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Gemeinsamkeiten zwischen autoritären Herrschaftsformen und der heutigen Demokratie

13. Juli 2015

Kritiker der Demokratie behaupten, diese sei von faschistischen Elementen durchsetzt und nehme immer mehr totalitäre Formen an. Andere nennen die Europäische Union eine mit demokratischen Versatzstücken getarnte Diktatur, die strukturell der bolschewistisch-sozialistischen UdSSR gleiche, und nennen sie daher EUdSSR. Ist das billige, nicht ernst zu nehmende Polemik, oder enthalten solche Vorwürfe etwas Berechtigtes?

Nationalsozialismus

Für die Ideologie des Nationalsozialismus war der einzelne Mensch unselbständiger Bestandteil der in der bestimmten Rasse verankerten Volksgemeinschaft. „Unser nationalsozialistisches Programm setzt an die Stelle des liberalistischen Begriffs des Individuums (…) das blutbedingte, mit dem Boden verbundene Volk“, sagte Hitler programmatisch am 30. 1. 1937.1 Also „der Einzelne ist nichts, das Volk ist alles.“ Aus dem gemeinsamen Blut, das alle durchströmt, steigt danach instinktiv auf, was das gemeinsame Denken und Fühlen und den einheitlichen Willen eines geschlossenen Volkskörpers in seiner Selbstbehauptung, seinen kulturellen Leistungen und seinem expansiven Herrschaftsanspruch ausmacht. Aus dem Vorrang des Volkes resultiert die Nachrangigkeit des Einzelnen, der für die angeblichen Interessen des Ganzen erforderlichenfalls rücksichtslos zu opfern ist.

Das Blut bringt aber, so die weitere Vorstellung, unterschiedliche Persönlichkeiten hervor. Diejenigen, die in besonders hervorragender Weise die Anlagen und Fähigkeiten des Volkes verkörpern, seien in den verschiedensten Ebenen zu den Lenkern der großen Masse vorbestimmt. An ihrer Spitze steht eine alle überragende Gestalt, in der sich die Kraft und der Wille der Blutsgemeinschaft am reinsten und mächtigsten manifestiere, so dass er von der „Vorsehung“ zum natürlichen Führer und Gesetzgeber des ganzen Volkes auserwählt sei. Der Rückgriff auf die „Vorsehung“ vermittelte dem Führer und seinen Satrapen eine höhere Weihe durch ungenannte göttliche Mächte, in deren Auftrag und Mandat sie gleichsam handelten und regierten. Sie waren im Grunde Herrscher von „Gottes Gnaden“. Und aus uralten Zeiten stammte der hoheitliche Anspruch, die Menschen geistig, sozial und rechtlich als geschlossenen Volkskörper in einem Einheitsstaat zu versorgen und zu umhüllen.

Die Rassen- und Blutideologie des Nationalsozialismus war der schlimmste Rückfall in mehr als dreitausend Jahre zurückliegende Gemeinschaftsformen der Menschheit, die damals der natürlichen Entwicklungsstufe entsprachen, aus denen aber die europäischen Völker mit Beginn der griechisch-römischen Kultur herausgewachsen und der einzelne Mensch sich zur davon unabhängigen, selbstbestimmten Individualität emanzipiert hat. Und das hierarchische Machtprinzip eines göttlich auserwählten Einzelnen bzw. einer Blutaristokratie war der wüsteste Rückfall in die überwundene Herrschaft einer alten Abstammungs-Aristokratie und eines königlichen Gottesgnadentums, das schon zum Ende des Mittelalters seine innere Berechtigung verloren hatte und von den europäischen Revolutionen der Neuzeit hinweggefegt worden war (vgl. „Geschichtliche Entwicklung der Macht“ in: Der Staat als Instrument).

Britischer rassistischer Nationalismus

Der Rassismus liegt nicht nur dem Nationalsozialismus und den anderen Erscheinungsformen des Faschismus zugrunde, sondern auch – und das ist allgemein weniger bekannt – dem Denken britischer Eliten. In Großbritannien lebte bereits im 19. Jahrhundert und früher in Kreisen der adligen, politischen und wirtschaftlichen Führungsschicht eine starke Überzeugung von der besonderen Bestimmung der „angelsächsischen Rasse“, wobei Rasse mehr im Sinne von Blutsgemeinschaft der britischen Oberschicht und im weiteren des Volkes gemeint war. Großen Einfluss hatte hier der Schriftsteller und Kunsthistorikers John Ruskin (1819-1900), der befürchtete, dass die „großartige“ Tradition und Lebensweise der anglo-saxon Upper Class als „Herrenrasse“ unweigerlich dem Untergang bestimmt sei, falls es nicht gelänge, ihre Vorstellungen und Werte in erzieherischer und eugenischer Form auf die unteren Klassen Britanniens und des Empire auszudehnen. Denn England sei zur Weltherrschaft vorherbestimmt. „Noch sind wir nicht rassisch degeneriert, in uns fließt bestes nordisches Blut.“ Es sei eine Frage von Gedeih oder Verderb, dass England sich durch Kolonisierung jedes Stück Land einverleibe, auf das es seinen Fuß setzen könne, um die Macht Englands über Land oder See zu verbreitern.2 Wenn es um „Gedeih und Verderb“ der britischen Rasse geht, zählt auch hier letztlich trotz aller Menschenrechte das Leben der einzelnen Menschen nichts, die notfalls ihrem Gedeihen geopfert werden müssen.

