Das Wir ohne Ich – Von der asiatischen Seelenverfassung

Die asiatische Seelenverfassung ist – bei allen Unterschieden der Völker Asiens – durch ein starkes Wir-Bewusstsein gekennzeichnet. Der einzelne Asiate empfindet sich als Teil dieses „Wir“, der Sippe, des Clan, des umfassenden Familienverbandes, der sich aus zahlreichen miteinander verwandten Familien zusammensetzt. Der Einzelne lebt im Allgemeinen nicht in unsrem Sinne als eigenständiges, sich selbst bestimmendes Individuum. Dieses Erleben erfährt zwar durch die Übernahme des westlichen Industrialismus eine gewisse Veränderung, die aber das grundlegende Lebensgefühl nicht aufhebt.

Nachdem bereits im vorangehenden Artikel am Beispiel der koreanischen Sprache ein Blick in diese Zusammenhänge geworfen wurde, soll eine weitere Betrachtung folgen, zu der die Erfahrungen und Reflexionen des Schweizer Schriftstellers und Philosophen Jean Gebser in seinem Buch „Asienfibel“ 1 Gelegenheit geben.

Die vier Gefahren des Erkennens

Jean Gebser macht zu Beginn eindringlich darauf aufmerksam, dass man sich als intellektueller Europäer vor vier Gefahren hüten muss, die ein Verstehen des asiatischen Menschen erschweren, wenn nicht unmöglich machen,
Erstens stelle sich aus unseren gewohnten Vorstellungen immer leicht ein schnelles Urteilen ein, „das einem verstandesmäßigen Kurzschluss gleichkommt.“
Zweitens erliege man gern dem Erwartungsbild, das man sich vorher gemacht habe.
Drittens lege man unbedacht und unkontrolliert die gewohnten europäisch-amerikanischen Maßstäbe an, wodurch man einem versteckten Überlegenheitsgefühl folge und sich jeder Möglichkeit eines Verstehens beraube.
Viertens müsse man vermeiden, dass sich gefühlsbetonte Abneigungen einstellen und eine geduldige und offene Wahrnehmung üben.

Er macht diese trefflichen Hinweise, die eigentlich für jedes Erkenntnisbemühen gelten, selbst auf die Gefahr hin, dass unwillig über sie hinweggelesen, also auch ihnen gegenüber Antipathie aufkommt. Aber „ein Eingestimmtwerden in die Forderungen, welche Asien an unser Denken und Verhalten stellt, ist für jene unumgänglich, die sich für Asien interessieren oder interessieren müssen.“ (S. 13 f.)

Vergangene Gemeinsamkeit

Wir müssen uns bewusst sein, „dass, bevor in Griechenland Europa geboren wurde, unsere Denk- und Verhaltensweisen jenen ähnlich waren, die teilweise heute noch in Asien gelten“, schreibt Jean Gebser zu Recht (S. 128). Damals spiegelte sich ganz allgemein die Wirklichkeit nicht in Verstandes-Begriffen, sondern in einer mythischen Bilderwelt, in die sich der Mensch eingebettet erlebte. „Die Bilder hatten Traumcharakter, sie waren keine Begriffe. Für ihn galt die Vernunft, den zergliedernden Verstand kannte er noch nicht, für ihn war er eine nicht vorhandene, unvorstellbare Größe, da er aus dem Anschauen lebte und die Möglichkeit, dass es so etwas wie die Vorstellung gebe, überhaupt keinen Raum in seiner Wirklichkeit hatte, die zudem raumlos war. Diese Raumlosigkeit ist zugleich das Charakteristikum der Seele, die ja auch nicht verstandesmäßig unterscheidet, sondern nur vernünftig und vernehmend an der großen Allseele (dem Zeitenmeere) und dem Urgrund teilhat, aus denen heraus sie lebt.“

„Mythisches ´Denken` vollzieht sich in Episoden oder Bildern, die mehr assoziativ ineinander übergehen, die niemals wie unser Denken einen linearen, zielgerichteten Charakter haben, sondern kreisförmig wieder in sich zurückkehren. Das indische Bild vom ´Rad des Schicksals`, vom ´Kreislauf der Geburten` ist dafür ein Beispiel. In ihm kommt zudem das Grundbedürfnis des mythischen Menschen zum Ausdruck: die dauernde Aufrechterhaltung der Harmonie, des Gleichgewichtes, sowohl im irdischen Bereich, besonders aber in der Beziehung von Himmel, Erde und Mensch, die noch als ungetrennt, polar ein Ganzes bildend, empfunden werden.“

Wie ein Echo aus dieser magisch-mythischen Welt klinge noch heute das asiatische Weltgefühl zu uns herüber. Diese Welt, konstatiert Gebser, hat für uns um 500 v. Chr. zu versinken begonnen, „an der unsere Vorfahren, die Griechen sowie deren Vorläufer, während mehr als nur einiger Jahrtausende in dem gleichen Maße wie Asien oder das frühe Germanien teilhatten.“ (S. 131-132)   

Die Reste des mythischen Welterlebens der Menschen Asiens, in dem Himmel und Erde, Leben und Tod keine Gegensätze, sondern nur unterschiedliche Formen des einheitlichen Lebens in der Allseele sind, in der die Zeit nicht zählt, bedeuten, dass ihm die Welt kein gegenständliches Gegenüber ist, gegen das sich sein noch nicht herausgebildetes Ich behaupten müsste, „weshalb er in der Sippe verharren muss, die gewissermaßen die Körperseele ist, dessen anonymes Glied er darstellt.“ (S. 133)

