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Wie geeignete Personen in entscheidende Positionen gehievt werden

28. Oktober 2016

Ein Gastbeitrag von Angelika Eberl

Im Artikel „Imperative Gedanken“1 wurde versucht darzustellen, wie suggestive „Befehlsgedanken,“ also „Imperative Gedanken“, in die westliche Welt und schließlich bis ins letzte deutsche Dorf transportiert werden, nachdem sie vorher in transatlantischen Thinktanks mit wohlklingenden Phrasen umhüllt worden sind. So enthält z. B. die Phrase: „Mehr Verantwortung in der Welt“ den Imperativ-Gedanken: „Deutsche, führt wieder Krieg!“ Es wurde auch auf den Orden Skull & Bones hingewiesen und welche Bedeutung er in Bezug auf die Errichtung einer Neuen Weltordnung spielt.

Thema des Artikels war der Versuch, den Modus operandi zu erschließen, wie die Deutschen mit Hilfe suggestiver, imperativer Gedanken für die Akzeptanz von Kriegseinsätzen gewonnen werden sollten. Es stellte sich heraus, dass es aber noch eines anderen Prozesses bedurfte, der parallel laufen muss: Man muss diejenigen Personen in entscheidende Positionen hieven, die bereit sind, bei einem Krieg mitzumachen. Den diesbezüglichen Modus operandi zu erschließen, soll Thema dieses Aufsatzes sein.

Wie findet man diese Personen?

Auch hier spielen die Thinktanks, z. B. die Trilaterale Kommission oder die Atlantik-Brücke eine entscheidende Rolle. Dort kommen junge, ehrgeizige Politiker in den Genuss von „Young Leaders Programs“. Doch vorher werden sie auf ihre geistige Einstellung hin überprüft, indem man sie z. B. eine Schrift zu einem bestimmten Thema verfassen lässt. Gesucht werden karrieresüchtige, geistig etwas schläfrige und eventuell erpressbare Politiker, die die „westlichen Werte“ vertreten und eine Phrase nicht von einer echten Idee unterscheiden können. Ungeeignet sind hellwache, erfahrene, eigenständig denkende Politiker, die individualistisch und selbstlos sind. Politiker, die „nein“ sagen könnten, sind nicht erwünscht. Sie sind hinderlich für den reibungslosen Transport eines suggestiven, imperativen Gedankens, weil sie ihn durch alle phrasenhaften Umkleidungen hindurch sofort erkennen.

Deshalb werden von denjenigen, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen, „eigene“ Politiker herangezogen. Dazu muss natürlich die Presse mitspielen. Aber wie im Artikel: „Wie die Geheimgesellschaft Skull & Bones die Schaltstellen der USA besetzt“ 2 dargestellt ist, sind die wesentlichen Presseorgane der USA von Ordensmitgliedern initiiert worden. Und auch in Antony Suttons Werk: „America’s Secret Establishment – An Introduction to the Order of Skull & Bones“ können Interessierte nachlesen, wie der Orden seinen Einfluss im Bildungssystem, in der Presse und in der CIA geltend gemacht  hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg durften in Westdeutschland nur solche Presseorgane installiert werden, die den ausdrücklichen Segen der Westalliierten hatten, und sogar Künstler wurden für die Zwecke des Westens eingesetzt.3

Die Presse wurde transatlantisch „ausgerichtet“, die „Bild“ soll sogar von der CIA gegründet worden sein. Auch heute noch beeinflussen transatlantische Netzwerke die Inhalte der großen Zeitungen und Sender, wie Uwe Krüger in „Meinungsmacht“ aufgedeckt hat. Transatlantische Netzwerke sind auch im Verlagswesen präsent.4

Um Deutschland also wieder kriegsbereit zu machen, musste man gerade die Friedensparteien „umdrehen“. Man sucht nach einem Parteimitglied, dem die eigene Karriere wichtiger ist als der Grundsatz, mit dem die Partei ursprünglich angetreten ist und der es daher mit diesen Idealen nicht so genau nimmt. Dieser Politiker verkauft seinen Opportunismus und seinen Verrat an den Idealen der Partei und an der Gutgläubigkeit der Wähler (die allzu lange darauf vertrauen, dass die Partei ihren Grundsätzen treu bleibt) als „Realpolitik“. Solche „Realpolitiker“ sind bei jenen „da oben“ sehr beliebt und sie schaffen es bis in hohe politische Ämter. Das Volk sieht diese Personen ständig im Fernsehen, sie werden zu „Young Leaders Programs“ geladen, sie tingeln von Talkshow zu Talkshow, die Chefredakteure schreiben wohlwollende Artikel über sie und schließlich werden sie zum Verteidigungsminister, Außenminister oder gar zum Bundeskanzler erwählt. Beispiele dafür sind Joschka Fischer, Karl Theodor zu Guttenberg, Gerhard Schröder und –  Angela Merkel.

Raffinierte Versuchung: Macht gegen Zugeständnisse

Joschka Fischer und Gerhard Schröder haben den imperativen Gedanken: „Deutsche, führt wieder Krieg“ zur Ausführung gebracht und damit eine langjährige Tradition der Friedens- und Deeskalationspolitik beendet, für die vor allem die Bundeskanzler Willy Brandt und Dr. Helmut Kohl mit ihrer ganzen Persönlichkeit eingestanden sind. Jochen Scholz, Oberstleutnant a.D. berichtete vor kurzem in einer Diskussionsrunde bei KenFM, dass Gerhard Schröder im Frühsommer 98, während seines Wahlkampfs, in die USA gereist sei, und dass man dort mit der Clinton-Regierung über den Kosovo gesprochen habe. Im Anschluss seien Wahlkampfhelfer aus dem Clinton-Team zu Gerhard Schröder gesandt worden – im Gegenzug für gewisse Zugeständnisse. Jochen Scholz:

  „… Aber wir haben eben auf diesem Wege gehört, dass über das Thema Kosovo gesprochen wurde und zwar natürlich nicht in irgendeiner verbindlichen Form, sondern man hat das so ausgedrückt: ´Also wenn es da mal zu einer Auseinandersetzung kommen sollte, dann erwarten wir schon, dass die neue Bundesregierung unter Schröder sich dann auch  – mit – militärisch engagiert.´ Da war noch nicht die Rede von UNO-Sicherheitsbeschlüssen,… sondern nur ´im Prinzip´,… dass die neue Regierung dem zustimmen würde. Das muss man natürlich vor dem Hintergrund sehen, dass… mit Helmut Kohl dieser Krieg, diese deutsche Kriegsbeteiligung nicht zustande gekommen wäre. … Und deswegen musste, aus Clintons Sicht, musste es Rot-Grün machen. Und die wollten ja an die Regierung. Also man hat ihnen sozusagen die Bratwurst hingehalten und gesagt: Wir tun auch noch ein bisschen Senf drauf und unterstützen euch im Wahlkampf. Und das hat man auch getan. Es sind Personen in die Wahlkampfzentrale der SPD geschickt worden, nach Bonn, aus dem Clinton-Team. Und es hat dann auch geklappt…“ 5

Es hat „geklappt“: Gerhard Schröder wurde Bundeskanzler und Joseph Fischer sein Außenminister. Und beide machten beim Krieg gegen die unabhängige Republik Jugoslawien mit, und Schröder, Fischer und Scharping haben das Volk angelogen.6  Schröder hat erst viel später zugegeben, dass er mit dem Krieg gegen Jugoslawien das Völkerrecht gebrochen habe. Josef Fischer hatte im Februar/März 1999 das Parlament und das Kabinett belogen, „indem er den geheimen Annex B des Rambouillet-Vertrags verschwieg (zum Inhalt s. Wikipedia) und damit die erste Beteiligung Deutschlands an einem Krieg – noch dazu an einem Angriffskrieg – nach dem Zweiten Weltkrieg ermöglichte.“ 7

Damit war der Anfang für einen immer verhängnisvolleren politischen Prozess getan. Nach und nach wurden immer mehr Hürden abgebaut, die einem militärischen Auslands-Einsatz der Bundeswehr im Wege standen. Karl-Theodor zu Guttenberg hat die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und dadurch einen wesentlichen Schritt in der schleichenden Umwandlung der deutschen Bundeswehr hin zu einer bloßen Söldner-Armee der NATO vollzogen. Das bedeutet, dass das Volk immer weniger Einfluss auf die Bundeswehr hat, weil es keine allgemeine Wehrpflicht mehr gibt und somit die Bundeswehr nicht mehr eine Sache ist, die jede Familie etwas angeht. In dieselbe Richtung wirkt auch die Abschaffung des Parlamentsvorbehalts. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der amerikanische Präsident der Oberbefehlshaber der deutschen Bundeswehr sein wird.

Der Anteil Angela Merkels an dieser verhängnisvollen Entwicklung

Am 13. September 2002 hielt Oppositionspolitikerin Dr. Angela Merkel als CDU-Vorsitzende eine Rede im Deutschen Bundestag, in der sie vor einem „deutschen Alleingang“ warnte.8  Darüber hinaus reiste sie nach Washington und verfasste am 20. Februar 2003 einen Artikel für die Washington Post mit dem Titel: „Schroeder doesn`t speak for all Germans.9  Vermutlich ist sie durch dieses Verhalten den entsprechenden Leuten in Übersee aufgefallen  – nämlich dem Kreis derjenigen, die Krieg wollten, und dazu gehörte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush. Es könnte durchaus sein, dass die Rede und der Artikel ihr den Weg zur Kanzlerschaft geöffnet haben, denn schließlich hat auch ihr Vorgänger „US-Wahlhilfe“ im Gegenzug für die „richtige Einstellung“ bekommen.

Das heißt, Oppositionspolitikerin Merkel fiel damals dem Bundeskanzler Schröder und auch der Mehrheit der friedliebenden Deutschen in den Rücken, denn immerhin wollten Schröder und Fischer beim Irakkrieg 2003 nicht mehr mitmachen, von dem heute erwiesen ist, dass die vorgegebenen Kriegsgründe erlogen waren.

Wer wollte diesen Krieg und seit wann?