Von diesen Gedanken waren insbesondere die Kreise um Cecil Rhodes und Alfred Milner erfüllt, aus denen der elitäre Zirkel des „Round Table“ hervorging, dessen Mitglieder immer mehr Politik und öffentliche Meinung bis zum Ersten Weltkrieg und darüber hinaus beeinflussten und bestimmten. Milner hatte ein eigentümlich ´national-sozialistisch` geprägtes, von einem aristokratischen Sendungsbewusstsein durchglühtes Weltbild. Er träumte „von einer Verschmelzung aller Angehörigen der ´angelsächsischen Rasse` zu einer ´großen Familie, durch unauflösliche Bande mit verwandten Familien in anderen Teilen der Welt verknüpft`.“ Dieses staatlich-nationale Gemeinwesen müsse wegen der bedrohlichen Lage des Industrieproletariats zu einem intervenierenden Wohlfahrtsstaat mit einem liberalen ´Staatssozialismus` werden. Ein solcher hätte nämlich den Vorteil, dass er die oligarchische Herrschaftsform Großbritanniens nicht antaste.2
Hitler blickte mit Bewunderung nach England, und hier lassen sich Keime für Vorstellungen des deutschen Nationalsozialismus ausmachen. Viele Gefährten Milners zählten in den dreißiger Jahren konsequenterweise auch zu den Appeasers (Beschwichtigern) von Hitler.3

Alfred Milner, der dem britischen Kabinett während des Ersten Weltkrieges angehörte, notierte kurz vor seinem Tode 1925 sein Credo: „Ich bin ein britischer (zuvorderst ein englischer) Nationalist. Wenn ich noch ein Imperialist bin, dann deshalb, weil das Schicksal der englischen Rasse … darin bestand, frische Wurzeln in entlegenen Teilen der Welt zu schlagen. Mein Patriotismus kennt keine geographischen, sondern nur rassische Grenzen.“ 2

Die Vorstellung von der „auserwählten Rasse“ gründet in dem Glauben an eine besondere Beziehung zu Gott, der das britische Volk vor allen anderen Völkern mit einer einzigartigen Mission ausgestattet habe. „Der Messianismus der english-speaking idea, wie er von Rhodes, (William Thomas) Stead, Milner,(Philip) Kerr, (Lionel) Curtis und anderen unter Verwendung biblischer Sinnbilder mehr oder weniger offen vertreten wurde, wollte das Himmelreich, ´civitas dei` auf die Erde holen, in der irdischen Welt verwirklichen. ´Mir scheint, Ihre und meine Ideen bedeuten dem Inhalt nach, die Stadt Gottes unserer Erleuchtung gemäß neu zu erbauen`, hatte Stead an Rhodes geschrieben.“ 4 Alfred Milner bezeichnete die „britische Rasse“ als „ein einziges staatliches Gemeinwesen“ (one body-politic), in der „die verschiedenen Klassen und Abteilungen dieser Gemeinschaft Glieder dieses Leibes sind, und wenn ein Glied leidet, alle Glieder leiden.“ Damit übernahm er fast wörtlich eine Stelle aus dem Neuen Testament (1. Kor. 12:12-13), setzte aber an die Stelle des Geistleibes Christi das staatliche Gemeinwesen der britischen Rasse.5
In der obersten Klasse des Volkes sah man natürlich die Prinzipien und Bestrebungen der britischen Rasse in besonders hervorragender Weise zum Ausdruck kommen, so dass dieser Elite ein natürlicher Führungsanspruch zustehe.

Diese Ideologie der britischen Eliten steht bis heute hinter der britischen Politik. Sie treten nur nicht so plump wie die deutschen Nationalsozialisten mit einer offenen autoritären Herrschaftsform auf. Sie verbergen sie hinter den aus den Tiefen des individuellen Freiheitsstrebens entstandenen Strukturen der auf halbem Wege stecken gebliebenen Demokratie, die sie mit Hilfe ihres Reichtums, ihrer privilegierten Bildung und ihres medialen Einflusses auf die öffentliche Meinung dominieren. Da die heutige Demokratie noch von Machtstrukturen aus autoritären Staatsformen durchsetzt ist, durch die eine gewählte Elite das Volk beherrschen kann, machen sie sich zur einzigen, dauerhaft präsenten Elite, die nur Scheinalternativen anbietet, so dass ihre ständige Wiederwahl und die Etablierung einer Oligarchie hinter demokratischer Fassade gesichert ist.

