Anpassung und Unterordnung in China – Der Einzelne in der übermächtigen Gemeinschaft

China spielt eine immer größere wirtschaftliche und militärische Rolle im globalen Geschehen. Es ist daher für friedliche Beziehungen von großer Wichtigkeit, die Kultur und vor allem die Mentalität der Chinesen zu kennen und zu verstehen, die der des Westens diametral entgegengesetzt ist. Während bei uns der einzelne Mensch nach Selbstbestimmung und Freiheit strebt, ist er dort bis heute in hierarchische Strukturen der Gemeinschaften und des Staates eingeordnet, deren unselbständiger Bestandteil er ist und deren Regeln er lebenslang Gehorsam schuldet.

Junge Chinesen, die in Deutschland studieren, haben daher besondere Schwierigkeiten, sich hier zurechtzufinden und seelisch im Gleichgewicht zu bleiben. Einer von ihnen, Huiping Guan, offensichtlich gut in die westliche Kultur des Individualismus eingelebt, hat über diese Problematik an der Universität Bremen promoviert und seine Dissertation ins Netz gestellt. Dazu musste er natürlich die sozio-kulturellen Verhältnisse in China darstellen, aus denen die Studenten kommen, um die Diskrepanz zur europäischen Kultur und die daraus entstehenden Konflikte deutlich machen zu können. Wir folgen hier im wesentlichen seinen kundigen Ausführungen.1

Seit Jahrtausenden bewahrt China seine besondere Kultur und Eigenständigkeit. Während dieses gesamten Zeitraumes hat eine Vielzahl von Philosophien und Religionen die chinesische Mentalität und die sozialen Strukturen geprägt, oder auch umgekehrt hat die chinesische Mentalität die Philosophien und Religionen geprägt. Der Konfuzianismus als Staatsphilosophie und die Religionen des Taoismus und des Buddhismus bilden drei Säulen, die das Alltagsleben und die Denkweise der Chinesen stark bestimmen. Dabei zählt der Konfuzianismus zur prägendsten Wertanschauung.

„Nach Ansicht einiger Forscher prägt das konfuzianische Wertesystem das gesellschaftliche Leben und die soziale Konvention der chinesischen Kultur, während das taoistische Wertesystem die innere Logik des Denkens und das buddhistische Element für das religiöse Verhalten die wichtige Stellung einnimmt. Dabei tritt allerdings keines dieser drei Elemente im gesellschaftlichen, kulturellen oder religiösen Leben isoliert in Erscheinung.“ (S. 62)
Die kollektive Orientierung und hierarchische Ordnung der konfuzianischen Tradition werden heute geschickt mit dem sozialistischen Prinzip und der kommunistischen Ideologie verwoben und ineinander integriert.

Der Konfuzianismus

Konfuzius (551-479 v. Chr.) lebte in einer chaotischen Umbruchphase Chinas, die von Bürgerkriegen beherrscht war. Im Mittelpunkt seiner Lehre stand daher die Frage, wie die Gesellschaft aus dem chaotischen Zustand herausgeführt und wieder eine friedlichere und harmonischere Lebenszeit eingeleitet werden könnte, was nur durch ein Streben jedes Menschen nach moralischer Vervollkommnung gelingen könne. „Die Lehren des Konfuzius sind Lektionen in praktischer Ethik ohne religiösen Inhalt. Sein Blick richtete sich auf die reale Welt. Er versuchte, durch die Regelung der menschlichen Beziehungen die gesellschaftliche Ordnung und Moral wiederherzustellen. Diese Ordnung glaubte er dadurch zu erreichen, dass jeder Einzelne, vom König bis zum letzten Untertan, seinen Platz und seine Pflicht kenne und sich dementsprechend verhalte.“ (S. 63 ff.)

Konfuzius fasste im Grund zusammen, was alte chinesische Auffassung war, um den Menschen wieder bewusst zu machen, dass Kosmos und Erde von einer geistigen Ordnung regiert werden, die in ihrem Wesen moralischer Natur sei. Die menschliche Gesellschaft entwickle sich in positiver Weise, wenn sie sich mit dieser geistigen Ordnung in Harmonie befinde und ein Abbild von ihr sei. In diese Harmonie ordne sich der Mensch ein, wenn er nach moralisch-ethischer Vervollkommnung strebt und sich hierfür an den fünf Kardinaltugenden orientiert (nach Wikipedia – Konfuzianismus):
1.  Menschlichkeit /Nächstenliebe, 2. Gerechtigkeit / Rechtschaffenheit, 3. Ritueller Anstand / Sittlichkeit (gemeint ist ein bestimmtes formalisiertes respektvolles Verhalten, das einen guten Menschen auszeichnet und die Voraussetzung für eine intakte Gesellschaftsordnung bildet), 4. Weisheit, 5. Aufrichtigkeit / Verlässlichkeit.
Daraus werden die drei sozialen Pflichten abgeleitet: 1. Loyalität (Untertanentreue), 2. kindliche Pietät (Folgsamkeit und Respekt gegenüber Eltern und Ahnen), 3. Wahrung von Anstand und Sitte.

„Wer dem Anstand und der Sitte entsprechend lebt – also der Etikette, den Riten und der Sitte nach – und sich für die Ahnen aufopfert, verändert sich allein dadurch zum Guten. Das löst einen Dominoeffekt aus, der auf seine Mitmenschen und schließlich den gesamten Kosmos wirkt, was die eigentliche Urordnung wiederherstellt. So heißt es in dem Konfuzius zugeschriebenen Da Xue: – –   Verhalte ich mich korrekt, ist die Familie in Harmonie.
–   Wenn die Familien in Harmonie sind, ist es auch das Dorf.
–   Sind die Dörfer in Harmonie, ist es auch die Provinz.
–   Sind die Provinzen in Harmonie, dann ist es auch das Reich.
–   Sind die Reiche in Harmonie, dann ist es auch der Kosmos.
Deswegen soll der Mensch auch stets das Gemeinwesen und das Staatsinteresse im Auge haben.“

Da die universelle, himmlische Ordnung hierarchisch gegliedert ist, kann nach Konfuzius auch eine Gesellschaft nur stabil bleiben, wenn jeder Einzelne in eine hierarchisch und patriarchalisch gegliederte Gesellschaft integriert ist. Somit musste die genau definierte Sitten- und Tugendlehre als Teil der streng hierarchischen Ordnung, die nicht in Frage gestellt werden durfte, von allen Menschen absolut gehorsam befolgt werden. Nach Konfuzius gibt es im allgemeinen „fünf menschliche Grundprinzipien“: zwischen Herrscher und Untergegebenen, Vater und Sohn, älterem Bruder und jüngerem Bruder, zwischen Mann und Frau und Freund unter Freunden. Nur unter letzteren besteht eine relative Gleichheit. Es handelt sich also immer um stark hierarchische Beziehungen, die letztlich auf blutsverwandtschaftliche Verhältnisse zurückgehen.

