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Selbst muss der Freie sich schaffen – Vom Beitrag Richard Wagners zur mitteleuropäischen Kultur

11. Mai 2016

„Denn selbst muss der Freie sich schaffen;
Knechte erknet` ich mir nur!“

(Wotan in: „Die Walküre“)

Ein Mensch, der nicht merkt, dass er ein gut genährter Sklave ist, wird nicht nach Freiheit streben. Sein Ich, das nur sich selbst bestimmend in Erscheinung treten kann, ist im äußeren Wohlbehagen eines empfangenden Konsumenten erstickt. Er lässt sich als Kreatur, als Objekt behandeln. Fühlt er sich darin auch noch glücklich, wird er gar zum erbittertsten Feind der Freiheit, die seine dumpfe Ruhe gefährden könnte. Er versäumt, ja verrät sein eigentliches Menschsein, seine innere Würde. Vieles in der Gegenwart wird daraus verständlich. Die Entwicklung der Freiheit und ihre gesellschaftliche Realisierung setzen daher das Erfassen und die Erkenntnis des inneren Wesens des Menschen voraus, auf das jeder mit dem Wörtchen „Ich“ hindeutet. Wo kommt es her, und was ist seine Bestimmung?

Der innere Mensch hat sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Innere Entwicklung, die sich im äußeren kulturellen Geschehen ausdrückt, ist der Schlüssel zum Geschichtsverständnis. Die heute herrschende Form der äußeren Geschichtserzählung ist noch nicht sehr alt. Ihr ging in allen Völkern das Erzählen volks- und menschheitsgeschichtlicher Vorgänge in mythischen Bildern voraus, die einer Zeit entstammen, in der das Bewusstsein der Menschen nicht auf die äußere sinnliche Welt beschränkt war, sondern im Natur- und Menschenleben noch das Wirken höherer göttlicher Wesen wahrnahm. Diese höhere Erkenntnis wurde schließlich noch in den alten Mysterienstätten der Völker geschult und gepflegt. Und aus ihnen sind die mythischen Götter- und Heldensagen unter das Volk gebracht worden. „Die Mythologie eines Volkes ist die exoterische Darstellung dessen, was in den Mysterienstätten an esoterischer Weltendramatik erlebt wurde“, war Richard Wagner überzeugt.1

Richard Wagners in Musik gehobene Entwicklungs-Dramatik – „Der Ring des Nibelungen“

R. Wagner wusste, dass in den Mysterien diese Vorgänge auch in dramatische Handlungen, in heilige „Mysteriendramen“ umgesetzt wurden. In Griechenland traten diese noch mit einem Nachklang dieses Charakters in den Dramen von Aischylos und Sophokles in die Öffentlichkeit, woraus sich das heutige weltliche Drama entwickelt hat. Wagner erkannte, dass auch die Sagen der germanischen Mythologie tiefste geistige Entwicklungsvorgänge der Menschheit schildern, die in einzelnen mythischen Helden exemplarisch dargestellt werden. Sie in gleichsam musikalische „Mysteriendramen“ zu formen, die er daher nicht profan Opern, sondern „Bühnenfestspiele“ nannte, war sein tiefstes Anliegen. Er konzentrierte in einer Neudichtung sprachlich und musikalisch die wesentlichen mythologisch-geistigen Ereignisse in dramatische Handlungsabläufe. Diese müssen natürlich mit sinnlichen Mitteln und Personen dargestellt werden; sie aber deshalb als platte psychologische oder symbolisch-politische Handlungsabläufe zu deuten, ist das große Missverständnis, dem die meisten Regisseure der Werke Richard Wagners in den heutigen Opernhäusern unterliegen und damit deren eigentlichen Sinngehalt mit oft absurden Idologien zustellen.

Alles Wirken der Götter und widerstrebenden Mächte, das in der Mythologie geschildert wird, dreht sich um die Bildung und Entwicklung des Menschen zu einem freien Wesen. Aus der Substanz der Götter ist der Mensch hervorgegangen. Er ist ein Sohn der Götter, die ihre Kräfte hergaben und – eine deutliche Parallele zur biblischen Schöpfungsgeschichte – den Menschen sich ähnlich machten.

Der Ring der Persönlichkeit

Aber um selbständig zu werden, musste der Mensch in einen Prozess geführt werden, durch den er sich sukzessive von der heimatlichen göttlichen Welt absonderte. Dies geschah mit Hilfe des Zwerges Alberich und seines unterirdischen Nibelungengeschlechts, die selbst schon einen gewissen vormenschlichen Abschnürungs- und Verdichtungsprozess durchgemacht hatten, der aber mit einer gewissen Eigensucht verbunden war. Alberich, der lieblose Eigensüchtige, schmiedete aus dem Rheingold der Urweltweisheit einen Ring, durch den ihm „maßlose Macht“ und „der Welt Erbe“ verhießen ward: „das sich in sich selbst rundende, von der Umwelt sich abschließende Wesen der Egoität.“ (Oberkogler S. 67) Dies wurde von den Göttern benötigt, die Alberich den Ring abnahmen, wie es in dem Vorabendspiel „Das Rheingold“ zum dreiteiligen Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ geschildert wird. Der Ring der Egoität musste sich um den Menschen legen, ihn von der Umwelt abgrenzen, damit aber im Inneren der Persönlichkeit ein eigenes Bewusstsein aufleuchten konnte für das Unbegrenzte.