Zeit zählt nicht

Jean Gebser bringt aus seinen vielen Asienreisen anschauliche Erlebnisse, welche die Besonderheiten der asiatischen Seele deutlich machen.
In einem Gespräch mit einem indischen Industriellen, dessen Mutter Französin war, was eine für die westliche Denkweise aufgeschlossene Art erklärt, sagte dieser sinngemäß:
„Die größte Schwierigkeit für den Aufbau der indischen Industrie liegt nicht in der Tatsache, dass die Arbeiter noch ungelernt sind; sie können angelernt werden; sie liegt in der Tatsache, dass der indische Arbeiter überhaupt kein Verhältnis zur Zeit hat. Ihm mangelt jedwede Vorstellung von der Zeit. Eine geordnete Durchführung des Arbeitsprozesses wird dadurch fast unmöglich gemacht, oft entstehen demzufolge erhebliche Verluste, denn jede Planung wird gewissermaßen zu einem Glücksspiel.“
Andere Industrielle in Indien hätten Gebser dieses Verhalten des indischen Arbeiters bestätigt.

Der Direktor des „Deutschen Kulturinstitutes“ in Neu Dehli, Dr. Heimo Rau, machte ihn auf eine Eigenart des Hindi aufmerksam, ein Sammelname für alle nordindischen Dialekte, von denen Westhindi die wichtigste Sprache Nordindiens und Indiens überhaupt ist. Das Hindi kenne statt unserer drei Begriffe: „Gestern“, „Heute“, und „Morgen“ nur deren zwei (sofern man diese beiden als Begriffe bezeichnen dürfe): „aj“, das „heute“ bedeute und „kal“, das sowohl „gestern“ als auch „morgen“ bedeute.
Um zum Ausdruck zu bringen, dass etwas gestern geschehen sei oder morgen geschehen werde, muss man ´kal` mit einem Verbum in der Vergangenheits- oder in der Zukunftsform koppeln. Ein ´Gestern` als solches, oder ein ´Morgen` als solches gibt es nicht: sie sind ununterschieden ´kal`, welches, wollten wir seinen Sinn wiedergeben, denn übersetzbar ist es nicht, als ´zeitloses Zeitmeer` aufgefasst werden müsste, als ein unterschiedsloser Zeitozean, aus dem ein dauernd flüchtiger, winziger Punkt, das ´aj`, heraustaucht.“

 Wenn eine Sprache für etwas kein Wort hat, weist dies darauf hin, dass der „Gegenstand“, für dessen Bezeichnung das Wort fehlt, für die betreffenden Menschen nicht existiert. So machte Jean Gebser in Südindien die Erfahrung, dass die Rischka-Männer aufhören zu arbeiten, sobald sie genügend für das „Heute“ verdient haben; das kann bereits am Vormittag sein. „Dass es ein ´Morgen` gibt, kommt ihnen gar nicht in den Sinn; da es inexistent ist, braucht, ja kann man überhaupt nicht dafür sorgen. (…)
Einen Ansatz zu dem Zeitdenken unserer Art finden wir in Asien bei jenen, die eine europäische Sprache sprechen. Also vornehmlich bei den Gebildeten und weniger ausgeprägt bei denen, die Diener oder Angestellte von Europäern sind oder waren, oder die als Händler einen stärkeren Kontakt mit Europäern oder Amerikanern haben. In Indien ist die englische Sprache vorherrschend, die in gebildeten Kreisen weitgehend, neben dem Hindi, die Umgangssprache ist. Aber selbst für diese Inder ist die Eingewöhnung in unseren Zeitbegriff noch nicht restlos vollzogen. Von uns aus gesehen sind sie immer einem Abgleiten in die gestaltlose und zeitlose Allseele ausgesetzt.“
Selbst für sie müsse die Zeit in unserem Sinne halt im Umgang mit Technik, Verkehrsmittel und Industrie wohl oder übel gehandhabt werden.

Die indische Regierung forderte damals mit Plakaten und Inseraten die Menschen auf, ihr Leben zu planen, was wohl eher zum Phantasieren, zu unverbindlichen Träumereien anregte, „denen sich der Inder in seiner Fabulierlust gerne hingibt.“ Diese Fabulierlust sei Grund für viele Missverständnisse zwischen Indern und Menschen aus dem Westen und vor allem für das als Unzuverlässigkeit empfundene Verhalten der Inder, das sich auf die verschiedenste Art äußert: „darin, dass Abmachungen nicht eingehalten oder widersprüchliche Auskünfte gegeben werden. Sie ist auch der Grund, warum wir oft dazu neigen, den Inder der Lügenhaftigkeit zu zeihen, wenn er sogar nach geschäftlichen Abmachungen tags darauf eine andere Auffassung vertritt. Dies ist durchaus nicht immer schlechter Wille, noch Lüge, noch Arglist, sondern Ausdruck dessen, dass das, was im eigentlich gar nicht vorhandenen Gestern gesagt wurde, bedeutungslos ist; heute erfindet, fabuliert, denkt oder sieht man es anders.“ (S. 19 ff.)