So schuldet der Jüngere dem Älteren stets Respekt und Gehorsam, der Ältere dem Jüngeren dagegen Schutz und Fürsorge. Alter und Status bestimmen in diesem Gefüge den Wert des Einzelnen. Die soziale Rolle jeder Person legt die entsprechenden Verpflichtungen und Verhaltensregeln fest: z. B. Loyalität des Untergebenen gegenüber dem Vorgesetzten und gleichzeitig die Verpflichtung des Vorgesetzten zur Fürsorge gegenüber seinem Untergegebenen im Sinne einer gegenseitigen Abhängigkeit; auch die Pietät und der Gehorsam der Kinder gegenüber ihren Eltern und dementsprechend die Fürsorge und Erziehung der Eltern gegenüber eigenen Kindern.“

Die im heutigen Gesellschaftsleben Chinas noch immer bestehenden hierarchischen Beziehungs-Strukturen gehen auf die von Konfuzius erneuerte Lehre zurück. Die westlich geprägte Idee der Gleichheit ist ihm fremd. So wenig wie in diesem System die Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Platz finden könnten, so wenig existiert darin die Vorstellung von der Autonomie des Individuums. Der Monarchismus ergänzt sich in diesem System logisch durch den Patriarchalismus, auch wenn die Namen andere sind (Huiping Guan S. 64).

„Das ideale Lebensbild des Konfuzianismus ist das Leben in Harmonie mit der Lebensumgebung, sowohl mit den sozialen Beziehungen als auch mit der natürlichen Umwelt. Dieses Ideal wird durch Unterordnung des Individuums in der Gruppe (das Kollektiv, die Gemeinschaft, die Familie oder Gesellschaft) erreicht. Dabei sollte man Extreme vermeiden und einen ausgewogenen Mittelweg finden. Die Bereitschaft zum Konsens soll als eine der wichtigsten Persönlichkeitskomponenten erworben werden.
Die zwischenmenschliche Beziehung spielt für jeden Einzelnen eine wichtige Rolle im Leben. Der Kern dieser Beziehung ist die Familie und der Familienverband. Das Beziehungsnetzwerk wird darüber hinaus weiter durch die Verwandtschaft, den Freundkreis und sozial zugehörige Gruppen erweitert. Die Interaktion innerhalb der Beziehungen ist …  mit der konfuzianischen Ethik und der gegenseitigen Verpflichtung geregelt. Das Verhalten des Einzelnen ist durch Selbstbeherrschung, Zurückhaltung, Anpassungsbereitschaft gekennzeichnet.

Der Mensch definiert sich ausschließlich über seine sozialen Beziehungen, über seine Stellung in der Gesellschaft. Das Individuum wird von den sozialen Beziehungen verdeckt und ist bedeutungslos. Um eine positive Bindung in der Gruppe aufrechtzuerhalten, bemüht sich der Einzelne, den Erwartungen der Gruppe gerecht zu werden, sich den sozialen Normen anzupassen und die emotional verankerten sozialen Sanktionen zu vermeiden. Unter diesem Aspekt sind die Durchsetzung eigener Ansprüche, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Zusammenhang mit der Wertorientierung des Individualismus der westlichen Kulturen gegründet sind, als fremde Wörter erst seit 20 Jahren ins chinesische Leben eingetreten, aber immer noch nicht von der Gesellschaft allgemein akzeptiert worden. Das konfuzianische Konzept verhindert die Entfaltung der Individualität. Die hierarchisch konstruierte menschliche Beziehung erschwert die Entwickelung der auf der Basis der Emanzipation des Individuums aufgebauten Ideale wie Demokratie, Freiheit und Gleichheit.“ ( Huiping Guan, S. 64-65)

Seit 1945 ist in der Volksrepublik China der Marxismus-Leninismus zur staatlichen Herrschaftsideologie erhoben und dem Konfuzianismus zunächst jegliche Bedeutung für die Gegenwart abgesprochen. Erst nach dem Tod von Mao Zedong setzte allmählich wieder eine sachlichere Bewertung des Konfuzius und seiner Lehre ein. „Seit den achtziger Jahren besinnt die chinesische Regierung sich wieder verstärkt auf eigene Tradition. In dieser misst die Kommunistische Partei dem Konfuzianismus besondere Bedeutung bei, zum einen als identitätsbildende Kraft für das chinesische Volk, zum anderen als Inspirationsquelle für den Aufbau einer modernen sozialistischen Ethik.“

Und Huiping Guan fasst zusammen: „Über 2000 Jahre hatte der Konfuzianismus alle Bereiche des chinesischen gesellschaftlichen Lebens durchdrungen. Die Verpflichtung des Einzelnen gegenüber seiner sozialen Umwelt, die Einhaltung traditioneller Konventionen und Tugendlehren, sowie hierarchisches Bewusstsein beeinflussen bis heute die Gedanken und die Handlung der chinesischen Gesellschaft. Jedoch zeigt sich nach der über 20-jährigen wirtschaftlichen Öffnung in China eine kulturelle Wandlungstendenz. Um die Identität zu bewahren, wird Konfuzianismus heute in China offiziell als die identitätsstiftende Rolle zugewiesen, um sich dem Einfluss der westlichen Kultur entgegenzustemmen.“ (S. 65-66)

Der Taoismus

„Tao“ ist der fundamentale Begriff des Taoismus und meint das alle Dinge, das ganze Universum durchdringende und aus ihm tönende göttliche Sein. Um sich mit der Wirklichkeit zu verbinden, ist daher „Tao“ auch der rechte Weg und die angemessene Methode. Auch der Taoismus ist eine uralte chinesische Lebensauffassung, die als Philosophie von Lao-tse (300 v. Chr.) formuliert wurde. Das Tao ist höchste Wirklichkeit und höchstes Mysterium, die uranfängliche Einheit, das kosmische Gesetz und Absolute. Aus dem Tao entstehen die „zehntausend Dinge“, also der Kosmos, und auch die Ordnung der Dinge gehen aus ihm hervor. (Vgl. auch Wikipedia)

Auch Lao-tse beschrieb, „dass die Harmonie der ewigen Weltordnung das Urprinzip ist, das das Weltall bestimmt; dass der Mensch ein Bestandteil der universellen Ordnung ist. Während der Konfuzianismus diese Ordnung als Idealvorstellung sah und seine Bemühung darauf richtete, sie durch die Herstellung der hierarchischen Beziehung zu erreichen, betrachtet sie der Taoist als von der Natur schon gegeben. Dieses Urprinzip kann durch das Handeln der Menschen nicht beeinflusst werden.“ (Huiping Guan S. 66)

In Wikipedia wird dies noch etwas genauer dargestellt: Die Menschen sollen sich am Tao orientieren, indem sie den Lauf der Welt beobachten, in welchem sich das Tao äußert. „Dadurch können sie die Gesetzmäßigkeiten und Erscheinungsformen dieses Weltprinzips kennenlernen. Da das Tao sich im Ziran, dem „Von-selbst-so-Seienden“, der Natur, offenbart, steht es für Natürlichkeit, Spontaneität und Wandlungsfähigkeit. Der Weise erreicht dabei die Harmonie mit dem Tao weniger durch Verstand, Willenskraft und bewusstes Handeln, sondern vielmehr auf mystisch-intuitive Weise, indem er sich dem Lauf der Dinge anpasst. Der Taoismus besagt, dass es im Kosmos nichts gibt, was fest ist: Alles ist dem Wandel unterworfen, und der Weise verwirklicht das Tao durch Anpassung an das Wandeln, Werden und Wachsen, welches die phänomenale Welt ausmacht. …

