Die Entwicklungshilfe verstärkt die Migrationsursachen

Wohltätigkeit beseitigt nicht die Wurzeln der Armut.“
Volker Seitz

Einsichtigen ist klar, dass man die Massenmigration perspektivloser afrikanischer Jugendlicher nur verhindern kann, wenn sie in ihrer Heimat Bildung, sinnvolle Arbeit und anständiges Einkommen finden. Daher rufen viele nach einer Steigerung der Entwicklungshilfe. Doch in der Regel haben die Entwicklungsgelder bisher das Los der Armenmassen nicht gebessert, sondern noch verschlechtert. Das Geld ist stets weitgehend in den privaten Taschen der korrupten Eliten versickert, die kein Interesse an einer Verbesserung der Lebenslage der armen Bevölkerung haben. Die Entwicklungshilfe stabilisiert die Machtverhältnisse und verstärkt die Migrationsursachen.

In einem eindrucksvollen Buch hat Volker Seitz, der insgesamt 17 Jahre als deutscher Botschafter in afrikanischen Ländern gearbeitet hat, auf diese Misere der offiziellen Entwicklungshilfe schonungslos hingewiesen.1  In der Einführung schreibt er: „Meine Erfahrungen und Erlebnisse haben zu meiner Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten Afrikas und der oft unseligen Rolle von Entwicklungshilfe geführt. Entwicklungshilfe wird reichlich gegeben und als gute Tat für die Armen nicht in Frage gestellt. Im Gegenteil, bei einer Umfrage sagten 71 % …, sie befürworteten eine Verdoppelung der Entwicklungshilfe. Wenn man vor Ort ist, sieht man die Dinge nach kurzer Zeit etwas anders.“ (S. 27)

Das Geld wird an zumeist korrupte Regierungen gezahlt, deren Willen es weitgehend überlassen bleibt, was sie damit machen. Das meiste Geld verschwindet in deren privaten Taschen. Und in Gang gesetzte Projekte versanden vielfach im Laufe der Zeit irgendwie. Bei den Armen kommt nichts an. Die zentralen Probleme im Bildungs- und Gesundheitswesen, sowie in der Förderung unternehmerischer Initiativen aus der eigenen Bevölkerung werden nicht angegangen. „Die Entwicklungshilfe, wie wir sie heute kennen, lädt zum Missbrauch ein. Korruption als private Vorteilsnahme auf Kosten des Gemeinwohls ist mir in allen Entwicklungsländern begegnet.“ Das Samariterverhalten des Nordens schwächt oder zerstört die Anreize der Empfänger zu eigenen Anstrengungen. Mit unserem Dauermitleid verstärken wir nur eine Sozialhilfementalität, die in manchen afrikanischen Staaten schon chronisch ist.“  (S. 100, 101)

Weniger Entwicklungshilfe

Und Volker Seitz kommt zu der radikalen Forderung: „Oberstes Ziel darf nicht länger ein Mehr an Entwicklungshilfe sein, das die Kräfte der Selbsthilfe lähmt, sondern so wenig Geld wie irgend möglich, nur so viel wie dringend nötig. Entwicklung, daran habe ich keinen Zweifel, kann nur über die tatkräftige und überzeugte Mitwirkung und Eigeninitiative eines jeden Einzelnen stattfinden.“
Er sieht seine Einschätzung von vielen Afrikanern geteilt. So zitiert er den ugandischen Journalisten Andrew Mwenda, der wegen seiner Regierungskritik schon oft im Gefängnis saß: „Natürlich mögen Helfer hie und da humanitäre Erfolge erzielen, indem sie ein hungerndes Dorf retten und an anderer Stelle sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellen, gleichzeitig zerstören sie jedoch den wichtigsten Mechanismus, der langfristig die Armut beseitigen könnte. Die Hilfe untergräbt die Entwicklung eines kompetenten, unbestechlichen und den Interessen der Bevölkerung dienenden Staatsapparates.“ (S.28)

Auch James Shikwati, Gründer einer Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft in Kenia, der u.a. auch in Spiegel und FAZ schreibt, übt massiv Kritik an der klassischen Politik der Entwicklungshilfe: „In den Industriestaaten wird immer der Eindruck erweckt, ohne Entwicklungshilfe würde Afrika untergehen. … Dem verheerenden europäischen Drang, Gutes zu tun, lässt sich bisweilen leider nicht mit Vernunft  begegnen. … Wenn die Entwicklungshilfe eingestellt würde, wären die politischen Eliten das erste Opfer, weil ihre Machtstrukturen dadurch gesprengt werden. Die Frage nach einer eigenständigen afrikanischen Lösung wäre dann auf dem Tisch. … Eine Einstellung der Hilfe wird an den Tag bringen, dass die meisten internationalen Agenturen die afrikanische Misere dazu genutzt haben, um Spenden zu sammeln, um sich einen humanitären Anstrich zu geben.“
– Das illusionäre Gutmenschentum ist also noch in einem viel breiteren Maße zu sehen.

Volker Seitz zieht gleich am Anfang ein erstes Fazit der bisherigen Entwicklungshilfe. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hätten Entwicklungsgelder weder dauerhaft für mehr Wachstum gesorgt und den Lebensstandard angehoben, noch das Los der Armen gebessert, eher verschlechtert. Der Abstand zwischen Superreichen und Bettelarmen werde immer größer. Den autoritären Staatsapparat kümmere es nicht, dass es an Trinkwasser mangelt, Stromausfälle an der Tagesordnung und die hygienischen Zustände für die hohe Kindersterblichkeit verantwortlich seien. Für sich selber haben sie gesorgt. Selbst wenn Entwicklungsgelder zweckgebunden ausgegeben werden müssten, fänden sie per Umweg doch den Weg in die falschen Kassen.