Das Wir ohne Ich

Familie und Sippe sind das dem Einzelnen übergeordnete, deren Regeln er sich fügt und zu fügen hat und deren austauschbarer Bestandteil er ist. Jean Gebser schildert eindrucksvolle Begebenheiten, die diese Art des asiatischen Bewusstseins und Lebensgefühls anschaulich machen.

China

Ende des 19. Jahrhunderts bestellte Herr von X aus Bern auf einer China-Reise bei einer dortigen berühmten Töpfer- und Porzellanmalerfamilie ein großes Tafelservice, das auch mit dem Familienwappen derer von X versehen werden sollte, und bezahlte es gleich bei der Bestellung. Die Herstellung zog sich aus unerfindlichen Gründen lange hin, und der Berner rechnete wohl nicht mehr mit der Lieferung. – 1939 erhielt der Enkel gleichen Vornamens des inzwischen verstorbenen Großvaters von einer Speditionsfirma eine Anfrage, wann einige große Kisten, die aus China für ihn eingetroffen seine, ins Haus gebracht werden dürften. Es war das von seinem Großvater vierzig Jahre zuvor bestellte Tafelservice. – (S. 33)

Diese Begebenheit zeigt zum einen, dass Zeit in Asien nicht zählt, und zum anderen, dass für die Chinesen Besteller des Tafelservices die Sippe von X war, in deren Namen der Großvater damals gehandelt hat und nicht dieser als einzelne Individualität. Hersteller war auch nicht ein Familienunternehmen im westlichen Sinne, das von Individualitäten repräsentiert wird, sondern der Sippenverband, der auch auf engstem Raum zusammenlebte und –arbeitete.

Es ist sicher unwahrscheinlich, dass sich so etwas heute noch in dem industrialisierten kommunistischen China ereignen könnte. Denn schon 1962, als Jean Gebser sein Buch schrieb, waren „die Sippen durch die Einführung der Volkskommunen weitgehend  zerschlagen worden. (…) Das kommunistische China strebt heute den ´großen Sprung nach vorn` an; das ist seine große Devise. Wer demzufolge daran gewöhnt werden muss, nach vorn zu blicken, der muss daran gehindert werden, nur ´rückwärts`-blickend zu leben, was durch den Ahnenkult gefördert wird, wenn schon dieses ´Rückwärts` kein europäisches ist. Im Ahnenkult drückt sich die Verneinung der Vergangenheit und somit der Zeit schlechthin aus, weil für den Chinesen die Ahnen ja stets im Heute gegenwärtig sind. Aber gerade dieser Beschränkung auf ein gewissermaßen zeitloses Heute und dem Sichverlieren im Zeitozean muss ja gesteuert werden, wenn der ´große Sprung nach vorn` also ein bereits in die Zukunft gerichteter Entschluss, der das Morgen als Morgen anerkennt, gelingen soll.“

Es wurde Jean Gebser auch immer wieder in Hongkong, Japan, Formosa und auch in China selbst gesagt, das Bestreben der kommunistischen Partei sei, den einzelnen Chinesen zum Individuum zu erziehen. Solange der Chinese in der Wirkhaftigkeit der Sippe lebe, könne sich ein eigenständiges Ich nicht entwickeln. Das sei nur im engsten Familienkreis möglich. Ichhaftigkeit aber sei dort nötig, wo der Arbeiter in einer sich industrialisierenden Gesellschaft es im Berufe lernen müsse, für seine Arbeit Verantwortung zu übernehmen. In der Sippe liege die Verantwortung nie beim einzelnen Sippenmitglied, sondern bei der Gesamtheit der Sippe. Erst wenn die Sippe die einzelnen Familien aus ihrem Verband entlässt und somit Mann und Frau auf eigene Füße gestellt sind, könne sich das Bewusstsein des Eigenwertes und der Verantwortung und damit ein Ichgefühl bilden. Erst von dem Moment an, da das einzelne Sippenmitglied nicht mehr nur ein Rollenträger innerhalb der Sippe ist und die ihm zugewiesene Rolle nicht mehr zu spielen hat, werde es frei, es selbst zu sein. (S. 35 ff.)

Allerdings ist es fraglich, inwieweit nicht das Aneignen des industriellen zielgerichteten Denkens und die damit verbundene Verantwortlichkeit äußerlich bleiben und die Tiefen der Persönlichkeit doch nicht wirklich voll erreichen. Jean Gebser musste immer wieder die Feststellung machen, „dass die Chinesen das marxistisch-leninistische Denken als Vehikel betrachteten, um unsere Denkweise zu erlernen, da diese für die Handhabung und Durchführung der notwendigen Technisierung und Industrialisierung unentbehrlich ist.“ Doch unterhalb dieses rein materiellen dialektischen Denkens bleibe doch vielfach eine Ich-Schwäche oder Ich-Leere, die zum Rückgriff auf die alten kollektiven Bindungen führe. (S. 145 ff.)