Die Dinge und ihr Verlauf werden als sich selbst ordnend und sich selbst in ihrer Natur entfaltend und verwirklichend angesehen. Es erscheint dem Weisen als sinnlos, seine Energie in einem stetigen Willensakt der Handlung (des Eingreifens in das natürliche Wirken des Tao) zu verschwenden. Vielmehr sollte das Tun angemessen sein. Durch den angestrebten reinen und nicht selbstbezogenen Geist soll ein Handeln möglich werden, das nicht durch eigene Wünsche und Begierden verblendet wird. Der Mensch soll einfach „geschehen lassen“. …
Nach taoistischer Auffassung führt nur die Übereinstimmung mit dem Tao zu dauerhaftem und wahrem Glück. Involviertheit in weltliche Angelegenheiten führt dagegen zu einem Niedergang der wahren Tugend (De). Es wird somit als ratsam erachtet, Gleichmütigkeit gegenüber Gütern wie Reichtum und Komfort zu erlangen und sich vor übermäßigen Wünschen zu hüten.“

„Nach dem Taoismus manifestiert sich der prozessual-zyklische Charakter in allen Prozessen des Universums und des sozialen Lebens. Für den Taoismus ist die Einhaltung dieser natürlichen … Einordnung im Kosmos die wahre Verwirklichung des Menschen. Nicht die soziale Ordnung mit ihren Wertungen im konfuzianischen Sinne könnte die Welt heilen; im Gegenteil, jeder Versuch dieser Art musste das Gleichgewicht der ursprünglichen Weltordnung stören.
Der Taoismus … hat die chinesische Denkweise sehr stark beeinflusst. Eine Aussage und deren Gegenteil müssen einander nicht ausschließen. Oftmals führen die beiden gegensätzlichen Aussagen zusammen zu einer über der einzelnen Aussage stehenden Wahrheit. Das Denken in Gleichgewichtskategorien (Yin-Yang) stellt für den Chinesen eine wichtige Denktradition dar. Maß und Mitte, Einklang mit der Umwelt und der Ordnung des Universums prägen das Denken der chinesischen Zivilisation. Die Problemlösungsstrategien und Verhaltensmuster der Chinesen werden von diesem zugrundeliegenden Gedanken sehr beeinflusst, mit dem sie immer versuchen, verschiedene Ansichten oder Blickwinkel nicht getrennt zu analysieren, nicht zum Extrem zu drängen, sondern sich zu bemühen, auszugleichen und eine Balance zu finden, um unterschiedliche, divergierende Anliegen zu einem harmonischen Gesamtkonzept zu führen.“
(Huiping Guan, S. 67-68)

Der Buddhismus in China

Der im 6. Jahrhundert v. Chr. in Indien entstandene Buddhismus kam um die Zeitenwende nach China. Huipin Guan sieht ihn im Grunde wegen der Unbedingtheit seiner Gebote und der schier übermenschlichen Ansprüche seiner praktischen Ethik dem chinesischen Denken entgegengesetzt. Er habe daher auch in China Modifikationen erfahren, die sich am chinesischen Sinn für Maß und Mitte, für die menschliche Natur und das diesseitige Leben in der Welt orientierten.

Andererseits entspricht der Buddhismus aber der chinesischen Mentalität, kein Bewusstsein von einem individuellen Selbst zu besitzen. Die Vorstellung von einem beständigen Selbst ist nach buddhistischer Lehre Teil der Täuschung über die Beschaffenheit der Welt. Das Selbst wird nicht als eine konstante Einheit betrachtet, sondern als ein von beständigem Werden, Wandeln und Vergehen gekennzeichneter Vorgang (vgl. Wikipedia).
„Buddha bestreitet ausdrücklich die Existenz eines “Selbst”. Damit entfällt auch die Möglichkeit des freien Willens. Dementsprechend kann er auch nicht selbstverantwortlich handeln und in der Beachtung einer Ethik seine Vollendung erreichen.“ (Huiping Guan S. 68, 69)

„Der Buddhismus reguliert das Verhältnis zum unbekannten Nicht-Diesseitigen und wird deshalb auch
als eine Ergänzung zum Konfuzianismus betrachtet. Er gilt als tolerant und anpassungsfähig, weil er alle anderen religiösen Denkmuster als Vorstufen zu einer allesumfassenden Wahrheit interpretiert und deshalb gelten lässt. Der Buddhismus wurde im 4. Jahrhundert chinesische Staatsreligion, trat aber im Mittelalter gegenüber dem Konfuzianismus in den Hintergrund.“
Mit 244 Millionen Anhängern lebte 2010 etwa die Hälfte aller Buddhisten weltweit in China.

Die Sozialstruktur des Konfuzianismus heute

Auf der hierarchischen Gesellschaftsauffassung des Konfuzianismus beruhte die zentralistische Herrschaft der verschiedenen Dynastien in der vergangenen chinesischen Geschichte. Grundeinheit ist nicht das Individuum, sondern die Gemeinschaft, der in erster Linie die Familie als Basiseinheit zugrunde liegt. „Darüber hinaus bildeten sich in der chinesischen Geschichte unterschiedliche übergreifende Einheiten heraus, die wiederum ineinander verschachtelt sein konnten.“
Die Beziehung zwischen den oberen und den unteren Schichten entsprach der zwischen Eltern und Kindern. Die Oberen haben den Untergebenen Liebe, Verantwortung und Schutz zu geben und die Untertanen den Herrschenden gegenüber Loyalität und Gehorsam zu zeigen. Auf diese Weise setzte der Herrscher seine Macht durch, besteuerte die Untertanen und organisierte die Arbeits- und Militärdienste.

Huiping Guan (S. 70 f.) macht deutlich, dass die gesellschaftliche Struktur des heutigen Chinas letztlich darauf aufbaut. In der sozialen Struktur und dem Verwaltungssystem greife sie auf die traditionelle Ordnungserfahrung zurück und führe den autokratischen Zentralismus fort. Der Staat erhalte damit gegenüber seinem Bürger die gleiche patriarchalische Funktion wie der Vater gegenüber den Kindern in der Familie.
Die traditionellen Grundeinheiten jenseits der Familie seien inzwischen zu Arbeitseinheiten, chinesisch „Danwei“, verwandelt, die sich in Fabriken, Bergwerken, Volkskommunen, Wohnbezirken und Universitäten gleichsam wie Familienabbilder konstituieren. „Jede Grundeinheit gehört zu einer übergeordneten Einheit – dies setzt sich bis ins Zentrum des Staates fort. Das planwirtschaftliche System wird durch das vertikal integrierte, streng hierarchisch organisierte Danwei-System realisiert, indem die Ressourcen und politische Instruktionen einseitig von oben nach unten fließen.“

In dieser Struktur sei Danwei nicht nur eine Arbeitsgemeinschaft oder soziale Gemeinschaft, sondern auch staatliches Instrument zur Durchsetzung der Planwirtschaft sowie sozialpolitischer Kontroll- und Lenkungsmechanismus bis in den letzten Winkel des Privatlebens hinein. In diesem System würden horizontale Verbindungen möglichst ausgeschlossen. Das hierarchische Bewusstsein werde sowohl durch die konfuzianisch geregelten menschlichen Beziehungen, als auch durch diese hierarchische soziale Struktur festgelegt. Der Kern der chinesischen „Persönlichkeit“ werde dadurch gebildet.

