Kurt Eisner und die Lügen über die deutsche Kriegsschuld

Von Angelika Eberl und Herbert Ludwig

Die alliierten Lügen über die Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg, die zum folgenreichen Versailler Diktat führten, wurden im November 1918 auch gezielt durch den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner verbreitet, der den Siegermächten die Einsicht des revolutionären Deutschlands in die eigene Schuld beweisen und einen günstigeren Friedensvertrag für Bayern erreichen wollte. Kurt Eisner starb heute vor 100 Jahren, am 21. Februar 1919, durch einen feigen Mordanschlag.

Wer war Kurt Eisner?

Kurt Eisner (1867-1919) studierte nach dem Abitur in Berlin Philosophie und Germanistik, gab das Studium aber nach 3 Jahren auf, „arbeitete als Journalist für eine Reihe von Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem für die Frankfurter Zeitung und die Hessische Landeszeitung“ (Wikipedia) und trat als Nietzsche-Kritiker hervor. Als Zeit-, insbesondere Monarchie-Kritiker wurde er 1897 wegen „Majestätsbeleidigung“ zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. 1898 trat er in die SPD ein, trotz Bedenken gegen den dort vorherrschenden Marxismus, den er mit seinem durch die Philosophie Kants und die Aufklärung geprägten ethischen Sozialismus nicht in Einklang bringen konnte.

Er wurde ein führendes Redaktionsmitglied im Parteiorgan „Vorwärts“, das er jedoch 1905 im Konflikt mit Marxisten verließ. Er blieb aber Mitglied der Partei und arbeitete die folgenden Jahre als freier Schriftsteller, Journalist für verschiedene, z.T. auch sozialdemokratische Zeitungen und schließlich selbstständiger Herausgeber einer Pressekorrespondenz „Arbeiter-Feuilleton“, die Organe der Partei und zahlreiche kleinere Zeitungen mit Feuilleton-Artikeln versorgte.

„Am 27. Juli 1914 hielt Eisner die Rede bei der zentralen Friedenskundgebung der Münchner Sozialdemokratie. Darin betonte er, in der Politik des zaristischen Russlands liege die größte Gefahr für den Frieden. Er forderte Frankreich, England und Deutschland auf, gemeinsam „die Kriegsfurie“ zu „erwürgen“. Wenn der Krieg aber einmal ausgebrochen sei, so der von einer russischen Aggression überzeugte Eisner, müsse man das Vaterland verteidigen“ 1

In der Tat hatte Russland den lokalen österreichisch-serbischen Konflikt zu einem europäischen gemacht, indem es eine Teilmobilmachung anordnete, als Österreich wegen der jahrelangen serbischen Wühlarbeit gegen den Bestand Österreichs , die in den Morden von Sarajevo gipfelte, eine militärische Strafexpedition gegen Serbien plante, ohne den Bestand des Landes damit antasten zu wollen. Ein russisch-österreichischer Krieg musste aber auch den österreichischen Bündnispartner Deutschland mit in den Krieg ziehen und dies wiederum das mit Russland verbündete Frankreich.

Doch von diesen Tatsachen kam Eisner im Laufe des Krieges immer mehr ab und wandelte sich zum radikalen Pazifisten. Und ab Frühjahr 1915 war er davon überzeugt, dass es Deutschland gewesen sei, das den Weltkrieg vom Zaun gebrochen hätte. Damit stellte er sich gegen die Haltung der Mehrheit der SPD-Fraktion im Reichstag und im bayerischen Landtag. 1917 spaltete sich der Antikriegs-Flügel der Partei als Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) von der SPD ab. Eisner gehörte zu den führenden USPD-Begründern in Bayern und wurde die Leitfigur der von ihm aufgebauten Münchner USPD.

Die bayerische Räterepublik

Nachdem er im Rahmen einer reichsweiten politischen Streikwelle im Januar 1918 den Streik der Münchner Munitionsarbeiter organisiert hatte, wurde er am 31. Januar 1918 in München verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gefängnis konnte er jedoch als Kandidat für eine Reichstagsnachwahl am 14. Oktober verlassen. Nun wurde er der führende Kopf der revolutionären Umwälzungen in Bayern. Ausgehend von der Meuterei der Marine in Wilhelmshaven und dem Kieler Matrosenaufstand vom 4. November kippte die Lage am 7. November 1918 zuerst in München.

Gewerkschaften, SPD und USPD hatten zur gemeinsamen Massenkundgebung auf der Theresienwiese gerufen. Man forderte den sofortigen Waffenstillstand, die Abdankung des deutschen Kaisers, uneingeschränkte Redefreiheit und Demokratie – aber auch die Einführung einer Arbeitslosenversicherung und des Achtstundentages. Während der SPD-geführte Zug sich nach der Kundgebung auflöste, ergriffen radikale bayerische Bauern mit Eisners USPD die Initiative.

Die kriegsmüden Münchener Garnisonssoldaten schlossen sich den Aufständischen an. Am Abend gründete sich der Arbeiter- und Soldatenrat, der Eisner zum ersten bayerischen Ministerpräsidenten ernannte. Noch in der Nacht zum 8. November – und anderthalb Tage bevor Philipp Scheidemann in Berlin die Republik ausrief – verkündete Kurt Eisner das Ende der Monarchie und den Freien Volksstaat Bayern.“ 2

Eisner erklärte auch König Ludwig III. von Bayern und das Haus Wittelsbach für abgesetzt und nannte die neue bayerische Republik einen „Freistaat“. Er strebte an, eine sozialistische Gesellschaft auf der Basis von Gewaltlosigkeit und Freiheit des Einzelnen aufzubauen.
In Eisners rund 100-tägiger Amtszeit als Ministerpräsident Bayerns blieben weitere umstürzende Veränderungen aus, da die Regierung, besonders von den SPD-Ministern, nur als ein Provisorium bis zur angesetzten Landtagswahl betrachtet wurde und zudem verschiedene Vorstellungen über die genauen Strukturen des kommenden Staates zu Konflikten führten. Ein wesentlicher Streitpunkt dabei war die Auseinandersetzung um die Frage der Einführung einer parlamentarischen oder einer Rätedemokratie. Eisner selbst vertrat eine Zwischenposition. Er betrachtete die Räte als eine beratende und kontrollierende Instanz gegenüber einem noch zu wählenden Parlament, wollte ihnen jedoch auf Dauer keine legislative oder exekutive Gewalt übertragen. Die Macht der Räte zu Beginn der Revolution verteidigte er als ein Mittel der Erziehung der Bevölkerung zur Demokratie.“ 3

Eisner war Demokrat, das ganze Volk sollte gefragt werden. Es wurden daher Landtagswahlen auf den 12. Januar 1919 angesetzt. Zu seiner großen Enttäuschung erhielt die USPD aber nur 2,5 %, während auf die neu gegründete Bayerische Volkspartei (BVP) 35 % und auf die SPD 33 % der abgegebenen Stimmen fielen. Auf dem Weg zur konstituierenden Landtagssitzung am 21. Februar 1919, auf der er seinen Rücktritt erklären wollte, wurde Kurt Eisner von dem Studenten und zu dieser Zeit beurlaubten Leutnant im Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regiment Anton Graf von Arco auf Valley aus unmittelbarer Nähe von hinten mit zwei Schüssen in Rücken und Kopf erschossen.

Eisner und die „deutsche Kriegsschuld“

Wesentlich zu Eisners Wahlniederlage trugen seine Ansichten über die deutsche Kriegsschuld bei und insbesondere seine Veröffentlichungen von geheimen Gesandtschaftsberichten der bayerischen Gesandtschaft in Berlin, die die angebliche deutsche Schuld beweisen sollten. Die Veröffentlichungen hatten aber einen manipulativ verkürzten Charakter.

Eisner war stark beeinflusst von dem Münchner Philosophen und Pazifisten Prof. Friedrich Wilhelm Foerster, der ein heftiger Kritiker der deutschen Kriegspolitik war und den er zum bayerischen Gesandten in Bern ernannte. Die Historikerin Annette Meinke schreibt in ihrer Habilitationsschrift dazu:

Foerster … stand seit Kriegsende in nachrichtendienstlichem Kontakt mit einem Mitarbeiter des amerikanischen Außenministeriums. Dieser hatte ihm Hoffnung gemacht, dass sich die harten Waffenstillstandsbedingungen durch ´Schritte zu einem vollen und offenen Bekenntnis der Schuld und Untaten der deutschen Regierung am Anfang des Krieges und an den Grausamkeiten der Kriegsführung` unter Umständen abmildern ließen.
Eisner selbst, der von der Verantwortung der wilhelminischen Reichsregierung für den Kriegsausbruch zutiefst überzeugt war, … ließ daraufhin am 23. November 1918 einige ausgewählte Berichte der königlich-bayerischen Gesandtschaft
vom Juli/August 1914 auszugsweise publizieren. Von ihrer Machart ähnelten diese Publikationen der aus Kriegszeiten bekannten regierungsamtlichen ´instant history`: Ebenso wie bei den Farbbüchern handelte es sich dabei um eine entkontextualisierte Form der Geschichtspräsentation. Im Stil einer gerichtlichen Beweismittelsammlung wurden darin vor allem Dokumente präsentiert, welche die Haltung der wilhelminischen Reichsregierung und vor allem die Reichskanzler Bethmann-Hollwegs während der Juli-Krise in einem ausgesprochen schlechten Licht dastehen ließen.“ 4

Bereits Rudolf Steiner sprach 1919 davon, dass Eisners Publikationen „Fälschungen durch Auslassungen“ seien.4a  Steiner versuchte in einem persönlichen Gespräch mit Kurt Eisner und Prof. Wilhelm Foerster, das am 6. oder 7. Februar 1919 in Bern, wo beide jeweils zu Vorträgen weilten, durch Vermittlung des Anthroposophen Hans Kühn zustande kam, Eisner „von seiner Meinung abzubringen, indem ich ihm davon sprach, daß Moltkes Memoiren das Gegenteil von seiner Meinung beweisen.“ Steiner äußerte auch die Erwartung, dass Eisner manche Dokumente bekanntmache, die ebenfalls den Friedenswillen Deutschlands belegen konnten, so z. B. die Tatsache, dass kurz vor Ausbruch des Krieges große Munitionsbestellungen annulliert worden waren, was einen deutschen Kriegswillen ausschließe.5

Was Steiner mit „Moltkes Memoiren“ meinte, waren „Betrachtungen und Erinnerungen“ des deutschen Generalstabchefs Helmuth von Moltke vom November 1914, die nur für seine Frau bestimmt waren, deren Inhalt er aber auch Steiner, den er sehr schätzte, in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt hatte. Sie sind inzwischen veröffentlicht.6

Moltkes Erinnerungen an die Tage vor dem Kriegsausbruch

Darin beschreibt Moltke aus seiner genauen Kenntnis der politischen und militärischen Konstellationen in Europa die Haltung des Kaisers und des Reichskanzler Bethmann Hollweg in den letzten Tagen vor dem Kriegsausbruch, wie er sie in Gesprächen selbst erlebt hatte.
Er sah in der Einmischung Russlands in den lokalen serbisch-österreichischen Konflikt eine zwangsläufige europäische Kettenreaktion voraus:

„Es war sicher, dass Deutschland aktiv an einem Krieg teilnehmen werde, der die Existenz der österreichisch-ungarischen Monarchie ernsthaft bedrohte und ebenso sicher, dass Frankreich
(durch vertragliche Bindung) an der Seite Russlands stehen werde. (…)
Die englische Diplomatie hatte es verstanden, sich von bindenden Verträgen freizuhalten, sich die Politik der freien Hand zu wahren. Es waren allerdings Verabredungen zwischen England, Frankreich und Belgien für den eventuellen Fall einer Kooperation getroffen. (…) Blieb somit die Haltung Englands bei Ausbruch des Krieges zweifelhaft, so sprach doch alle Wahrscheinlichkeit dafür, dass es auf Seiten der Gegner Deutschlands zu finden sein werde, wenn der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ausbrechen sollte. Die Gelegenheit, den unbequemen Konkurrenten auf dem Weltmarkt aus dem Weg zu räumen, mit einzugreifen, wo die Aussicht vorlag, im Verein mit Russland und Frankreich Deutschland mit Übermacht zu erdrücken; die langjährige, von König Edward VII. eingeleitete Wühlarbeit zur Einkreisung Deutschlands, die Hoffnung, die gefürchtete deutsche Flotte zu vernichten und damit die unbeschränkte Herrschaft der Weltmeere, die Weltherrschaft kurzhin zu erlangen, machten es von vorneherein wahrscheinlich, dass England in der Reihe unserer Feinde zu finden sein werde.