Die Antwort auf diese Frage findet man in den Aussagen von Wesley Clark, dem ehemaligen Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) von 1997 bis 2000. Er hielt am 3. Oktober 2007 eine Rede vor dem Commonwealth Club of California in San Francisco, die zum Teil in einem Youtube-Video aufgezeichnet ist. Er hat unter anderem Folgendes gesagt:

„….ich hatte mich erinnert, als ich 1991 ein Treffen mit Paul Wolfowitz hatte… Und ich ging zu ihm, um ihn zu sehen. Damals war ich noch 1-Stern-General … Ich habe mich bei ihm gemeldet. Er war gerade zu sprechen… Es war das Jahr 1991! Und ich sagte zu Paul: ´Herr Secretary, Sie müssen sehr glücklich mit der Operation Wüstensturm unserer Truppen im Irak sein´. Und er sagte: ´Ja, eigentlich schon. Aber nicht ganz. Weil die Wahrheit ist, wir sollten Saddam Hussein eigentlich loswerden, was uns aber nicht gelungen ist.´

Und das war gerade nach dem Aufstand der Schiiten, den wir provoziert haben und dann haben wir unsere Truppen zurückgehalten und haben nicht interveniert. Und er sagte: ´Aber eine Sache haben wir dabei gelernt: DASS WIR UNSERE TRUPPEN IN DER REGION DES NAHEN OSTENS EINSETZEN KÖNNEN, UND DIE SOWJETS WERDEN UNS NICHT MEHR STOPPEN.´ Er sagte: ´Wir haben ungefähr fünf oder zehn Jahre Zeit bekommen, um all die sowjetischen Klientelregime zu beseitigen: Syrien, der Iran, Irak, bevor die nächste große Supermacht uns herausfordert.´ …. Sie wollten den Nahen Osten destabilisieren, ihn auf den Kopf stellen, ihn unter unsere Kontrolle stellen. Es ist auf jene Anmerkungen von 1991 (von Wolfowitz) zurückzuführen.“ 10

Paul Wolfowitz war damals Under Secretary für Strategie-Planung, das ist die drittwichtigste Position im Pentagon. Während 1991 der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, sein Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium Willy Wimmer und der Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, vom gemeinsamen Haus Europas sprachen und Millionen Menschen wollten, dass man jetzt einen dauerhaften Frieden einrichtete, dachte Paul Wolfowitz daran, wie er Saddam Hussein und „all die sowjetischen Klientelregime“ beseitigen könnte, um sie durch amerikatreue Regierungen zu ersetzen, wie es dem Gedanken der „New World Order“ entspricht. Kannte der mächtige damalige Präsident George H. W. Bush diese Pläne? Vermutlich. Wie kann es sein, dass der Wille der Wenigen sich gegenüber dem Willen der Vielen durchsetzt? Denn der Kriegswille hat sich Schritt für Schritt durchgesetzt: 2001 erfährt Wesley Clark im Pentagon, dass konkret geplant ist, im Nahen Osten sieben Länder innerhalb von fünf Jahren zu destabilisieren. 11

US-Präsident George H. W. Bush, Mitglied im Orden „Skull & Bones“, begann 1991 den Krieg gegen Saddam Hussein, nachdem dieser Kuweit angegriffen hatte. Von 2001 bis 2009 war wiederum ein Ordensmitglied US-Präsident, George W. Bush, der noch dazu der Sohn des Vorgenannten war – und in seine Periode fiel 9/11, der völkerrechtswidrige Afghanistan-Krieg und der völkerrechtswidrige Irak-Krieg gegen Saddam Hussein. Wolfowitz, Mitverfasser des PNAC12, wurde nach Bushs Amtsantritt Stellvertreter von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Der Einsturz der Zwillingstürme wurde zum Anlass genommen, die Destabilisierungspläne für den Nahen Osten einzuleiten. Präsident Obama führte diese Kriegspolitik fort, und heute steht der Nahe Osten in Flammen, unermesslich viele Menschen wurden getötet oder verletzt, zahlreiche Städte liegen in Schutt und Asche, und es wird kaum mehr verhohlen, von wem der IS unterstützt wird… und wem diese fanatischen Kämpfer nützlich sind…

Aber wie wird diese Politik öffentlich diskutiert? In Bezug auf die Ursachen dieses Konflikts werden die Menschen, trotz der Aussagen von Wesley Clark, von der Presse und von vielen Politikern in ein Lügengespinst eingewoben, wie Frodo in die klebrigen Fäden der Spinne. Goethe und Rudolf Steiner sagten: Die Weisheit ist nur in der Wahrheit. Wie soll vernünftiges Handeln auf Grundlage von Lügen zustande kommen? Dauerhaft in der Lüge zu leben muss zu irrationalen Handlungen führen, weil die gesunde Urteilskraft verlorengeht. Die Wahrheit ist, dass die Urheberschaft der verheerenden Nahost-Kriege bei Paul Wolfowitz und den anderen Geostrategen des Pentagon während der Bush-Ära zu suchen ist  – und nicht dort, wo die Presse und die westlichen Politiker behaupten, dass sie zu suchen sei.

Wie Zbigniew Brzezinski zu seinen Posten kommt

George W. Bush hat vom langjährigen Präsidentenberater Brzezinski schlechte Noten bekommen. Doch auch Brzezinski gehört zu den Befürwortern einer Neuen Weltordnung, wie seine Schrift mit dem Titel: „Between two Ages“ beweist.13  Wolfgang Effenberger schreibt darüber:

„1970 überraschte er als Mitglied des Council on Foreign Relations die Leser der Hauspostille Foreign Affairs mit seinen Visionen einer „neuen Weltordnung“. Angesichts der Revolution durch die Elektronik solle eine Gemeinschaft der entwickelten Länder die Probleme der Menschheit effektiver lösen. Dafür sei eine neue globale politische Ordnung notwendig auf der Grundlage eines trilateralen wirtschaftlichen Verbandes zwischen Japan, Westeuropa und den USA. Von Brzezinskis Idee begeistert, machte David Rockefeller den Teilnehmer der Bilderberg-Konferenzen 1973 sofort zum ersten Direktor der Trilateralen Kommission.“ 14

Hier ist die Bestätigung dessen, was Sutton beschreibt: Dass die Trilaterale Kommission die gleichen Ziele wie Skull & Bones vertritt. Wenn ein eng mit den Zielen des Ordens verbundener Mann, wie David Rockefeller, Brzezinski nach dieser Schrift sofort zum ersten Direktor der neugegründeten Trilateralen Kommission macht, so ist das ein Zeichen dafür, dass Brzezinski „die richtige Einstellung“ hatte und deshalb Macht und Einfluss bekommen durfte. Er ist ein weiteres Beispiel dafür, wie geeignete Personen in entscheidende Positionen gehievt werden. Sein Bestreben, eine neue globale Ordnung vorantreiben zu wollen, hat ihn letztendlich sogar für den Posten des Präsidentenberaters qualifiziert.

Deutschland, Vasall mit Weltmachtallüren

Angela Merkels verhängnisvolle Anbiederung an die Bush-Regierung ebnete den Weg zur  „intensivierten Unterwerfung“ Deutschlands als Vasall unter die wichtigsten westlichen Länder. Mittlerweile vertreten deutsche Politiker nicht mehr deutsche Interessen, sondern die Interessen westlicher Politik und westlicher Konzerne. Das zeigt sich sowohl bei ihrer Befürwortung von TTIP, TISA und CETA als auch beim katastrophalen Säbelrasseln gegenüber der Russischen Föderation, der massiven Aufrüstung und der Stationierung deutscher Truppen an der Grenze zu Russland.

Willy Wimmer schrieb am 25. August 2016 in World Economy in einem Artikel mit dem Titel: „Hat Deutschland eigene nationale Interessen“ das Folgende:

„…Die Vereinigten Staaten wollen unser ökonomisches Potential und unsere Soldaten für ihre globalen Angriffskriege. Die Briten agieren in Europa sowieso über die City of London, die außerhalb jeder parlamentarischen Kontrolle steht, und sie wollten auch für ihre militärischen Operationen die Kommandogewalt über das deutsche Militär. Wenn wir uns unsere Lieblingsnachbarn – die Franzosen – ansehen, so ist es seit einer Reihe von Jahren offenkundig, dass die Französische Republik für ihre moderne Kolonialpolitik in Schwarzafrika, natürlich, deutsche Soldaten haben will und über die Europäische Union die Kontrolle über unser ökonomisches Potential…“

Offenbar soll Deutschland das Leben seiner Soldaten für die Interessen westlicher Nationen einsetzen. Willy Wimmer führt danach weiter aus, dass es für Deutschland existenzgefährdend wäre, wenn es eigene Interessen anmeldete:

„…Wenn wir unter diesen Umständen eine den nationalen Interessen entsprechende Wahl treffen könnten, wäre das wegen der global-politischen Auswirkungen vermutlich das Letzte, was die Deutschen machen könnten. Das würde zu einer so erheblichen Verwerfung auf global-politischer Ebene führen, dass unsere Verbündeten das nicht zulassen würden, und es wäre vermutlich der letzte deutsche Tag…. Und deswegen kommt es für uns existenziell darauf an, in dieser schwierigen Situation dennoch eine Politik der guten Nachbarschaft zu betreiben und dies insbesondere gegenüber der Russischen Föderation. Weder die Russen, noch die Deutschen sind an einem Krieg interessiert, während im amerikanischen Kongress offen darüber gesprochen wird…“ 15

Aber außenpolitisch tritt unsere Regierung sehr großspurig auf und versucht, ihr Vasallentum mit Weltmachtallüren zu übertünchen: Man redet vom deutschen Anspruch, „die globale Ordnung mitgestalten“ zu wollen und als Weltmacht zu agieren! Hier wird die Sache grotesk. Haben sie denn nichts aus dem Fiasko der deutschen Geschichte gelernt?  Die NachDenkSeiten haben am 7. 9.2016 einen Ausschnitt aus einem Artikel des Internet-Mediums „German Foreign Policy“ vom 6.9.2016 gebracht. Der Artikel mit dem Titel: Sprungbrett in den Pazifik beginnt folgendermaßen:

„Berlin startet einen regelmäßigen Dialog mit Australien auf Ebene der Außen- und Verteidigungsminister zur Stärkung seiner Stellung in der Pazifikregion.… Hintergrund ist die weltpolitische Schwerpunktverlagerung weg vom Atlantik hin zum Pazifik, die daraus resultiert, dass die Vereinigten Staaten das ökonomisch wie politisch aufsteigende China als ihren künftigen Hauptrivalen betrachten… Washington hat begonnen, seine Streitkräfte stärker ins regionale Umfeld der Volksrepublik China zu verlagern. Berlin, das explizit den Anspruch äußert, die „globale Ordnung mitzugestalten“, sieht sich veranlasst, ebenfalls seine Positionen in der Region auszubauen….