Religiöser Nationalismus in den USA

Mit der Besiedelung Amerikas waren auch religiöse Heilserwartungen verbunden. Für die Puritaner, Presbyterianer und Kongregationalisten in den Siedlungen Neuenglands und Virginias sowie für die irisch-schottischen Siedler Pennsylvaniens und Carolinas war „´die Neue Welt` ein ´Gelobtes Land`, in das sie aus der Knechtschaft des alten Kontinents Europa aufgebrochen waren wie einst die alten Juden aus der ägyptischen Gefangenschaft. Und wie jene war man von Gott in einem heiligen Bund (Convenant) auserwählt worden, um in Neu-Israel, auf dem Boden Amerikas, Gemeinschaften zu begründen, welche den ´Commonwealth of God`, das Reich Gottes auf Erden, in Rechtschaffenheit, Freiheit und Frieden verwirklichen würden.“ 6 Diese Utopie der frommen Siedler war allerdings von einem großen Misstrauen gegen jede Ballung und Zentralisierung staatlicher und wirtschaftlicher Macht durchdrungen.

Die aufkommende imperialistischen Strömung in den USA drängte jedoch wie in England den religiös puritanische Ansatz in den Hintergrund, übernahm aber vielfach die Sprachhülsen und Symbolbilder der Puritaner (Commonwealth, Covenant, City of God) und verlieh diesen Formen „einen diametral entgegengesetzten Inhalt, indem der imperiale Staat den Platz der autonomen, auf ihren Glauben gegründeten Siedlergemeinschaften beanspruchte.“ 7
Der Schriftsteller Herman Melville (1819-1891) schrieb in seinem Roman White Jacket (1850): „Wir Amerikaner sind ein besonders auserwähltes Volk – das Israel unserer Zeit, wir tragen die Arche der Freiheiten der Welt.“ 8 Dieser American Dream wurde von den Imperialisten elitär gedacht, getragen von den wenigen, die hinter äußeren Schlagworten ihre Zielsetzungen verfolgten und davon träumten, im 20. Jahrhundert, dem kommenden American Century, in die Fußstapfen des britischen Weltreichs zu treten.9

So durchdrangen sich in den USA Religion und Politik, wenngleich verfassungsrechtlich getrennt, zu einer Art „Zivilreligion“, in der die Vorstellung einer „Nation unter Gott“ für die Bürger identitätsstiftend wirkt, wie der Soziologe Robert N. Bellah bemerkte.10  Dieser Patriotismus mit religiösem Charakter äußert sich in der Öffentlichkeit z. B. darin, dass „die Fahne überall eine fast sakrale Verehrung (erfährt); die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung werden in der Hauptstadt Washington wie in einem Schrein aufbewahrt, und überlebensgroße Monumente erinnern an „Heilige“ und „Märtyrer“ der amerikanischen Geschichte.10

Das Verhältnis zu Gott wird als das eines besonders auserwählten Volkes gedeutet, dem von Gott die besondere geschichtliche Mission zuerteilt sei, ein Modell für Freiheit, Gleichheit und Demokratie zu errichten, das über die ganze Welt zu verbreiten sei. Schon James Madison, einer der Gründerväter der USA, bezeichnete 1788 die Verfassungsdiskussion als einen politischen Prozess, der die „göttliche Verheißung“ erfüllte. George W. Bush bemerkte während seiner Wahlkampagne im Jahr 2000 in einer Rede vor der jüdischen Organisation B’nai B’rith: „Unsere Nation ist von Gott auserwählt und von der Geschichte beauftragt, ein Modell für die ganze Welt zu sein.“ 10 Und Obama sagte vor ca. einem Jahr vor Offiziersanwärtern: „Ich glaube an die Einzigartigkeit der USA – mit allen Fasern meines Seins.“ 11 In der Einzigartigkeit spricht sich ein extremer Nationalismus aus, der die eigene Nation über alle anderen stellt und sie zu beherrschen trachtet. Auf der Homepage der US-Armee heißt es daher auch lapidar: „Die U.S. Army trägt in 51 Staaten in Europa und Eurasien die Verantwortung für die Durchsetzung der strategischen Interessen der USA.“ 11
Auch hier folgt aus der Überordnung der Nation und ihrer angeblichen Interessen über die Einzelnen ihre gegebenenfalls kalte Opferung und erst recht die massenhafte Eliminierung der Menschen anderer Nationen.