Wenn Ausländer Krankenhäuser, Schulen und Straßen bauen, muss es ja die Regierung nicht tun und kann das Geld stattdessen für Luxusgüter ausgeben. Die afrikanischen Eliten seien Weltmeister im Champagnertrinken, ihre Autokorsos zeichneten sich durch eine erstaunliche Mercedes-Benz-Dichte aus. Die Leute würden diesen Typus von Führern gerne „vom Stamme Wa Benzi“ nennen. „Die meisten Verantwortlichen haben Luxusvillen in zahlreichen Ländern. Es gibt Staatschefs, die in einer Woche New York für sich und ihre Entourage schon mal das Jahresgehalt eines europäischen Regierungschefs ausgeben. Erheben Medien tatsächlich einmal entsprechende Vorwürfe, meinen sie, sie mit dem Totschlagargument ´Das ist Rassismus` entkräften zu können.“ (S. 29)

Bei einer ehrlichen Bestandsaufnahme stelle man fest, schreibt Volker Seitz, dass das Gros der Hilfe unter der Sonne Afrikas verdunstet ist. Mangels guter Regierungsführung, d.h. mangels Transparenz, Verantwortlichkeit, Effizienz, demokratischer Teilhabe an den Entscheidungen und vor allem mangels Rechtsstaatlichkeit, „haben die meisten Länder Afrikas auch nach fast 60 Jahren Unabhängigkeit den Kampf gegen Armut und Korruption und die Überwindung ihres Stillstands nicht angepackt. Es gibt unverändert unglaubliche Armut und Not. Gleichzeitig nimmt das Vermögen der Oberschicht oft märchenhafte Dimensionen an. Wir stehen als Betrachter vor einem teuren Scherbenhaufen, doch niemand muss sich dafür rechtfertigen, wie wenig die hohen Ausgaben letztlich bringen.“ (S. 30)

Migration kümmert die Eliten nicht

Seitz diagnostiziert, es kümmere die afrikanischen Eliten nicht, wenn ihre Staatsbürger zu Zehntausenden unkontrolliert und chaotisch auswandern und sich anderen Ländern zuwenden, in denen sie ein besseres Leben als in der Heimat zu finden hoffen. Wenn es verantwortungsbewusste Regierungen wären, müssten sie ihre Landsleute auffordern, im Lande zu bleiben, und ihnen die Verbesserung der Verhältnisse in Aussicht stellen. Doch nichts dergleichen geschehe. Im Gegenteil forderten einige afrikanische Regierungen ein Recht auf Migration. –
Wenn ich mich recht erinnere hat kein afrikanischer Staat gegen den UN-Migrationspakt gestimmt, der ein Recht auf Migration und überall offene, ungehinderte Migrationswege postuliert. –

Für die afrikanischen autoritären Regimes ist Auswanderung offensichtlich kein Alarmzeichen, sondern ein Ventil. „Sie werden die unzufriedenen jungen Bürger los, die bereits in großer Zahl die afrikanischen Zentren bevölkern und keine Chance haben, dort einen Arbeitsplatz zu finden. Mit dem Export der Arbeitslosigkeit sinkt die Dringlichkeit eigener Entwicklungsanstrengungen.“ (S. 30)

„Die Flüchtlingstragödien von Lampedusa erinnern daran, dass die afrikanischen Diktatoren die Not ihrer eigenen Bevölkerung gleichgültig lässt. Kein Wort auf der offiziellen Homepage der Afrikanischen Union. Das ist aber auch verständlich, denn ´sonst müsste sich Afrika schmerzhafte Fragen über seine Gesellschaften und Führer stellen`.“ (´Business Day`, Johannesburg)
Die Migranten wüssten, wie gefährlich die Überfahrt ist. In vielen Familien, Clans gebe es jemanden, der versucht hat, mit dem Boot sein Glück in Europa zu finden, was ihm ja auch zumeist nur dadurch möglich wird, dass Familienangehörige, der Clan, das Dorf, zusammenlegen, um die Überfahrt zu finanzieren. „Daher wissen die Menschen, worauf sie sich einlassen. Wem es nicht gelingt, der hat den Makel, dass er zu jenen gehört, die es nicht geschafft haben. Denn sie sollten dort arbeiten und Geld schicken. Der afrikanische Kontinent ist die einzige Weltregion, in der die absolute Zahl der Armen weiter steigt. Wenn man sich die Bevölkerungsentwicklung anschaut, wenn man dazu wirtschaftliche und politische Fakten berücksichtigt, dann sollte jedem klar werden, dass die Leute auch in Zukunft kommen werden.“ (S. 139)

Hinzu kommt, dass viele der bildungshungrigen und ausbildungsbereiten Jugendlichen, die ihre Lebenschancen suchen, keine Möglichkeiten dazu in ihren Heimatländern finden und sie daher verlassen und nach der Qualifizierungsphase im Ausland häufig nicht zurückkehren. „Afrikanische Regierungen haben kein Interesse an ihnen. Offenbar sind Lernfähigkeit, Dynamik und Innovation nicht immer erwünscht, schon gar nicht wenn korrupte Eliten ihre Besitzstände vor dem Neuen und vor der Konkurrenz im eigenen Lande schützen wollen. Afrikanische Studenten haben große Probleme, in ihren Heimatländern unterzukommen, und versuchen in Europa oder den USA eine Anstellung zu finden.“

