Das Kollektiv jagt die Individualität – oder Christenverfolgung weltweit

Weit über 200 Millionen Christen sind gegenwärtig weltweit Verfolgungen ausgesetzt, wie das christliche Hilfswerk Open Doors ermittelt hat, das sich in über 60 Ländern der Welt für Christen einsetzt. Es sei „die größte Christenverfolgung aller Zeiten“. Christen werden wegen ihres Glaubens diskriminiert, ausgegrenzt, inhaftiert, gefoltert und getötet. Auffallend ist, dass die Verfolger Kulturen und Religionen angehören, in denen noch das Kollektiv der Blutsverwandtschaft das Leben des Einzelnen bestimmt. Es ist im Grunde ein Kampf gegen die freie Individualität, die freiheitliche Entwicklung der Menschheit.

Open Doors hat zu Recht ein weites Verständnis von „Christenverfolgung“. Sie besteht nicht nur, wenn der Staat einzelne oder ganze Gruppen von Christen wegen ihres Glaubens einsperrt, verletzt, foltert oder tötet, sondern auch dann, wenn Christen aufgrund ihres Glaubens z.B. ihre Arbeit oder ihre Lebensgrundlage verlieren, wenn Kinder keine oder nur eine schlechte Schulbildung bekommen oder Christen aus ihren angestammten Wohngebieten vertrieben werden, wenn es Christen nicht erlaubt ist, Kirchen zu bauen oder sich auch nur privat zu versammeln, wenn die Registrierung einer christlichen Gemeinde oder Organisation nur unter schikanösen Bedingungen oder auch gar nicht möglich ist. Auch wenn es Andersgläubigen gesetzlich oder zumindest gesellschaftlich nicht erlaubt ist, zum Christentum zu konvertieren und sich zum christlichen Glauben zu bekennen – wenn Gläubige also mit Konsequenzen für Familie, Besitz, Leib und Leben rechnen müssen – handelt es sich im Grunde um Christenverfolgung.1

Seit 2013 hat Open Doors eine drastische Zunahme von Gewalt gegen Christen um etwa 50 Prozent festgestellt. Die Unterdrückung von Christen durch extremistische Gruppen, die eigene Regierung, Gesellschaft und Familie stieg um rund 25 Prozent. Betroffen sind Christen in hinduistischen, buddhistischen, islamischen sowie kommunistisch und diktatorisch geprägten Ländern. Open Doors erstellt jährlich einen Weltverfolgungsindex (WVI), der für die 50 Länder, in denen es Christen am schwierigsten haben, Trends und Entwicklungen aufzeigt.2

„Insbesondere Regierungen asiatischer Länder entwickeln zunehmend diktatorische Züge. Nordkorea, seit 2002 auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex, gilt schon lange als Negativbeispiel, gerade auch hinsichtlich der Kontrolle von Glauben und Religion. Doch politische Schwergewichte wie China ziehen nach: China verschlechtert sich von Platz 43 auf 27. Ausgestattet mit einer seit Mao nicht gekannten Machtfülle, treibt Staatspräsident Xi Jinping sein Programm der „Sinisierung“ (Anpassung an chinesische Traditionen), kombiniert mit kommunistischer Ideologie, in allen Gesellschaftsbereichen voran. Die etwa 100 Mio. Christen sind davon stark betroffen. Sie sollen nach den am 1. Februar 2018 eingeführten Vorschriften für religiöse Angelegenheiten ihre Treue zu Jesus Christus durch eine kompromisslose Loyalität zur Kommunistischen Partei ersetzen. Einige Kirchen mussten Bilder von Xi Jinping und Mao anbringen; Kindern und Jugendlichen wird der Zutritt zum Gottesdienst verboten. Tausende Kirchen wurden seit Februar 2018 geschlossen.“

In den meisten der 50 Länder, die der WVI erfasst, sind die Christen nur kleine Minderheiten, die jedoch bereits seit Jahrhunderten dort leben. Nationalistische Gruppierungen, so Open Doors, prangerten ihren christlichen Glauben als „westlich“ und „fremd“ an, der nicht in das Land passe. In Indien, auf Platz 10 der Verfolgungsrangliste, habe sich der religiös geprägte Nationalismus inzwischen zum Ultranationalismus gesteigert. Die regierende hindu-nationalistische Partei BJP von Premier Modi führe einen harten Kurs gegen Christen und andere religiöse Minderheiten: Anti-Bekehrungsgesetze gelten in acht von 29 Bundesstaaten; christlich geführte Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Wohltätigkeitsorganisationen müssten schließen. Hinduistische Gruppen und Mobs griffen im Berichtszeitraum von 2019 etwa 100 Kirchen sowie mehr als 12.500 Christen an. Eine Strafverfolgung bleibe weitgehend aus, weitere Gewalttaten seien die Folge. Ausländische christliche NGOs müssten das Land verlassen, so dass die christliche Gemeinschaft zusätzlich geschwächt wurde. In Nepal (32), Bhutan (33) sowie in der Türkei (26) appellieren die Regierungen immer stärker an die nationale religiöse Identität und verstärken dadurch den Druck auf Christen. Präsident Erdogan habe die Trennung von Staat und Religion weitgehend aufgehoben und treibe einen islamischen Nationalismus gezielt voran.

Der Islamische Staat (IS) ist trotz Gebietsverlusten im Nahen Osten und insbesondere in Subsahara-Afrika, verstärkt aktiv. IS-Anhänger, wie auch andere islamistische Gruppierungen, streben nach wie vor ein islamisches Kalifat an. In Somalia, auf Platz 3 der Verfolgungsrangliste, machen sie regelrecht Jagd auf die wenigen verbliebenen Christen. Ebenfalls dramatisch ist die Lage im Norden Nigerias, auf Platz 12 der Rangliste, „wo muslimische Fulani-Viehhirten im Stil einer ethnischen Säuberung mit großer Brutalität gegen christliche Dörfer und Gemeinden vorgehen und dabei hunderte Christen umbringen. In Ägypten (16) greift der IS die Christen mit tödlichen Anschlägen auf Kirchen und gezielten Ermordungen frontal an. Die wenigen Christen muslimischer Herkunft im vom Krieg geschundenen Jemen (8) müssen ihre Gottesdienste im Untergrund feiern, um nicht entdeckt und ermordet zu werden. Insgesamt sind etwa 30 gewalttätige islamische Gruppen in der Region Subsahara-Afrika aktiv. Die Lage der Christen in der Zentralafrikanischen Republik (21), Mali (24) und Mauretanien (25) hat sich deutlich verschlechtert.“

Die 5 Länder mit der härtesten Christenverfolgung

In Nordkorea, Afghanistan, Somalia, Libyen, Pakistan erleiden die Christen die härteste Verfolgung3, vier von ihnen sind islamisch.