Wie der traditionelle chinesische Familienclan nehme Danwei die wichtigen Funktionen des alltäglichen Lebens der Chinesen wahr: von der Wohnungsversorgung und Krankenversicherung über die Streitschlichtung bis hin zur Eheberatung und Familienplanung. Die Danwei bietet ihren Angehörigen einerseits einen Rahmen sozialer Fürsorge, bilde andererseits aber den Grundbaustein für das von der Kommunistischen Partei errichtete System der sozialen Kontrolle und Abhängigkeit. Dabei sei ein politisch und sozial konformes Verhalten Voraussetzung für die Erhaltung des Fürsorgerechts.
Wie in der Familie gewähre Danwei in China dem Einzelnen nicht nur materielle Sicherheit, sondern auch soziale Identität und Geborgenheit. Das in vielen westlichen Industrieländern akute Problem der Vereinzelung und Vereinsamung sei in der VR China bisher noch weitgehend unbekannt.

Die Aufmerksamkeit auf den Einzelnen werde dadurch vernachlässigt. Das Individuum ist von geringer Bedeutung, es interessiert nur in seiner Funktion als Teil einer Gemeinschaft. Dadurch verstärke sich das passive und gehorsame Verhalten des Mitglieds. Die vielfältigen fürsorglichen Angebote von der Organisationsebene nehmen dem einzelnen Menschen die eigene Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeit. Passivität, Gehorsam und Bequemlichkeit werden gefördert. Die Abhängigkeit und Passivität, die von der traditionellen Kultur über tausend Jahre gebildeter Bestandteil des Nationalcharakters sind, werde im sozialistischen System weiter verstärkt, und die von der modernen Gesellschaft verlangten Eigenschaften wie Eigeninitiativ, und Selbstverantwortlichkeit und Autonomie werden nur mangelhaft entwickelt.

Die Reformpolitik seit 1978 habe die Verwandlung der sozialistischen staatlichen Planwirtschaft in ein Mischsystem zum Ziel. Die Kommunistischen Partei Chinas wolle sich vom sowjetischen Modell distanzieren und einen „Sozialismus chinesischer Prägung“ aufbauen. Dabei verbinde sie die autoritäre politische Ordnung mit der marktwirtschaftlichen Ordnung. Die Einführung der Marktwirtschaft seit den achtziger Jahren habe sowohl das Danwei-System als auch die soziale Struktur der chinesischen Gesellschaft stark beeinflusst. Der Staat habe immer mehr wirtschaftliche und soziale Aufgaben aus seiner Verantwortung an marktwirtschaftliche Initiativen abgegeben. Dadurch würden Kontrollbefugnis und Versorgungsumfang der Danwei allmählich beschnitten. Für viele Chinesen bringe diese Entwicklung einerseits neuen Freiraum und  Entfaltungsmöglichkeiten, andererseits aber auch höhere Risiken mit sich.

„Aus politischem Grund versucht die chinesische Regierung, so wenig wie möglich von der westlichen Kultur beeinflusst zu werden und die eigene Identität zu bewahren. Bis heute beschränkt sich die Reform-Politik immer nur noch auf die Ebene der Einführung westlicher Technologie- und Ökonomiemethoden. Aber die diesen Methoden zugrundliegenden Werteorientierungen wie Individualismus und Interessenpluralismus sowie auch politische Demokratie werden von der chinesischen Führung bis heute nicht akzeptiert. Die westlichen Wertevorstellungen lehnt die chinesische Regierung von offizieller Seite strikt ab, da sie weder mit der chinesischen Tradition noch mit der marxistisch-leninistischen Ideologie vereinbar sind.“ (Huiping Guan S. 73)

Doch durch die Reform sei die chinesische Gesellschaft in einen tiefgreifenden Wandlungsprozess eingetreten. Staat und Partei verlören teilweise ungewollt die Kontrolle, und der Marxismus als ideologische Legitimation werde durch traditionell-konfuzianische und marktwirtschaftliche Wertvorstellungen abgelöst. Es entstünden neue Eliten und eine große Distanz zwischen Reichen und Armen, sowie neue Formen sozialer Mobilität.

Die Frage bleibt aber, ob diese Veränderungen so tiefgehend sind, dass sie auch die im Unterbewusstsein liegenden traditionellen kollektiven Verhaltensweisen verwandeln.
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1   Download: Huiping Guan: Anpassung und Integration der chinesischen Studierenden …

 

 

30 Kommentare zu „Anpassung und Unterordnung in China – Der Einzelne in der übermächtigen Gemeinschaft“

  1. ZITAT @ Herbert Ludwig:
    „Der Konfuzianismus als Staatsphilosophie und die Religionen des Taoismus und des Buddhismus bilden drei Säulen, die das Alltagsleben und die Denkweise der Chinesen stark bestimmen.“
    Und diese drei Säulen sind ein Fundament allererster Güte.

    Gegen den vom Westen geblendeten Bremer Doktor Huiping Guan – hilft ein von China geblendeter Kalle Möllmann – der immerhin in Bremen geboren, und aus dem unerträglichen Bremen geflohen ist, um nicht unter zu gehen . . .

    Nehmen wir mal Einigkeit & Recht & Freiheit.
    Wie alles im Leben – hat auch die deutsche Einigkeit zwei Seiten – denn sie schafft die weltweit bewunderte Disziplin der Deutschen.
    (…)

    DAS hat der offensichtlich vom Westen geblendete Bremer Chinese & Doktor Huiping Guan noch immer nicht kapiert – WIE extrem intelligent der BETRUG im Westen läuft – denn was VERBRECHEN gegen die Menschenrechte angeht, da sind wir meilenweit VOR China, und DAS liegt an unserer Weltklasse TARNUNG, die nicht einmal die hiesige Mehrheit der Wessie’s durchschaut.

    1. Sehr schade, daß sie den aktuellen Corona-Betrug bei Tönnies zensiert haben – denn er zeigt exemplarisch WARUM wir im Westen derart falsch liegen mit unserer Bewertung China’s – weil wir unsere EIGENEN Fehler nicht sejhen wollen . . .

      1. Das ist keine Zensur, lieber Herr Möllmann, sondern im Rahmen des Hausrechts eine oft und oft angemahnte Beschränkung auf das Thema des Artikels. Man kann überall einen Punkt finden, um von dem aus zu anderen Themen überzugehen. Dann wird, egal, welches Thema ein Artikel hat, immer nur über das eine aktuelle Thema diskutiert.

        1. Der Artikel lautet: „Anpassung und Unterordnung in China . . .“
          und suggeriert – so wie derzeit fast ALLE Artikel im Westen – daß im bösen China die „Anpassung und Unterordnung“ erzwungen wird, und lässt den Leser im Irrglauben, im freien Westen wäre das alles viel besser.

          Genau DAS ist aber MEGA-FALSCH – und darum auch eine perfide Falle – denn der WESEN-tliche Unterschied der UNTERDRÜCKUNGS-Mechanismen zwischen China und dem Westen ist nach meiner Beobachtung weder die Quantität noch die Qualität der Unterdrückung, denn in BEIDEM ist der Westen führend!

          Wir haben mit MK-ULTRA, den Drogen & Medikamenten, den „Zivil“-Beamten, den V-Männern, der allgegenwärtigen GEHEIMEN Überwachung, die wir seit Edward Snowden kennen müssten – einfach nur die haushoch überlegene TARNUNG der MEGA-Verbrechen unserer Regierungen – und daß jetzt sogar SIE sich dafür nicht zu schade sind, mein, vor unser aller Augen ablaufendes Parade-Beispiel für den UNTERSCHIED der Art & Weise westlicher zu chinesischer „Anpassung und Unterordnung“ einfach als angeblich „THEMA VERFEHLT“ von oben herab abzukanzeln – obwohl es tatsächlich voll in’s Schwarze des Thema’s trifft – ist für mich NICHT hinnehmbar!