Auch verlöre Afrika Jahr für Jahr tausend von Hochschullehrern, Ärzten, Ingenieuren und Intellektuellen, weil sie in ihren Heimatländern an ihrer beruflichen Entfaltung gehindert werden und weil ihnen Europa und die USA bessere Arbeitsbedingungen und lukrative Stellen böten. „In weniger als zwei Jahrzehnten hat Afrika ein Drittel seiner Wissenschaftler verloren. Allein etwa 20.000 Ärzte und Pflegekräfte verlassen pro Jahr Subsahara-Afrika. … Der Mangel an qualifizierten Wissenschaftlern, etwa an afrikanischen Universitäten oder in Unternehmen, wird immer gravierender. … Es darf nicht sein, dass auf den britischen Inseln mehr Ärzte und Krankenschwestern aus Ghana tätig sind als in Ghana selbst.“ (S. 137, 138)

Der Verlust von Wissenschaftlern, Ingenieuren, Ärzten (jeder vierte afrikanische Arzt arbeite im Ausland) hat verheerende Folgen für die Wirtschaft sowie das Bildungs- und Gesundheitssystem, von denen gerade die Überwindung von Not und Elend ausgehen muss. „Die Auswanderer schicken zwar viel Geld nach Hause. Eine auf Überweisung dieser Art spezialisierte Firma wie Western Union boomt seit einigen Jahren. Dies ist aber das Gegenteil von Entwicklungshilfe. Für eine Entwicklung aus eigener Kraft ist es unbedingt erforderlich, dass die gut Ausgebildeten in der Heimat leben wollen. (…) Es wäre sinnvoll, die Zuwanderung von Fachkräften aus Entwicklungsländern zu begrenzen und stattdessen dafür zu sorgen, dass sie in ihren Heimatländern arbeiten können.“

Das zentrale Problem: die lokalen korrupten Machteliten

Die deutsche Entwicklungshilfe für Afrika wird von Staat zu Staat organisiert und geht immer, so schreibt Volker Seitz, von den beiden Prämissen aus, dass wir in die Souveränität der armen Länder nicht eingreifen dürften und dass ihre Eliten selbst daran interessiert seien, das Leben ihrer Bürger zu verbessern. Doch das funktioniert nicht und hat mit der Realität nichts zu tun. Die Hilfe fließt in Regierungsstrukturen, die nicht auf Wachstum und Zukunft, sondern allein auf Machterhalt und Selbstbereicherung der Potentaten ausgerichtet sind. Mit der Entwicklungshilfe wird nichts entwickelt, sondern die politischen Herrschaftsverhältnisse über die arm bleibenden Völker werden mit ihrer Hilfe zementiert. Die Eliten haben letztlich auch gar kein Interesse daran, dass die Armut der Bevölkerung überwunden wird, da dann der Strom der Entwicklungsgelder in ihre Taschen versiegen würde.
„In Ländern, in denen ich gearbeitet habe, zahlten die Geber (-Staaten) nicht selten eine ´Motivationsprämie`, damit die zuständigen Beamten ihre Arbeit machten. In allen mir bekannten Staaten gibt es ein fein ausbalanciertes System der gegenseitigen Vorteilsgewährung.“

„Das Gift der guten Gaben“ bewirke das Gegenteil von Entwicklung, weil in den Regierungen keine Verpflichtung empfunden werde, die Vereinbarungen einzuhalten. „Wir hoffen auch bei Regimen, die bereits seit zwei oder drei Jahrzehnten an der Macht sind, immer noch auf das Gute im Menschen. Politische Macht, der keine Kontrolle gegenübersteht, entartet immer: Weder wirtschaftliche noch soziale Entwicklung kann importiert werden. Wer dies trotzdem, nach über fünf Jahrzehnten Entwicklungshilfe weiter vertritt, ist bestenfalls naiv.“ (S. 41)

Ein ehemaliger französischer Botschafter in Togo berichtete Volker Seitz, dass zu der Zeit, als die Geberländer ihre Hilfe für Togo eingestellt hatten, die Korruption im Lande erheblich zurückgegangen sei. Denn es gab nichts Nennenswertes mehr zu verteilen, und das Regime habe plötzlich darauf achten müssen, dass die wenigen Mittel nicht in großem Stil veruntreut wurden.
„Wie kein anderes Land belegt Tansania das Scheitern der Entwicklungshilfe. Das Land hat an Ressourcen alles, was man braucht, um glücklich zu sein, und nichts von dem, was normalerweise als Ausrede herhält, warum es doch nicht geklappt hat. (Es gab) keinen Unabhängigkeitskrieg, keinen despotischen Alleinherrscher, keine Militärdiktatur, keinen Putsch, keinen Tribalismus (Stammes-Konflikte), keine religiösen Auseinandersetzungen, Zugang zum Meer, keine Dürre- oder Flutkatastrophen, keine überbordende Kriminalität, keinen schädlichen Öl- oder Kupferreichtum, aber genügend vielfältige Rohstoffe.
Trotz dieser guten Ausgangslage und der Tatsache, dass Tansania seit der Unabhängigkeit der Liebling der Geber ist, bleibt es eines der zehn ärmsten Länder der Welt.“ (S. 42, 43)

Die Staaten Afrikas werden seit der Unabhängigkeit von Oligarchien regiert, die den Reichtum des Landes ungestört unter sich aufteilen. „Die Chefs kümmern sich vorrangig um Details des Protokolls. Die Rituale um Präsidenten erinnern an Höfe der Feudalzeit. Die Höflinge (aus den eigenen Sippen und Clans rekrutiert) denken nicht an die Zukunft des Landes, sondern setzen alle Energien daran, dem Chef zu schmeicheln, Titel zu ergattern und Kabinettsposten zu übernehmen, die wenig Arbeit machen, aber viele Möglichkeiten bieten, an Staatsgelder zu kommen. (…) Der Autokrat regiert nicht, sondern herrscht im vordemokratischen Häuptlingsstil.“ (S. 89, 90)