In Pakistan, Platz 5, stellen Blasphemiegesetze für die Christen eine ständige tödliche Gefahr dar. „Sie können jederzeit der Lästerung Allahs oder Mohammeds beschuldigt und zum Tode verurteilt werden. Zudem gelten Christen als minderwertiger Teil der Gesellschaft und werden stark diskriminiert.“

In Libyen, Platz 4, stehen einheimische Christen muslimischer Herkunft unter immensem Druck von Familie und sozialem Umfeld, zum Islam zurückzukehren. „Christen aus dem Ausland, meist Migranten aus dem südlichen Afrika und Gastarbeiter, stehen unter der ständigen Gefahr, Opfer von Entführungen, Versklavung, Vergewaltigung und Mordanschlägen zu werden. Wer seinen christlichen Glauben öffentlich zeigt und versucht, das Evangelium weiterzugeben, riskiert verhaftet zu werden.“

Somalia, Platz 3, „gilt seit mehr als zwei Jahrzehnten als gescheiterter Staat. Das Umfeld der Gesetzlosigkeit hat eine Situation geschaffen, in der radikal-islamische Kämpfer ohne wirkliche Einschränkung operieren. Die Gesellschaft ist ultrakonservativ und glaubt, dass ein Somali zu sein, bedeutet, ein Muslim zu sein. Daher ist jede Vorstellung, den Islam zu verlassen, undenkbar. Die Gemeinde Jesu hat in diesem Land nahezu aufgehört zu existieren. Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche somalische Christen durch Al Shabab-Kämpfer getötet. Jeder, der nur den Verdacht erregt, den Islam verlassen zu haben, wird von ihnen ermordet.“

In Afghanistan, Platz 2, wird das Leben von der Stammeszugehörigkeit bestimmt. „Wenn jemand den Islam verlässt, wird das als Verrat an der Stammesgemeinschaft betrachtet. Wer sich auch nur mit anderen Religionen beschäftigt und im Verdacht steht, den Islam verlassen zu haben, kann mit dem Tod bestraft werden.“
Nordkorea, Platz 1, ist „bereits zum 18. Male das Land, in dem Christen am härtesten verfolgt werden. Das Regime des Führers Kim-Jong Un verfolgt Christen gezielt und mit aller Härte. Zehntausende Christen sind in grausamen Arbeitslagern als gefährliche Staatsfeinde inhaftiert. Der Besitz der Bibel kann für die gesamte erweiterte Familie tödlich enden. Doch die Gemeinde im Untergrund wächst unaufhörlich weiter.“

Menschen hinter den Zahlen

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Quelle: Open Doors

„Zahlen haben weder Stimme noch Gesicht. Doch es sind die leidenden Männer, Frauen und Kinder hinter den Zahlen, um die es beim Weltverfolgungsindex eigentlich geht.“ Daher nachfolgend –stellvertretend für Millionen – einige kurze Geschichten von einzelnen Menschen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden.4   

Naomi

„Naomis Vater, ein einflussreicher Imam, war aus seiner Heimat Ägypten nach Mali gezogen, um durch Schriften und Predigten den Islam auszubreiten. Als Naomi acht Jahre alt war, starb ihr Vater. Sie wurde von einem Onkel adoptiert, der sie an einer internationalen christlichen Schule anmeldete, damit sie eine gute Bildung erhielt. Anfangs hasste Naomi alles, was christlich war. Doch je mehr Kontakt sie mit Christen hatte, desto mehr fühlte sie sich zu Jesus Christus hingezogen.

Mit 12 Jahren entschied sie sich Christin zu werden. Ihre Familie war außer sich und verstieß das Mädchen. Christliche Missionare nahmen Naomi bei sich auf, doch als sie in ihr Heimatland zurückkehrten, musste Naomi wieder bei ihren Verwandten leben. Diese schikanierten sie täglich. Noch als Teenager heiratete Naomi einen Christen und hoffte, mit ihm in Frieden leben zu können. Doch ihre Angehörigen setzten sie weiterhin unter Druck und heuerten sogar islamistische Kämpfer an, die das Ehepaar töten oder zumindest einschüchtern sollten. Mehrfach kamen sie mit dem Leben davon, doch während einer Geschäftsreise wurde Naomis Mann von Islamisten erschossen. Weiterhin erlebt Naomi Feindseligkeit durch ihr Umfeld, doch sie ist entschlossen, mit Liebe und Vergebung zu antworten.“

Leah
Am 19. Februar 2018 überfielen in Nigeria Kämpfer der islamisch-extremistischen Miliz Boko Haram eine Schule in Dapchi und entführten über hundert Mädchen. „Einen Monat später wurden die Schülerinnen wieder freigelassen – außer Leah Sharibu, der einzigen Christin der Gruppe.
Wie die anderen Mädchen berichteten, hatten die Entführer die damals 14-jährige Leah am Tag der Freilassung aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. Doch Leah weigerte sich und blieb als Einzige in der Gewalt von Boko Haram zurück.
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Leah Sharibu aus Nigeria (Quelle: Familie) Open Doors

Eine Ende August im Internet aufgetauchte Tonaufnahme, in der Leah den Präsidenten um Hilfe für sich und ihre Familie bittet, weckte in ihren verzweifelten Eltern neue Hoffnung.
Doch dann veröffentlichte Boko Haram am 16. September eine Filmaufnahme, welche die Hinrichtung einer 25-jährigen Hebamme zeigt, verbunden mit der Drohung, zwei weitere gefangene Entwicklungshelferinnen sowie Leah Sharibu einen Monat später auf die gleiche Weise zu töten. Nach Ablauf des Monats verkündete die Gruppe die Ermordung einer der beiden Frauen. Leah sowie die überlebende andere Geisel seien nun lebenslange Sklavinnen.“

Welche geistige Kraft lebt in diesem 14-jährigen Mädchen?

Mohamedreza

Mohamedreza wuchs im Iran als Muslim auf, doch er hatte Zweifel an seiner Religion. „Durch einen Freund hörte er von Jesus und entschied sich Christ zu werden. Als Mohamedreza bei einer Kirche anklopfte, um mehr über Jesus zu erfahren, wurde er abgewiesen, denn die Behörden gehen streng gegen Gemeinden vor, die Muslimen das Evangelium weitergeben.
Doch durch seinen Freund kam er in Kontakt mit einer geheimen Hauskirche. Hier konnte Mohamedreza Gemeinschaft mit anderen Christen haben und mehr über den christlichen Glauben lernen. An seinem Arbeitsplatz erzählte er seinen Kollegen von Jesus, auch nachdem ihn ein Arbeitskollege deswegen gewarnt hatte. Eines Tages ergriffen ihn einige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und fesselten ihn mit Handschellen.