Alberich spricht in seinem Zorn einen Fluch über den Ring aus, der aber nichts anderes ist als die Prophezeiung der Folgen, die notwendig aus dem Egoismus hervorgehen werden: Machtgier, Furcht, Neid, Hass, Elend und Tod:

 „Wer ihn besitzt,
den sehre die Sorge,
und wer ihn nicht hat,
den nage der Neid!
Jeder giere
nach seinem Gut,
doch keiner genieße
mit Nutzen sein.
…Dem Tode verfallen,
fessle den Feigen die Furcht;
solang er lebt,
sterb` er lechzend dahin,
des Ringes Herr
als des Ringes Knecht. …“

Wotan (Odhin), der führende der Asen-Götter, verliert auch bald den Ring im Streit an die beiden Riesen Fafner und Fasold, die ihm Walhall bauen. Und auch diese zerstreiten sich. Fafner tötet Fasold und reißt den Ring nebst weiteren Schätzen an sich. Er verwandelt sich in einen furchtbaren Drachen, der sich in einer Höhle auf den Nibelungenschatz legt, um ihn gegen jedermann zu verteidigen.

Mit dem Abstieg in die irdische Persönlichkeit hat der Egoismus Einzug in den Schöpfungsprozess der Menschheit gehalten, kann aber sein ganzes zerstörerisches Potential noch nicht voll entfalten, solange die Menschen noch in göttlich inspirierten Blutsgemeinschaften gehalten und geführt werden, um ihr inneres Wesen allmählich zu stärken und auf die volle Selbständigkeit vorzubereiten. Einen deutlichen Einschlag zur weiteren Individualisierung beschreibt Richard Wagner in „Die Walküre“, dem ersten Hauptteil vom „Ring des Nibelungen“.

Der Noch-Nicht-Freie

Wotan zeugt als Wälse mit einer Menschenfrau Siegmund, den er zur kraftvollen Individualität heranerziehen will, damit er das Gruppenbewusstsein der Blutsbande überwinde. Schließlich verlässt Wotan ihn, auf dass er frei umherstreifend ganz auf sich allein gestellt sei. Gegen die Übermacht einer Sippe verliert Siegmund Waffen und Wehr und flüchtet im Dunkeln in ein Haus, das aber Hunding, einem seiner Feinde gehört, der des heiligen Gastrechts wegen dem Waffenlosen erst für den Morgen den Kampf ansagt. Da erinnert sich Siegmund, dass ihm sein Vater einst für die Not eine sichere Waffe verhieß. Hundings Frau, die sich als Siegmunds verschollene und verschacherte Zwillingsschwester Sieglinde entpuppt, zeigt ihm ein Schwert, das einst Wotan vor den versammelten Männern bis zum Heft in den Stamm einer Esche stieß: dem Stärksten allein sei es bestimmt. Doch niemand habe es herausziehen können. Siegmund zieht das Schwert mit einem gewaltigen Ruck aus dem Stamm und nennt es „Nothung“.

Der Vorgang ist von tiefer sinnbildlicher Bedeutung. Das Schwert ist in Sagen und Märchen immer Bild für die geistigen Fähigkeiten der Trennung und Unterscheidung, sowie der Entschlossenheit, des Mutes und der Initiative. In der modernen Rechtsprechung ist das Schwert daher Sinnbild objektiven Urteilens, Richtens und Entscheidens. So steht das Schwert für Bewusstsein und Kraft des menschlichen Ichs. Das Ziehen des Schwertes aus dem Stamm des Baumes versinnbildlicht so die Herauslösung des Ich-Bewusstseins aus dem Stammbaum des Blutes, der Blutsgemeinschaft (vgl Oberkogler S. 119). Wotan will Siegmund veranlassen, sein Denken und Handeln nicht mehr aus den Gesetzen der Sippe, sondern aus dem eigenen Ich zu bestimmen.

Die Geschwister verbinden sich in tiefer Liebe miteinander. Auf den Hintergrund dieser seltsamen, von Wotan herbeigeführten Geschwisterliebe einzugehen, würde hier zu weit führen. Noch in der Nacht fliehen sie gemeinsam aus dem Hause Hundings. Wotans Gattin Fricka, die Hüterin von Sitte und Gesetz, stellt in der Zwischenzeit Wotan wegen dieses Ehebruchs, der zudem noch mit einer Blutschande verbunden ist, heftig zur Rede. Wotan hält ihr die Notwendigkeit entgegen, den freien Menschen zu schaffen, das nicht ohne Brechung des Alten möglich sei: „Not tut ein Held, der, ledig göttlichen Schutzes, sich löse vom Göttergesetz.“ Doch Fricka hält ihm vor, dass Siegmund gar nicht frei sei. Er tue nur, was Wotan an Kraft und Mut in ihn hineingelegt habe: „In ihm treff ich nur dich,  denn durch dich trotzt er allein.“ Auch das Schwert, die Ich-Kraft, stamme von ihm, und die Not, die Siegmund zwang, sich seiner zu bemächtigen, habe er, Wotan, mit List herbeigeführt. Siegmund spricht in der Folge auch nie von seinem Schwert, er benutzt es als helfende Gabe des Vaters. Siegmund ist trotz aller Not nie „ledig des göttlichen Schutzes“, er hat sich noch nicht „gelöst vom Göttergesetz`“.