Im Kongo und in Kamerun hat die Regierung je 65 Minister, in Uganda 70, in Ghana 75 und 94 Minister erfreuen sich in Kenia der Gunst des Präsidenten. „Der Präsident von Kenia erwartet Entwicklungshilfe und genehmigt sich gleichzeitig ein Jahresgehalt von 427.900 US-Dollar. In Nigeria bekommt ein Senator jährlich sogar 1 Million Dollar. (Zum Vergleich: der US- Präsident verdient 400.000 Dollar.) Libreville, die Hauptstadt von Gabun, leistet sich einen Bürgermeister, der monatlich etwa 30.500 Euro bekommt (zum Vergleich: sein Kollege in Berlin verdient 12.500 Euro), während viele der 700.000 Einwohner ohne fließendes Wasser, Abwasserbeseitigung und regelmäßige Stromversorgung auskommen müssen. (S. 98)

In der offiziellen Entwicklungshilfe steht das „Ownership-Prinzip“ (Eigenverantwortung) im Vordergrund und wird zu Lasten von projektorientierter Hilfe bevorzugt. „Aber wer die Leute in Afrika zum Lachen bringen will, muss nur von African Ownership sprechen. Ja, ja, Ownership gebe es schon, aber die sei vorrangig ´private` und weniger ´African`. Wir sollten das Gelächter der Armen in Afrika nicht länger überhören. Jeder wisse doch, dass das Chefpersonal über Dutzende von feinsten Immobilien in Europa, Kanada, USA, Honkong und sogar Brasilien verfüge. Im teuersten Viertel von Paris heißt die Avenue Foch im afrikanischen Volksmund auch ´Avenue des dictateurs` (Straße der Diktatoren).
Auch in London erfreuen sich Luxusimmobilien unter reichen Afrikanern aus Nigeria, Ghana, Gabun, Kamerun, dem Senegal und der Demokratischen Republik Kongo in den Traditionsbezirken Westminster, Kensington und Chelsea besonders großer Beliebtheit. So wurde laut Immobilienmakler Engel & Völkers im Herbst 2014 eine Penthouse-Wohnung am Hyde Park für etwa 162 Millionen Euro an einen ungenannten Afrikaner vermittelt.“ (S. 96)
Würdenträger in Nigeria sollen seit der Unabhängigkeit (1960) die unvorstellbare Summe von nahezu 500 Milliarden US-Dollar unterschlagen haben. Korruptionsfahnder fordern in zwei Fällen 139 bzw. 584 Milliarden US-Dollar von ehemaligen Präsidenten zurück, die nicht namentlich genannt werden.

Trotzdem sind amerikanische Wirtschaftswissenschaftler, westliche Politiker und die UNO der Ansicht, dass Afrika mehr Geld brauche. Volker Seitz bleibt da nur die Ironie:
„Die Internationale Konferenz ´Solidarität und Globalisierung: innovative Finanzierungsquellen für die Entwicklung und gegen Pandemien` in Paris im Frühjahr 2006 war eine gute Gelegenheit für den damaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac, den ehemaligen UNO-Generalskretär Kofi Anan und den damaligen Präsidenten der Afrikanischen Union Denis Sasso Nguesso, neue Mittel für die Armen in Afrika zu fordern. Nguesso hatte, wie bekannt geworden, gerade für eine Woche in einem Hotel in New York 280.000 Dollar ausgegeben. Ein Leichtes für einen Präsidenten (der Volksrepublik Kongo), der wie französische Medien im Februar 2009 berichteten – in Frankreich 18 Anwesen und 112 Bankkonten benötigt. Die UNO verlangt 50 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Armut und fordert ´innovative Finanzierungsinstrumente`. Eine Geldquelle soll die Einführung einer gesonderten Flugsteuer sein. Da der Aufschlag zugunsten der Ärmsten erhoben werden soll, wird die Zustimmung in der Bevölkerung sicherlich groß sein.“ (S. 77)

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1   Volker Seitz: Afrika wird armregiert, aktualisierte und erweiterte Neuausgabe München 20183

Das Thema wird fortgesetzt.

Siehe ergänzend:
Ölreichtum im Tschad – Verarmung der Bevölkerung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Ausbeutung der Entwicklungsländer

31 Kommentare zu „Die Entwicklungshilfe verstärkt die Migrationsursachen“

  1. Wieder so ein echtes Knaller-Thema!

    Ich würde einen Schritt weiter gehen:

    Die sogenannte „Entwicklungshilfe“ ist nur die TARNUNG für allerlei GEHEIME westliche Aktivitäten – um vor allem auch in Afrika nach dem „offiziellen“ Ende der Kolonialisierung und der Sklaverei, nun auch weiterhin bei der gewaltsamen Ausbeutung von Menschen, Gas, Öl, Uran & seltenen Erden – durch GEHEIMES Anzetteln von „Aufständen“, „Bürgerkriegen“, „Hungersnöten“ & künstlichen „Epidemien“ – jederzeit in angeblichen „Friedensmissionen“ die Kontrolle auch wieder offen übernehmen zu können, um den jeweils „geeigneten“ weil korrupten & kriminellen Diktator nach westlichen & als angeblich „demokratisch“ GETARNTEN Wünschen einzusetzen, weil die Afrikaner angeblich ja so blöd sind . . .

    Nichts Neues im Westen!

    Apple, Google, Amazon & facebook sind allesamt in Null-Komma-Nichts von Null zum Weltmarktführer aufgestiegen – so schnell geht das – wenn es denn POLITISCH so gewollt ist, weil die GEHEIM-Dienste des Westens ALLE Daten abgreifen & die totale, wenn auch GEHEIME Kontrolle fest in der Hand haben!