          Lieber lasse ich mich in China öffentlich erschießen – dann weiß JEDER was los ist – als mir hier leise lächelnd die Luft abdrehen zu lassen, mit willkürlichen FAKE-Vorwürfen, weil die Wahrheit den FAKE-Landfrieden der grinsenden, toten Seelen stört.

        2. „Wer wird denn da gleich in die Luft gehen?“ Kommen Sie wieder herunter, Herr Möllmann.
          Bevor Sie sich in China öffentlichkeitswirksam erschießen lassen:
          Der Artikel behandelt die Anpassung und Unterordnung des einzelnen Menschen in China unter die Direktiven der Gemeinschaft nicht als erzwungen, sondern als eine historisch-kulturelle Konstante, die tief in den seelischen Untergründen und der Bewusstseinsverfassung gegründet ist.

          Die Anpassung und Unterordnung im Westen wird gegen die Veranlagung zu freien Individualität erzwungen. Das ist ein eigenes Thema.

  2. Allen Philosophien ist gemein, dass sie von den gesellschaftlichen Zuständen ihrer Zeiten beeinflusst wurden. So entstanden zwischen etwa 1.200 v,Chr. bis zur Erscheinung des Jesus von Nazareth global ganz unterschiedliche Ideen, die der Nazarener zu einem genialen Konzept zusammenfasste. Dabei spielt Konfuzius eine untergeordnete Rolle. Seine Ideen hätten sich längst durch die Entwicklung überlebt, wäre diese Philosophie für den Erhalt einer Herrschaft nicht ideal gewesen. So rühmte in 2018 XI in einer Rede an das Volk den Konfuzianismus als notwendige Grundlage und Unterscheidungsmerkmal zur westlichen Lebensform. Die Wahrheit ist wohl, dass es ein ideales Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse ist.

    Anders der Taoismus, dessen Grundelemente sich bei genauem Hinsehen in der Christus-Erleuchtung des Jesus v. Nazareth wiederfinden.

    „Das Denken in Gleichgewichtskategorien (Yin-Yang) stellt für den Chinesen eine wichtige Denktradition dar. Maß und Mitte, Einklang mit der Umwelt und der Ordnung des Universums prägen das Denken der chinesischen Zivilisation“.

    Damit könnte man als moderner Mensch etwas anfangen. Und deshalb wird es vom Regime wo immer möglich bekämpft und das Herrschaftsinstrument Konfuzianismus bevorzugt. Auch die kleineren Religionen oder Philosophien, die den Herrschaftsansprüchen diametral gegenüberstehen wie Falun Gong, werden in China nicht etwa wegen der „Identität“, sondern aufgrund der Gefahr von Abwendung und Aufständen massiv verfolgt. Unter einem staatlich reglementierten und an die Bedürfnisse einer kleinen Führungselite angepassten Konfuzianismus, in einem kommunistisch-kapitalistischen Modell, hat China mit 1.4 Mrd. Einwohnern und vielen Ethnien keine rosige Zukunft. Die zukünftig größer werdende Kluft zwischen arm und reich , der Rückzug der Globalplayer von der Werkbank der Welt wird zeigen, dass das Modell China in vorliegender Form scheitern muss.

    1. @hubi stendahl
      „Anders der Taoismus, dessen Grundelemente sich bei genauem Hinsehen in der Christus-Erleuchtung des Jesus v. Nazareth wiederfinden.“
      Die Christus-Erleuchtung der „Söhne Gottes“ und die Aufgabe dieser in der Endphase des jetzigen Zeitalters bei der Scheidung der Geister ist der Hauptgrund für den Zustand der Welt.
      Die meisten Menschen schauen auf das Anwachsen des Bösen und meinen selbst doch gegen dieses Böse gefeit zu sein. Oh je, das wird nicht gut gehen.

  3. Während bei uns der einzelne Mensch nach Selbstbestimmung und Freiheit strebt, ist er dort bis heute in hierarchische Strukturen der Gemeinschaften und des Staates eingeordnet, deren unselbständiger Bestandteil er ist und deren Regeln er lebenslang Gehorsam schuldet.

    Interessante Feststellung, die ich so generell aber nicht in die Welt bringen würde…. vor allem dann nicht, wenn während Monaten empirisch dargestellt werden kann (Corona), dass sich offensichtlich werte-Westliches Verhalten, nicht wesentlich vom Verhalten der Chinesen, zu unterscheiden scheint…..

    1. @Kleiner Eisbär

      Einen interessanten Artikel haben Sie da verlinkt. Da er aber nur die politisch aktuelle Situation beleuchtet, die „Volksseele“ dabei weitestgehend unberücksichtigt lässt, ist er für den hiesigen Artikel nur bedingt tauglich.

      Beide Artikel zusammen genommen könnte man konstatieren, dass das chinesische, in vielen Jahrhunderten unter konfuzianischer und daoistischer Tradition entstandene Volk, unter dem kommunistischen Terror ebenso leidet, wie wir es mit der erzwungenen Freiwilligkeit im pseudodemokratischen Westen tun, in dem wir folgsam gegen jede individuelle Vernunft handeln.

      Warum das, ungeachtet der so unterschiedlichen Traditionen weltweit, immer wieder funktioniert, wäre allemal einen Artikel wert. Am Ende würde uns womöglich auffallen, dass sich der große Teil der Menschheit ungeachtet unterschiedlicher Entwicklungen seit der Arbeitsteilung vor 10.000 Jahren, in eine Herde und deren Führer aufgeteilt hat und die individuellen evolutorischen Eigenschaften dieser Einzelnen es sind, die nicht nur Unterdrückung und Ausbeutung realisieren, sondern auch die Fortentwicklung maßgeblich bestimmen. Vielleicht brauchen wir für eine Yin-Yang-Gesellschaft noch ein paar Generationen……………….oder gehen unter!

  4. Nun ja, der obige Artikel ist sicherlich lesenswert.

    Aber…… es ist mit China eben genau so wie im „1000 Jährigen Reich“ in Deutschland, der Staat und seine Gesellschaft sind Verbrechern in die Hände gefallen.
    In Deutschland hatte das ungeheure Opfer zur Folge, in China geschieht das selbe seit 1949 genau so auch.
    Erstaunlich, dass Deutsche über Trump fluchen, eure Sozis China beklatschen, und nicht erkennen wollen, dass China das ist, was Deutschland war…… ein von Verbrechern kontrollierter Staat.
    Ein Volk und eine Kultur die einer Bande von Kriminellen in die Hände gefallen ist.
    Wir sollten uns darauf vorbereiten China in die Schranken zu weisen.
    Für China sind wir nur als Absatzmarkt für ihre Massenprodukte, oder vielleicht besser gesagt, als Opfer ihrer Interessen vorgesehen.

    Zitat:
    „Doch durch die Reform sei die chinesische Gesellschaft in einen tiefgreifenden Wandlungsprozess eingetreten. Staat und Partei verlören teilweise ungewollt die Kontrolle, und der Marxismus als ideologische Legitimation werde durch traditionell-konfuzianische und marktwirtschaftliche Wertvorstellungen abgelöst. Es entstünden neue Eliten und eine große Distanz zwischen Reichen und Armen, sowie neue Formen sozialer Mobilität.“

    Wollen wir hoffen das der Schluss des Artikels zutrifft.
    Allerdings, kennt man die Geschichte Chinas und die Besonderheiten der „Asiatischen“ Kultur, so mache ich mir wenig Hoffnung.
    Chinas Verbrecherregime wird erst ….und nur blutig stürzen, wenn das Leid des Volkes enorme Ausmasse angenommen hat. Dieses Leid könnte auch die Unfreiheit oder der Konflikt der Chinesen zwischen Buddha, Konfuzius und den Regime der Kommunisten sein…… bei durchaus gewährleistetem Konsum seiner Bürger.