Sie haben eine schwarze Stofftüte über meinen Kopf gezogen und mich in ein Auto geworfen. Ich schrie: ´Was macht ihr? Was wollt ihr von mir?’ Aber sie gaben keine Antwort. Dann waren wir unterwegs, ich weiß nicht, ob eine halbe Stunde oder eine Stunde, bis wir im Untersuchungsraum waren. Zwei Tage war ich in diesem Untersuchungsraum und hatte die ganze Zeit diese schwarze Tüte auf meinem Kopf. Ich konnte nichts sehen und habe nichts bekommen, ich hatte Durst und Hunger. Ich musste stehen. Sie drohten meine Frau zu vergewaltigen, sie zu töten, sogar meine Eltern, ihre Eltern. Sie haben mich beleidigt … sie haben mich geschlagen … und meinen Kopf gegen die Wand gestoßen.
Mohamedrezas Frau bat einen Bekannten, der selbst für den Sicherheitsdienst arbeitete, um Hilfe. Dieser setzte sich für Mohamedreza ein und konnte seine Freilassung erwirken. Inzwischen konnte Mohamedreza mit seiner Frau aus dem Land fliehen und lebt nun in Deutschland.“

Vom Wesen der Blutsgemeinschaft und des Kollektivs

 Christenverfolgung findet primär in den Ländern und Gesellschaften Asiens und Afrikas statt, in denen noch die Blutsgemeinschaften der Familie, Sippe, des Stammes und Volkes mit ihren Traditionen, Gesetzen und  Religionen das Leben des einzelnen Menschen prägen. Der Einzelne empfindet sich auch in der Regel nicht als eine davon unabhängige Persönlichkeit mit eigenen Lebensvorstellungen, sondern als ein Glied der Gemeinschaft, ohne die er nicht leben könnte, deren Zusammenhalt und Lebensregeln ihn mitumfassen und seine Lebenswege vorbestimmen. Auf diese vorindividuellen Lebensverhältnisse sind auch die vorchristlichen Religionen zugeschnitten und erst recht die nachchristliche und von daher schon antichristliche Religion des Islam, der eine kollektive Unterwerfung des Menschen unter die bis in die politische Gestaltung reichenden Gesetze Allahs verlangt. In den kollektiven Gesellschaften sind daher hierarchische, feudale Herrschaftsordnungen natürlich, die leicht in diktatorische, totalitäre Regierungen übergehen, wie wir es auch in Nordkorea beobachten können.

Wer sich als Einzelner dem Gruppenzwang nicht mehr fügen will und den Normen des Kollektivs zuwiderhandelt, wird durch harte Strafen zum Gehorsam gezwungen und als letztes Mittel getötet, wovon die vielfach noch üblichen Ehrenmorde beredtes Zeugnis ablegen. Grundlegendes Kennzeichen der Gruppenherrschaft ist, dass der Einzelne keinen Eigenwillen haben darf, sondern dass sein Wille mit dem der Gruppe konform gehen, mit ihm identisch sein muss. Einen davon abweichenden eigenen Willen geltend zu machen, ist schlimmste Empörung und Schädigung der Gemeinschaft, so dass dieser Wille unbedingt niedergerungen, gebrochen werden muss, was das Vernichten des Menschen als eine eigene, unverwechselbare Individualität bedeutet.

Christentum und Individualität

Während alle vorchristlichen Religionen Volksreligionen oder solche sind, die für bestimmte Kulturkreise geschaffen wurden, ist das Christentum eine Menschheitsreligion. Es richtet sich an das Allgemein-Menschliche, das jeden zum Menschen macht, unabhängig davon, in welchem Leibe er lebt, an sein innerstes geistiges Wesen, auf das er mit dem Wort „Ich“ hindeutet. Christus weist immer wieder daraufhin, dass der Geist des Menschen von Gott abstammt, also göttlicher Natur ist, dass das Ich im Menschen von derselben Substanz ist wie sein eigenes Ich.

Wenn Christus von seinem Ich spricht, hat das daher immer eine doppelte Bedeutung: „Ich bin das Licht der Welt.“ „Ich bin die Tür.“ „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“  Er spricht hier nicht nur von sich, dem göttlichen Sohn, sondern zugleich wörtlich von dem „Ich bin“, das als sein innerstes göttliches Wesen in ihm selbst und, minderen Grades, ebenso in jedem Menschen wirkt. Das „Ich bin“ ist der Weg der Entwicklung des Menschen und die Wahrheit seines Wesens, die sein eigentliches höheres, über den Volkszusammenhang hinausgehendes Leben ausmacht.

Das Allgemein-Menschliche des Ich gehört nicht den Blutsgemeinschaften der Familie, Sippe oder eines Volkes an, von denen es nun noch durch Gruppenregeln und Gesetze bestimmt werden dürfte. Der leibliche Bruder ist nur das Vorbild für jeden Menschen, der ihm in gleichem allgemein-menschlichem Geiste begegnet und dadurch zum Menschenbruder wird. Christus zeigte selbst wegweisend die Richtung der Entwicklung, wie Matthäus es im 12. Kap., V. 47 f. schildert:
Und jemand sagte ihm: Siehe, draußen stehen deine Mutter und deine Brüder und wünschen mit dir zu sprechen. Und er antwortete dem, der zu ihm sprach: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte seine Hand aus und wies auf seine Jünger und sprach: Siehe, meine Mutter und meine Brüder. Wer aus dem Willen meines Vaters in den Himmeln handelt, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“

Christus sah es als an der Zeit an, das innerste geistige Wesen des Menschen, sein Ich, zu stärken und aus der Abhängigkeit der Blutsbande zu befreien. Die zentralste und radikalste Aufforderung dazu findet sich im Lukas-Evangelium Kap. 14, Vers 25-26: „Wenn jemand zu mir kommt und sich nicht frei machen kann von seinem Vater und seiner Mutter, von seinem Weibe und seinen Kindern, von Brüdern und Schwestern, ja so­gar von seiner eigenen Seele, der kann nicht mein Jünger sein.“
Damit ist nicht gemeint, sich von seiner Familie zu trennen, sondern sich innerlich von der Bestimmung, den Lebensvorschriften, die vom gemeinsamen Blut ausgehen, zu befreien. Ja, man soll sich auch von seinen Seelengewohnheiten, die ja bisher durch die Kräfte der Blutsgemeinschaft geprägt wurden, frei machen. Dann bleibt nur noch, sich auf sein innerstes geistiges Ich zu stellen und all sein Handeln aus der eigenen Erkenntnis selbst zu bestimmen. Daher sagte Christus auch: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Damit war verbunden, dass sich auch die Beziehung des Menschen zum Göttlichen von dem Erleben loslöste, das aus dem Blut aufstieg, und unmittelbar Sache der sich emanzipierenden Seele und des Ich wurde. Sie ging, ebenso wie in der Sphäre des politisch-staatlichen Lebens, von der Gruppe auf jeden einzelnen Menschen über, unabhängig davon, welchem Verwandtschaftszusammenhang er noch angehörte.
Das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft hat sich dadurch grundlegend geändert. Nicht mehr darf der Einzelne der Gemeinschaft untergeordnet sein, sondern umgekehrt ist die Gemeinschaft für den Einzelnen da und hat seiner Entwicklung zu Freiheit und Selbstbestimmung zu dienen.5

Dieser tiefe christliche Ich-Impuls, der in den Idealen der Französischen Revolution von Frei­heit, Gleichheit, Brüderlichkeit eruptiv und schlagwortartig zum Ausdruck kam, liegt als innere, gegen alle Widerstände gärende und treibende Kraft der ganzen geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung der europäischen Völker und ihrer amerikanischen Ausgliederungen zugrunde. Und diese Entwicklung ist ja noch längst nicht abgeschlossen.