Wotan muss sich eingestehen: Siegmund ist noch nicht der Freie, den er sich ersehnte. Anlage und Keim des Ich kann er ihm verleihen, aber sich damit identifizieren, es im Inneren als er selbst kraftvoll erwecken und zum Bewusstsein bringen, kann nur der Mensch selbst. Doch wie soll aus einer Welt, in der alles Wesensoffenbarung und Werk der Gottheit ist, der Freie entstehen, der die Gottsubstanz zwar in sich trägt, aber nicht durch sie bestimmt wird? Wie soll er ein Sich-selbst-Bewegender sein, außerhalb des göttlichen Willens stehen, und doch diesen Willen aus Einsicht in die Weltenweisheit als den eigenen vollziehen? (Vgl. Oberkogler S. 141) In einem ergreifenden Monolog geht Wotan mit sich zu Rate und fragt sich schließlich

„Wie schüf` ich den Freien,
den nie ich schirmte,
der in eigenem Trotze
der trauteste mir?
Wie macht` ich den andren,
der nicht mehr ich,
und aus sich wirkte,
was ich nur will? – …
Zum Ekel find` ich
Ewig nur mich
In allem, was ich erwirke!
Das andre, das ich ersehne,
das andre erseh ich nie:
denn selbst muss der Freie sich schaffen;
Knechte erknet` ich mir nur!

Das höhere Selbst

Wotan beauftragt seine Lieblingstochter, die Walküre Brünnhilde, im bevorstehenden Kampf mit dem herannahenden Hunding Siegmunds Tod herbeizuführen und seine Seele in die Götterburg Walhall zu bringen. Nach dem germanischen Mythos hatten nur die tapferen Helden die Begegnung mit dem Todesengel, der sie nach Walhall leitete. Wer daheim auf dem Strohsack starb, musste zur Hel, in die Schatten der Unterwelt. Dies ist das Geschehen von außen betrachtet. Es besagte im Inneren, dass der Einzelne durch Tapferkeit, für die der Wert der Seele mehr bedeutet als Leib und Leben, die Unsterblichkeit erwarb, die ihm in der Gestalt der Walküre entgegenkam. Er begegnete im Tode gleichsam seinem eigenen unsterblichen Wesen, seinem höheren Selbst, mit dem er sich vereinigte. Denn der Sündenfall, der auch in der germanischen Mythologie eine entscheidende Rolle spielt, hat den Menschen geteilt: in einen irdischen, Sünde, Krankheit und Tod unterliegenden Menschen, der nur ein wesenhaftes Abbild des in der göttlichen Welt verbliebenen höheren Wesensteiles ist, zu dem er nach dem Tode zurückkehrt.

In Brünnhilde herrscht ein großer Zwiespalt. Sie hat sich im Zuge der Evolution bereits von der unbedingten Hingabe an Wotans Willen zu lösen begonnen: „Den du zu lieben stets mich gelehrt, … – gegen ihn zwingt mich nimmer dein zwiespältig Wort.“ Hin und her gerissen folgt sie indessen bangen Herzens Wotans Befehl: „Weh, mein Wälsung! Im höchsten Leid muss dich treulos die Treue verlassen.“ Sie verkündet Siegmund den Tod. Verzweifelt darüber, dass Sieglinde weiterleben und er so von ihr getrennt werden soll, sagt sich Siegmund von Wotan los. Dann will er lieber zur Hel als nach Walhall. Als er schließlich die schlafende Sieglinde und sich selbst töten will, verspricht ihm Brünnhilde tief ergriffen und voller Mitgefühl den Sieg über Hunding.

Damit hat sie sich vom unbedingten, fraglosen Gehorsam zur göttlichen Vaterwelt gelöst und mit dem Schicksal des Erdenmenschen verbunden. Der göttliche Wesenskern des Menschen hat sich aus dem bis dahin fraglosen Eingebettet-Sein in die göttliche Welt als ein Selbst zu verselbständigen begonnen – eine Voraussetzung dafür, dass der Erdenmensch sein höheres Selbst als sein Ich finden und in seiner Seele ein Bewusstsein von ihm entwickeln kann, um sich immer stärker damit zu durchdringen.

Wotan, dem das Ganze nicht verborgen geblieben ist, kann den Ungehorsam Brünnhildes nicht zulassen. Als Brünnhilde in einem blendenden Lichtschein Siegmund mit dem Schilde deckt und dieser zum tödlichen Streich gegen Hunding ausholt, erscheint Wotan und hält dem Schlag Siegmunds seinen Speer entgegen, an dem dessen Schwert in Stücke zerspringt. Dem jetzt Unbewaffneten stößt Hunding seinen Speer in die Brust. Wotan schaut schmerzlich auf Siegmunds Leiche, und von seiner verächtlichen Handbewegung gegen Hunding sinkt dieser tot zu Boden. Brünnhilde hat rasch die Schwertstücke und die ohnmächtig hingesunkene Sieglinde auf ihr Ross gehoben und flieht mit ihr vor dem sie wütend verfolgenden Wotan.