    Aber im Moment ist das Volk dort nur Knetmasse jener Verbrecher, die neuerdings auch Konfuzius gerne benutzen, um die Herde der Kulis ruhig zu halten.
    Unsere Schwäche macht diese Verbrecher arrogant, und nur das.

    1. Maos kommunistische System ist ausschließlich mit kommunistischen Systemen zu vergleichen, also mit denen von Lenin, Stalin, Pol Pot u.a., die Nachfolger Maos mit den Nachfolgern Lenins Stalins Pol Pots u.a.. Insgesamt haben sie mehr als 200 Millionen Tote auf dem Gewissen, davon allein China mehr als 100 Millionen Tote.

      Der abendländische Globalismus ist in seiner Art – selbstredend – nicht russisch/sowjetisch, chinesisch, kambodschanisch u.ä., aber doch ist der Theoriengeber des Kommunismus das Abendland und hat deswegen eben doch mit den kommunistischen Ländern anderer Regionen auf diesem Erdglobus etwas gemeinsam, besonders in jüngster Zeit. Wer will das noch bestreiten? Man hat manchmal sogar den Eindruck, als bekäme der heutige kommunistische Diktator in China seine Anweisungen direkt vom kommunistischen Global(ismus)diktator und wäre China die Testregion und das Musterbeispiel für die zukünftige Erde.

      Wer Kommunisten kennt, sich mit deren Theorie (reine Ideologie) und Praxis (reiner Terror – Mord und Totschlag ohne Ende!) wirklich beschäftigt oder wenigstens von den Praktiken kommunistischer Diktatoren etwas mitbekommen hat, weiß, was Kommunisten von Menschen halten: gar nichts bis auf die, die man als Sklaven ausbeuten kann. Wem dazu die Absicht der Globalisten einfällt, die Anzahl der Menschen auf rd. 7% zu verringern, hat höchstwahrscheinlich schon verstanden, was hier gemeint ist.

  5. Das sind so die gleichen Dinge die man über das aufstrebende Japan geschrieben hat.

    Auf einmal ist das ganze gut und toll. Dass die Herrschaften sich Hauptsächlich 1000 Jahre gegenseitig auf die Köpfe gehauen haben, entsetzliche Hungersnöte herrschten und der Regimewechsel Normalzustand war, fällt dabei flach.

    „Die sind erst zufrieden, wenn du am Boden liegst“ ist eine Aussage von nem Bekannten der dort jahrzehntelang Industrieanlagen hochgezogen hat. Akademisch zieseliert auch als Kotau vor dem Drachenthrton bekannt.

    Chinesen sind die härtesten Nationalisten wo gibt and, as my travels in Far East confirms:
    You never now what’s behind the smile.

    1. Trebon……
      Dass die Chinesen sich 1000 Jahre lang nur gegenseitig bekriegten, ist eine weit verbreitete falsche Sicht auch China.
      Tatsache ist, das die Fläche auf dem das heutige China liegt, vor 2000 Jahren von ganz verschiedenen Königsreichen bedeckt war. Diese Reiche wurden mittels Krieg zusammengeführt. Etwas was bei uns dummerweise gerne als „Einigung“ beschrieben wird.
      Aber sogar die Sprache war sehr verschieden, es gibt in China viele Sprachen die untereinander nicht einfach verstanden werden.

      Nun, wäre dem so, dass da nur etwas „geeint“ wurde, dann hätte Hitler ja auch nur „geeinigt“.
      China ist also bei Tage besehen …… nie friedlich gewesen. Sie wurden nur zur Enthaltung gezwungen durch die Umstände. Chinas Glauben, Konfuzius, die Mongolen, ihre spätere technische Unterlegenheit die um 1600 schon massiv zu Tage trat, die Niederlage gegen Japan beim Versuch einer Invasion, all das hat sie ruhiggestellt.

      Reiche und oder Gesellschaften die das Individuum nicht fördern, stehen nie an der Spitze, sondern die können zwar durchaus Massen an Menschen aufbieten, sind aber erfinderisch und technisch stets unterlegen.
      Japan ist das übrigens auch, sie sind keine Individualisten, sind stark im Weiterentwickeln von Dingen, die wir einst erfunden haben, aber sie sind eher schwach, was Neues angeht.

      China ist das noch weit mehr. Patentanmeldungen aus China sind stark untervertreten, misst man das an der Zahl von 1.4 Milliarden Menschen.
      Aber sie sind sehr gut im Kopieren.
      Da in ihrer Gesellschaft das Individuum wenig zählt, die Mehrheit aber alles, ist es ihnen auch weniger verständlich, warum sie unsere Patenten nicht einfach stehlen sollen.
      Bei uns ist eine Erfindung das Eigentum des Erfinders und wird auch so geschützt, in China soll sowas aber der Gesellschaft zustehen.

      Auf meinem Beruf machen sie heute Werkzeuge, die wirklich allerfeinste Qualität sind.
      Hersteller, die seit 250 Jahren solches in Europa produzieren und alle gängigen Muster einst erfanden, die verschwinden.
      Chinesen können ungeheuer viel Arbeitszeit in ihre Kopien stecken und sind dann noch etwas günstiger als die letzten 2-3 Firmen im Westen.
      Sie sind teuer und kopieren nur, das aber um jede Mühe. Auch wenn es bedeutet, es von Hand zu machen und sie dazu 7 mal so lange brauchen wie wir hier, sind sie noch konkurrenzfähig.

      1. @Walter Roth…. Da in ihrer Gesellschaft das Individuum wenig zählt, die Mehrheit aber alles, ist es ihnen auch weniger verständlich, warum sie unsere Patenten nicht einfach stehlen sollen.

        Erstaunlich ideologische Feststellung… denn in Wirklichkeit verhält es sich ja genau umgekehrt. Während der zweihundert Jahre in denen ein primitiver Westen ein technisch und wissenschaftlich weit fortgeschritteneres China dominierte…. haben die werte-Westlichen historischen Ganoven in China so ziemlich alles geklaut, was dann zur industriellen Revolution hier zu Lande geführt hat.

    2. Mit den zutiefst nationalistischen Chinesen wird der Wandel wohl nicht so „leicht“ vor sich gehen wie mit den nicht ganz so zutiefst nationalistischen Japanern und Südkoreanern.

      Die Chinesen ermordeten die meisten Menschen. Erst an zweiter Stelle folgen die Russen in dieser „Bilanz“. Aber die Chinesen und Russen als Nachfolger der Sowjets sitzen ständig im UNO-Sicherheitsrat. Wie soll man sie völkerrechtlich belangen? Außerdem wird die heutige Welt von eben genau diesen Verbrechern beherrscht. Seit wann bestrafen Verbrecher sich selbst?

  6. @Trebon ….. Chinesen sind die härtesten Nationalisten…… …

    Vermutlich haben Sie dabei nicht unrecht… zumindest kann man dauernd „nationale Entwicklung“ lesen und kriegt dies auch des öfteren zu hören.