Die Hoffnung unserer Diplomatie, ein gutes Verhältnis zu England anbahnen zu können, die jahrelang die Magnetnadel war, nach der unsere Politik eingerichtet wurde, musste sich als verfehlt erweisen, sobald die brutalen englischen Interessen Gelegenheit finden konnten, sich durchzusetzen. – England hat es immer verstanden, seinen selbstsüchtigen Handlungen ein moralisches Mäntelchen umzuhängen. So musste auch hier die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland (die für dieses wegen des Zwei- bzw. drohenden Dreifrontenkrieges militärisch unumgänglich war, hl) als Vorwand dienen, um Letzterem den Krieg zu erklären. Es mag dahingestellt bleiben, ob England sofort aktiv in den Krieg gegen uns eingetreten sein würde, wenn diese Neutralitätsverletzung nicht erfolgt wäre. Jedenfalls würde es eingegriffen haben, sobald Gefahr sich zeigte, dass Frankreich von uns überwältigt werde.“ 7

„Deutschland hat den Krieg nicht herbeigeführt, es ist nicht in ihn eingetreten aus Eroberungslust oder aus aggressiven Absichten gegen seine Nachbarn. Der Krieg ist ihm von seinen Gegnern aufgezwungen worden, und wir kämpfen um unsere nationale Existenz, um das Fortbestehen unseres Volkes, unseres nationalen Lebens. Damit kämpfen wir um ideale Güter, während unsere Gegner es offen aussprechen, dass ihr Ziel die Vernichtung Deutschlands ist. Nie ist von einem Staat ein gerechterer Krieg geführt worden, und nie hat er ein mehr von idealen Empfindungen bewegtes Volk getroffen.“ 8

Die folgenden Schilderungen Moltkes zeigen, wie die deutschen maßgebenden Persönlichkeiten völlig unfähig waren, sachgemäß aus wirklicher Erkenntnis zu handeln, sich in Bezug auf die Sachlage weitgehend in Illusionen bewegten und mit der Situation restlos überfordert waren:

„Auf die am 30. Juli eintreffende Nachricht, dass in Russland die allgemeine Mobilmachung befohlen sei, hatte der Kaiser die Erklärung: drohende Kriegsgefahr erlassen. Am 1. August befahl Se. Majestät der Kaiser nachmittags 5 Uhr die Mobilmachung für Deutschland. Der 2. August war zweiter Mobilmachungstag.
Ich war auf dem Rückweg vom Schloss nach dem Generalstab, als ich den Befehl erhielt, sofort ins Schloss zurückzukehren, es sei eine wichtige Nachricht eingetroffen. Ich drehte sofort um. Im Schloss fand ich außer Sr. Majestät den Reichskanzler, den Kriegsminister und noch einige andere Herren.
Der Reichskanzler, der, wie schon angedeutet, das wichtigste Ziel seiner Politik darin sah, ein gutes Verhältnis mit England herzustellen, und der merkwürdigerweise bis zu diesem Tage immer noch geglaubt hat, dass sich der allgemeine Krieg, zum mindesten die Teilnahme Englands an demselben vermeiden lassen würde, war augenscheinlich über den Inhalt einer soeben von dem deutschen Botschafter in London, Fürsten Lichnowsky, eingetroffene Depesche freudig erregt. Ebenso Se. Majestät der Kaiser. – Die Depesche teilte mit, dass der Staatssekretär Grey (Minister des Auswärtigen) dem Botschafter mitgeteilt habe, England wolle die Verpflichtung übernehmen, dass Frankreich nicht in den Krieg gegen uns eintreten werde, wenn Deutschland sich seinerseits verpflichte, keine feindselige Handlung gegen Frankreich zu unternehmen. Ich muss dabei bemerken, dass auch in Frankreich am selben Tage wie bei uns die Mobilmachung befohlen und dies auch bekannt war. – Es herrschte, wie gesagt, eine freudige Stimmung.

Nun brauchten wir nur den Krieg gegen Russland zu führen! Der Kaiser sagte mir: ´Also wir marschieren einfach mit der ganzen Armee im Osten auf!` – Ich erwiderte, Sr. Majestät, dass das unmöglich sei. Der Aufmarsch eines Millionenheeres lasse sich nicht improvisieren, es sei das Ergebnis einer vollen, mühsamen Jahresarbeit und könne, einmal festgelegt, nicht geändert werden. Wenn S. Majestät darauf bestehen, das gesamte Heer nach dem Osten zu führen, so würden dieselben kein schlagfertiges Heer, sondern einen wüsten Haufen ungeordneter bewaffneter Menschen ohne Verpflegung haben. – Der Kaiser bestand auf seiner Forderung und wurde sehr ungehalten. (…) Daran, dass es für uns eine Katastrophe herbeiführen müsste, wenn wir mit unserer gesamten Armee nach Russland hineinmarschiert wären, mit einem mobilen Frankreich im Rücken, daran schien kein Mensch zu denken. Wie hätte England es jemals – selbst den guten Willen vorausgesetzt – verhindern können, dass Frankreich uns in den Rücken fiel! – Auch meine Einwendung, dass Frankreich bereits in der Mobilmachung begriffen sei und dass es unmöglich sei, dass ein mobiles Deutschland und ein mobiles Frankreich sich friedlich darauf einigen würden, sich gegenseitig nichts zu tun, blieb erfolglos.

Die Stimmung wurde immer erregter, und ich stand ganz allein da. Schließlich gelang es mir, Se. Majestät davon zu überzeugen, dass unser Aufmarsch, der mit starken Kräften gegen Frankreich, mit schwachen Defensivkräften gegen Russland gedacht war, planmäßig auslaufen müsste, wenn nicht die unheilvollste Verwirrung entstehen solle. Ich sagte dem Kaiser, dass es nach vollendetem Aufmarsch möglich sein werde, beliebig starke Teile des Heeres nach dem Osten zu überführen.“ 9

All das zeigt jedenfalls, dass die Kriegsschuld-These, die deutsche Politik habe seit Jahren ziel- und planvoll und kaltblütig einen großen Krieg herbeigelotst, nicht stimmen kann.

Verbindung Eisners mit Agenten des US-Außenministeriums

Oben wurde die Historikerin Annette Meinke zitiert, dass der Eisner-Vertraute Prof. Friedrich Wilhelm Foerster in nachrichtendienstlichem Kontakt mit einem Mitarbeiter des amerikanischen Außenministeriums gestanden habe. Dies galt auch für Kurt Eisner.

In der linken „Revolutions-Zeitung“ heißt es zu Kurt Eisner und den Ereignissen im November 1918:
„12.11.1918
Bitte um Milderung der Waffenstillstandsbedingungen an die USA
, München – Bern – Washington * Professor Dr. Friedrich Wilhelm Foerster wird von Ministerpräsident Kurt Eisner zum bayerischen Gesandten in Bern berufen.
Der international anerkannte Pazifist nimmt umgehend Kontakt zum amerikanischen Pazifisten (!!!) George D. Herron auf. Dieser leitet Eisners Bitte um Milderung der Waffenstillstandsbedingungen umgehend an den US-Präsidenten Woodrow Wilson weiter.“ 

 „17.11.1918
Die Vertrauenswürdigkeit der bayerischen Regierung herausgestellt, Washington – München * Der amerikanische Pazifist George D. Herron berichtet Kurt Eisner: „Ich habe mein möglichstes getan, um den Präsidenten Wilson und die Entente-Regierungen zu überzeugen, dass Ihre Regierung vertrauenswürdig ist“.
Herron drängt Eisner zu einem „vollen und offenen Bekenntnis der Schuld und Untaten der deutschen Regierung am Anfang des Krieges und an den Grausamkeiten der Kriegsführung. […] Die moralische Wirkung einer solchen Handlung wäre gewaltig und entscheidend“. 10

Im Archiv „Bayerische Dokumente zum Kriegsausbruch und zum Versailler Schuldspruch, im Auftrage des Bayerischen Landtages“ findet sich zum 17. November 1918 das vollständige Telegramm des George D. Herron an Eisner und Jaffé (Finanzminister), aus dem die Revolutions-Zeitung Teile zitiert hat, leider in schlechter Digitalisierung:

„Oeorge D« Herron in Genf an Eisner und JaW
Nr. 12:
Telegramm Gent, den 17. November 191 8; 3^^ nachm.

 Ich habe mein möglichstes getan, imi den Präsidenten Wilson und die Entente-Regierungen zu überzeugen, dass Ihre Regierung vertrauenswürdig ist Ihre beiden Telegramme mit meinen Begleitworten versehen wurden unverzüglich an den Präsidenten und an die Entente-Regierungen telegraphiert.
Vor allem rate ich Ihnen
dringend, möglichst viele deutsche Staaten zu überzeugen, Ihrer Führung zu folgen, zweitens die ersten Schritte zu einem vollen und offenen Bekenntnis der Schuld und Untaten der deutschen Regierung am Anfang des Krieges und an den Grausamkeiten der Kriegführung zu unternehmen. Die moralische Wirkung einer solchen Handlung wäre gewaltig und entscheidend.
Drittens unternehmen Sie die ersten
Schritte zur Berufung einer bayerischen oder deutschen Kommission, die die verheerten Gebtete Ffankreidis und Belgiens besuchen und Ihrem Ministerium imversüglich darüber Bericht erstatten soUte. Ich bitte Sie, kühn, offen und unverzüglich zu handeln, nicht nur Deutschlands sondern der 2ävi]isation und der Menschheit wegen.
George D. Herron“11

Das klingt wie eine Anweisung!

Edgar Jaffé, Eisners Finanzminister, war also G. D. Herron ebenfalls bekannt, worauf auch Franz J. Bauer hinweist:
Edgar Jaffé war ein „Sachverständiger für Bankfragen“, der im Krieg „in einem positiven Verhältnis mit den belgischen Finanz- und Handelskreisen“ stand!
1915, im Krieg, war Jaffé gelegentlich im Auftrag der OHL im Ausland tätig, „so vor allem in der Schweiz, wo er mit dem amerikanischen Vermittler George D. Herron in Verbindung trat.“
Wie Jaffé dazu kam, als Minister in die Regierung Eisner berufen zu  werden, läßt sich nicht eindeutig klären.“ 12

Fazit

Kurt Eisner hat wesentlich dazu beigetragen, dass bis heute die These von der deutschen Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg von vielen Menschen geglaubt wird. Durch die Behauptung, die deutsche Politik habe planvoll den Ersten Weltkrieg herbeigeführt, wurde auch die Kriegsschuld-Klausel innerhalb des Versailler Vertrags von Millionen Menschen akzeptiert und die irrsinnig hohen Reparationszahlungen für berechtigt gehalten. Diese Reparationszahlungen mit ihren Folgen, z. B. der galoppierenden Inflation von 1923, haben vor allem der deutschen Arbeiterschaft und den kleinen Angestellten am meisten geschadet – also gerade der Gesellschaftsschicht, die Eisner doch schützen und deren Interessen vertreten wollte.

Aus Eisners Verhalten spricht schon eine merkwürdige Naivität. Rudolf Steiner, der Eisners Nietzsche-Kritik durchaus wohlwollend rezensiert hatte, hielt ihn in gewisser Weise doch intellektuell für beschränkt. „Aber er war ein Mensch aus einem Guss, wie es auch Fanatiker sind, die dann solche Sachen machen, wie sie der Fehrenbach-Prozeß zu Tage gefördert hat.“ 13
Letzteres bezieht sich offenbar auf Felix Fechenbach, Eisners Privatsekretär, der kurz nach Eisner in einer französischen Zeitschrift ein weiteres Dokument zur angeblichen deutschen Kriegsschuld veröffentlichte und deswegen 1922 von einem „bayerischen „Volksgericht“ zu einer elfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt wurde.14

Letztlich ist ja mit dem Versailler Diktat dem Nationalsozialismus der Weg bereitet und der Zweite Weltkrieg veranlagt worden.