Wotan stellt Brünnhilde und schließt sie von Walhall aus. Er bannt sie auf einen Berg, wo er sie in einen tiefen Schlaf versetzt, aus dem sie nur der auf der Erde lebende Mann erwecken wird, der die flammende Waberlohe, die sie umgibt und schützt, durchdringen kann. Es ist im Grunde keine Strafe, sondern die Konsequenz des eingeleiteten evolutionären Prozesses. Brünnhilde handelt letztlich doch im Willen Wotans: „Durch meinen Willen warst du allein: Gegen mich doch hast du gewollt; meine Befehle nur führtest du aus.“ Es geht um die Abnabelung des höheren Selbst des Menschen aus dem Schoß der Götter zu einer eigenen Entwicklung, die zu einer stärkeren Verbindung mit dem Erdenmenschen nötig wird. Doch nur der kann von unten zu ihr vordringen, der die Waberlohe, das Feuer der Begierden und Leidenschaften, die aus dem Egoismus aufsteigen, überwinden und das Göttliche in sich erwecken kann.

Siegfried, der freie Held

Sieglinde, die von Brünnhilde in einem Walde versteckt wurde, trägt aus der Verbindung mit Siegmund ein Kind unter dem Herzen. In der Höhle des Zwerges Mime, der die Hilfsbedürftige fand, bringt sie Siegfried zur Welt. Sieglinde stirbt bei der Geburt, so dass der Schmied Mime sich des Knaben annimmt und ihn aufzieht. Mime ist der verfeindete Bruder Alberichs und giert auch nach dem Ring, den der Drache Fafner hütet. Er will Siegfried dazu bringen, den Drachen zu töten und ihm den Ring zu gewinnen. Doch die einzige Waffe, die dazu taugte, wäre das Schwert, das Siegmund von Wotan erhalten hatte. Mime weiß nicht, wie die Teile wieder zusammenzuschmieden wären. Von Wotan, der bei ihm auftaucht, erfährt er: „Nur wer das Fürchten nie erfuhr, schmiedet Nothung neu.“ Der Furchtlose ist Siegfried. Mime hat schon immer gestaunt, dass Siegfried keinerlei Angst und Furcht hat. In kindlicher Reinheit weiß er nichts von der Trennung der Welt in Gut und Böse. Nur wer die Furcht nicht kennt, kann das Ich-Schwert schmieden, sich selbst in höchster Stärke entfalten.

Siegfried zerfeilt die Teile Nothungs in lauter Eisenspäne, schmilzt sie ein und schmiedet selbst daraus das Schwert vollkommen neu. – Ein grandioses Bild: Das Ich des Menschen, substanziell göttlichen Ursprungs, ergreift sich, abgesondert von der göttlichen Welt, und bildet sich von innen her selbst. Es kann so die Unabhängigkeit von den Göttern erlangen und ihnen als ein Sich-selbst-Bestimmender, Freier gegenübertreten. Siegfried erfüllt die Sehnsucht Wotans. Er ist nicht mehr der von ihm „geknetete Knecht“, sondern die realisierte Hoffnung: „Nur selbst kann der Freie sich schaffen.“

Siegfried tötet den Drachen, die furchtbare mystische Gestalt des Egoismus selbst, nicht als bloße konventionell verpackte Eigenschaft in der Seele des Menschen, sondern, losgelöst von jeglichem beschränkenden Zusammenhang, als nach außen projizierte wesenhafte Gestalt der „Macht an sich“, die ihren letzten Sinn in der hasserfüllten Vernichtung alles dessen findet, was außerhalb ihrer steht. Durch diesen Sieg kann ihm die verderbliche Kraft des Ringes, den er sich selbst unwissend ansteckt, nichts anhaben. Sie bewirkt bei ihm das Zu-sich-selbst-Finden, die innere Geschlossenheit seiner Persönlichkeit, die aber den Fluch, die Schattenseite der Egoität, nicht kennt. Dadurch ist Siegfried vorbereitet, zu Brünnhilde, seinem höheren Selbst, das nur auf innerem Wege im Geiste erreicht werden kann, durchzudringen und sich mit ihm zu vereinigen.

Ihre höhere Einheit spricht Brünnhilde mit den Worten aus: „Du selbst bin ich, wenn du mich Selige liebst. Was du nicht weißt, weiß ich für dich; doch wissend bin ich nur – weil ich dich liebe. … Dein war ich von je! Dein werd ich ewig sein!“ Was Siegfried eins werden lässt mit seinem höheren Wesensteil und ihm dessen Welten-Wissen verleiht, quillt aus der Kraft der Liebe. „Ihre höchste Liebes-Intensität muss die Menschenseele aufrufen, will sie sich mit dieser Sonnensphäre verbinden. Und höchste Liebeskraft ist es auch, die ihr dort zum Erlebnis wird.“(Oberkogler S. 256)

Die Tragik des Helden

Doch so lange der Mensch in einem irdischen Leib lebt, kann er nicht dauerhaft in der Sphäre seines höheren Ich bleiben. Er muss wieder zurück. Brünnhilde gibt ihm ihr Ross, uraltes Symbol hoher Weisheitskräfte. Siegfried schenkt ihr den eroberten Ring, wodurch er ihr überirdisches Sein mit der Endlichkeit seines irdischen Menschenwesens verbindet. Es wird alles darauf ankommen, ob Siegfried im Erdenleben die Erinnerung an sein höheres Wesen mit dessen Weisheit bewahren und es immer wieder in sich zur Geburt bringen kann.