    ECHTE & EHRLICHE Entwicklungshilfe, die diesen Namen auch verdient – würde ja Afrika in Rekordzeit zum Blühen bringen & STARK machen – und genau DAVOR haben unsere derzeitigen, kriminellen Global-Psychopathen in unseren eigenen Regierungen & in den GEHEIMEN Hinterzimmern der westlichen Macht eine panische ANGST . . .

    1. @Kalle Möllmann:“ Die sogenannte „Entwicklungshilfe“ist nur die TARNUNG für allerlei..“

      STIMMT GENAU ! „Entwicklungshilfe“ muss ja davon ausgehen, dass die Afrikaner sich nicht ohne fremde Hilfe überhaupt entwickeln könnten, und so betrachtet ist „Entwicklungshilfe“eine Beleidigung und eine ganz dreiste Lüge. Z.B. zerstört man die afrikanische Kultur der Bauern, indem man super billige halbe Hähnchen usw. aus der „EU“nach Afrika verkauft.
      Ob dieses Billigfleisch überhaupt etwas taugt, ist eine offene Frage.
      Dieser Import zerstört geradezu die echt-afrikanische Kultur, und solches Zerstörungswerk als „Entwicklungshilfe“zu benennen, ist eben die dreiste Lüge.

      Mein Eindruck ist, dass zwei Dinge zusammen dem Weltmachtsanspruch mancher Angloamerikaner dienen: INDEM die afrikanische Kultur zerstört wird, wandern viele Afrikaner nach Europa aus.
      So wird Afrika leichter ausbeutbar, denn die afrikanischen „Eliten“sind korrupte Helfer der anderen „Eliten“. Und EUROPA muss blechen, besonder die Deutschen müssen für ihre eigene Abschaffung auch noch blechen.

      Die wirkliche ehrliche Entwicklungshilfe, welche uns Deutschen dient, wäre die Eröffnung des Zugangs zur Neuen Seidenstrasse, die durch Russland nach China führt und so uns eine neue WIRTSCHAFTLICH-KULTURELLE Perspektive bietet.

      1. „In der offiziellen Entwicklungshilfe steht das „Ownership-Prinzip“(Eigenverantwortung) im Vordergrund“ Volker Seitz: „Aber wer die Leute in Afrika zum Lachen bringen will, muss nur von African Ownership sprechen.“

        Wer von Eigenverantwortung spricht, sollte wohl bedenken, was die Voraussetzung von VERANTWORTUNG ist. Nämlich dass ein Mensch, der sie selbst ÜBERNEHMEN will, dafür FREI sein muss bzw. die eigenen Hände FREI haben muss. Freiheit & Verantwortung sind wie zwei Seiten einer Münze.
        „African Ownership“ ist ein Witz, solange den Afrikanern ihre Freiheit genommen wird.

  2. Herzliche Grüsse, Thomas.

    FASSADENKRATZER schrieb am Fr., 22. Nov. 2019, 07:55:

    > hwludwig posted: „„Wohltätigkeit beseitigt nicht die Wurzeln der Armut.“ > Volker Seitz Einsichtigen ist klar, dass man die Massenmigration > perspektivloser afrikanischer Jugendlicher nur verhindern kann, wenn sie in > ihrer Heimat Bildung, sinnvolle Arbeit und anständiges Ein“ >

  3. es würde doch reichen, wenn man fairen Handel betreiben würde. Jedes Land sollte doch nach seiner Facon selig werden. Zuerst haben wir die Missionare geschickt, postwendend das Militär und dann die globale Handelselite. Afrika würde sich ohne die „westliche Wertegemeinschaft“ und auch ohne die Chinesen zu einem glücklichen Kontinent entwickeln. Ein Beispiel für gute Entwicklungshilfe: Kuba bildet Ärzte aus Entwicklungsländern ohne Stipendium aus, nur so als Entwicklungshilfe (das Gesundheitswesen ist dort sehr hoch angelegt). Einzige Bedingung ist, dass die Menschen direkt nach dem Studium wieder dorthin zurückkehren, wo sie herkamen.

  4. Man kann die Migranten schon aussperren, wenn man will. Unser Hauptproblem ist das Nichtzurückweisungsprinzip aus Art 33 GFK. Kein Mauer, kein Mittelmeer nützt etwas, wenn man sie mit dem Humanitärrecht sabotiert.

  5. Sehr geehrter Herr Ludwig,
    eine Frage, die sich in Afrika, im Grunde aber weltweit angesichts der von Ihnen hier dargestellten Problematik stellt:
    Wie entstehen im Menschen oder in einer Gesellschaft Arbeitsfähigkeit und Arbeitswille? Durch Geld und durch subtile oder massive Zwangsmaßnahmen läßt sich darauf eine Schein-Antwort geben, aber eben keine wirkliche.

    Von Rudolf Steiner gibt es einen kleinen, etwa fünf Seiten umfassenden Aufsatz zu dieser Frage, der mir bedenkenswert erscheint:
    „Arbeitsfähigkeit, Arbeitswille und dreigliedriger sozialer Organismus“
    Der Aufsatz ist z.B. unter dem nachfolgenden Link zu finden:
    http://anthroposophie.byu.edu/aufsaetze/s106.pdf

  6. Jedes entwickelte Land benötigt ein mehrfaches der eigenen Fläche an unterentwickelten Ländern um sie ausbeuten zu können. Entwicklungshilfe und die damit verbundene Korruption hilft genau diesen Status zu zementieren.

  7. ZITAT @ Vereinsamte Staaten:
    „Wie entstehen im Menschen oder in einer Gesellschaft Arbeitsfähigkeit und Arbeitswille?“

    DAS lässt sich leicht beobachten – wenn man mal ALLE Vorurteile durch die diversen politischen Theorien zwischen Sklaverei & Freiheit einfach mal zur Seite schiebt – und sich Babys & Kleinkinder mal ganz in Ruhe beobachtet, und zwar besonders auch diejenigen Kinder , die wirklich frei & selbstbestimmt sich entfalten & „spielen“ dürfen, im Vergleich zu den Kindern strenger Eltern, wo die Kinder selbst nichts zu melden haben . . .