Hinweis:
Über die Kriegs-treibende Rolle, die einflussreiche Kreise in England im Vorfeld des Ersten Weltkrieges und dann im britischen Kabinett gespielt haben, siehe:

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/08/04/wie-einflussreiche-kreise-in-england-zum-ersten-weltkrieg-trieben/

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1    Wikipedia
2    deutschlandfunkkultur.de
3    Wikipedia
4    Annette Weinke: Gewalt, Geschichte, Gerechtigkeit, S. 70
4a  In dem Buch von Wolfgang Effenberger und Reuven Moskovitz: „Deutsche und Juden vor 1939“, Höhr-  Grenzhausen, 2013, ist auf Seite 491 der von Eisner gekürzte Bericht des bayerischen Legationsrates Hans von Schoen vom 18. Juli 1914 an den Bayerischen Ministerpräsidenten Georg Graf von Hertling abgedruckt; Schoen vertrat den zu der Zeit beurlaubten bayrischen Gesandten in Berlin, den Grafen Hugo von und zu Lerchenfeld.
Die von Eisner ausgelassenen Passagen sind dort kursiv hervorgehoben.
5    „Doppelheft 24/25 Ostern 1969“: „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ der „Nachrichten der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung“, S. 24, 23
6    Andreas Bracher/Thomas Meyer (Hrsg.): Helmuth von Moltke 1848-1916.
Dokumente zu seinem Leben und Wirken, Basel 2005, S. 397 ff.
7    a.a.O. S. 398, 399
8    a.a.O. S. 401
9    a.a.O. S. 404-405
10  revolutionszeitung.de
11  archive.org
12  Franz J. Bauer: Die Regierung Eisner 1918/19 – Ministerratsprotokolle und Dokumente. Band 10  der Reihe: Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Düsseldorf , 1987., S. XLIV
13  Anm. 5, S. 24
14  Vgl. oben Anm. 4, dortige Anm. 127, wo auch der Name falsch geschrieben wurde.

 

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47 Kommentare zu „Kurt Eisner und die Lügen über die deutsche Kriegsschuld“

    1. Vielen Dank für diese Links – dass das Buch von Gerry Docherty und Jim Macgregor schon übersetzt ist, wusste ich noch nicht – Klasse! Sehr zu empfehlen, auch „Verborgene Geschichte“.

  1. Lieber Herr Ludwig,

    sehr verdienstvoll, wann könnten wir den auf ET veröffentlichen?

    Bitte noch korrigieren „Er wurde ein führendes Redaktionsmitglied im Parteiorgan „Vorwärts“, das er jedoch*2005 *im Konflikt mit Marxisten verließ.“

    Herzliche Grüße aus dem immer wieder geschundenen Berlin (Ich bin eine Berlinerin)

    von Renate Lilge-Stodieck

  2. Tja, das heißt also, die völkerrechtliche Rechtsgrundlage für das Ausplündern des Deutschen Reiches von 1919 bis 2010 (am 3. Oktober 2010 wurde mit 200 Mio die letzte Rate überwiesen) gab es nie. Wenn man mal bedenkt, da wurden sogar Milchkühe in großer Zahl beschlagnahmt, ohne Rücksicht auf die Folgen (Säuglingssterblichkeit):
    http://www.versailler-vertrag.de/vv8.htm

    Und nun? Klage und Rückforderung aller durch Lüge ergaunerten Vermögenswerte? Hat in Berlin jemand die dafür erforderliche Eiergröße in der Hose?

    1. „Rechtsgrundlage für das Ausplündern“

      Das sogenannte „Recht“ ist IMMER die Sache derjenigen, welche die MACHT haben, bestimmen zu können, was es sein soll.
      Und zur „erforderlichen Eiergrösse“: Es bräuchte die ganz grossen EIER aus russischdeutscher Züchtung !!

      „Und nun ? Klage und Rückforderung aller durch Lügen ergaunerten Vermögenswerte ?“

      Nein, nein, diese berliner tragen zu enge hosenanzüge. Wir Deutschen brauchen Bärliner aus russischdeutscher
      Völkerfamilie.

  3. Die Betrachtung des Vordergrundes führt selten zum Hintergrund.
    Vielleicht sollte man das Treffen des „Großen Orient“ von Frankreich erwähnen, wo nicht nur Liebknecht, Luxemburg und Eisner während des 1.WK des globalen Prädiktors zur Ausweitung des Handelrechtes auf alle Länder und zur Umstrukturierung, weilten. Da die Logen direkt dem globalen Prädiktor unterstellt sind (siehe Pjakin) (Freimaurer ab dem 32. Grad sind direkt dem Jesuitengeneral unterstellt – siehe William Cooper) setzen sie den Willen direkt durch oder sterben. Ein Scheitern ist nicht erlaubt.
    England hatte bis zum 1. Weltkrieg 53 Länder dem Handelsrecht des international wirkenden Prädiktors unterworfen („Die Sonne geht niemals unter im Empire“). Die langfristigen Planungen sahen die Ausweitung vor (Englands Marine war immer mindestens doppelt so stark, wie die der restlichen Länder zusammen). Das internationale Projektmangement für den Kommunismus für Rußland war die Ur-Loge „Josef de Maistre“, das internationale Projektmanagement für den 1. Weltkrieg war (nach meiner Erinnerung) die internationale Ur-Loge „Edmund Burke“ (siehe „Superlogen regieren die Welt“).
    Die Direktiv-Führung zur Führung des 1. Weltkrieges lag nicht bei den Kriegführenden Herrschern, die verwirklichten nur diesen Kriegsplan.
    Die „Ordo ab Chao“-Fraktion läßt auch heute grüßen.
    Die Schuld wird immer denen zugeschoben, die die Kriege erleiden mußten, dem Volk oder den Völkern.

  4. Hier HAT SICH EIN FEHLERTEUFEL eingeschlichen!! Es muß wahrscheinlich 1905 heissen!

    Siehe erste Zeile von:

    „Er wurde ein führendes Redaktionsmitglied im Parteiorgan „Vorwärts“, das er jedoch 2005 im Konflikt mit Marxisten verließ. Er blieb aber Mitglied der Partei und arbeitete die folgenden Jahre als freier Schriftsteller, Journalist für verschiedene, z.T. auch sozialdemokratische Zeitungen und schließlich selbstständiger Herausgeber einer Pressekorrespondenz „Arbeiter-Feuilleton“, die Organe der Partei und zahlreiche kleinere Zeitungen mit Feuilleton-Artikeln versorgte.“

  5. Selbst Andrea Bosco, ein heute forschender, italienischer Professor für Politikwissenschaft, der bei Cambridge Scholars Publishing publiziert – und eigentlich mit den Zielen der britischen Round Table-Gruppe weitgehend sympathisiert – hat eine andere Sicht auf die Kriegsursache des Ersten Weltkriegs als Eisner: In Boscos 2017 bei Cambridge Scholars Publishing herausgebrachten historischen Werk mit dem Titel: „The Round Table Movement and the Fall oft he „Second British Empire“ (1909-1919)“ schreibt S. 15:
    „Without the creation of an ‘external threat’, the attempt to bring about the political union of the Empire would have been doomed to failure. In order to survive, the Empire desperately needed the Hun, the opposed, in ideological, political, and economic terms. Without an ‘external threat’ the Empire would possibly have disintegrated before 1914, and the United Kingdom might have been precipitated into a civil war in order to prevent the secession of Ireland. The creation of the ‘external enemy’ was certainly not the only cause which generated World War I, but in Weberian terms it could be considered as the ‘adequate cause’, namely the cause without which the course of events would have been different. Zitatende.
    Übersetzt ins Deutsche: „Ohne die Schaffung einer „äußeren Bedrohung“ wäre der Versuch, die politische Union des Empire zu verwirklichen, zum Scheitern verurteilt gewesen. Um zu überleben, brauchte das Empire dringend den Hunnen, den Gegner, in ideologischer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Ohne eine „externe Bedrohung“ wäre das Empire möglicherweise schon vor 1914 zerfallen, und das Vereinigte Königreich wäre möglicherweise in einen Bürgerkrieg verwickelt worden, um die Abspaltung Irlands zu verhindern. Die Schaffung des „äußeren Feindes“ war sicherlich nicht die einzige Ursache, die den Ersten Weltkrieg auslöste, aber Weberianisch gesehen könnte sie als die „angemessene Ursache“ angesehen werden, nämlich die Ursache, ohne die der Lauf der Ereignisse anders gewesen wäre.“
    Somit bestätigt der heutige Forscher Bosco das, was Rudolf Steiner schon im Januar 1917 durchschaut hat:
    Rudolf Steiner sagte im Vortrag vom 6.1.1917, dass von England aus versucht worden sei, das sogenannte „Mutterland“, nämlich England und seine Kolonien in einem engeren Verbande zusammenzuschweißen und: „Dazu brauchte es einen Impuls, der sich gewissermaßen in die Herzen der Menschen hineinstahl, so daß diese nun auf das, was sie sonst nicht zugeben würden, eingehen. Und damit hängt nun die Meinung zusammen: Es muß in Europa Krieg geführt werden, damit aus der Stimmung dieses Krieges das herauskommt, was an Impulsen notwendig ist für das Britische Reich – notwendig, um seine Kolonien mit dem Mutterlande zu vereinheitlichen.“ ZItatende. Vortrag vom 6.1.1917 (Vierzehnter Vortrag aus „Karma der Unwahrhaftigkeit“, S. 221,Taschenbuchausgabe von 2010.)

  6. „In der Tat hatte Russland den lokalen österreichisch-serbischen Konflikt zu einem europäischen gemacht, indem es eine Teilmobilmachung anordnete, als Österreich wegen der jahrelangen serbischen Wühlarbeit gegen den Bestand Österreichs , die in den Morden von Sarajevo gipfelte, eine militärische Strafexpedition gegen Serbien plante, ohne den Bestand des Landes damit antasten zu wollen. Ein russisch-österreichischer Krieg musste aber auch den österreichischen Bündnispartner Deutschland mit in den Krieg ziehen und dies wiederum das mit Russland verbündete Frankreich.“

    Ihre Texte lese ich ja immer gerne, aber was soll man von obiger Aussage halten? Wann bitte genau hat Russland militärische eingegriffen? Macht eine Teilmobilmachung ihre Aussagen tragfähig? Wenn ja, ab wie vielen „mobilgemachten“ auf welcher Alarmstufe wo aufmarschiert ist die Grenze zwischen diplomatischer Drohgebärde , Sicherung eigener Interessen und realer Einmischung?

    Noch eine Frage: Dies Fragen sind sicher schwer zu beantworten, aufwändiger jedenfalls als unbelegte Behauptungen in Textform zu veröffentlichen. Lohnt es sich also den Artikel, ob dieses Niveaus, trotzdem weiter zu lesen ?

    1. @Trebon
      Warum so harsch, wenn Sie selbst die historischen Details nicht kennen?

      Als Antwort ein weiterer Auszug aus den genannten Betrachtungen und Erinnerungen des Generalstabschefs Helmuth von Moltke:

      „Die äußere Ursache des Krieges war die Ermordung des Erzherzog-Thronfolgers. Sobald es sich zeigte, daß Österreich weitgehende Vergeltungsansprüche an Serbien stellte, trat Russland auf die Seite der Mörder. Es fürchtete, daß sein Prestige auf dem Balkan und seine Stellung als Protektor aller Slawen verloren sein werde, wenn es Serbien ohne Unterstützung an Österreich ausliefern werde. Deshalb war Russland von vornher-ein zum Kriege entschlossen und begann alsbald mit den Vorbereitungen zur Mobilmachung, die zunächst sehr geheim gehalten wurden.
      Meiner Ansicht nach wollte es nur Zeit gewinnen, als es kurz darauf erklärte, daß die nun offen angeordnete Mobilmachung in den südlichen Militärbezirken sich nur gegen Österreich richte, daß gegen Deutschland nicht mobilisiert werden solle. Während die Mobilmachung schon in vollem Zuge war, gab der Kriegsminister dem deutschen Militärattache sein Ehrenwort, daß nicht mobilisiert werde. Es ist bekannt, daß dann, während unser Kaiser noch zwischen Russland und Österreich in ehrlicher Weise zu vermitteln versuchte, in Russland die Mobilmachung auch der nördlichen Militärbezirke ausgesprochen wurde. Zwar erklärte der Zar, daß diese Mobilmachung sich nicht gegen Deutschland richte, daß Russland den Krieg gegen Deutschland nicht wolle, es stellte aber damit die Anforderung an uns, ohne eigene Kriegsvorbereitung der Willkür eines fertig gerüsteten Russlands uns ausgeliefert zu sehen. Das war natürlich für Deutschland unmöglich.
      Mit dem Augenblick, wo Russland sein gesamtes Heer mobilisierte, waren auch wir gezwungen, mobil zu machen. Hätten wir es nicht getan, wäre Russland jederzeit in der Lage gewesen, in unser ungeschütztes Land einzumarschieren und eine spätere Mobilmachung für uns unmöglich zu machen.
      Es kann für jeden Unbefangenen keinem Zweifel unterliegen, daß Russland es gewesen ist, das diesen Krieg entfacht hat. Es wußte genau, daß Deutschland seinen Bundesgenossen Österreich nicht vernichten lassen werde, aber es hatte durch sein hinterlistiges Verhalten Zeit gewonnen und war in seiner Mobilmachung schon weit vorgeschritten, wie Deutschland die seinige begann.“

      1. Eine Mobilmachung damals bedeutete etwas sehr Bedrohliches!
        Die Militärs in Russland und Frankreich des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts waren sich dessen bewusst. Bereits General Boisdeffre, Leiter des französischen Generalstabs, sagte schon 1892 nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Militärkonvention zu Zar Alexander III: „Die Mobilmachung bedeutet eine Kriegserklärung.“ Ebenso sah es sein russischer Kollege, General Nikolaj Obrucev: „Die Mobilisierungsbereitschaft bemißt sich nicht mehr in Wochen, sondern in Tagen und Stunden…. Der Schritt zur Mobilisierung kann jetzt nicht mehr als eine noch friedliche Maßnahme gelten; sie ist im Gegenteil ein äußerst entschlossener Akt zum Krieg…“ Beleg für diese Aussage: Markus Osterrieder, Welt im Umbruch, S. 760
        Ähnlich sah es der amerikanische Diplomat und Historiker George F. Kennan, der „den gefährlichen Automatismus der russisch-französischen Militärkonvention aus dem Jahre 1892“ kritisierte (Wolfgang Effenberger und Willy Wimmer: Widerkehr der Hasardeure, Höhr-Grenzhausen 2014. S. 196)

        Deshalb waren der Kaiser, Moltke und die anderen so extrem nervös.