„Die amerikanischen Präsidenten wirken gleichsam als Hohepriester dieser quasireligiösen Selbstinterpretation. Dazu gehört zum Beispiel das gewissermaßen „monarchische“ Auftreten des Präsidenten, das von einem erstaunlichen, symbolhaften Zeremoniell umgeben ist. (…) Bei ihren Antrittsreden sind zivilreligiöse Inhalte zu einem zentralen Gegenstand geworden; die Präsidenten legen damit gleichsam im Namen des ganzen Landes ein rituelles Glaubensbekenntnis ab. Der Präsident präsentiert sich dabei als Sprecher der Nation, der den kollektiven Willen verbalisiert. Gezielt wird mit religiösen Symbolen und Metaphern an das Wahlvolk appelliert. Darüber hinaus enthalten viele Reden aber auch ausdrücklich religiöse Elemente und Passagen, die über das rein Metaphorische deutlich hinausgehen. Kaum eine Ansprache endet ohne das obligatorische „God bless America!“ (…) Ronald Reagan porträtierte die USA 1974 in einer Rede vor der „Conservative Political Action Conference“ als „City upon a Hill“, eine Metapher für das biblische Jerusalem.“ 10

Solche religiösen Bezüge sind nicht Ausdruck der persönlichen religiösen Haltung des Redners, sondern Teil des gleichsam hohepriesterlichen Rituals des Präsidenten, der als höchster Repräsentant der Nation die Einheit des kollektiven Willens der Menschen mit dem Willen Gottes feierlich zum Ausdruck bringt. Der Präsident und seine Minister erhalten so unterschwellig eine göttliche Weihe, die sich suggestiv an das Gottesgnadentum früherer Monarchen anlehnt. Der Präsident wird zwar gewählt, geht aber aus einer Elite hervor, in der sich dem Anspruche nach in besonderer Weise die Fähigkeiten der auserwählten Englisch-sprechenden „Rasse“ konzentrieren, die daher gleichsam auch gottgewollt berechtigt ist, die große Masse der Nation zu führen.

Sowjetunion

In der kommunistischen Ideologie tritt an die Stelle des Blutszusammenhanges der Rasse der gesellschaftliche Zusammenhang der proletarischen Klasse. Sie ist ebenso wie die Rasse dem Einzelnen übergeordnet. Ihr hat er zu dienen und zu gehorchen. Ihren angeblichen Willen formulierte und vertrat einzig und allein die kommunistische Partei, in der sich die selbsternannten Eliten des Proletariats sammelten, die die ganze Gesellschaft in all ihren Institutionen durchdrangen und bestimmten. Nur sie konnten als Räte (Sowjets) in das nominell gesetzgebende Parlament, den „Kongress der Volksbeauftragten“ gewählt werden, der wiederum einen ständigen legislativen Rat, den „Obersten Sowjet“, als oberste Volksvertretung wählte. Dieser bestimmte „das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte, und überwachte den (von ihm ernannten) Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef.“ (Wikipedia) Es war die Diktatur einer als Einheitspartei verfassten Elite, die Gesetzgebung, Regierung und Justiz in der Hand hatte.

Ihre Macht gründete in dem angeblichen Willen der ökonomischen  Klasse des Proletariats, den sie zu erkennen und zu vertreten beanspruchten und dem sich der Einzelne nicht widersetzen durfte, wollte er nicht als „Konterrevolutionär“ und Schädling der Arbeiterklasse rücksichtslos eliminiert werden, was ja millionenfach geschah. Wie im Faschismus setzte sich innerhalb der ebenfalls hierarchisch strukturierten Partei gewöhnlich eine starke, charismatische Führergestallt an die Spitze, die ihren alleinigen Willen zum Gesetz erhob. Nur griff sie nicht auf eine göttliche Legitimation zurück, da in der Gesellschaftsideologie des „historische Materialismus“, die Religion nur als imaginärer Überbau gilt, der aus den ökonomischen Prozessen wie Rauch aufsteigt. Der Machtanspruch erhob sich aus der aufgeblähten Maßlosigkeit des niederen Ego, das die wahre Würde des höheren Menschen nicht kennt, und alle vernichtet, die ihm im Wege stehen.

Die parlamentarische Demokratie

Die heutige Demokratie ist aus der Emanzipation der Individualität aus überkommenen Machtverhältnissen hervorgegangen, in denen einzelne oder mehrere aus originär eigenem Machtanspruch eine legitime Herrschaft über die Menschen behaupteten. Doch im Streben, die Alleinherrschaft eines oder weniger Einzelner in eine Herrschaft aller Einzelnen umzuwandeln, glaubte man nicht auf Machtausübung verzichten zu können; nur sollte sie in der Wahl aller ihre jetzt von unten kommende Legitimation erhalten. So blieben alte hierarchische Machtstrukturen bestehen, die jetzt von erlaubten Machthabern besetzt wurden. Damit wurde aber das Diktat von Menschen über Menschen, das deren Freiheit und Selbstbestimmung aufhebt, nicht beseitigt. „In der Diktatur wirst du unterdrückt und hast keine Wahl. In der Demokratie kannst du wählen, wer dich unterdrückt“, brachte der Kabarettist Erwin Pelzig den minimalen Unterschied auf den Punkt.