Ein gewaltiger Kulturkampf

Die Verfolgung der Christen ist im Grunde die Verfolgung der freien, sich selbst bestimmenden Individualität durch Angehörige blutsverwandter Gemeinschaften und Kollektive, die reaktionär an alten, die Individualität unterdrückenden Gemeinschaftsformen festhalten und sie verteidigen. Denn die freie, sich selbst bestimmende Individualität stellt für sie die größte Gefahr dar, die sie in ihrem Bestande auflöst.
Es findet ein gewaltiger Kulturkampf um den Fortschritt der Menschheit statt, der aber nicht auf Asien und Afrika beschränkt ist, sondern in den wir in den westlichen „freiheitlichen“ Ländern ebenso verwickelt sind.

Denn hier breiteten sich in den letzten hundertfünfzig Jahren in Form von kollektiven Massenbewegungen wie Kommunismus und Faschismus die stärksten Widerstände gegen eine Kultur der freien Individualität aus. Und auch die gegenwärtigen Parteien-Demokratien, aus dem Streben nach individueller Mitsprache entstanden, sind de facto Oligarchien und nehmen immer totalitärere Züge an. Die herrschenden Kreise gerade in Mitteleuropa haben den inneren Zusammenhang mit der Kultur der deutschen Klassik, Romantik und der idealistischen Philosophie, die eine zutiefst christliche, auf die Entwicklung des sich selbst bestimmenden freien Ich gegründete Kultur ist, vollkommen verloren, so dass ihr Streben geradezu auf die Selbstzerstörung des deutschen Volkes gerichtet ist.

Daher lassen sie seit Jahren millionenfach Angehörige aus kollektiven, individualitätsfeindlichen Gesellschaften und Religionen verfassungswidrig über offene, unkontrollierte Grenzen strömen, die die Christenverfolgung ins Land tragen. Denn wenn Angehörige dieser Gemeinschaften sich durch das christlich-individualistische Vorbild Einheimischer mit dem Christentum befassen und dadurch härtesten Repressionen ihrer Sippen ausgesetzt sind, ist das bereits Christenverfolgung, die nach hier importiert und die geduldet wird.

Eine wirkliche Integration findet nur bei wenigen statt, die den Willen und die Kraft aufbringen, sich aus den Fesseln der Blutsgemeinschaft zu lösen. Hamed Abdel-Samad, Sohn eines ägyptischen Imam, ist diesen Weg gegangen und schreibt darüber: „Integration kann aus meiner Sicht (…) nur gelingen, wenn das Individuum sich vom Würgegriff des Kollektivs befreit und seinen eigenen Weg in die freie Gesellschaft beschreitet. Sie kann nur gelingen, wenn der Einzelne alle moralischen und  gesellschaftlichen Mauern zwischen sich und der Gastgesellschaft eliminiert und sich ohne Wenn und Aber mit seiner neuen Heimat und deren Werten identifiziert.“ 6
Was er sich mit seiner öffentlichen Kritik an dem die Individualität unterdrückenden Islam eingehandelt hat, ist, dass er von Moslems mit dem Tode bedroht wird und unter Polizeischutz an einem geheimen Ort wohnen muss.

Das islamische Kollektiv zu verlassen und sich zur sich selbst bestimmenden Individualität zu entwickeln, ist auch in Deutschland inzwischen lebensgefährlich. Doch was Hamed Abdel-Samad an beglückender Selbstfindung errungen hat, lässt ihn die Gefahren in Kauf nehmen. Er schildert: „Ich war noch nie unfreier in meiner Bewegung als heute, aber ich war noch nie freier im Geiste als jetzt. Ich hasse niemanden und beabsichtige nicht, irgendjemanden zu kränken, doch ich stehe zu meiner Meinung, egal zu welchem Preis. Ich repräsentiere bestenfalls nur mich selbst. Ich will weder die Welt retten, noch die Muslime erleuchten. Ich will nur von meinem Recht Gebrauch machen, frei zu denken und frei zu sprechen, egal wo und egal wann. …
Ich selbst definiere meine Identität in erster Linie über die simple Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, der mit der Mehrheit der Erdbewohner die gleichen universellen Werte teilt. Und dennoch bin ich anders, weil ich mich nicht vereinnahmen lasse. … Ich brauche keine Gruppe oder Gemeinschaft, die mir bestätigt, dass ich recht habe. Ich brauche nur Luft zum Atmen, etwas zum Essen und Meinungsfreiheit. All das hat mir Deutschland als freies Land zugestanden.“ 7
Noch – möchte man pessimistisch hinzufügen.

Wenn dem Christentum die Intention innenwohnt, die Entwicklung jedes Menschen zur freien Individualität zu impulsieren, so hat sich Hamed Abdel-Samad unbewusst mit einer allgemein menschlichen Kraft verbunden, die von Christus ausgeht. Er ist insofern, ohne es zu wissen, ein Christ. Denn das Christentum ist mehr als eine Religion. Es fließt von ihm eine reale menschenbildende Kraft in die Menschheit, mit der man unabhängig vom eigenen Glauben in Zusammenhang kommen kann. Insofern wird auch er in einem erweiterten Sinne in Deutschland als Christ verfolgt.

Als einer der ganz wenigen Staatsmänner hat der ungarische Präsident Victor Orban die kulturelle Bedeutung der Christenverfolgung erkannt und warnend seine Stimme erhoben. Er sieht in der Christenverfolgung nicht nur eine humanitäre Krise, sondern eine „organisierte Gewalt gegen eine ganze Kultur, auch hier in Europa.“ Vor allem die Akzeptanz unbegrenzter Massenimmigration in Europa nannte er eine „Zeitbombe“. „Die einzige Lösung für Europa ist, seine christliche Identität wieder zu entdecken.“ 6

Es steht sehr viel auf dem Spiel für Europa.
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1   Alle Zitate von https://www.opendoors.de/christenverfolgung
2   Weltverfolgungsindex
3  Vgl.  Open Doors Video
4   Aus Open Doors: Gesichter der Verfolgung
5   Vgl. Pfingsten, die freie Individualität …
6   Hamed Abdel-Samad: Integration. Ein Protokoll des Scheiterns,
München 2018, S. 18
7   a.a.O. S. 58, 59
8   Siehe: freiewelt.net 29.11.2019

 

 

20 Kommentare zu „Das Kollektiv jagt die Individualität – oder Christenverfolgung weltweit“

  1. Interessanter Artikel, vor allem im Hinblick darauf wie ausgeblendet wird, dass diese angeblich Menschheitsreligion göttlicher Natur, seit Jahrhunderten sich raubend und mordend über den Planeten bewegt.