        Weiter unten werde ich die Mobilisierungsdaten der einzelnen Länder angeben – dann wird das verständlicher, was auch schon eine Teilmobilisation bedeutete.

        1. Sorry wenn das evtl. zu aggressiv rüber kommt, ich weiß Bemühungen und Webseiten wie diese wohl zu schätzen.

          Aber mal Hand auf’s Herz, nur weil da irgendeine Type ermordet wurde fängt niemand einen Krieg an. Die Herrschaften die für diese Verbrechen verantwortlich zeichnen haben sich gegenseitig ja immer geschont. Das empörende war imo das einer aus dem Pöbel „Hand angelegt“ hat. Wenn das der Grund war unschuldige sich gegenseitig abschlachten zu lassen haben wir es bei den Verantwortlichen mit einer Horde von Psychopathen zu tun. Ein Irrenhaus bei dem sich die Frage nach Schuld und Sühne nicht stellt. Auch nicht weil ja nicht die Staaten sondern die Führung schuldig ist aber nie gesühnt hat.

          Wenn ein Schwachkopf anschließend in den Niederlanden spazieren gehen darf anstatt auf dem Schafott zu enden ist die ganze Diskussion müßig weil um das falsche diskutiert wird. Das ist heutzutage nicht anders, nur das Drecksäcke damals die Friedensnobelpreise die Sie nie verdient haben nicht auch noch annehmen konnten weil der damals für Kriegsverbrecher nicht vergeben wurde.

          Will sagen, die ganze Diskussion ist mit falscher, von oben verordneter Ideologie und Staatsdenke durchtränkt.

    2. Es gibt natürlich die Darstellung des Prozesses zum Krieg. Der russische Außenminister, wie auch der Premier gehörte zur Kriegspartei (zur Loge, die den Krieg organisierte). Der Zar versuchte die Mobilisierung auf Wunsch des Kaisers zurückzunehmen. Aber der Krieg war vom globalen Prädiktor direkt geleitet. Die Logen sind direkt dem globalen Prädiktor für die strukturlose Beherrschung unterstellt.
      Vielleicht ein wenig Licht dazu, wenn Sie im Vordergrund bleiben wollen:
      (https://www.youtube.com/watch?v=2gKuxI6cBA8)

    3. @ Trebon

      Eine während des Krieges in deutsche Hände gefallene russische Mobilmachungsorder, datiert auf den 12. Oktober (30. September russischen Kalenders) 1912 spricht da eine kaum mißzuverstehende Sprache. So heißt es in diesem amtlichen Dokument, das der deutsche Reichskanzler von Bethmann-Hollweg am 15. November 1916 im Reichstag verlas: „Allerhöchst ist befohlen, daß die Verkündung der Mobilisation zugleich auch die Verkündung des Krieges gegen Deutschland ist.“
      Am 6. Dezember 1912 schrieb der belgische Gesandte in Petersburg an seine Regierung: „Die russische Armee wünscht den Krieg. Die feindliche Gesinnung gegen Österreich einigt alle Klassen der Nationen.“
      (Hellmut Herda, „Die Schuld der Anderen“, Archiv-Edition im Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl 1995, Seite 124)
      …..schrieb am 23. 4. 1913, also nur wenige Wochen, nachdem Churchill das Datum des Kriegsausbruchs festgelegt hatte, der russische Außenminister Sasonow an den russischen Gesandten in Belgrad, v. Hartwig folgende interessante Zeilen: „Serbien aber hat erst das erste Stadium seines historischen Weges durchlaufen, und zur Erreichung seines Zieles muß es noch einen furchtbaren Kampf aushalten, bei dem seine ganze Existenz in Frage gestellt werden kann. Serbiens verheißenes Land liegt im Gebiet des heutigen ÖsterreichUngarn und nicht dort, wohin es jetzt strebt, und wo auf seinem Wege die Bulgaren stehen. Unter diesen Umständen ist es ein Lebensinteresse Serbiens, (…) sich in zäher und geduldiger Arbeit in den erforderlichen Grad der Bereitschaft für den in der Zukunft unausweichlichen Kampf zu versetzen. Die Zeit arbeitet für Serbien und zum Verderben seiner Feinde…
      (Deutschland schuldig ? Deutsches Weißbuch über die Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges, Berlin 1919, S.99, Hrsg. mit Genehmigung des Auswärtigen Amtes)

      1. Möglich, kann aber auch eine Fälschung sein. Sie können niemandem trauen, auch und gerade den Geschichtsbüchern nicht. Nur weil Politbonze Johann, der dieses Amt auch nur bekleiden (sic!) konnte weil Mutti den richtigen rangelassen hatte, das zeitliche segnet fällt niemand übereinander her.

        Das besser zu früh als zu spät mobilgemacht wurde kann auch daran liegen das es damals keine politischen Mechanismen gab denen man vertrauen konnte. Ebenso wenig eine zuverlässige Aufklärung. Was damals gelaufen ist weiß ich nicht, aber Sie alle hier können es auch nicht wissen.

        Meine Favoriten sind übrigens Gunnar Heinsohn’s youth bulb und die Traumaforschung. So die Richtung aus Opfern werden Täter (manchmal). Wo kamen sonst die Energien her? Wohl kaum aus nichtssagenden Zetteln.

  7. Wer noch mehr Informationen will, wie die Situation am 1. August 1914 im Schloss um den Kaiser Wilhelm II. war und wie es um den Depeschenwechsel mit dem deutschen Botschafter Lichnowsky in London bestellt war, dem sei folgender Artikel von Dr. Herbert Pfeifer aus der Basler Zeitschrift „Der Europäer“ Jg.17, Nr.9/10, Juli/August 2013 auf S. 38 empfohlen, Titel: „Sommer 1914: Diplomatisches Tauziehen und englische Täuschungsmanöver“.

      1. Sagenhaft. Mit exzellenten weiterführenden Quellen und Informationen. ,,Puzzlebrocken“

  8. Weiter oben habe ich geschrieben, dass eine Mobilmachung sehr nervös machte – da sie sich nach Tagen, ja sogar nach Stunden bemaß, hieß das, dass jeder Zeitvorsprung einen Vorteil bedeutete.

    Zu den Mobilisierungsdaten:
    Im Folgenden werde ich die Daten der Mobilisierung angeben nach folgenden mir vorliegenden, zuverlässigen, weil akribisch recherchierten Geschichtswerken:
    1. Dr. Jacob Ruchti: Zur Geschichte des Kriegsausbruches nach den amtlichen Akten der königlich Grossbritannischen Regierung, Bern 1917 (deswegen zuverlässig, weil Ruchti das allererste Weissbuch der Briten vorlag). Ruchti liegt mir als Kopie der Originalversion vor.
    2. Markus Osterrieder: Welt im Umbruch, Nationalitätenfrage, Ordnungspläne und Rudolf Steiners Haltung im Ersten Weltkrieg, Stuttgart 1914
    3. Wolfgang Effenberger und Willy Wimmer: Wiederkehr der Hasardeure, Höhr-Grenzhausen 2014

    • Russland hat am 25. Juli 1914 die Teilmobilisation beschlossen (das bedeutete schon mal die Einberufung von 1,1 Millionen Mann, als Vorspiel zur Generalmobilmachung). (Ruchti, S. 18, Welt im Umbruch, S. 759). Aufgrund der Größe des Landes musste man viele Tage dafür einrechnen.
    • „Auch in Frankreich begannen jetzt die Vorbereitungen zur Mobilmachung…“ (Welt im Umbruch, S. 759)
    • Serbien (!) mobilisierte schon am 25. Juli 1914, nachmittags, um 3 Uhr. (Ruchti, S. 18).
    • Russland leugnete ihre am 25. Juli beschlossene Teilmobilisation den Deutschen gegenüber zweimal unter Ehrenwort am 27. Und am 29. Juli. „Unmittelbar nach der zweiten Ableugnung gaben sie dieselbe öffentlich bekannt.“ (Ruchti, S. 24).
    • Kriegserklärung Österreichs an Serbien: Dienstag, 28. Juli 1914 (Wiederkehr d. Hasardeure, S.190)
    • Am 31. Juli erfolgte die russische Generalmobilmachung. (Ruchti, S. 32)
    • Am Freitag, 31. Juli verkündet Deutschland die „drohende Kriegsgefahr.“ (Wiederkehr der Hasardeure, S. 195). Das ist noch nicht die Generalmobilmachung gewesen.
    • Dr. Jacob Ruchtis :„In Österreich erging der Befehl zur allgemeinen Mobilisation am 1. August morgens; die Kriegserklärung an Russland folgte erst am 5. August.“ (Ruchti, S. 34).
    • Deutsche Generalmobilmachung am 1. August 1914, um 17:00; (Welt im Umbruch, S. 763) und Gerry Docherty und Jim Macgregor: Verborgene Geschichte, S. 360)

  9. „Einsicht des revolutionären Deutschlands in die eigene Schuld“

    Wer so denkt, dass er einem ganzen Volk eine „Schuld“ geben will, denkt doch schon an der Wirklichkeit vorbei, weil Schuld zu Individuen gerechnet wird und nicht zu ganzen Völkern. Entweder lügt so jemand, oder er ist ein Dummkopf.
    Solche „Einsicht“in irgendeine “ Schuld Deutschlands“ ist nur in dem Sinne „revolutionär“ – also „umdrehend“ –
    dass sie die Wahrheit umdreht, bis sie als Lüge erscheint.

    Wir kommen vielleicht der Wahrheit näher, warum dieser Krieg und auch der zweite dieser Art stattfand, wenn wir nach Zielen derer fragen, die ihn und den zweiten gewonnen haben.
    Da sind wir schon auf brennend heisser Spur, wenn wir nur nach Osten blicken. Sagen wir mal, von Bremerhaven aus gesehen bis zur russischen Grenze.

    Amerikaner schaffen an der russischen Grenze unüberwindliche Hindernisse, und sie sagen mittlerweile selber, warum sie das tun. Damit Deutschland mit Russland nicht zusammenkommen kommen kann.
    (George Friedma, STRATFOR )
    Die Connection Russland-Deutschland macht ihnen Angst, und denen ist angenehmer, wenn andere Angst haben oder aussterben. Der Begriff „Deutschland“ist ja mittlerweile schon irreführend, weil unser Land grenzenlos ist.
    Es ist wie ein Haus ohne Dachstuhl, ohne Wände und ohne Fenster.
    Wem gehört da noch das Land ?

    1. @Michael
      Für wen wird das Land von 50 Millionen Menschen „befreit“ ist eigentlich die Frage. (siehe Deagel.com, Countries). Auf den Georgia Guidestones stehen die Grundsätze für die NWO der Loge „Skull and Bones“ im Auftrag des Weltherrschers.