Der Ausbau der deutsch-australischen Kooperation erfolgt zu einer Zeit, zu der nicht nur die Spannungen zwischen den westlichen Mächten und China deutlich zunehmen, sondern zu der die Bundesrepublik auch explizit den Anspruch äußert, als Weltmacht zu operieren. ´Deutschlands sicherheitspolitischer Horizont ist global´, heißt es im neuen Bundeswehr-Weißbuch… Dass die neue deutsch-australische Zusammenarbeit eine militärpolitische Komponente enthält, zeigt deutlich, dass die Vorbereitungen auf mögliche bewaffnete Konflikte begonnen haben…“ 16

Wie größenwahnsinnig müssen unsere regierenden Politiker eigentlich sein, um solch einen Anspruch zu erheben? Dieses, aus globaler Sicht winzige Deutschland mit seinen gerade einmal 82 Millionen Einwohnern will als Weltmacht agieren? Neben den Riesen USA, China und Russland? Hier bestätigt sich: Wer im Lügengewebe der Illusionen lebt, trifft Entscheidungen, die irrational sind. Die Weisheit lebt eben nur in der Wahrheit.

Aber vielleicht wurde unseren Regierenden diese unsinnige Weltmachtphantasie als imperativer Gedanke suggeriert, und sie erkennen ihn nicht, weil sie unfähig sind, die Idee hinter der Phrase zu durchschauen und so haben sie keine Widerstandskraft gegenüber der Versuchung, die diese brandgefährliche Worthülse von der „globalen Mitgestaltung“ transportiert. Würden sie durchschauen, wie sie mit ihr aufs Glatteis geführt werden sollen, dann würden sie erkennen, welcher Imperativ in ihr steckt, nämlich: „Deutschland, schwäche dich moralisch und militärisch durch illegale Angriffskriege zum Nutzen des Imperiums!“

Politikwechsel dringend erforderlich

Die Deutschen haben es also mit opportunistischen Politikern zu tun, die, um der Macht willen, das große Ganze aus den Augen verloren haben und ihre eigenen, persönlichen Ziele über die friedenspolitischen Interessen der deutschen Nation stellten. Sie werden dem Anspruch, den das Grundgesetz ihnen abverlangt, nämlich Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, nicht gerecht. Sie haben die friedenspolitischen Ziele Helmut Kohls, Willy Wimmers und Willy Brandts verraten. Ein Politikwechsel hin zu einer fairen Friedens- und Handelspolitik und zur Abkehr vom Neoliberalismus ist dringend erforderlich. Neue Wege, eine gerechte soziale Ordnung zu gestalten, müssen erprobt werden.

Deutschland darf nicht imperialistisch sein. Deutschlands Aufgabe ist es, geistig fruchtbar zu sein und eine friedliche Kooperation mit den Landmächten Russland und China und eine ebenso friedliche Kooperation mit den Seemächten Großbritannien und USA zu pflegen und sich aus Kriegen herauszuhalten, es aber auch nicht zu erlauben, dass andere Mächte von deutschem Boden aus oder über diesen Boden hinweg ihre Kriege führen, was leider jahrhundertelang immer wieder geschehen ist: Andere, periphere Mächte haben ihre Streitigkeiten und Kriege über Mitteleuropas Erde ausgetragen. Gerade deshalb sollte Deutschland es anderswo nicht ebenso machen, denn was man nicht will, das einem angetan werde, das füge man auch anderen nicht zu.

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1   https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/08/01/imperative-gedanken/
  2   https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/09/12/wie-die-geheimgesellschaft-   skull- bones-die-schaltstellen-der-usa-besetzt/
  3    https://www.youtube.com/watch?v=3QAgCFjNXJE„Benutzt und gesteuert –  Künstler im Netz der CIA“
4   http://www.nachdenkseiten.de/?p=26311  „Transatlantische Netzwerke – auch im   Verlagswesen sind sie präsent.“
5   https://kenfm.de/kenfm-positionen-7/   Das Zitat von Oberstleutnant a.D., Jochen Scholz beginnt bei etwa 01.02.20 Std/Mi.
6   https://www.youtube.com/watch?v=HBHefedY4fw „Es begann  mit einer Lüge“
7   Wolfgang Effenberger: Geo Imperialismus – Die Zerstörung der Welt, Rottenburg  2016, S. 24.
8   https://www.youtube.com/watch?v=izcpOXCyssg
Dr. Angela Merkels Rede im Bundestag vom 13. Sept. 2002.
9   https://www.washingtonpost.com/archive/opinions/2003/02/20/schroeder-doesnt-speak-for-all-germans/1e88b69d-ac42-48e2-a4ab-21f62c413505/
10  
https://www.youtube.com/watch?v=cIAtMPt8UE4
Wesley Clarks Aussagen; bei 3:30 beginnt die englische Originalversion der übersetzten Passage
11    a.O., ab ca. 1:10. Die sieben Länder, die destabilisiert werden sollten, waren: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran.
12    PNAC = Project for a New American Century =Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert, war eine neokonservative amerikanische Denkfabrik mit Sitz in Washington W.C. (Quelle: Wikipedia)
13    Between two ages: America´s Role in the Technetronic Era. The Viking Press, New York 1970, ISBN 0-14-004314-4.
14    Wolfgang Effenberger: Geo Imperialismus – Die Zerstörung der Welt, Rottenburg 2016, S. 201
15    http://www.world-economy.eu/pro-contra/details/article/hat-deutschland-eigene-nationale-interessen/
Artikel von Willy Wimmer in World Economy vom 25. August 2016
16    Nachdenkseiten, „Hinweise des Tages“ vom 7.8.2016, Punkt 15: „Sprungbrett in den Pazifik“ von German Foreign Policy http://www.nachdenkseiten.de/?p=34886#h15
39 Kommentare
  1. Michaela Wolff permalink

    @ Angelika Eberl: “ Deutschland darf nicht imperialistisch sein.“ Ihre Meinung, dass wir Deutschen uns aus Kriegen raushalten sollten, entspricht auch ganz meiner Auffassung.
    Meine, es sollte so sein, wie Sie das beschreiben. Friedliches Miteinander.
    Sie schrieben ja auch, es gelte für Deutschland: „…sich aus Kriegen herauszuhalten, es aber auch nicht zu erlauben, dass andere Mächte von deutschem Boden aus …( )…ihre Kriege führen,…“

    Da möchte ich mal fragen: Gehört nicht zum Erlauben bzw. Nichterlauben zuerstmal Macht ?
    Gehört nicht zum Begriff „Deutschland“ ein klar definiertes Territorium mit Staatsgrenzen ?
    Als Geltungsgebiet für deutsches Recht ?
    Dieses „Deutschland“, von dem Sie schreiben, löst sich meiner Meinung nach derzeit in der „EU“ auf, wie sich Würfelzucker in einer Tasse Tee auflöst. Jürgen Trittin sowohl Sigmar Gabriel behaupten beide über diese „Regierung“, sie sei gar keine, sie sei ein „Firma“.
    Gibt es Deutschland überhaupt noch ? Oder ist Deutschland wie ein Patient, der im Komazustand liegt, über den andere zu bestimmen haben ?
    Sofern es ein Komazustand ist, schliesst sich die Frage an, ob es ein Wachkomazustand oder ein Zustand kompletter Bewusstlosigkeit ist.

    Bin mit Ihnen ganz einer Meinung in dem Punkt: „Deutschlands Aufgabe ist es, geistig fruchtbar zu sein…“ Doch Voraussetzung dieser geistigen Fruchtbarkeit ist waches Selbstbewusstsein.
    D.h., der „Patient“ in meiner Veranschaulichung müsste zunächstmal erkennen können, dass er im Koma liegt, aus dem es zu erwachen gilt usw.
    Und dann möchte ich ein anderes Bild gebrauchen, um zu veranschaulichen, wie ich die Beziehungen zwischen Amerika, Deutschland und Russland sehe. Das Bild bezieht sich auf die Aussagen George Friedman`s, die Sie gewiss kennen. (Video v. 4.2.2015, Chicago)
    Russland sehe ich in meiner Imagination wie eine „Braut“, um welche zwei Freier werben: Der allgemeine Angloamerikaner und der allgemeine Deutsche.
    Diese „Braut“ hat den „Keller“ voller Bodenschätze und ist „eine gute Partie“.
    Und die Zukunft der ganzen Menschheit wird davon abhängen, welcher der zwei Freier diese gute Partie machen wird. Meinen Sie denn wirklich, dass der angloamerikanische Freier den deutschen Freier nach „Erlaubnis“ fragen wird ?

    • Robert permalink

      Oh, diese schöne Braut! Wehe den Freiern, wenn sie feststellen müssen, wie ihr drängendes Werben diese in die Arme eines gänzlich anderen treibt, den sie in ihrer Eitelkeit stets sträflichst unterschätzten. Ob sie die anschließende Verkündung einer Hochzeit zu verkraften in der Lage sind?

      • Michaela Wolff permalink

        @ Robert:“…in die Arme eines gänzlich anderen treibt,..“ Ist der Chinese gemeint ?
        Diese „Braut“ musste ja bis 1990 den „eisernen Keuschheitsgürtel“ tragen. Das war der „Eiserne Vorhang“ gewesen. Und derzeit verpasst ihr Amerika wieder den „Cordon Sanitaire“., um Deutschland fernzuhalten.
        „Verkündigung einer Hochzeit“ mit China könnte zur „Shotgun -Wedding“ werden.
        Vielleicht ist das das Ziel des Wilden Westens ?

    • Angelika Eberl permalink

      Antwort an Michaela Wolf und Robert
      Kennen Sie die Gudrun–Sage? Gudrun war eine Königstocher, die sich mit Herwig verlobt hatte, aber dann von Hartmann geraubt wurde. Sie widersteht Hartmanns Werben jahrelang und muss zur Strafe die schmutzige Wäsche der anderen waschen. Und so steht sie am Strand mit Blick nach Osten und sehnt sich nach Herwig, mit dem sie sich aus freiem Willen verbinden möchte. Die gefangene Gudrun sehnt sich nach Freiheit.