    Je weniger die Eltern mit ihren diversen Theorien eingreifen & „erziehen“ – je deutlicher & ungebrochener entwickeln sich Kinder entlang ihrer individuellen Neigungen, Talente, Vorlieben & Begabungen – das Ganze entwickelt sich harmonisch zu immer größerer Fähigkeit & immer stärkerem Willen, genau so weiter machen zu wollen . . . !

    Doch nun greift oft vielleicht sogar zunächst gut gemeinte „Erziehung“ ein – STOPPT den vermeintlich „FALSCHEN“ Willen des Kindes – und erzwingt sanft oder abrupt ein anderes Spiel, und zwar das Spiel was der Erwachsene für das BESTE für das Kind hält . . .

    WELCHES andere Spiel erst Babys, dann Kinder, dann Heranwachsende spielen SOLLEN – darüber streiten sich die Gelehrten je nach politischer Schule & ihrer eigenen Erziehung – in jedem Falle führt derartige „Erziehung“ aber erst zu PROTEST, dann zum „Stockholm“-Syndrom, oder zu anderen Persönlichkeitsstörungen wie „bipolar“, ADHS, Krankheit oder später sogar zu Terror, wenn die Kinder mit Psychopharmaka angeblich „geheilt“ werden von imaginären neuen Geisteskrankheiten, die wie Pilze aus dem Boden schießen.

    Später im Leben sind derartig fremdgesteuert erzogene Menschen dann leider nur allzu oft unfähig ihren EIGENEN Weg zu erkennen & zu finden – landen so im für Sie falschen Leben – und rennen wegen psychosomatischer & anderer Krankheiten zum Onkel Doktor, der dann zum zweiten Mal alles solange mit Medikamenten zukleistert, bis der Patient irgendwann dann richtig krank ist . . .

    WER das alles NICHT will, der sollte versuchen, sein Baby nicht vom ersten Tage an zu entmündigen, um es FREMD zu steuern, oder von „Erziehern“ diverser politischer Schulen „erziehen“ zu lassen – sondern mit ein wenig Vertrauen in die Schöpfung, das Wunder des Lebens bei seiner Entfaltung beobachten, um zu erkennen WOHER das Baby kommt – und WOHIN es in diesem, seinem neuen Leben strebt – WER das sieht & versteht, der kann sein Kind erkennen & bestmöglich auf seinem zukünftigen Weg in großer Harmonie fördern, und so diverse Verirrungen, Depressionen & andere Krankheiten nach Möglichkeit sogar von vorneherein vermeiden!

    Die Frau oder der Mann der auf diese Art & Weise seinen EIGENEN Weg in die große weite & bunte Welt finden durfte – DER landet fast automatisch später in dem NUR FÜR SIE ODER IHN „PASSENDEN“ Beruf – und immer dann wenn alles genau „passt“ – dann sind auch die „Arbeitsfähigkeit und der Arbeitswille“ auf dem biologischen MAXIMUM, auch wenn der gewählte Beruf & das gewählte Leben Mama, Papa & allen anderen „Erziehern“ zunächst vielleicht nicht einmal in den erstarrten Sinn gekommen wären . . . !

    1. Mein lieber Herr Möllmann, ich bin da anderer Ansicht. Es stimmt, dass „fremde“ Menschen versuchen, Ihr Kind zu beeinflussen, aber es ist nicht so, dass selbst die Eltern verdächtigt werden, ihre Kinder , wie Sie sagen, auf den „falschen Weg “ zu bringen. Dann wäre die menschliche Evolution eine Schimäre und die Eltern hätten sich seit der Steinzeit geirrt. Vielleicht habe ich Sie missverstanden?

      1. ZITAT @ micheldeutsch:
        „Ich bin da anderer Ansicht.“

        Ja -leider . . .

        Sehr viele Eltern bringen genau darum auch ihre Kinder mit unendlich viel Liebe auf den FALSCHEN Weg – weil sie den RICHTIGEN Weg für ihr Kind garnicht kennen – denn das, was richtig für das eine Kind, ist oft falsch für das andere Kind usw. usw.

        Daß Kinder einmalige Individuen sind – das lernen Menschen derzeit auf keiner Uni & in keiner Schule – woher sollen Eltern also wissen, daß sie weder den bestmöglichen Lebenspartner noch den bestmöglichen Beruf für ihr Kind aussuchen können – dennoch ist diese Arroganz der Alten in fast allen Kulturen immer noch verbreitet . . .

        Erst die Erkenntnis früherer Leben – wie im Buddhismus zumindest ansatzweise vorhanden – erfordert eben auch die Geduld, die Fürsorge & vor allem das Wissen – daß ein Kind eine bestimmte körperliche Reife braucht, um danach SELBST die spirituell richtige Partner- und Berufs-Wahl für sein eigenes Leben zu treffen.

        Ob DIESER Zustand irgendwann erreicht sein wird – das erkennen Sie daran, daß die Depressionen & die Selbstmorde gegen NULL tendieren – weil endlich ein JEDER die echte Chance hat, das für ihn richtige Leben mit den für ihn richtigen Partnern zu suchen, zu finden & zu leben . . .

        Derzeit sind wir davon weiter entfernt denn je – und die Welt Gesundheits Organisation erwartet die weltweit steigenden Depressionen auf Platz 1 der Todesursachen bereits für 2030 – weil das individuell erlebte Unglück in unserer „modernen“ Welt aus allen Rudern läuft . . .