Aber Hagen, der Sohn des Nibelungen Alberich, sorgt dafür, dass Siegfried ein Trank gereicht wird, der ihn Brünhild vergessen lässt. Sein Bewusstsein wird durch den Einfluss böser Mächte auf das rein irdische Geschehen reduziert. Es ist auch dem größten vorchristlichen Menschen nicht möglich, dem Einfluss des Bösen zu entgehen, das schließlich durch die Hand Hagens seinen Untergang herbeiführt. Das Böse zu überwinden, das ist Richard Wagners Überzeugung, wird erst dem Menschen möglich, der sich aus der Aktivität seines Ichs heraus mit den Christuskräften vollkommen durchdringt. Ihn stellt er in seinem letzten Werk, dem Parsifal, dar.

Parsifal ist der verchristlichte Siegfried, der nach seinen Wegen durch die Taten und Leiden des Erdentales die Verhärtungen des Egoismus überwunden hat und ein „aus Mitleid und Liebe Wissender“ geworden ist, der dem Mensch gewordenen Gott als freier Mensch gegenübersteht. Christus hat es selbst prophetisch ausgesprochen: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch habe ich Freunde genannt; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, das habe ich euch zu erkennen gegeben“ (Joh. 15,15).

Die Besinnung auf diese tiefen Fragen des Menschseins ist – anders als vielleicht mancher glauben mag – von großer Bedeutung für das alltägliche Leben. Wer sich nicht als ein Knecht Gottes empfindet, wird es im staatlichen und wirtschaftlichen Leben erst recht nicht hinnehmen, ein Knecht anderer Menschen zu sein. Er wird Gemeinschaftsformen freier Menschen anstreben, jenseits von zerstörerischem Egoismus, von Macht und Anarchie. Sie sind keine Utopie, sondern als Entwicklungsziele im Menschen tief begründet.

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1   Friedrich Oberkogler: Richard Wagner – Vom Ring zum Gral, Stuttgart 1978, S. 19

 

28 Kommentare
  1. suckertoo permalink

    “ Er wird Gemeinschaftsformen freier Menschen anstreben, jenseits von zerstörerischem Egoismus, von Macht und Anarchie. Sie sind keine Utopie, sondern als Entwicklungsziele im Menschen tief begründet.“

    Hallo allerseits.
    Wir müssen doch bei aller Sinnhaftigkeit uns darüber im Klaren sein, dass der Staat eben alle Möglichkeiten zur Eigenständigkeit einer systemrelevanten Gruppe innerhalb eines Volkes ganz zu schweigen für die Allgemeinheit, durch Gesetzte, Verordnungen, Verfügungen, Erlasse, Manipulation des Schulsystems, Propaganda, gesellschaftliche Ächtung / Ausgrenzung und und und…, verhindert. Auch die Kirchen.

  2. lokalhorst permalink

    Wir müssten mal aufhören mit verallgemeinernden Beschreibungen wie, „der Mensch will das und das“ denn es gibt Männer und Frauen (Eigentlich Herren und Frauen bzw. Männer und Weiber)
    Der Absatz :
    Ein Mensch, der nicht merkt, dass er ein gut genährter Sklave ist, wird nicht nach Freiheit streben. Sein Ich, das nur sich selbst bestimmend in Erscheinung treten kann, ist im äußeren Wohlbehagen eines empfangenden Konsumenten erstickt. Er lässt sich als Kreatur, als Objekt behandeln. Fühlt er sich darin auch noch glücklich, wird er gar zum erbittertsten Feind der Freiheit, die seine dumpfe Ruhe gefährden könnte.
    Ist vollkommen unterschiedlich zu bewerten,wenn man für „der Mensch““der Mann“ bzw. „die Frau“ einsetzt.
    Frauen bewerten diese Freiheitssehnsucht ganz anders.Ich würde sogar sagen,die meisten wüssten damit nichts anzufangen.Die streben nicht von selbst nach dieser Freiheit.Die glücklichsten Konsumenten sind mit Sicherheit Frauen. Also,wir müssen da unbedingt differenzieren.

    • Ist ja witzig. Von der Sicht habe ich es ja noch gar nicht gesehen. Meine Freundin ist ständig unter dem Decknamen „bummeln“ in der Stadt unterwegs. Und am Ende kommt sie doch mit paar Tüten.
      Ich gebe dem Artikel 100% Recht. Wir werden in die Sklaverei hinein geboren.

  3. Habnix permalink

    Wo wir auch immer die Infrastruktur gebrauchen müssen oder glauben, sie gebrauchen zu müssen, sind wir in Ohnmacht der Macht der Politiker und ihrer Drahtzieher ausgeliefert. Die Infrastruktur der Macht, die heute mittels Handy durch die Überwachung von demselben bis ins Private hineinreicht, ist die Macht, die alles durchdringt.

    Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Konzern-Kapital erlaubten Freiraum mit Freiheit, denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter, der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen, sich Unabhängig zu versorgen, ist die wahre Freiheit. Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung lohnabhängig sind, was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.