      Ist die geistige Gefangenschaft, in der sich die Deutschen befinden, den Deutschen bewusst? Einigen ja… Aber haben sie auch Gudruns Standhaftigkeit?

      Es gab mal eine Ära in den USA, da hatten sie einen Präsidenten, der wirklich die Freiheit hochgehalten hat – wie diese Rede von Kennedy hier beweist: https://www.youtube.com/watch?v=zdMbmdFOvTs
      Die Rede endet mit „free and independant.“

      Aber heute haben wir es mit einer anderen US-Administration zu tun: Heute erscheinen mir die USA wie ein despotischer aber vorzeitig gealterter Sultan mit einem großen „Harem“ abhängig gemachter Staaten. Einem Harem, den der misstrauische, rücksichtslose und machthungrige Sultan durch seine „Haremswächter“ (Geheimdienste) streng kontrollieren lässt, während gleichzeitig ständig Phrasen gedroschen werden, die frei und werteorientiert die westliche Welt doch sei, obwohl diese Werte durch illegale Kriege mit Füßen getreten werden. Und das heutige Deutschland verhält sich wie eine Konkubine, die sich ihrem Herrn und Gebieter gehorsam anbiedert.
      Glauben Sie denn, dass dieses heutige Deutschland, das sich wie eine Frau verhält, die keine Grenzen setzt und alles mit sich machen lässt, für irgendjemanden, der auf sich hält, noch attraktiv ist? Zeigt die Gudrun-Sage nicht, dass man auch „in Gefangenschaft“ noch Würde bewahren kann, wenn man sich selbst treu bleibt? Aber wie verhält sich das heutige Deutschland?

      • Michaela Wolff permalink

        @ Angelika Eberl: “ Aber haben sie auch Gudruns Standhaftigkeit ?“

        Standhaftigkeit setzt ein Ziel voraus. Die Verbindung mit Herwig war solches Ziel gewesen.
        Es muss ja keiner meine Meinung teilen, aber mir scheint, dass der allgemeine (!) Deutsche aus einer ihm selber unbewussten Furcht heraus nach „Sicherheit“ strebt, für die er jederzeit bereit ist, Freiheit einzutauschen. Freiheit erscheint ihm nicht als Wert, für die er bereit wäre, Standhaftigkeit an den Tag zu legen.
        Weil er instinktlos ist, ist er unsicher, und weil er unsicher ist, will er so gerne denen glauben, die ihm Sicherheit versprechen. Aber Sicherheit ist eine Illusion. Freiheit ist eine Wirklichkeit.

        Thema ist ja, wie gewisse Leute in entscheidende Positionen gehievt werden.
        Das Kennedy-Video beweist ja, dass J.F.K. sich f ü r Pressefreiheit und f ü r Selbstverantwortung der Demokraten und g e g e n Geheimgesellschaften aussprach.
        Heutzutage sind diejenigen am Ruder, gegen die J.F.K. sich wandte, und man kann ja diese Kreise kritisieren „noch und nöcher“, aber eines kann man denen nicht in Wahrheit nachsagen: Dass die kein Ziel vor Augen hätten. Deren Ziel ist deren eigene Freiheit !
        Und wenn wir uns nur mal probeweise in diese Leute reindenken, welche die Politik fernsteuern wollen, dann geht uns doch auf, warum die gerade DIE Sorte Politiker hoch-hieven, welche einerseits ausser Politik nichts kann, die deswegen abhängig ist und am Sessel klebt, andererseits Dreck am Stecken hat für die Erpressbarkeit.

        Durch solches System wird der Abschaum hoch gehievt: Päderasten z.B.
        Leute, die irgendwie illegal sind und daher durch ge(heime) Dienste erpressbar geworden sind. So Feiglinge, die zu feige sind, sich wegen irgendwas zu „outen“.
        Die zu feige dafür sind, gemäss dem Motto zu leben: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich`s gänzlich ungeniert !!!
        „Aber wie verhält sich das heutige Deutschland ?“
        Als sei es Amerika. Es schämt sich der Tatsache, Deutschland zu sein.
        Es will sich selbst abschaffen und trägt vielleicht deswegen allgemein gerne Totenkopf-Logos auf der Kleidung. Gemäss Dresscode: Den Tod anziehen.
        Es ist wie Schneewittchen im gläsernen Sarg vor der Erschütterung.

  2. Hat dies auf Gegen den Strom rebloggt.

  3. Senatssekretär Freistaat Danzig permalink

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt.

  4. Boreas permalink

    So weit, so richtig. Vielen Dank.
    Drehen wir das Ganze mal um: Wer sind die „geeigneten“ Leute für den hier geforderten Politik-Wechsel in D. – und wer könnte sie „einsetzen“? Wenn es durch Wahlen geschähe, wer stünde als Kandidat(en) zur Verfügung? Dank der klandestinen Vorselektion stehen die „Besten“ ohnehin nicht zur Verfügung, wir kennen sie nicht einmal. Wenn die Alten in die Jahre kommen bzw. verheizt sind, kommt die nächste Generation der Geeigneten, die bereits „zertifizierten“ Young Leaders. Und deren geistige Klimmzüge und Verrenkungen vor hell-oder dunkelroten, blauen oder grünem „Vorhang“ kennen wir ja – bis zum Abschalten. Da gähnt doch ein Abgrund in D.!
    Wäre interessant, die übernächste Generation zu kennen: Wer tummelt sich denn in den heutigen Young Leader Programmen? Gibt es Alternativen?

  5. Ranma permalink

    Irgendwie fehlt mir noch der Punkt der Erpreßbarkeit der Young Leaders. Müssen die nicht in kriminelle Handlungen verstrickt sein und zwar solchen, die gewiß zu Stürmen der moralischen Empörung führen würden, wenn sie bekannt würden? Weil das erst Machtlosigkeit garantiert?

    Das beste an der Demokratie ist übrigens, daß theoretisch die Macht denen gegeben wurde, die sie nicht haben wollen. Macchiavellis wichtigster und bester Rat ist befolgt. Aber die Verteilung auf viele Schultern bewirkt, daß sich jeder auf die anderen verläßt und so die Macht doch wieder bei denen landet, die sie unbedingt haben wollen. Darum wird Demokratie niemals funktionieren.
    Ranma

    • Androsch Kubi permalink

      „Irgendwie fehlt mir noch der Punkt der Erpreßbarkeit der Young Leaders.“

      Hat man erstmal ausreichend geeignetes Personal zusammen (der Artikel beschreibt ja, wie das gemacht wird), ergibt sich der Rest automatisch. Leute die an ihrer (idR total überbezahlten) Karriere hängen (weil sie sonst nichts haben und können) sind an sich schon gut dirigierbar. Dazu ein bisschen Medien- und Gruppendruck, Status- und Zugehörigkeitsgefühl und es reicht schon.

      Für den Ernstfall kann man leicht vorsorgen. Siehe Peter Hartz und Prostituierte. Per Gruppendruck lässt sich spielend Kompromat schaffen (oder wie bei der Mafia eine Gefälligkeitsschuld aufbauen), immer! Muss nichtmal was großes sein, solange die Medien bereitwillig aufbauschen (siehe diverse Bundespräsis). Und wer nicht mitmacht, wird halt rechtzeitig weggelobt/gemobbt oder anders kalt gestellt. Leute die unter solchen Umständen doch noch selbstständig denken lernen und Rückgrat entwickeln UND sich oben halten können, sind an einer Hand abzählbar.

      „Das beste an der Demokratie ist übrigens, daß theoretisch die Macht denen gegeben wurde, die sie nicht haben wollen.“

      Das trifft es nicht. Erstens weil in der Praxis das Volk keine Macht hat, zweitens weil (zumindest größere Teile davon) sie sehr wohl gerne hätten (Volksgesetzgebung, siehe Umfragen dazu). Die Umkehrung des Satzes macht mehr Sinn: in der parlamentarischen „Demokratie“ bekommen diejenigen die Macht, die sie mit allen Mitteln anstreben. Da das nie das Volk sein kann und Machthungrige per se eine schlechte Herrscherwahl darstellen, erklärt das viele der aktuellen Fehlentwicklungen…

      „Aber die Verteilung auf viele Schultern bewirkt, daß sich jeder auf die anderen verläßt und so die Macht doch wieder bei denen landet, die sie unbedingt haben wollen. Darum wird Demokratie niemals funktionieren.“

      Eine zu kurzsichtige Sichtweise. Machthungrige werden immer über Gebühr Einfluß nehmen. Den Grad, bis zu dem sie das können, legt in einer (direkten) Demokratie aber dann doch das Volk fest und sei es nur über eine Art Notbremse.

      Lassen wir doch auch dazu mal Macciavelli was sagen:
      „In Republiken aber herrscht ein stärkerer Lebenswille, mehr Haß und Durst nach Vergeltung, und man gibt die Erinnerung an die alte Freiheit nicht auf.“
      https://symboleigenschoepfung.files.wordpress.com/2014/01/n-macciavelli-der-fuerst.pdf

      Auch Le Bon stellt in seiner „Psychologie der Massen“ fest, dass deren Einfluß erheblich gestiegen ist und kein Herrscher mehr gegen diese agieren kann (deshalb liefert er auch gleich das Rüstzeug, sie zu manipulieren), Edward Bernays legt dann mit „Propaganda“ nochmal nach.

      Ich hoffe aber immer noch, dass wir bildungs- und vernetzungsmässig einen Punkt erreichen, der Demokratie nicht nur als geringstes Übel erscheinen lässt, sondern als gute Wahl. Aber das ist Utopie und auch nicht zwingend, da geringstes Übel ja schon besser ist, als alle Alternativen…

      • Ranma permalink

        „Das trifft es nicht. Erstens weil in der Praxis das Volk keine Macht hat, “

        Darum meine Aussage, daß es theoretisch so ist. Nicht praktisch. Denn praktisch stimme ich mit deiner Sichtweise überein.

        „https://symboleigenschoepfung.files.wordpress.com/2014/01/n-macciavelli-der-fuerst.pdf“

        Danke für den Link. Meine Printausgabe finde ich nicht mehr. Um die pdf-Ausgabe lesen zu können, brauche ich nur noch ein paar kleiner Computerprobleme zu lösen. Aber vor allem ist der Link wichtig, weil jeder Macciavelli gelesen haben sollte!