      Wem gehört das Land, fragen Sie?
      Nach dem Verlassen des Staatsrechtes 1990 sind wir im Handelsrecht, wie alle eroberten oder besetzten Länder der Welt, die ein Demokratieschauspiel fahren. Im Handelsrecht werden wir von den Firmen Bundesrepublik und Germany auf Weisung des globalen Prädiktors betrieben. Die Firma Bundesrepublik betreibt die Liegenschaften und die Firma Germany das Personal. Letztere Firma hat 64 Begünstigte, die anderen sind alles mehr oder minder Sklaven und werden geplündert. Vom Besatzungsrecht gehören wir der Hauptsiegermacht, denn alles ist beschlagnahmt. Auf der Basis gilt die Shaef-Gesetzgebung (über alle UNO-Länder). Zur „Wiedervereinigung“ trat die Sowjetunion auf dieser Basis die Gebiete westlich der Oder weisungsgemäß temporär an Frankreich ab, daß als Besatzungsmacht direkt den USA unterstellt ist. Wir haben also mehrere Ebenen des Besitzes.
      Anspruch auf die Herrschaft über die Erde und auf die Seelen hat im sichtbaren Bereich der Papst, wobei man fragen kann ob das der weiße, schwarze (Jesuitengeneral) oder graue Papst(Direktivenvollmacht – Rubentara-Geschlechter) ist.
      Was darüber kommt? Fragen Sie doch einmal ein Logenmitglied, warum die immer wieder das Ritual der großen Vier machen! Wir nehmen hier doch nur 5 Prozent der Realität wahr. Die Logen selbst sind dem globalen Prädiktor selbst unterstellt. Sie setzen weltweit die Politik des globalen Herrschers gewissermaßen strukturlos durch. Die strukturelle Führung wird immer durch die strukturlose ergänzt, die sichtbare durch die unsichtbare. Die Gesellschaft ist immer Spielbild unserer eigenen seelischen Struktur: Es gibt einen sichtbaren Bereich, einen Bereich der automatisch funktioniert und einen, den wir nicht anschauen und der für uns tabu ist, solange wir uns nicht entwickeln.
      Vielleicht hat jemand Ergänzungen?

      Das ist in Kürze mein bisheriger Erkenntnisstand.

      1. Vielleicht eine Hinzufügung. Die Interpretation der Matrix-Trilogie von Tilman Knechtel, die manches nicht sichtbare oder unsichtbare versucht, abzubilden.

      2. @ Drusius

        Sehr interessant und zum Denken anregend, was Sie mitteilen, zumindest ist es für mich hochinteressant.
        Zwar hat es nicht unmittelbaren Bezug zu WK 1 und Eisner, aber in Wahrheit sind diese Logen gar nicht vom Thema zu trennen.
        Sie erwähnen einen „Weltherrscher“. Die Welt ist gross, und dazu gehört Russland, das ein sehr grosses Land ist.
        Ein Weltherrscher wäre keiner ohne Macht über Russland. Ist es nicht so ?
        Russland ist ja auch eine Atom-Macht, und amerikanische Kreise versuchen vieles, um Russland die Seewege und Handelswege abzukappen.

        Es war schon ein Grund für England, Deutschland anzugreifen, weil der Kaiser den aberwitzigen Versuch unternommen hatte, England wirtschaftlich zu überflügeln.
        Das Karma Englands und Amerikas ist, Handel zu treiben, möglichst mit aller Welt Handel zu treiben, und das Karma Deutschlands ist, geistige, wissenschaftliche Neuheiten zu bringen und mit denen die Welt geistig zu befruchten. Gemeint von mir ist z.B. die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners.
        Es ist gar nicht Karma der Deutschen, im kommerziellen Bereich die Weltspitze zu erklimmen. Als der deutsche Kaiser es versuchte, zerstörte er dadurch Deutschland.
        Es ist jedoch Karma der Deutschen, geistig die Höhen zu erklimmen, wissenschaftlich und geisteswissenschaftlich sie zu erklimmen.
        Ein direkter Feind der Geisteswissenschaft Steiners ist die katholische Kirche.
        Sie haben ja selber geschrieben, dass manche Menschen nur noch „5%“ der Wirklichkeit wahrnehmen.
        Es ist wirklich die geistige Welt (allgemein) ausgeblendet, und das wiederum liegt auch an der Geistabschaffung durch die katholische Kirche.

        1. @Michael
          Preußen hatte seit 1847 eine Zentralbank des Roten Schildes. Die Entwicklung Preußens zur Staatsmacht in Deutschland wurde entsprechend der Direktiven des globalen Prädiktors über das Rote Schwert der City of London finanziert und durchgesetzt. Das Organe sind seit spätestens 1781 sind die Logen, die als internationale Macht des Pädiktors neben den Jesuiten gebraucht werden.
          Die Familie Bauer mußte sich in Rotschild umbenennen und durfte die roten Schilde aufbauen.
          Der 1. Weltkrieg wurde zentral organisiert und finanziert (dazu wurde die FED gegründet).

          Sie haben natürlich Recht, Rußland hat seit 1917 eine Roter Schild- Zentralbank des roten Schwertes der City of London, dessen Vertrag 2016 für Rußland verlängert wurde und die seit Gorbatschow keine Investitionen im Inland vornehmen darf und die für die eigene Geldschöpfung Dollar kaufen muß und auf dieser Basis Rubel schaffen darf (Zinsen dafür zahlen sie und müssen US-Staatsanleihen für Überschüsse kaufen). Es ist eine große Theateraufführung die uns mit Rußland aufgeführt wird. Wir haben eine monopolare Welt mit mehrpoligem Theater.
          Auch die Konfrontation im 2. Weltkrieg war auch nur eine organisierte Theaterveranstaltung (leider mit vielen Toten), wie auch der kalte Krieg. Putin gehörte zur Ur-Loge „Golden Eurasia“, die das Projektmanagement der Weltregierung für die Abschaffung des Kommunismus hatte.
          Die Richtlinie zur Schaffung des Kommunismus kam vom globalen Prädiktor, wie der Auftrag zur Abschaffung. Für beide Zwecke gab es internationale Ur-Logen. Der Kommunismus war übrigens in den jesuitischen Reduktionen in Südamerika getestet und für unbrauchbar erklärt worden (die hatten übrigens zeitweise die Fahne, die wir als EU-Fahne wiederfinden). Der Dank für die Abschaffung des Kommunismus galt dann auch dem Papst und wurde von Clinton ausgesprochen und es knieten drei US-Präsidenten vor dem Papst (siehe Prof. Walter Veith).

          In Rußland hat auch niemand internationale oder globale Richtlinienhoheit, lediglich regionale ist vorhanden. Was Pjakin für andere Länder erklärt, trifft natürlich auch für Rußland zu;
          (https://www.youtube.com/watch?v=A9UtCJMD8Pw)

  10. Der Artikel und einige Kommentare zeigen ein gutes Hintergrundwissen (würde nur die wahre Geschichte in den Schulen auch gelehrt!). Die Klarheit der Kausalität fehlt jedoch. So kurz es geht:

    1. Titel: Der Einfluss Eisners (und Lichnowsky) wird hier weit überschätzt. Die Schuldpropaganda war eine detaillierte, von langer Hand geplante Strategie. Nur durch Schuldzuweisung konnte Deutschland zerschlagen (mit internationalem Konsens) und für lange Zeit ausgeschaltet werden. Wochen und Tage vor der drohenden Niederlage hielt Wilson alle Karten zu einem möglichen „ehrenhafter Frieden“, wurde aber von den dilettantischen deutschen Politikern und Emissären vermasselt. D. hatte einflussreichere Feinde, z.B. Richard Grellings „J’accuse“ (1915) erzielte enorme Auflagen und ging in die französische „Beweisführung“.

    2. England (welches das politische Schachspiel souverän dominierte), als der Loewe, Frankreich, die Hyäne, Wilson, ein von Col. House manipulierter Einfaltspinsel. Englands Motive sind hinreichend bekannt. Frankreich postulierte seit 1871, öffentlich, das Reich aus der Mitte Europas zu treiben und mit Russland eine Grenze zu bilden. Frankreich war die treibende Kraft hinter dem Bruch des bestehenden Völkerrechts und den hohen Forderungen.

    3. Bismarck baute zwar die Macht des Reiches im Berliner Kongress 1878, programmierte aber auch den Konflikt, durch Interessen im Balkan und der Türkei; das unkluge Binden an Österreich war die Langzeitfalle. Nur England behielt stets den Überblick, erbaute an sein Agentennetz im Balkan und schickte Millionen für Maulwurfarbeit. Die grössten vermeidbaren Fehler des Reichs folgten, u.a.: Krüger-Depesche1896, Marokko-Abkommen 1904, (Konferenz von Algeciras) und die Flottenpolitik. [in „Mein Kampf“ schrieb AH, dass er die feste Bindung an England gesucht hätte, sich auf eine Handelsflotte beschränkt und die ökonomischen Vorteile durch eine Kolonialisierung Russlands gesucht hätte.]

    4. Bezüge zu den Logen enthält Ludwig Paulers „Geheimschlüssel zur Weltpolitik“ (1938). Diese Verbindungen agieren zwar als Erfüllungsgehilfen (bis zum gewissen Grade), aber ohne Zusammenspiel unberechenbarer Mächte, glückhafte, unvorhersehbare Ereignisse und nicht zuletzt, Fehler der Gegenseite liesse sich alles nicht so einfach einfädeln; (wie später AH jegliche Pläne und Kalkül der Alliierten durchkreuzte.)

    In diesem Link lesen Sie genauere Erklärungen mit Quellen: https://huaxinghui.wordpress.com/2017/08/04/august-vergleiche/

    1. Antwort an Alphachamber: Zu Ihrem Einwand, der Einfluss Eisners würde hier überschätzt:
      Sie beziehen sich wahrscheinlich auf den Satz: „Durch die Behauptung, die deutsche Politik habe planvoll den Ersten Weltkrieg herbeigeführt, wurde auch die Kriegsschuld-Klausel innerhalb des Versailler Vertrags von Millionen Menschen akzeptiert und die irrsinnig hohen Reparationszahlungen für berechtigt gehalten.“ Mit Millionen Menschen, die die Kriegsschuld-Klausel akzeptiert hätten, sind hier Menschen außerhalb Deutschlands gemeint – das hätten wir noch klarer ausdrücken können. Innerhalb Deutschlands stieß Eisner nämlich zunächst auf Ablehnung mit seiner Kriegsschuld-These – auch innerhalb der SPD. Siehe Wahlergebnis: nur 2,5 % für die USPD.

      Doch sollte man die nachträgliche Langzeit-Wirkung der Tat Eisners nicht unterschätzen: Als einer der ersten deutschen revolutionären Regierungschefs die Schuldthese öffentlich anzuerkennen hatte weitreichende Folgen – bis heute: Denn Kurt Eisners Tat übt einen großen Einfluss auf das Denken von heute lebenden, links eingestellten Menschen aus, die ihm glauben. Nicht wenige verehren ihn ja.
      Später kamen andere dazu – nicht nur links eingestellte Menschen sondern auch Historiker
      Siehe hier:
      https://www.sozialismus.de/detail/artikel/kriegsschuldfrage-von-1914/
      https://www.zeit.de/1989/12/die-verdraengte-schuld/komplettansicht
      Von Heinrich August Winkler vom 17. März 1989 Aktualisiert am 30. November 2012, : Die verdrängte Schuld.

      Und sogar – was ich nicht gedacht hätte – in den NachDenkSeiten:
      Dr. Peter Becker glaubt an die Kriegsschuldthese, wie er in seinem, in den NachDenkSeiten verlinkten Essay https://www.nachdenkseiten.de/?p=48554
      „Der Friedensvertrag von Versailles – ein Schandvertrag? zeigt – erst kürzlich, am 18. Januar 2019! Die NachDenkSeiten werden von sehr vielen progressiven Leuten gelesen. Doch in Beckers Essay stimmt nicht mal der Zeitpunkt der deutschen Generalmobilmachung, den er mit 1 Uhr Mittags für den 1. August 1914 angibt mit der Primärquelle Moltkes überein, der nachmittags, 5 Uhr am 1. August angibt. Moltke, Osterrieder und Gerry Docherty stimmen darin überein. Und die österreichische Generalmobilmachung gibt Becker auch schon für morgens, den 31. Juli 1914 an, während Dr. Jacob Ruchti sie erst für den 1. August morgens angibt. Tja, und dann schreibt Dr. Becker auch noch herunterspielend: „Trotzdem kam es nur zu einer russischen Teilmobilmachung“ – und baut das im Kontext so ein, dass es erscheint, als ob die erst am 28. Juli erfolgt wäre, dabei habe ich ja die Daten meiner Quellen oben angegeben: Russland Teilmobilisation schon 25. Juli! Es mag pedantisch erscheinen, dass ich so genau bin, aber im Kontext „Mobilmachungen“ kommt es auf Genauigkeit an!

      Was heißt das, dass in linken Kreisen, und nicht nur in linken Kreisen, bis heute so viel Aufwand getrieben wird, die These von der deutschen Kriegsschuld aufrecht zu erhalten?

  11. „Serbien muss sterbien“ – also die Österreicher haben sehr wohl das Ende Serbiens beabsichtigt, und sei es nur in der Propaganda gewesen. Vermutlich, um vom bösen Nationalismus – welcher damals wie heute die gute Monarchie bedroht – abzulenken.

