Die Vertrocknung des Lebens

Die Vorstellung, dass die irdische Welt die einzige Wirklichkeit und aus sich selbst erklärbar sei, führt dazu, dass auch die irdischen Verhältnisse nur aus dem an die Sinne gebundenen rationalen Verstand gestaltet werden. Doch das materielle Dasein für sich ist sinnlos und ihr Ende vollkommen hoffnungs- und trostlos. – Nur der Leib des Menschen ist der irdischen Materie entnommen, dient aber als Werkzeug seines Geistes, der aus einer höheren Welt stammt, in die er mit seinen irdischen Erfahrungen zurückkehrt. Die materielle Welt ist Feld der weisheitsvollen Entwicklung des menschlichen Geistes. Wenn die irdischen Lebensverhältnisse nicht immer wieder aus dieser höheren Weisheit gestaltet werden, müssen sie verdorren und zugrunde gehen. Weiterlesen „Die Vertrocknung des Lebens“

Die Heilige Nacht

Die Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag unterscheidet sich von allen Nächten des Jahres. Es wohnt ihr objektiv ein besonderer Zauber inne – nicht weil die Menschen ihr erwartungsvoll entgegenleben, sondern sie leben ihr entgegen, weil sie diesen Zauber hat. Man macht sich das nur nicht ganz klar. Zwar ist Weihnachten zumeist zu einem Familienfest reduziert. Aber die Einsamkeit in dieser Nacht macht eben auch krassen Materialisten und Ungläubigen zu schaffen. Denn was sich in ihr abspielt, lässt sich nur voll in der Gemeinschaft mit anderen Menschen erleben – oder auch zudecken. Weiterlesen „Die Heilige Nacht“