseite die Haustüre konstatiert.

      Mit einem der größten scheinbaren Widersprüche zwischen dem Matthäus- und Lukas-Evangelium habe ich mich hier befasst:
      https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/12/15/offenbare-geheimnisse-um-die-geburtsgeschichten-jesu/

      1. Lieber Herr Ludwig
        Ich finde Ihre Artikel und Kommentare alleweil lesenswert. Auch finde ich die Bibel durchaus lesenswert und gestehe ihr einen sehr tiefen Sinn zu. Allerdings stelle ich auch unumwunden fest, dass Religionen immer ein Machtinstrument waren und sind. Die Bibel hat zahlreiche unumgehbare Widersprüche und Ungereimtheiten (ich sende ihnen gerne ein paar Müsterchen zu), was ihrem tieferen Sinn allerdings keinen Abbruch tut.
        Hier sei nur ein kleines Beispiel erwähnt:
        Jesu Grablegung
        54 Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an.
        Jesu Auferstehung
        1 Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen bei sich die
        wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. 2 Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab
        40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.
        Lukas 23.54
        Lukas 24.1
        Matthäus 12.40
        Vom Rüsttag (= Freitag) zum Sabbat (= Samstag) ist es allerdings nur 1 Nacht – oder wohlwollend nur 2 Nächte, denn selbst wenn wir davon ausgehen, dass es 3 Tage sind, so liegen zwischen 3 Tagen immer nur 2 Nächte.
        Kann Gott nicht zählen?

        1. Ach Abraham, ob Gott zählen kann, steht hier bestimmt nicht zur Debatte.

          Die 3 Tage bleiben dir verschlossen, weil du an die Wiedergeburt nicht einmal glaubst. Wer aber an Jesus und seine Stammlinie glaubt, den kann er zum doppelten Geheimnis der 3 Tage führen. Durch ihn wird das ewige Leben aufgezeigt, indem die Wiedergeburt wohl einfach nicht schneller als nach 3 Tagen durchlaufen werden kann. Den Tod, den wir meinen, weist er somit lediglich als eine Art Dehnung der Zeit aus. Diese 3 Tage stehen in direkter Verbindung mit einer anderen Zahl, im größeren Maßstab, wenn man seine Stammlinie betrachtet. Doch genau das soll jeder selbst herausfinden.

        2. @ Robert
          Nun verlangst Du von mir, dass ich Deine schwammigen Sätze ausdrücken soll, um an die Essenz zu kommen?
          Die Bibel sagt nichts über die (hinduistische oder buddhistische) Reinkarnation aus. Die einzige Bibelstelle, die allenfalls dazu beigezogen werden könnte ist Matth. 19.28. Aber auch die taugt nichts. Man kann bekanntlich in die Bibel hineininterpretieren, was man will. Darum muss auch jegliche Widerlegung scheitern – und zwar am Glauben der Gläubigen, allerdings nicht an der Logik. Daher werde ich auf solcherlei schwammige Einwände nicht mehr antworten, es sei denn, sie seien fundiert, denn erst dann wird eine sachliche Diskussion möglich.

    3. @ Gog von Magog

      Selbst wenn sämtliche Bibeln vernichtet wären, wären doch die Tatsachen, welche die Schrift erwähnt, erlebbar.
      Erlebbar ist die biblisch prophezeite Wiederkunft Christi auf der Wolke.
      Seit dem 20. Jahrhundert ist Er erlebbar, was bereits Rudolf Steiner vorausgesagt hatte, und, was genauso auch eingetroffen ist.
      Rudolf Steiner ist der Begründer der Geisteswissenschaft.

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