Er führt dazu als Beispiel das Gespräch zwischen einem chinesischen Minister und einem Schweizer Journalisten an, in dem der Journalist seine wohlbegründete Ansicht über eine bestimmte Angelegenheit auseinandersetzte. Wider Erwarten widersprach der Minister mit triftigen Argumenten, Hinweisen und sachlichen Details, die dem Journalisten zum Teil unbekannt waren, so dass er nach einigem Schweigen dem Minister Recht gab. „Er sagte dies dem Chinesen mit der Unumwundenheit, mit der wir in einem sachlichen Gespräch, wenn die Gegenargumente stichhaltig waren, zuzugeben bereit sind, dass wir uns geirrt haben, dass unsere Ansicht falsch gewesen sei. Die Reaktion des Chinesen auf dieses Zugeständnis war sehr seltsam. Er blickte den Journalisten bestürzt, ja erschrocken an; es hatte ihm die Sprache verschlagen; sie saßen sich noch einige Minuten schweigend gegenüber, dann beendete der Minister die Audienz, indem er den Journalisten, eher verlegen, verabschiedete.“

Was war geschehen? Der Chinese, in marxistischer Dialektik geschult, hatte sich zwar auf eine westliche Sachdiskussion eingelassen, und wenn der Journalist seinen Argumenten widersprochen und dagegen argumentiert hätte, wäre das für den modernen Chinesen in Ordnung gewesen, auch wenn es nach alter chinesischer Sitte eine Unerzogenheit ist, ohne Umschweife die Ansicht des Gastgebers wie auch des Gastes zu verneinen. Das Problem für den Chinesen war aber, dass sich durch seine Argumente der Journalist veranlasst sah, zuzugeben, dass er im Unrecht war. Denn damit sah der Minister bei sich die Schuld, dass der Journalist „sein Gesicht verloren hatte“. „Derartiges zu bewirken schändet ja nicht nur denjenigen, der das Gesicht verlor, sondern auch den, der ungewollt zum Veranlasser des Gesichtsverlustes des anderen wurde. Deshalb das betretene, betroffene Schweigen des Ministers und seine Verlegenheit beim Abschied.“

Hier überschritt die westliche dialektische Diskussion die Grenze dessen, was darunter als Sippenbewusstsein lebte und verletzt wurde.
„Sche=mien“ werde gewöhnlich mit „Verlieren Gesicht“ übersetzt, schreibt Jean Gebser, was aber etwas irreführend sei, da es nicht wörtlich bedeute, was wir im Deutschen unter individuellem Gesicht verstehen, sondern sowohl „Maske“ als auch „Oberfläche (des Kopfes)“ im Sinne des englischen „face“. „Wer ein ´Gesicht` hat, ist diese eine unverwechselbare Person, ein Individuum, eine Persönlichkeit. ´Face` dagegen hat nicht nur den Sinn von ´Antlitz`, ´Fläche` …, sondern auch von ´Anschein`, ´Rolle`, wie die Redensart ´save one´s face` bezeugt, womit gesagt sein soll, ´daß man nicht aus der Rolle fallen` darf.

´Sche=mien` ist: ´aus der Rolle fallen`, die die Sippe einem auferlegt hat, ist: ´den Anschein verlieren`, den aufrechtzuerhalten diese Gesellschaftsordnung fordert. Fällt man aus der Rolle, verliert man den Anschein, so ist das die Entwürdigung des ´Wir`, der Sippe. Es ist dagegen keineswegs eine individuelle oder persönliche Bloßstellung, da der einzelne gar nicht über ein Ich in unserem Sinne verfügt. Aber es ist die Bloßstellung des anonymen Sippenmitgliedes, dem, so es den Anschein verliert, die Maske heruntergerissen wird: dann steht die Hohlheit und Ich-Leere ungeschützt im Raum.“      
Der Schweizer zeigte im Eingeständnis seines Irrtums in unserem Sinne gerade eine besondere Ich-Stärke. Er verriet keine ihm auferlegte Rolle und verriet keine Gemeinschaft, Sippe oder Gesellschaftsordnung, sondern verfügte frei über seine individuelle Fähigkeit, „den anderen, die begründete Ansicht des Nächsten, des Du, gelten zu lassen. Für den Chinesen enthielt diese kleine und doch so symptomatische Begebenheit den ihm unfassbaren und ihn verwirrenden Sieg des altchinesischen ´sce=mien` über das bloß dialektische Denken.“

Der japanische Brudermann

Die Stärke der japanischen Sippe gegenüber dem einzelnen Menschen, wie sie noch in der Zeit des Zweiten Weltkrieges lebendig war, veranschaulicht die folgende Begebenheit, die Jean Gebser von einem ihm nahestehenden Mädchen berichtet wurde. Dieses war in den Jahren vor dem Kriege einmal mit einer Freundin, die den japanischen Gesandten in einer mitteleuropäischen Hauptstadt gut kannte, bei diesem zum Tee eingeladen. Die Frau des Gesandten war, als er zwei Jahre zuvor nach Europa versetzt wurde, ihrer kleinen Kinder wegen in Japan geblieben. Und er hatte sie inzwischen noch nicht in der Heimat besuchen können.