  4. R.U.Sirius permalink

    das ist nicht nur von grosser bedeutung, sondern von elementarer!

    bzw, die duale geschlechtertrennung spielt keinerlei rolle, da das missinterpretierte ich die materielle, sprich körperliche ebene auf bio-chemischer programmierung darstellt. das ich ist für die masse der körper, ergo nachdem das ding schrott ist, ist die eigene existenz ebenfalls aus.
    das ganze ist sehr komplex und ich kann leary schon länger verstehen, als er bei hoffmann „unmengen“ an lysergsäure bestellen wollte um es ins wassernetz zu kippen 😉
    geht natürlich nicht, denn das untersagt das einzig nötige „gesetz“: versuche niemals das bewusstsein von jemand anderen zu verändern, aber unterstütze jeden der es aus eigener motivation möchte!“

    nach einem 1/4 jahundert als psychonaut habe ich alles auf folgende fehlannahmen runter reduzieren können:

    1. materie erschafft bewusstsein
    2. ergo bin ich mein körper
    3. ergo bin ich nicht mehr wenn mein körper nicht mehr ist

    bis dahin ist es noch ein seeeeeeeeeeeeeehr (angekürtze version) langer weg….

  5. rzz permalink

    Mir fehlt eine klarere Beschreibung des Begriffs „Freiheit“. Jeder hat da quasi seine eigene Deutung. Absolute Freiheit kann es ja nicht geben, da man die Freiheit der anderen dadurch eingrenzen würde. Demnach ist das Dilemma nicht zu lösen.

    Zudem wage ich zu behaupten, weniger als 10% der Menschen könnten überhaupt was damit anfangen. Vor allem Frauen wollen „sichere“ Strukturen wissen (evolutionsbedingt), bei den Männern sind es wieder andere Gründe (Faulheit, möchte keine Verantwortung, ist bereits gebrochen usw.).

    Das Streben nach Freiheit im Sinne des Artikels ist auch fast ausschließlich eine Sache der Männer, was auch die ganze Genderpolitik, falschen Feminismus usw. die ganzen gesteuerten pseudo-Bewegungen erklärt – die „Gefahr“ muss eingedämmt werden, mit allen Mitteln.

    Alles schon hinreichen beleuchtet von vielen klugen Leuten. Fakt ist, am Ende klappt das niemals und die „Herren der Welt“ werden diesen Kampf unweigerlich verlieren. Vielleicht erleben wir es nicht mehr, wird aber kommen.

    • Vielen Dank für den Kommentar. Zum Begriff der Freiheit siehe:
      https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/07/27/die-verkannte-freiheit-oder-warum-viele-menschen-unfreiheit-hinnehmen/

      Ich glaube nicht, dass im Streben nach Freiheit ein Unterschied zwischen Mann und Frau besteht. Es gibt nur unterschiedliche innere Hindernisse.

      • rzz permalink

        Hallo Herr Ludwig,

        Das Streben an sich mag bei beiden vorhanden sein, aber die Form ist eine ganz andere. Doofes Beispiel, eine Frau sehnt sich nie nach einer Hütte im Wald, wo sie jagen und einsam in Ruhe leben könnte. Das wäre jedoch eine lange und eher fruchtlose Diskussion, hier ins Detail zu gehen… Meinungen gehen stark auseinander, vor allem wenn sie politisch so inakzeptabel sind wie meine heutzutage.

    • Habnix permalink

      Was ist denn ihre Vorstellung von Freiheit die anderen die Freiheit nehmen könnte?

      Die Frage unterstelt ihnen nicht, das sie sich ihrer Vorstellung annehmen.

      • rzz permalink

        Hallo Habnix,

        Es gibt die echte Freiheit „unter Gott“ wie z.B. in der Bibel oder später im „common law“ definiert und es gibt die „Freiheit durch zustimmung“ unter Gesetz der Staaten, die wir alle gezwungenermaßen haben, zumindest seit unsere Geburtsurkunde (= ein Bond) unterschrieben wurde. Laut Gesetz sind wir alle ganz klar unfrei, bzw. haben die Freiheiten, die der Staat uns einräumt, die sgn. „positive Freiheit“ (nur explizit erlaubtes ist legal). Nicht verwirren lassen, positiv im alltäglichen Sinne ist da gar nichts, es bezeichnet lediglich die Richtung der Machtkette.

        Ich hoffe das ist jetzt nicht allzu exotisch, aber zuerst würde ich gern klären, welche Freiheit gemeint ist, die echte oder die künstliche (nach Gesetz der Menschen)? Die erstere ist per Definition schlicht nicht möglich, solange man ein Teil der zivilen Gesellschaft bzw. Bürger eines Staates ist.

      • @rzz

        Das Recht als in Gesetze gefasste zwingende äußere Vorschrift hebt streng genommen die Freiheit auf, die darin besteht, mein Handeln aus Erkenntnis der Situation und des von mir erfassten handlungsleitenden Begriffes selbst zu bestimmen. Der wirklich innerlich Freie braucht äußere Rechtsvorschriften nicht, um gerecht zu handeln, weil seine Erkenntnis und Moralität mit dem Recht von innen übereinstimmt.

        Weil wir aber alle noch nicht vollkommen innerlich Freie sind, sondern auf dem Wege sind, immer nur punktuell Freiheit verwirklichen, und die Menschen einer Gesellschaft auch auf sehr unterschiedlichen inneren Entwicklungsstufen stehen, ist in der Gemeinschaft ein äußeres Recht (noch lange) notwendig.