    In diesem Sinne ist die chinesische Gesellschaft vermutlich mehr ein wir, als ein ellenböglerisches ich. ….. Trotzdem sollte man dies, nicht negativ falsch unter „Anpassung und Unterordnung“ darstellen. …. So zum Beispiel ist das Punktesystem nicht in erster Linie ein Kontrollsystem für einfache Leute. Es handelt sich dabei eindeutig um „Elitekritik“ gegen Korruption und sonstige wirtschaftliche Kriminalität. … So in der Reihenfolge der Kontrolle von Beamten , dann Politiker, dann Wirtschaftsführer und zuletzt der kleine Proles.

    Das ganze neue Denken läuft seit etwa 2008 unter dem Begriff „Neo-Konfuzianismus“. Hätten die Chinesen weitergemacht wie kurz vor dieser Zeit…. so um 1990 -2005 rum, wären diese bestimmt untergegangen oder in tausende Teile zerplittert.

    1. Richtig…..
      Trebon hat das schon erfasst.

      Ich habe eine Chinesin aus Nanking in der Familie.
      Wir hier im Westen nehmen einfach nicht zur Kenntnis, was dort die Militärs der Volksarmee so von sich geben.
      Und wenn wirs mal tun, relativieren wir es, indem wir vom ewigen Trauma der Opiumkriege sprechen.
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      Tatsache ist, die Generäle der KP sind Nationalisten und hegen Eroberungspläne.
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      Und die betreffen nicht nur Taiwan, sondern viele Inseln, das Südchinesische Meer, Teile Russlands und anderes.
      Japan und Korea gehören in ihrer Sicht auch ganz klar unter ihren Einfluss, Europa will man wirtschaftlich abhängig sehen.

      Leider haben wir wenige Chinesen hier im Westen, die politisch aktiv sind und uns aufklären.

      1. @Walter Roth…. Tatsache ist, die Generäle der KP sind Nationalisten und hegen Eroberungsplän. Und die betreffen nicht nur Taiwan, sondern viele Inseln, das Südchinesische Meer, Teile Russlands und anderes.

        Ja nun, welches innovative Land hat diese nicht. Der Unterschied zum werte-Westlichen Imperealismus welcher auf Mord und Totschlag beruht, und ausser Raub kaum mehr Innovationen verbreitet, setzen die hochentwickelten und dauernd innovativ voranschreitenden Chinesen, doch fast ausschliesslich auf Kooperation…. …. Ja China ist in der Zwischenzeit sogar zum begehrten Einwanderungsland geworden.

  7. FREIHEIT bedeutet letztlich nichts anderes als FREI-VON-SCHULD-SEIN. Diese wahre (!) Freiheit lässt sich – vom Individuum genauso wie vom Kollektiv – nur erlangen, indem es sich wissend (!) einfügt (!) in die ehernen Gesetze Gottes in der Schöpfung. Jede andere sogenannte „Freiheit“ ist nur Einbildung, Illusion, Täuschung, Lüge: teuflische Ablenkung vom Wesentlichen.

    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2019/12/16/das-kollektiv-jagt-die-individualitaet-oder-christenverfolgung-weltweit/#comment-13388

    1. @Walter Roth …. Wer wissen will was China ist…… Organraub& CO.

      Der Artikel strotzt vor „wenns“ und „könnte“, und sonstigen Vermutungen. …… ganz ähnlich wie bei den Clintons, die angeblich teuflische Praktiken mit Kindern betreiben oder die chinesischen Gulags mit den Uriguren….. und vermutlich auch der reichste Multimilliardär der Welt, wie manche vermuten, Putin gehören allesamt in den gleichen Korb von Mist.

      Ohne Beweise sollte man solche miese werte-Westliche PR nicht verlinken

    2. @ Walter Roth zum Thema „Organraub in China: Transplantationsarzt berichtet über »Merkwürdigkeiten« in Klinik.“

      Dieses Beispiel zeigt wieder sehr gut, wie sehr, wie „gut“ Kapitalismus und Kommunismus zueinander passen und eben nicht Klassenfeinde sind, sondern beide den gemeinsamen Klassenfeind haben: das Bürgertum (als die Leistungsträger, die Mittelschicht). Deshalb paßt auch China so „hervorragend“ zum ebenfalls Kapitalismus und Kommunismus frönenden Globalismus, dem es auf dem Weg zu einer neuen Spezies, die sich von der übrigen Menschheit also auch biologisch trennen will, auch um die völlige Ausbeutung des Bürgertums (der Leistungsträger, der Mittelschicht) geht – danach werden sich diese Glozis wohl selbst zerfleischen.

  8. „Während bei uns der einzelne Mensch nach Selbstbestimmung und Freiheit strebt, ist er dort bis heute in hierarchischen Strukturen der Gemeinschaft und des Staates eingeordnet, deren unselbständiger Bestandteil er ist
    und deren Regeln er lebenslang Gehorsam schuldet.“

    China wurde bereits vor tausenden von Jahren begründet, lange bevor Konfuzius lebte, und Jahrtausende bevor Christus auf Erden erschien, und man nennt diese Zeit die prähistorische Zeit, über die auch heutige chinesische Historiker bekennen, nicht viel zu wissen, ausser dass ein gewaltiger Meteor nahe dem gelben Fluss einschlug.
    Konfuzius hat ja auch das I GING kommentiert, das allerdings zurückreicht bis in jene prähistorische Zeit und eigentlich schon ein auf ASTRONOMIE beruhendes Orakel ist. Auch der Kompass soll eine chinesische Erfindung sein, wie auch das Papier, das Pulver und die Seide es sind..

    Das heutige China ist durch den Materialismus des Karl Marx , der alles Spirituelle leugnet, völlig um seine geistigen kulturellen Wurzeln gebracht worden, und es läuft wie eine Riesenschildkröte demjenigen hinterher, der auf ihrem Rücken hockt und ihr ein Salatblatt vors Maul hält. Gerade weil bei uns der Mensch nach Freiheit strebt, werden auch wir von demselben Reiter, der auf dem Rücken der Schildkröte hockt und die Richtung vorgibt, um unsere Freiheit gebracht.
    Wer nur etwas historisches Wissen hat, das um 150 Jahre zurück reicht,wird wissen, welchen Reiter ich meine.

    Wenn Kalle Möllman von „toten Seelen“schreibt, die in Europa dem Materialismus huldigen, dann sind diese Seelen tot, weil es im Materialismus – Bewusstsein keine Geister und Seelen gibt, und durch die elendige Gleichschaltung sind heutzutage auch die Chinesen daran gehindert, ihre eigene Kultur zu beleben.
    Wie grossartig und schön waren die chinesischen Malereien, die einzigartig sind, und vergleichen wir die mit heutigen Dingen, die China hervorbringt, die nur noch Massenware sind, nur noch Plastikmüll sind, dann ahnen wir, welcher Reiter es ist, der auf dem Rücken Chinas sitzt. Ist es nicht derselbe, der auch uns im Nacken sitzt ?

    1. Wir können uns auf eine sogar noch ältere Tradition berufen als die Chinesen. Bei uns hat sich seit vielen tausend Jahren die Zusammensetzung der Bevölkerung nicht geändert seit der Einwanderung der Indogermanen, zu denen u.a. auch die Kelten und die Germanen gehören, die anfangs noch ein Volk waren.

      Die Zusammensetzung der Bevölkerung beginnt sich erst jetzt bei uns zu ändern – durch die von kriminellen Machenschaften verursachte Massenzuwanderung.