    1. @ Realistischer

      Am 28. Juli 1914 nachmittags 4 Uhr erklärte Österreich-Ungarn an Serbien den Krieg, betonte aber nachdrücklich, daß es keinerlei Gebietserweiterungen auf Kosten des Gegners beabsichtige. Noch in derselben Nacht beschossen österreichische Batterien die Feste Belgrad.
      (Hellmut Herda, „Die Schuld der Anderen“, Archiv-Edition im Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl 1995, Seite 27)

  12. @ alphachamber: „(wie AH jegliche Pläne Pläne und Kalkül der Alliierten durchkreuzte)“

    Sehen Sie`s mir bitte nach, falls ich „AH“ falsch interpretiere als Adolf Hitler.
    Gerade dieser AH war doch der“ beste “ Gehilfe der Gegner Deutschlands. Denn offenbar hat er komplett missverstanden, warum diese dran Interesse hatten, Russland UND Deutschland zu zerschlagen.
    Nämlich um das Entstehen einer russisch-deutschen wirtschaftlichen Konkurrenz zu verhindern.
    Nur eine amerikanisch-englische Wirtschaftsmacht sollte übrig bleiben.

    1. Deutschland hatte seit 1919 eine kastrierte Zentralbank (Versailler Vertrag), die keine Investitionen im Inland vornehmen durfte (wie heute die russische Zentralbank eingeschräkt ist). Deshalb gab es spätestens 1929 kein Unternehmen mehr (bis auf einige Familienunternehmen), das nicht aus dem Ausland finanziert wurde. Die Finanzierung von AH aus dem Ausland ist wohl auch kein Geheimnis mehr. Es gab ein Buch von einem Warburg in Holland, was das die Fiananzierung gut zeigte. Warburgs erhoben gegen die Urheberschaft Protest, nicht gegen den Inhalt. Wenn ich mich recht erinnere, so hatte Prof. Quigley noch ein Exemplar über daß er ausführlich schreibt.
      Die Fakten der Zahlungsströme sind klar ablesbar.
      Wenn die materielle Basis, die finanzielle Basis zentral und aus dem Ausland bestimmt wird, dann kommt niemand an die Macht, der nicht den Segen der dahinter stehenden Macht hat. Zumal Hitler bis 1932 kein deutscher Staatsbürger war. Er wurde als Vorbestrafter 1932 in Braunschweig Landesangehöriger, wie seine Geschichte mit Braunau, mit braunen Uniformen (mit Remington-Pistolen) der SA oder mit Eva Braun zu tun hat. Er mußte eine Fahne wählen, die es in sich hatte.
      Anbei eine Deutung dieser Fahne:
      (https://www.youtube.com/watch?v=xh6Ay75vd2g)

      „Mich interessiert nicht, wer die Gesetze macht, solange ich das Geld kontrolliere.“ Mayer Amschel Rothschild (1744–1812), Gründer des Hauses Rothschild.

      „Der Mann, der die britische Geldmenge kontrolliert, kontrolliert das britische Imperium, und ich kontrolliere die britische Geldmenge.“ Nathan Mayer Rothschild (1777–1836)

      Die BIZ wurde zur Etablierung des Faschismus und für den kommenden Krieg 1930 exterritorial in der Schweiz als Ableger der „City of London“ gegründet. Darüber lief während des Krieges die Koordinierung der Finanzierung aller Kriegsparteien, soweit ich das lesen konnte. Vor jedem großen Krieg wurde eine wichtige Bank gegründet – 1913 – FED – 1. Weltkrieg 1914, 1930 – BIZ – 2. Weltkrieg. Diese Regel der Bankgründung vor großen Veränderungen/Kriegen kann man auch weiter in die Geschichte ausdehnen, denn Kriege müssen finanziert werden. Dort läßt sich die zentrale Steuerung gut ablesen.

  13. Nochmals zum Zeit-Text von Winkler https://www.zeit.de/1989/12/die-verdraengte-schuld/komplettansicht
    Winkler erwähnt einen gewissen Eduard Bernstein, SPD. Dieser Bernstein beklagte am 26. Juli 1924 in einem Brief an Karl Kautsky (!!), „daß es noch immer keine sozialdemokratische Offensive gegen die „Schuldlügenkampagne“ der Rechtsparteien gebe.“ Bernstein war also ein Vorkämpfer für die Verbreitung der Kriegsschuldthese innerhalb der SPD!

    Und nun zur eigentlichen Brisanz unseres Textes: Ein SOZIALISTISCHER Revolutionär, Eisner, bekam drei „Vorschläge“, die wie ANWEISUNGEN klangen von George D. Herron aus den KAPITALISTISCHEN USA, einem Amerikaner, der nachrichtendienstlich für die USA und Großbritannien arbeitete und Eisner befolgt diese Anweisungen stante pede!

    Dass George D. Herron geheimdienstliche Informationen an die USA und an Großbritannien geliefert hat, berichtet arglos das englische Wikipedia v. 20.2.2019: https://en.wikipedia.org/wiki/George_D._Herron „[…November 1917] Thereafter , Herron began contributing regular written reports to the American Legation at Berne, Switzerland.[24] In addition to his intelligence work on behalf of the U.S. State Department, Herron also supplied the British War Office and British Foreign Office with similar reports.[25] Herron’s intelligence and analysis was greatly valued by the British, who allotted him 1,000 francs per month so that stenographic help could be hired).
    Er bekam also vom britischen Außenamt 1000 Franken im Monat! – und dort wirkte Alfred Milner ab 7. 12. 1916 als „Minister without Portfolio“ im War Cabinet und wurde ab 19. April 1918 Kriegsminister! Und sein Zögling, Philip Kerr war Privatsekretär von Lloyd George!

    Und jetzt wird es noch brisanter:
    In der Quellensammlung von Franz Bauer: „Die Regierung Eisner 1918/19 – Ministerratsprotokolle und Dokumente. Band 10 der Reihe: Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Düsseldorf , 1987“ steht auf S. XLIV, dass Jaffé 1915, während des Krieges gelegentlich im Auftrag der OHL [!!! ich wiederhole: IM AUFTRAG DER OHL – als Sozialist??] – im Ausland tätig gewesen sei, „so vor allem in der Schweiz, wo er mit dem amerikanischen Vermittler George D. Herron in Verbindung trat. Über Jaffé lief dann im November 1918 auch der Kontakt zwischen Herron und Eisner über die Frage eines deutschen Schuldbekenntnisses.“ ENDE ZITAT
    Jener Edgar Jaffé, der dann in der revolutionären Regierung Eisner Finanzminister wird!!!!

    Und noch brisanter: Laut der Dissertation von Martin Korol: „DADA; PRÄEXIL UND DIE FREIE ZEITUNG – ERNST BLOCH; HOMO LUDENS UND TÄNZER; HUGO BALL; RASTLOS AUF DER SUCHE NACH HEIMAT; UND IHRE FRAUEN; WEGGEFÄHRTEN UND GEGNER IN DER SCHWEIZ 1916-1919.“ Bremen-Tartu-Sofia 2001,
    hatte George Davis Herron in der Schweiz Kontakt zu deutschen Sozialisten, wie Eduard Bernstein (ich erwähnte ihn bereits oben) und dem Zentrumsabgeordneten Erzberger und traf sich häufig mit Max Graf Montgelas, Wilhelm Muehlon, F. W. Foerster (siehe S. 253 der Dissertation). Die hat er also alle ausgehorcht und beeinflusst.
    Und Edgar Jaffé war „sein alter“ Freund (S. 373) und wurde dann später Eisners Finanzminister. Geheimagent Herron, der vom Foreign Office in London 1000 Franken im Monat bekam, traf in der Schweiz also genau jene Sozialisten, die später die deutsche Kriegsschuld-These vorantreiben: Edgar Jaffé, Eduard Bernstein und auch noch den deutschen Industriellen Wilhelm Muehlon – bei Wiki steht, dass auch dieser die These von der deutschen Kriegsschuld in Deutschland postulierte. Wer hat sie alle wohl dazu angestiftet?

    Wenn man diese, aus verschiedenen Informationsquellen gefundenen Informationen zusammennimmt (von denen eine immerhin eine wissenschaftliche Quellensammlung ist und die andere eine Dissertation ist) und dann nochmal den Text des Telegramms vom 17. November 1918 liest, in der Herron Jaffé und Eisner „nahelegt“, die deutsche Kriegsschuld öffentlich zu verkünden – von wem kommt dann wohl ursprünglich die Idee? Aus dem Kreis um Milner, denn Herron bekam jaj Geld vom Britischen Außenamt – 1000 Franken pro Monat.

    Und jetzt habe ich noch eine packende Info: Professor Andrea Boscos Buch schreibt in seinem 2017 herausgebrachten, historischen Buch mit dem Titel: The Round Table Movement and the Fall of the ‘Second’ British Empire (1909-1919) auf S. 402: „It was Kerr who drafted the famous expression „by the aggression of Germany,“, an integral part of Article 231 of the Treaty of Versailles, concerning responsibility for the war.“

    Und wer war Philip Kerr? Philip Kerr, der spätere Lord Lothian, war einer der wichtigsten „Jünger“ von Alfred Milner! Der hat den Kriegsschuldparagraphen im Versailler Vertrag „inspiriert.“

  14. Ich möchte betonen: Es wäre also falsch, allein dem Zarenreich die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg zuzuweisen. Und noch weniger den Völkern, also den Bevölkerungen der kriegsbeteiligten Länder. Sondern es waren kleine, elitäre aber sehr mächtige Gruppen in mehreren Ländern, die den Krieg vorausplanten und zwar schon ab etwa 1885 in mehreren Staaten.

    Und dafür gibt es Belege und Forschungen:

    Es gibt z. B. ein Buch von John Charmley: „Splendid Isolation?“ London, 1999, das ich mir auch besorgt habe. Darin geht es um den herausragenden, britischen Staatsmann Robert Gascoyne-Cecil, 3. Marquess of Salisbury . Der überlegte sich schon im Jahre 1885, wie der Rivale des British Empire, das zaristische Russland, in Schach gehalten werden konnte und entwickelte folgende Langzeit-Strategien: 1. Schwächung des Gegners durch Hineintreiben in Zahlungsunfähigkeit und danach Entfachen von Revolutionen, 2.Widerbelebung des Islams an Russlands Rändern und 3. ein verlustreicher Krieg gegen Deutschland. Belege mit Seitenangaben: Auf Seite 201 steht unten, wie Salisbury dem neuen britischen Botschafter in St. Petersburg, Sir Robert Morier im Jahre 1885 erklärte, Russlands einziger wunder Punkt seien seine Zahlungsschwierigkeiten und wenn sie Russlands chronischer Feind würden, müssten sie es so stark wie möglich in Ausgaben treiben, so dass es ständig an der Schwelle zur Revolution stünde.
    Und auf S. 213 steht, die Zeit und das Glück könnten die Antwort auf das russische Problem bringen: Revolution, Widerbelebung des Islam oder Krieg gegen Deutschland. Haben nicht alle drei Dinge stattgefunden?

    Weiterer Beleg für Langzeitplanung auf Krieg hin: Forscher Terry Boardman: “Britain’s Responsibility in 1914…” https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw

    Bei 1:06:05 und wird eine Landkarte gezeigt, untertitelt mit: „The Kaiser`s Dream“.

    1890 kam diese Landkarte in der Weihnachtsausgabe der engl. Satirezeitschrift „Truth“, heraus. Das war ein Wochenmagazin des liberalen Parlamentariers Henry Du Pré Labouchère. „Leitung und Inhalt des Blattes überließ er in den frühen Jahren jedoch dem Herausgeber Horace Voules, der zuvor als Geschäftsmanager der Pall Mall Gazette unter Lord Morley gearbeitet hatte, siehe Markus Osterrieder: Welt im Umbruch, Stuttgart 2014, S. 558, unten bei den Anmerkungen. Und diese Landkarte zeigt also: des „Kaisers Traum“, wie der Kaiser, unter Hypnose, Visionen für das 20. Jahrhundert bekomme. Und in diesen Visionen sieht er einen großen Krieg voraus, in den Deutschland und Russland verwickelt sind. Und als Ergebnis dieses Krieges würde Europa umgeformt und alle Monarchien werden verschwunden und durch Republiken ersetzt sein und Deutschland würde in mehrere Republiken auseinandergebrochen sein und da, wo das russische Zarenreich war, steht „Russische Wüste“ – offensichtlich sollte da ein politisches Niemandsland entstehen.