        „Ich hoffe aber immer noch, dass wir bildungs- und vernetzungsmässig einen Punkt erreichen, der Demokratie nicht nur als geringstes Übel erscheinen lässt, sondern als gute Wahl.“

        Bildung und Vernetzung sind in der Tat die Minimalvoraussetzungen für eine funktionierende Demokratie. Seit vielen Jahren muß ich mir ansehen wie das Bildungssystem den Bach runtergeht. Da habe ich keine Hoffnung mehr. In Sachen Vernetzung hatte ich viel Hoffnung in das Internet gesetzt und bin davon inzwischen sehr enttäuscht. Statt Leute miteinander zu vernetzen trennt es sie eher in kleine Filterblasen. Seit Einführung der asozialen Netzwerke gibt es einen Gruppendruck, die informationelle Selbstbestimmung aufzugeben und eine weitere Kompartimentierung je nachdem, wie weit man diesem Gruppendruck für wie wenig Gegenleistung folgen will. Die Entwicklung geht also insgesamt eher weg von Bildung und Vernetzung. Unter den Voraussetzungen ist es bereits fraglich, ob die Demokratie wirklich das geringste Übel ist.

        Wie können wir überhaupt eine direkte Demokratie erreichen? Bisher warten wir nur darauf, daß ausgerechnet die Machtgeilen ihre schon erreichte Macht freiwillig mit uns teilen…
        Ranma

      • @Ranma
        „Wie können wir überhaupt eine direkte Demokratie erreichen?“

        Das zentrale Problem dessen, was sich heute Demokratie nennt, ist die Omnipotenz des Gesetzgebers, alle Lebensbereiche inhaltlich zu reglementieren, also neben dem eigentlichen Kerngebiet des Staates, dem Recht, auch das Wirtschaftsleben und das kulturelle mit dem Bildungssystem. Dadurch wird der Einzelne zum Untertanen, der so leben soll, wie eine kleine Gruppe es will. Er kann sich nicht selbst bestimmen, sondern wird fremd bestimmt. Das ist auch bei der direkten Demokratie der Fall, wenn diese sich nicht auf das Recht beschränkt. Dann herrscht die Diktatur der Mehrheit.

        Dieser zentrale Punkt ist hier auf FASSADENKRATZER in mehreren Artikeln behandelt worden, z.B.:
        https://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/06/30/die-phrase-demokratische-selbstbestimmung/
        https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/10/03/macht-macht-untertan-die-unvereinbarkeit-von-staatlicher-macht-und-demokratie/

      • Ranma permalink

        @hwludwig:

        „Das zentrale Problem dessen, was sich heute Demokratie nennt, ist die Omnipotenz des Gesetzgebers, alle Lebensbereiche inhaltlich zu reglementieren, also neben dem eigentlichen Kerngebiet des Staates, dem Recht, auch das Wirtschaftsleben und das kulturelle mit dem Bildungssystem.“

        Also mit anderen Worten: Eine direkte Demokratie läßt sich bereits nicht mehr erreichen, weil der Souverän es zugelassen hat, daß die Lakaien bereits zu viel Macht akkumuliert haben.

        „Dadurch wird der Einzelne zum Untertanen, der so leben soll, wie eine kleine Gruppe es will. Er kann sich nicht selbst bestimmen, sondern wird fremd bestimmt.“

        Das gilt unter Juristen als unserer Kultur fremd. Die interessantesten und viel zu wenig beachteten Randgebiete der Juristerei sind Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung. Denen zufolge erfüllt Recht in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Zwecke. In unserer Kultur soll es der Konfliktlösung dienen. Wird stattdessen alles reglementiert, dann ist das eine Vollverhaltensordnung. Der Präzedenzfall dafür ist die Scharia. Also liegt hier nicht nur ein Fehler in der Konstruktion unserer Demokratie vor, sondern ein Kulturwandel. Da sollten wir kritisch hinterfragen, ob wir (nicht nur du und ich, denn wir beide sind sicher dagegen) das in der Form wollen.

        „Dieser zentrale Punkt ist hier auf FASSADENKRATZER in mehreren Artikeln behandelt worden, z.B.:
        https://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/06/30/die-phrase-demokratische-selbstbestimmung/
        https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/10/03/macht-macht-untertan-die-unvereinbarkeit-von-staatlicher-macht-und-demokratie/“

        Dann ist ja klar, daß direkte Demokratie nicht erreicht werden kann. Daß Demokratie generell nicht möglich ist, wo es einen Staat gibt. Die Demokratie der Alten Griechen war ein System der Prävention gegen den Aufbau hierarchischer Machtstrukturen. Viele sogenannt primitive Völker beugen dem auch vor. Also verhindern sie die Entstehung von Staaten. Demokratie ist, wenn man Staat verhindert! Ein demokratischer Staat, wie zum Beispiel Deutschland laut dessen Grundgesetz, ist ein Oxymoron.

        Dieser Umstand liefert allerdings auch Chancen. Unsere Regierung ignoriert das Grundgesetz. Aber sogar eine Regierung, die dem Grundgesetz in allen Punkten gerecht werden wollte, könnte das nicht, weil das Grundgesetz sich selbst widerspricht. So läßt sich immer etwas finden, um die Regierung vorzuführen. Ausreichende Reichweite in den Massenmedien allerdings vorausgesetzt. Reichweite in den Massenmedien ist es also, was erzielt werden muß, falls man wirklich etwas verändern will.
        Ranma

      • @Ranma
        „Dann ist ja klar, daß direkte Demokratie nicht erreicht werden kann. Daß Demokratie generell nicht möglich ist, wo es einen Staat gibt.“

        Nein, es ist schon möglich, dass bei entsprechenden Machtverhältnissen direkte Demokratie in Form von Volksabstimmungen eingeführt wird. Sinnvoll in einem großen Land ist das aber nur für grundsätzliche Rechtsfragen.

        Auch Demokratie ist mit einem Staat möglich, wenn der Staat, d. h. also die Abgeordneten des Parlamentes eben auf die Rechtskompetenz beschränkt werden. Neben dem Staat müssen Wirtschaft und Kultur eine je eigene relative Selbstständigkeit mit eigener horizontal koordinierender Verwaltung bekommen, nur eingefasst vom staatlichen Recht. Nur dann ist individuelle Selbstbestimmung gewährleistet.

    • Ranma permalink

      @hwludwig:

      „Nein, es ist schon möglich, dass bei entsprechenden Machtverhältnissen direkte Demokratie in Form von Volksabstimmungen eingeführt wird.“

      Dazu das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland:
      http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html

      Da steht doch tatsächlich in Absatz 2: ‚… wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und…‘
      Volksabstimmungen gehören also schon von Anfang an zu den konstituierenden Elementen der Bundesrepublik Deutschland!!! Jetzt fehlt es, nach wie vor, nur noch an den entsprechenden Machtverhältnissen. Also die Macht dazu, auch andere Leute als mich im Grundgesetz lesen zu lassen…

      „Sinnvoll in einem großen Land ist das aber nur für grundsätzliche Rechtsfragen.“

      Ist das so? Sicherlich ist das so, solange man sich noch darüber streiten kann, was eine grundsätzliche Rechtsfrage ist. Deutschen Vereinen ist eine demokratische Führung vorgeschrieben. Da kann man sich sehr leicht ansehen, wie Demokratie funktioniert. Also mindestens ist Jahr für Jahr der Haushalt durch Abstimmung abzusegnen. Mit weniger beginnt noch keine Demokratie.

      „Auch Demokratie ist mit einem Staat möglich, wenn der Staat, d. h. also die Abgeordneten des Parlamentes eben auf die Rechtskompetenz beschränkt werden.“

      Das setzt voraus, daß es jemanden gibt, der diese Beschränkung durchsetzen kann. Wie soll das geschehen?

      „Neben dem Staat müssen Wirtschaft und Kultur eine je eigene relative Selbstständigkeit mit eigener horizontal koordinierender Verwaltung bekommen, nur eingefasst vom staatlichen Recht. Nur dann ist individuelle Selbstbestimmung gewährleistet.“

      Eingefaßt vom staatlichem Recht trifft schon zu. Die Wirtschaft ist selbstständig. Manche ihrer Lobbyorganisationen sind sogar dazu in der Lage, einen wesentlichen Teil der Politik zu bestimmen. Kultur ist da selbstständig, wo sie nicht auf staatliche Förderung angewiesen ist. Außerhalb der staatlichen Förderung gibt es allerdings kaum etwas. Selbstständigkeit bedeutet schließlich auch Selbstverantwortung. Alles andere, insbesondere die gewährleistete individuelle Selbstbestimmung, ist Phantasie.
      Ranma

  6. Michaela Wolff permalink

    @ Angelika Eberl: P.S. zu: “ Aber wie verhält sich das heutige Deutschland ?“

    Das heutige Deutschland scheint ja die Angloamerikaner imitieren zu wollen. Anglizismen verdrängen die deutsche Sprache. Man trägt allgemein gerne „Stars and Stripes“-Motive.
    Als ein kleines Mädel der Merkel eine Deutschlandfahne mit Schwarzrotgold überreichte, gab Merkel die wie angewidert aus der Hand.
    Englische und amerikanische Popmusik – zuerst Blues, dann R & B und Rock `n Roll , Funk und Soul , House und Rap usw. – begeistert schon Generationen von Deutschen.
    Die britischen Rolling Stones sind ein milliardenschwerer Konzern mit Stammsitz in Amsterdam.
    Gibt es eine deutsche Gruppe, die damit vergleichbar ist ?
    Imbissketten mit „Burgern“ verdrängten deutsche Bratwurstbuden, in denen man noch Krakauer und Riesencurrywurst mit Pommes usw. bestellen konnte.
    Englische und amerikanische Mode schwappte über den „grossen Teich“ zu uns und verdrängte vieles. Man trägt gerne T-Shirts mit englischen und amerikanischen Aufdrucken.