Beim Tee erkundigte sich die Freundin nach der Gattin und den Kindern des Gesandten. Da nahm er freudestrahlend von seinem Schreibtisch eine Fotographie, die ein japanisches Baby zeigte, und sagte mit allen Zeichen größten Vaterglückes: ´Sehen Sie, hier ist meine Jüngste; ich erhielt das Bild gestern; sie ist schon drei Monate alt, und es geht ihr und meiner Frau gut.` (…) Die Freundin fragte: `Aber Sie waren doch, Exzellenz, seit einem Jahre nicht mit Ihrer Frau zusammen?` Der Gesandte: ´Nein`. Die Freundin: `Aber dann, Pardon, dann verstehe ich nicht ganz, wieso es Ihr Kind sein kann`. Der Gesandte, lächelnd: ´Aber natürlich ist es mein Kind! Jetzt, da ich nicht bei meiner Frau bin, lebt sie doch in der Familie meines Bruders, und somit vertritt mich mein Bruder bei ihr`. `Ach so – ja, aber dann ist es doch wohl das Kind Ihres Bruders?` Der Gesandte, belustigt: ´Nein, wo denken Sie hin, keineswegs. Es ist doch mein Bruder, also ein Glied meiner Familie, und so bin ich es doch selber, wenn er mich vertritt; also ist das Kind von mir; es ist mein Kind!`“  

Jean Gebser, der sein Buch 1962 schrieb, merkte an, dass derartige Geschehnisse „selbst heute noch“ in Japan etwas Alltägliches seien, nicht nur in einfachen, sondern eben auch in gebildeten Kreisen. Das ist die Welt des „Wir“, der Familie und der Sippe, die das Ich als eigenständige, unverwechselbare Individualität nicht kennt. Für uns ist diese durch ein anderes stellvertretendes „Ich“ weder ersetzbar noch austauschbar. Dort, wo ein solches Ich-Bewusstsein nicht vorhanden ist, ist jeder Einzelne Mitglied eines übergeordneten Kollektivs, mit dem er sich identisch erlebt.

Zwischen Wir und Ich

Im modernen Japan kommt die Jugend in starkem Maße mit der freiheitlichen, selbstbestimmten Lebensweise der westlichen Jugend in Berührung. So bildet sich bei immer mehr Mädchen auch der Wunsch, den künftigen Ehepartner aus eigener Liebe selbst zu bestimmen und sich nicht mehr von der Familie bzw. Sippe vorschreiben zu lassen, was diese vielfach nicht dulden kann. Damit sind natürlich bei vielen schwere Konflikte verbunden. „Entweder muss das Mädchen auf ihren (Ich-haften) Wunsch, den Mann seiner Wahl zu heiraten, verzichten, muss sich gehorsam der Wir-Haftigkeit der Sippe unterordnen, oder es muss den Absprung aus der Sippe und damit die Aufgabe der herkunftsmäßigen Sicherung wagen, muss gegen alte geheiligte Traditionen verstoßen, muss sich auf sich selbst stellen und sich selber und seine Liebe bejahen.
Die meisten dieser Konflikte enden, zumal der Ich-Mut in diesem Alter noch nicht so stark entwickelt zu sein pflegt, wie es nötig wäre, mit dem Selbstmord des Mädchens, das sich nicht entscheiden kann und als Ausweg aus der Sackgassen-Situation nichts anderes mehr sieht als den Sprung in den Krater eines Vulkans oder ins Wasser.“ (S. 38)

In den 1960-Jahren hatten die Selbstmorde in Japan derart zugenommen, dass man dort von einer anhaltenden Selbstmordepidemie sprach. „Selbstmord ist für den an sich in den Tod verliebten Japaner die gewissermaßen radikalste Form des Untertauchens in den Zeitozean.“ Die Zahl der Selbstmorde hat dort zwar im Laufe der Jahre insgesamt abgenommen, laut der Weltgesundheitsorganisation liegt Japans Suizidrate aber immer noch über 70 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt: Nahmen sich 2016 durchschnittlich rund zehn von 100.000 Menschen das Leben, waren es in Japan über 18, davon 7 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren.2

Einheimische Lehrer beschreiben als Ursache einen hohen Konformitätsdruck auf die Jugendlichen, der insbesondere von den Familien ausgehe und von den Kindern in die Schule getragen werde. Wer von der Norm abweiche, werde leicht zum Mobbingopfer.
Außenseiterrollen, also Positionen außerhalb des Kollektivs, benötigen eine gewisse Ich-Stärke, die ein Jugendlicher dieses Alters kaum haben kann, erst recht nicht in Asien, zumal er in der Familie keine Unterstützung findet, von der umgekehrt in der Regel der starke Anpassungsdruck ausgeht.

In all diesen Vorgängen spiegelt sich der Kampf zwischen der traditionellen Macht des „Wir“ und dem Melden des „Ich“, das sich mehr oder weniger zaghaft geltend machen will – ein Konflikt, der vielfach tragisch endet.

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1   Jean Gebser: Asienfibel, Ullstein TB 1962
2   fluter.de 9.2.2019

 

21 Kommentare zu „Das Wir ohne Ich – Von der asiatischen Seelenverfassung“

  1. Fast alles was Sie in diesem Artikel schreiben, kann man auch in Südamerika und Afrika feststellen. Ich vermute deshalb, dass weniger der Kontinent Asien für das WIR und Zeit Gefühl der Menschen zuständig ist, sondern vielmehr die sozial Situation.

    Je abhängiger zum Überleben die Menschen voneinander sind, desto stärker wird das WIR Gefühl…..