    Hunderte Millionen von Ermordeten…. ganze Völker wurden hingeschlachtet….. was genau wird eigentlich erwartet.? Eine geduldige Hinnahme der nichtchristlichen Welt.?

    1. Sie übersehen, dass sich die „Christen“ für solche Schandtaten nicht auf Christus berufen können. Sie haben also gar nicht als Christen gehandelt.

      Sie übersehen außerdem, dass die gegenwärtig verfolgten Christen nicht deswegen verfolgt werden, weil sie Andersgläubige verfolgt hätten, was sie nicht haben.
      Wenn Christenverfolger frühere Schandtaten anderer „Christen“ als Motiv haben sollten, machen sie eine Gruppenhaftung geltend, was wieder ihr Verhaftetsein im Kollektiv-Bewusstsein beweist, das keine individuelle Schuld, sondern nur eine Schuld der Gruppe kennt, für die jeder einzelne Angehörige haftet, ob er daran beteiligt war oder nicht.

      Solche Vorstellungen von Kollektivschuld sind auch im Westen bei Menschen noch sehr verbreitet, die zum eigentlichen Christentum noch nicht vorgedrungen sind.

      1. @ dragaonordestino

        Der Artikel blendet nichts aus ! Sie selber blenden aus, dass zwischen Christentum als Religion bzw. Kirchenzugehörigkeit von GRUPPEN einerseits und andererseits INDIVIDUEN, die bekennen, CHRISTUS erlebt zu haben oder zu erleben und auf Ihn hoffen, ohne kirchlich zugehörig zu sein, ein grosser Unterschied bestehen kann.

        „Kollektivschuld“ ist allerdings „eine Suppe von vorvorgestern“, für welche gerade unser deutsches Volk von antichristlichen Kreisen zur Kasse gezwungen – nicht gebeten sondern gezwungen – wird.
        Und was Sie besonders bei Politikern erleben können, ist, dass sie nur vom „Wir“reden wollen, um das Individuum ausblenden zu können.

  2. @ hwludwig ….. Sie übersehen, dass sich die „Christen“ für solche Schandtaten nicht auf Christus berufen können. Sie haben also gar nicht als Christen gehandelt.

    Nun dies sehen Evangelikale und andere christliche Mördervereine anders…. Leztes Beispiel dazu sehen wir heute in Bolivien.

    Wenn man so wie Sie Herr Ludwig Christen definiert, kann man wohl kaum von Weltreligion sprechen… allenfalls handelt es sich dann um einzelne Personen die hin und wieder zu finden sind.

    1. Die Anziehungskraft des Christentums für Menschen in der außerwestlichen Welt, von denen hier die Rede ist, besteht nicht in dem, wie Evangelikale das Christentum interpretieren, sondern in dem, was diese Menschen aus dem Lesen der Evangelien an Seelenkraft für sich gewinnen und vielfach höher stellen als alle physischen Nachteile.

      1. @ hwludwig Die Anziehungskraft des Christentums für Menschen in der außerwestlichen Welt, von denen hier die Rede ist, besteht nicht in dem, wie Evangelikale das Christentum interpretieren

        Interessante Feststellung…. denn es ist doch eigentlich sichtbar, dass ausserhalb der westlichen Welt, mal abgesehen von den USA, die Evangelikalen in christlichen Vereinigungen dominieren…

        Gerade auch das im Artikel angesprochene Nordkorea, wird ja geradezu von evangelikalen Christen aus Südkorea zersetzt… zumindest wird dies versucht … wieso sollten sich dies die Nordkoreaner gefallen lassen.?

        Ich denke nicht, dass man dies so einfach ausblenden kann, indem man sagt, dies sind ja gar keine Christen…..

        1. @dragaonordestino
          Oh, ein kleiner gefrusteter Christenhasser!
          Und was machen die bösen Evangelikalen in Nordkorea? Predigen? Is ja ganz übel.
          Übrigens billiger Versuch dich rauszureden, oder warst du es gar nicht, der „abermillionen Tote“ und „Mördervereine“ gestammelt hat?
          Rabulistik vom Feinsten, mein Bester.

  3. Zu diesem Thema muss ich meinen Standpunkt dazu klar dazutun: In der Geschichte der Menschheit kam es durch Erstarken der christlichen Religion als Ableger einer anderen nicht akzeptierten Glaubenrichtung zu brutalsten Ausschreitungen und Unterdrückungen (Scheiterhaufen). Ich kann beim besten Willen kein Mitleid empfimden, wenn sich die Welt der vergangenen Verbrechen langsam bewust wird und entsprechend reagiert.

    1. Es geht um Menschen, lebendige und beseelte Menschen,
      die verfolgt und abgeschlachtet werden,
      einfach weil sie hier auf dieser Erde inkarniert sind
      und weil es dem Anderen nicht passt,
      aus seiner eigenen Kleinheit und Verletzheit heraus.

      Kein MENSch hat das Recht einen andren zu töten,
      zu verfolgen, zu berauben, …
      und alte Taten von alten Tätern,
      haben mit den Nachkommen
      nicht das Geringste zu tun –
      nirgendwo auf dieser Erde.

  4. Aus Kopp Exklusiv, Nr. 31/18 Moscheen für den Bischof. (Letzte Seite)
    Raffaele Nogaro, ehemaliger Bischof der italienischen Stadt Caserta, erklärte kürzlich: „Moralisch und als Mann des Glaubens wäre ich bereit, alle Kirchen in Moscheen umzuwandeln, würde dies der Sache dienen und dazu beitragen, das Leben der armen und unglücklichen Männer und Frauen zu retten. Denn Christus kam nicht auf die Erde, um Kirchen zu bauen, sondern dem Menschen ungeachtet seiner Rasse, Religion oder Nationalität zu helfen.“ Eine idealistische Sichtweise, die nur eben in der Praxis kaum weiterhelfen, sondern weit mehr Menschen schaden dürfte. Nogaro äußerte weiter, er wäre bereit, das Ende des Christentums und die Herrschaft des Islam zu begrüßen, wenn dies bedeutete, die Leben der Migranten zu retten. So realitätsfern scheint seine bizarre „Version“ derzeit schon gar nicht mehr zu sein.
    Anderer seits ein Aphorismus von Ulrich Horstmann, entnommen der Sammlung „Hirnschlag – Aphorismen, Abtestate, Berserkasmen“:
    „Das einzige, was ein vernunftbegabtes Wesen dazu veranlassen könnte, der Lehre von der großen Abrechnung nach dem Tode und dem Jüngsten Gericht eine Entsprechung in der Wirklichkeit zu wünschen, sind die ungeheuerlichen Verbrechen, die die katholischen Inquisitoren im Namen dieser Doktrin verübt haben und die bis in alle Ewigkeit nach Vergeltung schreien werden.
    Horstmann benutzt an anderer Stelle auch den Terminus „Politische Zuhälter des kollektiven Unterganges“

  5. Das Wort „Christ“ entstand mit, besser aus dem Wort „Christus“ – und bezeichnet einen Anhänger des Christus – gemeint sind damit also alle Menschen die dem Weg des JESUS von NAZARETH folgen, und sich mit dessen Lehre identifizieren.