Die Wahl einer von unten legitimierten Schicht von „Volksvertretern“ wird zudem zur Farce, wenn sich selbsternannte Eliten im Hintergrund in Logen, Clubs und vordergründig in Parteien organisieren, die ein Monopol in der Aufstellung aller Wahlkandidaten erwerben und sich so als permanente Machtkaste dauerhaft festsetzen. Sie durchdringen in den entscheidenden Stellen die Institutionen der formal in Legislative, Exekutive und Judikative aufgeteilten staatlichen Gewalt und heben die gegenseitige Kontrolle und Balance der Macht faktisch auf. Hinter der Fassade medial gefeierter scheindemokratischer Wahlrituale verbirgt sich die Oligarchie einer Kaste, die sich vom Volk längst entfernt hat und den staatlichen Herrschaftsapparat als Instrument ihrer Interessen benutzt.

Die heutige Form der Demokratie unterscheidet sich im Grunde strukturell nur wenig von den autoritären Herrschaftsformen des Faschismus oder Kommunismus. Hier wie dort liegt die Macht über Menschen in den Händen einer selbsternannten Elite, die sich dort in einer einzigen, hier in mehreren, aber weitgehend konformen Parteien politisch organisiert. Durch das Kandidaten-Monopol dringen nur Parteimitglieder in die Schaltstellen der Macht, so dass es die herrschende Partei ist, die faktisch überall die Gewalt in den Händen hat und den staatlichen Institutionen ihre Inhalte diktiert. Natürlich, Achtung der Menschenrechte und allgemeine Rechtssicherheit sind in der Demokratie ungleich weiter entwickelt. Es geht hier nur um die Strukturen der Macht.

Indem die „Volksvertreter“ die ihnen übertragene Macht teilweise an die von ihnen gewählten Regierungen, also an Vertreter von Vertretern, weitergeben, ohne dass das Volk einen Einfluss darauf hat, entfernt sich die Macht noch weiter von ihm. Die Regierungen verbinden sich schließlich mit Regierungen anderer Länder zu internationalen Organisationen wie die EU, die eine quasistaatliche Form erhält, in der Regierungsmitglieder, also Vertreter der Vertreter, als Gesetzgeber fungieren und Kommissare einer EU-Überregierung, also Vertreter der Vertreter der Vertreter des „souveränen Bürgers“ ernennen. Hier entspricht das Gremium der Regierungs- oder Staatschefs, der „Europäische Rat“, in der Tat dem Obersten Sowjet, in dem auch Vertreter von Vertretern saßen, die fernab vom Volk Kommissare als Überregierung über alle sowjetischen Volksrepubliken ernannten. Es ist daher, was die teilweise sogar namensgleichen Machtstrukturen angeht, nicht aus der Luft gegriffen, die EU eine EUdSSR zu nennen. Auch inhaltlich ähnliche sozialistische Elemente auszumachen, wäre ein eigenes Thema.

Fazit

In allen genannten Gesellschaftsformen einschließlich der heutigen Demokratie übt eine Oberschicht über die anderen Menschen die Herrschaft aus. Im Faschismus wie auch im anglo-amerikanischen Nationalismus wird ihre Machtausübung aus dem rassistischen Anspruch einer bevorrechtigten, gleichsam von höheren Mächten auserwählten Elite, also aus einem mehr oder weniger offenen oder versteckten Rückfall in längst vergangene Herrschaftsstrukturen begründet. Im Kommunismus resultiert die Usurpation der Macht in der gewaltsamen Umkehrung der alten Ständestruktur, indem sich der unterste Stand, das Proletariat, zum obersten und alle anderen beherrschenden aufschwang. Nur wird hier die Macht nicht mehr religiös verschleiernd legitimiert, sondern steigt ungeschminkt aus der Gewalt des brutalisierten Egoismus empor. In der Demokratie der westlichen Welt, die von England ausgegangen ist, verbirgt sich hinter demokratischer Fassade die Herrschaft einer Aristokratie des Blutes oder auch nur des Expertentums, des Geistes. Daher besteht der US-Imperialismus bei seinen Vasallenstaaten auch so vehement darauf, dass dort die westliche Demokratie eingeführt wird, hinter der er die Völker durch ihre Vasallen beherrschen kann. (vgl.: Herrschaftsmethoden und Aristokratische Demokratur).

Die Demokratie als Gesellschaftsform freier, sich selbst bestimmender Menschen, jenseits von Macht und Anarchie, muss erst noch geschaffen werden. Sie erfordert ein völlig neues Denken, das sich von den alten Herrschafts-Vorstellungen radikal löst und konsequent aus dem Freiheitsbegriff die ihm entsprechenden Strukturen entwickelt (vgl.: Der Staat als Instrument und Macht macht untertan). Nicht mehr hat der Einzelne als Glied dem Ganzen zu dienen, sondern die Einrichtungen des Ganzen haben die freiheitliche Entwicklung des einzelnen Menschen zu schützen und zu befördern.