    Der allgemeine Deutsche will den Angloamerikaner imitieren. Aber dieser Angloamerikaner erhebt selber den Anspruch auf Weltherrschaft, und er ist ein Patriot. Ein Beispiel: Bruce Springsteen singt: “ Born in the USA“. Und der Engländer denkt und fühlt gemäss: Right or wrong- My Country.
    Die Nation und die eigene Sprache stellen die über alle anderen Nationen und Sprachen.
    Sobald der allgemeine Deutsche auch diesen Wesenszug des allg. Angloamerikaners sich zueigen machen wollte, müsste er entweder zum Antideutschen werden. Oder er müsste sich als „Nazi“ beschimpfen lassen.
    Warum wurde Englisch zur Weltsprache ? Ich meine, die Magie der englischen Sprache liegt auch darin, dass der Engländer beim Sprechen uns andauernd die Zunge rausstreckt. Sobald der sein „th“ ausspricht, streckt der uns die Zunge raus und „rotzt“ uns fast unmerklich etwas über die Zunge entgegen. In Deutschland nennt man es: Lispeln. „To spell“ bedeutet: Zaubern.
    Wenn junge Mädels hierzulande li-speln, finden manche das zauberhaft und sexy.
    Jemandem die Zunge rauszustrecken gilt aber allgemein in Deutschland als Frechheit.

  7. Ranma permalink

    „Warum wurde Englisch zur Weltsprache ?“

    Jedenfalls nicht deswegen, weil ihr eine besondere Magie innewohnte. Englisch ist schließlich nur ein dänischer Dialekt. Deutsch war mal in bestimmten Bereichen dominant. Neben Französisch und Englisch in anderen Bereichen, Englisch wegen des Commonwealthes, Deutsch und Französisch aufgrund ihrer Nützlichkeit. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges wurde Deutsch auf der ganzen Welt verstanden. Zu der Zeit beschlossen englische Strategen, daß die deutsche Sprache ihre Bedeutung verlieren muß und zerstört werden sollte. Überall wurde versucht, Deutsch durch Englisch zu ersetzen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die englische Strategie Erfolg als Deutsche und Japaner zwangsweise die Sprachen der Sieger an den Schulen lernen mußten. Französisch verlor an Bedeutung, weil Frankreich im Zweiten Weltkrieg nur die Rolle spielte, erst von Deutschland besetzt und dann von den USA befreit zu werden. So breitete sich Englisch in der westlichen Hemisphäre aus. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wollte in der östlichen Hemisphäre kaum noch jemand Russisch sprechen, darum wurde an den Schulen Russisch durch Englisch ersetzt. Je mehr sich Englisch ausbreitete, desto nützlicher war es um mit Fremden zu kommunizieren, deswegen vergrößerte sich das Interesse noch mehr. So breitete sich Englisch schließlich über die gesamte Welt aus.

    Englisch gibt es inzwischen in unterschiedlichen Varianten und das hilft auch noch bei der Verbreitung. So sind den Amis Rechtschreibung und Grammatik völlig egal. Inder (auch andere Asiaten, aber in Indien ist Englisch Amtssprache) sprechen ein Englisch, das sich vom Europäer phonetisch kaum als Englisch erkennen läßt. In manchen Sprachen werden pseudoenglische Begriffe erfunden und ab und zu mit englischen verwechselt. Zwangsunterricht durch zumeist Nichtmuttersprachler bei den einen und kulturelle Fremdheit bei den anderen sowie der Möglichkeit, die Vereinfachungen ungebildeter Nordamerikaner zu übernehmen, führten zur Entstehung von Bad Simple English. Dieses BSE ist die eigentliche Weltsprache. Mit richtigem Englisch ist sie nur verwandt.

    Diese Historie ist der Grund dafür, warum Englisch oder genauer gesagt BSE Weltsprache ist. Das th in der Aussprache der Engländer gibt es dagegen in vielen Sprachen und führt nicht zur Verbreitung der betreffenden Sprachen. Isländisch zum Beispiel. Griechisch wäre ein weiteres. Sprachwissenschaftler sind sich sogar sicher, daß das th auch im Deutschen mal so ausgesprochen wurde. Aber das ging wieder verloren. Dem Hebräischen übrigens auch. Vielleicht zu schwierig oder zu bekloppt? Das Griechisch zur Zeit des Imperium Romanum war auch Weltsprache. Dem Altgriechischen ging genau diese Eigenschaft verloren. Die herausgestreckte Zunge beim th wirkt für die Verbreitung vielleicht sogar kontraproduktiv…
    Ranma

  8. Michaela Wolff permalink

    @ Ranma Das eigentliche Thema ist ja u.a. auch Willy Wimmer`s Behauptung, es sei für Deutschland „existenzgefährdend“, falls es „eigene Interessen“ anmeldet.
    Wenn es aber laut Angelika Eberl Deutschlands Aufgabe ist, „geistig fruchtbar“ zu werden, anstatt mit Säbeln zu rasseln, dann müsste sich Deutschland auf die eigene Sprache besinnen, auf die eigenen kulturellen Wurzeln Wert legen. Es müsste erstmal – um „geistig“ fruchtbar werden zu können- den „Geist“ zu erkennen suchen.
    Dann würde Deutschland auch die Phrasen durchschauen, durch die es erneut zum Säbelrasseln verführt wird.
    Und vor allem müsste es die eigenen Interessen erstmal als solche erkennen können.
    Wenn es für Deutschland existenzgefährdend ist, eigene Interessen anzumelden, dann existiert solches Deutschland jetzt schon nicht mehr als ein Wesen mit eigenem Willen.
    Wie könnte man denn von einem Zombie erwarten, dass der „geistig fruchtbar“ wird ?

    Was wäre denn eine Existenz als Zombie wert, wenn dieser Zombie weder erkennen kann, dass es in seinem ureigenen Interesse liegt, mit Russland zu kooperieren, noch ihm möglich ist, dieses eigene kulturelle und wirtschaftliche Interesse zu formulieren ?
    Russland ist ein riesiger Markt und eine Drehtür nach Eurasien. Wie blind für die eigenen Interessen muss Deutschland denn sein, um sich gen Australien zu orientieren, statt mit Russland zusammen ein wirkliches EUROPA anzustreben ?

    Wenn es existenzgefährdend ist, eigene Interessen zu entwickeln, dann kann man solche Existenz als willenloser Zombie auch gleich aufgeben. Denn das Festhalten an solcher „Existenz“ wäre nur ein Hindernis im Weltganzen. Nur wer auf Unmögliches sinnt, der gewinnt.
    Wer sein Leben – seine Existenz – ängstlich festhält, hat sie schon verloren, doch wer es loslässt bzw. riskiert, gewinnt neues Leben.

  9. Ranma permalink

    „Das eigentliche Thema ist ja u.a. auch Willy Wimmer`s Behauptung, es sei für Deutschland „existenzgefährdend“, falls es „eigene Interessen“ anmeldet.“

    An der Behauptung ist etwas dran.

    „Wenn es aber laut Angelika Eberl Deutschlands Aufgabe ist, „geistig fruchtbar“ zu werden, anstatt mit Säbeln zu rasseln,“

    Auch an der Behauptung ist etwas dran.

    „dann müsste sich Deutschland auf die eigene Sprache besinnen, auf die eigenen kulturellen Wurzeln Wert legen. Es müsste erstmal – um „geistig“ fruchtbar werden zu können- den „Geist“ zu erkennen suchen.“

    Das ist ganz entscheidend. Das erkannten die britischen Strategen schon zur Zeit des Ersten Weltkrieges und darum begannen sie den Kampf gegen die deutsche Sprache. In den letzten Jahren ist mit der sogenannten Rechtschreibreform, die Phonetik, Etymologie und Grammatik durcheinanderbringt so wie ganze Wörter abschafft, ein noch heftigerer Schlag gegen die deutsche Sprache und gegen den Geist gelungen.

    „Wie könnte man denn von einem Zombie erwarten, dass der „geistig fruchtbar“ wird ?“

    Gerade das möchten die Feinde Deutschlands nicht. Vielmehr versuchen sie genau das zu verhindern.

    „Was wäre denn eine Existenz als Zombie wert, wenn dieser Zombie weder erkennen kann, dass es in seinem ureigenen Interesse liegt, mit Russland zu kooperieren, noch ihm möglich ist, dieses eigene kulturelle und wirtschaftliche Interesse zu formulieren ?“

    Viele kennen die Interessen Deutschlands. Darunter auch viele Berufspolitiker. Die zeigen aber nicht unbedingt, was sie wissen, weil sie auch wissen wie gefährlich das ist. Darum gibt es eine öffentliche und eine geheime Politik. Rechtspopulisten verstehen das völlig falsch, obwohl sie eine Ahnung davon vermitteln, daß wir ständig belogen werden.

    „Nur wer auf Unmögliches sinnt, der gewinnt.“

    Das führt mal wieder zu der Frage zurück, was der Einzelne tun kann. Wenn man erkannt hat, daß auf die eigenen kulturellen Wurzeln und daher auf die deutsche Sprache Wert gelegt werden sollte, dann ist der erste Schritt ganz klar. Dann muß man der Zerstörung der deutschen Sprache entgegenwirken. Jede(r), die/der das will, kann das ganz einfach tun, indem sie/er die Bertelsmannsche Gehorsamkeitsschreibung verweigert und zu den tradierten Schreibweisen zurückkehrt, die früher vom Duden dokumentiert wurden, aber sich deswegen entwickelt haben, weil sie begründbar sind. Auf Anglizismen zu verzichten so gut es geht, ist auch hilfreich. Alte Sprichwörter bewußt falsch zu verwenden ist wahrscheinlich ungefähr gleich kontraproduktiv wie Anglizismen. Obwohl das ein einfacher erster Schritt wäre, der fast von jedem umsetzbar sein dürfte, wird das nicht gemacht und doch weitgehend die Gehorsamkeitsschreibung vorgezogen, die über den Bertelsmann-Verlag propagiert wurde. Also ist nicht ganz Deutschland der Zombie, sondern es gibt hier sehr viele Zombies.
    Ranma

  10. Ranma permalink

    Übrigens wollte ich mit dem Vorschlag, sich auf die deutsche Sprache rückzubesinnen, nicht sagen, daß man anderen Sprachen weniger Achtung entgegenbringen sollte. Vielmehr gilt das Zitat des Philosophen Wittgenstein: „Wer andere Sprachen nicht kennt, der weiß nichts von seiner eigenen.“
    Ranma

    • Michaela Wolff permalink

      @ Ranma: “ Uebrigens wollte ich mit dem Vorschlag, sich auf die deutsche Sprache rückzubesinnen, nicht sagen, dass man anderen Sprachen weniger Achtung entgegenbringen sollte.“

      Ja, sehe auch ich genauso, weil alles andere ein Rückfall in arroganten Nationalismus wäre, und, weil jede Sprache ihre ur-eigenen Schönheiten und Besonderheiten mitbringt.
      Es reichte nicht aus, englische Dichtung in deutscher Uebersetzung zu lesen, um sie zu verstehen.
      Erst wenn man ein Stück weit in der Fremdsprache lebt, wird das Wesentliche erkennbar.
      Andersherum genauso: Wenn ein Amerikaner manche deutschen Texte verständlich haben will, sollte er ein Stück weit in der deutschen Sprache leben.