    1. @dragaonordestino, ja Sie haben Recht, wenn die Not groß ist, rücken die Menschen zusammen und handeln im WIR. Das heißt aber nicht, dass der einzelne sein ICH aufgegeben hat, es ist nur opportuner gemeinsam zu handeln.
      Sie unterstellen, dass es eine soziale Notwendigkeit ist im Wir zu denken. Könnte es nicht auch umgekehrt sein: erst ist das WIR, daraus heraus entwickelt sich das dem WIR gegenüberstehende ICH, welches trotzdem ohne Aufgabe des ICH wieder gemeinsam das WIR lebt?

  2. ZITAT @ Jean Gebser:
    „Jean Gebser macht zu Beginn eindringlich darauf aufmerksam, dass man sich als intellektueller Europäer vor vier Gefahren hüten muss, die ein Verstehen des asiatischen Menschen erschweren, wenn nicht unmöglich machen . . . “

    . . . und am schwierigsten für Europäer erscheint mir das Begreifen der ZEIT-LOSIGKEIT – damit ist die UNENDLICHKEIT des Lebens gemeint – mit der wir angeblich „modernen“ Europäer nicht so recht klar zu kommen scheinen . . .

    Am ehesten bringen es für mich noch die alten überlebenden Süd-Franzosen aus der Provence auf den Punkt:
    „IHR habt die tollen Uhren wie Rolex, Patek Philippe & Co – aber WIR, WIR haben die ZEIT!“

    1. Zeitlosigkeit und Zeitfreiheit ist eines der Hauptthemen von Jean Gebser. Jean Gebser: „Einbruch der Zeit“. In der Zeitlosigkeit ist sich der Mensch der Zeit noch nicht bewusst. Er schwimmt im Meer der ewigen Zeit, auch Zeitlosigkeit. Nirwana genannt. Der Westler hat den Zeitpfeil, ist sich also der drei Formen – Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft bewusst. Er strebt danach, wie schon A. Einstein erkannte, in eine höhere Dimension, die zu einer Zeit-„Freiheit“ führt. Das ist nicht mehr vorstellbar, aber durchaus real. Ich verweise auf physikalische Gegebenheiten. Alles weitere mag Esoterik sein.

  3. Wo liegt denn ein Unterschied zwischen einem Kollektiv aus lauter schon ichbewussten Menschen und anderem Kollektiv aus lauter kleinen Knirpsen, die statt schon „ich“sagen zu können sich selber erst noch beim Vornamen nennen: „Fritz will auch ein Eis !“ ?
    Das Kinder – Kollektiv nennt sich selber bei Vornamen, die ihm das Erwachsenen-Kollektiv der Eltern gegeben haben, aber wenn der Erwachsene ein Eis essen will, sagt er :“Ich hätte gerne ein Eis !“
    Dieses „Ich“ hat ihm kein anderer Mensch gegeben !

  4. Das gibt’s im Westen auch (noch), Leute die im Namen von Moral gegen das „Ich“ kämpfen.
    Es ist deren Moral nicht jene der Verantwortung für individuelle Taten, sondern für „alles“.
    Der Sozialismus ist so, kollektivistisch, darin sollen „alle eins“ sein, und Abweichler sind böse.
    Die EU will auch so sein: eine Gemeinschaft ohne Mitglieder, denn die sollen sich auflösen.

    1. @Realistischer: Sie haben Recht, genauso läuft es doch! Aber DAS ist ein Rückschritt zum namenlosen Wir der absoluten Monarchien und Diktaturen. Man läßt denken. Wichtig wäre aber das eigene Denken um daraus aus dem ICH des Gegenübers ein neues Wir der Gemeinsamkeit zu formen.

      1. Ja. Allerdings immer mit der Möglichkeit, dass es dieses neue Wir nicht oder nur teilweise gibt. Denn wenn alle Unterschiede „überwunden“ würden, wären wieder alle Ichs ausgelöscht (bis auf eines, das dann alle beherrscht).

      2. Das traditionelle China kannte die Selbstverwaltung, die beispielsweise in den BRD-Gemeinden nicht einmal ansatzweise vorhanden. Das Kaiserhaus kümmerte sich nur um das gesamte Chinesische Reich und repräsentierte es nach außen. Die hatten noch einen Grenzschutz!

        Die Marxisten und die Bolschewiken transportierten grobe Lügen über Monarchien – überhaupt, ihre Thesen sind frei von Wahrheiten! Karl Marx war ein Satanist.

  5. Der wahre Name des Christus ist: ICH BIN.
    Paulus, der das wusste, sagte:“Nicht ich sondern der Christus in mir.“ Sinngemäss: Nicht ich selber sondern der Christus in mir.

    Paulus war ein sehr gebildeter Jude, und bevor er den Christus vor Damaskus schauend erlebte und dadurch eine Weile blind war, weil durch das Licht geblendet, verfolgte er die Christen, weil er dem Wir des jüdischen Volkes anhing.
    Dieses Wir hatte Christus töten lassen, um beim Wir bleiben zu können, doch Paulus erkannte es und dient seitdem dem lebendigen Christus, dem Bringer der Freiheit, die durch die Erkenntnis der Wahrheit kommt, wie Joh. 8:32 bezeugt. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Buddha ist Weg und Wahrheit.

    Die östlichen Völker, die Asiaten sind allgemein noch mehr am Wir orientiert, haben weniger Ichbewusstsein, doch Paulus zeigt auf, wie rasch die WANDLUNG kommen kann.