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1   Zitiert nach Karl Heyer: Der Staat als Werkzeug des Bösen, Stuttgart 1965, S. 54
2   Nachweis in: Elitärer Nationalismus und Imperialismus in England
3   Markus Osterrieder: Welt im Umbruch, Stuttgart 2014, S. 818, 819
4   a. a. O., S. 913-914
5   zitiert nach Markus Osterrieder a. a. O., S. 915
6   Markus Osterrieder a. a. O., S. 914
7   a. a. O., S. 915
8   zitiert nach M. Osterrieder a. a. O., S. 1208
9   vgl. Osterrieder a. a. O., S. 1209
10  Vgl. Klaus Stüwe: Politik und Religion in den USA, Stimmen der Zeit, 11/2008, S. 723-733,
http://www.con-spiration.de/texte/2008/stuewe.html
11  Der Europäer Juni 2015, S. 34

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20 Kommentare
  1. Wieder mal ein toller Artikel von Ihnen!

    >>>Die Demokratie als Gesellschaftsform freier, sich selbst bestimmender Menschen, jenseits von Macht und Anarchie, muss erst noch geschaffen werden. Sie erfordert ein völlig neues Denken, das sich von den alten Herrschafts-Vorstellungen radikal löst und konsequent aus dem Freiheitsbegriff die ihm entsprechenden Strukturen entwickelt (vgl.: Der Staat als Instrument und Macht macht untertan). Nicht mehr hat der Einzelne als Glied dem Ganzen zu dienen, sondern die Einrichtungen des Ganzen haben die freiheitliche Entwicklung des einzelnen Menschen zu schützen und zu befördern.<<<

    Dazu hätte ich gerne mehr (konkreteres) von Ihnen gelesen als unter den Links "Staat/Macht".

    • Zitat:
      „Dazu hätte ich gerne mehr (konkreteres) von Ihnen gelesen als unter den Links „Staat/Macht“.

      Vielen Dank. Dazu ist noch etwas in Arbeit, erscheint wahrscheinlich als übernächster Artikel. Der nächste dient zur Vorbereitung.

  2. Oliver Scherf permalink

    Ein sehr ausführlicher Artikel zur derzeitigen Begebenheitsgeschichte, dadurch zugleich eben auch ermüdend. Ich habe nur deswegen bis zum Schluß durchgehalten, weil durch die Patientenfront (spkpfh.de) schon längst Wirkwissen gegen und unabhängig von jeglicher Begebenheitsgeschichte vorliegt. Die rassistischen/eugenischen Ideen der Leute wie Cecil Rhodes beispielsweise sind schon längst auf ihren ärztlichen Ursprung zurückgeführt. Ausführlich hier: http://www.spkpfh.de/IATROKRATIE_IM_WELTMASSTAB.htm und in den dort angefügten Arbeitsunterlagen. Und wie die Ärzteschaft in jüngster Zeit das Parlament für ihre Interessen einspannt, konnte man in jüngster Vergangenheit an den Themen EuthaNAZI, Organraubmord und versuchter Zwangsimpfungs-Doktatur mitbekommen.
    Genug geforscht, gebloggt, analysiert, etc – es zählt ausschließlich das, was jeder als Patient unabhängig von den Ärzten tut: http://www.spkpfh.de/Wut_und_Aerger_2.htm .

    • Vielen Dank für den Kommentar und dass Sie beim Lesen durchgehalten haben. Ihr Hinweis betrifft einen interessanten Aspekt, aber eben nur einen, an dem Sie besonders interessiert sind, zurecht natürlich. Der Artikel setzt bewusst breiter an, um die durch alle Gesellschaftsformen durchgehende strukturelle Gewalt deutlich zu machen.

  3. Sehr guter Artikel.
    Es fehlt aber der Hinweis, nach meiner Meinung, dass Veränderungen nur durch mündige und aktive Bürger erreicht werden. Ebenso vermisse ich nicht nur in diesem Artikel eine Ursachenanalyse über die Entstehung von Machtstrukturen und warum sie sich etablieren und halten können. Wo muss sich was ändern um ein Machtgefüge zu kontrollieren und zu lenken.
    Denn ohne Machtstrukturen ist keine Staatsform möglich. Und das Ergebnis wäre Anarchie.
    LG
    hans

    • Danke für den Kommentar. Dass Veränderungen nur durch mündige und aktive Bürger erreicht werden können, ist als selbstverständlich vorausgesetzt. Der Weg zu Veränderungen konnte hier der Länge wegen nicht auch noch behandelt werden. Der vorletzte Link führt zur geschichtlichen Entstehung und Entwicklung der Macht.und befasst sich auch, ebenso wie der zuletzt verlinkte Artikel, mit der Notwendigkeit und den Wegen zu ihrer Überwindung in einer wirklichen Demokratie, die auf dem freien und selbstbestimmten Handeln des Menschen beruht.

  4. Hier einmal ein Einblick in die Altagsphilosophie eines aufgeweckten Kleinbürgers und seines Lebensrückblickes.

    suckertoo sagt:
    Ich bin nur eine Handvoll Jahre jünger als die Bundesrepublik.
    Was passierte in den mehr als 6 Jahrzehnten?
    – Die Trümmerfrauen halfen das Land aufzubauen. Belohnung: Eine Menschenunwürdige Rente zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel.