      Wunderbares Wort: “ Gehorsamkeitsschreibung“ ! Danke sehr für diese Wortschöpfung !
      Die „Rechtschreibreformen* dienen auch dem Teilen und Herrschen, denn wenn man seitens der staatlichen Schulen der Elterngeneration eine ganz andere Schreibweise beibrachte als deren Kindern, dann dividiert man Familien.
      Es gibt auch ein Geistiges, das zwischen zwei Sprachen da ist. Es gab in Amerika eine Buchmesse, durch welche Bücher in deutscher Sprache angeboten wurden.
      Jemand aus Deutschland hatte ein Buch über die Familie des Michael Jackson verfasst, was dort ausgestellt wurde. Es trug den simplen Titel: “ DIE JACKSONS“.
      Der Vater des Michael Jackson besuchte diese Messe, sah das Buch, las den Titel und war dadurch furchtbar irritiert. Denn „DIE“ bedeutet in Englisch: “ Stirb“ oder „sterbt“.
      Er verstand kein Deutsch, las den Titel als: “ STERBT JACKSONS“. Für ihn war dieser Buchtitel wie eine negative Aufforderung gegen seine Familie.

  11. ich unterwerfe mich nicht permalink

    Habe noch nicht alle Kommentare durchgelesen, erlaube mir trotzdem eine kurze Bemerkung:
    Wann werden die Deutschen den Unterschied zwischen Deutschland und Bundesrepublik D. verstehen und konsequent verinnerlichen ? Ist das so schwer ???
    Wenn es um Deutschland geht, muss man Deutschland sagen und schreiben;
    Wenn es um BRiD geht dann eben BRiD, und zwar IMMER !!!

  12. Ranma permalink

    Wollte man Familien über die Rechtschreibung einander entfremden, dann müßte sich der Rechtschreibrat für jede Generation etwas Neues ausdenken. Die Reform der Reform schreitet übrigens voran. In der Kommission für die Rechtschreibreform gab es einen einsamen Kämpfer gegen den Unfug. Als sich der Unfug durchsetzte, wurde der einsame Kämpfer zum Whistleblower (ja, das ist jetzt nicht gerade ein Vermeiden von Anglizismen, aber im Deutschen kenne ich nur negativ konnotierte Äquivalente zum Whistleblower):

    http://sprachforschung.org/ickler/

    Aus einem Buch von Ickler weiß ich auch, daß der Duden früher nur Entwicklungen kommentierte und keineswegs versuchte Vorschriften zu machen. Zwar hatten meine Lehrer das anders gesehen, aber an den Schulen wird seit jeher viel Unfug gelehrt.

    Eigentlich hätte vor der Rechtschreibreform keine Schreibweise als falsch gewertet werden dürfen! Korrekterweise hätten Lehrer also darauf hinweisen müssen, ob eine Schreibweise leserfreundlich ist oder ungeschickt oder sinnentstellend, aber falsch hätte es nicht geben dürfen.

    Sollte jemand dabei sein, eine Fremdsprache zum lernen auszusuchen, dann ist es vielleicht hilfreich zu wissen, daß man dabei umso mehr über sich selbst und die eigene Wahrnehmung lernen kann, wenn die fremde Sprache tatsächlich möglichst fremd ist. Natürlich ist das in den meisten Fällen nicht das Hauptkriterium, um eine Fremdsprache zu lernen. Ich habe selbst eine lange Liste von Fremdsprachen, die ich gerne lernen würde, für die ich aber nie Zeit haben werde. Vor einer Ewigkeit schon habe ich mit Russisch angefangen und kann trotzdem so gut wie kein Russisch.

    Obwohl es kulturell andersherum ist, ist Deutsch dem Englischem ähnlicher als dem Russischen. Im Russischen gibt es kein Passiv und auch keinen Konjunktiv. Was der Russe stattdessen macht, habe ich noch nicht heraus. Für jedes deutsche Verb muß man zwei bis vier russische lernen, weil jeweils perfektiver und imperfektiver Aspekt unterschieden werden. Bei Verben der Bewegung gibt es immer eines für den intransitiven (zum Beispiel eines dafür, in der Gegend herumzufahren) und eines für den transitiven (zu einem bestimmtem Ziel hinfahren) Gebrauch. Die Idee des Aspektes habe ich über das Russische kennengelernt und das hat mir dabei geholfen, die Grammatik des Chinesischen zu verstehen. Auch Japanisch und semitische Sprachen kennen Aspekte. Übers Englische kann man nicht so deutlich lernen, daß man Dinge auch anders sehen oder anders machen kann. Dafür läßt es sich leichter und viel schneller lernen.
    Ranma

  13. Michaela Wolff permalink

    @ Angelika Eberl: “ Die Deutschen haben es also mit opportunistischen Politikern zu tun, die, um der Macht willen, das grosse Ganze aus den Augen verloren haben und ihre eigenen persönlichen Ziele über die friedenspolitischen Interessen der deutschen Nation stellten.
    Sie werden dem Anspruch, den das Grundgesetz ihnen abverlangt, nämlich Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, nicht gerecht.“

    Ob diese „Macht“ nicht andererseits auch Ohnmacht gegenüber den wirklich- Mächtigen ist, kann man sich ja auch mal fragen. Und der Begriff der „deutschen Nation“ ist doch offenbar dehnbar wie Kaugummi, seit die Umvolkung betrieben wird.
    Gibt es diese „deutsche Nation“ überhaupt noch ? Man kann natürlich diese Politik kritisieren, aber genauso berechtigt wäre es, dieses deutsche Volk bzw. den allgemeinen Deutschen dafür zu kritisieren, dass er dieses Grundgesetz seit Jahrzehnten aus den Augen verloren hat.

    Artikel 146 GG besagt: „Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
    Das wurde am 23.Mai 1949 von Dr.Adenauer, Herrn Schönfelder und Dr. Schäfer in Bonn unterzeichnet.
    Wir alle – also dieses deutsche Volk selber – haben versäumt, uns aus freier Entscheidung eine wirkliche Verfassung zu geben. Die Freiheit der Entscheidung haben wir als lästige Pflicht empfunden, und diese lästigen Pflichten hat das deutsche an eine Politik delegiert, die allerdings gar nicht voll souverän ist. Nicht die Freiheit bzw. Souveränität oder anders ausgedrückt: Macht, geltendes Recht auch durchzusetzen, wurde als Wert betrachtet, sondern man lief der Illusion einer „Sicherheit“ hinterher, wie eine Schildkröte einem Salatkopf nachläuft, den ihr jemand vor die Nase hält, der dieses Tier reitet. Diese „Sicherheit“ hat die Politik dem deutschen Volke wie einen Köder hingehalten, damit dieses Volk die Freiheit dafür eintauscht und der Politik nachläuft.
    Wenn man betrogen wurde, kann man den Betrüger kritisieren.
    Aber wäre nicht klüger, zu allererst sich selber zu kritisieren und sich zu fragen: Was habe ich selbst falsch gemacht, um diesem Betrug zum Opfer zu fallen ?
    Welchen WERT die Freiheit hat, wird einem leider oft erst dann voll bewusst, wenn man sie nicht mehr hat.

    • Angelika Eberl permalink

      Es mangelt meines Erachtens nicht an deutscher Selbstkritik. Und es mangelt auch nicht an Kritik an den Deutschen. Aber wie steht es denn mit der Selbstkritik der Mächtigen? Bis auf Gerhard Schröders Bekenntnis, er habe damals das Völkerrecht gebrochen, ist da wenig zu hören.

      Worauf ich mit diesem Text hinweisen wollte, ist, dass wir es seit 1999 mit einem verhängnisvollen Wechsel in der Außenpolitik zu tun haben: Während Deutschland vorher pazifistisch war, beteiligt es sich seither an ungerechten Kriegen – und es war die ehemalige Friedenspartei der Grünen und ein SPD-Kanzler, die diesen verhängnisvollen Außenpolitik-Wechsel eingeleitet haben, der dazu geführt hat, dass es heute für Deutschland existenzgefährdend wäre, wenn es eigene Interessen anmeldete. Das war unter Willy Brandt und Dr. Helmut Kohl nämlich noch nicht so – sie hatten selbst Gestaltungsmöglichkeiten. Die Ohnmacht gegenüber den wirklich Mächtigen, die Sie ansprechen, hängt nämlich mit diesem Politikwechsel von Schröder/Fischer zusammen. Es war ein Verrat an den traditionellen Grundsätzen der Grünen und der SPD. Die Grünen waren mal eine Friedenspartei und die SPD unter Willy Brandt auch.

      Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl hätte beim Kosovo-Krieg niemals mitgemacht. Die Grünen sind diejenigen, die heute am lautesten schreien: „Kampf gegen Rechts“ – aber ausgerechnet diese Partei hat sich selbst nicht an den Geist des Grundgesetzes gehalten, und Cem Özdemir und Kathrin Göring-Eckard tun es heute auch nicht, wenn sie eine Flugverbotszone über Syrien fordern – wohl wissend, dass das Krieg gegen Russland bedeutet.

      Der Geist, also die Ideen des Grundgesetzes, verbieten Angriffskriege – egal, welche spitzfindigen, juristischen Winkelzüge angeführt werden, die darlegen sollen, dass es doch irgendwie vom Grundgesetz erlaubt sei. Ist es eben nicht. Ich weise diese juristischen Phrasen und Winkelzüge zurück, wenn sie politische Taten und Entscheidungen rechtfertigen sollen, die den Ideen des Grundgesetzes entgegengesetzt sind.
      Und manche wandeln immer noch auf diesem verhängnisvollen Weg.

      Beachten Sie mal, welche Signale „Verteidigungsministerin“ Ursula v. d. Leyen aussendet, wenn sie sich mit schicker Frisur und „visionärem Blick“ auf einem Militärflughafen fotografieren lässt. Wem gelten wohl diese Signale? Uns, ihrem Volk – oder den kriegstreibenden Kräften in den USA?