    Das steht im eklatanten WIDERSPRUCH zum fundamentalistischen Judentum wie es in THORA & TALMUD ohne die Mitwirkung des JESUS von NAZARETH entstand & auch zu Vielem, wenn nicht zu ALLEM, was als VOR-christlich zwar im Alten Testament steht – aber ebenfalls NICHTS mit dem Christentum zu tun hat.

    DAS WIRD ABER ALLES WILD DURCHEINANDER GEWÜRFELT – und diese Vermischung dieser beiden Religionen – kann aus meiner Sicht NICHT im Sinne des echten Christentums sein.

    Denn Judentum & Christentum sind aus meiner Sicht FUNDAMENTALE Gegensätze.

    Während das extremistische & fundamentalradikale Judentum für mich eine uralte Form von SATANISMUS darstellt – ist das Christentum eine durch & durch moderne Religion – die auf Ausgleich und harmonische Lösung der Probleme abzielt.

    WER aber könnte ein Interesse haben – diese beiden so grundverschiedenen Religionen zu vermischen – aus meiner Sicht sind das die Juden, die als schlechte Verlierer das Christentum unterwandern & von innen zu zerstören versuchen?

    Mit der uralten jüdischen SEKTEN-LÜGE des „Auge um Auge“, als Methode zum Umgang mit anderen Geschöpfen Gottes – kann man in der modernen Welt der Logik & der Wissenschaft NIRGENDWO mehr einen Blumentopf gewinnen – WEIL DIESE EXTREM FALSCHE METHODE AUSNAHMSLOS IN DEN KRIEG & IN’s CHAOS FÜHRT.

    Denn „Auge um Auge“ ist die schlichte Logik aller KRIMINELLEN auf diesem Planeten.

    Dennoch ist es der derzeitige Politik-Stil des Westens, der sich zwar „christlich“ nennt – aber das Christentum mit VOR-christlichem SATANISMUS aus dem Judentum verwechselt – vielleicht weil der Christus VOR seiner Erleuchtung ein Jude war, und als TARNUNG für Verbrechen so genial ist . . . ?

    Solange aber auch die christlichen Kirchen in geistiger Umnachtung & satanischer Verwirrung im Dunkeln tappen – werden weiter bestialische Kriege geführt – und VORHER ein paar Terror-Anschläge GEHEIM inszeniert, damit dann auch in Zukunft mit der „Auge um Auge“- Methode wieder nach Herzenslust gemordet werden darf . . . ?
    https://www.beobachter.ch/foren/questions/18765/usa-ueber-200-kriege-seit-ihrer-gruendung.html

    DAS ist aber das genaue Gegenteil dessen, was JESUS von NAZARETH gesagt hat.

    DAS ist also das genaue Gegenteil von Christentum.

    1. „…Judentum & Christentum sind aus meiner Sicht FUNDAMENTALE Gegensätze.“

      Das sehe ich genauso. Es sind Gegensätze, und das hat seinen Grund. Noch zur Zeit der alten Juden des Mose gab es zwei Klassen von Menschen, die es gab seit der uralt-indischen Kultur, welche die erste war nach der Eiszeit.
      Die höhere Klasse war damals die des Manu und der Rishis, und die niedere war das Volk.
      Diese Unterschiede bestanden weiter durch Jahrtausende bei den Persern und Zarathustra, sie bestanden weiter bei den Ägyptern, bestanden weiter bei den Juden des Mose, bestanden noch weiter bei den Griechen, wo den Initiaten der Mysterien unter Androhung der Todesstrafe verboten war, die Geheimnisse der Mysterien an das Volk (!) zu verraten.
      Ein griechischer Eingeweihter (Initiat) wurde im Meer ertränkt, weil er geheime Dinge an das Volk verraten hatte.

      Und das Christentum entstand dadurch, dass CHRISTUS die Trennung in die zwei Klassen aufhob, beendete, indem Er das Volk bei der Erweckung des Lazarus- einer Einweihung des Lazarus- dabei sein liess, weswegen die Machthaber Ihn töten liessen.

      Wer für solche TATSACHEN heutzutage keinerlei Verständnis mehr hat, sind die Materialisten, die diesen Dingen gegenüber stehen wie Ochsen dem Berg.

      Die römisch – katholische Kirche hat diese Dinge wiederum vor dem Volk geheim gehalten, und deswegen ist sie eine antichristliche Sekte. Ähnlich die derzeitige evangelische Kirche, welche kaum noch von der katholischen Kirche unterscheidbar ist, welche auch noch dem Luther widerspricht und ausserdem so tut, als seien Judentum und Christentum fast dasselbe.
      Antichristliche Sekten wissen nicht mal mehr, dass sie antichristliche Sekten sind…

      1. ZITAT @ Michael:
        “ . . . das Christentum entstand dadurch, dass CHRISTUS die Trennung in die zwei Klassen aufhob . . . “

        DANKE, für die vielen interessanten Details – unter denen diese FUNDAMENTALE BEFREIUNG DES VOLKES durch JESUS von NAZARETH – immer wieder gerne verschüttet & „vergessen“ wird.

        ECHTE Kriminelle fürchten diese Lehre des JESUS von NAZARETZH, wie der Teufel das Weihwasser . . .

        DAS ist für mich der wahre Hintergrund des KRIEGES gegen alle echten Christen, aber dieser KRIEG geht nicht nur gegen echte Christen – sondern dieser KRIEG ist der KRIEG der Psychopathen & Kriminellen gegen alle EHRLICHEN Menschen auf dieser Welt – egal in welchem Land & egal welchen Glaubens oder welcher Religion.

        Und unsere armseligen Kirchen positionieren sich meist auf der FALSCHEN Seite des Teufels, also auf der Seite der Mächtigen, auf der Seite der Lügner, auf der Seite der agressiven HASS-PREDIGER & KRIEGER, die das VOLK teilen um das VOLK zu beherrschen, und um das VOLK auszupressen – und stehen damit GEGEN das VOLK – und genau darum verläßt das VOLK diese scheinheiligen, verlogenen Kirchen in Scharen . . .

        Nach 2015 und 2016 peilt Deutschland auch 2019 wieder einen neuen Rekord im WAFFENEXPORT an – wir liefern also wierder einmal an Mörder & Unterdrücker im großen Stil – und die Kirchen schweigen wie immer . . .