      China erlebt dagegen gegenwärtig lediglich eine Binnen-Massenwanderung. Darum ist sie für China zunächst einmal auch kein großes Problem, unsere für uns hingegen schon, weil sie von außen kommt und zumeist obendrein ein Problem verursachen soll, nämlich Krieg mit allen Implikationen.

      Wir sind Kantianer, die Chinesen sind Konfuzianer. Das sagte auch Helmut Schmidt einst, nachdem er als Bundeskanzler China besucht hatte, der KP-Chef hätte ihn mit den Worten „Sie sind ein Kantianer“ begrüßt und Schmidt ihm geantwortet: „Und Sie sind ein Konfuzianer“.

      Bei uns spielt der Einzelne eine große Rolle, wenn nicht sogar die Rolle schlechthin, während es in China genau umgekehrt ist. Trotzdem gibt es auch Gemeinsamkeiten, denn auch in Gruppen, in den den der Einzelne einen hohen, wenn nicht sogar den höchsten Wert hat, muß es, wenn diese Gruppe zusammen auftreten und sich verteidigen will, ein Zusammenhalt, eine Gemeinschaft, ein Kollektiv geben. In China ist dies Bewußtsein für das Kollektive früher historisch gewachsen, seit Mao aber von oben befohlen. Bei uns ist es nur historisch gewachsen – daran haben auch etwaige totalitaristische Ausbrüche nichts ändern können, was wiederum an der im Grunde an der auf den Einzelnen ausgerichteten Struktur in unserem Gemeinschaftswesen liegt. Von daher wird es nicht einfach sein, in China abendländische Werte einzuführen, zumal das in der Vergangenheit ja auch schon versucht worden ist – bekanntlich ohne Erfolg.

      1. „Wir sind Kantianer, die Chinesen sind Konfuzianer.“

        Kant scheint mir zumindest der Philosoph der Politiker zu sein, worauf ja auch @ Alf hinweist, indem er den früheren Bundeskanzler Schmidt erwähnt. Doch es gibt eine Philosophie,welche die des Kant überragt:“Die Philosophie der Freiheit“, R.S., die besonders von der Politik hierzulande ignoriert wird, wie es auch Hegel `scher Philosophie hierzulande erging.In den USA ist Hegel ein Thema.
        Ist Konfuzius ein Thema in China ?

        Was mir merk – würdig erscheint, würdig, bemerkt zu werden, ist der Unterschied zwischen Russland und China, denn Russland hat sich vom Kommunismus befreien können,auch dank der Intelligenz des Putin.
        Doch China ist es erst gelungen, sich von Mao zu lösen, der Millionen von Todesopfern forderte und die Generationen gegeneinander aufputschte. Mao soll ein Agent des „deep state“gewesen sein.

        Die grösste Gefahr für UNS hierzulande ist heute erst voll sichtbar geworden: Es ist die durch politisch um die WISSENSCHAFT gebrachte Schulen und Hochschulen, die UNS für dumm VERSCHACHERN wollen und deswegen ALLES tun, um einer Wirtschaft dienstbar zu sein, die MENSCHEN wie Tiere im Versuchslabor betrachtet.

  9. „So schuldet der Jüngere dem Älteren stets Respekt und Gehorsam,……“

    Für das materialistisch geprägte Bewusstsein sind Zeit und Raum unveränderbare Grössen. Wer der Jüngere im Vergleich zu seinen irdischen Eltern ist, scheint klar wie Klossbrühe zu sein.
    Solange wir die zwei Begriffe:Körper & Seele gleichsetzen, ist es klar wie Klossbrühe, und jeder, der dem widerspricht, ist ein Lügner.

    Als ich ca. 17 oder 18 Jahre alt war, stand ich vor meinen Eltern, die auf einem Sofa sassen. Es war ein kurzer Moment von ein paar Sekunden, in dem ich empfand: Das sind meine Kinder.
    Natürlich wusste ich, dass die Zwei meine Eltern waren, aber ich erlebte sie als meine Kinder. Verjüngt zu Kindern.
    Und ab dem Augenblick traf ich meine eigenen Entscheidungen selber und beging auch meine eigenen Fehler selber.

    Ist es im heutigen China, das zuerst um Geist & Seele betrogen wurde, danach um die Freiheit, unmöglich, soetwas zu erleben ? Ist etwa die Partei Vater & Mutter der Chinesen ? Yin & Yang ??
    Wenn sich -wodurch auch immer – das Bewusstsein der Chinesen betreffs Zeit & Kosmos wieder ändert, wird vielleicht die noch herrschende Partei auf einem Sofa sitzen und auf Kindergrösse schrumpfen.
    Und dann bekommt erst SINN, wenn die moderneren Chinesen das WESENTLICHE des Satzes erfassen: So schuldet der Jüngere dem Älteren stets Respekt & Gehorsam.“
    Alles Klossbrühe ???

  10. @ Herbert Ludwig:
    „Die Frage bleibt aber, ob diese Veränderungen so tiefgehend sind, dass sie auch die im Unterbewusstsein liegenden traditionellen kollektiven Verhaltensweisen verwandeln.“

    In Japan und Südkorea, die historisch ähnlich gewachsen sind, hat es zumindest teilweise bzw. sogar so sehr geklappt, daß beide wirtschaftspolitisch als Teile des Westens betrachtet werden können. Doch das Problem liegt aber auch gerade beim Wort „wirtschaftspolitisch“, denn: den Globalisten, die die Wirtschaftspolitik mittlerweile bei weitem mehr bestimmen als die Politiker in den jeweiligen Nationen, ist es gleichgültig,welcher Tradition, welcher Religion, welcher Ethik u.a. ein bestimmtes Volk folgt. Sie bestimmen es einfach.

    Im Falle Chinas kommt noch etwas hinzu, was in Ihrem Text auch schon erwähnt ist: es ist die Kombination aus den vier Säulen, die die heutigen Chinesen (noch) als kulturelle Gemeinschaft bestimmen, und diese drei Säulen sind der Taoismus, der Konfuzianismus, der aus Indien importierte Buddhismus und der aus dem Westen importierte Kommunismus. Das wird schwierig werden, angesichts der gegenwärtigen katastrophalen Zustände der Weltwirtschaft erst recht.

  11. Die abendländische Technik und der abendländische Wohlstand sind das an der abendländischen Moderne, was den Nichtabendländern gefällt, den abendländischen Rest aber lehnen sie strikt ab. Da hier CHINESEN das Thema sind, sei erwähnt, daß auch die Chinesen die abendländische Technik und den abendländischen Wohlstand gerne übernehmen wollen, den abendländischen Rest aber nicht. Wenn aber wegen der Weltwirtschaftskrise auch in China der ohnehin noch bescheidene Wohlstand zurückgehen wird, dann werden die Chinesen sich ihrer eigenen Überlieferung noch mehr widmen, sich folglich dem Abendland gegenüber noch mehr verschließen. Dieses Verschließen hat übrigens ebenfalls Tradition in China.

    Würde es dagegen mit dem Wohlstand weiterhin aufwärtsgehen, dann würde die Wahrscheinlichkeit für die Abnahme des Traditionsbewußtseins zunehmen, denn Wohlstand und Tradition korrelieren miteinander, wie gesagt: steigender Wohlstand geht mit sinkendem Traditionsbewußtsein einher.

    Die Geschichte hat das deutlich gezeigt.

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