    (Mittlerweile versucht man den Begriff „Trümmerfrauen“ zu entkräften, weil ja der Bauschutt in der Nachkriegszeit von Maschinen beseitigt worden sei. Ich habe sie aber noch kennengelernt die Trümmerfrauen die aus den Trümmerhäusern die guten Steine aussortierten, die an den Bahngleisen die heruntergefallene Kohle aufsammelten etc.)

    – Die Arbeiter im produzierenden Gewerbe schufen ein Wirtschaftswunder sonders gleichen. Gemessen an der Bevölkerungsgröße ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte. Deutsche Firmen konnten mit den Gewinnen ein Imperium zusammen kaufen. Der Staat baute eines der besten Infrastrukturen mit Bahn, Post, Telekom, Straßenverkehrsnetz usw auf.
    Ein florierendes Gesundheitssystem das die Arbeiter für ihren Frondienst gesund erhielt, ein Rentensystem das die Kriegsgeschädigten Generationen ruhig hielt.
    Nebenbei; es gab kein einziges Jahr in dem wir ein Außenhandels Defizit erlebten. Also Bares, Reinvermögen von anderen Völkern die unsere Produkte kauften.
    Belohnung: Das Staatsvermögen ist verhökert, die Gewinne der Unternehmen sind außer Reichweite hatten also kein für das Volk nachhaltigen Effekt, das Sozialsystem ist Marode, die Rente löst sich in Luft auf und alles was an Subventionen nicht an die Firmen und Entwicklungsländern ging sondern an die Bevölkerung hat man mit Schulden als Gegengewicht aufgebaut. Diese betrugen, Stand 2008, 1,6 Billionen Bund, 6 Billionen Länder, Gemeinde und Städte sowie die neuen Verbindlichkeiten einer arroganten Eliteklasse von Banken und Politikern. Belohnung 2. Akt: Dafür dürfen alle Vollidioten die sich das Geld vom Munde abgespart haben um Werte zu schaffen im Gegensatz zu Firmen und Superreichen jetzt mit Enteignung, Zwangsabgabe und Geldentwertung rechnen. Belohnung Nummer 3: Die Gier in den Gesellschaftsgruppen die zwar von der Wertschöpfung profitieren aber nicht dazu beitragen ist ungebrochen und wird durch ein raffiniertes Netz an Lobbyisten in Tateinheit mit den Politikern weitergetrieben. Wer Lust hat kann sich mal die Gesetzesentwicklung der letzten 40 Jahre im Bereich StGB und im Betriebsverfassungsgesetz anschauen. Das gleiche gilt für die perfiden Methoden mit denen man unter Berücksichtigung von medizinischem Wissen die Leistungsausbeute bei Arbeitern immer mehr optimiert. Die Gewinne stiegen exorbitant in den letzten 15 Jahren während die Löhne durch eine gefälschte Inflationsrate an Kaufkraft immer mehr verloren. Die Gewerkschaften haben hier übrigens wissentlich still gehalten.
    Ein Fehler ist wenn man glaubt es gäbe einen Ausweg um sein Vermögen zu retten. ES GIBT KEINEN!!! Ich spreche hier nicht von großen Vermögen denn hierfür gibt es selbst für die Dümmsten einen Ausweg.
    Einen Ausweg?? gibt es nur, wenn wir werden wie die Südländer. Ich lass mich gerne Belehren, wenn es mit Fakten geschieht. Fakt ist, dass mir kein Land aus der Geschichte bekannt ist das noch effizienter ausgebeutet wurde. Soll es mich da beruhigen das es noch keinen Krieg gab. Im Krieg geht alles sehr schnell. Ohne Krieg doch nur viel schlimmer. Oder??! Ich erhebe nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder einer perfekten Rechtschreibung und oder Rhetorik. Auch bin ich nicht daran interessiert wenn einer DIE HIER GENANNTEN FAKTEN anders sieht oder sogar rhetorisch in der Lage ist sie zu beschönigen. Es nutzt meiner Generation NICHTS MEHR. Und die meiner Kinder NOCH WENIGER. Wer Geschichte kennt, kennt die Zukunft und Geschichte wiederholt sich eben so lange bis die Ihr zu Grunde liegende Dummheit ausgestorben ist. Und das kann Jahrtausende dauern mit Vielen Lambsdorfs, Schrödern und Konsorten ganz zu schweigen von jenen die es besser wissen aber nichts tun um Ihren persönlichen Vorteil zu wahren. Und am krassesten sind da nicht nur Banker und Politiker mit Nichten darf man hier die Bevölkerung vergessen die sich allerdings ziemlich Dumm anstellt und nicht merkt das sie die Zeche am Ende bezahlt. Es ist nicht das Übel eines Systems sondern wir selber sind das größte Übel in der Sache.
    LG
    hans

    • Sina permalink

      Bravo Hans !