    1. @Michael: Und ohne diese Wandlung, die rasch kommen kann, werden wir NICHT überleben. Die Zeit ist reif. Man sieht es daran, mit welchen Irrsinnsvorschlägen und Einforderungen das kollabierende System des „alten weißen Mannes“ zerbricht.
      Der „alte, weiße Mann“ ist derjenige, der dem Sprung in diese Wandlung am nächsten ist. Wird er genug Haltung und Urvertrauen leben um die vielen unwissenden Kinder zu leiten, den Unsinn zu stoppen, Vorbild sein um in die richtige Richtung vorzuleben?

      1. @ Eva Scherrer:“ Der „alte weisse Mann „ist derjenige, der dem Sprung in diese Wandlung am nächsten ist.“

        Jeder, der diese WANDLUNG erlebt, erfährt, unabhängig vom Alter, nachher im Ergebnis: JÜNGER.
        Es ist ja so mit der Zeit: In der geistigen Welt läuft sie anders, der Geist dreht sie um.
        Da erleben wir z.B. einen Gerichtsprozess, aber vom Ende aus betrachtet zuerst, und den Anfang zuletzt, und der Richter steht hinter uns, statt (schon) vor bzw. über uns, was dann erst erlebbar wird, wie Paulus es beschrieben hat.
        Dieser Richter ist der CHRISTUS.

        1. Erstmal letztes P.S.

          Ob nun jemand genug „Urvertrauen“ lebt, um „Kinder“ zu lenken und zu „leiten“, weiss ich nicht zu beurteilen.
          Meine Tochter habe ich versäumt, zu lenken und zu leiten, weil ich entfernt von ihrer Mutter und ihr selber lebte,
          mit einer Frau, die zwei eigene Kinder selber hatte. Usw.etc.usf.
          Dass gerade ich selber kein Lehrer bin, wird schon erkennbar an meinem vorigen Kommentar, bei dem ich hatte statt „erfährt“ schreiben wollen:“ist“ und versäumte, diese Änderung auch noch zu realisieren.
          Habe gerade derzeit so viel um die Ohren, dass mir manche Fehler unterlaufen, und es sind wohl andere Leute besser geeignet, als Lehrer zu wirken, vielleicht Sie ?

        2. @Michael: nein! nicht Lehrer sein zu wollen ist das Ziel. Wer einmal dieses Urvertrauen erfahren hat, was soviel heißt wie sich geborgen fühlen in allen Widrigkeiten des Lebens, wer weiß, dass allem ein tieferer Sinn zugrunde liegt, auch wenn man sich selbst (das ICH) benachteiligt fühlt, wer ja zu seinem Schicksal, Leben, sagen kann, wer zu jeder Ungerechtigkeit des persönlichen Schicksals ja sagen kann, der lebt in der christlichen Wahrheit. Vielleicht ist das das Urchristentum? Wer dieses Urvertrauen in seiner Haltung, d.h. in seinem täglichen Leben verinnerlicht hat, wird Vorbild sein für die, die auch leben wollen. So stelle ich mir Märtyrer vor.
          Die wahre Kunst des Lebens, scheint mir, ist die Haltung zu einer Situation ohne Emotionen zu leben. Emotionen gehen immer vom ICH aus, meinen also nie das übergeordnete zukünftige WIR. Haltung aber ist unbestechlich.
          In und bei allem scheint mir wichtig zu sein „den eigenen Garten sauber zu halten“, keine Intentionen für Veränderungen zu versuchen (Zeitfreiheit). Missionieren bedeutet nichts anderes als aus sich selbst heraus Vorbild zu sein, nicht weil man es so will sondern weil man in der Wahrheit nicht anders kann. Wenn Kinder das nicht sehen, ich habe auch so einen Fall, so liegt es nicht an Ihnen. Das Kind muß seinen eigenen Weg finden. Erziehung bedeutet nichts anderes als als Vorbild zu leben.

  6. Mit dem Artikel kann ich nicht so ganz einverstanden sein. Er beschreibt eine Wirklichkeit aus einer schon sehr viel vergangeneren Zeit… Ich lebe und arbeite nun seit einigen Jahren in China. Das Leben in der industriellen Welt hat in den vergagenen zwei Jahrhunderten – rechnen wir mal vom 1. Opiumkrieg 1840 ab – die Menschen immer mehr verändert. Das Alte ist nicht völlig weg, aber es hat sich doch sehr viel weiteres, Neues gebildet. Eine Beschreibung, die vor allem auf dem Zustand von 1930, 1960 gründet, erfasst die heutige Wirklichkeit nicht mehr richtig.

    1. Lieber Herr Barkhoff, mir ist bewusst, dass sich inzwischen noch viel verändert hat. Das habe ich ja auch angedeutet. Die Schilderungen Jean Gebsers zeigen aber anschaulich die ursprüngliche Selenverfassung, wie sie wohl noch immer, wenn auch nicht mehr so deutlich, unter der Decke des modernen idustriellen Lebens weitgehend vorhanden sein muss. Darin bin ich auch durch die Dissertation eines chinesischen Studenten an der Universität Bremen über „Anpassung und Integration der chinesischen Studierenden in Deutschland“ bestärkt worden, über die ich voraussichtlich noch etwas veröffentlichen werde.