        JESUS von NAZARETH würde aber seine Stimme laut und vernehmbar erheben – denn es sind seit ewigen Zeiten diese KRIEGE der Psychopathen gegen die VÖLKER der Erde – die weit mehr Unheil anrichten, als alle anderen Sünden gegen die Umwelt zusammen . . .

        Reiner Zynismus & reine Heuchelei – und absolut ANTI-christlich – und auch dieser Fisch „stinkt vom Kopf“ . . .

        Es gibt nur EINE einzige zulässige Teilung & das ist die Einteilung in EHRLICHE Bürgerauf der einen Seite, die sich an die gemeinsam vereinbarten Spielregeln halten – und die waschechten Kriminellen & Psychopathen auf der anderen Seite – die wir durch bessere Aufklärung, bessere forensische Kriminalistik endlich zu IDENTIFIZIEREN LERNEN müssen & danach vor allem durch BESSERE Rehabilitation aus ihrem kriminellen Sumpf zu befreien LERNEN müssen, bevor sie dann ebenfalls in die VOLKS-Gemeinschaft der Anständigen aufgenommen werden können . . . !

        Derzeit sitzen aber leider viele dieser verlogenen Halunken & Ganoven in unseren Regierungen und damit an allen wichtigen Schaltstellen der Macht.

        Die sind ja nicht so blöd wie wir . . .

        1. HIER der Bericht eines französischen Chirurgen über die extremistische Polizei-Gewalt bei unseren französichen Nachbarn, die nunmehr bereits seit über einem Jahr anhält, und von Frankreich aus auch die Polizei in Hongkong und Südamerika zu brutalster Gewalt inspiriert – angeordnet von einer kriminellen Regierung, gegen das eigene VOLK – die weder das französische DemonstrationsRecht, noch dass Recht auf freie MeinungsÄußerung, noch das StreikRecht respektiert & auch das Allgemeine VölkerRecht mit NaziStiefeln zusammentreten läßt . . .

          Und auch HIER schweigen nicht nur die Christen – sondern ALLE Mächtigen & ihre gekauften Journalisten – mit Ausnahme von Annika Joeres:

          https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-12/polizeigewalt-frankreich-gelbwesten-demonstrationen-proteste-ausschreitungen?utm_source=pocket-newtab

          Ich bin gerne und oft in Frankreich, weil ich Land & Leute liebe, und von daher beobachte ich diesen Schwachsinn der Regierung genau – die NULL Ahnung von gutem Management hat & einzig & allein auf REPRESSION setzt – was sich aber die Bürger keines Landes auf Dauer bieten lassen, und die Franzosen wohl am wenigsten . . .

          Die mächtigste GEHEIME Religion im französischen TIEFEN STAAT ist aber, wie auch in den USA, das fundametal-extremistische Judentum mit seinen mächtigen Verbänden & Netzwerken in Frankreich – und das satanische“Auge um Auge – Zahn um Zahn“-Prinzip ist auch hier die alleinige Ursache für den ANTI-christlichen TEUFELS-KREIS – aus dem es für die hochintelligente Führung der Psychopathen in der französischen Regierung natürlich KEINEN Ausweg aus der Gewalt gegen das eigene VOLK geben kann . . .

        2. @ Kalle Möllmann „Die sind ja nicht so blöd wie wir.“

          Dank auch an Sie für dieses Statement. Dass ich selber blöd bin bzw. gewesen bin, musste auch ich erkennen und es steht ausser Zweifel. Um die Folgen eigener Blödheit wieder umzuwandeln, arbeitet derzeit ein Rechtsanwalt für mich, der auch schon Richter war.
          Was mir gefällt, ist EHRLICHKEIT, die Sie erwähnen, und ich bekenne, falls mir jemand eine Frage stellt, sie EHRLICH beantworten oder schweigen zu wollen.

          Wem nichtmal auffällt, dass „Halunken & Ganoven“in „unseren“ Regierungen (reGIERungen) sitzen, dem wird auch nicht so leicht aufgehen, dass „unsere“ Regierung nicht die des deutschen Volkes ist.

          „… und die Kirchen schweigen wie immer…“

          Ja,vielleicht läuten die Glocken zu laut,so laut, dass jedes WORT unverständlich bleiben müsste ?
          Also mir gefällt manches Glockenläuten besser als das Reden mancher Prediger.
          Was mir schon auffiel, ist der offensichtliche WIDERSPRUCH zwischen dem, was Paulus über Frauen & Gottesdienst sagte und dem, was Frauen im Gottesdienst tun.
          Als wollten sie Paulus ad absurdum führen…

  6. So, wie man bei denen, die sich „Christen“ nennen, differenzieren muß, sollte man vielleicht auch bei deren Verfolgern differenzieren. Die verfolgten Menschen, von denen Sie schreiben, Herr Ludwig, oder vielleicht auch Priester wie die Gebrüder Cardenal oder Oscar Arnulfo Romero haben wohl wenig mit denen zu tun, die sich hier in Europa Christen nennen und Leuten wie Kardinal Marx oder Bedford-Strohm hinterherlaufen. Es mag in China oder anderen Ländern gute Gründe geben, diesen so genannten „Religionen“ (und die Chinesen verfolgen ja nicht nur „Christen“) ein wenig genauer auf die Finger zu schauen. Für den hiesigen „Staat“, der sich BRD nennt, würde ich mir auch wünschen, daß etwas genauer hingeschaut würde. Ich habe z.B. die letzten Monate für ein „Unternehmen der Kirche“ gearbeitet, 50 Std. pro Woche zum Mindestlohn unter Verstoß gegen gesetzliche Regelungen wie z.B. die Arbeitsstättenverordnung (Anhang, Abschnitt 6, ehemals Bildschirmarbeitsverordnung). Wahrscheinlich gälte es auch als „Christenverfolgung“, wenn der Staat nur darauf sehen würde, daß seine Gesetze eingehalten werden.

  7. Informativer bzw. interessanter Text.
    Allerdings wäre ich skeptisch, die Französische Revolution mit ihren vielen Opfern als christlich inspiriert zu sehen, auch klingen mir die Slogans „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ eher nach Sozialismus (oder zumindest nach „Befreiungs“-Theologie).