        „Erziehung“ die in ein für das Kind falsches Leben führt – ist nach meiner Beobachtung weit verbreitet – speziell wenn Kinder die Berufe & die Firmen ihrer Eltern übernehmen müssen, wie es zum Beispiel in Königshäusern unheilige Praxis ist . . .

  8. „Auch verlöre Afrika Jahr für Jahr tausend von Hochschullehrern, Ärzten, Ingenieuren und Intellektuellen, weil sie in ihren Heimatländern an ihrer beruflichen Entfaltung gehindert werden und weil ihnen Europa und die USA bessere Arbeitsbedingungen und lukrative Stellen böten.“

    Sind das die Facharbeiter auf die Merkel & Co. schon immer wartet? Ich glaube nicht, dass Afrika überhaupt in der Lage ist, diese Leute auszubilden. Das ist „Fake News“ oder????

  9. Sehr geehrter Herr Ludwig,
    es hat mich sehr gefreut, dass Sie mein Buch sorgfältig gelesen und so freundlich besprochen haben.
    Auf Ihrem Blog, den ich bislang nicht kannte, habe ich einige interessante und lesenswerte Artikel gefunden.
    Mit besten Grüßen
    Volker Seitz

    1. Vielen Dank, Herr Seitz. Ich finde es von fundamentaler Wichtigkeit, worauf Sie in Ihrem Buch hinweisen. Es müsste weit verbreitet werden. Ich will noch zwei Artikel zu weiteren Aspekten Ihres Buchen folgen lassen.
      Mit besten Grüßen zurück
      Herbert Ludwig

  10. Wie schon @Kalle Möllmann es schreibt, sind nicht die Eliten und Politiker das Problem, sondern die Konzerne, die auch die Innenpolitik beeinflussen. Diesbezüglich unterhielt ich mich vor zwei Jahren mit einem Nigerianer, der sehr gut zum Ausdruck brachte und anhand von Beispielen und Namen erklärte, warum in diesen Ländern die Korruption sogar gefördert wird, um so ungehindert die vielen Ressourcen plündern zu können. Um den genannten afrikanischen Staaten eine realistische Chance zur Selbstbestimmung und ohne äußere Einflüsse zu ermöglichen, müssen zuerst die ausländischen Konzerne entmachtet werden. Da aber genau das i.M. nicht realistisch ist, wird sich an diesen Zuständen nur wenig ändern. Die politische Diskussion und entsprechende Kommentare hinsichtlich der Entwicklungshilfe sind in meinen Augen nur Nebelkerzen, um vielleicht von den eigentlichen Problemen abzulenken.

  11. Rotes Gold | Die Geheimnisse der Tomatenindustrie | 3sat Dokumentation
    Ca Min. 35:00 – 42:00. Billiges chinesisches Tomatenmark in Dosen erobert den afrikanischen Markt und zerstört die finanzielle Basis für den heimischen Tomatenanbau. Die afrikanischen Bauern verlieren ihre Erwerbsgrundlage und fliehen als Arbeiter nach Italien, um dort für Sklavenlohn Tomaten zu ernten.
    Eine Seite, die Volker Seitz nicht anspricht. Im Zeitalter des Neoliberalismus muß auch jedes Freihandelsabkommen des Wertewestens mit Afrika die dortige Wirtschaft zerstören.

    1. vor Jahren verbrachte ich meinen Urlaub in Andalusien. Woher kommen die Tomaten, fragte ich auf dem Markt.
      Aus Holland!!!

  12. Ich bin auf die weiteren Teile gespannt.
    Hier, in diesem ersten Teil, bekommt das oft so vage formulierte Problem der Korruption mal ein anschauliches Gesicht durch die gewählten Beispiele.
    Die Frage muss sich ja stellen: weshalb wird diese Art von „Entwicklungshilfe“ von vielen westlichen Ländern seit Jahrzehnten praktiziert? Dazu muss man notwendigerweise auf den übergeordneten Zweck dieser Zahlungen eingehen. Was erhoffen sich denn (vorzugsweise aber nicht nur) westliche Länder von Afrika? Wie sind ihre Interessen? Die Architektur der Ausbeutung die errichtet wurde, an der auch Deutschland maßgeblich seit vielen Jahren mitwirkt, müsste dazu näher beleuchtet werden. Also wie „Rechte“(Stichwort: „Investitionsschutzabkommen“) und die Erzeugnisse des Geisteslebens (Patente) in die Wirtschaft so hineinwirken, dass die Afrikaner gar keine Möglichkeit haben für ihre Leistung eine angemessene Gegenleistung zu forden, durch die sie ein menschenwürdiges Einkommen erhalten könnten.

    1. @ Th Wi:“ westliche Länder“

      Welche sind denn besagte westliche Länder ? Deutschland gehört zu Mitteleuropa zwischen Ost und West.
      Der Westen sind besonders England & Amerika, sind die Angloamerikaner, deren Ziel es schon seit sehr langer Zeit ist, für sich selber die wirtschaftliche Vormachtstellung zu erobern. Sie tun alles, um Russland von Deutschland zu separieren, weil Russland & Deutschland eine Konkurrenz bilden können und den Landweg nach Fernost haben.
      Damit- mit dem Führungsanspruch der Angloamerikaner- hängt all das zusammen, was die anderen Völker in Kriege und in die Unfreiheit treibt, inkl. des deutschen Volkes, das ja im eigenen Land kaum noch etwas zu melden hat, seit Merkel gemäss dem Kalergi Plan die Grenzen zerstört hat.

      @ tanthess:“müssen zuerst die ausländischen Konzerne entmachtet werden“

      Wie ist das zu verstehen ? Wer soll. denn die Macht haben, um Konzerne zu entmachten ?