        Das äußere Recht ist daher keine Sache der Freiheit, sondern der Verbindlichkeit, der gegenüber alle gleich sind, d. h. gleichermaßen verpflichtet sind. Das Recht begrenzt insofern die Freiheit des Handelns. Der wirklich Freie wird sich aber innerlich vor dem äußeren Recht auch nicht unfrei fühlen, wenn es gutes, gerechtes Recht ist, da er mit ihm innerlich sowieso übereinstimmt und aus eigener Erkenntnis rechtskonform handelt. Vgl.:
        https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/07/27/die-verkannte-freiheit-oder-warum-viele-menschen-unfreiheit-hinnehmen/

      • suckertoo permalink

        Entschuldige, aber vor der Wertung deines Einwandes muss man da nicht erst mal Klareit schaffen was nun äußerliches Recht und was äußerliches Unrecht ist. Ich gehe zum Beispiel nicht konform mit einem Recht auf Bargeldabschaffung und kann dies, wenn realisiert, dem auch innerlich nicht entgehen. Wo fängt legitimes äußerliches Recht an und wo die Sklaverei. Und wer hat das legitime Recht das äußerliche Recht zu definieren. Doch nur durch eine vom Volk beauftragte politische Gruppe. Oder sehe ich da was nicht richtig. Und wenn ich recht habe, was sind dann unsere heutigen GESETZE???

      • Habnix permalink

        Nicht die Götter haben die Menschen gemacht, sondern die Menschen haben die Götter gemacht.

        Die beste Demo gegen Kernkraft ist,wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind oder Bachlauf,wenn möglich selbst macht.Der beste Widerstand gegen eine Diktatur ist es, wenn man sich so viel wie möglich das nötige zum Leben selbst macht.Dies beendet die zweite Freiheit(Scheinfreiheit) und man löst sich aus der Zivilen Gesellschaft

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        Zivilisation ist kultivierte Barbarei.
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        Den Knecht den knet ich mir.

        Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Konzern-Kapital erlaubten Freiraum nicht mit Freiheit,denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen sich Unabhängig zu versorgen ist die wahre Freiheit.Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung Lohnabhängig sind,was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.

        Hüten wir uns vor folgendes:

        Wo wir auch immer die Infrastruktur gebrauchen müssen oder glauben sie gebrauchen zu müssen,sind wir in Ohnmacht der Macht der Politiker und ihrer Drahtzieher ausgeliefert.Die Infrastruktur der Macht, die Heute mittels Handy durch die Überwachung von dem selben, bis ins Private hinein reicht, ist die Macht die alles durchdringt.

        Die Macht die alles durchdringt(Starwars)

      • rzz permalink

        @suckertoo: wie bereits gesagt, als ein Bürger eines Staates unterliegst du dem staatlichen Recht, sprich man ist unfrei per Definition.

        Dieses (Un-)Recht basiert nach wie vor auf dem Römischen, auch die Gesetze sind entsprechend darauf aufgebaut. Auch alle unsere Staaten sind rechtlich durch Vatikan definiert, da die damaligen Königreiche etc. durch den Segen der Kirche erschaffen wurden. die Kirche ist laut eigener päpstlichen Bulle aus dem frühen 13. Jahrhundert der „Verwalter der Welt“ im Gottes namen und hat sich den Landbesitz so festgeschrieben.

        Dies kann nur geändert werden, wenn alle Nachkommen und Verwandte des Besitzer sterben (dann gehen die Ländereien zurück an den jeweiligen „König“ bzw. sonst die Kirche als die höchste Instanz), sonst nur durch Eroberung im Krieg. So zumindest das Papierrecht. Dies kann sogar belegt werden durch diverse Gerichtsurteile in den USA, die öffentlich verfügbar sind.

        Ob es sich in Deutschland auch so verhält wie bei den Angelsachsen, müsste jemand mit mehr Fachkenntnis herausfinden. Würde mich jedoch wundern wenn es anders wäre, da die deutschen Juristen auch alle in der BAR sind.

  6. Cource permalink

    Schöne Nebelkerze, verzichte auf dein Wohlergehen hier auf Erden, dann wird es dir im Himmel gewährt, davon kann man kaum noch jemanden überzeugen, und es ist auch zu tiefst egoistisch, den anderen ins offene Messer laufen zu lassen, mit dem Trost, dann kommst du in den Himmel, hört endlich auf mit dieser Volksvera…, es gibt immer wieder Freiheitsbewegungen wie zum Beispiel die Blumenkinder der Hippie- Bewegung, aber diese werden von den Sklavenhaltern wie eine Todsünde erbarmungslos vernichtet

    • @Cource
      „Schöne Nebelkerze, verzichte auf dein Wohlergehen hier auf Erden, dann wird es dir im Himmel gewährt,“

      Man fragt sich, wo Sie das herausgelesen haben wollen. Aus dem Artikel ergibt sich das nicht.

      • Cource permalink

        Wir brauchen keinen Gott um frei zu sein, das Leben als Mönch ist eine Illusion es gibt kein Leben danach hört auf die Menschen in die Irre zu leiten. Nur das hier und jetzt zählt und das besteht leider für viele aus der vereinnahmenden Lohnarbeit/Sklaverei mit unnötigen Konsum als Kompensation.