    Und dann gab es noch ein Buch: [1:09:25] [Auf der Leinwand wird ein Buchtitel eingeblendet: „The Transcendental Universe“ von C.G. Harrison.]
    Der Okkultist Harrison, ein angelsächsischer Esoteriker, lehrte Anfang des Jahres 1893 vor der Berean Society in Vorträgen, dass das russische Reich sterben müsse, damit das russische Volk leben könne und dass der „National-Charakter sie befähigen werde, „socialistische, politische und ökonomische Versuche durchzuführen…“ Ich habe das Buch in deutscher Übersetzung, es heißt da: C. G. Harrison: Das Transcendentale Weltenall, S. 46. Damit einher werden Gedankengänge suggeriert, dass die englisch-sprachigen Völker die „Kultur-Amme“ des Slaventums werden sollten.

    Boardman sagt, dass die Berean Society der „High Church“ nahestand, einem elitären Zweig der anglikanischen Kirche, die 1889 die Bewegung „Lux Mundi“ gründete. Ausgangspunkt für die ENtwicklung dieser Bewegung sei Lord Salisburys Haus gewesen.

    Dieser C. G. Harrison lehrte also, nach dem großen europäischen Krieg würden die Slaven aus ihrem Säuglingsalter herauswachsen und in ihre Kindheitsstufe eintreten, so wie vor 2000 Jahren die germanischen Stämme von ihrer Säuglingsstufe, die sie unter der „Ammenschaft“ der römisch-katholischen Kirche verbracht hätten, in ihre Kindheitsstufe eingetreten seien. Eine Nation sei, genau wie ein Individuum, verschiedenen Entwicklungsstufen unterworfen, Säuglingsalter, Kindheit, Adoleszenz und Erwachsensein. Nationen gingen auch durch solche Phasen und es gäbe auch den Verfall, genau wie bei Individuen. Der damals einflussreiche Brooks Adams hat auch so ähnliche Theorien aufgestellt, siehe Markus Osterrieder: Welt im Umbruch, S. 1217 ff.

    1. @Angelika Eberl
      Ich würde mir einmal die Finanzierung der russischen Eisenbahn aus Deutschland, England und vor allem Frankreich ansehen und dazu die Entwicklung der Rüstungsproduktion mit ausländischem Kapital.
      Rußlands Menschen waren genauso Opfer, wie Deutschlands oder die anderen Kriegsländer- die Täter sollte man sich anschauen, die arbeiteten zusammen, der deutsche Reichskanzler von Caprivi war in der gleichen Ur-Loge wie Sergei Dmitrijewitsch Sasonow (Außenminister von Rußland), wie auch der russ. Premierminister, wie die wichtigsten Regierungsmitglieder in allen Regierungen der künftigen Kriegsparteien am Plan des globalen Prädiktors arbeiteten – Leute gegen den Krieg wurden eleminiert (Jean Jaurès und Grigori Jefimowitsch Rasputin) – Kriege brauchen Waffen und Geld und das muß organisiert werden:
      „Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen“.
      Bernhard Shaw
      Deutschlands Führung hatte sich für den Krieg mit Rohstoffen kaum mehr bevorratet, als das für Friedenszeiten üblich war. Das kann man in der Wirtschaftsgeschichte leicht ablesen.

    2. @ Angelika Eberl:“Eine Nation sei, genau wie ein Individuum, verschiedenen Entwicklungsstufen unterworfen, Säuglingsalter, Kindheit, Adoleszenz und Erwachsensein.“

      Was besagter C.G.Harrison lehrte, war ja nicht direkt eine Unwahrheit. Doch eine Nation ist kein Individuum.
      Eine Nation spricht nicht, wie ein Individuum es tun kann: Ich bin.
      Sondern bei einer Nation geht es um ein Wir. Dieses Wir blendet geradezu den Individualismus ganz aus, wo es um Fragen des WILLENS geht und somit um Fragen von Schuld und Moral geht.
      Obama sagte: “ Yes we can.“ Merkel drischt die Phrase: „Wir schaffen das.“ Es geht immer vom Individuum weg zu irgendeinem nebulösen Wir, das genauer betrachtet für nichts verantwortlich ist.

      Wer von vorneherein im Sinn hat, einem ganzen Volk eine „Schuld“anzudichten, muss irgendwie das Individuum hinter solchem Kollektiv zum Verschwinden bringen, als sei das Individuum gar nicht da, als gäbe es nur ein Wir.
      Genau das liegt auch im Sinn derer, die Kommerz ausweiten wollen. Für die ist es bequemer, wenn sie die Freiheit und alles Individuelle abschaffen. Und um das Individuum hinter politischen Phrasen vom Kollektiv zu verbergen, war Eisner der geeignete Kandidat.
      Was diese Krämerseelen stört, ist das Christentum, das sie zur Zeit versuchen, abzuschaffen, weil es den Individualismus in den Vordergrund stellt, statt Gleichmacherei zu betreiben, wie es Linke tun.
      Das verbindet gerade die Hochfinanz mit den Linken und anderen antichristlichen Kollektiven, sowohl Deutschland als auch Russland abschaffen zu wollen, denn beide Völker haben dem antichristlichen Katholizismus samt Jesuitismus sozusagen etwas entgegen gesetzt.

      1. P.S. Die Wahrheit macht uns frei. Und deswegen müssen diejenigen, welche unsere Freiheit abschaffen wollen, die Lüge anwenden.

  15. @Angelika Eberl
    Danke fur Ihre Replik. Der Schuldkomplex wurde gefördert durch die S u m m e all derer, die ein geschwächtes, nicht souveränes Deutschland, und vor allem, das „warme Buffet der Wiedergutmachung“ auf ewig geöffnet sehen wollen. Daran änderte sich nichts, würden Sie die vielen einzelnen Demutsakrobaten und karrieremässigen Entschuldiger ausklammern.
    Die gesamte Linke (inkl. SPD) ist natürlich gebeutelt von ihrem ewigen Verrat an der Nation, wie auch an ihrer eigenen Basis und Sache (Paradigma Ebert!), deren modernes Schuldbekenntnis ist nicht mehr als palliative Apologetik.

    Dr. Beckers Text is exemplarisch, wie durch gezielte Unterschlagung von Details, historische Fakten ihren Gehalt verlieren. Beispiel: a) Verletzung der belgischen Neutralität, b) Versenken der Lusitania, c) angeblich abgelehnte Friedensofferten und d) Kautskys angeblich „komplette Dokumentensammlung“. Was die Reparationen anbelangt, bleibt die französische Perversion des bis dahin bestandenen Kriegsrechts durch Becker unberührt.

    Genau dieser Art. 231 ist aber das Fulcrum der Alliierten Erpressungen. Wie schon geschrieben,
    m u s s t e deswegen eine alleinige Schuld fabriziert werden. Es gab keinen Vorgang in der Geschichte für einen Friedensvertrag, in dem von „Kriegsschuld“ die Rede ist. „Vielmehr widerspricht diese Erörterung der Kriegsursachen und Verantwortung für den Kriegsausbruch aller völkerrechtlichen Praxis“ (Kant, jus post bellum). Bis ins 19. Jahrh. war die „Oblivionsklausel“ üblich, in der die Vertragspartner gegenseitig vollständiges Vergessen des Vergangenen zusagten. In diesem „Vergessen“ sah man eine wesentliche Voraussetzung des Friedens überhaupt: In amnestia consistit substancia pacis, wobei das „amnestia die umfassende Bedeutung enthält, auf Kriegsschuld und erlittenen Schäden zu verzichten. Unzweifelhaft war die Rechtslage 1914 keine andere. Der Jurist Becker schweigt dazu bequem.

    Deutsche Beweismittel wurden in Versailles tonnenweise vorgelegt, aber keiner Beachtung gewürdigt. Bezeichnend ist, dass in dem 1. Kriegsgericht der Geschichte, den Leipziger Prozessen (1921-1927) durch die man noch hoffte, die „brutale und rechtswidrige“ Kriegsführung der Deutschen einem internationalen Publikum vorzuführen. Es gab 890 Beschuldigte – meist niedere Dienstgrade und U-Boot Kommandeure – am Ende eröffneten nur 17 Verfahren, mit 10 Schuldsprüchen und 7 Freilassungen. Selbst Grellings Hetz-Lektüre kam unter Druck, nach Bekanntwerden der russischen Mobilmachung, und er versuchte seine Autorschaft zu leugnen.

    Christopher Clark „…lehnt es ab einen Schuldigen zu benennen“. In einer Rezension im SPIEGEL, schreibt Holger Afflerbach: „Die meisten Historiker gehen von einer Hauptverantwortlichkeit Deutschlands aus. Sie werden sich fragen müssen, ob diese Rolle Deutschlands nicht überdacht werden müsse.“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-88754330.html) Die Untertreibung des Jahrhunderts! Auch scheint sich Becker und andere nicht mit dem 4-Bändigen Werk von Col. House („The Intimate Papers of Col. House“) und den absolut wichtigen Dokumenten der belgischen Gesandtschaft beschäftigt zu haben.

    Die Berichte von Ernst von Reventlow („Deutschlands auswärtige Politik 1888-1914“) decken sich in wesentlichen Punkten mit Dokumenten der Diplomaten des sicher nicht deutschfreundlichen Belgiens. Hier einige Zitate aus ihren Depeschen:

    Der belgische Gesandte in London, Baron Solvyns, 1. Aug. 1891:
    „Der Dreibund (Deutschland, Italien, Österreich-Ungarn) ist eine von Natur aus untätige Vereinigung, in dem Sinne, dass er sich auf die Defensive beschränkt und sich sorgsam vor gewagten Unternehmungen hütet. Das französisch-russische Bündnis hat einen anderen Charakter…denn wenn es die Hoffnungen nicht enttäuschen will, muss es aggressiv sein.“

    Der belgische Gesandte zu Berlin, Baron Greindl, 15. Okt. 1893:
    „…es gibt nichts Gemeinsames (zwischen Frankreich und Russland) außer dem Hass gegen Deutschland, dem man nicht verzeihen kann, dass es die Vormacht in der Welt geworden ist, wie Frankreich es war und Russland es zu werden träumt.“

    Über das Wehrgesetz Wilhelm II. schrieb Greindl zuvor:
    „Die Annahme des Wehrgesetzes ist nicht nur für Deutschland unerlässlich, sondern für ganz Europa. Deutschland muss nach innen und außen stark sein, im Interesse der Erhaltung des Friedens, dessen stärkste, wenn nicht einzige Stütze es ist.“

    Dem britischen ‚Balkankomitee‘ standen unbegrenzte Mittel zur Propaganda in Serbien und Mazedonien zur Verfügung. Die offene Feindseligkeit Englands formte sich nach der Krüger-Depesche und deutschen Handelserfolgen und Konzessionen im Ausland (Sir Peter Mitchell, ‚Saturday Post‘ 1. Feb. 1896: „Germania esse delendam“).

    Friedrich Ebert, SPD-Ikone und als damaliger Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten, begrüßte die heimkehrenden Truppen: „Eure Taten und Opfer sind ohne Beispiel. Kein Feind hat uns überwunden. […] Erhobenen Hauptes dürft ihr zurückkehren. Nie haben Menschen Größeres geleistet und gelitten als ihr […].“

    Lord Cecil, britischer Minister des Auswärtigen Amts, sah den Entwurf des Vertrags und warnte seinen Premier Lloyd George: „…dass [der Vertrag] weder großzügig noch gerecht war und er einen kurzen Frieden erwarte“. Und gerade aus England kamen die meisten Zweifel, z.B. „Versailles, a Breach of Agreement“, B.G. De Montgomery, 1932.

    Der größte Schub kam aus jüdischen Reihen (zu der ja auch nahezu die ganze Linke der Weimarer Zeit gehörte). Konnte man doch nicht zugeben, dass „AH unter dem Konferenztisch von Versailles geboren wurde“. Vergessen wir nicht die anderen, gleichzeitigen Kriegsschauplätze in der Türkei, wo England den Russen den Zugang zum Bosporus verwehren wollte, und Palästina, wo die Juden auf Einwanderung drängten. Es ist diese Gruppe, die als Kern der Institution der „ewigen Schuld“ die Deutschen in ihrem Schuldkomplex bis ans Ende der Zeit gefangen hält. Daran ändern jetzt keine Dokumente mehr.

    1. @ alphachamber: „Es ist diese Gruppe, die als Kern der Institution der „ewigen Schuld“die Deutschen in ihrem Schuldkomplex bis ans Ende der Zeit gefangen hält.“

      Der Begriff „Schuld“ gehört zusammen mit dem des Individuums und „Ewigkeit“mit dem des Christus, und gar nicht mit Völkern welcher Art auch immer, seien das Deutsche, seien es Juden oder Engländer. U.s.w.
      Wer als längst nach 45 geborener Deutscher sich schuldig denkt und fühlt, weil vor ihm geborene Deutsche selber Fehler begingen, kann ja nur für die Fehler der vor ihm geborenen Menschen“ sich“ schuldig fühlen.
      Und so kann er nur dann fühlen, wenn er kein Christ ist. Denn der Begriff Schuld ist für Christen gar nicht an Nationen und Rassen etc. gebunden, sondern ist immer mit Individuen verbunden.