  7. Nein, nein, Eva Scherrer, Emotionen gehen nicht vom ICH aus, wie Sie glauben,sondern sie gehen von der Seele – dem Astralleib- aus, der bis in den Körper hinein wirkt, solange er mit dem Körper verbunden ist. Das weiss wohl jeder, der eine Nahtoderfahrung durchmachte und ausserhalb des Körpers WACHBEWUSST gewesen ist.
    Es gibt kein „übergeordnetes Wir“, sondern es lebt der CHRISTUS in den höheren Welten. Sein Name ist ICH BIN.
    Das hat nichts mit Ichsucht oder Selbstsucht zu schaffen, nichts mit Egoität zu tun, sondern es ist eine TATSACHE

    Sieghafter Geist
    Durchflamme die Ohnmacht
    Zaghafter Seelen.
    Verbrenne die Ichsucht,
    Entzünde das Mitleid,
    Dass Selbstlosigkeit,
    Der Lebensstrom der Menschheit,
    Wallt als Quelle
    Der geistigen Wiedergeburt.

    Was eine „Ungerechtigkeit“ ist, weiss ich selber nicht zu beurteilen, ebenso wenig weiss ich, was „Gerechtigkeit“ sein soll. Der RICHTER ist der CHRISTUS, der heute lebt und nur denen nicht wahrnehmbar ist, die ihre geistigen Sinne oder Chakren noch nicht trainiert haben.

    1. @Michael: wahrscheinlich führt es jetzt zu weit weg vom eigentlichen Thema. Ich beziehe mich aber nur auf Gebser. Er führte in damaligen Vorlesungen den Nachweis, also rein rational, wie immer noch gewünscht, dass es sehr wohl einen Unterschied zwischen Geist und Seele gibt. Seele hängt mit dem einzelnen Individuum zusammen, bezeichnet sozusagen das Innere Universum des Ich-Menschen. Seele entwickelt sich erst mit der Entstehung des limbischen Systems, also der Gefühlswelt und steht dem Verstand (nicht der Vernunft), dem Äußeren Universum gegenüber.
      Geist hingegen ist die Quintessenz, die zu dem führt, was Sie mit „Ich Bin“ bezeichnen.
      „Ich Bin“ urteilt niemals aus dem Gefühl heraus. Wahrhaftigkeit bedarf keines Gefühles.

  8. Sehr geehrte Eva Scherrer,

    natürlich ist es so, dass die Menschen in der Not zusammen rücken. Aber welche Größe hätte es, wenn dies ohne Not geschehen würde. Wenn alle „genug“ hätten und trotdzem aneinander denken, aufeinander Rücksicht nehmen und für den anderen Dinge tun OHNE einen Gegenwert zu erwarten. Denn das ist der Mechanismus in der Not, man hilft sich auch darum, weil man erhofft, dass der andere auch mal etwas tun könnte. Natürlich wäre dann die Vorteilsnahme ohne Gegenleistung in „guten“ Zeiten moralisch geächtet bzw. dies wird und muss auch geschehen. Diese Kultur ist ja zur Genüge bekannt und ein wesentlicher Pfeiler für die strukturellen Entwicklungen der letzten 150 Jahre+.

    Beste Grüße vom Druiden

  9. Finde heraus, WO Du bist!

    DAS ist die einfache & klare Formel für Wesen MIT & auch für Wesen OHNE Körper, um dem Chaos zu entkommen – in dem sie sich SELBST verloren haben – DAS ist zugleich auch der niedrigste bekannte ZUSTAND auf Erden, in den ein Mensch sich verlieren kann . . .

  10. Es gibt drei Bücher von Epoch Times, in denen sich vieles um die Kommunistische Partei China dreht. In der Buchbeschreibung heiß es:

    „Die KP China präsentiert ihre ehrgeizigen Ambitionen unter der Tarnung eines „friedlichen Aufstiegs“ Chinas. Dies erschwert es der internationalen Gemeinschaft, ihre wahren Motive zu verstehen. Die KP China ist keine politische Partei oder Regierung im normalen Sinne. Sie repräsentiert nicht das chinesische Volk. Sie repräsentiert das kommunistische Gespenst. Sich mit der KP China zu identifizieren, bedeutet, sich mit dem Teufel zu identifizieren.

    China und die Welt stehen an einem Scheideweg. Für das chinesische Volk können von der Kommunistischen Partei Chinas, die unzählige Blutschulden hat, keine wirklichen Reformen erwartet werden. China wird nur dann besser dran sein, wenn es frei von der Kommunistischen Partei ist. Durch die Eliminierung der Kommunistischen Partei, die wie ein bösartiger Tumor ist, wird China gedeihen.

    Die scheinbar unbezwingbare Sowjetunion löste sich über Nacht auf. Obwohl die KP China weltweit ihre Reißzähne zeigt, könnte ihre Auflösung genauso schnell erfolgen, sobald die Welt ihre böse Natur erkennt und die richtige Wahl trifft.

    Im März 2018 dachte „The Economist“ in einem Artikel mit dem Titel „How the West Got China Wrong“ über die Politik nach, die die westlichen Länder gegenüber China verfolgt haben und dass sie wetteten, dass China in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft gehen würde. „The Economist“ räumte ein, dass das Glücksspiel des Westens gescheitert ist, dass China unter der KP China keine Marktwirtschaft ist und auf seinem derzeitigen Kurs nie eine sein wird.“

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