      Friedrich Wilhelm der Erste ein strammer Soldat
      war voll Zucht und Strenge sein eigener Lakai.
      Den Deutschen zu gängeln am kurzen Band
      hat er seinen verhärmten Geist auf alle gebrannt.
      Staatsschulden zu tilgen in bitterer Not
      gab er Order für alle bei Wasser und Brot.
      Erhalten die Pein bis in unsere Zeit
      ist der Deutsche der Liebe zur Züchtigung bereit.

      Nicht ahnend, wie er immer wieder seine eigenen Ketten mit Tugenden schmiedet.

  5. Hat dies auf kantodeaschrift rebloggt.

  6. Hier einige Gedanken aus astrologischer Sicht, die hilfreich sein können das aktuelle Weltgeschehen zu erkennen.

    Das derzeitige Weltgeschehen findet nach ca. 84 Jahren seine symbolische Wiederholung. Anfang der dreißiger Jahre fand die fünfmalige Wiederholung eines Pluto-Uranus-Quadrates statt. Heute ist die siebenmalige Wiederholung derselben Konstellation seit dem Frühjahr 2015 abgeschlossen. Eine Pluto-Uranus-Quadratur ist symbolisch so zu verstehen, das eine radikale Veränderung der vorhandenen Machtstrukturen unausweichlich ist. Vor 84 Jahren konnte die Mehrzahl der Menschen noch medial so manipuliert werden, das Millionen von Menschen mit Eintritt des Pluto in das Zeichen des Krebses (=dem Beginn des ersten WK) bereit waren für ihr Heimat bzw. für die Ideologie ihrer meinungsführenden Elite zu sterben.

    Der grundlegende Unterschied zu dem aktuellen Geschehen besteht darin, das die mediale Kompetenz sich um 180 Grad gedreht hat. Viele Medienkonsumenten der politisch korrekten Wahrheitsmedien durchschauen das Wiederholen einer kriegstreiberischen und einseitigen propagandistischen Meinungsmache wie zur Machtergreifung Anfang der dreißiger Jahre.

    Als Folge dessen werden sich ebenfalls die vorhandenen Machtstrukturen ändern müssen. Doch diesmal wird nicht die Bevölkerung das Opfer bringen müssen. Es sind die menschenfeindlichen Machstrukturen die früher oder später zusammen brechen werden. Denn die noch etablierten Machtstrukturen haben sich seit dem ersten WK nicht gewandelt und verharren immer noch in der Illusion das ihre medialen und bereits überholten Propagandamethoden Erfolg zeigen werden.

    Im Gegensatz zu den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts befindet sich Pluto heute im Steinbock, d.h. im gegenüber liegenden Zeichen. Dies bedeutet, das ein ebensolcher grundlegender Strukturwandel wie er zu Beginn der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts stattfand zu Beginn des 21. Jahrhunderts all die medialen Versuche einer machthungrigen Elite bloßstellt. Sich in einer Zeit des grundlegenden Wandels sich der Veränderung entziehen zu wollen und die bisherige Machtposition aufrecht zu erhalten ist in den Zeiten des Pluto im Steinbock schlicht unmöglich.

  7. Fassungsmeier permalink

    Klaro, (echte) Demokratie war und ist doch immer nur die Herrschaft einer Minderheit über die Mehrheit. Das war im antiken Griechenland als den Erfindern der δημοκρατία bzw. im nachfolgenden Rom eine gängige Form der politischen Machtausübung. Im Übrigen, auf die Gegenwart gemünzt, wäre doch die Frage zu beantworten, wie denn das Volk (eine sehr anonyme und ebenso differenzierte Angelegenheit) realiter herrschen kann und soll? Und weiter, wo kommen denn diese originären Volkstribunen, von denen die Rede ist, in so massiger Anzahl her? Die können wohl nur aus der Retorte, … kommen!?

  8. Danke liebe Sina für deinen Kommentar.
    Wann immer ich solche Zeilen wie die Deinen lese, habe ich Hoffnung auf eine Zeit in der unsere Schüler nicht nur für den Frondienst präpariert in die Gesellschaft entlassen werden.
    LG
    hans

  9. Hat dies auf Politische Theorie rebloggt und kommentierte:
    Autoritäre Herrschaftsformen

  10. Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

  11. Zeitzeuge_ww3 permalink

    Anarchie – ohne Herrschaft(en)!!!

    Das bedeutet, als Anarchist akzeptiere ich KEINE Regeln, an deren zustandekommen ich keinen Einfluss hatte. Das bedeutet nicht, dass ich mich an keine Regeln halte, sondern: ich bestimme selbst, welche Regeln ich befolge, welcher Ordnung ich mich unterordne. Mit Chaos hat das überhauptnichts zu tun, im Gegenteil. Anarchismus ist die Vollendung der Demokratie. Bitte bringen sie das zukünftig nicht mehr durcheinander.

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