      AH war Katholik. Doch sein Denken war völlig antichristlich.
      Er hätte lieber gehabt, wenn Deutschland muslimisch geworden wäre.

      1. Hallo Michael,
        zum ersten Teil geben wir Ihnen recht: Schuld kann sich juristisch (und moralisch) nur auf eine Person beziehen. Begriffe wie Kollektivschuld und Erbschuld sind religiöser Natur, werden aber – wie man sieht, und nur in Deutschland – erfolgreich angewandt. Die Magiers dieser Begriffe werden uns kaum freiwillig aus diesem Psycho-Schwachsinn entlassen, bis ein beherzter Staatsmann auftritt, unsere Souveränität wieder herstellt, die Proteste des ZdJ wohlfeil ignoriert und dem Budenzauber ein offizielles Ende bereitet. Dies aber erscheint unabsehbar – daher unsere Verwendung des Wortes „ewig“.

  16. Es gibt noch andere Spuren, wo man dem Kurt Eisner nachspüren kann. Es sieht so aus, daß die Ereignisse nach dem WKI genauso geplant wurden wie sie dann abliefen. Mit Ausnahme der Morde von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner und andere unliebsame Zwischenfälle. Z.B. Rathenau.

    In seinem Buch „Ein Jahr in der Reichskanzlei, Erinnerungen an die Kanzlerschaft meines Vaters“ von Rittmeister Graf von Hertling, Freiburg im Breisgau, Herdersche Verlagsbuchhandlung 1919; S.34
    Senior Graf Hertling war Reichskanzler von November 1917- 30.9.1918

    „ Wir sehen also, daß die Sozialisten, ihren Mann an die Spitze brachten. Wie sich das auswirkte, zeigt folgende Tatsache:
    Im Jahre 1912 fand im Gebäude des „Vorwärts“. Lindenstraße 3, eine Sitzung der sozialistischen Weltverschwörer statt, auf der die weitere Arbeit im Sinne der 1910 in Kopenhagen beschlossenen Beseitigung der Monarchie in Deutschland besprochen wurde. In dieser Sitzung wurden auch die Ämter in der nach der Beseitigung des Kaiserreichs und der Errichtung der Republik aufzustellenden Revolutionsregierung verteilt. Dies wurde listenmäßig festgelegt.
    Und diese -1912!!- aufgestellte Revolutionsregierungsliste zeigte u.a. folgende Namen:
    Friedrich Ebert, Phillip Scheidemann, Dr.Landsberg, Paul Haase, Dittmann, Emil Barth, Paul Otto Braun, Eugen Ernst, Emmanuel Wurm, Kurt Eisner( Salomon Kosmanowsky) u.a.m.

    Aber, welch ein Glück für den Kaiser: Die Polizei hob den ganzen Klub aus, beschlagnahmte die Listen und das Material und konnte den Kaiser— nicht warnen, denn Polizeipräsident von Berlin war damals der Freund Rathenaus, Herr Traugott von Jagow (heute Mitlgied des „Deutschen Herrenklubs“), und der übermittelte die gefundenen Akten Herrn von Bethmann und der — unterschlug dem Kaiser die ganze Sache!“
    Gerhard Müller, „Überstaatliche Machtpolitik im 20.Jahrhundert“ Verlag Hohe Warte Pähl 1982

    Was da also geplant wurde kann man, m.M.n., durchaus als Staatsstreich ersten Ranges nennen. So mancher Mord an den Internationalisten könnte in diesen Ereignissen ihren tiferen Ursprung haben.

    Denn es gab noch den Fechenbach Prozeß vom Mai 1922.
    Felix Fechenbach war Sekretär des Kurt Eisner.

    In diesem Prozeß wurde folgendes festgestellt: Um die Schuld Deutschlands am Kriege zu beweisen, verstümmelte und fälschte Kurt Eisner einen Bericht des ehemaligen deutschen Botschafter Wilhelm von Schön in Paris, so, daß daraus ein amtliches deutsches Schuldbekenntnis wurde. Diese Urkunde bildete die Grundlage für das Versailler Diktat. Sie wurde im Mai und Juni 1919 der deutschen Delegation um die Ohren gehauen, die nichts darauf erwidern konnte. Mit Recht sagte im jenen Prozeß der wackere Professor Goßmann:“ Ich bin überzeugt, daß eine spätere Zeit diese Fälschung für eine der größten Verbrechen der Weltgeschichte halten wird.“

    Der Professor konnte sich nicht vorstellen, daß im Gegenteil alles wieder der Vergessenheit anheim fiel. Bzw. alles unter den Tisch gekehrt wurde.

    Eine ähnliche Fälschung wie bei dem Eisner ist dem Solzialisten Kautsky anzurechnen.

    Kautsky wurde als Unterstaatssekretär mit der Herausgabe des vierbändigen Werkes „Die deutschen Dokumente beim Kriegsausbruch“ beauftragt. Ohne den Abschluß des Werkes, an dem mehrere Fachleute mitarbeiteten, abzuwarten, veröffentlichte Kautsky ein Buch „Wie der Weltkrieg entstand. Dargestellt nach dem Aktenmaterial des deutschen auswärtigen Amtes“, aus dem zuerst das Ausland lange Auszüge bringen konnte. Das ganze Buch war ein Meisterstück der Geschichtsfälschung, um den führenden Persönlichkeiten Deutschlands und Österreich-Ungarn die alleinige Schuld am Kreige zuzuschreiben.
    Heinrich Wolf, Weltgeschichte der Lüge, Struckum Archiv Edition 1989; zitiert aus Helmolt, „Kautsky als Historiker“,
    Charlottenburg 1920

    1. Es war damals schon, die Lüge wurde als Ideologie verbreitet und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln durchgesetzt. Das Ziel ist heute dasselbe, wie vor mehr als 100 Jahren. Clausewitz wer der Ausspruch zugeschrieben:“Alle Nachrichten sind falsch, und die Furchtsamkeit der Menschen wird zur neuen Kraft der Lüge und Unwahrheit“. Jede Ideologie dient zur Unterwerfung der Menschen und basiert auf Lügen.

      Albert Pike in „Morals and Dogma“ in der Einführung:
      „Die blinde Kraft des Volkes muß wirtschaftlich genutzt und kontrolliert werden…, sie bedarf der Führung des Intellekts. Zur Erstürmung der Zitadellen, die überall von Aberglauben, Despotismus und Vorurteilen gegen die Menschheit erreichtet werden, braucht die Kraft ein Gehirn und ein Gesetz …. Wenn alle Kräfte vereint sind und vom Intellekt gesteuert werden, wenn Recht und Gesetz sie beherrschen und alle Bewegungen unter systematischer Kontrolle stehen, dann wir die jahrhundertelang geplante Revolution zu marschieren beginnen“.

      Es geht dabei nicht um demokratische Diskussionen, auch Eisner ließ einige Mitglieder der „Thule“ erschießen.(Polare Spielchen).

      Zibignew Breshinski: „Neue Weltordnung“, nämlich ein „Weltsystem finanzieller und politischer Kontrolle in Privathänden und auf feudaler Basis“. …
      Dazu spielte Eisner seine Rolle. Und darum ging es damals, wie auch heute.

      1. @ Drusius: „Es geht dabei nicht um demokratische Diskussionen, auch Eisner liess einige Mitglieder der „Thule“ erschiessen.“

        Ja, es geht solchen Leuten nicht um „demokratische Diskussionen“, die „Demokratie“ist das Kaspertheater für die „blinde Masse“. Eisner ging es darum, die Deutschen blind zu halten.
        Blind sind diese Massen in dem Sinne, dass sie – weder bei Logen, noch bei anderen Geheimgesellschaften -hinter die Kulissen schauen, eben weil es geheime Gesellschaften sind. Die blenden etwas aus, sonst wären es keine geheimen Gesellschaften.

        „Und darum ging es damals, wie auch heute.“

        Darum ging es schon bei Mose, der unterschied zwischen Initiaten und dem Volk, und den Initiaten (Eingeweihten) war verboten, dem Volk geheime Dinge zu verraten. Jesus Christus wurde zum Tode verurteilt, weil er solchen „Verrat“ beging, indem er das tat, was durch das 11 Kapitel des Johannes-Evangeliums als die Auferweckung des Lazarus beschrieben ist. Es waren „christliche“ Kleriker, die dafür sorgten, dass diese Geheimwissenschaft ja nicht dem Volk verraten würde. Erst Rudolf Steiner hat sie veröffentlicht.
        Und Eisner konnte nur wirken, weil im deutschen Volk allgemein jedes Verständnis für geheime Dinge verloren gegangen war. Der Materialismus hatte die Menschen geblendet.
        Geheimgesellschaften sind heutzutage nicht mehr zeitgemäss, weil sie der Lüge dienen.

        1. @Michael
          Keine Frage, das ist richtig.
          Ich hatte mich extra auf den sichtbaren Bereich konzentriert.

        2. @Michael
          „weil im deutschen Volk allgemein jedes Verständnis für geheime Dinge verloren gegangen war“
          Das ist nur eine Idee, die für Begründungen gebraucht wird. Es gibt Gedanken und in Bücher gelangte Ideen, die in Deutschland sehr reich waren – allein aus der Erforschung der sumerischen Geschichte. Die Einweihungen von Ägypten, die Seelenreisen ins Universum, alles war ganz breit dargestellt. Zwar wurde das deutsche Volk immer durch Verarmung und organisierte Kriege – finanziert durch private Zentralbanken aus dem Nichts und durch Geldschöpfung auch der Geschäftsbanken aus dem Nichts – auf das Nötigste reduziert , aber die Runen oder die Gedanken waren kaum verloren. Üxküll wäre nur ein Name, der mir sofort einfällt.
          Jede „Revolution“, auch die von Eisner hatte viel Geld nötig, damit die Soldaten und deren Offiziere gekaufte werden konnten bzw. leben konnten und zu „Revolutionären“ über längere Zeit werden konnten.

        3. Das Kaiserreich hatte die seit Ägypten bekannten Farben der Entwicklung der Materie als Fahne.
          Negredo, Rubedo und Albedo.
          Zumindest bei den Beherrschenden war vieles bekannt.
          Später unter anderer Steuerung wurde das negativ umgeformt.

  17. Meiner Meinung nach wird Kurt Eisner von Frau Eberl und Herrn Ludwig hier mit zuviel Nachsicht behandelt. An Eisner war nix Gutes.
    Bei einer kleinen Nacherzaehlung der Causa Fechenbach wuerde das dann auch ganz klar zu Tage treten.
    Das kann ich hier nicht leisten, zumal ich nur mit einem Smartphone ausgerüstet bin.

    Auf jeden Fall: nach den bayerischen Erfahrungen taucht der Gewerkschafter und Aktivist Fechenbach später im Sudetenland auf. Im Geist der Internationale trommelt er dort fuer den Schulterschluss der deutschen und tschechischen Genossen.
    Nur, die Tschechen beissen nicht an und ziehen nur da mit, wo Fechenbach zum Schaden der Deutschen einseitig in Vorleistung treten möchte: Fechenbach macht sich nämlich fuer die freiwillige Entwaffnung der Volksdeutschen stark….auch mit Blick auf deren miese Vergangenheit, und so.

    Fechenbach möchte seine deutschen Freunde einfach mal so zum kollektiven Selbstmord verleiten. Die Lektion aus seinen bayerischen Umtrieben war fuer Fechenbach nämlich die, dass ohne ein bis an die Zähne bewaffnete bayerisches (Land-) Volk eine Entfernung Eisners nie und nimmer möglich gewesen waere.
    Wenn man sieht, wie die Dems in Amerika am 2ten Verfassungszusatz vorbei gerade die Entwaffnung der gesetzestreuen Bürger in Aussicht nehmen oder wenn man derzeit beobachtet, wie hier in Italien seit Salvini die Diskussion um die legittima difesa wieder aufflammt und wie sich die tiefroten Roben mit Händen und Füssen gegen eine grosszügigere Auslegung des Rechtes auf Selbstverteidigung und Waffenbesitz wehren,
    bekommt man eine Ahnung davon, wie die Bestrebungen derer vom Stamme Fechenbach, Eisner, Kautsky… von jeher darauf abzielen, die Buerger Europas und hier zuvoerderst die Deutschen, seelisch, geistig, moralisch, politisch und physisch zu entwaffnen, zu entmuendigen und in die Sklaverei abzuführen.

    Eisner war ein antideutscher Internationalist. Mehr als die Deutschen hasste Eisner wohl nur noch die Russen………die er ja erst bekriegen und dann qua „Revolution“ unterwerfen wollte.

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