    P. S.: Hinweis: Im Text kommt zweimal „müssten“ vor; mE sollte das beide Mal „mussten“ heißen.

  8. Zum Spannungsfeld Kollektiv–Individualität fiel mir noch folgende Stelle ein. Es ist ein längeres Zitat (Entschuldigung!) von Sylvain Coiplet. Weil ich es nicht halb so gut hätte aussprechen können, möchte ich es hier mitteilen. Ich denke, es ist geeignet sich klarer zu machen, wie weit „wir“ und jeder Einzelne noch von echter Indivudalisierung und einer menschenwürdigen Gesellschaft, die der freien Individualität dient, entfernt sind.-

    „Wer sich eingehend mit der sozialen Dreigliederung beschäftigt, kommt bald – wie Rudolf Steiner – zu der Überzeugung, daß sie allein im Stande ist, den Nationalismus konsequent zu überwinden. Deutschland gehört nämlich dann den Deutschen weder kulturell noch wirtschaftlich. Wird die soziale Dreigliederung umgesetzt, gibt es einfach keinen Platz mehr für irgendwelche staatlich geförderte Leitkultur. Auch der Schutz deutscher Arbeitsplätze durch Patente oder Exportförderungen auf Kosten anderer Länder haben dann abgedient. Es gilt sich von liebgewordenen Denkgewohnheiten zu verabschieden, die entscheidend zu den heutigen weltweiten Konflikten beitragen.

    Was die Forderung nach einer strengen Autonomie von Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben für den Dialog zwischen den Kulturen bedeuten würde, spricht Rudolf Steiner in diesem Satz aus:

    Die Menschen eines Sprachgebietes kommen mit denen eines andern nicht in unnatürliche Konflikte, wenn sie sich nicht zur Geltendmachung ihrer Volkskultur der staatlichen Organisation oder der wirtschaftlichen Gewalt bedienen wollen.

    Dieses Plädoyer für eine völlige kulturelle Freiheit setzt seine oft mißverstandenen Aussagen zu den verschiedenen Volksseelen oder Rassen in ein ganz anderes Licht. Wenn der Einzelne wirklich über sich verfügen darf, so wird er selber dafür sorgen, daß er sich das Beste aus den verschiedenen Kulturen zu eigen macht, statt sich bedingungslos zu einer einzigen Kultur zu bekennen.

    Der freie Mensch ist ein Grenzüberschreiter. Der monokulturelle Mensch ist dagegen eine Karikatur.“

    1. @ Th Wi „Dieses Plädoyer für eine völlige kulturelle Freiheit…“

      Es ist doch so, wie CHRISTUS laut Joh. 8:32 sagte:“…und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
      Wenn ich die Wahrheit erkenne, dass zwei mal zwei vier ergibt und nicht etwa fünf, wie jemand z.B. behaupten könnte, der sich geirrt hatte, bin ich frei, ihm aus seinem Irrtum raus helfen zu können.

      „Der freie Mensch ist ein Grenzüberschreiter“, behauptet Sylvain Coiplet. Ich behaupte, dass man nur diejenigen Grenzen überschreiten kann, die da sind. Man kann nur den Weidenzaun überspringen, der da ist, sonst ist der Sprung eine Luftnummer.

      Überheblicher & besserwisserischer NATIONALISMUS steht im Gegensatz zum PATRIOTISMUS, der weder die eigene Kultur & Sprache über die Sprache & Kultur anderer Völker hebt, noch andere Völker wie z.B . das vietnamesische Volk usw. mit Krieg & Terror überzieht.
      Gerade in der Zeit,als Rudolf Steiner die freie Schule eröffnet hatte, wurde unser Land, in dem Deutsch die Landessprache ist, mit Krieg überzogen. Wer sind die wahren Nationalisten ?

  9. Im Anfang war das WORT,
    und das Wort war bei (!) Gott, 
    und das Wort war (!) Gott. 
    Es war im Anfang schon bei Gott. 
    Und alles ist durch es, nichts ohne es 
    geworden, was geworden ist. 
    Das Leben war in ihm, 
    das Leben war der Menschen Licht, 
    es leuchtet in der Finsternis, 
    die Finsternis vermag es nicht zu greifen. 
    (Joh. 1, 1-5)

    Es war dieses WORT, das Jesus meinte, als Er sagte: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Dieses WORT als Ursprung der Schöpfung ist gleichzusetzen mit dem GEIST GOTTES, dem sogenannten „Heiligen Geist“, und aus diesem erst erstand der Mensch. Folglich ist der Mensch also nicht göttlicher Natur, sondern geistiger Natur. Er ist ein geistiges (!) Wesen. Sein Ursprung ist nicht Gott (selbst), sondern der GEIST GOTTES, der zwar EINS mit Gott ist, weil er ja aus Ihm hervorgegangen ist, aber als Dessen „Ausstrahlung“ auch als getrennt von Ihm gesehen werden muss, weshalb es ganz richtig heißt: das Wort war „bei“ Gott, und das Wort „war“ Gott.

    Dieses WORT, diesen GEIST GOTTES, diese WAHRHEIT, diesen LOGOS, durch den „alles geworden ist, was geworden ist“, und in dem „das Leben“ war, „der Menschen Licht“, meinte Jesus, als er zu Seinen Jüngern sprach: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Er wies ihnen damit den einzig (!) möglichen Weg, um wirklich (!) frei werden zu können.

    Und dieses WORT, dieser GEIST GOTTES, diese WAHRHEIT, dieser LOGOS, dieses LICHT, mit dem Jesus als Gottes Sohn natürlich EINS gewesen ist, EINS sein musste, ist nichts anderes als die Widerspiegelung und gleichzeitig auch Manifestation des WILLENS GOTTES.

    Diesen WILLEN GOTTES zu erkennen und Ihm zu folgen, was nichts anderes bedeutet als den eigenen Willen dem WILLEN GOTTES unterzuordnen, forderte Jesus, der Gottessohn, als er dann auch klar und deutlich sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater (zur Freiheit) denn durch Mich (die Wahrheit).“ – Und genau wie Jesus muss in der Nachfolge natürlich auch jeder echte Christ den WILLEN GOTTES nicht nur erkennen, sondern auch diesem entsprechend LEBEN: in seinem täglichen Empfinden, Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln.

    Das WORT, der GEIST GOTTES, die WAHRHEIT, der LOGOS, das LICHT, das „in der Finsternis leuchtet“, trägt also den WILLEN GOTTES in sich. Dieser WILLE GOTTES lebt! Er ist lebendig in den Naturgesetzen (Schöpfungsgesetzen), jenen „Göttlichen Spielregeln“, die alles Leben im Universum beherrschen und somit tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes HERR über alles sind, was existiert – ob sich die Menschen dessen bewusst sind oder nicht.

    Diese „Göttlichen Spielregeln“ zu erkennen, sollte daher oberstes Gebot eines jeden Menschen sein, denn nur wenn er diese „Göttlichen Spielregeln“ kennt, kann er auch ihnen gemäß leben und … frei werden. Und so heißt es denn auch schon vor dem Vorwort der Gralsbotschaft von Abd-ru-shin (übersetzt: Sohn des Lichts) nicht nur fordernd, sondern auch eindringlich warnend:

    LÖSE DICH VON ALLEM DUNKEL!

    WER SICH NICHT MÜHT, DAS WORT DES HERRN AUCH RICHTIG ZU ERFASSEN, MACHT SICH SCHULDIG!

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