      • Michaela Wolff permalink

        „Aber wie steht es mit der Selbstkritik der Mächtigen ?“ Die gibt es, doch gerade diese Selbstkritik der Mächtigen finde ich sehr dubios. Die wirklich Mächtigen scheuen meiner Meinung nach das Licht der Oeffentlichkeit und schicken ihre Sprecher vor.
        Einer aus diesem Dunstkreis der wirklich Mächtigen scheint mir George Friedman vom Think-Tank Stratfor zu sein, und der übte am 4.Februar 2015 in Chicaga folgende Art von Selbstkritik, die mich ins Nachdenken brachte:
        Friedman sagte, es sei der Moment amerikanischer „Geistesschwäche“ gewesen, in denjenigen Ländern, die sie militärisch besiegt hatten, „Demokratie“ zu fördern.

        Das hatten sie seit 1945 in Deutschland getan ! Sie machten Re-Education – Programme, um den – aus ihrer Sicht heraus bis dahin – obrigkeitshörigen Deutschen die „Demokratie“ zu bringen. Sozusagen als Befreier traten sie auf.
        Und zur Zeit des Willy Brand war die geostrategische Lage noch ganz anders als heute.
        Es gab „Westdeutschland“ und die „DDR“ samt „Ostblock“. Gerade diese „DDR“ war doch ein Glück für westliche Betriebe gewesen, weil „drüben im Arbeiter- und Bauernparadies“ die Menschen billiger arbeiten mussten als hier in Westdeutschland.
        Z.B. Quelle Versand liess „drüben“ produzieren. Die Fernseher und Stereoanlagen und sonstige Technik der Marke „Universum“ würde in der „DDR“ billig produziert.
        So konnte die westdeutsche Firma Quelle hier die Preise niedrig halten und sehr gut vermarkten. Erst als die innerdeutsche Mauer fiel, brach dieses Quelle „Imperium“ zusammen.

        Was uns damals als eine Art von „Geisteskampf“ zwischen dem „freien Westen“ samt dessen „Demokratie“ und dem sich hinter Mauern, Todesstreifen und Stacheldraht verschanzenden „auf Unfreiheit setzenden Kommunismus“ vorgeführt wurde, war STAATSKAPITALISMUS gewesen. BEIDE Seiten profitierten davon auf ihre Art.
        Im Westen waren es die Firmen und wir als Kunden dieser Firmen, also Private.
        Und in der „DDR“ profitierte die Klasse der Beamten, über die die Geschäfte liefen.
        Quelle Versand ist nur ein Beispiel von vielen. Auch die USA kooperierten mit der Beamtenklasse der UDSSR und liessen dort billig produzieren.
        Heutzutage lässt Amerika diese Maske namens „Demokratie “ fallen und zeigt sein wahres Gesicht. Es will offenbar hierzulande in Europa die Demokratie abschaffen, um aus ganz Europa eine neue „DDR“ zu machen, wo sie billige Lohnarbeiter haben wollen.
        Und die Linken haben doch mit den Globalisierern ein gemeinsames Ziel: Weg mit allen Nationalstaaten. „Die Internationale“ soll „das Menschenrecht erkämpfen“.
        Eine PHRASE sondersgleichen. In den 1970 er Jahren waren Linke antiamerikanisch unterwegs und solidarisierten sich mit den Palästinensern.
        Angeblich waren die „antiimperialistisch“ und „antikapitalistisch“ unterwegs.
        Heute genau umgekehrt ! Sie sind auf der Seite der Globalisierer, also prokapitalistisch.
        Und sie kritisieren nur den „Nationalismus“ der „Völker“, nur NICHT kritisieren sie den Nationalismus der Angloamerikaner samt deren „Kind“ namens Zionismus.
        Diese Linken von der Frankfurter Schule haben „den langen Marsch durch die Institutionen“ hinter sich. Und heute hieven sie all diejenigen hoch, die über Europa den Kulturtod verbreiten.
        Wenn wir statt einer riesigen neuen „DDR“ namens „EU“ hier einen RECHTSSTAAT wollen, dann braucht solcher Staat vor allem MACHT. Da beisst die Maus keinen Faden ab.
        Nur ein EUROPA, das Russland integriert, kann solche MACHT ermöglichen.
        Das müsste ja nicht gegen Amerika zielen. Nur eben kann man nicht beides wollen, liebe Frau Eberl: Einen souveränen Staat. Aber bitteschön soll der machtlos und pazifistisch sein.
        Die Freiheit Europas wurde nämlich nicht von Pazifisten erkämpft.
        Und auch die Russen haben uns von den Nazis befreit.

      • Angelika Eberl permalink

        Freiheit kann nicht von Pazifisten erkämpft werden? Und Gandhi? Und Martin Luther King?

  14. Michaela Wolff permalink

    „Freiheit kann nicht von Pazifisten erkämpft werden ? Und Gandhi ? Und Martin Luther King ? “

    Ja, betreffs Gandhi und Martin Luther King haben Sie vollkommen Recht. Das waren Pazifisten, die auf ihre Weise schon Freiheit erkämpften. Die Freiheit Europas wurde allerdings mit Blut erkauft. Denken wir an die Mauren und an die Türken vor Wien. Die heute in Europa lebenden Pazifisten verdanken ihre heutige Freiheit nicht anderen Pazifisten sondern Christen, die für diese Freiheit auf den Schlachtfeldern kämpften und ihre Leben opferten.
    Meine, das sollten wir im Gedächtnis behalten auch dann, wenn wir selber Pazifisten sein wollen.

    • Rano permalink

      Man sollte AUCH nicht übersehen, dass wir uns permanent in einem weltumfassenden Krieg befinden (s. Warren Buffet).

      Und das Problem dabei ist, du kannst der treuste Pazifist sein, wenn dir einer eine Knarre vor die Nase hält, bringt dir das absolut gar nichts! Dein Gegner hat auch die Wahl der Waffen. Und er wird sehr wahrscheinlich die Waffe nehmen, die am meisten Schaden anrichtet. Der Ami sowieso.

      Ich würde mich auch als Pazifisten bezeichnen, denn außer einer Fliege habe ich noch nie jemandem etwas zuleide getan. Aber wenn mir jemand mein Haus, meine Familie und mein Leben wegnehmen möchte, dann würde ich mich sehr wohl verteidigen.

      Grüße

  15. Hat dies auf textblätter rebloggt.

  16. Androsch Kubi permalink

    „Dass die Trilaterale Kommission die gleichen Ziele wie Skull & Bones vertritt.“

    Da ich nun den ersten Band von „Superlogen regieren die Welt“ durch habe, der Teil einer Zusammenfassung des italienischen Werkes des Freimaurers Magaldi ist (für das es m.W. noch keine deutsche 1 zu 1 Übersetzung gibt) :
    https://www.amazon.it/Massoni-responsabilit%C3%A0-illimitata-scoperta-Ur-Lodges/dp/886190159X

    möchte ich nochmals auf dieses bisher wenig beachtete Werk hinweisen!

    Gioele Magaldi ist (wenn ich das richtig verstehe) Meister der:
    http://www.grandeoriente-democratico.com/
    (er wird dort mehrmals erwähnt und offene Briefe von ihm, z.B. an Berlusconi angeführt).

    Er hat zusammen mit weiteren Freimaurern (die anders als Magaldi allerdings nur mit Pseudonymen publizieren, u.a. Frater Kronos der wahrscheinlich Zbigniew Brzezinski ist) ein Netzwerk an „Superlogen“ aufgedeckt, die sich aus besonders mächtigen und besonders reichen Personen rekrutieren (da die normale Maurerei bereits zuviele Mitglieder hat, um wirkungsvoll steuern zu können). Angeblich zusammenrecherchiert in den weltweiten Freimaurer-Archiven.

    Der Grund für die Veröffentlichung ist eine Warnung an die Welt, da mächtige Teile dieser Logen auf eine Abschaffung der Demokratie hinarbeiten und dabei bereits weit gediehen sind!

    „Superlogen regieren die Welt“ muss man mit Abstand lesen, weil der Übersetzer Johannes Rothkranz ein Erzkatholik ist und seine eigenen Interpretationen hineinfliessen („hinarbeiten auf den Antichrist“ usw.), allerdings leistet er auch wertvolle Zusammenfassungen des sehr umfangreichen Magaldi-Werkes und man kann Interpretation und Übersetzung i.d.R. gut trennen.

    Magaldis Buch wirkt auf mich aufrichtig und realistisch. Magaldi beschreibt z.B. die gegensätzlichen Strömungen in den Superlogen („demokratisch-fortschrittlich“ gegen „autoritär, neo-aristokratisch“ usw.), nennt viele Namen (auch Merkel, Schäuble usw.). Man kann letztlich die Existenz und Relevanz solcher Macht-Supercluster nicht selbst überprüfen, aber sie zumindest im Hinterkopf behalten.

    Was ich eigentlich sagen wollte (deshalb das Zitat am Anfang): die Trilaterale Kommission wird als „parafreimaurerische Gruppe“ (ebenso wie die Bilderberger) erwähnt. Es handelt sich um Ausgründungen deren Ursprungsmannschaft nahezu vollständig aus Superlogenmitgliedern besteht. Zweck ist (was sonst?) offene politische Beeinflussung, während die wahren Strukturen dadurch geheim bleiben können. Außerdem besteht die Möglichkeit subtiler Lenkung (siehe Einladungen und Themensetzung bei den Bilderbergern) selbst in nicht eingeweihten (=“profanen“) Kreisen. Vermutlich sind auch Skulls-and-Bones Kreise entweder so entstanden oder nachträglich unterwandert worden.

    Ich denke Magaldi sollte man, als wertvolle Insiderquelle, zumindest im Blickfeld behalten.

    Ich hoffe mit diesem Hinweis, gerade angesichts der bisherigen hervorragenden Recherchearbeiten von Fassadenkratzer, einen wichtigen Punkt beitragen zu können…

    • Ranma permalink

      „Der Grund für die Veröffentlichung ist eine Warnung an die Welt, da mächtige Teile dieser Logen auf eine Abschaffung der Demokratie hinarbeiten und dabei bereits weit gediehen sind!“

      Ja, bis zu ihrem Ziel gediehen. Wo gibt es denn noch Demokratie? Was ist von Demokratie noch übrig, wenn die dafür erforderliche Bildung ausgehölt ist?
      Ranma

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