      @ Vereinsamte Staaten

      Die Dreigliederung des sozialen Organismus scheint auch mir eine Notwendigkeit zu sein.
      Freiheit für das Bildungsleben, also Privatisierung der Schulen. Gleichheit für das Rechtsleben bzw. die demokratische Politik. Brüderlichkeit für das Wirtschaftsleben.

      1. @ Michael
        Es sind viele „westliche Länder“(ich hatte schon überlegt es ursprünglich schon in Anführungszeichen zu setzen). Z. Bsp. muss man auch Frankreich dazurechnen (insbesondere aktiv auf den Territorien ihres ehemaligen Kolonialgebiets). Mit „westlich“ meinte ich auch nicht bloß eine geografische Bezeichnung (auch eine Art des „Wirtschaftens“). Übrigens, fragen sie mal Afrikaner wen sie für „den Westen“ halten, diese Frage sollte ja auch ein Gewicht haben: Deutschland wird selbstverständlich dazu gezählt! Man spricht doch auf vom „reichen Norden“ und dem „globalen Süden“. Und bedenken sie einmal was Afrika für ein riesiger Kontinent ist und welche Unterschiede dort z. Bsp. zwischen West- und Ostafrika bestehen. Die machen wir uns ja gewöhnlich gar nicht klar und werfen alles undifferenziert zusammen.
        Deutschland habe ich zum Westen gezählt, wie es sonst im „öffentlichen Diskurs“ auch geläufig ist, wo man Polen und Tschechien auch nicht als mittelöstlich bezeichnet. Ihren Einwand aber verstehe ich.
        Grundsätzlich: Ich halte es jedoch für gefährlich etikettenmäßig mit anthroposophischen Begrifflichkeiten umzugehen (West, Mitte, Ost) und vor allem damit pauschalisierende Werturteile sich aufbauen zu wollen. Denn was Wirklichkeit beispielsweise im Westen ist, kann auch in allen Teilen wirksam sein. Und wenn „die Deutschen“ westliches Gedankengut nachahmend übernehmen (Demokratie etc.), wer sind sie dann?

        1. @ Th Wi

          Herzliches Dankeschön für Ihre klare und präzise Antwort auf meine Frage, und vor allem auch für die „Denkanstösse“. Ja, wer sind „die Deutschen“, wenn sie westliches Gedankengut nachahmend übernehmen ?
          Sind wir Suchende ? Sind wir wie Kinder, die nach einem Idol suchen, dem wir nacheifern dürfen ?
          Bin selber ein Mensch, der eigene Fehler zuhauf beging und zuletzt durch diese Fehler aufwachte.
          Fehler müssen erst wehtun, um uns zum Aufwachen zu bringen.

  13. Ein thema das sie ausklammern, aber von Herrn Seitz oft auch angesprochen wird ist die Bevölkerungs explosion vor ort, und solange das nicht in den griff bekommen wird, kann man in Afrika garnichts verändern. So schnell könnte selbst der „reiche“ norden keine infrastruktur und jobs aus dem boden stampfen sollte er so schnell wachsen

  14. Archetypisch gesehen ist es der weibliche, mütterliche Kolonialismus, auch als Gutmenschentum bekannt: die Opfer werden mittels guter Gaben in Abhängigkeit gehalten, und somit kann man Macht ausüben. Wobei es vermutlich auf beiden Seiten nur den korrupten Eliten nützt. Es geht also auch um den Westen, um den Feminismus, das Weltretter-Gehabe der allmächtigen Helferinnen.

  15. Brigitte Erler: Tödliche Hilfe. Bericht von meiner letzten Dienstreise in Sachen Entwicklungshilfe
    Dreisam Verlag 1985 (!)
    Bei medimops noch verramscht!
    Gleich der erste Kommentar trifft’s, und er zählt nur einen kleinen Teil dessen auf, wozu die „Enticklungshilfe“ eingesetzt wird. Ich weiß das leider aus eigener jahrzehntelanger Berufserfahrung.

  16. Hier die Übersetzung der Botschaftersprache ins politisch möglichst unkorrekte.

    Die Bimbos da unten sitzen auf Rohstoffen, mit denen Sie nichts anfangen können und die wir dringend brauchen. Das wissen auch andere, daher wieseln da unten jede Menge Länder, Firmen, Berater und sonstige Glücksritter rum.

    Das macht das ganze teuer. Dazu kommt noch, dass man die Negerhäuptlinge nicht mehr direkt schmieren kann bzw. darf. Ist out und die Complience Regeln machen das auch nicht einfacher.

    Wir müssen uns aber auch nix neues ausdenken, machen das einfach so wie alle anderen. Entwicklungshilfe haben wir schon immer gezahlt. Wenn wir das ganze nicht selbst aufgebaut und betrieben haben, ist die auch schon immer versickert.

    Das wir das wissen, kann uns keiner beweisen, also lenken wir die Hilfe wieder in Geldzahlungen um. Eigentlich könnten wir das auch direkt auf Schweizer Konten einzahlen, geht aber nicht, weil fällt auf.

    Jetzt kommen auch noch die Chinesen und wollen mitspielen. Die gehen da auch gleich mit 100 000 Mann rein, offiziell natürlich alles Fachkräfte. Das Wort kennen ja inzwischen alle, die ersten dieser Art kamen mal in einem großen Holzpferd durchs Stadttor gerumpelt.

    Die vergeben dann „Kredite“. Haben wir früher auch so gemacht. Bis zur „Afrikanischen Schuldenkrise“ eine Presse-Inszenierung, die wollen ja auch mal was schreiben. Dass wir die Kohle nie wiedersehen, war vorher klar und auch eingepreist. Da half auch kein Militär, werden die Chinesen auch noch merken.

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