      • rzz permalink

        @ Cource: wenn ich glauben würde, dass es nur das „Hier und Jetzt“ gibt, würde ich mich sofort umbringen. Ganz ehrlich. Die dafür nötige Denkweise wäre mir auch extrem zuwider.

        Nicht, dass ich jetzt irgendeine Buchreligion als das Maßstab nehme – es gibt jedoch mehr als nur materielle Teilchen in diesem Universum, soviel ist sicher.

  7. Habnix permalink

    „Nicht die Götter haben die Menschen gemacht, sondern die Menschen haben die Götter gemacht.
    Nicht die Menschen sind Geschöpfe der Götter, sondern die Götter sind Geschöpfe der Menschen.“

    Xelophanes von Kolophon,Vorsokratiker(Um 570 v.u.Z. in Kolophon; t um 470 v. u. Z.)

    • Ja, der Xenophanes. Aristoteles hielt ihn für etwas schlicht. Xenophanes soll auch gelehrt haben, der Blitz entstehe, „indem eine Wolke infolge ihrer Bewegung aufleuchte“, Kometen und Meteore „seien Konzentrationen oder Bewegungen von zu Feuer gewordenen Wolken“, ebenso bestehe die Sonne „aus zu Feuer gewordenen Wolken“.

  8. Hat dies auf Gegen den Strom rebloggt.

  9. Habnix permalink

    Das Recht als in Gesetze gefasste zwingende äußere Vorschrift hebt streng genommen die Freiheit auf, die darin besteht, mein Handeln aus Erkenntnis der Situation und des von mir erfassten handlungsleitenden Begriffes selbst zu bestimmen.

    Man kann nur deswegen uns Gesetze und das zu Recht aufzwingen,weil wir die Infrastruktur benutzen, die andere auch benutzen.Andere sind Teilnehmer der Infrastruktu und daher muss jedem sein Freiraum geregelt werden. Von Freiheit darf da keiner reden.

    Ohne Infrastruktur auf dem Ozean könnte man normaler weise machen was man will. Mittlerweile sind dort im Freien Raum selbst „Schiffartsstraßen“ und man kann nicht mehr machen was man will.Also auch dor bedingt nur Freiheit. Da hört die Freiheit auf, wo ich des anderen Freiheit durch mein Verhalten belästige, behindere oder gefährde.

    Wäre kaum Verkehr auf den Ozeanen und in der Luft, so das es niemanden jukt, könnte man mit den Blanken Hintern Mücken fangen.Was auch immer.

    Je mehr Menschen sich einen Raum teilen müssen oder wollen, desto mehr muss das Miteinander geregelt werden, sonst gibt es Mord und Totschlag und das wollen wir doch nicht.Von Freiheit weniger aber vielleicht mehr Sicherheit gegen über Naturunbilden z.b. die Inuit am Polarkreis.

    Aber hier in unserem Staat Unsicherheit vorspielen durch Inszenierung von RAF,NSU,Gladio,“Sauerlandgruppe“, ist unterste Schublade.

  10. Habnix permalink

    Also ich denke mal, wenn der Mensch den Menschen braucht, oder glaubt zu brauchen, ist er nie Frei.Gewiss ein Kind braucht seine Eltern bis es selbstständig und unabhängig leben kann, doch wenn es in eine vorgegeben Infrastruktur reingelebt wird und nie gelernt hat sich Abseits dessen zu bewegen, erfährt es nie was Freiheit ist.

    Nein Kind, die Eltern leben nicht ewig, also löse dich und gib deinem Leben Struktur, so das du auch Abseits von Infrastruktur zurecht kommen kannst,denn wenn die Infrastruktur mal nicht mehr da ist, läufst du Orientierungslos und Frei herum und kommst in Freiheit um und das ehe du die Freiheit geniesen kannst.

    • rzz permalink

      „Also ich denke mal, wenn der Mensch den Menschen braucht, oder glaubt zu brauchen, ist er nie Frei.“

      Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen und möchte ja die Gesellschaft anderer Menschen. Wie auch immer selektiv das sein mag. Hat in meinen Augen eher wenig mit dem Thema zu tun, da die Bindung an andere Menschen in der Regel natürlich und freiwillig ist (Ehe, Familie usw.). Hier rede ich natürlich von der persönlichen Ebene, staatliche Strukturen usw. sind was anderes – es sind alles Firmen bzw. Korporationen (Corporate Sole), wo wir auch als Vertragspartei eingebunden sind (bereits per Geburtsurkunde, die nichts anderes als eine Firmengründung ist).

      Der einzige Weg dem zu entfliehen wäre, die Gesellschaft hinter sich zu lassen. Das können nur sehr, sehr wenige von den <5% die es überhaupt wollen.

      • Bernhard von Clairveau sagte zu einer Nonne, die Einsielerin werden wollte, vorher aber ihn um Rat fragte: „Gehörst du zu den törichten Jungfrauen (im Sinne de Gleichnisse in den Evangelien), brauchst du die Gemeinschaft. Gehörst du zu den klugen Jungfrauen, braucht die Gemeinschaft dich.“

  11. Emalia permalink

    Vielen Dank für diesen schönen Artikel. Die Menschheit sollte sich endlich selbst erkennen, als höheres Wesen.

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